Bei­na­he hät­te ich einen wich­ti­gen Geburts­tag ver­ges­sen, denn das „Erneu­er­ba­re-Ener­gien-Gesetz“, des­sen tücki­scher Exis­tenz ich schon vie­le Arti­kel gewid­met habe, wird heu­te 20 Jah­re alt. Zeit Bilanz zu zie­hen und kräf­tig zu fei­ern. Ange­sichts der Ener­gie­kos­ten im Land bei Ker­zen­schein und kal­ter Küche, aber natür­lich mit zünf­ti­ger Tor­te. Und falls Sie sich fra­gen, wer wohl aus der Tor­te hüpft…für die­se Rol­le kommt natür­lich nur Clau­dia Kem­fert in Fra­ge, Kon­di­to­rin und Kalt­mam­sell der Ener­gie­wen­de, die ohne das EEG so ganz ohne Auf­ga­be dastün­de. Hoch lebe das EEG, dem Frau Kem­fert ihren Job und ich mei­nen Gal­gen­hu­mor ver­dan­ke. Wie üblich in Inter­view­form – für kri­ti­sche Ana­ly­sen muss man bei Kem­fert immer Sekun­där­quel­len bemühen­ – befragt Ste­fan Römer­mann für den Deutsch­land­funk Kem­fert nach den Anfän­gen des EEG.

„War­um war das Gesetz sei­ner­zeit so umstritten?“

Igno­rie­ren wir die Ant­wort, denn die­se Gefäl­lig­keits­fra­ge ist sug­ges­tiv und falsch for­mu­liert. Umstrit­ten war das Gesetz anfangs näm­lich gera­de nicht wegen der hohen Ver­gü­tun­gen, wie Kem­fert behaup­tet, son­dern höchs­tens des­halb, weil man sich frag­te, wozu es über­haupt nüt­ze sei. Es gab im Jahr 2000 so weni­ge Solar- und Wind­far­mer, denen man fes­te Ein­spei­se­ver­gü­tun­gen garantierte…was soll­te da schon schief gehen! Also leg­te man im Jahr 2000 zwei Reis­kör­ner aufs ers­te Feld des Schach­bretts und sah mit wach­sen­der Sor­ge Jahr für Jahr den Sub­ven­ti­ons­berg wach­sen. Bei etwa einer hal­ben Bil­li­on sind wir mitt­ler­wei­le schon. Die Fra­ge hät­te also lau­ten müs­sen: War das Gesetz sei­ner­zeit so umstrit­ten wie heute?

Exportschlager EEG

Ich will hier aber gar nicht lang­wei­len mit den immer und immer wie­der gehör­ten Mär­chen vom sin­ken­den Preis der „Erneu­er­ba­ren“, wenn erst mal genug davon in der Land­schaft rum­ste­hen (die ers­ten wer­den längst wie­der abge­räumt). Kem­fert wird nicht müde, das zu behaup­ten aber genau dafür wird sie ja schließ­lich bezahlt. Die Bran­che win­selt den knap­per wer­den­den Sub­ven­tio­nen nach und das ist lei­der schon die gan­ze Geschich­te ihres Nie­der­gangs. Gebt uns mehr Geld, damit wir euch bil­li­gen Strom geben kön­nen, so das Man­tra. Man muss beim Ein­mal­eins nicht mal bis zur Zwei­er­rei­he gekom­men sein, um zu erken­nen, dass dies öko­no­mi­scher Koko­lo­res ist. Nein, mir geht es hier um eine ande­re Behaup­tung Kem­ferts, wel­che beim Ver­brau­cher gleich­falls durch mög­lichst vie­le Wie­der­ho­lun­gen in Wahr­heit umge­wan­delt wer­den soll. Kem­fert im DLF:

„Im Übri­gen ist das deut­sche EEG in über hun­dert Län­dern der Welt kopiert wor­den. Es wur­de fast über­all ange­wen­det, und das zeigt, dass es eine sehr erfolg­rei­che För­de­rung war. Heu­te ist man in einer Welt, wo die erneu­er­ba­ren Ener­gien wett­be­werbs­fä­hig sind, und das ist wirk­lich dank des EEG.“

Das deut­sche EEG kopiert und fast über­all ange­wen­det. Die­se Aus­sa­ge ist in mei­nen Augen unmiss­ver­ständ­lich und besagt, etwas poe­ti­scher, „am deut­schen Ener­gie­we­sen will die Welt gene­sen“. Schau­en wir also mal genau­er nach, wie sich das angeb­lich „copy & pas­te“ des EEG in mehr als der hal­ben Welt (es gibt ja nur 194 Staa­ten) in der Rea­li­tät darstellt.

