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Deine Meinung, dieses Arschloch!

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Wer die öffentlichen Aussagen evangelischer Geistlicher oder grüner Politiker beurteilen will – besonders, wenn sie sehr schrill klingen – der muss sich natürlich zunächst einige wichtige Fragen stellen. Zuerst: hat er oder sie das wirklich so gesagt? Dann: war es ein Versehen, gar nicht so gemeint, anders geplant oder ist vielleicht jemand auf der Maus ausgerutscht? Außerdem: steckt der russische Geheimdienst dahinter? Und zu guter Letzt natürlich: war die Aussage gegen Trump gerichtet? Was natürlich jederzeit jede Schrillheit rechtfertigen würde.

Ich lese die „Neue Presse“ und gehe die Liste in Hinblick auf einen Artikel über den „Christopher Street Day 2017“ in Hannover durch, und stelle zum Schluss erleichtert fest: Trump war weit weg, als Katrin Göring-Eckhardt mit kecker Stoffgirlande um die Hüfte auf die Bühne trat, und dort – angetan mit den sichtbaren Zeichen der Wählergruppensolidarität – mutig aussprach:

„Ohne Ehe für alle gehen die Grünen in keine einzige Koalition in der nächsten Legislaturperiode. Das verspreche ich euch.“

Der anschließende Jubel klang schon so, wie die Grünen es sich für 18:05 Uhr am Wahlabend der Bundestagswahl erträumen. Ehe für alle also. Für alle? Auch für jeden? Ich hoffe ja, die Grünen haben zumindest einen Plan, wie zu verhindern ist, dass Mustafa (60) die Ayshe (13) ehelicht. Aber lassen wir die Spitzfindigkeiten. Wie alle wissen – und der Anlass legt es nahe – geht es um die sogenannte „Homo-Ehe“. Das Wort ist aus der Mode, obwohl es eigentlich sehr genau das beschreibt, was gesetzlich geregelt werden soll. Nämlich, dass schwule und lesbische Paare heiraten dürfen. Mit allen rechtlichen Konsequenzen. Und ja, dafür bin ich auch! Kein Problem, wo soll ich unterschreiben?

Was mich jedoch stutzig macht, ist der Anbiederungsgleichschritt von Politik und Medien an die Zielgruppe. War der „Christopher Street Day“ einst ein Signal der Emanzipation einer ehemaligen gesellschaftlichen Randgruppe, wird er heute als Plattform für politische Statements der seltsamen Art benutzt, wenn etwa Angestellte der Stadtverwaltung Hannover mit regenbogenfarbenen Schirmchen hinter einem Transparent mit der Aufschrift „Gay for one Day“ herlaufen. In anderem Zusammenhang, der allerdings kaum weniger gaga ist, würde dies sicher als verwerflicher Akt „kultureller Aneignung“ gegeißelt werden.

In dieselbe Falle tappte schon im Januar der Chefredakteur der Welt-Gruppe, Ulf Poschardt, als er twitterte: „Wir müssen uns gegen Donald Trump wehren und besser, mutiger, fleißiger, innovativer, freier, offener, schwuler und multikultureller werden.“ Jede Minderheit „mitnehmen“, auch wenn es nur mit leeren Worten ist, die im Alltag keine Entsprechung finden. So gesehen müssen wir wohl auch brünetter, kurzsichtiger, schwatzhafter, tuberkulöser und islamischer werden, damit sich keiner ausgegrenzt fühlt. Doch Poschardt ist nicht schwul und auch die Stadtverwaltung Hannover ist es „in echt“ nicht mal für einen Tag. Und das ist weder gut noch schlecht so!

Divide et impera

Die schönsten politischen Büttenreden lassen sich dort halten, wo das Publikum über eine einheitliche Eigenfrequenz verfügt, über die man es perfekt in Schwingung und Stimmung versetzen kann. Deshalb spricht man vor Bauern über Agrarsubventionen, vor jungen Müttern über Kindergartenplätze, vor Rentnern von Rentenerhöhung und vor Schwulen und Lesben eben über die „Ehe für alle“. Logisch, oder? Na ja, eigentlich nicht, weil ja auch alleinerziehende Lesben Probleme haben, einen Kindergartenplatz zu finden, auch ein schwuler Landwirt die Milchpreise beklagenswert finden wird und die Rentenlücke für einen bisexueller Geringverdiener genauso verheerend sein wird, wie für jeden anderen Geringverdiener auch. Mir kommt die Art der Ansprache, wie sie KGE in Hannover benutzte, extrem oberflächlich und verlogen vor, genau wie alle Migranten aus dem arabischen Raum von der Politik vor allem unter dem Aspekt „Muslime“ angesprochen werden. So als wäre das alles, was sie sein sollen und somit auch alles, was wir ihnen zwecks Integration zu ermöglichen haben.

