Wie Bio ist deine E-Mail?

Was macht man, wenn man eine richtig gute Idee im Bereich Kommunikation hat, die man in Geld verwandeln will? Genau, man gründet ein sogenanntes Startup-Unternehmen! Und was macht man, wenn man mit diesem Unternehmen Leistungen anbieten kann, die womöglich niemand sonst am Markt bieten kann? Klar, man nutzt seinen Vorsprung, wirbt mit ihm, baut ihn aus und verdient so erst recht das Geld, das man ja eigentlich haben will. Eine ehrliche Sache sowas und es gibt auch in Deutschland eine Menge Beispiele dafür, dass es funktioniert.

johannes-tetzelius-pirnensis-ablasshandel-in-pirna-1517Was macht man aber, wenn man außer einer tollen Idee auch noch die Absicht hat, die Welt zu retten? Also das Klima, die Eisbären und die Einwohner von Tuvalu. Ein Problem ist nämlich, dass die tolle Idee im Zusammenhang mit menschlicher Kommunikation steht, nicht mit der Rettung der Welt…man wird also auch die Ressourcen einsetzen müssen, für deren Einsatz man sich im Grunde schämt. Sie wissen schon: Energie, CO2, Umweltzerstörung durch Bergbau, Ausbeutung von Arbeitskraft und so weiter.

Die deutsche Firma posteo hat dieses Problem. Posteo ist angetreten, um seinen Kunden anonymisierte Mailkonten mit einer durchgehenden Verschlüsselung anzubieten – in Zeiten von Datenklau, Überwachung und Hackerangriffen eine wirklich gute Idee. Aber andererseits wäre posteo gern so grün wie der Misthaufen einer Bioland-Kuh auf einem Demeter-Acker. Deshalb bezieht posteo seinen Strom bei Greenpeace-Energy. Da sind nur Wind und Wasser drin, nur das gute Zeug also – und das lässt man sich gern etwas kosten. Das Geld seiner Kunden vertraut posteo der Umweltbank an, denn der neueste Trend im Greenwashing sind naturbelassene Bankdienstleistungen. Aber kann das schon alles sein? Natürlich nicht, das ist erst der Anfang!

  • die Mitarbeiter von posteo arbeiten in Büros, in denen es ausschließlich Recyclingpapier gibt
  • die Büromöbel wurden aus nachhaltigem FSC-Holz gefertigt (da staunst du, IKEA!)
  • täglich Bio-vegetarisches Mittagessen
  • alle Mitarbeiter nutzen Fahrrad und ÖPNV
  • für Bahnfahrten gibt’s extra Urlaub
  • man spendet regelmäßig an NGO’s, die im Umwelt- und Datenschutz tätig sind

Im Mittelalter versuchten sich die Wallfahrtsorte und Kirchen in Sachen Frömmigkeit gegenseitig zu übertrumpfen. Hatte die eine einen Unterarmknochen der heiligen Barbara, genügte es der anderen nicht, auch einen solchen Knochen zu besitzen – man brauchte dringend noch ein paar Fußnägel von Maria.

Heute beobachten wir einen Wettbewerb in Sachen ökologischer Frömmigkeit. Es genügt nicht mehr, seinen Strom aus Wind- und Wasserkraft zu beziehen, oder beim Krombacher saufen auf den Regenwald anzustoßen – heute versucht man sich in jedem Lebensbereich, der das irgendwie hergibt, als Vorbild zu gerieren. Man nimmt in Kauf, dass man dabei immer stärker in das Privatleben anderer Menschen, in dem Fall der eigenen Mitarbeitern, eingreift oder sich der Lächerlichkeit preisgibt. Volkserziehung ist wieder en vogue.

Was passiert eigentlich, wenn ein neuer Bewerber bei posteo sich weigert, das Fahrrad zu benutzen und stattdessen sein Auto nehmen möchte? Wird sich ein Gleichstellungsbeauftragter um den abgewiesenen Bewerber kümmern, weil es den Arbeitgeber verdammt nochmal nichts angeht, wie jemand seinen Arbeitsweg bewältigt? Was benutzt die Firma posteo eigentlich anstelle der üblichen Festplatten zur Datenspeicherung, weil diese ja schließlich in China unter fragwürdigen Umweltstandards zusammengeschraubt wurden, um dann von mit Schweröl betriebenen Ozeanriesen über die Weltmeere geschippert zu werden? Wie ökologisch korrekt sind eigentlich die Frühstückscerealien der Mitarbeiter und warum erfährt man darüber nichts?