Hundert Länder

Fra­gen wir zunächst mal Goog­le nach „Län­der mit EEG“. Nicht Staa­ten, Län­der. Denn Frau Kem­fert benutzt die­ses Wort ja auch. Die Sei­ten hin­ter der Mehr­zahl der Tref­fer sen­det aus der­sel­ben poli­ti­schen Bub­ble wie Kem­fert, also klimaretter.info, windkraft-journal.de, erneuerbare-energien.de und ande­re Pro­pa­gan­da­por­ta­le. Aller­dings hät­te ich doch gern sowas wie eine Lis­te die­ser 100 Län­der mit­samt einer nach­voll­zieh­ba­ren Erklä­rung oder Ana­ly­se, wie dort via „pas­te“ der deut­sche Export­schla­ger EEG imple­men­tiert wur­de. Statt­des­sen über­all nur Jubelzahlen.

Je nach­dem wie weit man in der Zeit zurück geht, sind es 60, 70 oder eben auch 100 Län­der, aber nir­gends steht, was genau da pas­siert und wie die­se Län­der hei­ßen. Ein Link zu klimaretter.info bringt uns schließ­lich dem Ziel näher. „Welt­weit hun­dert Mal das EEG“ titelt man dort, Frau Kem­fert muss schein­bar hier vor­bei­ge­schaut haben. Im Text bei klimaretter.info heißt es weiter:

„Kein ande­res deut­sches Gesetz ist welt­weit jemals so oft über­nom­men oder nach­ge­ahmt wor­den, wie das Erneu­er­ba­re-Ener­gien-Gesetz. Wie die Agen­tur Zukunft ermit­tel­te, gab es Anfang 2013 welt­weit schon ins­ge­samt 99 Geset­ze auf natio­na­ler oder regio­na­ler Ebe­ne, die das deut­sche EEG zum Vor­bild genom­men haben.“

Mer­ken Sie auch, wie es brö­ckelt? Ins­ge­samt 99, nicht 100. Geset­ze, nicht Län­der. Auf natio­na­ler und regio­na­ler Ebe­ne – wie regio­nal darf’s denn sein? Vor­bild, nicht Kopie – was auch immer das am Ende genau bedeu­tet. Ermit­telt wur­de die Schwamm­zahl noch dazu von der „Agen­tur Zukunft“, einem nach eige­nem Claim „Büro für Nach­hal­tig­keits­fra­gen“, dass sich mit „Ener­gie, Kli­ma­pro­ble­ma­tik, 2°-Grenze und koh­len­stoff­ar­mer Ener­gie­wirt­schaft“ befasst. Hat da etwa jemand bei Dr. Mal­bo­ro gefragt, wie gesund Rau­chen ist? Doch wei­ter im Text der Klimaretter:

„Die­se Zah­len wür­de auch der inter­na­tio­nal aner­kann­te Glo­bal Sta­tus Report Rene­wa­bles 2013 bestä­ti­gen. Dem­nach haben 71 Län­der und 28 Bun­des­staa­ten oder Pro­vin­zen irgend­ei­ne Form von Einspeisungsvergütung.“

71 plus 28 macht 99, daher also die „run­den Hun­dert“ Län­der aus Kem­ferts Geburts­tags­tor­te. Es sind auch Bun­des­staa­ten und Pro­vin­zen dabei, sofern sie nur „irgend­ei­ne” Form der Ein­spei­se­ver­gü­tung haben. Wäre Trump nicht solch ein stör­ri­scher Esel, man könn­te die Erfolgs­zahl gleich um 50 erhö­hen! Der Ver­dacht bestä­tigt sich, wenn man in den erwähn­ten und ver­link­ten Glo­bal Sta­tus Report schaut. Dort wird man auf Sei­te 14 fün­dig. In einer Tabel­le für das Jahr 2012 unter „States/provinces/countries with feed-in poli­ci­es“. Will hei­ßen, dass es in 99 Län­dern, Staa­ten oder Regio­nen poli­ti­sche Regeln für die Ein­spei­sung erneu­er­ba­rer Ener­gien in die jewei­li­gen Strom­net­ze gibt. Nicht weni­ger, aber eben auch nicht mehr.