Und dann wird es auch noch suggestiv, wenn Argumente „für“ mit einem alternativlosen „gegen“ verknüpft werden und man die hübsch selektierte Zielgruppe in toto auf den politischen Gegner hetzen kann. Frau Göring-Eckardt konnte denn auch der Versuchung nicht widerstehen, ihrem Publikum ihr Unverständnis darüber auszudrücken, dass es immer noch „so viele Konservative“ gibt:

„Diese Leute sind nicht homophob, das sind einfach Arschlöcher“, waren ihre Worte, mit denen sie auch jene Konservativen Schwulen und Lesben beleidigte, die gegen die „Ehe für alle“ sind. Die gibts nämlich auch.

Nun, es gibt sehr viel zwischen Rhein und Spree, was man zu KGE’s Unverständnis rechnen darf. Dazu gehört mit Sicherheit die Frage, „wie diese Konservativen so ticken“. Einer dieser „Ticks“ ist zum Beispiel, dass viele Konservative so ihre Probleme mit der „Ehe für alle“ haben, aus deren Sicht oft sogar gewichtige Gründe dagegen vorbringen. Man muss diese Gründe nicht teilen. Man muss diese Menschen auch nicht überzeugen oder „ändern“. Man muss auch nicht „Gay for one Day“ sein oder „schwuler werden“. Man muss das Konservative aber als Haltung tolerieren, beschimpfen muss man die Leute deshalb jedenfalls nicht. Und wenn es eines Tages ein Gesetz geben sollte, das die „Ehe für so gut wie alle und jeden“ regelt, müssten diese Konservativen es respektieren. Selbst dann, wenn diese „Arschlöcher“ es immer noch ablehnen sollten.

PS: Liebe „Neue Presse“, ich weiß, keiner hat mehr Zeit heutzutage. Schon gar nicht für Qualitätsjournalismus und sprachliche Volten auf Tucholsky-Niveau. Aber „Legislaturperide“, „nöchsten“ und „versporechen“ sind drei Fehler in nur einem Satz. Das ist selbst mir, der ich Tippfehler am laufenden Band produziere, zu viel. Soviel Lektorat muss sein!

Der Anfang vom Ende der Klimareligion und der EU?

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Juni 2016, Brexit-Day. Fassungslosigkeit herrscht in ganz Europa. Wie konnte das nur passieren? War nicht allüberall klar und in Stein gemeißelt, dass EU gleichbedeutend mit Zukunft ist und dass man schon ziemlich dumm sein müsse, wenn man auf die Segnungen eines von Brüssel gelenkten Zentralstaates verzichten würde? Und nun das!

Juni 2017, Klima-Exit-Day: Fassungslosigkeit herrscht in der ganzen Welt. Wie konnte das nur passieren? War nicht allüberall klar und in Stein gemeißelt, dass Klimarettung gleichbedeutend mit Zukunft ist und dass man schon ziemlich dumm sein müsse, wenn man auf die Segnungen eines vom IPCC gelenkten Zentralstaates verzichten würde? Und nun das!

Man muss schon mit der Lupe suchen, wenn man Unterschiede in den Reaktionen vom letzten und diesem Jahr finden möchte. Das liegt vor allem daran, dass sich sowohl die Mehrheit der Briten, als auch der Trump-Administration in den Augen der Welt- und Europaretter des gleichen Verbrechens schuldig gemacht hat – der Apostasie. Beide, die EU wie die Klimarettung haben nämlich die entscheidenden Merkmale einer Religion – und Religionen, besonders wenn sie glauben, über die absolute Wahrheit zu verfügen, mögen es gar nicht, wenn man sie ablehnt und verlässt. Sowohl die EU als auch die Klimarettung haben mittlerweile sogar mehr mit Religion als mit rational handelnden internationalen Projekten zu tun. Beide verfügen über eine Priesterkaste aus ausgewählten Insidern, beide glauben, den Weg zum Paradies zu kennen. Beide halten ihre Heilslehre für evident und unangreifbar, beide haben aus dem Wechselspiel aus Schuld und Sühne ein funktionierendes Geschäft gebaut, beide fordern bedingungsloses „Bekenntnis“ zu ihren Zielen und Doktrinen, beide haben ein Problem mit Kritik, besonders, wenn diese wissenschaftlich begründet ist.

Wie sehr sich die Reaktionen gleichen!

