Notre-Dame: Ein Millenial belehrt das Mittelalter

17

In Arti­keln wie diesem von Anne Kunz in der „Welt“ zeigt sich exem­pla­risch, warum der Jour­na­lis­mus in diesem Land derart auf den Hund gekom­men ist. Ober­leh­rer­haft und atemlos rennen Kunz und Genos­sen mit ihren klein­geis­ti­gen Geo­drei­ecken durch die Geschichte um Maß zu nehmen. Was hätte sich die Mensch­heit doch alles sparen können, wäre der Athe­is­mus vor dem Mono­the­is­mus erfun­den worden, die 2-Zimmer-Küche-Bad-Wohnung in Hamburg-Altona vor dem ver­schwen­de­ri­schem Barock und wie schön wäre es doch gewesen, wenn der Tesla schon gefah­ren wäre, bevor jemand auf die Idee kam, in Texas nach Öl zu bohren. Mit dem Halb­bil­dungs­dün­kel glu­ten­freier Mil­le­ni­als betrach­tet, bricht jede Errun­gen­schaft ver­gan­ge­ner Epochen im LED-Licht der Neuzeit in sich zusam­men: zu teuer, zweck­los, nicht kli­ma­neu­tral, man­gelnde soziale Gerech­tig­keit, falsch gegen­dert. Pyra­mi­den fallen durch, weil sie auch durch Skla­ven­ar­beit errich­tet wurden, die Kanal­bau­ten von Suez oder Panama sind eine einzige Umwelt­zer­stö­rung, der Die­sel­mo­tor wird vom Sockel der indus­tri­el­len Revo­lu­tion geholt und als Fein­staub­schleu­der ver­teu­felt. Wie viele Kin­der­gar­ten­plätze ent­stan­den wohl nicht, weil die Ame­ri­ka­ner unbe­dingt zum Mond wollten? Wenn sich Kunz prüfend und rügend rück­wärts durch die Zeit schreibt, erscheint die Gegen­wart allein als Ergeb­nis end­lo­ser Fehl­ent­schei­dun­gen. Der Bau von Kathe­dra­len wie Notre-Dame in Paris zum Bei­spiel. Kunz: weiter lesen

Enteignung in Berlin oder: Goldman-Sachs, BMW, ein Koffer und der würzige Duft von „Ragout Fin”

7

Wer hat eigentlich einen Koffer in Berlin?Nir­gends in Europa ist die Wohn­ei­gen­tums­quote so niedrig wie in Deutsch­land. Liegt diese im EU-Durch­schnitt bei immer­hin 70%, dümpelt sie in Deutsch­land um die 45% herum. Die Mehr­heit der Ein­woh­ner dieses Landes wohnt also zur Miete. Deutsch­land ist nicht das Land der Bau­spa­rer, viel­mehr spart man sich dort das Bauen. Oder muss es sich meist ver­knei­fen, weil wir ein so reiches Land sind. Soweit die Fakten. In hit­zi­gen Debat­ten um die Woh­nungs­si­tua­tion in Berlin, in denen bis in die Bun­des­po­li­tik hinein schon von Ent­eig­nun­gen und sogar von Beschlag­nah­mun­gen die Rede ist, adres­sie­ren Linke, Grüne und Demo-Sprech­bla­sen vor allem in Rich­tung pri­vat­recht­li­cher Woh­nungs­ge­sell­schaf­ten (auch „Miet-Haie“ genannt). Ob die Zahlen und die Pro­bleme irgend­wie zusam­men­hän­gen? Und warum ist die Schwie­rig­keit, bezahl­ba­ren Wohn­raum zu finden, aus­ge­rech­net in Berlin größer als sonst irgendwo in Deutsch­land? Es gibt offen­sicht­lich zumin­dest schon mal eine Kor­re­la­tion, denn die Wohn­ei­gen­tums­quote liegt in Berlin sogar nur bei lau­si­gen 15%, was die Haupt­stadt mit großem Abstand zum Schluss­licht unter den Bun­des­län­dern macht. In der Haupt­stadt wohnen also 85% zur Miete – auch welt­weit ist das einsame Spitze. Dröseln wir doch mal Stück für Stück wich­tige Kau­sa­li­tä­ten der aktu­elle Situa­tion aus­ein­an­der. weiter lesen