Welt­weit gibt es – außer in Deutsch­land – kei­ne staat­li­chen För­der­mil­li­ar­den, elf (dem­nächst zwölf) Son­der­pos­ten und Haf­tungs­um­la­gen auf den Strom­rech­nun­gen, kei­ne Garan­tie­zah­lun­gen für Inves­to­ren in Erneu­er­ba­re Ener­gien. Wenn jemand den Strom, den sei­ne Solar­an­la­ge oder sein Wind­rad pro­du­ziert, in ein Netz ein­spei­sen will, muss es dafür selbst­ver­ständ­lich Regeln geben. Das ist nicht EEG, son­dern logisch, wie Moritz Neu­mei­er viel­leicht sagen wür­de. Die Idee, die Strom­ver­sor­gung durch Regu­lie­rung wel­cher Art auch immer halb­wegs sta­bil zu hal­ten, haben sich eben gera­de nicht deut­sche Ener­gie­wend­ethink­tanks aus­ge­dacht. Von „Vor­bild EEG“ oder gar „Export­schla­ger“ kann somit kei­ne Rede sein.

Täuschung oder Taschenspielertrick

Kem­fert spricht also im Jahr 2020 von „hun­dert Län­dern“ und benutzt somit stark auf­ge­hübsch­te Zah­len, die wir schon seit 2012 ken­nen. War­um ging der EEG-Export­erfolg denn seit­dem nicht wei­ter? Müss­ten heu­te, acht Jah­re spä­ter, nicht min­des­tens 300 „Län­der“ der deut­schen Ener­gie­wen­de ver­fal­len sein? Schwer vor­stell­bar, dass Kem­fert kei­ne neue­ren Zah­len hat. Oder las­sen sich die­se ein­fach nicht noch schö­ner darstellen?

In Wahr­heit geht kein Land oder Staat und kei­ne Pro­vinz auf die­ser Welt wie Deutsch­land am Ran­de einer Klip­pe spa­zie­ren, wenn es um die Ener­gie­ver­sor­gung geht. Sucht man bei Goog­le nach „EEG Staa­ten“, kommt man sehr schnell zu einem Wiki­pe­dia-Arti­kel, der die Bemü­hun­gen ein­zel­ner Staa­ten beschreibt, die „Ener­gie­wen­de“ zu schaf­fen. In dem Arti­kel ist mehr Luft als in zehn bäcker­fri­schen Wind­beu­teln! Viel „stre­ben an“, „wol­len errei­chen“ oder „bis zum Jahr 2050 wer­den“, aber außer einem ellen­lan­gen Abschnitt über das EEG-Mus­ter­land Deutsch­land nichts Sub­stan­zi­el­les, auf das man ein Solar­pa­nel nageln könnte.

Nein, Frau Kem­fert, die Ker­zen auf der Geburts­tags­tor­te „20 Jah­re EEG“ müs­sen Sie allein aus­pus­ten. Ein Export­schla­ger war die­ser Murks nie. Das EEG wur­de viel­mehr nie­mals irgend­wo adap­tiert oder gar kopiert.

