Alte Hand-DruckerpresseUm es gle­ich vor­weg zu sagen: ich bin wed­er das eine noch das andere. Zum Bet­telmönch fehlt es mir an Glauben, für den Ablasshan­del an Skru­pel­losigkeit und Geschäftssinn. Ich bin ein Fan der Ver­nun­ft und diese find­et im Denken eines Franz von Assisi viel eher Anknüp­fungspunk­te als im Ablasshan­del später­er Tage. Franziskus forderte Armut und Näch­sten­liebe nicht von anderen, son­dern lebte sie selb­st vor. Nun kann man die Fröm­migkeit des 13. Jahrhun­derts nicht ohne Brüche ins 21. Jahrhun­dert über­tra­gen, aber es fällt schon auf, dass per­sön­lich­es Beispiel und Kathar­sis den Wan­der­predi­gern heute nicht mehr selb­stver­ständlich sind. Die Dif­ferenz zwis­chen dem, was ehe­mals als moralisch erwün­scht galt und der Lebenswirk­lichkeit wurde schließlich zur uner­schöpflichen Quelle der Bere­icherung für die katholis­che Kirche, angetrieben vom öffentlich bestärk­ten schlecht­en Gewis­sen (Predigten). Die Kli­maret­ter ste­hen heute vor dem­sel­ben Dilem­ma. Das kuriose Ergeb­nis war und ist, dass mit der “Tugend” zwar schwung­haft (Ablass)Handel getrieben wurde und wird, ohne dass sich deren Prinzip­i­en als Vor­sorgegedanke (sündi­ge nicht, spare Geld) in irgen­dein­er Weise in der Prax­is durchsetzten.

Es ging der katholis­chen Kirche wie dere­inst dem deutschen Staat, der zwar die Tabak­s­teuer erhöht, ange­blich um die Gesund­heit der Bürg­er zu verbessern, aber nie so stark auf ein­mal anhob, dass die Leute ganz mit dem Rauchen aufhörten („Auswe­ichver­hal­ten ver­mei­den“ nan­nte das Gesund­heitsmin­is­terin Ulla Schmidt) – selb­st wenn dies zweifel­los für die Gesund­heit jedes Rauch­ers das beste gewe­sen wäre: man möchte nur ungern auf die Ein­nah­men verzicht­en. (Ich erlaube mir den abschweifend­en Ein­schub, dass die katholis­che Kirche heute zumin­d­est einen ansehn­lichen Peters­dom vor­weisen kann, während die deutsche Tabak­s­teuer wed­er die Gesund­heit noch das Gesund­heitssys­tem aufricht­en konnte.)

Das CO2-Fegefeuer und der Ablasshandel

Die Kli­maak­tivis­ten mögen es über­haupt nicht, wenn man die Geschäft­sprak­tiken der ihnen nah­este­hen­den Label und Zer­ti­fikate mit dem mit­te­lal­ter­lichen Ablasshan­del ver­gle­icht. Doch lei­der ist das Prinzip das­selbe. Denn a) sind Kli­maz­er­ti­fikate wie die Ablass­briefe uner­schöpflich, b) ist ihre Wirk­samkeit nicht zu über­prüfen, c) kann man sie auf Vor­rat kaufen und d) reagieren die aus­geben­den Stellen ger­adezu aggres­siv, wenn jemand die Prax­is dieses „Tauschhan­dels“ kri­tisch hin­ter­fragt. Schließlich noch e) – ein Ablass­brief ver­hin­derte „Sün­den“ eben­so wenig wie ein CO2-Zer­ti­fikat auch nur ein einziges Molekül Kohlen­diox­id von der Luft fern hält.

