Impeachment – ein Theaterstück für zwölf Stifte

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Wochen­lang war es dem stau­nen­den Beob­ach­ter ein Rätsel, warum die Demo­kra­ten den Impeach­ment-Beschluss des Kon­gres­ses nicht umge­hend an den Senat zur Unter­su­chung wei­ter­ge­lei­tet hatten. Mehr­heits­füh­re­rin Pelosi ließ sich Zeit, stam­melte sich durch Inter­views, wich Fragen nach den Gründen aus und unter­nahm nichts. Die Erklä­rung der Tages­schau, Pelosi sei letzt­lich von den „jungen Wilden“ zu diesem aus­sichts- und sogar grund­lo­sen Ver­fah­ren gedrängt worden, teile ich nicht. Meine Erklä­rung für die Ver­zö­ge­rung – und eine bessere werden sie derzeit kaum finden – ist jedoch fol­gende: es hat einfach etwas länger gedau­ert, die exklu­si­ven, ver­gol­de­ten und signier­ten Stifte anfer­ti­gen zu lassen, mit denen Pelosi Punkt um Strich die letzte und ent­schei­dende Urkunde vor lau­fen­den Kameras ver­fer­tigte. weiter lesen

Iran-Appeasement – in Deutschland platzt der Knoten nicht

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Ja, man ist über­rascht in den deut­schen Leit­me­dien – warum nur will das ira­ni­sche Volk die Lügen seiner Regie­rung nicht mehr schlu­cken, wenn Medien und Politik bei uns dies seit Jahren so bereit­wil­lig tun? „Als wäre ein Knoten geplatzt“ kom­men­tiert die Tages­schau in einer Mischung aus Staunen und Ver­blüf­fung. Und weiter: Sie wissen, dass sie alles ris­kie­ren – und trotz­dem pro­tes­tie­ren die Men­schen im Iran.“ Ja was denn sonst? Man weiß, was einem winkt, aber auch, was einem blüht in einem Regime, dass seit vierzig Jahren seine Bürger unter­drückt, gängelt, bevor­mun­det und tötet, gegen Israel und die USA eine puber­täre Tourette-Rhe­to­rik pflegt und mit großen Summen den Terror finan­ziert. Ob unser Bun­des­prä­si­dent das auch weiß? Schließ­lich hat er den Macht­ha­bern erst im letzten Jahr zum 40. Jah­res­tag ihres Put­sches gra­tu­liert. Die Tages­schau weiß: „Vor ein paar Tagen sah es für das System noch rosig aus. Das Blut des im Iran belieb­ten Gene­rals Sol­ei­mani kon­so­li­dierte für einen Moment das System der Isla­mi­schen Repu­blik.“ weiter lesen

Oh well, we live and learn – vom Scheitern der Endzeitsekten

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Statt mit dem Motor­rad durch den Hüh­ner­stall fährt die „Umwelt­sau“ mit dem WDR immer noch Schlit­ten und die Ver­tei­di­ger des „harm­lo­ses­ten Satire-Songs des Uni­ver­sums“ sind immer noch empört. Vor allem über die „vor­ei­lige Ent­schul­di­gung” des WDR-Inten­dan­ten Tom Buhrow. Spiegel-Bürste Lobo spricht gar von „vor­zei­ti­gem Nach­richt­ener­guss“ durch die ver­stärkte Auf­merk­sam­keit für derlei Peti­tes­sen in den sozia­len Medien und schiebt die Reak­tio­nen somit in Rich­tung psy­cho­lo­gi­sche Dys­funk­tio­na­li­tät und Reiz­über­flu­tung. „Die #Umwelt­sau ist über­haupt nur groß gewor­den, weil NRW-Minis­ter­prä­si­dent Armin Laschet und die „Bild”-Zeitung auf den Zug der Empö­rung auf­ge­sprun­gen sind.“ Spricht da der Neid, weil BILD bei einem Kin­der­lied für mehr Auf­re­gung sorgen kann als der Spiegel mit seiner Netz-Checker-Kolumne? Aber ich will mich hier nicht in einer Analyse ver­lau­fen, wer wann und wie zu media­ler Zu-Tode-Betrach­tung neigt. Es bringt nichts, den hyper­ven­ti­lier­ten „Kampf gegen rechts“ auf­wie­gen zu wollen gegen den Frust vieler Objekte öffent­lich-recht­li­cher Hal­tungs­er­zie­hung. Viel­mehr ist es Zeit, eine Zwi­schen­bi­lanz des Kli­ma­wahn­sinns zu ziehen, in dessen Strudel „Fridays for Future”, ARD-Framing, WRD-Kin­der­chor, GEZ-Frust und Umwelt-Inju­rien des Kali­bers „SUV-Fahrer“ oder „Umwelt­sau“ die öffent­li­che Meinung immer weiter in die Tiefe ziehen. weiter lesen

Energiewende: Mein Strom ist besser als deiner!

