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Von Indianern, Quilts und wünschenswerter Queerness

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Nachdem ich bereits in meinem letzten Artikel über die eigenartige Spaßbremsenaktion „Ich bin kein Kostüm“ gestolpert war, haben sich mittlerweile auch andere Kritiker mit diesem Phänomen befasst. Stefan Laurin geht bei den Ruhrbaronen auf den Aspekt der „kulturellen Aneignung“ ein und diagnostiziert bei den Initiatoren und Unterstützern der Aktion die letzten Zuckungen der Empörungsindustrie.

Ich kann nur hoffen, dass er recht behält. Wobei ich einerseits seiner Diagnose einige Aspekte hinzufügen möchte, andererseits aber auch befürchte, dass das geistige Gift, welches von den Protagonisten der Empörungsindustrie nun schon seit einigen Jahren in die Köpfe der Menschen geträufelt wird, langsam zu wirken beginnt.

Wie es der Zufall so fügt, ist heute ausgerechnet der Geburtstag von Karl May, dem literarischen Urvater der „kulturellen Aneignung“ in der Literatur im Sinne der Political Correctness. Geben wir dem feinen Herrn Schriftsteller mal zu kosten, das Wikipedia über diesen Begriff zu sagen hat:

„Kulturelle Aneignung (engl. cultural appropriation) ist ein Begriff aus der US-amerikanischen Critical Whiteness- Bewegung, die zur Reflexion von Macht- und Diskriminierungsverhältnissen aufgrund von Hautfarbe anregen will. Bei der kapitalistischen Aneignung werden traditionelle Gegenstände der materiellen Kultur verschiedener Ethnien zur Ware erklärt und ihres Kontextes beraubt.“

Karl May würde, weil er natürlich seine weißen Privilegien nicht checkt, antworten, dass er lediglich eine Phantasiewelt schaffen wollte, in der er sich selbst Heldengeschichten auf den Leib schreiben konnte. Er schrieb sich in eine Traumwelt, in der es klare Grenzen zwischen Gut und Böse gab – interessanterweise waren die Schurken in seinen Geschichten stets „kapitalistische Weiße“, die sich „traditionelle Gegenstände“ der Indianer aneignen wollten. Meist irgendein Schatz oder eben Land. Ansonsten waren die Geschichten frei von „materieller Kultur“, es ging vielmehr um Geschichten von Freundschaft, Verrat, Fortschritt und Traditionen, von Schurken und edlen Helden – und da keiner aus seinem Publikum damals den „Wilden Westen“ kannte und in der Lage gewesen wäre, Mays Geschichten zu verifizieren, boten sich als Plots Gegenden in Arabien oder Nordamerika geradezu an. Hätte er stattdessen über Abendteuer im Stadtrat von Radebeul geschrieben, wäre er als Schriftsteller sicher verhungert.

Die lange und nicht nur deutsche Tradition, sich beim Fasching als Cowboy und Indianer zu verkleiden, ist eine direkte Folge der Geschichten von Karl May, nicht der Schlacht am „Little Big Horn“ oder dem Siegeszug des Kapitalismus über traditionelle Stammeskulturen im mittleren Westen der USA.

Die Initiatoren von „Ich bin kein Plakat“ machen sich übrigens nicht die Mühe, ihr Ansinnen durch eine fundierte Argumentation zu untermauern, die es vielleicht sogar auf sich nähme, Argumente der Gegenseite zu entkräften. Man belässt es bei der moralischen Ohrfeige, was der Aktion die geistige Tiefe der Erziehung von Welpen zur Stubenreinheit gibt. Ich musste jedoch nicht lange suchen, um doch noch belehrendes Material zu finden, denn in einer der Beschimpfungen als „rechtsbrauner Rassist“, die ich nach meinem Artikel bekam, war ein Link zu einem Artikel aus dem Jahr 2015 enthalten, der sich mit dem Thema „Fasching“ und „kulturelle Aneignung“ aus der elterlichen Erziehungsperspektive beschäftigte.