Bes­timmte im Mit­te­lal­ter die „Sünde“ die Länge des Aufen­thalts im von der Kirche erfun­de­nen „Fege­feuer“, entschei­det heute die „Kli­ma­neu­tral­ität“, ob man direkt über „Los“ ins Paradies kommt. Zahlre­iche Anbi­eter gibt es auf dem Markt des „CO2-Aus­gle­ichs“, wie diese mod­erne Form des Ablasshan­dels genan­nt wird. Dabei ist der Deal immer der­selbe: man „sündigt“ so, wie man das schon immer getan hat und zahlt für dieses Tun einen „Aus­gle­ich“ – im fol­gen­den Beispiel sind es 2% des Auf­tragswertes – und erhält dafür ein Zer­ti­fikat, dass man sich zum Beispiel aus­druck­en kann, um es (in nicht allzu fern­er Zukun­ft) auf Ver­lan­gen vorzeigen zu kön­nen oder für ein gutes Gewis­sen unter das Kopfkissen zu leg­en. Was für die einen wie ein Ausweis kli­ma­tis­chen Wohlver­hal­tens aussieht, ist für den anderen eine Gaunerzinke die besagt, dass hier schon jemand ander­er abge­zockt hat. Man bezahlt schließlich immer nur ein­mal Schutzgeld. Das Kli­maz­er­ti­fikat ist somit auch eine Ver­sicherungspo­lice gegen kün­ftige Vor­würfe moralis­chen Fehlverhaltens.

Das Geld für das Zer­ti­fikat wird nun (nach Abzug einiger Kosten) an Pro­jek­te weit­erg­ere­icht, die von so bestürzen­der Rein­heit und Grandez­za sind, dass nie­mand mehr wis­sen möchte, wo genau denn dort das CO2 einges­part wird, dass man hier selb­st nicht eins­paren musste. Das Geld hat sich auf dem Weg von europäis­chen Kon­ten nach Afri­ka oder Indi­en gewis­ser­maßen ver­wan­delt. Es ist, moralisch von CO2 gere­inigt, zu göt­tlichem Man­na gewor­den, mit dessen Hil­fe die erste Welt die dritte Welt an den Seg­nun­gen der Zivil­i­sa­tion teil­haben lässt. Dieses Prinzip ken­nen wir aus der klas­sis­chen Entwick­lung­shil­fe, nur dass dank CO2 das ganze Jahr über Wei­h­nacht­en ist und die Spenden­bere­itschaft durch den Kli­ma-Ablasshan­del und per­ma­nen­ten Kli­man­ot­stand befeuert und insti­tu­tion­al­isiert wurde. Oder um den alten Tet­zel-Spruch etwas aufzubügeln: Wo Träne von der Wange rin­nt, der Euro in die Kasse springt.

Beispiel: Klimaneutral drucken

„Wenn Sie nach außen hin klar über Ihre Kli­maschutzs­trate­gie sprechen, werten Sie Ihre Marke als ver­ant­wor­tungsvoll auf. Dafür geben wir Ihnen Mate­r­i­al wie Textbausteine und Bilder oder auch wis­senschaftlich­es Hin­ter­grund­wis­sen an die Hand, damit Sie sich glaub­haft für den Kli­maschutz posi­tion­ieren können.“

So ste­ht es geschrieben in den Kom­mu­nika­tion­sleis­tun­gen von Cli­matePart­ner, dem nach eige­nen Angaben Mark­t­führer für CO2-Aus­gle­ich­szahlun­gen im deutschsprachi­gen Raum. Viele Druck­ereien bieten mit­tler­weile an, Druck­aufträge „kli­ma­neu­tral“ über Cli­matePart­ner abzuwick­eln. Für die Kun­den ändert sich dabei nichts, für die Druck­tech­nik eben­so wenig. Wed­er wer­den die Druck­far­ben bei Mondlicht aus Spinat oder Rote Beete gewon­nen noch wird das Papi­er von Bioland-Elfen handgeschöpft. Auch das Endergeb­nis rollt nicht auf dem E‑Bike son­dern wie gewöhn­lich im Diesel-Trans­porter zu ihnen – nur der Preis, der ist besagte 2% höher.

„Mit unser­er cloud­basierten Lösung, dem Foot­print Man­ag­er, kön­nen Sie auf Kun­den­wun­sch die CO2-Emis­sio­nen Ihrer Druck­aufträge prag­ma­tisch und schnell berech­nen. Die Emis­sio­nen gle­ichen Ihre Kun­den durch die Unter­stützung eines Kli­maschutzpro­jek­tes aus. Für jeden kli­ma­neu­tralen Auf­trag erhal­ten Sie zur Kennze­ich­nung des Druck­pro­duk­ts das Cli­matePart­ner-Label mit ID-Nummer.“

Das ist in der Tat ein Fortschritt – eine ein­deutige Ident-Num­mer hat­ten die Ablass­briefe damals nicht! Näch­ster Schritt wäre – und ich bin sich­er, daran wird bere­its gear­beit­et – die Zer­ti­fikate fälschungssich­er in der Blockchain abzus­pe­ich­ern. Dem ste­ht wohl nur die Energiein­ten­sität im Wege, die man ja auch wieder irgend­wie „aus­gle­ichen“ müsste. Aber “cloud­basiert” ist ja ener­getisch auch schon eher nur so mittelprächtig.