Die grüne Welle, die seit einigen Jahren über unseren Alltag schwappt, nimmt immer mehr die Züge einer Religion an – und zwar mit allem Drum und Dran!  Es gibt die Androhung einer Apokalypse (Erderwärmung, Meeresspiegel), einen Gott (die Natur), eine Priesterschaft (Greenpeace, WWF, grüne Parteien) und jede Menge Jünger, die von ihrer eigenen Verderbtheit (CO2-Ausstoß) überzeugt sind. Ein Ablass-System hat sich etabliert, auf das Johann Tetzel verdammt neidisch gewesen wäre und es gibt die Hoffnung auf Erlösung durch das Ende des Konsums und final durch den Tod, der jede Entstehung von CO2 beendet – dann entsteht nur noch Methan und Schwefelwasserstoff.

Die Expertise der Firma posteo liegt also gar nicht so sehr im Bereich der Datensicherheit, sondern in ihrer Religionszugehörigkeit: und die ist ökologisch-orthodox. Für einen Euro Kirchensteuer pro Monat können Sie bei posteo dabei sein. Verglichen mit anderen Religionsgemeinschaften ist das allerdings wirklich erschwinglich.

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Alles nur Spaß oder nicht lustig?

Die erste Reaktion auf die Beschluss-Anträge im Rat der Stadt Flensburg war bei den meisten Lesern „das kann doch nicht ernst gemeint sein“ – und diese Haltung sollte man in Zukunft auch beibehalten, wenn es um politische Beschlüsse geht. „Ernst“ meint es Politik ja nur noch selten. Politik muss Freude bringen, Spaß machen und die Leute zum Lachen bringen, das ist ihre Aufgabe. So hört man.

Zumindest in Flensburg sollte man dringen darüber nachdenken, für Ratssitzungen in Zukunft Eintritt zu nehmen, denn was dort geboten wird, muss den Vergleich mit der „Lach- und Schieß“ in München oder „Distel“ in Berlin nicht scheuen. Alles nur Spaß dort.

Ratssitzungen als Gelegenheit der satirischen Talentshow also? Man setzt offizielle Tagesordnungspunkte, beschäftigt einen Verwaltungsapparat damit und erklärt das ganze am Ende zu einem politischen Jux. Warum machen wir das eigentlich nicht öfter? „Spaß in die Politik“ sei das Motto – nicht nur in der Spaßpartei! Politik ist in Zukunft nicht mehr nur Stichwortgeber für Kabarett, sondern der passende Ort dafür. Man überzieht sich dort gegenseitig mit lustigen Anträgen und schaut mal, was die Bevölkerung daraus macht. Diätenerhöhung? Spaß! Genderitis in der Alltagssprache? Urkomisch! Baumaßnahmen in der Innenstadt? Wer’s glaubt…! Das dumme Volk nimmt politische Entscheidungen doch sowieso nicht mehr ernst, da kann man auch lustig weiter blödeln.

Wenn wir schon soweit sind, sollten wir demnächst mit Tröten und Kamelle auf die Zuschauertribüne des Bundestages gehen, um die Tagesordnungspunkte entsprechend zu würdigen – ist doch alles nur Spaß. Zumindest, wenn man es im Nachhinein so sehen will. Übrigens funktionierte dieser „Scherz“ nur deshalb so gut, weil Linke Fraktionen landauf landab für ihre Genderschlachten bekannt sind.

Aber in Wirklichkeit ist es doch so: weder die Ratsversammlung von Flensburg noch der Bundestag sind passende Orte dafür, den politischen Gegner auf Kosten des Steuerzahlers auf die Schippe zu nehmen und auch nicht für „April, April“-Scherze!

Ist das also Satire oder kann das weg? Die Linke in Flensburg empfiehlt den anderen Fraktionen übrigens, Ihren Büromittel-Genderantrag zurück zu weisen. Eine Empfehlung, die man bei solch politischem Dilettantismus generalisieren sollte.

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Gebt mir meine Sprache zurück!

6-format2403Es ist Zeit für ein Geständnis, eine Liebeserklärung sogar. Jetzt habt ihr mich so weit, ich gebe alles zu: Ja, ich liebe die deutsche Sprache! Ich benutze sie, so oft ich kann. Ich formuliere, fabuliere und vergleiche für mein Leben gern. Das geht manchmal soweit, dass meine Satzpyramiden unter der Last, die ich ihnen aufbürde, zusammenbrechen. Es stimmt nämlich leider auch, dass ich dieser meiner Liebe hin und wieder schlimmes antue, wenn ich Fehler mache, die Groß/Klein-Schreibung durcheinanderbringe oder grammatikalische Regeln gröblich missachte. Zu meiner Verteidigung kann ich nur anführen, dass ich dies nie absichtlich tue – was mir beim Deutsch-Diktat in der Schule leider nie mildernd angerechnet wurde.

Ob Dialekt, Fachsprache oder „Isch macht’sch bladd, ey“ – Deutsch wird mit allem fertig. Deutsch bedient sich sogar skrupellos am Wortschatz anderer Sprachen, wenn sich dort praktische Begriffe finden. Unsere Sprache war anpassungsfähig und lebendig – bis eines Tages die Glaubenskrieger der Genderitis ein wehrloses Opfer in ihr fanden!