Während man in Brüssel weiterhin so tut, als würde mit Großbritannien ein EU-Mitglied mit der Bedeutung von Jütland austreten, erklärt man auf Seiten der Klimahelden die USA schon mal kurzerhand für irrelevant: Kanzlerin Merkel machte deutlich, dass die Briten nicht hoffen sollten, „Rosinenpickerei“ betreiben zu können, obwohl ihr durch den Verlust der merkantil gepolten Briten die Sperrminorität von 35% der EU-Bevölkerung verloren geht, mit der bisher auch Deutschland Beschlüsse verhindern konnte, die wirtschaftlich gesehen Selbstmord für die heimische Industrie sein könnten. Es wäre somit im Interesse Deutschlands gewesen, hier bei den Verhandlungen auf der Seite der Briten zu stehen, anstatt kleinlich Worthülsen abzufeuern, die verpuffen müssen. Nur zur Erinnerung: Deutschland exportiert mehr nach Großbritannien, als es von dort importiert. Wessen Rosinen also auf dem Spiel stehen, sollte klar sein.

Und auch die Klimaretter zeigen, dass es ihnen längst nicht mehr um Fakten, Ergebnisse oder zu minimierenden Schaden geht. Hermann Ott vom Wuppertaler Institut für Klima, Umwelt und Energie schreibt dazu auf klimaratter.info: „Wir sollten jetzt so handeln, als ob es die USA gar nicht gäbe.“ Die Regierungschefs von Frankreich, Italien und Deutschland machen zudem deutlich, was sie in Sachen Klimarettung von „Rosinenpickerei“ halten, indem sie weitere Verhandlungen zum Pari-Abkommen ablehnen.

Das ist eine tolle Idee angesichts der Tatsache, dass CO2 das Spurengas des Teufels sein soll und die USA für fast 18% der weltweiten CO2-Emmission verantwortlich sind. Jenes Spurengas, das ja angeblich als Hauptursache für Klimaprozesse ausgemacht wurde. So tun, als ob es die USA gar nicht gäbe? Aber klar doch! Man kann Klimarettungskonferenzen, Symposien und Kongresse auch dann veranstalten, wenn die Amerikaner nicht dabei sind. Es kommt sogar noch besser! Endlich ist jemand gefunden, der die wichtige Rolle des Beelzebub spielen kann, die in einer funktionierenden Religion unbedingt besetzt werden muss! Denn wenn die Klimarettung scheitert, wenn es statt 2°C in 100 Jahren zu 2.1°C Erderwärmung gekommen sein sollte, wird der Schuldige schnell gefunden sein: Trump! Sollte es sich das Klima anders überlegen und sich um 1°C abkühlen, wäre klar, wer den Ruhm dafür einstreichen würde: die Klimaretter! Es könnte aber auch gut sein, dass die Apologeten der Klimapanik am Ende durch all ihre Maßnahmen und Menetekel nicht mehr Auswirkungen auf den Lauf des Erdklimas hatten, als die Gebete und Rituale der altägyptischen Priester des Amun-Re auf die Tatsache, dass morgens die Sonne über dem Nil aufging. Doch das angenehme ist ja gerade, dass es egal ist, in welche Richtig sich das Weltklima entwickelt – die Klimaretter werden darin die Bestätigung für ihr Treiben erblicken und deshalb weiter von Klimakonferenz zu Folgekonferenz jetten, um mit hohem CO2-Ausstoß dafür zu sorgen, dass die Sonne täglich gut von Ost nach West kommt.

Und falls Sie jetzt denken, der Autor sei einer dieser „Klimaleugner“, liegen sie leider falsch. Schwankungen im Klima, auch große, gab es immer. Es ist Schwachsinn zu glauben, das Klima sei eine sichere Konstante oder ließe sich gar „leugnen“. Die Durchschnittstemperatur lag nach der letzten Eiszeit sogar höher als das, was die selbsternannten Retter der Welt in ihren schlimmsten Horrorszenarien für 2100 prognostizieren. Man könnte sich fragen, was unsere Altvorderen aus dem Holozän nur angestellt haben, dass es damals so warm war. Womöglich stellten sie ihre Motoren an den Ampeln nicht aus, aber das ist nur eine Vermutung. Zudem gehen den Propheten der Apokalypse immer mehr Theorien von der Fahne, mit denen sie den Klimawandel gern weiter befeuern. So stellte man erst neulich verblüfft fest, dass am Meeresboden austretendes Methan sogar für einen umgekehrten Treibhauseffekt sorgt, anstatt ihn zu beschleunigen, wie es für die Modelle der Klimaretter praktischerweise sein sollte.