Die gute Tat, die mit dem Kli­ma-Ablasshan­del finanziert wird, kann man sich dann aus­suchen. Noch beque­mer in den Him­mel kommt man, wenn man gle­ich Ablass für die Benutzung eines Trans­port­mit­tels, eine Ver­anstal­tung oder pauschal für das Ausstoßen ein­er bes­timmten Menge CO2 erhal­ten will. Auch auf Vor­rat, ver­ste­ht sich! Im CO2-Rech­n­er * von Cli­matePart­ner kann man zum Beispiel erfahren, wie kli­maschädlich Fußball ist. Kein Witz! Klick­en Sie im Rech­n­er auf den Punkt „Event“ und geben dort die Werte eines Spiels in der Are­na auf Schalke ein. Ausverkauftes Haus (54.000), lokale Anreise (wer von weit­er her oder mit dem Auto anreist, muss selb­st Ablass erwer­ben), wir stellen keine Mahlzeit­en und Über­nach­tun­gen gibt’s auch keine. Ein­fach nur das Sta­dion und dort kom­men 54.000 Men­schen zu einem „Event“ zusam­men. Klick­en Sie nun auf „Zum Warenko­rb hinzufü­gen“ und schon sehen Sie, dass für 175 Ton­nen CO2 Ablass nötig ist. Ein weit­er­er Klick auf „Klimapro­jekt“ bringt die Auswahl, ob die fäl­li­gen 3.135 Euro in eine Keramik­w­erk­statt in Brasilien, den Wald­schutz in Kenia oder Wasserkraft in Indone­sien fließen sollen – let­zteres ist etwas preiswert­er zu haben. Noch schnell Kon­tak­t­dat­en angeben und Zahlungsart wählen. Cli­matePart­ner akzep­tiert auch Visa.

Ablasshandel: Echtes Geld für falschen Klimaschutz

Gegen die Pro­jek­te selb­st ist nichts einzuwen­den und ich unter­stelle auch nicht, dass Untreue oder Betrug im Spiel sind – außer Betrug in der Sache selb­st, dem „Kli­maschutz“. Denn schaut man sich die aus­gewählten drei Pro­jek­te genauer an, stellt man fest, dass es diese auch ohne Cli­matePart­ner und Geld aus Deutschen Druck­ereien gibt. Dass in Brasilien Keramiköfen mit Nusss­chalen und Holz­abfällen betrieben wer­den, liegt an der Ver­füg­barkeit des bil­li­gen Brennstoffs. Warum sollte man dort mit teur­er Kohle oder kost­barem Holz feuern, wenn die Abfälle qua­si kosten­los anfall­en? Man ist doch nicht blöde! Hier deckt sich eine wirtschaftliche Notwendigkeit, ja Selb­stver­ständlichkeit, mit Nach­haltigkeit und Umweltschutz. Mit Kli­maschutz hat das jedoch nichts zu tun, denn die Kokos­nusss­chalen bren­nen nicht bess­er, wenn man ihnen ein paar Euro-Ban­knoten beigesellt.

Ähn­lich­es beim Wald­schutzpro­jekt in Kenia. Wer die Savan­nen­wälder Kenias vor Abholzung schützen will, muss die Bewohn­er der Dör­fer dort aus ihrer ener­getis­chen Abhängigkeit von Brennholz holen. Zum Beispiel dadurch, dass durch Bil­dung die land­wirtschaftlichen Erträge verbessert und dadurch die Fam­i­lieneinkom­men erhöht wer­den, wodurch Gas oder Kohle als Energi­eträger in Reich­weite kom­men. Klas­sis­che Ziele und Wortsinn der Entwick­lung­shil­fe, würde ich meinen. Hier allerd­ings um-etiket­tiert zu „Kli­maschutz“. Auch das Wasserkraftwerk in Indone­sien ste­ht bere­its und sorgt für sauberen und kon­tinuier­lich ver­füg­baren Strom. Wie die Unter­stützung dieses Pro­jek­tes den Druck deutsch­er Plakate und Fly­er „kli­ma­neu­tral“ machen soll, lernt man wohl eher im Fach “Zauberkun­st” auf Hog­warts als auf den Seit­en von ClimatePartner.