Es ist schon eine Weile her, dass es genügte, am Ende eines Textes zu vermerken, dass aus stilistischen Gründen und zur besseren Lesbarkeit auf eine vollständige, genderkorrekte Ansprache verzichtet wurde, und der Leser (oder die Leserin) sich das passende bitte dazu denken möge. Es war wohl stets eine zu starke Zumutung für die Leser, immer bis zu der erklärenden Stelle vordringen zu müssen, deshalb kam dann (m/w) in Mode, dann das Binnen-I, später Schreibweisen mit Unterstrichen und so weiter und so fort. Der Kampf ist ein leichter und er findet unter dem wehenden Banner des Feminismus und der Gleichberechtigung statt, unter dem wahrlich schon gute und wichtige Kämpfe ausgefochten wurden. Das Schlachtfeld Sprache freilich leistet keine Gegenwehr, es ist nicht mit ernsthaftem Widerstand zu rechnen, man führt keine Revolution an. Man delektiert sich an Worten, denen man eine innewohnende Diskriminierung zurechnet, die sie nie hatten.

Wenn nun am 13.10.2016 die Ratsfraktion der Linken in Flensburg zur Ratsversammlung erscheint und ihre Beschlussvorlage zur „Gendergerechten Sprache“ einbringen wird, könnte der Anfang vom Ende der Diskriminierung von Büro-Gegenständen beschlossen werden. Wenn alles gut läuft, wird der Fortschritt des Genderismus über die verkomme alte Sprache von Goethe, Kant und Luther siegen und es wird endlich ScannerInnen, ComputerInnen, BleistiftanspitzerInnen, PapierkörbInnen, BriefköpfInnen und AbfalleimerInnen geben. Und nicht zu vergessen, die Lorio‘sche „Heinzelmann-Version“ des Staubsaugers, die StaubsaugerIn.

Bei der ersten deutschen Rechtschreibreform zu Beginn des 20. Jahrhunderts bestand der Kaiser lediglich darauf, das „h“ in Thron unangetastet zu lassen. Er konnte es nicht ertragen, dass sich jemand an diesem exklusiven Möbel zu schaffen machte. Die Linken sind da deutlich weniger zartfühlend, unter einer Revolution macht es die Linke in ihren Kämpfen nicht! Aber wen richtet man hin, gegen wen geht man auf die Barrikaden? Der Marktwirtschaft hat man nichts Wirksames entgegenzusetzen, Freilandversuche mit Sozialismus scheitern von Beginn an mit einer ungeheuren Bandbreite – es passt viel kunterbuntes Versagen zwischen Castro und Pol Pot. In der praktischen Regierungsarbeit und der Verwaltung ist die Linke denselben Zwängen und Realitäten unterworfen, wie andere Parteien auch. Im Grunde bleibt nur die Sprache als Kampffeld, also lässt man seine Gestaltungsswut an ihr aus.
Aber nicht mit mir! Ich verweigere mich nach wie vor dem Genderwahnsinn und einer übertriebenen Geschlechterdebatte, die besonders Linke und Grüne zum Popanz aufgeblasen haben. Ich nehme meinen Bleistift, spitze ihn mit meinem Bleistiftanspitzer, schreibe auf ein Blatt Papier „Sprachvergenderung – nein danke“. Knülle es zusammen und werde es in meinen Papierkorb. Die Anspitz-Sauerei beseitige ich mit meinem Staubsauger. Fahrt zur Hölle mit Eurem Versuch, meine geliebte deutsche Sprache an Euch zu reißen! Nehmt gefälligst Eure gierigen Finger dort weg!

PS: „Kann das sein“, werden Sie sich vielleicht fragen. Ist der Antrag der Linken in Flensburg vielleicht ein Aprilscherz? Wohl kaum! Es befinden sich auf der Webseite noch andere, ähnlich tolle PDF-Dateien. Diese hat der Urheber übrigens alle per Kennwort geschützt – wohl um zu verhindern, dass irgendein Spaßvogel verrückte Dinge hineinzaubert. Tja, zu spät. Für sowas sorgen die Linken schon selbst.

Falls es Probleme mit dem Link geben sollte, habe ich die Datei revolutionssicher auf meinem Server aufbewahrt. Nur für den Fall dass mal in 20 Jahren jemand nicht glauben mag, zu welchem Schwachsinn die Linke im Jahr 2016 fähig war.

Update 26.9.2016: Die Erklärung des Flensburger Humors finden Sie hier.

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Ist Europa noch zu retten oder Afrika schon verloren?