Doch selbst, wenn wir taugliche Modelle für die tatsächliche Entwicklung des Klimas hätten (die haben wir nicht) ist mehr als zweifelhaft, dass wir genügend Hebel in den Händen halten, um die Entwicklung zu beeinflussen. Ein größerer Vulkanausbruch pro Jahr mehr und die CO2-Bilanz ganzer Dekaden von Klimakonferenzen sind für die Katz. „Aber die CO2-Konzentration in der Atmosphäre“, werden sie jetzt einwenden. „Ist die nicht so hoch wie nie?“ Nein, die war auch schon höher. Und ob es so etwas wie den „optimalen Wert“ gibt, muss doch sehr bezweifelt werden. Optimal für wen, müsste man dann fragen. Wer so etwas glaubt, geht von der Annahme aus, die Erde habe keine wichtigere Ausgabe, als zufällig genau die atmosphärische Zusammensetzung zu formen, die wir heute vorfinden und wir hätten nun die Aufgabe erhalten, sie konstant zu halten. Das halte ich genauso für Größenwahnsinn wie so zu tun, als sei auf der Erde immer genug von allem für alle da. Zudem werden die positiven Effekte einer höheren CO2-Konzentration gern verschwiegen. Denn die befeuert geradezu das Pflanzenwachstum, was angesichts der ebenfalls ungebremst steigenden menschlichen Population und den Problemen mit deren Ernährung doch ein Grund zum Jubeln sein sollte. Doch das Klima darf sich einfach nicht von selbst und noch dazu in eine positive Richtung verändern! Das würde doch bedeuten, dass die ganze Klimarettungsindustrie und das viele anstrengende Reisen von Konferenz zu Konferenz völlig nutzlos waren. Aber sicher doch, leider ist es genau so. Es hat ja auch noch nie eine Garantie dafür gegeben, dass menschliche Ideen prinzipiell richtig und erfolgreich sein müssen, nur weil sie mit großem Eifer verfolgt werden und möglichst viele unkritische Anhänger haben.

Und jetzt, werden Sie sich fragen? Sollen wir etwa wie die USA aus den Verträgen aussteigen und hemmungslos die Luft verpesten? Doch niemand außer den Klimarettern selbst behauptet, dass dies die Alternative sei. Natürlich sollen wir nicht die Luft verpesten, natürlich sollen wir an alternativen Energien forschen und unsere Ressourcen sparsam einsetzen. Natürlich ist es besser, mit vier Litern Benzin 100 Kilometer zu fahren, als zehn zu verbrauchen – aber aus anderen Gründen. Öl, Gas und Kohle werden wir nämlich auch in den nächsten hundert Jahren nicht nur als Energieträger brauchen, sondern auch, um chemische Industrie, Pharmazie, Maschinenbau, Fahrzeugbau oder Wohnungsbau betreiben zu können. Ist das Zeug nämlich erst mal verbrannt, dauert es einfach viel zu lange, bis es uns in verwertbarer Form am Ende des Kohlenstoffkreislaufes wieder zur Verfügung steht.

Imperialismus mit grünem Anstrich

Erst stirbt der Wald, dann stirbt der Mensch. Dieser Kalenderspruch der Grünen hatte in den achtziger Jahren etwas Apokalyptisches. Nun, sieht man von der Abholzung großer Flächen zugunsten der Windturbinen mal ab, die sich gegen den Klimawandel drehen sollen, geht es dem Wald heute blendend und dem Menschen sogar besser denn je – und das verdanken wir nicht nur dem Kapitalismus, sondern auch den Grünen! Aber sicher! Den Grünen der 70er und 80er Jahre allerdings, nicht ihren heutigen, in theoretische Metaphysik abgedrifteten Nachfolgern. Denn als die Erkenntnis im Kleinhirn der Menschen allgemein angekommen war, dass Umweltschutz etwas sein könnte, was nicht zuletzt dem eigenen Überleben dient, musste man die Themen der Parteiwerdung des gesunden Menschenverstandes auf die nächste Ebene rücken, an die idealerweise niemand so schnell heranreichte, weil sie mit Sicherheit nie von der Realität eingeholt wird und sich deshalb jeder Erfolgskontrolle entzieht. So wurde aus dem Umweltschutz kurzerhand Klimaschutz. Ersteres konnte man noch ohne Probleme nachvollziehen. Dazu musste man nur einen nebligen Novembermittwochnachmittag im Jahr 1988 in Merseburg zubringen. Mit Nebeln, die so toxisch waren, wie sie stanken und die Atemwege verätzten. Der Klimaschutz jedoch baut auf räumlich und zeitlich entferntere Opfer und weil man sie uns nicht zeigen kann, rechnet man sie einfach herbei. Es ist überhaupt viel Rechenkunst im Klimawandel. Der Klimaflüchtling aber, der ist Klimawandels Meisterwerk! Dumm nur, dass es in Zeiten des „Refugees welcome“ kaum noch möglich ist, mit dem Hinweis auf Millionen und Abermillionen Klimaflüchtlinge die Brieftaschen des Westens zu öffnen oder genug Panik zu erzeugen, um auch diese „Flut“ mit Dämmen aus Geld aufhalten zu wollen. Zu Zeiten, in denen Menschen in aller Welt vor Krieg, Religion, fehlender Bildung, fehlenden Jobs und fehlenden Chancen, fehlender Demokratie und Überbevölkerung nach Europa fliehen, was machen da noch ein paar Klimaflüchtlinge on top? Klimaflüchtlinge übrigens, die das böse Treibhausgas CO2 nicht zu verantworten hat. In Afrika ist es die Bevölkerungsexplosion der letzten 20 Jahre, die zur Fluchtursache Nummer eins wurde. Und die fehlgesteuerte westliche Entwicklungshilfe trug ihren Teil dazu bei. Denn während sich die Familien- und Stammesstrukturen in Afrika kaum änderten – diese waren es schließlich, die die Kolonialzeit der Briten und Franzosen beendeten und jetzt vielerorts die Macht in ihren korrupten Händen halten – blieb der Westen mit Hilfestellung und medizinischer Versorgung vor Ort. Wenn es also ein Rezept für einen demografischen „Klima-Molotov-Cocktail“ gibt, dann dieses: Die Schlussfolgerung aus der Tatsache, dass nun sieben von acht Kindern überleben, hat leider nicht dazu geführt, dass man heute in Nigeria, Ghana oder Sudan nur noch zwei oder drei Kinder bekommt. *–Bäng!–*