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Alle Fragen zur Energiewende beantwortet?Es war das Problem man­gel­haf­ter Tech­nik­fol­ge­ab­schät­zung in der Ener­gie­wende, welches Cora Stephan in ihrem Kom­men­tar auf NDR​.de behan­delte. Mit Phil­lipps­burg II ging gerade ein wei­te­res grund­last­fä­hi­ges Kern­kraft­werk end­gül­tig vom Netz und die ent­stan­dene Lücke, immer­hin ein Fünftel des Strom­be­darfs von Baden-Würt­tem­berg, fließt nun aus Frank­reich (Atom) und Polen (Kohle) zu uns. Doch auch Wind­an­la­gen haben Lauf­zei­ten, auch Solar­pa­neele müssen irgend­wann ent­sorgt werden…wie steht es also wirk­lich um die Nach­hal­tig­keit, wie um die Ver­sor­gungs­si­cher­heit? Alles berech­tigte Fragen, sollte man meinen. Alles auch Fragen, um die sich Inves­to­ren und Betrei­ber von Wind- und Solar­an­la­gen und unsere Regie­rung doch sicher Gedan­ken gemacht haben müssen, nimmt man an. Doch wo Sub­ven­tio­nen im Spiel sind, setzt oft nicht nur der Sach­ver­stand aus. Auch der Wett­be­werb hat schlechte Karten. Zuge­ge­ben: auch die Kern­ener­gie wäre ohne reich­lich Sub­ven­tio­nen nie an den Start gekom­men. Man sollte aber nicht glauben, Firmen wie Siemens hätten ein gestei­ger­tes Inter­esse daran gehabt, diese Kraft­werke zu bauen. Das war der Staat – und zwar aus Pres­tige-Gründen. Und wenn Mil­li­ar­den an Sub­ven­tio­nen winken, baut man das, was gewünscht wird. Das ist heute nicht anders als vor 50 Jahren. weiter lesen

24 Stunden Facebooksperre für mich

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Wir gestat­ten auf Face­book keine Symbole, Ver­herr­li­chung oder Unter­stüt­zung von gefähr­li­chen Per­so­nen oder Orga­ni­sa­tio­nen“ heißt es in der Begrün­dung. Nun hatte ich einen O‑Ton der Tages­schau (wört­lich) zitiert und die Sendung als Video ver­linkt: „Mit General Sol­ei­mani ist für sie (die Iraner) ein Volks­held gestor­ben, der im Irak und Syrien Ter­ro­ris­ten bekämpft hat.“ Face­book kommt also zum Schluss, dass die ARD-Tages­schau eine gefähr­li­che Person (Sol­ei­mani) ver­herr­licht oder unter­stützt (oder ver­harm­lost) (und so würde ich das ja auch aus­drü­cken) und hat mich mit einer 24-Stunden-Face­book­sperre belegt. weiter lesen

Porträt des Georg Kurz: Übersetzung Neusprech – Deutsch

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Über was für Typen man doch manch­mal stol­pert, wenn man im Inter­net spa­zie­ren geht! Georg Kurz, der neue Spre­cher der Grünen Jugend, ist ein solcher Stol­per­fund. Und schwer im Kommen, möchte ich meinen! Denn ange­sichts des dem­nächst in Kom­pa­nie­stärke benö­tig­ten poli­ti­schen Fach­per­so­nals für Kanz­ler­amt und Minis­te­rien ist die Nach­wuchs­or­ga­ni­sa­tion „Grüne Jugend“ – wie jede andere ver­gleich­bare Partei-Orga natür­lich auch – Kader­schmiede. Dort wird die par­tei­ei­gene Ideo­lo­gie nicht als dürre Suppe geschlürft, sondern als Brüh­wür­fel gekaut. Wir werden also sicher noch einiges hören von Georg Kurz, der sich in seinem Amt für höhere Weihen emp­fiehlt. DIE WELT jeden­falls hat ihm ein Porträt gewid­met, welches der Autor Ansgar Graw als „Zeit­reise zu den Ur-Grünen“ bezeich­net. weiter lesen

WDR und Kinderchor – und sie wissen, was sie singen!