Foto: dpa/Michael Gottschalk/Photothek
v.l.n.r.: Afrika, Entwicklungsminister Dr. Gerd Müller Foto: dpa/Michael Gottschalk/Photothek

Wann genau ging eigentlich Afrika verloren? Und wem könnte man die Schuld dafür in die Schuhe schieben?

Nach „Hart aber fair“ vom 19.9.2016 steht für die Mehrheit der Talkrunde jedenfalls fest: Der Norden hat Schuld, also Europa, also auch Deutschland. Und Ungarn natürlich. Wegen des Zauns und weil auch die Ungarn Smartphones nutzen, in denen Coltan steckt. Böses Coltan! Würde man es nicht für Handys brauchen, läge es heute noch brav und ungefährlich als Dreck irgendwo im Kongo rum. Böse High-Tech-Industrie, pfui Apple und Samsung!

Außerdem Schuld ist jeder Schokoladenesser und Afri-Cola-Trinker. Fragen Sie nicht, es muss so sein. Ginge es nach Plasbergs Gast Elias Bierdel, gäbe es deshalb in Europa überhaupt keine Zäune und Grenzen mehr, das habe Afrika sich verdient. Schließlich sei das früher auch so gewesen, der Zaun, der die spanische Enklave Ceuta von Afrika trennt, war bis 1992 nur 1,2m hoch. Nun misst er 8 Meter und hinderte die Afrikaner dennoch nicht daran, nach Europa zu gelangen – sie kommen wegen des Zauns aber angeblich schwerer wieder zurück. Kein Scherz! Zäune und Grenzen halten die Menschen nicht auf, weiss Bierdel und damit hat er natürlich recht. Aber ich wette, er schließt seine Wohnung dennoch ab, wenn er morgens zur Arbeit geht – und das obwohl man schon von Leuten gehört hat, die durch verschlossene Türen nicht an Einbrüchen gehindert werden können. Man hat schon von Grenzen gehört, die aus ähnlichen Gründen existieren. Und aus anderen, rein praktischen Beweggründen auch.

Dabei ist die Lage in Afrika wirklich ernst, wer wollte das bestreiten. Es kann gut sein, dass die Flut der Flüchtlinge aus dem arabischen Raum ein dünnes Rinnsal war, verglichen mit den Menschenmassen, die jenseits des Mittelmeers auf ihren Traum vom Glück im Norden warten. Leise tuschelt man schon hier und dort, dass die Diktatoren von Libyen und Tunesien doch eigentlich ganz nützliche Arbeit geleistet hatten, hielten sie uns doch meist die Terroristen und die Flüchtlinge vom Leib – es sei denn, sie schickten selber welche los. Von beiden Sorten. Was mich an beinahe sämtlichen Gästen auf Plasbergs „Afrika-Gipfel“ störte, war jedoch die Art, wie sich alle in moralischer Entrüstung zu übertreffen suchten. Norbert Röttgen gab den „Schluss-mit-Reden-jetzt-wird-gehandelt-Politiker“, den der Moderator kaum vom Ärmel hochkrempeln abhalten konnte. Elias Bierdel, der zugegebenermaßen auch einige wirklich gute Beiträge zum Diskurs leistete, gab ansonsten den großherzigen NGO’ler, der selbstverständlich einen Flüchtling bei sich zuhause aufnehmen würde. Ob in seinem Gästezimmer oder in einer schicken Ferienimmobilie im Tessin wie der Bundestagsabgeordnete Dehm, bleibt offen. Und offen ist das Stichwort. Leider kam nämlich niemand auf die Idee, das ganze Szenario offener Grenzen einmal mit nachvollziehbaren Zahlen und Fakten durchzurechnen. Also müssen wir das jetzt machen. Rechnen wir!

Grenzen auf, das Spiel beginnt!

Deutschland hat seit 2015 eine ungefähre Vorstellung davon, wie sich eine Million Flüchtlinge pro Jahr anfühlt, arbeiten wir also mit dieser Zahl. Natürlich springt unserem Plan „Afrikarettung – Europa löst Probleme“ sofort die ungeteilte Europäische Solidarität zur Seite – es ist ja ein Spiel, wie man es sich sicherlich auch in Paris, Rom, Warschau und Brüssel ausdenken würde. Jedes Mitgliedsland der EU nimmt pro Jahr ebenfalls 1/82-stel seiner Bevölkerungszahl an Flüchtlingen aus Afrika auf, wir achten streng auf Verteilungsgerechtigkeit! Die Briten sind ja raus aus dem Spiel, aber der Rest der EU zusammengenommen nimmt in unserem kleinen Rechenexempel insgesamt 5,5 Millionen Afrikaner auf, gibt ihnen Wohnraum, Sprachkurse, medizinische Versorgung und gute Jobs. Jährlich natürlich. Die Frage ist, wie lange das so funktionieren würde. Da in Afrika aktuell allein 19 Millionen Menschen auf der Flucht sind und auf dem Kontinent pro Jahr ein Bevölkerungswachstum von 30 Millionen zu verzeichnen ist (Tendenz steigend), gehen uns sicher so schnell die Flüchtlinge nicht aus. Anders könnte das mit unseren eigenen Ressourcen aussehen, aber ich unterstelle einfach mal, dass wir das schon schaffen werden – einige besonders schlaue Politiker und Entwicklungshilfeexperten tun das ja auch. Es ist ja ein Spiel und da kann man schon mal große Räder drehen.