Leserbrief: Impfen, wen-wann-wogegen

10

Impfen - wen, wann, wogegenLeser­post ist meist ange­nehm. So auch eine Mail von Frau H., die mich nach meinem Artikel auf Achgut und in der JR erreichte. Ich ver­glich dort – pole­mi­sie­rend – die aktu­elle Impf­mü­dig­keit der Deut­schen mit dem eben­falls zuneh­men­den Anti­ame­ri­ka­nis­mus. Aller­dings ging ich auf die Impf­geg­ner kaum ein, was Frau H. ver­an­lasste, hier doch etwas mehr Dif­fe­ren­zie­rung anzu­mah­nen. Das möchte ich hier in öffent­li­cher Form kurz nach­ho­len, auch wenn ich das Thema jetzt nicht erschöp­fend behan­deln kann, schon gar nicht aus medi­zi­ni­scher Sicht. Leserin H. schreibt: weiter lesen

Antiamerikanismus und Impfgegner

6

Impfmüdigkeit und AntiamerikanismusJahr­zehn­te­lan­ger Frieden lässt die Men­schen ebenso sorglos und undank­bar werden wie die Abwe­sen­heit von Krank­hei­ten.
Wozu sein Kind gegen die Masern oder andere Krank­hei­ten impfen lassen, wenn wie Wahr­schein­lich­keit welche zu bekom­men, so klein ist? – solche Aus­sa­gen von Impf­geg­nern, denen die mög­li­chen Neben­wir­kun­gen einer Impfung vor Augen stehen, schei­nen sich beson­ders in Deutsch­land immer mehr aus­zu­brei­ten. Ver­geb­lich die Erklä­run­gen der Ärzte, dass es eben aus­ge­rech­net die Imp­fun­gen sind, die diese Krank­hei­ten ver­hin­dern helfen. Aus­sichts­los auch der Hinweis, dass selbst nicht geimpfte Kinder von dem Schutz pro­fi­tie­ren, den sie durch geimpfte Kinder und die dadurch ver­rin­gerte Anste­ckungs­ge­fahr erfah­ren. Eine Popu­la­tion, die schon lange nicht mehr unter dem Regime der Infek­ti­ons­krank­hei­ten lebt, bei dem zuver­läs­sig ein bestimm­ter Pro­zent­satz jedes Jahr­gangs von Infek­tio­nen hin­weg­ge­rafft wurde, scheint trotz aller Auf­klä­rungs­maß­nah­men all­mäh­lich zu ver­ges­sen, dass es auch mal anders war und ver­drängt die Mög­lich­keit, dass es eines Tages auch wieder anders sein kann. Schon sind die ersten Fälle von Krank­hei­ten wieder aus­ge­bro­chen, die man längst für über­wun­den hielt. weiter lesen

Energiewende – das Bundesumweltministerium twittert sich frei

21

Alternative EnergieAm 1. April war Twit­ter­tag der offenen Frage beim Bun­des­um­welt­mi­nis­te­rium (BMU), welches sich eigent­lich BUM abkür­zen müsste und auch sollte. Vögel­chen vom Dienst war Staats­se­kre­tär Jochen Flas­barth, einer der bekann­tes­ten Herolde der deut­schen Ener­gie­wende. Gleich die erste Frage an #Frag­Flas­barth lautete: „Welche Ener­gie­form soll nach der Abschal­tung der Kohle- und Kern­kraft­werke die Grund­last sichern bzw. diese Kraft­werke erset­zen?“

Antwort des BMU: Grund­last wird es im klas­si­schen Sinne nicht mehr geben. Wir werden ein System von Erneu­er­ba­ren, Spei­chern, intel­li­gen­ten Netzen und Last­ma­nage­ment haben.“ – also doch: BUM! Aber mit zwei „M“. Keine Grund­last mehr. Im klas­si­schen Sinne. Dieser „klas­si­sche Sinn“ meint übri­gens die Ange­wohn­heit der Ver­brau­cher, zufäl­lig zu einer belie­bi­gen Tages­zeit eine gewisse Tendenz zur Strom­nach­frage zu ent­wi­ckeln, wobei morgens gegen acht und abends um die selbe Zeit sta­tis­tisch die meisten Kaffees gekocht und Schnit­zel gebra­ten werden, weshalb man um diese Zeit Nach­fra­ge­spit­zen findet. Gibt es dies in Zukunft nicht mehr, wurde offen­bar der Ver­brau­cher abge­schafft. Oder der Strom. Oder beide. Die dies­be­züg­li­che Ver­mu­tung, zukünf­tig würden sich wohl die Netz­aus­fälle häufen, wischt Flas­barth bei­seite: weiter lesen