Nur ein schlechtes Gewissen ist ein gutes Gewissen

Ich bin kein Insid­er wie Luther und eigne mich nicht dazu, flam­mende Reden wider den Ablasshan­del zu hal­ten. Ich sehe sehr wohl, dass Cli­matePart­ner und viele weit­ere Anbi­eter hier nur ein Bedürf­nis befriedi­gen, dass seit Jahrzehn­ten wie Gift in unsere Hirne geträufelt wird: Weil es uns so gut geht, geht es anderen so schlecht. Wir sind darauf kon­di­tion­iert, bei jed­er Nachricht von den weniger schö­nen Orten auf dieser Welt, bei Mel­dun­gen von Kriegen, Kor­rup­tion, Elend und sog­ar Naturkatas­tro­phen zu schlussfol­gern, dass dies alles doch irgend­wie unsere Schuld sein müsse. Sie müssen nur mal bewusst auf die For­mulierun­gen acht­en, die dafür in unseren öffentlich-rechtlichen Nachricht­ensendun­gen ver­wen­det wer­den. Dieser Schuld­kult, eine Art neg­a­tive Dekadenz, nutzt heute die Klimahys­terie für ihre Zwecke. Denn ein pos­i­tives Nar­ra­tiv kon­nten die Kli­maret­ter nicht find­en, weil in dem Moment, wo ihre Propheten den Plan­eten für gerettet erk­lären wür­den, alles ver­schwun­den und abgeschafft wäre, was men­schlich­es Leben darauf erst lebenswert macht.

Der Kli­maschutz hat nichts Eigenes, keinen uniqe sell­ing point, der sich pos­i­tiv ver­mark­ten ließe. Deshalb räu­bert er in allen *ismen, Ide­olo­gien und Strö­mungen, der­er er nur hab­haft wer­den kann – sin­nvollen und gefährlichen. Aus Umweltschutz, Arten­schutz, Arbeitss­chutz, Immis­sion­ss­chutz, Kreis­laufwirtschaft, Nach­haltigkeit, Plan­wirtschaft, Sozial­is­mus, sozialer Entwick­lung und vie­len anderen Begrif­f­en wird der zähe, alles umfassender Teig „Kli­maret­tung“ geknetet. Je kom­plex­er, desto bess­er. Denn kom­plex­es Wis­sen braucht eine kleine Kaste eingewei­hter Adepten, die im Besitz der Wahrheit ist, diese ver­wal­tet und die Ziele definieren darf. Die Grün­der der Organ­i­sa­tio­nen, die dieser neuen Kaste ange­hören wollen, brin­gen sich in Medi­en, Parteien, Stiftun­gen, NGO‘s und Unternehmen wie Cli­matePart­ner bere­its laut­stark in Stellung.

Kommt Zeit, kommt Rat, kommt gute Tat

Ich will aber nicht schon wieder so neg­a­tiv enden und nochmal auf den Grundgedanken dieses Ablasshan­dels zurück­kom­men: die Einsparung von CO2. Die Sache ist näm­lich eigentlich ganz ein­fach, es braucht wed­er Quoten noch Ver­bote noch den Umbau der Mark­twirtschaft in eine kom­mu­nis­tisch-zen­tral­is­tis­che Steinzeit­ge­sellschaft nach Vor­bild der Roten Khmer. Und ganz gle­ich, wie man zur Frage ste­hen mag, ob es sin­nvoll ist, CO2 einzus­paren, wis­sen wir doch alle, wie das geht. Schließlich sind „alter­na­tive Medi­en“, in denen sich Spöt­ter und Spalt­pilze wie ich tum­meln, voll von Vor­wür­fen, die Kli­maak­tivis­ten wür­den Wass­er predi­gen und Wein trinken. Kerosin-Kathi kön­nte das Fliegen aufgeben und mit Langstreck­en-Luisa Fahrrad-Urlaub in der Eif­fel machen, statt uns von Kali­fornien aus Vorträge über Flu­greisen zu hal­ten. Jür­gen „Eiskugel“ Trit­tin kön­nte Mehrweg­bech­er ver­wen­den und nach Berlin ziehen, statt nach Göt­tin­gen zu pen­deln und sich mit Star­bucks-Weg­w­erf-Bech­er fotografieren zu lassen.