Irgendetwas gefällt mir aber an der Rechnung noch nicht. Genau, die gefährliche Reise der Flüchtlinge! Herr Bierdel versuchte in der Sendung den ungarischen Botschafter zu beschämen, indem er vom Beispiel eines kleinen, ehemals ungarischen Dorfes im Burgenland berichtete, dessen Einwohner Anfang des letzten Jahrhunderts nach Chicago auswanderten und den zurückgebliebenen Dorfbewohnern Geld schickten. Diese bedankten sich mit der Errichtung eines Denkmals. Rührend! Das Beispiel sollte dem Botschafter sicher vor Augen führen, wie viel weiter unser Humanismus heute entwickelt sein sollte – außer in Ungarn versteht sich. Bierdel vergaß zu erwähnen, dass die Chicagoer Bürger sich keinen Deut dafür interessierten, wie ihre zukünftigen ungarischen Mit-Amerikaner über den großen Teich kamen und ein herzliches Willkommen in der neuen Heimat gab’s auch nicht. Das können wir heute natürlich besser! Alles andere wäre ja auch inhuman. Vergesst den gefährlichen Weg über’s Mittelmeer, liebe Afrikaner. Nehmt nicht den langen Weg durch die Wüste! Wir holen euch ab, was haltet ihr davon? Das sind wir euch schuldig wegen dem Kolonialismus, dem Öl, dem Sklavenhandel und dem Coltan. So könnt ihr auch das Geld für Schlepper sparen und statt nur des ältesten Sohnes kann gleich die ganze Familie nach Castrop-Rauxel ziehen! Das ist gelebter Humanismus und Wiedergutmachungskultur! Das ist die moralische Überlegenheit des Westens, den ihr wegen der schicken Klamotten, dem guten Essen und den dicken Autos ja so viel mehr liebt und zu schätzen wisst, als wir notorisch schuldbeladenen Europäer, deren erratische Politik seit Jahrhunderten alles falsch macht.

Die Rechnung ist immer noch nicht rund, wir haben nämlich ein kleines Problem…wir werden Menschen zurückweisen müssen! So eine Quote von 5,5 Millionen EU-Neubürgern pro Jahr wird wahrscheinlich in zwei bis drei Monaten erschöpft sein. Was machen wir dann? Wen wählen wir aus, wen weisen wir ab? Nehmen wir die starken, arbeitsfähigen, weil in Europa die gut bezahlten Jobs in der IT-Branche warten oder doch lieber die kranken und schwachen, für die wir Plätze in unseren unterbelegten Kliniken und Pflegeheimen bereitgestellt haben? Ersteres verbietet uns ein Blick in den Spiegel (den an der Wand). Nur die „jungen und starken…?“ – das stinkt doch gewaltig nach Sklavenhandel und Neunzehnhundertschwarzweiss. Nur die Kranken geht auch nicht, denn schließlich lechzen unsere darbenden Sozialsysteme bereits nach kräftigen 40-Jahre-Beitragzahlern, die unsere Rente finanzieren. Würfeln wäre eine Möglichkeit. Oder Schnick, Schnack, Schnuck. Oder wir überlassen die Auswahl den örtlichen Behörden…nee, geht auch nicht. Die Leute fliehen vor Perspektivlosigkeit, Misswirtschaft, Korruption und Gewalt. Alles Dinge, die von den unfähigen Regierungen vor Ort zumindest mit verursacht wurden. Wir werden deutsche Beamte nach Afrika schicken müssen und von Bundeswehrsoldaten bewachen lassen, Camps errichten, Flughäfen betreiben, Städte gründen, Straßen bauen…Moment mal. Irgendwie alles Dinge, die wir Deutschen, die Franzosen, Briten und Portugiesen vor gar nicht allzu langer Zeit auch schon in Afrika gemacht haben. Heute natürlich ohne Gewalt und Rassismus und ganz ohne koloniale Absichten! Natürlich wollen wir heute nur das Beste für die Menschen dort. Wir wollen, dass es ihnen besser geht. Wollen, dass sie endlich die Segnungen der europäischen Zivilisation erfahren können…Moment. Schon wieder ein Flashback mit Tropenhelm! Irgendetwas stimmt in der Rechnung immer noch nicht, es ist zum verzweifeln! Es stellt sich auch die Frage, was früher eintreten würde: Frieden in Afrika oder Krieg und Anarchie in Europa. Würde es die Probleme Afrikas lösen, wenn wir dem Kontinent jährlich über fünf Millionen Menschen „abnähmen“, mit denen man in der Heimat nichts anzufangen weiss, oder würde dieser Transfer für viele Afrikaner nicht eher als die Lösung des Problems an sich erscheinen? Rechnen wir also lieber ein anderes Modell durch, versuchen wir es mal mit der guten alten Entwicklungshilfe.

