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Gebt dem Affen keinen Zucker!

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zirkus-belly-startet-petition-fuer-affen-robby_molimageteaserStuttgart. Seit Jahren kämpft die Tierschutzorganisation „Peta“ an vorderster Front, um unseren tierischen Mitbewohnern Fell, Fleisch und Feder zu retten. Ich spreche heute mit Claus-Bärbel Bärstreichler, einem langjährigen Peta-Aktivisten über die aktuelle und zukünftige Agenda seiner Organisation.

„Herr Bärstreichler, einige Kritiker werfen ihrer Organisation vor, ihre Ziele ähnlich absolutistisch wie eine Religion…“

Ach was, das ist Geschwätz von Fleischfressern und Wolleträgern. Wir sind doch keine Religion, wir haben auch nichts gegen Religionen. Jesus wurde gefoltert und starb qualvoll am Kreuz, aber er war ein Mensch – wir haben eine ganz andere Agenda.

Gut, lassen wir das mit der Religion. Sie müssen doch aber zugeben, dass Ihre Medialen Methoden..

Mediale Methoden? Wir sind nur für eine klare Trennung vor Kirche und St…ähm ich meine Tier und Mensch. Der Schutz des Tieres – und zwar eines jeden – vor dem Menschen. Das ist unser Ziel.

Nun bestreitet ja aber niemand ihre gute Arbeit in Sachen Tierschutz, Tierversuche und artgerechter Tierhaltung. Aber schießen Sie nicht manchmal etwas über das Ziel hinaus?

Ich weiß was sie meinen, diese Zirkus-Sache, der arme Schimpanse Robby! Im Gegenteil: Hier ist unser Ziel noch gar nicht erreicht, was meinen Sie also?

Sie nennen ihn auch Robby, obwohl das der Name ist, den er im Zirkus bekam?

Wir benutzen ihn als Kampfnamen. So wie die Araber das auch mit ihren Helden machen.

Der Einsatz von Wildtieren im Zirkus geht zurück, auch dank Ihrer Aufklärungsarbeit. Aber dieser Affe ist im Zirkus Belly geboren worden, er lebt dort schon 30 Jahre, seine Bezugspersonen sind Menschen, keine Affen. Auch wenn ich das schade finde ist es doch unter Experten sehr umstritten ob er seine Freilassung gut verkraften würde. Warum sind Sie so fixiert auf diesen einen Schimpansen?

Weil es der letzte in einem Zirkus ist! Er kann nicht einfach in 15 Jahren im Zirkus an Altersschwäche sterben, er muss befreit werden. Von Peta!

…der letzte Schimpanse ist er ja nicht. Nur der letzte in einem Zirkus. In Zoos leben ja auch noch…

Zoos! Kommen Sie mir nicht mit denen! Alles Tierquäler, unsere Natürlichen Feinde! Tiere gehören in die freie Natur. Der Mensch ist es, der in der Natur nichts zu suchen hat.

Zoos gehören also auch abgeschafft? Wo soll man sich denn sonst Tiere ansehen, sich für sie begeistern, sie lieben lernen?

In der Natur natürlich! Da wo die Tiere hingehören!

Ich mag Elefanten, bei mir in der Heide gibt es leider keine.

Fahren Sie nach Afrika!

Ich will sie ja nicht erschießen, ich bin kein König. Außerdem kann ich mir eine Afrikareise nicht leisten.

Dann sind Elefanten eben nichts für Sie. Es gibt genug Filme und Fotos von Elefanten. Und schießen, ich bitte Sie! Jagd ist in der Natur nicht vorgesehen.

Wölfe jagen…

Wölfe sind Tiere, die dürfen. Und Wölfe sind in Deutschland wieder auf dem Vormarsch.

Wer jagt dann die Wölfe?

Bären!

Sind die auch wieder auf dem Vormarsch?

Das ist eine Langzeitagenda.

Nochmal zurück zu dem Zirkusaffen.

Er ist ein Schimpanse Sie Idiot! „Zirkusaffe“ ist diskriminierend und verletzt ihn in seiner Affigkeit. Der ganze Sprachgebrauch der Menschen ist durch und durch verroht und muss dringend von Gewalt befreit werden.

Sie kämpfen also auch für Tierschutz in der Sprache?

Ja, das ist das letzte und höchste Ziel! Erst wenn die Gewalt gegen Tiere aus unserer Sprache getilgt ist, kann die Menschheit von der Gewalt gegen Tiere geheilt werden.