Deutschland, mit Rammstein und „Ü“ in die Fresse

9

Einen grö­ßen­wahn­sin­ni­gen Ritt durch 2000 Jahre deut­sche Geschichte“ nannte der Spiegel das neue Stück von Ramm­stein. Von geziel­ter Pro­vo­ka­tion ist all überall zu lesen und von Grenz­über­schrei­tung. Die bild­ge­wal­tige Insze­nie­rung in typisch ramm­stein­schem Moll erweist sich dann aber doch als so komplex, dass die meisten Kom­men­ta­to­ren ihr anfäng­li­ches Urteil rela­ti­vier­ten, weil es nur auf einem geschickt geschnit­te­nen Trailer basierte. Dennoch stoßen sich viele immer noch an Details, während sie andere Details glatt über­se­hen haben und der meiner Meinung nach mit­lau­fende Subtext gänz­lich miss­ver­stan­den wird. Die Fehl­in­ter­pre­ta­tio­nen erfol­gen schon früh, denn das ein­ge­blen­dete „16 a.d.“ weist gerade nicht auf die Varus­schlacht, sondern auf die spätere Expe­di­tion des Ger­ma­ni­cus, der das Schlacht­feld voller unbe­stat­te­ter Gefal­le­ner vorfand. Dort begeg­nen wir auch der „Ger­ma­nia“ im Video zum ersten Mal, die sich als „schwar­zer Faden“ durch die Bil­der­flut zieht. Der nun begin­nende ver­zwei­felte Ritt durch Tod und Zer­stö­rung weist stets auf die Dua­li­tät aus Nie­der­tracht und Größe, die in der his­to­ri­schen Betrach­tung so typisch ist für dieses Deutsch­land. weiter lesen

Deutschlandfunk mit Satirepotenzial

7

Deutsch­land­funk, Sendung „Tag für Tag“, 27.3.2019. Die 1946 gegrün­dete katho­li­sche Zeit­schrift „Die neue Ordnung“ hat Ärger und wird deshalb neu­er­dings als „umstrit­ten“ bezeich­net. Man ahnt, in welche Rich­tung dieses schwam­mige Verdikt zielt. Die Umde­fi­ni­tion des Begriffs „umstrit­ten“ als pau­scha­ler und der Begrün­dung nicht bedür­fen­der Anfangs­ver­dacht des Rechts­po­pu­lis­mus ist medial längst voll­zo­gen. Vorbei die Zeiten bil­dungs­be­flis­se­ner Auf­klä­rung, als die Vokabel „umstrit­ten“ noch freu­dige Erwar­tung auf Streit, Disput und Erkennt­nis­ge­winn barg. Umstrit­ten ist nun also auch diese Zeit­schrift stramm katho­li­scher Lehre, aber nicht wegen der Ableh­nung des Pro­tes­tan­tis­mus oder dem Fest­hal­ten an römi­scher Tra­di­tion, sondern wegen ihres Chef­re­dak­teurs, dem Domi­ni­ka­ner­pa­ter Pro­fes­sor Wolf­gang Ocken­fels, denn der habe für einen „Rechts­drall des Blattes“ gesorgt. weiter lesen

