Brexit: Ein Stern weniger und ein oberflächlicher Brief

4

Wir leben in einer Zeit der gera­dezu epi­de­mi­schen Ver­brei­tung von Sym­bo­len sowie deren poli­ti­scher Auf­la­dung und Instru­men­ta­li­sie­rung. Bun­des­tags­ab­ge­ord­nete der SPD tragen weiße Blusen anläss­lich 100 Jahre Frau­en­wahl­recht, Demons­tran­ten in Europa und den USA tragen rosa Mützen als Protest gegen Donald Trump, gelbe Westen dürfte der Fran­zö­si­sche Prä­si­dent noch in seinen Alb­träu­men sehen und neu­er­dings tragen deut­sche Jus­tiz­mi­nis­te­rin­nen mit EU-Ambi­tio­nen dun­kel­blaue Hoodies samt EU-Logo mit Stern­aus­fall um…ja um was eigent­lich aus­zu­sa­gen? „Wer in der Krea­tiv­szene was auf sich und sein poli­tisch auf­ge­klär­tes Image hält, der besitzt so einen Pulli“ meint die Welt. Auf­ge­klär­tes Image also und Frau Barley hält sich offen­bar für kreativ. Dem EUnify-Pulli fehlt nämlich ein Stern, es sind nicht zwölf, sondern nur elf. Die Briten sind raus. De facto noch nicht ganz und viel­leicht sogar nie richtig, mora­lisch sind sie abge­schrie­ben von „Genera­tion EU-Iden­ti­tät“ denn sie haben gezwei­felt am Weg der EU und nun wirft man ihnen schnell noch ein paar ver­lo­gene Kro­ko­dils­trä­nen hin­ter­her. weiter lesen

Vereinte Nationen gegen Israel – wie die UNO den jüdischen Staat delegitimiert

8

Eine Rezen­sion zum Buch von Alex Feu­er­herdt und Florian Markl. Wer Bücher wie dieses wirk­lich inten­siv liest, bekommt eine Vor­stel­lung davon, was es heißt, sich ein Thema wirk­lich zu erar­bei­ten. Es ist zeit­auf­wän­dig, in den Quellen nach­zu­schla­gen, aber ich habe es immer wieder getan, um Gewiss­heit über das zu erlan­gen, was ich doch schon aus eigenen Recher­chen und Arti­keln oder aus anderen Büchern kannte. Die Fakten spre­chen eine klare Sprache und in Sachen Israel und UN besteht diese Sprache seit Jahr­zehn­ten vor­wie­gend aus grund­lo­sen Ver­ur­tei­lun­gen, halt­lo­sen Unter­stel­lun­gen, gefälsch­ten Anschul­di­gun­gen und der Ver­harm­lo­sung von Terror. Tuvia Tenen­boms Buch „Allein unter Juden“ lie­ferte bereits vor einigen Jahren einen guten Über­blick über Agenda und Vor­ge­hens­weise von UN und den zahl­rei­chen NGO in Israel, das Buch von Feu­er­herdt und Markl liefert ein chro­no­lo­gisch sor­tier­tes eis­kal­tes Buffet an Fakten dazu, dass einem beim Beladen des Tellers schon schlecht werden kann. Ange­kom­men auf Seite 239 von „Ver­einte Natio­nen gegen Israel“ gab mein Text­mar­ker auf – leer. Aber da lagen nur noch 43 Inhalts­sei­ten vor mir, den Rest des Buches bilden 701 Quellen-Anmer­kun­gen und 22 Seiten ver­wen­dete Lite­ra­tur. Was der Umfang des Buches zunächst nur erahnen lässt, zeigt sich spä­tes­tens dort: es ist eine der wohl umfang­reichs­ten und voll­stän­digs­ten Arbei­ten zum Thema. weiter lesen