Minister Müller bekämpft die Fluchtursachen

Haben Sie ich auch schon mal gefragt, was ein Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung so macht? Und dessen Minister, Dr. Gerd Müller? Man darf ja skeptisch sein, nachdem dessen Amtsvorgänger Niebel nach seinem Weggang mühelos einen Posten in der artverwandten Rüstungsindustrie fand – mühelos im moralischen Sinn, versteht sich! Herr Müller jedenfalls bekämpft Fluchtursachen, indem er auf dem Zukunftskongress in München „Innovative Lösungen für die globalen Herausforderungen unserer Zeit“ einfordert. Immer wenn die Floskeldichte den Wert 2 LpS (Leeraussagen pro Satz) überschreitet, rebelliert mein Verstand, weil er sich verarscht fühlt. Es ist wie beim Verzehr von Süßstoff. Man schmeckt etwas Schönes, das bei genauerer Verdauung jedoch leider keine einzige verwertbare Kalorie hergibt. Müller wörtlich: „Die Flüchtlingskrise wird uns noch auf Jahrzehnte beschäftigen. Deshalb ist es wichtig, dass wir jetzt endlich zu der Einsicht gelangen: Nur mit Investitionen in Bildung, erneuerbare Energien und in ein nachhaltiges Wirtschaften werden wir die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts lösen – mit einem ganz neuen Ansatz von globaler Entwicklungspolitik.“ – Dieser Satz erreicht schon mühelos 3,78 LpS! Es sind nur deshalb nicht 4 LpS, weil sich ein Körnchen Wahrheit in die Aussage geschlichen hat, wenn dies auch sicher nicht beabsichtigt war. Das mit der Beschäftigung stimmt nämlich! Auch weiterhin werden viele Menschen Beschäftigung finden, indem sie sich mit Entwicklungshilfe befassen. Interessanterweise befassen sich bei der Bundesregierung und in der EU aber noch viel mehr Menschen damit, der Entwicklungshilfe ausreichend Elend bereitzustellen. Durch Freihandelsabkommen mit Afrika und Agrarsubventionen in Europa. Wäre man ehrlich, müsste man sich angesichts der Bevölkerungsentwicklung z. B. in Afrika, der wirtschaftlichen Entwicklung und den Flüchtlingszahlen dort eingestehen, dass wir gerade das gesamte Konzept der Entwicklungshilfe beim Abnippeln beobachten können – und das bereits seit fünfzig Jahren.

Fünfzig Jahre Entwicklungshilfe haben es nicht vermocht, die Zustände in Afrika auch nur einen Hauch zu verbessern. Man drehte aber gern an den bevorzugten Stellschräubchen und bekämpfte zum Beispiel erfolgreich die Säuglingssterblichkeit, verlor dabei jedoch die Geburtenrate aus dem Blick und setzte dadurch unfreiwillig eine Bevölkerungsexplosion in Gang. Tolle Hilfe! Diese „Hilfe“ war stets nichts anderes als ein moralischer Ablasshandel, bei dem wir stolz verkünden, bald 0,7% des BIP in die Entwicklungshilfe zu stecken, während die EU deutlich größere Summen für Marktprotektionismus und Abschottung ausgibt. Damit Sie mich hier richtig verstehen: Ich finde nicht, dass die 0,7% zu gering sind, im Gegenteil! Die Zahl ist um exakt 0,7% zu hoch! Fünfzig Jahre lang reiten wir dieses tote Pferd, kommen nicht vom Fleck und glauben immer noch, mehr Futter würde das tote Tier irgendwann mal ans fliegen bringen. Es wäre sehr viel ehrlicher, endlich abzusteigen.