Durch die Blume – am Thema Antisemitismus vorbei

20

Michael Blume, Anti­se­mi­tis­mus­be­auf­trag­ter der Lan­des­re­gie­rung Baden-Würt­tem­berg, hat ein Problem. Seine Äuße­run­gen und Artikel stoßen offen­sicht­lich aus­ge­rech­net jenen Men­schen bitter auf, die seine natür­li­chen Ver­bün­de­ten sein müssten: Juden und Nicht­ju­den, die gegen den gras­sie­ren­den Anti­se­mi­tis­mus in Deutsch­land kämpfen, Auf­klä­rungs­ar­beit über die Agenda des BDS leisten und überall zur Stelle sind, wenn es gilt, Poli­ti­kern und Jour­na­lis­ten das Weg­se­hen zu erschwe­ren. Die Vor­ge­schichte lesen sie bei Freund und Blog­ger­kol­lege Gerd Buur­mann (hier und hier). Nun habe ich bereits im Februar den Mit­schnitt eines Vor­trags von Michael Blume bei YouTube gesehen, der mir seltsam, wenn auch nicht gänz­lich falsch erschien. Auf meiner Liste der Artikel, die ich noch schrei­ben wollte, stand eine Antwort auf Blumes ver­schwur­belte Erklä­run­gen der Ursa­chen des Anti­se­mi­tis­mus, dessen Wachsen er allein mit media­len Ver­wer­fun­gen und der Ver­brei­tung von Ver­schwö­rungs­theo­rien erklärt, deshalb weit oben. Sein Name und einige seiner Ant­wor­ten auf die gegen ihn erho­be­nen Vor­würfe gerie­ten wieder und wieder in meinen Blick. Also las ich einige der aktu­el­len Artikel Blumes und sah mir das Video aus Februar noch mal auf­merk­sa­mer an. Meine Schluss­fol­ge­run­gen finden sich am Ende des Textes, zunächst möchte ich meine Leser bitten, mir in die Gedan­ken­welt des Michael Blume zu folgen, die er in dem Vortrag so bereit­wil­lig vor uns aus­brei­tet. Sprin­gen wir gleich mal zu Minute 15: weiter lesen

Klimarettung als Staatsaufgabe, Schüler als Cheerleader der Macht

17

Was genau beklatschte Prä­si­dent Stein­meier eigent­lich, als er in Berlin in den Flieger stieg, nach Neu­müns­ter jettete, nur um dort die Frei­tags­schul­schwän­zer unter schwe­di­scher Flagge zu besu­chen? Und was genau findet die Kanz­le­rin gut, wenn sie die Jugend­li­chen für ihr Enga­ge­ment lobt? Ganz einfach: die Jugend­li­chen pro­tes­tie­ren ja nicht gegen die aktu­elle Politik, sie feuern sie wie Cheer­lea­der vom Spiel­feld­rand an! Demons­tra­tio­nen gegen die Politik unserer Regie­rung treffen nicht auf derart viel Wohl­wol­len. Das fast ein­hel­lige Poli­ti­ker­lob für „Fridays for Future” steht in starkem Kon­trast zu den spöt­ti­schen Bemer­kun­gen der Kri­ti­ker, deren prak­ti­sche Ver­nunft vor den Folgen des Schule Schwän­zens warnt und die nega­ti­ven Effekte höher gewich­tet als den prak­ti­schen Nutzen der Demons­tra­tio­nen. Die aner­zo­gene deut­sche Sen­si­bi­li­tät in Bezug auf den Umwelt­schutz – einer der wenigen begrü­ßens­wer­ten Folgen grüner Politik längst ver­gan­ge­ner Zeiten – erkennt die Brüche im Handeln der Kli­ma­ret­ter von heute sehr klar. Denn unter­stel­len wir für einen Moment, dass Kli­ma­schutz als ins Gigan­to­ma­ni­sche über­stei­ger­ter Umwelt­schutz tat­säch­lich machbar wäre, dann sind doch letzt­lich fast alle in diesem Sinne getrof­fe­nen Maß­nah­men aus der Werk­zeug­kiste der alten, grünen Umwelt­schüt­zer ent­lehnt: Kon­sum­ver­zicht, Indus­trie­um­bau, Verbote, Grenz­werte, Strafen. Kon­sum­ver­zicht jedoch ist, wie der Name schon verrät, eine indi­vi­du­elle Ent­schei­dung, die keiner staat­li­chen Regu­la­rien bedarf. Zur Diät bei Flug­rei­sen, Kla­mot­ten, Kom­mu­ni­ka­ti­ons­tech­nik und anderen lieb­ge­won­ne­nen und selbst­ver­ständ­li­chen Kom­mo­di­tä­ten mit großer CO2-Affi­ni­tät ist jedoch (außer der hei­li­gen Greta) offen­bar niemand bereit, auch die Frei­tags demons­trie­ren­den Schüler nicht. weiter lesen

Ich weiß, was du letzten Samstag getan hast!