Zwischen Leber und Miliz – Schreiben am Rande des Gesinnungsdeliriums

9

Sebas­tian Leber ist beim Tages­spie­gel für die Beleuch­tung zustän­dig. Er setzt dort den „rechten Rand“ in schar­fes und den „linken Rand“ in schmei­chel­haft weiches Licht. Etwa als er mit Blick auf Chem­nitz fragt, „Wie rechts ist die Stadt?“ oder im Artikel „Danke, liebe Antifa!“ mit pas­tel­le­nen Farben zur Ver­tei­di­gung einer „viel geschol­te­nen Subkultur (meine Her­vor­he­bung) anhob. Doch was ist der Schnee von gestern gegen einen Shit­s­torm von heute! Einem solchen sah sich nämlich aktuell Nicole Diek­mann vom ZDF aus­ge­setzt und wer wollte bestrei­ten, dass derlei sozial-mediale Fle­ge­leien eine unan­ge­nehme und meist auch völlig unan­ge­mes­sene Sache sind. Was mich zum Bei­spiel prin­zi­pi­ell an solchen Wut-Tiraden stört, ist die völlige Abwe­sen­heit sach­li­cher Argu­mente, die es auch in diesem Fall durch­aus gegeben hätte. Es ging statt­des­sen nur noch darum, mög­lichst kräftig aus­zu­ho­len, um Knie und Schien­beine des Kon­tra­hen­ten zu treffen. „Ad hominem” also und damit an der Sache vorbei. Die Kon­den­sa­ti­ons­kerne, um die herum sich die Gewit­ter­wol­ken bilden, kommen jedoch seit Jahren von aus­nahms­los allen (!) poli­ti­schen Par­teien und die Saat scheint gut auf­zu­ge­hen in diesem Land, wie der aktu­elle Anschlag auf den Bremer AfD-Chef gezeigt hat. Für bedau­ernde Sprüche und schein­hei­lige Aufrufe zur Mäßi­gung ist es wohl leider schon zu spät, der poli­ti­sche Gegner wird nicht mehr als Mensch wahr­ge­nom­men und ist längst zum Zerr­bild des Feindes schlecht­hin mutiert. Soviel zum Prin­zi­pi­el­len, wenden wir uns dem Spe­zi­el­len des Falles Diek­mann zu und was der Beleuch­ter Leber damit zu schaf­fen hat. weiter lesen

Beweis erbracht: Facebook hat sie nicht mehr alle!

7

24-Stunden-Sperre

Nachdem Joachim Stein­hö­fel auf seiner Wall-of-Shame darüber berich­tete, dass Roland Mösl für das Posten eines Welt-Arti­kels aus dem Jahr 2014 gesperrt und der Artikel bei Face­book auto­ma­ti­siert gelöscht wird, wollte ich wissen, ob die auto­ma­ti­sierte Sperre auch bei mir zuschnappt. Fast 24 Stunden war der Artikel online und immer wieder berich­te­ten User, dass ihr eigener Selbst­ver­such binnen Minuten zur Löschung und Ver­war­nung führte.

Nun auch bei mir, zuzüg­lich einer 24-Stün­di­gen Sperre mit Andro­hung eines Zuschla­ges, sollte ich mich künftig nicht besser beneh­men. Nun, das kannst Du schon mal ver­ges­sen, Face­book! „Die Welt“ ist ein aner­kann­tes – wenn sicher auch nicht all­seits belieb­tes Medium der deut­schen Pres­se­land­schaft. Der Autor des Arti­kels, Clemens Wergin, ist im Gegen­satz zu vielen anderen noch nicht durch Relo­tia­den auf­ge­fal­len, sein Text war und ist von der im Grund­ge­setz ver­an­ker­ten Presse- und Mei­nungs­frei­heit geschützt, ebenso mein Recht auf Link und Zitat. Face­book ver­stößt also gegen meine Grund­rechte. Nur Halb-Auto­ma­ti­siert, wie es den Anschein hat. weiter lesen

Betreutes Twittern mit Robert Habeck

10

Nein, gemeint hat der Robert Habeck natür­lich nicht, was er da schon mehr­fach auf Twitter raus­ge­hauen hat. Bayern befreien, Thü­rin­gen demo­kra­ti­sie­ren… Miss­ver­ständ­nisse, Ein­zel­fälle. Der Robert hatte sich nur kurz­fris­tig nicht unter Kon­trolle, das kommt vor. Und wer von uns hätte sich nicht schon mal in der Eile zwi­schen zwei Rot-Phasen an der Ampel oder wegen der Hektik beim men­ta­len Ver­ar­bei­ten einer Mes­ser­at­ta­cke in der Nach­bar­schaft vertwit­tert oder ver­face­bookt? Der Unter­schied zwi­schen den ver­ba­len Social-Media-Ent­glei­sun­gen unserer sono­ri­gen Sei­den­schal-Poli­ti­ker und den wut­bür­ger­li­chen Stimmen der Plebs an der Pegida-Basis ist aber eben, dass der Aus­rut­scher des einen eine läss­li­che Sünde dar­stellt, (sofern der Shit­s­torm aus dem Ruder läuft, sonst ist es nämlich gar keine) während der andere prin­zi­pi­ell zum miesen Kerl mit braunen Vor­fah­ren und schwar­zer Seele her­un­ter­ge­schrie­ben wird, der Flücht­linge zum Früh­stück ver­speist und alle Grenzen mit Selbst­schuss­an­la­gen ver­se­hen möchte – und zwar die von 1937! Weiße alte Männer eben. Kennste den aus Braunau, kennste alle! Des einen kleiner Aus­rut­scher ist des anderen see­len­tie­fes Hate-Speech. Manche sind eben habe­cker als andere. Das NetzDG löscht zwar fleißig, aber eben die Klas­sen­un­ter­schiede des Sag­ba­ren nicht aus. weiter lesen