Dabei fing alles so gut an! Immer wenn in Afrika eine Naturkatastrophe biblischen Ausmaßes zuschlug, waren unsere Retter im Einsatz – und daran ist nichts auszusetzen! Im Gegenteil. Meine allergrößte Hochachtung gilt diesen Hilfskräften und der Hilfsbereitschaft des reichen Nordens in solchen Notlagen. Aber dann kommen die Entwicklungshelfer und die haben eine andere Agenda. Sie bauen Straßen, bohren Brunnen, impfen Kinder und versorgen ganze Dörfer. Macht man das 50 Jahre lang, schafft es fatale Abhängigkeiten und Finanzkreisläufe, fördert Ungleichheiten und Korruption und lähmt jede selbstständige Entwicklung. Die internationale Entwicklungshilfe tut aus altruistischen Motiven fast genau dasselbe, was die Kolonialisten vor hundert Jahren aus Arroganz und Egoismus taten: Afrika ohne dessen zutun denselben Transformationen und damit auch Deformationen zu unterwerfen, die Europa und Nordamerika durchgemacht haben. Chancen? Von wegen! Die massiven Agrarsubventionen Europas und Amerikas verhindern, dass sich Afrika zunächst mithilfe eigener Expertise und Fertigkeiten aus der Scheiße zieht – durch selbstbestimmte, subsidiare Agrarwirtschaft und fairen Marktzugang. Stattdessen versucht man mit phantastisch klingen Projekten, Afrika gleich ins 24. Jahrhundert der Erneuerbaren Energie zu katapultieren. So geschehen in einem indischen Projekt des „Barefoot College“, in welchem afrikanische Frauen in einem Crashkurs zu „Solaringenieuren“ ausgebildet werden. An die sich daraus ergebenen Folgen hatte man schlicht nicht gedacht.

Wann genau ging Afrika verloren?

Wenn deutsche Politiker und Talkshowgäste vollmundig ankündigen, die Fluchtursachen bekämpfen zu wollen, folgt seltsamerweise nie ein konkreter Vorschlag, wie genau dieser Kampf aussehen solle. Kampf an sich ist schon mal der falsche Begriff – das riecht verdächtig nach Bundeswehr und Marschbefehl, das ist natürlich nie gemeint. Folgt man der Argumentation einiger Fähnchenschwenker, ist zunächst mal der Kolonialismus an allem schuld! Im Nahen Osten zog er Grenzen, wo es vorher keine gab und Afrika brachten die europäischen Kolonialmächte nichts als Not und Elend. Aber man ist nicht wirklich konsequent, denn anstelle eines „Rollback“ in die vermeintlich paradiesische Zeit des Präkolonialismus versucht die Entwicklungshilfe die Staaten Afrikas mit den Errungenschaften des 21. Jahrhunderts zu beglücken.

Die Solaranlage ist die Glasperle des 21. Jahrhunderts

Es gibt heute kein Projekt der Entwicklungshilfe in Afrika, das nicht sämtliche Prüfsiegel der Nabelschau für Nachhaltigkeit, Energieeffizienz und ökologische Unbedenklichkeit trüge. Die Ergebnisse sind leider noch weniger als bescheiden, denn die Entwicklungshelfer von heute begehen prinzipiell dieselben Fehler wie die Kolonialherren vergangener Jahrhunderte. Nicht physisch, aber intellektuell! Wer Fluchtursachen in Afrika bekämpfen will, müsste dazu nicht das Mittelmeer überqueren, sondern zunächst einmal nach Brüssel gehen. Dort sitzt nämlich einer der mächtigsten Verursacher und Profiteure der Misere in Afrika. Dieselbe EU, deren Bürger heute Angst davor haben, bei den Freihandelsabkommen mit Kanada und den USA über den virtuellen Tisch gezogen zu werden, hat mithilfe gigantischer Agrarsubventionen eine unüberwindbar hohe Mauer um die europäischen Märkte gezogen. Andere praktische Sperr-Rigel funktionieren leider nicht mehr so zuverlässig, wie sie dies Jahrzehntelang taten. Die Despoten Nordafrikas waren aufgrund reicher Ölvorkommen lange in der Lage, Europa nach Süden hin abzusichern und uns Europäern gleichzeitig einige schöne Badestrände zu bieten. Wie praktisch. Eine Win-Win-MirDochEgal-Situation.