Können Sie ein Beispiel nennen?

Nehmen wir die unnatürlichen Haltungsbedingungen, denen unsere Tiere schon in der Sprache ausgesetzt sind. Man sagt „Eulen nach Athen tragen“,  und hält „Elefanten im Porzellanladen“ – was sollen die da? Die armen Tiere werden auch falsch ernährt wenn „Butter bei die Fische “ kommt oder „Perlen vor die Säue“ geschüttet werden. Ganz zu schweigen von offensiver Folter: „den Tiger am Schwanz packen“, „Da wird der Hund in der Pfanne verrückt“ oder „Einen Storch braten“ – wer macht denn so was? Haben Sie jemals darüber nachgedacht, wie sich ein „Affe auf dem Schleifstein“ fühlt? Der Mensch kümmert sich auch nicht gut um die Tiere, vernachlässigt sie, wenn sie leiden und krank sind. „Ich glaub, mein Schwein pfeift“ heißt es dann. Wieso glauben? Kann man nicht einfach mal genau hinhören und einen Arzt rufen, wenn das Schwein pfeift? Aber was rede ich hier von Ärzten! Die Veterinärmedizin ist genauso verlottert wie der Rest der Menschheit! Würden man denn sonst „die Flöhe husten hören“ oder „Pferde kotzen sehen“? Vor der Apotheke?! Außerdem werden die Tiere zu Arbeiten gezwungen, die ihrer Natur komplett widersprechen. Kamele gehen nun mal nicht freiwillig „durch’s Nadelöhr“ und warum sollte der „Fuchs dem Hasen gute Nacht sagen“. Tierquälerei ist das!

Finden Sie nicht, dass Sie jetzt ein wenig übertreiben? Das klingt ja fast, als hielten Sie sich für die einzige moralische Instanz in Sachen Tier und alle anderen wären auf die Seite des Bösen gewechselt…

Aber genauso ist es, was soll man machen.  Wir sind wirklich so „tolle Hechte“. Wir wissen, „wie der Hase läuft“, wir vergießen nicht nur „Krokodilstränen“. Jetzt lassen wir „die Katze aus dem Sack“!

Ich glaube gerade eher, dass Sie „sich zum Affen machen“ und danke Ihnen für das Gespräch, Herr Bärstreichler.

 

Gegendarstellung

Peta kümmert sich nur um echte* Tiere und (bislang) nicht um die deutsche Sprache. Unser Mitarbeiter Herr B. befindet sich nach seinem psychotischen Schub wieder auf dem Weg der Besserung. Das Interview hat nie stattgefunden.

*Anm. d. R.: Und um Tiere aus Bits und Bytes. Nachdem Peta 2011 „Super Mario“ anprangerte, weil er Pelz trug, musste sich im Jahr 2012 die Firma Nintendo rechtfertigen, weil die Pokemon-Spielfiguren angekettet waren.

 

PS: Hier ist die Geschichte zur Geschichte. 

Handbuch der streitbaren Willkommenskultur

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handbuchMeine Großmutter floh aus 1945 aus Pommern, ihre drei kleinen Töchter an der Hand und auf dem Arm. Auf Pferdewagen, auf Lastwagen, meist zu Fuß. Ihr Mann, mein Großvater, lag und liegt in einem unbekannten Grab irgendwo bei Stalingrad. Wäre er bei seiner Familie gewesen, säße er sicher mit auf dem Fuhrwerk, dem Laster oder liefe neben seiner Frau und seinen Kindern gen Westen.