Wenn man den Text zur Gänze gelesen hat, bekommt man einen ziemlich erschreckenden Einblick in die Geisteswelt eines Menschen, der die Ideologien des Genderismus, des Antikapitalismus und der Political Correctness vollständig verinnerlicht hat, aber Quilts näht, die eben auch erst durch kulturelle Aneignung nach Deutschland kamen. Kreuzritter nähten ihre Wämser in dieser Technik, als sie sich das Heilige Land „kulturell aneigneten“. Ob das der Autorin bewusst ist? Jeder Nadelstich in der Patchworkdecke eine Bestätigung der kulturellen Aneignung, jeder Stich ein Stich ins eigene Herz. Für solche Fälle der Inkonsistenz des Weltbildes entwickelt man dann aber Erklärungsmuster zur Selbstvergewisserung, was das Leben am Ende leider komplizierter macht.

Wie Stefan Laurin schrieb, es könnte sich um die letzten Zuckungen eines überdrehten und mit Bedeutung künstlich aufgeladenen Ideologiemixes handeln. Denn dieses Milljöh, welches seine Kinder zu Binnen-I und Bindestrich-Existenzen erzieht und im Eine-Welt-Laden afrikanische Handwerkskunst verkauft (kulturelle Aneignung!), wird früher oder später von ihrer inkonsistenten Argumentationskette zerrissen. Wenn Sie wissen wollen, was ich damit ausdrücken möchte, lesen Sie den Kommentar von Sabine unter dem Ringelmiez-Artikel:

„Wenn es moralisch verwerflich ist, sich als Mitglied einer unterprivilegierten Gruppe zu verkleiden, darf sich ein Junge dann als Mädchen verkleiden? Einerseits haben Frauen immer noch weniger Privilegien als Männer, andererseits sind gegen geschlechtliche Verkleidungen auch ein Ausdruck einer gewissen Queerness und als solche vielleicht wert, nicht unterdrückt zu werden.“

Als Frau oder Transvestit darf Jan-Malte also zum Fasching gehen, als Indianer besser nicht. Die anschließende Diskussion zwischen Mutter und Kinde würde ich gern hören. Ich würde an Mamas Stelle aber nicht damit rechnen, dass Jan-Malte seine Mutter später im Pflegeheim besucht.

Und was machen wir mit dem Begriff der „kulturellen Aneignung“? Blickt man in die globalisierte Welt, ist dieser Begriff eigentlich positiv zu sehen. Wir machen uns im Detail gar nicht mehr klar, dass es gerade dieser Austausch ist, der die Entwicklung vorantreibt. Jede Banane oder Orange die wir essen, jeden Kaffee oder Tee, den wir trinken, jede Jeans, die ein Japaner in Tokyo trägt und jeder Computer, den wir benutzen. Wäre da nicht auch die wirklich dunkle Seite dieser Aneignung, bei der wie Wikipedia es beschreibt, die „Gegenstände ihres Kontextes beraubt werden“. Wenn etwa der nächste Attentäter mittels GoogleMaps sein Anschlagsziel findet oder mithilfe seines Smartphones eine Bombe zündet. Diesen Aspekt des Begriffes werden Sie übrigens weder bei Wikipedia noch bei den Quilts nähenden Ringelmiezen erklärt finden.

Karneval in der Besserungsanstalt für korrektes Verkleiden

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„Ich bin kein Kostüm“ heißt es demnächst bei einer Plakataktion in Köln. Haremsdame, Geisha, Othello…alles nicht witzig, alles diskriminierend, meinen die Plakatfinanzierer von der Moralfront. Bei dem Motiv mit Indianer wurde ich aber stutzig, ebenso bei den seltsamen amerikanischen Logos rechts unten. Kann nicht sein, sagte ich mir dann und fragte meinen Freund Google, was er davon hält. Die Logos rechts von „Die Linke“, „Amadeu Antonio Stiftung“, Antidiskriminierungsverband passen zudem so perfekt ins Bild des institutionalisierten staatlich alimentierten Erziehungswahnsinns, dass ich noch weniger glauben konnte, das Meme könne echt sein. Zu viel Klischee! Die werden doch nicht den heiligen Kölner Karneval…

Meine Verblüffung war umso größer, als ich festellen musste: doch, sie werden! Kein Fake!