„Paris wird nicht neu verhandelt!“

Die Europäer sind nun durch Brexit und Trump doppelt gekränkt und für den frisch inaugurierten französischen Präsidenten, der noch auf der Suche nach einem Politikfeld ist, welches er angesichts der rhetorischen Armut im europäischen politischen Spitzenpersonal mühelos besetzen kann, ist es sogar eine dreifache Ohrfeige! Paris wird nicht neu verhandelt! Denn dummerweise war die Erklärung, aus der Trump ausgestiegen ist, nicht die von Kyoto, Rio, Berlin, Buenos Aires, Genf oder Marrakesch, sondern eben ausgerechnet die von Paris! Das turnusmäßige „Brechen und Versprechen“ war nämlich ausgerechnet in Frankreich angekommen, „Cirque de Solar est en ville“. Dieser Trump spielt nicht einfach nicht fair! Anstatt wie alle anderen Klimaartisten von Konferenz zu Konferenz zu Folgekonferenz die Latte der Ziele immer höher zu legen, um diese dann umso müheloser reißen zu können und dabei gleichzeitig heilige Eide zu schwören, jetzt aber endlich doch wirklich und ernsthaft noch stärkeres Bemühen in Erwägung zu ziehen, sagt Trump einfach „no“. Das ist besonders bitter für die Bank, welche sich die Mitspieler gebastelt haben, den „Green Climate Fund“. Es liegen Milliarden auf dem Tisch und wer die Klimakarte spielt, darf beherzt zugreifen. Zum Beispiel dann, wenn man in Uganda eine Kiefernplantage anlegen und dafür ganze Siedlungen platt machen muss. Man denkt sich einfach etwas aus, das etwas mit CO2 zu tun hat, dann stehen die Chancen auf Förderung nicht schlecht. Sollte man noch dazu in einem armen afrikanischen Land aktiv werden, dessen korrupte Regierung gegen ein kleines Handgeld ein paar Zettel unterschreibt, geht es noch viel leichter. Die Finanzströme des GCF unterscheiden sich in ihrer Wirksamkeit in nichts von denen der klassischen Entwicklungshilfe, die in weiten Teilen Afrikas mehr Schaden anrichteten, als sie Nutzen brachten.

Nichts kann uns aufhalten – beim Selbstbetrug

Die Kanzlerin hat sich offensichtlich dazu entschlossen, irgendwo an der Grenze von Bescheidenheit und Größenwahn entlang zu gehen, denn sie kommentierte Trumps Ankündigung mit folgenden Worten: „Entschlossener denn je werden wir in Deutschland, in Europa und in der Welt alle Kräfte bündeln, große Menschheitsherausforderungen wie die des Klimawandels aufzunehmen und erfolgreich diese Herausforderungen zu bewältigen. Wir brauchen dieses Pariser Abkommen, um unsere Schöpfung zu bewahren. Nichts kann und wird uns dabei aufhalten.“ Doch wozu „brauchen“ wir diese Abkommen eigentlich wirklich? Das erfahren wir von Carole Dieschbourg, der Umweltministerin Luxemburgs im Spiegel-Interview:

SPON: „Das Abkommen von Paris zwingt niemanden zu CO2-Minderung. Alles ist freiwillig. Hat Trump den Vertrag überhaupt begriffen?“

Dieschbourg: „Aus dem was er sagt, ziehe ich den Schluss, dass er das Klimaabkommen falsch interpretiert und nicht verstanden hat.“

Dieschbourg widerspricht also nicht, als SPON feststellte, das Abkommen verpflichte ja eigentlich zu nichts, außer zur Verpflichtung selbst. Deshalb ergeht sie sich auch im weiteren Verlauf des Interviews vor allem an der Tatsache, dass die USA aus der Finanzierung des Klimazirkus aussteigen. Allein darum geht es, nicht um das Klima oder das CO2. Die Emmissions-Einsparungen könnten am Ende eben von anderen Ländern erbracht werden, kein Problem! Natürlich geht das, denn wie wir gelernt haben, ist das Motto der Klimaretter „Alles kann, nichts muss“. Außer beim Geld und dem verpflichtenden Glauben an die Klimarettung natürlich, da hört der Spaß aber auf!

Doch vielleicht kommt auch etwas gutes dabei heraus, wenn sowohl bei der EU als auch bei den selbsternannten Klimarettern die Erkenntnis reift, dass man ohne die Briten bzw. die USA kaum so tun kann, als könne man zur Tagesordnung übergehen und einfach so weiter machen, wie bisher. Denn wenn schon der Wald nicht sterben wollte, warum sollte es die menschliche Vernunft tun?

22/60

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Wieder ein Anschlag, wieder Tote und Verletzte, wieder betroffene Politiker und eine Netzgemeinde, die sich beim kondolierende gegenseitig überbietet. Ich bin es leid. Sowohl die Anschläge, die Toten, die Verletzten, die betroffenen Politiker und auch die kondolierende Netzgemeinde. Ich bin nicht mehr „je suis“, denn ich bin längst nicht mehr erschüttert. Erschütternd ist nur die Erkenntnis, dass die Skeptiker es wieder nicht geschafft haben, mit ihrer pessimistischen Einschätzung des Zustandes unserer Welt widerlegt zu werden. USA, Deutschland, Frankreich, Belgien, Großbritannien…es passiert in der Nähe oder weiter weg oder um die Ecke. Wir zählen die Toten, pflegen die Verletzten, singen unsere Hymnen und tuen so, als würde sich nichts für uns ändern. Wir kenne die Ursachen, reden aber nicht darüber und finden alle mögliche Ersatzprojektionsflächen, um nur nicht an die bittere Wahrheit heran zu müssen: Es ist nicht soziale Ungerechtigkeit, es ist nicht die Armut, es ist nicht Diskriminierung. Es hat ganz einfach etwas mit dem Islam zu tun.

Diesmal 22/60, aber wir glauben, das würde nichts mit uns machen. Wir wollen einfach so weitermachen, weil man uns gesagt hat, dass dies die Terroristen am meisten ärgern würde. Wie machen eigentlich die Menschen „so weiter“, die jetzt tot oder verletzt sind? Und „nichts ändern“? Wir haben uns längst geändert, und wie! Wir wurden geändert, ausgetauscht. Auch wenn wir das abstreiten. Wir reagieren wie Wild, dass sich an die Jagd gewöhnt hat. Wie werden schreckhaft und neigen zu Überreaktionen und sind doch längst emotional gleichgültig geworden. Wir schauen nach möglichen Fluchtwegen und bei Veranstaltungen tragen Frauen auf Rat der Polizei flache Schuhe, um im Notfall schneller rennen zu können. Wir sind auf Flucht programmiert und wir kennen den Wolf, der uns jagt. Doch wir sorgen uns zu sehr darum, nicht als Islamophob zu gelten oder Rassist genannt zu werden, als es für unseren Selbsterhaltungstrieb gut und gesund wäre. Wir könnten schneller laufen oder uns einfach umdrehen und dem Wolf die Hörner zeigen, doch das tun wir nicht. Wir rufen trotzig „jetzt erst recht“ und versprechen hoch und heilig, nichts anders zu machen und laufen dann wie die Lemminge weiter bis zum nächsten Abgrund. Wir werden gleichgültig und wagen es gerade noch, unsere Trauer und Angst hinter einem Hashtag zu verstecken um dann zu beobachten, wie er bei Twitter zum Trend wird. Terrorzeiten sind auch immer Zeiten der Zahlen. Statements, Einschaltquote, Klicks, Trends, Opfer, Täter. 22/60