Die Flucht der vertriebenen Deutschen mit der aktuellen Situation in Syrien zu vergleichen, verbietet sich allerdings schon wegen der ungleichen Ursachen. Das ist es aber gerade nicht, was mir zu schaffen macht, was ich nicht verstehen kann. Ich frage mich, was bringt junge syrische Männer dazu, ihre Familien, ihre Frauen und Kinder in Syrien zurück, ja, im Stich zu lassen. Es kommen deutlich mehr Männer als Frauen in Deutschland an, von den wenigen Kindern mal ganz zu schweigen. Wahrscheinlich kennen wir dank Sat1, Pro7, ARD, ZDF und Spiegel mittlerweile jedes einzelne von ihnen. Die meisten der Frauen und Kinder stecken aber noch immer im Bürgerkriegsland Syrien oder in benachbarten Auffanglagern fest. Man komme mir jetzt bitte nicht mit dem Argument der Stärke! Es würden sich nur die „Jungen und Gesunden“ auf den Weg machen und ihre Familien dann später nach holen möchten. Erstens würde ich meine Hand dafür ins Feuer legen, dass eine Frau, die ihre Kinder dabei hat und von ihrem Mann unterstützt wird, stärker als eine Löwin ist und die Strapazen einer solchen unsicheren Reise mindestens so gut verkraften kann, wie jeder Mann. Zweitens müssen sich die „Nachzügler“ ja immer noch auf eine unsichere Reise begeben, wobei beim Aufbruch des Ehemannes nicht einmal sicher ist, ob er in Europa Asyl erhält oder ob er lebendig dort ankommt und ob er sich an seine Familie in der Levante erinnert. Drittens kann mir bisher niemand erklären wie es diese Männer fertig bringen, sich nach Europa auf den Weg machen, tausende Dollar an Schlepper bezahlen und dafür den Rest des Familienbesitzes verkaufen und dann auch noch Frau und Kinder dem Krieg, Assad und seinen Fassbomben oder dem IS mit seinen Sklavenhändlern überlassen können.

Worauf hofft man(n)? Welche Rendite lockt, um das unmittelbare Überleben der Familie gegen eine mehrmonatige Reise ins Ungewisse einzutauschen? Was läuft da falsch, warum verstehe ich das nicht? Was ist los mit mir, wo ist meine Empathie, mein Mitleid. Habe ich mir die Willkommenskultur erkältet?

Vor meinen Augen verschwimmt alles…

…alles löst sich auf, es gibt keine Gewissheiten mehr, keine moralische Stütze, alles ist erlaubt, alles beliebig. Am Münchner Hauptbahnhof stehen 17 jähre Mädchen mit „Refugees welcome“ Schildern um unbekannte Araber in Deutschland auf Englisch zu begrüßen, NGO’s, die in Deutschland für Emanzipation und Frauenrechte stehen, kämpfen in der israelischen Negev-Wüste für das Recht der Beduinen auf Polygamie, grüne Fundamentalisten und Atomkraftgegner kämpfen dafür, dass der Iran Atomtechnologie entwickeln darf, deutsche Ministerpräsidentinnen ziehen peinlich berührt ihre „unreine Hand“ zurück, weil ein muslimischer Asylant sowas nicht anfassen mag, linke Aktivisten halten auf Demos Schilder hoch auf denen steht „Kein Mensch ist illegal“ – ergänzen aber auf Nachfrage sofort „Außer jüdische Siedler“, pro-palästinensische Demonstranten rufen auf Arabisch „Tod den Juden“ und des arabischen unkundige deutsche Friedens(taub)en marschieren ihnen mit Peace-Zeichen blind und taub hinterher. Deutschland ist plötzlich grenzenlos, reicht von Aachen bis Abottabat, von Kiel bis Kairo, von Dresden bis Damaskus. 1683 standen die Türken vor Wien, jetzt holt der osmanische Sultan die Schutzgelder in Berlin ab und Jan Sobieski ist wohl gerade anderweitig beschäftigt. Zerstört ist die Hoffnung vom ‚Ende der Geschichte‘, Francis Fukuyama ist als Scharlatan entlarvt. Europa schickt Israel, der einzigen Demokratie im nahem Osten, einen Haufen NGO’s auf den Hals, deren Mitarbeiter nach „dem Juden“ suchen, dem sie was ans Zeug flicken können und dabei unterstützen sie direkt den faschistoiden Islamismus mit Geld und Öffentlichkeitsarbeit, wo sie nur können. Amerika feiert einen Deal mit den iranischen Mullas und freut sich auf eine „neue Ära“ friedlicher Zusammenarbeit, während in Teheran weiter hochoffiziell „Tod Amerika, Tod Israel“ gerufen wird und amerikanische Flaggen brennen…