46

Mat­thias Matus­sek feierte seinen 65. Geburts­tag und Jan Böh­mer­mann würde vom Chef des zur Party ein­ge­la­de­nen Spiegel-Autors Jan Fleisch­hauer gern wissen, ob dieser ahne, was sein Kolum­nist in seiner Frei­zeit so treibe. Gab es eine Erlaub­nis? Wurde die Fuß­kette gelo­ckert? Nicht doch! Spiegel-Autoren dürfen in ihrer Frei­zeit tun und lassen, was sie wollen – solange sie von dieser Frei­heit keinen fal­schen Gebrauch machen! Findet Jus­ti­ziar und Geheim­agent Böh­mer­mann. Zum Plazet dieser uner­laub­ten Fra­ter­ni­sie­rung mochte der Spiegel sich aber nicht durch­rin­gen, viel­leicht sucht ja die Rechts­ab­tei­lung noch nach einem Passus in den Ver­trä­gen, der das Abhören von Feind­sen­dern unter Hoch­ver­rat stellt. Nur pau­schale Distanz gab es reich­lich und auf Bestel­lung. Dass Matus­sek selbst mal beim Spiegel schrieb und Res­sort­chef war, bedeu­tet nämlich noch lange nicht, dass er nach seinem Weggang dort noch Freunde haben darf! weiter lesen

Die Flugbereitschaft hebt doppelt ab

7

Ein dreifaches "Hoch" auf die Redundanz!Red­un­danz ist die tech­nik­ge­wor­dene Ver­nunft und Aner­kennt­nis der Fehl­bar­keit aller tech­ni­schen Systeme. Das Wissen, dass es keine feh­ler­freien und absolut zuver­läs­si­gen Systeme gibt, führte im Inge­nieur­we­sen zu der Erkennt­nis, dass man die Zuver­läs­sig­keit von Sys­te­men ver­bes­sern kann, wenn man Red­un­dan­zen einbaut. Ein drei­fa­ches „Hoch“ auf die Red­un­danz! Drei­fach, damit noch was oben ankommt, wenn zwei „Hoch’s“ kaputt gehen. Red­un­danz ist was Feines, das wissen Inge­nieure nicht erst, seit sie Flug­zeuge bauen – dort ist das Prinzip „Sicher­heit“ nur auf die Spitze getrie­ben. Alle wich­ti­gen tech­ni­schen Systeme sind doppelt und drei­fach vor­han­den. Das hilft natür­lich nur, wenn das Gesamt­sys­tem durch Inkom­pe­tenz, Schlam­pe­rei und Poli­tik­ver­sa­gen nicht schon so feh­ler­an­fäl­lig ist, dass auch drei­fa­che Sicher­heits­netze nicht mehr wirken. So ist es leider um die Maschi­nen der deut­schen Flug­be­reit­schaft bestellt, die in der Ver­ant­wor­tung der Bun­des­wehr und damit in den Händen der besten Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­rin liegen, die wir je hatten. Nun soll also für Kanz­le­rin und Prä­si­dent eine zweite Maschine leer mit­flie­gen und falls eine wie üblich den Geist aufgibt, wech­selt man einfach das Flug­zeug. Nicht ver­mel­det wurde, ob der Wechsel gleich in der Luft erfol­gen soll. So albern und zu berech­tig­tem Spott ein­la­dend diese Meldung auch sein mag, ver­bin­det sich für mich damit eine leise Hoff­nung auf Rest­ver­nunft in der Politik – und sei es auch nur zum Zweck der Selbst­er­hal­tung. weiter lesen

Sailing for a smile

10

Als Andy und Joanna in der Schweiz ihre Jobs an den Nagel hängten, sich einen 50 Jahre alten eng­li­schen Kata­ma­ran kauften, ihn „Bamba Maru“ nannten um sich darauf um die Welt treiben zu lassen, hatten sie noch keine Ahnung, was sie in der Karibik erwar­ten würde. Wir erin­nern uns: 2017 rich­tete der Hur­ri­kan „Maria“ beträcht­li­che Schäden an, ganz beson­ders auf Domi­nica. Ein Land, das ohnehin nicht gerade für seine Pro­spe­ri­tät bekannt ist. Auch für Haiti kam nach dem ver­hee­ren­den Erd­be­ben 2010 und dem Hur­ri­cane „Matthew“ 2016 schon der nächste Nacken­schlag. weiter lesen