Es kann sein, dass es längst zu spät ist, die Fluchtursachen in Afrika zu bekämpfen. Gut möglich, dass wir das bereits vor 30 oder 40 Jahren hätten tun müssen – was aus heutiger Sicht natürlich fatal ist, doch wir waren damals so sehr mit dem kalten Krieg und Kapitalismuskritik beschäftigt, wer dachte da schon an Afrika. Egal was wir auch tun, es wird nicht reichen. Wir können nicht jeden in Europa aufnehmen und ich bin es leid, jedem Trottel, der in Mathe Klasse 2 lieber Käsekästchen malte, zu erklären, dass selbst unser vermeintlicher Reichtum dies nicht schaffen könnte – auch nicht mit einer fetten Millionärs-Steuer, wie die Linke sie fordert. Vielleicht wäre es an der Zeit, drastische Maßnahmen gegen die failed States Afrikas zu ergreifen, indem man Bono in seinem Bemühen stoppt, ausgerechnet den afrikanischen Staaten die Schulden zu erlassen, die sich durch besondere Misswirtschaft und Korruption auszeichnen und damit ausgerechnet die wenigen Staaten bestraft, die es trotz schwierigster Umstände und trotz kolonialer Vergangenheit und kaum überwundener Bürgerkriege schaffen, eine langsame aber stetige Entwicklung zu generieren. Vielleicht ist es endlich an der Zeit, dass Europa sein Modell der Agrarsubventionierung schrittweise aufgibt und so echte Chancen für afrikanische Erzeuger zulässt. Vielleicht ist es an der Zeit, Jahrzehnte nach dem Ende der Kolonialreiche, europäische Investoren besonders im Agrarbereich in die fruchtbaren Länder Afrikas zu locken und dort für ihre Sicherheit und Prosperität ihrer Farmen zu sorgen. Denn vielleicht war es keine gute Idee, zum Beispiel in Simbabwe ausgerechnet den gegenteiligen Weg zu gehen, indem man dort einen widerlichen und ruinösen Rassismus gegen weiße Farmer entfesselte. Vielleicht ist es an der Zeit, dass die Medien der afrikanischen Länder endlich massenhaft Europa-Korrespondenten in den Norden schicken, um zu berichten, mit welchen Problemen wir uns hier herumschlagen, wenn wir nicht gerade schick Essen und Shoppen gehen und mit unseren fetten SUV’s zwischen Kitzbühl und Kö‘ pendeln. Vielleicht ist es an der Zeit, Afrika nicht mehr wie ein Kind zu behandeln und endlich seine Eliten selbst für ihr Versagen zur Verantwortung zu ziehen, ohne sich immer noch ängstlich hinter dem Kolonialismus vergangener Jahrhunderte zu verstecken und diese sicher grausame Zeit für jedes Elend des schwarzen Kontinents verantwortlich zu machen.

Vielleicht ist dann auch Europa noch zu retten, denn Europa ist es leider völlig unmöglich, Afrika zu retten.

Addenum: Wie man Nothilfe von Entwicklungshilfe unterscheidet
Sie erwarten Gäste und wollen einen Kuchen backen. Es ist Sonntag, Sie stehen in der Küche und stellen entsetzt fest, dass Sie vergessen haben, Eier zu kaufen. Also gehen Sie zum Nachbarn, erklären ihm die Lage und der geht zu seinem Kühlschrank. Er holt eine Packung Eier heraus und gibt ihnen mit den Worten „Gern geschehen“ lächelnd drei davon. Das ist Nothilfe.

Es ist Montagmorgen, Sie wollen frühstücken und haben immer noch keine Eier im Haus. Sie könnten jetzt einkaufen gehen oder einfach auf die Frühstückseier verzichten. Aber Sie haben ja auch einen netten Nachbarn…Sie klingeln bei ihm. Er wundert sich, dass Sie schon wieder nach Eiern fragen und fragt Sie, warum Sie nicht einkaufen gehen können – die Geschäfte seien jetzt geöffnet. Wenn Sie jetzt empört antworten, dass Einkaufen völlig unnötig sei, weil der Nachbar ja immerhin noch sieben Eier habe, haben Sie den Bento-Test „Wie Afrika bin ich“ bestanden! Das ist Entwicklungshilfe.

 

Nachtrag

Für gewöhnlich kommentiere ich meine Texte nicht, weil ich glaube, alles in ihnen gesagt zu haben, was ich für wichtig halte. Zu diesem Text gab es aber einen Aspekt, den ich komplett übersehen habe und der erst durch einen Kommentar unter dem Achgut-Artikel auf mein Radar geriet: Das Märchen von der mangelhaften Vorbereitung der Kolonien auf ihre Unabhängigkeit.

Denn es ist nichts anderes als ein Märchen. Ein Märchen vom wilden, schwarzen Mann, denn der gute Onkel aus Europa erst beibringen muss, wie sich Freiheit anfühlt und was man damit so alles anfangen kann. Vorbereiten auf die Freiheit? Hat man jemals Ludwig XVI. von Frankreich vorgeworfen, er hätte sein Volk nicht angemessen auf die Revolution vorbereitet? Verachten wir Hitler dafür, dass er nicht den Grundstein zur Demokratie in Deutschland gelegt hat? Nein! Aber afrikanische Völker hätten vorbereitet werden müssen – oder können? Wie sieht solch eine Vorbereitung aus, wenn ein Bürgerkrieg wie in Algerien oder ein Guerilla-Krieg wie in Angola oder Moçambique oder Massenproteste wie in Indien die Kolonialherren sehr unsanft aus dem Land jagen? Vorbereiten worauf? Dass morgen die Sonne aufgeht? Alles Märchen, die dem schuldbeladenen Europäer einen weiteren Grund aufdrücken, sich in der historischen Verantwortung eines Erziehungsberechtigten Afrikas zu wähnen.

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