Das Bild  wird wieder schärfer, ich hatte wohl einen Albtraum

Ich muss mich irgendwo festhalten in dieser Zeit, einen Pflock einschlagen in unruhige Erde, an dem ich ein Seil befestigen kann. Mit diesem Seil kann ich mich vielleicht in den umgebenden Sumpf begeben, helfen, mitfühlen, die Hand ausstrecken und „es schaffen“. Dafür brauche ich Unterstützung. Kant, Spinoza, Voltair, Pankhurst, Nitzsche, Zetkin, Schiller, Brecht müssen helfen, diesen Pflock einzuschlagen und das Seil zu spannen. Keinen Millimeter Seil darf ich preisgeben. Zu viele Jahrhunderte, zu viele Millionen Menschenleben hat es gekostet, soweit zu kommen, zu hässlich die Dämonen, mit denen wir kämpfen mussten. Zu viele Irrwege, zu viele Ismen, zu viele Diktatoren, zu viel Religion. Europa musste sich zuerst von all den Diktatoren, den Ismen und Religionen befreien, die Grenzen in den Köpfen verankert hatten und Feindbilder und Erbfeinde betonierten. Die Grenzen, die wir zu allerletzt eingerissen haben, waren die physischen Grenzen zu unseren Nachbarn, wissend, dass eben dieser Nachbar nicht mehr nach der Überschreitung selbiger strebte. Erst dann wurden diese Grenzen überflüssig. Und erst dann und nur diese, Frau Merkel, Herr Abbas!

Das Ende der Perfektion

Wie kann es sein, dass die islamischen Staaten, die nach eigenem dafürhalten über eine so perfekte Ideologie, Religion und Gesetzgebung (z. T. Scharia) verfügen, reihenweise so „grandios“ scheitern? Sicher, man kann einen Pakistani nicht für das Scheitern Syriens oder einen Libyer für das Versagen Afghanistans verantwortlich machen. Aber der nächste islamische Migrant, der einer deutschen oder österreichischen Helferin den Handschlag verweigert, sollte genau folgendes ins Arabische übersetzt bekommen:

„Es mag für Sie neu sein, aber in Europa sind wir in Sachen Humanismus weiter entwickelt als ihr ehemaliges Heimatland, welches in Anarchie und Chaos versunken ist und aus dem Sie vor Gewalt und Willkür geflohen sind. Bei uns haben Frauen und Männer prinzipiell gleiche Rechte und gleiche Plichten und sind deshalb auch mit demselben Respekt zu behandeln. Hier gibt es Schwule und Lesben und diese sind, auch wenn es Sie überrascht, Menschen mit den gleiche Rechten wie alle anderen auch. All das haben wir uns in hunderten Jahren bitter erkämpft und sind selbst heute noch nicht ganz am Ziel. Hier ist es Sitte, jemandem in guter Absicht die Hand zu reichen, um zu danken, zu grüßen oder seinen Respekt auszudrücken, egal ob es sich beim Gegenüber um Frau oder Mann handelt. Respekt bedeutet hier übrigens nicht Unterwerfung, sondern Anerkennung von Person und Leistung. Eine Frau kann ihnen in diesem Land sagen, wo es lang geht, als Polizistin kann sie Sie sogar verhaften und als Ärztin kann Sie Ihr Leben retten. Als Kanzlerin hat sie Sie übrigens auch willkommen geheißen. Perfektion – zumal religiöse – macht uns misstrauisch, zu oft in unserer Geschichte hat uns jemand den ‚perfekten Plan‘ zu verkaufen versucht. In Europa ist Gott nicht Rächer und eifersüchtiger Strafer, sondern allenfalls Beobachter, gern gesehener Gast oder auch nur kulturelles Nachbeben.
Sie sind Moslem, ich bin Christ. Juden und Atheisten leben auch gleichberechtigt hier, niemand ist hier prinzipiell besser, niemand schlechter als der andere. Religion ist hier Privatsache, unsere kulturelle Geschichte ist aber zum großen Teil christlich/jüdisch fundiert. Sie sind aber herzlich eingeladen, friedlich ihren eigenen, anderen Beitrag anzubieten. Anzubieten, nicht aufzuzwingen, sowas läuft hier gar nicht! Am besten, Sie kommen gleich damit klar, sonst steht es ihnen frei, sich nach Saudi-Arabien auf den Weg zu machen, wo Sie von muslimischen Männern begrüßt und Ihre Kinder von Männern in perfekter islamischer Monokultur unterrichtet werden. Wo Mekka ist, zeigt ihnen die App auf Ihrem iPhone, die Straße in diese Richtung ist frei und leer, wir wünschen gute Reise.“

Wer glaubt, so direkt könne man doch nicht sein, das wäre doch sehr aufdringlich und von oben herab, dem sei gesagt: Von Angesicht zu Angesicht befindet man sich immer in Augenhöhe, gleicher als diese kann eine Situation nicht sein. Denken Sie also an das Seil und an den Pfosten, den wir in den Sumpf geschlagen haben und bleiben Sie mutig.