Auf jeden islamistischen Terroranschlag (gibt’s auch andere?) folgen dieselben Übungen von Muslimen und ihren Verbänden und Einflüsterern, die nichts unversucht lassen, die Tat als Missbrauch an ihrer sonst friedlichen Religion hinzustellen und den Islam als das eigentliche Opfer sehen. Damit muss endlich Schluss sein. Ich behaupte, es kann keine Integration des Islam in die westliche Welt geben. Der Islam gehört auch nicht zu Deutschland, Herr Wulff. Der Islam hat ab sofort Hausarrest, weil er sich als destruktiv, rückschrittlich und nicht reformierbar erwiesen hat. Er kann diesen Hausarrest in den Moscheen verbringen, oder bei den Gläubigen zu Hause – aber wer vor die Tür oder den Eingang seiner Moschee auf die Straße tritt, muss den Islam dort lassen. Es ist kein Platz für ihn auf unseren Straßen, in unseren Theatern, Stadien und Cafés, dort wollen wir Menschen begegnen, nicht Muslime. Deshalb müssen die Dschellaba, der Schador oder das Kopftuch ab sofort zuhause bleiben, beim Islam, der dort wohnt. Hier draußen bei uns heißen wir den Menschen willkommen, nicht ihre Religionen.

An alle Appeaser da draußen die glauben, so etwas könne man doch nicht fordern, sage ich: Doch, das können wir! Und wir haben es schon einmal getan, als wir uns von den moralisch überkommenen Einflüsterungen der Kirchen emanzipiert haben und sie aus dem Staatswesen verbannten. Diese Kirchen nutzen übrigens gerade die Gelegenheit, um sich im schwarzen Schatten des Islam wieder mehr und mehr in die Politik zu schleichen. Zurück in die Häuser und Kirchen auch mit euch, husch husch! Denkt nicht mal dran!

Und an alle Menschen, die wir ab morgen hoffentlich als Rheinländer, Türken, Schwaben oder Tunesier bei uns begrüßen können, statt sie stets als gekränkte, beleidigte und zornige Muslime ertragen zu müssen: Ihr müsst eure Religion nicht reformieren, wenn ihr das nicht hinbekommt. Aber unsere Geduld mit eurer Religion ist am Ende und wir sind nicht mehr bereit, sie zu ertragen, denn sie vergreift sich in der Öffentlichkeit zu oft an anders denkenden Menschen und der Politik und stellt dort Forderungen, die uns auf Dauer zu euren Sklaven machen würden. Das können wir in unserem Land, in dem Religion und Staat voneinander getrennt sein müssen, nicht dulden. Löst eure Islamverbände auf, die sämtlich fremdgesteuert sind und nicht zum Wohl der Menschen arbeiten, die in den Muslimen drinstecken und deren Einflüsterungen euch nur von uns trennen sollen. Löst euch aus eurer Opferrolle, denn ihr seid auch Täter. Hört auf, den Westen für jedes Unrecht verantwortlich zu machen, dass euch geschieht oder von dem ihr glaubt, es sei euch einst geschehen. Für das gegenseitige Aufrechnen der Geschichte würden wir zu lange brauchen und die Rechnung ginge auch nicht unbedingt gut für euch aus, glaubt mir. Deshalb unser Angebot: Geschenkt! Uns interessiert die Gegenwart und in der wird die Mehrzahl eurer Glaubensbrüder schließlich immer noch von jenen getötet, die sich wie ihr auf den Islam berufen. Also hört auf zu jammern! Und hört endlich auf, von der großen allumfassenden Umma zu träumen und schafft stattdessen Platz in euren Köpfen für Individualität. Seid Menschen, keine Borg! Denkt selbst. Am besten, nachdem ihr Haus oder Moschee verlassen habt.

„Viele strenggläubige Menschen reden so, als wäre es die Aufgabe der Skeptiker, überkommene Dogmen zu widerlegen, und nicht die der Dogmatiker, sie zu beweisen. Das ist natürlich ein Fehler.“ Bertrand Russell

It’s the Islam, stupid!

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Der Spiegel trauert immer noch. Um Obama. Die verheulten Rückblicke und die stets zwischen den Zeilen stehenden „Was-hätte-Obama-jetzt-getan“-Reminiszenzen kotzen mich einfach nur noch an. Heute sprach Trump in Saudi-Arabien über den Islam und der Spiegel erinnert voller Wehmut an Obamas friedenheischende Rede 2008 in Kairo. Die Rede Trumps im Jahr 2017 sei fehlerfrei vorgetragen, aber nur Obama hätte damals die richtigen Worte gefunden, indem er sagte „Amerika und der Islam schließen sich nicht aus“ – Trump hingegen spreche nur von Extremismus, Terrorismus, Krieg und dem Kampf von Gut gegen Böse. SPON-Autor Christoph Sydow meint „Mit dieser Rede hat Trump noch einmal deutlich gemacht, dass er den Islam in erster Linie als Gefahr und Brutstätte für Terror sieht“. Ich frage mich, als was Christoph Sydow den Islam wohl in erster Linie sieht. Als Partner in der Demokratie? Als Besieger des Welthungers? Als Durchsetzer der Gleichberechtigung? Als Garant der Religionsfreiheit? Als spirituelle Quelle für Homosexuelle? Als Bollwerk gegen den Antisemitismus?