Doch ich habe eine Idee, wie Sie die Situa­ti­on noch ret­ten kön­nen. Da der Strom in Deutsch­land mitt­ler­wei­le welt­weit der teu­ers­te* ist und die hal­be Welt unser EEG angeb­lich erfolg­reich „kopiert“ hat, schla­ge ich einen zügi­gen Re-Import vor. Sie bestim­men, aus wel­chem Land. Denn über­all in der erfolg­rei­chen Ener­gie­wen­de-Welt lau­fen ja noch die Kern­kraft­wer­ke, die Gas­tur­bi­nen und die Koh­lemei­ler, deren Out­put Ihren Aus­sa­gen zufol­ge nur bei uns die Net­ze „ver­stopft“. Wenn also das EEG über­all erfolg­reich ist und nur bei uns die Ener­gie­kos­ten so astro­no­misch hoch sind, war­um soll­ten wir mit der Umset­zung der Ener­gie­wen­de nicht bes­ser exter­ne Fach­kräf­te beauf­tra­gen, statt uns auch nach so vie­len Jah­ren immer noch Kemfert’sche Durch­hal­te­pa­ro­len vom „mor­gen wird’s bil­li­ger“ anzuhören?

* Nicht ganz. Auf den Ber­mu­da Islands ist Strom noch etwas teu­rer. Ber­mu­da steht in der Lis­te der Pro-Kopf-Ein­kom­men aller­dings auf Rang drei (nach Mona­co und Liech­ten­stein und vor der Schweiz), wäh­rend das „rei­che Deutsch­land” auf Rang 19 herumdümpelt.

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13 Kommentare

  1. Ein wei­te­res Zitat aus dem Artikel:
    „Kein ande­res deut­sches Gesetz ist welt­weit jemals so oft über­nom­men oder nach­ge­ahmt wor­den, wie das Erneu­er­ba­re-Ener­gien-Gesetz. Zitat Ende.

    Wenn wir nun mal von der Anzahl der Län­der abse­hen, und die Beto­nung auf … „Nach­ge­ahmt“… legen, ist an der Aus­sa­ge abso­lut nichts falsch. Es sei denn es kann mir einer ein deut­sches Gesetz nen­nen, das öfter in ande­ren Län­dern nach­ge­ahmt wur­de. Allein die­se Tat­sa­che spricht doch für sei­ne Qua­li­tät. Wenn dann von Lob­by­is­ten stän­dig ver­sucht wird das EEG zu ihren Guns­ten umzu­ge­stal­ten, wie in mei­nem vori­gen Bei­trag deut­lich gemacht, ist das ein ande­res Thema.
    Über­haupt fin­de ich etwas unan­ge­mes­sen, wie man mit Frau Kem­fert hier umgeht, nur weil sie die Wahr­heit sagt, die eini­gen Alt­ge­dien­ten nicht ins Kon­zept passen.
    Bei neu­tra­len Lesern kön­nen Sie, mit die­sem ‚zum Teil, sexis­ti­schen Unter­ton, bestimmt kei­nen Ein­druck hinterlassen.

    • Ich hin­ge­gen fin­de es unan­ge­mes­sen, wie Frau Kem­fert mit der Wahr­heit umgeht. Erklä­ren Sie uns doch ein­fach mal die „100 Län­der” und war­um man für die­se Zahl die Fak­ten ver­biegt. Das iro­nisch auf­zu­spie­ßen ist mein Anlie­gen. War­um Sie das sexis­tisch fin­den, leuch­tet mir nicht ein, aber das liegt wohl im Auge des Betrach­ters. Im übri­gen dür­fen Sie fei­ern was Sie wol­len, mei­net­we­gen auch das EEG. Zur Fei­er des Tages emp­feh­le ich die­ses Video der Che­f­lob­by­is­tin, die Sie hier gegen Kri­tik ver­tei­di­gen. Viel Spaß beim belehrt wer­den. https://youtu.be/lmj6E6qTgWg

      • Jetzt hal­ten Sie sich doch bit­te nicht an den 100 fest, das ist doch unwe­sent­lich, ob nun 50 oder 100. Tat­sa­che ist, das Ande­re uns nach­ah­men, sonst könn­ten wir ja nicht, als ehe­ma­li­ge Vor­rei­ter der Ener­gie­wen­de nun ins Mit­tel­feld zurück­ge­fal­len sein.