Helfen Sie mir bitte, meine Albträume zu verscheuchen, bevor es auch Ihre werden.

 

 

Jitzchak Rabin, 1922-1995

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‚Das macht er nicht‘ war mein Gedanke, kurz bevor er es dann doch tat: Arafats Hand schütteln. Und dieser zog und schüttelte derart an Rabins Hand dass man meinen konnte, er wolle sie abreißen. Ein Papier war unterschrieben worden, Clinton war sichtlich stolz wie Bolle und die Welt seufzte erleichtert auf. Nun beginnt der Frieden, das haben wir jetzt schriftlich!

Die Welt wandte sich wieder wichtigeren Dingen zu, Europa konnte sich in Ruhe mit sich selbst und der Euro-Einführung befassen, Clinton hatte eine Praktikantenstelle zu besetzen und Deutschland war weiter mit dem Zusammenwachsen befasst. Der Frieden in Nahost wurde unterdessen „ausgestaltet“, was bedeutete, dass die israelischen „Besatzer“ Stück für Stück die Kontrolle über Orte und Gebiete im Westjordanland an die Palästinensische Autonomiebehörde abgaben. Was bedeutete diese Kontrolle konkret für die Bevölkerung von Bethlehem, Hebron oder Ramallah? Nun, für die arabische Bevölkerung, das sie nun nicht mehr „unter der Besatzung leben“ musste und da es den „Befreiten“ nicht zumutbar war, ihre Straßen und Plätze weiter mit Juden zu teilen, mussten diese eben verschwinden. Ramallah ist heute „judenrein“ und die wenigen übriggebliebenen Juden in Hebron müssen sich in einem winzigen Teil von Hebron hinter Mauern, Stacheldraht und Checkpoints verbarrikadieren, um am Leben zu bleiben. Die Christen, die zum Beispiel in Bethlehem einst die Bevölkerungsmehrheit bildeten, zogen ebenfalls weg. Fragt man ihre muslimischen Nachbarn nach dem Grund, machen sie die Besatzer dafür verantwortlich. Man suche in dieser Aussage nicht nach Logik. Heute leben in der „befreiten Zone“ noch ca. 2% Christen, es waren einst zehn Mal so viele.

Der Händedruck zwischen Rabin und Arafat vermittelte ein Bild der Einigkeit, er bemäntelte leider eine Lüge. Der hochgelobte Osloer Friedensprozess verstärkte nur die Trennung der verschiedenen Bevölkerungsgruppen, schaffte Ghettos, Enklaven und sorgte für die Vertreibung von Juden und Christen. Jedes Haus, jede Straße und jeder Ort, über den Israel die Kontrolle aufgab, verwandelte sich umgehend in eine No-Go-Area für Juden. Wieso ist es zum Beispiel unmöglich für Juden, in ihren Häusern und den „befreiten“ Orten zu bleiben? Warum gestattet es die Fatah nicht, das Juden einfach da bleiben, wo sie eben leben, zum Beispiel in Betlehem/Palästina, während es einem Araber möglich ist, in Haifa oder Tel Aviv zu leben? Und wieso fällt diese Ungerechtigkeit der Welt nicht auf?

Heute vor 20 Jahren starb Jitzchak Rabin durch die Kugel seines Mörders, der Jude war wie er. Rabin, 1922 in Jerusalem geboren war schon durch diese Tatsache der lebende Beweis dafür, dass die Juden 1948 nicht „von irgendwoher“ kamen, sondern schon immer da waren, von wo die Araber sie gern vertreiben würden. In der Rückblende wird Rabin besonders von der Europäischen Linken als Friedensengel verklärt. Mit „Würde Rabin heute noch leben…“ beginnen in ihren Reden oft Phantasien, in denen Araber und Juden Hand in Hand in den Sonnenuntergang spazieren. Den friedensbewegten Europäern geht bei so viel gedachter Harmonie einer ab, deshalb halten sie an dem Bild fest. Aber sie glauben ihre eigenen Märchen denn der Händedruck von Arafat und Rabin sollte dank des Abkommens das letzte Mal sein, dass sich Araber und Juden so nahe kamen.

Der ungestüme Händedruck war nichts anderes als ein Abschiedsgruß.