F4F-Demon­stran­ten kön­nten aufs Smart­phone und die neuesten Sneak­er verzicht­en, statt um Akku-Spenden für ihre Demos zu bit­ten und wer Fleisch deshalb nicht essen mag, weil es ener­getisch so übel ist, der muss seine Fin­ger eben auch vom energieaufwändig hergestell­ten Tofu lassen. Verzichtet aufs Auto, verzichtet auf Flu­greisen, schal­tet im Win­ter eure Heizung ab – bitte sehr! Aber ver­schont eure Mit­bürg­er mit euren moral­isieren­den Belehrun­gen. Ihr kön­nt nur euch selb­st ändern, nicht die Gesellschaft. Denn sobald ihr andere aktiv ändern wollt, set­zt ihr auf Zwang, statt auf Vor­bild. Ihr seid keine Demokrat­en, son­dern Despoten. Entsprechend wird man euch ent­ge­gen­treten. Euer Mot­to „mach das was ich sage, nicht das, was ich mache“ stinkt den Leuten gewaltig.

“Klimaneutral” ohne Ablasshandel

Was das „kli­ma­neu­trale Druck­en“ ange­ht, habe ich übri­gens gute Nachricht­en: es ist möglich, aber nur durch den kom­plet­ten Verzicht auf den Druck. Ja, nicht mal dran denken, irgend­was zu vervielfälti­gen! Kein Druck, keine Kopie, keine Mail, kein Tweet. Jede Kom­pen­sa­tion, jede Aus­gle­ich­szahlung, jedes dig­i­tale Zer­ti­fikat erzeugt selb­st wieder CO2 und die Kom­mu­nika­tion dieses Zer­ti­fikats noch mehr davon.

Es wäre zwar begrüßenswert, wenn das eine oder andere Min­is­teri­um und die angegliederten Ini­tia­tiv­en, Hash­tags, Vere­ine und Fördertöpfchen­schleck­er auf diese Weise „kli­ma­neu­tral“ wür­den, aber ich bitte den­noch darum, nicht gle­ich eine Hex­en­jagd zu eröff­nen. Wir haben bere­its unsere Auto­mo­bilin­dus­trie und die Energiewirtschaft auf dem Altar des Kli­maschutzes geopfert, lassen wir wenig­stens noch ein paar Druck­ereien ste­hen, damit die Trauerkarten und Beilei­ds­bekun­dun­gen für den indus­triellen Nieder­gang Deutsch­lands gedruckt wer­den kön­nen. In der Spar-Vari­ante bitte und 2% bil­liger, weil ohne Ablasshan­del und Klimazertifikat.

* PS und Nach­trag: heute, am 21.11.2019 nahm Cli­matePart­ner seinen öffentlichen CO2-Rech­n­er vom Netz. Wer die Preise für den Ablasshan­del wis­sen möchte, muss sich ab sofort iden­ti­fizieren. Ich hoffe, dieser Schritt ist vor allem der Pein­lichkeit des Vor­gangs geschuldet, nicht nur der Verheimlichung. 😉

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14 Kommentare

  1. Bemerkenswert! Der Kli­mawan­del ist so drama­tisch, dass wir eine ständi­ge Ver­teuerung unser­er Leben­shal­tungskosten akzep­tieren müssen.
    Aber nicht drama­tisch genug, dass unsere poli­tis­chen Zuhäl­ter auch nur auf einen Cent ihrer regelmäßi­gen Diäten­er­höhung verzicht­en müssen.

  2. Ist nicht auch das bericht­en, oder eben wie hier vor­liegend, dass veröf­fentlichen eines Beitrages (gegen den Ablass-Klimabriefhan­del), wiederum ein Teil der Bere­icherung an Angst-Themen?
    Welche hier im Beitrag ja so schön angemah­nt wird.
    Ist nicht auch der schreibende Kri­tik­er, ein “par­a­sitär­er Nutznießer” der gesellschaftlichen Debatte?
    Ich sehe hier ein­deutig “zwei Seit­en, der gle­ichen Medaille”…

    Schuld ist unser Ego — jede/r Einzelne “will etwas” (haben, mit­teilen, bewirken)…

    Wir drehen uns im Kreis, wie vor hun­derten Jahren! Das alles hat mein­er Mei­n­ung nach, immer noch nichts mit intellek­tuellem Fortschritt zu tun!