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Nun isses halt weg, das Umwelt­s­au­lied und der WDR stellt ganze Kom­pa­nien zur Ent­schul­di­gung und Erklä­rung auf, um wegen dieser Pein­lich­keit doch noch irgend­wie die Kurve zu kriegen. Ich finde, man sollte den WDR in dieser Sache nicht so einfach vom Haken lassen. Gerade weil man sich dort aus­ge­rech­net darauf beruft, die Kinder des Chores schüt­zen zu wollen. Doch auch das Argu­ment der Instru­men­ta­li­sie­rung, das dem WDR nun um die Ohren fliegt, greift zu kurz. Denn die Kinder, die da singen sind die­sel­ben und im selben Alter wie jene, die (außer­halb der Ferien) frei­tags Schule schwän­zen – und die werden schließ­lich von Eltern, der Politik und den Medien hofiert. Das alles sei so toll, man müsse auf sie hören und am besten alles genau so machen, wie die kleinen Racker es ver­lan­gen. Habt ihr alle die „Raus aus der Kohle, runter mit Flug­zeu­gen“ Rufe ver­ges­sen? Oder euren Applaus? Kinder im Alter von 9 bis 13 Jahren werden also beim Singen instru­men­ta­li­siert und beim Demons­trie­ren nicht? Obwohl die Parolen die­sel­ben sind? weiter lesen

CORRECTIV widerlegt ein Meme

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Mitt­ler­weile ist wohl jeder schon mal über die Ergeb­nisse der Tätig­keit von Cor­rec­tiv gestol­pert, diese sich für unab­hän­gig und gemein­nüt­zig hal­tende NGO, die ihre teils sehr zwei­fel­haf­ten Recher­chen para­si­tär an die Bei­träge anderer in den sozia­len Medien andockt, um einer­seits deren Glaub­wür­dig­keit zu unter­gra­ben, die Ver­brei­tung zu bremsen und die Restreich­weite für die Ver­brei­tung der eigenen, „unab­hän­gi­gen“ und einzig rich­ti­gen Meinung oder Inter­pre­ta­tion zu nutzen. In Deutsch­land hat keine andere Orga­ni­sa­tion die Macht, per „Basta“ andere Mei­nun­gen zu unter­drü­cken, ein­zu­schrän­ken und zu dis­kre­di­tie­ren. weiter lesen

Brexit: Der Schmerz sitzt tief – in Presse und Politik

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BrexitEs hat nicht lang gedau­ert, bis unsere Qua­li­täts­me­dien umschal­te­ten: von „Labours Auf­hol­jagd“ am Don­ners­tag über die Schock­starre nach 22 Uhr Green­wich Time bis zu den neu erwach­ten staats­tra­gen­den Beden­ken am Morgen danach. Wer den ganzen Don­ners­tag frei von Nach­rich­ten ver­bracht hat und erst am Freitag wieder in den mono­di­rek­tio­na­len Strom einbog, musste den Ein­druck gewin­nen, die Briten hätten nicht etwa ein Par­la­ment gewählt, sondern statt­des­sen ihren EU-Aus­tritt auf unbe­stimmte Zeit ver­scho­ben. Am 1.2.2020 nämlich, wenn (wie jeder weiß, der den Wahl­aus­gang ver­folgt hat) die Briten die EU ver­las­sen haben werden – und wofür kann man Futur II siche­rer ver­wen­den –, steht ihnen nach Meinung zahl­rei­cher Beden­ken­trä­ger in Ämtern und Medien die eigent­li­che Brexit-Hürde erst noch bevor. Denn es müsse ja noch die ver­ein­barte Zeit bis zum Dezem­ber 2020 genutzt werden, um das finale, end­gül­tige und all­um­fas­sende Abkom­men mit der EU über dies und das und den ganzen Rest abzu­schlie­ßen. weiter lesen

Der demokratische Insel-Sozialismus von Corbyn und Blakeley

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Eines der ver­stö­rends­ten Inter­views, die ich seit langem lesen durfte, steht in der ZEIT. Grace Bla­keley, eine 26 Jahre alte Öko­no­min aus Groß­bri­tan­nien und „Ver­fech­te­rin des demo­kra­ti­schen Sozia­lis­mus“, faselt darin von der Rettung der Briten durch eine Labour-Regie­rung. „Der Kapi­ta­lis­mus ist am Ende“, so Bla­keley. Nun, als Mit­glied im Natio­nal Policy Forum der Labour-Partei, die einst unter Blair zu „New Labour“ wurde und unter Corbyn gern wieder zu „Old Labour“ werden will, muss sie wohl so reden. Dass es Men­schen gibt, die so denken, ist auch nicht weiter bemer­kens­wert. Schließ­lich befasst sich auch in Deutsch­land ein ganzes Par­tei­en­spek­trum mit sozia­lis­ti­schen Träu­me­reien vom digi­ta­li­sier­ten Arbei­ter- und Bau­ern­pa­ra­dies. Erstaun­lich ist jedoch, dass es aus­ge­rech­net immer extrem pri­vi­le­gierte Men­schen zu sein schei­nen, die sich der kom­mu­nis­ti­schen Welt­ge­stal­tung ver­pflich­tet fühlen. Hier einige Ent­geg­nun­gen auf Bla­keleys Kern­ge­dan­ken: weiter lesen