Sie suchen Arbeit? Kommen Sie zu uns! (Eine Stellenausschreibung)

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Das erste Mal hörte ich den Begriff NGO* in der Vorbereitungsphase der EXPO2000 in Hannover. Damals ging es unter anderem um die ungleichgewichtete Entwicklung von „Nord und Süd“, welche deshalb einen „Dialog“ führen sollten, um sich gleichgewichteter zu entwickeln. Dass damit nicht Niedersachsen und Bayern gemeint waren, versteht sich von selbst. Diverse Organisationen befassten sich auf Tagungen, Kolloquien, Ausstellungen und wissenschaftlichen Veröffentlichungen mit den Problemen der ungleichen Nord-Süd-Welt, überwachten Fortschritte, definierten Ziele, tagten auf Tagungen, presseerklärten der Presse und sorgen durch die Verdauung von Kaffee und Keksen und die Verbrennung von Diesel, Benzin und Kerosin für die Steigerung des BIP. Gut gemacht! Die EXPO war vorüber, die Fördertöpfe waren restlos ausgeschleckt und die Nord-Süd-NGO’s versanken im Malstrom der Bedeutungslosigkeit. Niemand außer ihren Mitarbeitern hat sie vermisst, niemand erinnert sich an deren Ziele oder dafür, was aus den Zielen wurde. Aber NGO’s waren toll – und das blieben sie auch!

Wär das nicht auch was für Sie, liebe Leserin, lieber Leser?

Haben Sie gerade Ihr Studium erfolgreich abgeschlossen und finden in der Wirtschaft oder der Forschung keinen Job? Suchen Sie sich eine NGO, die eine dauerhaftere Agenda hat! Am besten was mit Klima oder Palästina, denn von denen gibt es am meisten, sie leben am längsten und bekommen das meiste Geld. Geld, das auch Ihnen zu gute kommen kann, gönnen Sie sich mal was! Tun Sie was für Ihre Karriere!

Für die Klima-NGO’s werden z. B. alle paar Jahre große Konferenzen und „Protokolle“ aus dem Boden gestampft, an deren Verwirklichung, Präzisierung, Kontrolle, Weiterentwicklungen und Interpretation ganze Heerscharen von NGO-Mitarbeitern gemeinsam mit echten Regierungen jahrelang klimarelevant um den Globus fliegen sowie Folge- und Vorbereitungskonferenzen abhalten können. Ein Traum über den Wolken, ein Leben in schicken Hotelbetten (inclusive Minibar). Kyoto, Rio, Paris…wenn’s um den Klimaschutz geht, trifft man sich gern an Orten, die man nicht jeden Tag zu Gesicht bekommt – und Klima ist ja überall und geht jeden an!

Am besten ist es aber, wenn Sie zu uns nach Palästina kommen! Hier geht es nicht um schnöde Konferenzen, nö! Hier wurden eine ganze Volkswirtschaft und ein Beinahe-Staat nach den Bedürfnissen der NGO-Industrie errichtet! Hunderttausende Mitarbeiter, Fahrer, Ackerbau- und Stadtentwicklungsprofis, Auslandskorrespondenten, Medien-Experten, Geschichtsfälscher, Photoshop-Spezialisten, Schulbuchdrucker, Hersteller von Verbrennflaggen und anderem Empörungsbedarf und viele Freiwillige sind in Palästina seit 60 Jahren rund um die Uhr beschäftigt…der Personalbedarf ist gigantisch! Und die Wachstumsraten sind es auch! Musste das UNRWA 1949 noch mit schlappen 900.000 Flüchtlingen auskommen, stehen dieser größten UNO-Teilorganisation heute mehr als 5.300.000 Flüchtlinge zur Verfügung. Und es werden immer mehr, selbst wenn dafür längst keiner mehr fliehen muss! Das Beste ist aber: Von diesen Flüchtlingen profitiert jede NGO, die in Israel und den Palästinensergebieten operiert.