Deutschland und die IT – ein Blick in meine USB-Glaskugel

6

Die Nerven liegen blank im poli­ti­schen Berlin, seit ein Daten­leck unbe­kann­ter Pro­ve­ni­enz und Größe die Mit­tel­mä­ßig­keit unseres Regie­rungs­ma­te­ri­als und der ihm zuar­bei­ten­den Büro­kra­tie offen­bart hatte. Schon wieder! Man über­bie­tet sich nun in mar­ki­gen For­de­run­gen und schüt­telt drohend die Faust in unbe­kannte Rich­tung, was aus der Ferne betrach­tet so wirkt, als würden die Ver­ant­wort­li­chen mit ver­bun­de­nen Augen ver­su­chen, eine Piñata zu treffen. Doch was für lächer­li­che Knüppel stehen für diese Aufgabe zu Gebote! weiter lesen

Der Gipfel der Verlogenheit

9

Ich wusste ehrlich nicht, ob ich lachen oder heulen sollte, als ich eben neue Bilder des staat­li­chen schwe­di­schen TV-Senders sah, der den Zuschau­ern in einem kurzen Clip die Kli­ma­ak­ti­vis­tin Greta Thun­berg vor­stellte. Wir erin­nern uns an die Meldung, die anläss­lich der Kli­ma­kon­fe­renz in Kat­to­wice in ARD und ZDF rauf und runter gezeigt wurde. Im offi­zi­el­len Clip ist am Ende von Gretas Rede zwar nur spär­li­cher Applaus zu hören, aber die Totale einer dicht besetz­ten Stuhl­reihe machte den Ein­druck eines gut besetz­ten Audi­to­ri­ums. Die Bilder des schwe­di­schen TV-Teams sind da ehr­li­cher und näher an dem, was wirk­lich war: ein so gut wie leerer Saal! Niemand inter­es­sierte sich für Gretas Akti­vis­ten­ge­zwit­scher! Ihre Rede war nie als Kopf­wä­sche an die zu langsam arbei­ten­den Kli­ma­ret­ter gedacht. Die dachten nämlich über­haupt nicht daran, sich von einer 15-jäh­ri­gen beleh­ren zu lassen. Wir waren die Ziel­gruppe! Lasst doch die Zuschauer in aller Welt Trän­chen der Rührung ver­gie­ßen, wir Kli­ma­ret­ter brau­chen keine Beleh­run­gen – nicht von kri­ti­schen Wis­sen­schaft­lern und auch nicht von über­ei­li­gen Akti­vis­ten. Greta war für Selfies gut, nicht für Grund­satz­re­den! Wenn es noch eines Bewei­ses bedurft hätte, was für ver­lo­gene Ver­an­stal­tun­gen diese COP-Kon­fe­ren­zen sind – einige grund­sätz­li­che Worte hatte ich hier zu sagen – dann ist er nun erbracht. Ebenso bewie­sen ist die mani­pu­la­tive Art der Bericht­erstat­tung unserer Medien, die uns ein gut besetz­tes Publi­kum vor­gau­kel­ten, obwohl nur eine Hand­voll Men­schen anwe­send war, die wohl den Nacht­zug nach War­schau ver­passt hatten. Wir hätten unseren Ohren trauen sollen, nicht unseren Augen. Was für eine erbärm­li­che Scheiße! weiter lesen