        Kom­men wir doch mal zu dem Wesent­li­chen, unse­rem Strom­preis der immer als der höchs­te in Euro­pa bezeich­net wird.
        Frau Kem­fert kri­ti­siert dies­be­züg­lich u.a. auch die auf­ge­bläh­te EEG Umla­ge, wie ich in mei­nem Bei­trag vom 28 Feb. um 22.34 Uhr deut­lich gemacht habe. Was ist nach Ihrer Mei­nung an die­ser mei­ner Dar­stel­lung falsch.????

        Was ist falsch an der Tat­sa­che, dass seit 2010 die EEG Umla­ge aus der „Num­me­ri­schen“ Dif­fe­renz zwi­schen Bör­sen­prei­sen und den EE Ver­gü­tun­gen besteht.

        Heißt in der Praxis….je bil­li­ger sich die Ver­sor­ger bei sin­ken­den Bör­sen­prei­sen Strom beschaf­fen kön­nen, des­to höhe­re EEG Umla­ge müs­sen die Ver­brau­cher bezahlen.

        Alles Daten und Fak­ten fun­dier­te Tat­sa­chen, die Frau Kem­fert zum The­ma macht.

        • Das ist jetzt aber schon etwas dreist. Sie ver­lan­gen von mir, die Lüge von den 100 EEG-Expor­ten – und es ist eine Lüge – für unwe­sent­lich zu hal­ten? War­um soll­te ich das? War­um benutzt jemand, der nichts weni­ger im Sinn hat, als die voll­stän­di­ge Umkrem­pe­lung unse­rer Ener­gie­ver­sor­gung, sol­che Zah­len? Ich sage es Ihnen: weil unse­re Lands­leu­te sich zurecht fürch­ten, allein im dunk­len Wald zu ste­hen, weil uns in Wirk­lich­keit nie­mand auf unse­rem Weg folgt. Ver­ges­sen Sie das Pos­tu­lat, man wür­de uns „nach­ah­men“. Wenn ande­re Län­der ihre Mör­der weg­sper­ren und wir das auch tun, wür­de nie­mand auf die Idee kom­men, wir wür­den „nach­ge­ahmt“. Die Ein­spei­sung von Strom in öffent­li­che Net­ze bedarf ver­schie­de­ner Regeln, um das zu begrei­fen, braucht die Welt nicht das EEG. Die Chi­ne­sen und Süd­ko­rea­ner haben sich vor etwa zehn Jah­ren das deut­sche Sys­tem genau ange­se­hen. Ihr Ver­dikt lau­te­te – vol­ler asia­ti­scher Höf­lich­keit – „Inter­es­sant, aber nichts für uns.“ Die wesent­li­chen Inhal­te des EEG, näm­lich fes­te Ver­gü­tun­gen unab­hän­gig vom Bedarf und sogar Garan­tie­zah­lun­gen und Inves­ti­ti­ons­hil­fen über den GESAMTEN Inves­ti­ti­ons­zeit­raum von 20 Jah­ren, also all die lecken Din­ge, die die Inves­ti­tio­nen in Erneu­er­ba­re so ange­nehm machen, kopiert keiner.
          Was unse­re Strom­bör­se schafft, ist eben­falls welt­weit ein­ma­lig. Je bil­li­ger die Han­dels­wa­re, des­to höher die Auf­schlä­ge für die Kun­den. Das ist öko­no­misch per­vers. Ganz abge­se­hen davon, dass Strom wegen der vola­ti­len Erneu­er­ba­ren eben gera­de nicht so pro­du­ziert wer­den kann, dass die zwin­gend nöti­ge Netz­sta­bi­li­tät herrscht. Die Ver­klap­pung über­flüs­si­gen Wind­stroms bei unse­ren Nach­barn wäh­rend der Stür­me der letz­ten Wochen hat allein eini­ge Mil­lio­nen Euro gekostet.
          Zu ihrem Post vom 28. Nur so viel: Fin­den Sie es nicht selt­sam, dass Frau Kem­fert, selbst nichts ande­res als Lob­by­is­tin trübs­ten Was­sers, nun schein­bar gegen zwei Grup­pen ande­rer Lob­by­is­ten kämpft? Im Video gegen die „Fos­si­len“ und laut Ihrer Aus­sa­ge nun auch noch gegen jene, die das EEG zu ihren Guns­ten umge­stal­ten wol­len. Lob­by­is­ten wohin man schaut, nur einen Markt sehe ich nicht, höchs­tens des­sen Simu­la­ti­on samt „Bör­se“. Der Ver­brau­cher ist, egal wel­che Novel­lie­rung oder Ände­rung des EEG auch immer vor­ge­nom­men wur­de, immer außen vor und zahlt, wäh­rend sei­ne Strom­ver­sor­gung immer unsi­che­rer wird. Nee, nee, Herr Diehl, man kann es dre­hen und wen­den wie man will. Die deut­sche „Ener­gie­wen­de“ ist Murks und der wur­de im Wesent­li­chen vom EEG ver­ur­sacht. Des­sen „Vater“ Her­mann Scheer kann man übri­gens mit Fug und Recht eben­falls einen Lob­by­is­ten nen­nen, nament­lich der Solar­in­dus­trie, die bei uns nach Weg­fall der üppigs­ten Sub­ven­tio­nen gera­de­zu implo­dier­te. Wie hoch der Preis für die Lern­kur­ve war, die wir hier für die gan­ze Welt bezahlt haben, noch nie­mand bezif­fern können.