Natürlich wollen Sie nur helfen, deshalb wollen Sie ja auch zu einer NGO! Und Sie helfen ja auch wirklich – nicht zuletzt sich selbst. Aber mal ehrlich, wo würden Sie lieber sein: Im Sudan oder Afghanistan, wohin in den letzten zehn Jahren pro Kopf nur 208-285 Dollar flossen und die Kugeln nur so fliegen, oder in Palästina und Israel, wo es 1.520 Dollar pro Kopf (Ihr Gehalt nicht mitgerechnet!) zu verteilen gibt und am Strand von Tel Aviv eine heiße Sarah (oder ein David) und ein kühles Eis auf Sie warten? Übrigens, psst…Sie müssen keine Angst haben, während Ihrer Arbeit das „Elend“ der Palästinensischen Bevölkerung teilen zu müssen oder gefährlicher als in Deutschland zu leben. Wir bringen Sie bequem in unseren Immobilien in Tel Aviv, Jerusalem oder Haifa unter, wenn Sie kein Jude sind, auch in Hebron oder Ramallah. Na ja, Jude sollten Sie sowieso lieber nicht sein. Wir könnten sonst für Ihre Sicherheit nicht garantieren. WiFi ist kostenlos, die israelische Küche köstlich und israelische Polizei und Armee sorgen für Ihre Sicherheit (falls sie mal in die „besetzten Gebiete“ fahren müssen) und IronDome fängt recht zuverlässig die meisten Raketen ab, welche die Hamas von unseren Fördermillionen baut und auf Israel abfeuert. Join an Palästina-NGO, es stehen Dutzende zu Ihrer Verfügung, hier eine kleine Auswahl: 

GISHA – Legal Center For Freedom Of Movement, Adalah – The Legal Center for Arab Minority Rights in Israel, Addameer – Prisoners Support and Human Rights Association, AIC – The Alternative Information Center, Active Stills – Bildreportagen aus Palästina, Adalah-NY – The New York Campaign for the Boycott of Israel, MIFTAH: The Palestinian Initiative for the Promotion of Global Dialogue & Democracy, ARCHITECTS & PLANNERS FOR JUSTICE IN PALESTINE (APJP), The Applied Research Institute – Jerusalem (ARIJ), Australians for Palestine, Anarchists against the wall, Global BDS Movement, Supporting the palestinian BDS call from within, The British Committee for the Universities of Palestine (BRICUP), Codepink – Women for peace, Corporate Watch – Tracking Corporate Complicity in the Occupation of Palestine , European Jews for a Just Peace – EJJP, Center for the Defence of the Individual, ICAHD – ‚The Israeli Committee Against House Demolition‘, IKRK (Internationales Komitee vom Roten Kreuz), if Americans knew, Jewish Voice for Peace, Jews for Justice for Palestinians, Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost, Movement for the Civilization of Israeli Society, Palestinian Campaign for the Academic and Cultural Boycott of Israel, Palästina-Solidarität Region Basel, Popular struggle coordination comittee, Palästinakommitee Stuttgart, Wadi Hilweh Information Center – Silwan, Stop The Wall, Zochrot – ‚Remembering‘, The Association for Civil Rights in Israel, American Jews for a just Peace, Al Haq, Al-Zaytouna Centre for Studies and Consultations, Badil Resource Center, Friends of Freedom and Justice, Bil‘in, Breaking the silence, B‘telem, Boykott Israeli Goods, Christian Peacemaker Teams, International Committee for Dar ElHanoun (ICDH), Deir Yassin Remembered, Negev Coexistence Forum, Ecumenical Accompaniment Programme in Palestine and Israel, Sheikh Jarrah Solidarity, The Free Gaza Movement, Gaza Freedom March, Human Rights Watch, International Jewish Antizionist Network, International Solidarity Movement, Occupied Palestine, Israeli Occupation Archive, Nahostkonflikt Israel Palästina, International Women‘s Peace Service, Jordan Valley Solidarity, Flüchtlingskinder im Libanon, Library on Wheels, Machsom Watch – Womans against occupation and for human rights, Campaign to preserve the Mamilla cemetery Jerusalem,  Muzzle Watch, Office for the Coordination of Humanitarian Affairs, Palästina Heute, Palestine Solidarity Compaign, Instiure for Palestine Studies, Palestine Festival of Literature, Palestinian Center for Human Rights, Peace Now, General Delegation of the PLO in Washington, Palestinian Medical Relief Society (PMRS), Applied Research Institute Jerusalem, Qumsiyeh: A Human Rights Web, Rabbis for Human Rights, Arab Jewish Partnership, Tent of Nations, Parents Circle – Families Forum, This week in palestine, Temporary International Presence in the City of Hebron, UNRWA, Uri Davis: Against Israeli Apartheid — for Freedom and Justice in Palestine, Who profits?, Washington on Middle East Affairs, Gush Shalom, Future Generation Hands Organisation (FGHA)

Wie man den Nahost-Konflikt lösen kann?