Fast geschafft: das Bloggerjahr 2018

5

Das Gefühl, ver­ein­nahmt zu werden, kann dem der Hilf­lo­sig­keit sehr ähnlich sein. Sofern man dies zulässt. Der Vorwurf, sich ver­ein­nah­men zu lassen ist es deshalb, gegen den man sich im Laufe der Zeit immer häu­fi­ger zur Wehr setzen muss. Die Ein­schläge, abge­feu­ert aus den Kanonen „Ver­leum­dung“ und „Zuschrei­bung“ kommen immer häu­fi­ger und es ent­wi­ckelt sich immer mehr zum täg­li­chen Sport, ihnen aus­zu­wei­chen. Aber wenn man wie ich in 2018 fast 120 Artikel schrieb, in denen ich mich am Main­stream aus Kli­ma­ret­tung, Ver­plan­wirt­schaf­tung, Migra­ti­ons­be­sof­fen­heit, media­len Schön­wet­ter­fron­ten, ster­ben­den Par­teien und anti-israe­li­scher Pro­pa­ganda abar­bei­tete, darf man sich natür­lich nicht wundern, wenn man hin und wieder auf die Mütze bekommt. Das hält fit. Auf der anderen Seite freue ich mich immer wieder die­bisch, wenn Trigger und Tret­mi­nen in meinen Arti­keln exakt so zünden, wie ich es beab­sich­tigte und damit die rich­ti­gen Leute zum Kochen bringe. Deren Beschimp­fun­gen nehme ich stets sehr gern ent­ge­gen, auch wenn ich nie ver­ste­hen werde, warum man glaubt, mir die deto­nier­ten Zünder appor­tie­ren zu müssen. weiter lesen

Klimawandel – was ist zu tun? Ein etwas anderes Fazit der COP24

11

Die Kli­ma­kon­fe­renz COP24 ist Geschichte und je nachdem, welchen Poli­ti­ker oder Akti­vis­ten man fragt, liegt die Bewer­tung des Erfolgs irgendwo zwi­schen „Mei­len­stein“ und „Total­ver­sa­gen“. Und das sind wohl­ge­merkt nur die Stimmen der Befür­wor­ter, nicht von Kri­ti­kern der Klima-Hys­te­rie und des all­jähr­li­chen Wan­der­zir­kus COP. Der Wunsch der durch gut orga­ni­sierte Lob­by­grup­pen auf­ge­hetz­ten Poli­ti­ker, einst als Welt­ret­ter in die Geschichte ein­zu­ge­hen, lässt diese zu gera­dezu ekel­haf­ten psy­cho­lo­gi­schen Tricks greifen. Etwa, indem man ein fünf­zehn Jahre junges Mädchen mit Pippi-Lang­strumpf-Zöpfen als Fackel der sofor­ti­gen Decar­bo­ni­sie­rung Europas und der ganzen Welt auf eine wie Zunder bren­nende, auf­ge­wie­gelte Menge von Akti­vis­ten los lässt, die zu jeder noch so absur­den Selbst­be­zich­ti­gung fähig sind. Mea culpa, mea maxima culpa! Ich berich­tete darüber. Nun ist es eine Sache, eine Ideo­lo­gie zu ver­spot­ten und als Buden­zau­ber zu bezeich­nen. Eine ganz andere jedoch, Vor­schläge zu machen, wie es besser gehen soll. Schließ­lich seien bei dieser Art Kon­fe­ren­zen aus­ge­wie­sene Exper­ten am Werk, da soll der Laie doch besser demütig schwei­gen. weiter lesen

Haltungsschaden – das systemrelevante Prinzip Relotius

7

Was dachten Sie zuerst, als Sie von der Spiegel-Meldung „in eigener Sache“ hörten, man habe da ein gewis­ses Problem, kenne den genauen Schaden noch nicht, hätte den Betrü­ger jedoch bereits gefeu­ert und arbeite mit Hoch­druck an der Auf­ar­bei­tung des Skan­dals? Falls Sie ehrlich ent­setzt und über­rascht waren, müssen Sie die letzten Jahre mit geo­lo­gi­schen Studien in der Wüste Gobi zuge­bracht haben, sofern sie Leser des Spie­gels sind oder waren. Ein lautes „wie-konnte-das-nur-pas­sie­ren“ kam denn auch nur von Jour­na­lis­ten­kol­le­gen. Denen war nämlich offen­bar nichts auf­ge­fal­len an den „Repor­ta­gen“ von Claas Relo­tius und die Branche hofierte ihn, über­häufte ihn mit Preisen und Lau­da­to­ren aller Couleur über­zu­cker­ten seine Arbeit mit gefüh­li­gen Super­phra­sen und stell­ten ihm Zeug­nisse aus, die ihn als Staats­rats­vor­sit­zen­den qua­li­fi­ziert hätten. Etwa Patri­cia Riekel, ehe­ma­lige Chef­re­dak­teu­rin der „Bunte”, die Claas Relo­tius anläss­lich der Ver­lei­hung des Katho­li­schen Medi­en­prei­ses 2017 am 16. Oktober 2017 in Bonn über den grünen Klee lobte: weiter lesen