Süßkartoffeln und die Hoffnung der Demokraten

9

Alexandria Ocasio-Cortez Alex­an­dria Ocasio-Cortez heißt die tele­gene Groß­hoff­nung der Demo­kra­ti­schen Partei der USA, einer Partei, in der es im Moment an geeig­ne­ten Per­sön­lich­kei­ten einen erschre­cken­den Mangel gibt. Schlitz­ohr Joe Biden läuft sich für 2020 warm, hoffend, dass seine bio­gra­fi­schen Lügen bis dahin ver­ges­sen wurden, ebenso die 2%-ige Che­ro­kee-India­ne­rin Eliza­beth Warren, die ein ebenso eigen­wil­li­ges Ver­hält­nis zur Wahr­heit hat. Der Erz-Sozia­list Bernie Sanders will’s auch noch mal wissen, ebenso höchst­wahr­schein­lich die unver­meid­li­che und unver­bes­ser­li­che Hillary Clinton – alles in allem bisher ein Cast, wie ihn sich Trump für ein „The Appren­tice – DC” zusam­men­stel­len würde, um den aus­ge­lob­ten Job selbst zu behal­ten. Medial jedoch werden alle Kan­di­da­ten derzeit von Alex­an­dria Ocasio-Cortez in den Schat­ten gestellt, obwohl diese auf­grund ihres jugend­li­chen Alters 2020 als Kan­di­da­tin für das Prä­si­den­ten­amt noch gar nicht in Frage kommt. AOC, ihr inof­fi­zi­el­les Namens­kür­zel, hat den Begriff, der sich für mich mit dieser Abkür­zung ver­bin­det – das fran­zö­si­sche Schutz­sie­gel „Appel­la­tion d’Origine Con­trô­lée“ – bei Google bereits hinter sich gelas­sen. weiter lesen

Zurückgehen, wo sie herkommen

6

Beim Neu­jahrs­emp­fang der AfD in Münster gab es die ritu­elle Gegen­demo vor den Toren des Rat­hau­ses. Es fielen dabei unter anderem Bemer­kun­gen wie: “Ich habe nichts gegen Aus­län­der, aber…” und „…sollen dorthin zurück­ge­hen, wo sie her­kom­men“.

Nicht von den AfD-Mit­glie­dern, sondern von einer Gegen­de­mons­tran­tin, fest­ge­hal­ten auf Video. Die sehr enga­giert ins Mikro­fon schrei­ende Frau sprach nämlich über einen Arbeits­kol­le­gen, der aus Kasach­stan stamme und AfD wähle. Deshalb würde sie ihn gern in Mit­tel­asien ent­sor­gen. weiter lesen

Ökostrom verbrauchen oder sparen – ja was denn nun?

16

Für alle Strom­kun­den, die nicht wissen, ob sich nach der nächs­ten Preis­er­hö­hung die Zähler bei ihnen noch wei­ter­dre­hen werden oder ob sie zu der wach­sen­den Zahl der­je­ni­gen gehören, denen der Ver­sor­ger den Saft abdreht, hat der Spiegel heute eine Ursa­chen­for­schung à la Nahles parat: und zwar gibt es richtig auf die Fresse. Die Ver­brau­cher sind nämlich das Problem, nicht die Strom­kos­ten, die auf­grund zahl­rei­cher staat­li­cher Ein­griffe infolge des EEG immer weiter steigen. „Ver­brau­cher ver­schwen­den neun Mil­li­ar­den Euro pro Jahr“ ohr­feigt der Spiegel und der so erschreckte Strom­ver­schwen­der möchte am liebs­ten sofort seinen Toaster dimmen. „Private Haus­halte ver­geu­den laut einer Erhe­bung der Bun­des­re­gie­rung mas­sen­haft Strom und zahlen jähr­lich Mil­li­ar­den drauf“ – aber nicht etwa auf­grund der Sub­ven­ti­ons­mil­li­ar­den, die die Ver­brau­cher zahlen, sondern weil sie Energie ver­schwen­den, indem sie etwa nicht die neu­es­ten Geräte ein­set­zen, sich die Hände mit warmem Wasser waschen, Geräte im Stand-by-Modus laufen lassen oder den Back­ofen wie vom Rezept gefor­dert vor­hei­zen. All diese kleinen All­tags­hacks hat der Autor Stefan Schultz bereits 2015 in einem „großen Strom­spar-Spiel“ zusam­men­ge­fasst, welches er für seinen aktu­el­len Artikel nochmal aus der Mot­ten­kiste infan­ti­ler Bürger-Erzie­hung holt. weiter lesen