Ganz einfach: Sofort alle NGO’s aus Israel, der Westbank und Gaza abziehen. Alle. Ohne Unterschied und Ausnahme. Koffer packen, Verträge kündigen, Mitarbeiter entlassen und nach Europa zurück schicken, um hier neue NGO’s zu gründen, welche sich mit den Flüchtlingen in Europa befassen. Das sind gerade ca. 900.000 und es werden immer mehr. Ein El Dorado für die NGO-Industrie!

PS: Wenn ich in der Hamas was zu sagen hätte, würde ich auf Al Arabia Werbespots schalten um die Syrer davon anzuhalten, nach Europa zu fliehen. Die Syrische Naqbah könnte sich zu einer Bedrohung der eigenen von vor 60 Jahren auswachsen und diese womöglich weit in den Schatten stellen. Das wäre dann wirklich eine Katastrophe. Schon in Sachen PR. Die EU fördert auch Filmprojekte in Palästina, da kann man sicher was drehen. Tut was, Hamas. Das seid ihr euren europäischen Freunden schuldig, denkt an die Arbeitsplätze eurer NGO-Freunde!

*NGO (non-governmental organization), die

Eine Gruppe von (meist) westlichen Menschen, die sich in ihnen oft fachfremden Bereichen mit der Beseitigung eines gefühlten Missstandes befassen, den ihr Geldgeber zu seiner Herzensangelegenheit erklärt hat. (siehe Söldner). Eine bipolare Störung und ein ausgeprägter Schwarz/Weiß-Blick auf den Gegenstand ihres Interesses ist dabei von Vorteil, ein klares Feindbild (meist Israel oder die Erderwärmung) und die bedingungslose Unterstützung der anderen Seite (meist Palästina oder eine 2°C-Begrenzung der Erderwärmung) ist Voraussetzung für eine andauernde Tätigkeit. Ein positiver Rückkopplungseffekt zwischen fließender Geldmenge und individueller Einkommenssituation der NGO-Mitarbeiter ist von Vorteil (siehe Söldner). Je weniger aggressiv der erklärte Feind dem NGO-Mitarbeitern gegenüber auftritt, (Israel, Weltklima), umso mehr NGO’s weiden auf den Wiesen des Geldgebers.

Viele NGO’s sind daher heute nichts anderes als die Löffel-Ablecker ihrer Sponsoren und fungieren als deren Alibi-Beschaffer. Parteien oder „parteinahe Stiftungen“ wie die Konrad-Adenauer-Stiftung (CDU), Heinrich-Böll-Stiftung (Grüne), Rosa-Luxemburg-Stiftung (Linke), Friedrich-Ebert-Stiftung (SPD) usw. sind die größten Geldgeber. Jede dieser Parteien würde vehement abstreiten, sich z. B. in die inneren Angelegenheiten Israels einzumischen. Das stimmt natürlich, so etwas würden sie nie tun! Sie tun es indirekt über Stiftungen und die NGO’s, denen ihre Stiftungen das Geld dafür geben. Und wenn die Mittel nicht über die Parteien fließen, dann in noch größerem Maße und noch weniger kontrollierbar über EU und EU-Kommission. In jedem Fall zahlt das aber der Steuerzahler, egal über wie viele Konten die Gelder verschoben werden. Palästina produziert nichts, und das wenige dass dort hergestellt wird, fällt noch den „Boykottiert Israel“ Schreiern zum Opfer. Palästina existiert nur als gigantischer NGO-Selbstbedienungsladen für die dort lebenden Araber und ihre amerikanischen und europäischen NGO-Helfershelfer.

Zum Schluss noch etwas israelischen Sarkasmus:

Terrorist: “Massakriert die Juden!” Die ausländische Reporterin fragt: “Was hat er gesagt?” Der andere ausländische Reporter antwortet: “Dass er enttäuscht ist, von all den Fanatikern, die auf den Tempelberg kommen, von der miesen Wirtschaftslage…”
Terrorist: “Massakriert die Juden!”
Ausländische Reporterin: “Was hat er gesagt?”
Andere ausländische Reporter: “Dass er enttäuscht ist, von all den Fanatikern, die auf den Tempelberg kommen, von der miesen Wirtschaftslage…”