Weltretter im Energie-Nimmerland

9

Während ich noch Witze darüber riss, ob Greta Thun­berg auf ihrem Kli­ma­ret­tungs­feld­zug gegen fossile Energie nicht viel­leicht eine schweröl­ver­bren­nende Schwe­den­fähre benutzt hat, um von Stock­holm nach Kat­to­wice zu kommen, wusste ein Leser schon mehr über den tat­säch­li­chen Anrei­se­weg. Das lag wohl daran, dass ich nur selten aus­ge­rech­net den „Süd­deut­schen Beob­ach­ter“ zu Rate ziehe, wenn ich ver­läss­li­che Infor­ma­tio­nen brauche. In diesem Fall mache ich aber gern eine Aus­nahme. Die SZ erreichte Greta nämlich auf der Anreise zur COP24 mit ihrem Vater und dessen Elektro-Flie­wa­tüüt für ein tele­fo­ni­sches Inter­view. SZ: „Wo bist du im Moment?“ Greta: „Wir sind in Däne­mark und werden in elf oder zwölf Stunden in Kat­to­wice sein. Wir sind im Elek­tro­auto unter­wegs und müssen etwa alle zwei Stunden anhal­ten und auf­la­den.“ weiter lesen

Greta Thunberg: Weltrettung durch Schule schwänzen

15

Der welt­weite Klima-Zirkus hat eine neue Gal­li­ons­fi­gur. Sie heißt Greta Thun­berg, kommt aus Schwe­den und ist 15 Jahre alt. Auf der Kli­ma­kon­fe­renz COP24 hatte Greta Gele­gen­heit, den laschen erwach­se­nen Kli­ma­nicht­ret­ten­kön­nern ordent­lich den Marsch zu blasen, als sie im Namen der Initia­tive „Climate Justice Now“ zu den ver­sam­mel­ten Welt­ret­tern spre­chen durfte. Die Rede war vom „Not­bremse ziehen“, von „Gerech­tig­keit in der Kli­ma­frage“ und davon, dass „unsere Zivi­li­sa­tion geop­fert wird, um Geld zu machen“. Man kann sich natür­lich nicht ernst­haft kri­tisch über die Ver­stie­gen­hei­ten von Teen­agern äußern, aber Greta agiert ja nicht im leeren Raum, sie ist das Produkt einer Sozia­li­sie­rung und eines Bil­dungs­sys­tems. Und wie das in Schwe­den – und nicht nur dort – gepolt ist, weiß man spä­tes­tens nach Gretas Aussage, dass „die Armut der Vielen den Luxus der Wenigen“ bezahle. Das ist nämlich barer Unsinn und ent­spricht exakt den Vor­stel­lun­gen linker Ideo­lo­gen, deren Denken in dumpfer Kapi­ta­lis­mus­kri­tik stecken geblie­ben ist. weiter lesen

Trau dich, anders zu sein

3

Hilfe, mein Hund über­holt mich rechts!“ – Ein Buch von Dirk Maxei­ner

Ich mag Kurz­ge­schich­ten. Viel­leicht deshalb, weil ich selber welche schreibe. Ich mag Erzäh­lun­gen, die über ihr Thema mit Leich­tig­keit und Distanz hin­weg­tän­zeln. Viel­leicht deshalb, weil mir das selbst nur selten gelingt. Ich mag, wenn ein Autor treff­si­cher die komi­schen Seiten eines ernsten Themas betrach­ten kann, ohne sich selbst dabei zu wichtig zu nehmen oder sich über den Gegen­stand seines Spotts zu erheben. Viel­leicht, nein, sicher deshalb, weil ich als Leser auf diese Weise die Wahr­heit leich­ter erträg­lich finde. Wer lacht, führt. Wer zuletzt lacht, führt am längs­ten. Dirk Maxei­ner alias „Der Sonn­tags­fah­rer“, Mit­her­aus­ge­ber der „Achse des Guten“, hat in seinem neuen Buch einige seiner besten Geschich­ten zusam­men­ge­fasst. Kurze Geschich­ten, in denen er als Text-Bal­le­rina die Pro­bleme schwe­re­los über­tanzt und antippt, damit sie dann im Leser wei­ter­klin­gen und aus­zit­tern können. Kurz ist an den Texten nämlich nur die Länge, gewis­ser­ma­ßen die Zünd­schnur für den Subtext, den man im Kopf mühelos wei­ter­spin­nen und zur Explo­sion bringen kann. Wie im Slap­stick, wo der ange­deu­tete Wurf der Torte aus­reicht, sich diese zer­flie­ßend im Gesicht einer nicht im Bild befind­li­chen Person vor­zu­stel­len. weiter lesen