Bei den Antidiskriminierern vom advd heißt es dazu wörtlich: „Ich bin kein Kostüm!“ ist eine Plakatkampagne, die vom Forum gegen Rassismus und Diskriminierung auch in Deutschland aufgegriffen und mit Geldern des Antidiskriminierungsverbands Deutschland, der Amadeus Antonio Stiftung* sowie dem Verein der Bundestagsfraktion DIE LINKE e.V. durchgeführt wird. Die Plakate wurden mit freundlicher Unterstützung der Ohio-Gruppe S.T.A.R.S zur Verfügung gestellt. Für die Betroffenen sind alltagsrassistische und diskriminierende Erfahrungen weder harmlos noch witzig. Ihre Stimmen vermehrt hörbar zu machen, eine neue öffentliche Diskussion anzuregen, in der auch Interessensvertretungen von Menschen of Color zu Wort kommen und neue kreative und inklusive Karnevalstraditionen zu ermöglichen, ist das Ziel dieser Plakataktion. 

Man muss dazu sagen, dass die Original-Aktion der amerikanischen Studenten aus dem Jahr 2011 stammt und das dortige traditionelle Halloween-Verkleiden anprangerte. Und der Protest der „Menschen of Color“ wurde gehört. Und Wie! Die dampfnudeldummen verkürzenden Aussagen waren Steilvorlagen für jeden mit Photoshop-Basiskenntnissen. Ich bin schon sehr gespannt, wie die Kölner Jecken aus den Plakaten Konfetti machen und die beteiligten Sponsoren dazu zwingen werden, sich dieses als Line durch die überheblichen Nasen zu ziehen.

Kleine Ausbeute des „NOT OK“ Running-Gags aus den Staten

Bevor Sie sich jetzt vor Lachen schütteln, liebe Steuerzahlerin, lieber Steuerzahler, fragen Sie sich, wer den Spaß bezahlt. Sehen Sie, nun lachen Sie nicht mehr.

*Irgend jemand muss den Antidiskriminierern mal sagen, dass er richtige Name „Amadeu Antonio“ ist. Einen Amadeu als Amadeus zu betiteln, grenzt an Diskriminierung.

Prämien für Araber, Gefängnis für Juden

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Elor Azaria muss für 18 Monate ins Gefängnis, so das Urteil des israelischen Gerichts. Azaria, der im März 2016 einen palästinensischen Terroristen erschoss, welcher nach einem Mordversuch bereits gestoppt war und am Boden lag, gab an, er hätte befürchtet, der Attentäter wolle einen Sprengstoffgürtel zünden – das Gericht mochte seiner Einschätzung der Lage nicht folgen. Ich bewerte das an dieser Stelle nicht, unterstelle aber, dass auch die Gerichte in Israel nicht leichtfertig entscheiden.

Ich komme aus einem Land, in dem Politiker wie Frau Künast nach islamistischen Attentaten mit Todesfolge für die Angreifer der Polizei vorwerfen, sie hätten den Tatverdächtigen doch lieber „stoppen“ sollen, anstatt ihn gleich zu erschießen. Eine erhobene blutige Axt hätte ja vielleicht ein Zeichen für Verhandlungsbereitschaft sein können. Mir kommen da also in gewisser Weise die Maßstäbe durcheinander, besonders, wenn ich den Blick über mehrere tausend Kilometer hinweg scharf stellen soll. Irgendwie schaffe ich es trotz der jahrelangen Erziehung zur „political correctness“ nicht, die Ursache für das Zusammentreffen von Elor Azaria und dem Attentäter auszublenden: Ein terroristischer Anschlag auf die Soldaten der IDF. Ich bin in dieser Sache befangen, habe diese aber auch nicht juristisch zu bewerten. Fakt bleibt, dass es allein Israels Sache ist, in diesem Fall zu entscheiden.