    Da alle immer nur nach Unter­schieden und Gegen­sät­zlichem suchen, aber das ein­fach­ste, die Lösung der meis­ten grossen Prob­leme der Men­schheits­fam­i­lie, find­et sich nur in den grundle­gen­den Gemeinsamkeiten…
    Was ist es also, was einan­der verbindet — Kri­tik­er und das was kri­tisiert wird?!?

    Egal welch­es Thema…

    Denkt mal darüber nach, ganz in Ruhe…

    Nicht “Teile und herrsche — son­dern — verbinde und lebe…” 

    Oder?

  3. Sagt der Kaiser zu Priester: halte du sie dumm, ich halte sie arm.

    So läuft das Kli­ma Geschäft!

  4. Unsere Gesellschaft beste­ht aus drei Klassen. Die ober­ste Schicht ver­fügt über die Def­i­n­i­tion­shoheit, erwor­ben durch den kor­rek­ten Gebrauch ein­er pseu­do-akademisch Tabus­prache, in der missliebige Dinge wie Mord und Totschlag nicht benan­nt und poli­tisch unko­r­rek­te Ideen wie Leis­tung und Wet­tbe­werb nicht for­muliert wer­den dür­fen. Diese Klasse definiert zwar die Deu­tungsmuster der ganzen Gesellschaft, sie ist aber wirtschaftlich unpro­duk­tiv und lebt par­a­sitär vom Wohl­stand ihrer nahen Ver­wandten, also Eltern oder Steuerzahler. Ihr Mot­to ist: Lieber drei Stun­den disku­tieren als eine Stunde arbeiten.

    Die mit­tlere Schicht erwirtschaftet den Wohl­stand für alle, hat aber keine Mit­sprache beim Selb­stver­ständ­nis; weil sie sich weigert, die Sprachtabus zu beacht­en, wird sie aus­ge­gren­zt. Hier­her gehören neben dem Alten Weißen Mann auch pol­nis­che Mon­teure, bul­gar­ische Bauar­beit­er oder kroat­is­che Kurierfahrer.

    Die dritte Schicht lebt par­a­sitär und hat keine Mit­sprache. Im Gegen­teil, ihre Funk­tion ist die des Opfers im Dra­madreieck. Das herrschende Nar­ra­tiv stellt diese Klasse als unter­drückt dar, um sich sel­ber als Ret­ter aufzus­pie­len und so den eige­nen Par­a­sitismus zu legit­imieren. Das kostet ja nichts, das zahlt der Staat. Waren die Vorzeige-Opfer früher noch die Pro­le­tari­er oder die Dritte Welt, so sind es heute die Ange­höri­gen stetig wech­sel­nder Min­der­heit­en, die von ihrer Unter­drück­ung oft noch gar nichts wissen.

    In allen Fällen beansprucht die Nomen­klatu­ra genau zu wis­sen, was für die Opfer das Beste sei, und wie üblich im Dra­madreieck ist dem Ret­ter vor allem daran gele­gen, den Ver­fol­ger als Aus­beuter der Opfer zu brand­marken. Dabei ist es für dieses Sys­tem von ele­mentar­er Wichtigkeit, die Opfer unmündig zu hal­ten, ihnen keine eigene Stimme zu geben. Die größten Aus­beuter rufen also am lautesten: „Hal­tet den Dieb.“

  5. Noch nie wo gele­sen aber bedenkenswert:
    Ablasshan­del, C02 Steuer,ist auch nur ein ver­schleiert­er Vor­gang zur qua­si Steuer­erhöhung, Mehrwertsteuererhöhung.
    Steuer­erhöhun­gen lassen sich nicht mehr gut verkaufen, zwecks Umverteilung von Nord nach Süd und Arm nach Reich und zur Finanzierung der Menschenumverteilung.
    Den Preis zahlt der mit wenig Geld in der Tasche.

    Was kann man selb­st tun? Z.B.. Fleis­chverzicht und Sojaverzeicht?
    Vor kurzem gele­sen, selb­st der Bioan­bau wird als kli­maschädlich benan­nt! Gehts noch? Auch atmen wäre dann doch “kli­maschädlich wegen des CO2 Austoßes?!?