Die Bundesbank, das Bargeld und der 500-Euro-Schein

7

Die Bun­des­ban­ken Öster­reichs und Deutsch­lands geben noch bis April 2019 weiter 500-Euro-Scheine aus, obwohl Ende Januar 2019 Schluss sein sollte mit den dicken Schei­nen. Der Spiegel begrün­det das damit, dass diese beiden Zen­tral­ban­ken nomi­nell die meisten dieser Scheine im Umlauf haben und erzählt dem Leser gleich mehr­fach einen vom Pferd. Denn es ist ja nicht so, dass die Scheine direkt unters Kon­su­men­ten­volk gestreut würden. Viel­mehr ver­sorgt man die ange­schlos­se­nen Banken damit und diese haben offen­bar einen erheb­lich grö­ße­ren Bedarf, mit den großen Schei­nen die Tresore Schwei­zer Dienst­leis­ter der Wert­auf­be­wah­rungs­bran­che zu füllen, als ihre Kol­le­gen in Italien, Spanien oder Grie­chen­land. Deutsch­land und Öster­reich sind derzeit Flucht­län­der, dort bringen die Euro­päer ihr Erspar­tes in Sicher­heit. Ein­la­gen, mit denen die Banken kaum etwas anfan­gen können ange­sichts der Nega­tiv­zin­sen. Also: ab in den Tresor damit, dann ist der Zins nur Null* und dreht nicht gleich ins Minus. So war das natür­lich nicht gedacht, als der Euro ein­ge­führt wurde. Bank­no­ten sollten im Umlauf sein und nicht zur Wert­auf­be­wah­rung im großen Stil dienen. weiter lesen

Islamkonferenz: Der Lack ist ab!

22

Seit zwölf Jahren gibt es die Islam­kon­fe­renz nun schon. Es handelt sich dabei um eine Initia­tive des Innen­mi­nis­te­ri­ums, um fol­gende The­men­schwer­punkte zu bear­bei­ten: Prä­ven­ti­ons­ar­beit mit Jugend­li­chen (Stich­wort: Radi­ka­li­sie­rung, Anti­se­mi­tis­mus), Fort­bil­dung von reli­giö­sem Per­so­nal (Stich­wort: was lehren die Imame und wer bezahlt sie), Rol­len­bil­der in mus­li­mi­schen Milieus (Stich­wort: Rolle von Frauen und Mädchen, Eman­zi­pa­tion, patri­ar­chale Struk­tu­ren) und bessere Inte­gra­tion (Stich­wort: Arbeits­markt, wie­derum Eman­zi­pa­tion). Der Staat glaubte, für all dies Ansprech­part­ner zu benö­ti­gen und beging damit den Kar­di­nal­feh­ler, über das eher will­kür­li­che Grup­pen­merk­mal „mus­li­misch“ mit Pro­gram­men, Auf­merk­sam­keit und natür­lich Geld zu locken. Diesem Lockruf folgten vor allem die isla­mi­schen Ver­bände, auch wenn diese kei­nes­wegs für sich in Anspruch nehmen können, eine Mehr­heit der Muslime in Deutsch­land zu ver­tre­ten. Ich halte die ganze Kon­fe­renz für obsolet, weil ich die Insti­tu­tio­na­li­sie­rung und Ver­flech­tung der Islam­ver­bände mit der Politik für gefähr­lich halte. Zudem ist die Kon­fe­renz in meinen Augen in sämt­li­chen Schwer­punkt­the­men keinen Schritt vor­an­ge­kom­men. Aber nu isse halt da, wie die Kanz­le­rin sagen würde. Der Innen­mi­nis­ter hat keine Chance, also sollte er sie nutzen! Denn bei allem was jetzt kommt, muss immer klar sein: es ist seine Ver­an­stal­tung! Er läd ein, er bezahlt die Musik, er hat den ganzen Klimbim ins Leben gerufen. weiter lesen