  2. Zitat aus dem Artikel.
    Doch ich habe eine Idee, wie Sie die Situa­ti­on noch ret­ten kön­nen. Da der Strom in Deutsch­land mitt­ler­wei­le welt­weit der teu­ers­te* ist Zitat Ende.

    Dar­an ist nicht das ursprüng­li­che EEG schuld, wie es von den Vätern der Ener­gie­wen­de auf den Weg gebracht wur­de. Die hohen Strom­prei­se sind das Ergeb­nis, der von Lob­by­is­ten kon­stru­ier­ten, EEG Neu­ord­nung von 2010.

    Sie­he hier. https://de.wikipedia.org/wiki/Ausgleichsmechanismusverordnung

    Und hier:
    https://www.energy-charts.de/price_avg_de.htm?price=nominal&period=annual&year=all

    Von 2011 bis 2016 sind dank dem vor­ran­gi­gen Ein­spei­sen von Strom aus Son­ne und Wind, die Strom­be­schaf­fungs­kos­ten der Ver­sor­ger von 5,158 auf 2,820 Cent/Kwh gesunken.
    Im glei­chen Zeit­raum ist die EEG Umla­ge von 3,530 auf 6,354 Cent/Kwh gestiegen.

    Nicht nur, dass die Ver­brau­cher von dem Preis sen­ken­den Merit Order Effekt den die EE aus­lö­sen nichts abbe­kom­men, steigt für sie auch noch wegen dem para­do­xen Sys­tem die Umlage.

    In der Pra­xis bedeu­tet das, je bil­li­ger sich bei sin­ken­den Bör­sen­prei­sen die Ver­sor­ger Strom beschaf­fen kön­nen, des­to höhe­re Umla­ge müs­sen die Ver­brau­cher bezahlen.

    Für unbe­darf­te Leser sicher auch eine Tat­sa­che, die man ihnen zum 20. Geburts­tag des EEG nicht vor­ent­hal­ten sollte.

  3. @ronny nie­bach: Da wird lei­der erst mal nix (behaup­te­tes, ver­dich­te­tes) sicht­bar. Oder kommt das nach dem Ankli­cken des Karl Valen­tin Videos?
    Will sagen: der LInk ist mangelhaft.

  4. Ein treff­li­cher Bei­trag, dan­ke Roger Letsch. Das Bild mit den sich win­den­den Ker­zen spricht mir aus der See­le, denn gleich so win­den sich die Schau­spie­ler in die­ser Sache.
    Doch erlau­be ich mir Zucker­streu­sel auf die Tor­te zu wer­fen, sie ver­liert dann noch ein­mal das Grün-Öko­lo­gi­sche. Also, Wind­rä­der gab es schon tau­sen­de von Jah­ren. Das Lügen in Sachen Wind­rad begann mit Growian. 