Was mich aber nervt, sind die Reaktionen von palästinensischer Seite und die Tatsache, dass man dies auch laut und international kundtut. Das Strafmaß sei viel zu gering! Das brüllt ausgerechnet die Führung des Zwei-Staaten-Landes „Palästinensische Autonomiegebiete“ (einen Staat für die Hamas, einen für die Fatah – nicht, dass sie friedensfeuchte Augen kriegen, liebe Leserinnen und Leser), welche die Hinterbliebenen von Selbstmordattentätern und „stab-the-jew-wherever-you-can“ Terroristen mit Renten und Prämien versehen und die Fotos der Verbrecher wie Ikonen verehren.

Ein weiteres Beispiel für Doppelstandards von der ekelhaften Sorte.

Haley sagt „Bahnhof“, die ARD hört „Koffer klauen“

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Es gibt Gepflogenheiten in der Welt der Diplomatie, die nimmt man einfach so hin. Dazu gehört, dass sich die UN hauptsächlich mit dem Schicksal der Palästinenser und der Verantwortung Israels dafür befasst. War schon immer so, muss man nicht verstehen. Und es gibt schlechte Angewohnheiten, die sich schneller verfestigen als das Herumliegenlassen getragener Socken. Dazu gehört, das aus dem Stall Trumps nichts Gutes kommen kann, das muss man auch nicht mehr hinterfragen, da darf sofort gekübelt werden und genau hinhören muss man bei den Trumpschen Knalltüten selbstredend auch nicht mehr. Oder richtig übersetzen. Das dachte sich wohl auch die Tagesschau, als sie über eine Rede der UN-Botschafterin Nikki Haley berichtete, die natürlich als ein Kind der Trumpocalypse dargestellt werden muss. Haley kam gerade aus einer der monatlichen Sitzungen des UN-Sicherheitsrates zum Thema „Mittlerer Osten“ und hatte einiges mitzuteilen. Die Tagesschau kommentierte Haleys Worte so:

Ihr [Haleys] erster Eindruck: „Es war das erste Treffen dieser Art für mich, aber es war sehr merkwürdig“ [soweit ok], sagte sie und legte los: Die Mitglieder dieses Sicherheitsrates sollten ihr bitte eines erklären: Warum sitze man hier Monat für Monat zusammen und rede über den Nahost-Friedensprozess? Es gebe so viele Probleme auf der Welt. Warum also Monat für Monat diese Sitzung?

Zu dumm nur, dass Haley das so gar nicht gesagt hat. Aber es passte so schön ins Bild, dachten sich die Diensthabenden vom Trump-Abwehrdienst. Eine trumpdumme Trulla, die keine Ahnung vom Friedensprozess habe, was soll man erwarten. Etwas passender finde ich aber dieses (verkürzte) Wiedergabe dessen, was Haley sagte:

Warum sitze man hier Monat für Monat zusammen und rede über die Probleme im mittleren Osten, wenn weder die illegalen Raketenstellungen der Hisbollah, noch die Terrorunterstützung durch den Iran, noch die Verantwortung Assads für abertausende Todesopfer in Syrien zur Sprache kommen? Es gebe so viele Probleme dort. Warum also Monat für Monat diese Sitzung, bei der es immer nur um und gegen Israel geht?

Klingt für mich irgendwie anders und gar nicht mehr trumpdumm. Demnächst bitte etwas mehr Sorgfalt bei der Übersetzung und der Interpretation, liebe ARD. Dafür sollte doch genug Geld da sein.