Sydow betreibt lieber Vergangenheits-Meaculpismus und beklagt die Kolonialzeit, Kriege und ein Einreiseverbot, das so wie beabsichtigt nie in Kraft getreten ist. Es ist aber verdammt noch mal nicht die Schuld des Westens, dass islamische Länder in Sachen Demokratisierung nicht auf die Beine kommen, es ist die Schuld des Islam und der Strukturen, die er braucht und fördert! Fordert der Spiegel auch Entschuldigungen von den USA oder Europa, wenn es um China oder Süd-Korea geht, die weit mehr von Kolonialismus, Analphabetismus und Ausbeutung betroffen waren, als Arabien es je war? Nein! Und das „Augenmaß“, dass Sie im Kampf gegen den Terror fordern, lieber Herr Sydow, wie sollte das wohl aussehen? Davon sprechen, aber nicht handeln? Handeln, aber nicht kämpfen? Kämpfen, aber nicht schießen? Schießen, aber nicht treffen? Und wenn schon treffen, dann hinterher entschuldigen und entschädigen? Noch absurder wäre es wohl nur, zu fordern, die Polizei solle sich bei der Verfolgung von Bankräubern an die Geschwindigkeitsbegrenzung halten.

Obama konnte wunderbare Reden halten, so gute, dass das Nobelpreis-Komitee der Meinung war, diese eine in Kairo sei schon mal eine kleine Auszeichnung wert. Die Bürgerkriege in Nordafrika, der Aufstieg des IS, das Chaos auf den Flüchtlingsrouten quer durch Europa, Terroranschläge in ganz Europa…all dies wuchs und gedieh aber unter seiner friedlichen Ägide, die man sich in den Spiegel-Büros nicht müde wird, schön zu saufen.

Obama war der Neville Chamberlain des 21. Jahrhunderts, der die schönen Worte Hitlers, des größten Lügners des 20. Jahrhunderts, auf einen Stück Papier für bare Münze nahm, als er 1938 aus München nach London zurückkehrte. Welche „Tschechoslowakei“ könnten wir heute dem „Frieden“ opfern? Trump mag der schlechteste US-Präsident seit Herbert Hoover sein und selbst seine tiefsten Gedankenpfützen wären sicher kaum geeignet, einem Winston Churchill, dem klar denkenden Nachfolger Chamberlains, die Knöchel nass zu machen – vielleicht sieht er aber genau in diesem einen Punkt, dem islamischen Terrorismus sehr viel klarer die Gefahren für unsere westliche Gesellschaft, als dies ein Spiegel-Redakteur tut. Vielleicht wäre eine ehrliche „I have nothing to offer but blood, toil, tears, and sweat…“-Rede genau das, was der Westen zum Aufwachen braucht, auch wenn ich sicher bin, dass Trump sie weder halten könnte noch jemanden fände, der auf ihn hören würde.

Trump hingegen spricht dort, wo er noch Drohpotenzial entfalten kann. Und vielleicht war Riad genau der richtige Ort für seine Rede, weil dort genau jene Männer sitzen, die sich zwischen Zukunft und Untergang entscheiden müssen. Und vielleicht, nur vielleicht, war das Outfit und das offene Haar von Trumps Frau auch ein größerer Dienst am Feminismus, als Merkels Gespräch in Riad mit verschleierten Frauen über die Frage, wie man mehr Frauen in Führungspositionen in der saudischen Wirtschaft bekommen kann – ganz so, als sei alles vor dieser Frage bereits erreicht und abgehakt.

In ihrem Kreuzzug gegen alles was von Trump gesagt, nicht gesagt, getan oder gelassen wird, schwingt der Spiegel seit Monaten das größte Banner. Dabei schießt man schon gern mal wie in diesem Artikel über das Ziel hinaus. Denn wenn Sydow beklagt Ausgerechnet in Saudi-Arabien appellierte er an Toleranz und gegen Extremismus. Also in einem Land, in dem Bibeln und Kreuze verboten sind und kein anderer Glaube als der sunnitische Islam frei gelebt werden kann“ muss man sich schon mal fragen: Ja, wo denn sonst?