    Jetzt chro­no­lo­gisch: Ende 1976 beschloss das Bun­des­mi­nis­te­ri­um für For­schung und Tech­no­lo­gie (BMFT), die Ent­wick­lung gro­ßer Wind­kraft­wer­ke mit For­schungs­auf­trä­gen und Exper­ten­an­hö­run­gen zu prü­fen. Man sag­te, es fiel (BMFT) auf Grund des öffent­li­chen Drucks den blo­ckie­ren­den, gro­ßen Ener­gie­ver­sor­gungs­un­ter­neh­men in den Rücken, Mai 1981.
    (Lüge 1)

    Die Teil­ha­ber MAN – HEW, die kauf­män­ni­sche Geschäfts­füh­rung bei der Schleswag
    und zum Teil auch das BMFT betrie­ben das Pro­jekt auch mit poli­ti­schen Moti­ven. Gün­ther Klät­te, Vor­stands­mit­glied des RWE, äußer­te auf einer Haupt­ver­samm­lung des Unter­neh­mens: „Wir brau­chen Gro­wi­an (gro­ße Wind­an­la­gen), um zu bewei­sen, dass es nicht geht“ und erklär­te, „dass Gro­wi­an so etwas wie ein päd­ago­gi­sches Modell sei, um Kern­kraft­geg­ner zum wah­ren Glau­ben zu bekehren.
    (Lüge 2)

    Das war die eine Sei­te der Gold­mün­ze. Man brauch­te Geld, unauf­fäl­li­ges Geld, um in die­ser Lau­si­gen Mai­er­zeit an der Gas­zen­tri­fu­ge (Uran­an­rei­che­rung) wer­keln zu kön­nen. Sol­che ste­hen heu­te im Isla­mi­schen Iran. Es waren die­sel­ben Hän­de und Köp­fe, die am Gro­wi­an und an der Gas­zen­tri­fu­ge arbei­te­ten. Im Gro­wi­an zugrun­de­lie­gen­den Part­ner­schafts­ver­trag vom 3. Janu­ar wur­de fest­ge­legt, dass nach Pro­jek­ten­de die Anla­ge „vor­aus­sicht­lich abge­bro­chen und ver­schrot­tet“ wer­den soll­te. Gäbe es nicht den leib­haf­ti­gen Kli­ma­wan­del, wür­de heu­te kein Mensch mehr über Wind­rä­der reden. Dabei sehe ich die gespreiz­ten Fin­ge hin­ter dem Rücken der Schau­spie­ler und die hoff­nungs­vol­len Bli­cke zur Fusi­ons­tech­no­lo­gie. Dar­über erzäh­le ich in der nächs­ten Nacht, war­um das nicht gehen darf.

    Das alles weiß auch Clau­dia Kem­fert im Brem­ser­häu­sel, aber wir schaf­fen es, höre ich die har­ten Eisen quietschen.

    Anto­ni­us Thei­ler geb.1941

    • Zumin­dest trägt man sich auf der Insel der­zeit nicht mit dem Gedan­ken, die Ener­gie­ver­sor­gung kom­plett an Son­ne und Wind zu delegieren. 😉

  5. Deutsch­land hat nicht nur ein EEG. Jede Novel­le des EEG ist bis zum Aus­lau­fen der För­de­rung der letz­ten Anla­ge, wel­che auf der Grund­la­ge der damals gül­ti­gen Novel­le in Betrieb ging, wei­ter­hin gültig.

  6. die mer­kel­sche trans­for­ma­ti­on unse­res land­ses nimmt ihren lauf, die ucker­mark, vor den toren ber­lins, nun nur noch indus­tria­li­sier­te land­schaft, rück­gang der vogel­po­pu­la­ti­on um über 90 %, wert­lo­se immo­bi­li­en, ein pul­sie­ren­des brum­men liegt in der luft, men­schen erkran­ken, extre­me schlaf­stö­run­gen die fol­ge, gigan­ti­sche wind­kraft­an­la­gen ver­nich­ten jede men­ge natur, ja um das kli­ma zu ret­ten, und es wird wei­ter ver­dich­tet, der gan­ze irr­sinn sicht­bar unter:
    https://www.youtube.com/channel/UCZVy8CuvJVJZ9HIc8oVF19Q
    bil­der des wahnsinns.

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