    Es ist das Denken in ein­fachen und/oder lin­earen Zusam­men­hän­gen, dafür lügen­hafter Aktion­is­mus allenthalben!
    — Siehe New York Reise von Gretchen oder das Ein­schlafen der FFF Demos bei nun unfre­undlich-kaltem Wetter.

    Ja die Kli­maret­tung muss eine Schön­wet­terangele­gen­heit bleiben, für einige Wenige wenigstens.

  6. Edel sei der Mensch,
    Hil­fre­ich und gut!
    Denn das allein
    Unter­schei­det ihn
    Von allen Wesen,
    Die wir kennen.

    Der edle Mensch
    Sei hil­fre­ich und gut!
    Uner­müdet schaff er
    Das Nüt­zliche, Rechte,
    Sei uns ein Vorbild
    Jen­er geah­neten Wesen!

    (Aus “Das Göt­tliche” von J.W. Goethe)

    So, wo ist er denn, der Men­sch? Ich tue es Dio­genes gle­ich und schaue mit ein­er Taschen­lampe auf dem Markt nach, ob ich irgend­wo Men­schen finde. “Men­schen rief ich, keinen Abschaum!” Dio­genes von Sinope

  7. Als der mit­te­lal­ter­liche Ablasshan­del so richtig im Schwunge war, hieß es, der Teufel ließe die See­len der ver­stor­be­nen Lieben frei, wenn das Gold­stück an den Ablasshändler, damals der Pfaffe, weit­erg­ere­icht sei. Wer aber die Frage stellte warum der Teufel, der ja nichts wichtigeres als der Besitz der See­len kan­nte, diese loslassen werde, wenn der Pfaffe um ein Gold­stück reich­er wurde, bemerk­te sehr bald die höl­lis­chen Qualen des bren­nen­den Scheit­er­haufens unter den Füßen. Wie es im Dschou I (I Ging), dem “Buch der Wand­lun­gen”, niedergeschrieben ist: Die zugrunde liegen­den Geset­ze sind immer die gle­ichen, allein die Erschei­n­un­gen sind von ander­er Gestalt. Wohlan…

    • “Wenn der Taler im Kas­ten klingt, die Seel’ aus dem Fegfeuer springt” hieß das. Das Fege­feuer wird nicht vom Teufel angeschürt.

  8. Sehr gut, Herr Letsch
    Diese Erleuch­tung kam mir auch schon vor einiger Zeit, da ich im Natur­wis­senschaftlichen Unter­richt aufgepasst habe.
    Diese Klimahys­terie zielt darauf ab,die Men­schheit immer weit­er zu ver­sklaven zum Wohl einiger weniger.
    Unsere kleinen Sün­den gle­icht Mut­ter Erde sofort und schnell aus, mit Feuer, Sturm und Wasser.
    Es gibt da ein Gesetz in der Physik vom Gle­ichgewicht der Massen/Kräfte.

  9. Sagte schon mein Geschicht­slehrer vor 40 Jahren: In ein­er freien Gesellschaft kann man das Volk nur auf eine Weise manip­ulieren: Mit Angst. Und wer schafft es schon, den geball­ten und ein­heitlichen “Info-Sendun­gen” Skep­sis ent­ge­gen­zubrin­gen? Wieder mein Geschicht­slehrer: Volksver­het­zung gelingt am Besten von oben nach unten. Oder auch: Auch Athe­is­ten glauben an etwas, und zwar mit der gle­ichen Inbrun­st. Und am Ende läuft es wieder so wie in der Steinzeit, bei den Azteken oder sonst­wo: wenn das Wet­ter aus­flippt, es nichts mehr zu essen und zum heizen gibt, dann begin­nt man, Opfer darzu­bi­eten. Unmöglich? Die Unweiger­lichkeit ein­er ein­mal begonnenen Entwick­lung hin zum fas­sungs­los machen­den irra­tionalen und ver­mei­d­baren Unter­gang kann man in jedem Geschichts­buch nachlesen.

    • Wie sagte Chester­ton so schön?
      „Wenn Men­schen aufhören, an Gott zu glauben, dann glauben sie nicht an nichts, son­dern an alles Mögliche. Das ist die Chance der Propheten — und sie kom­men in Scharen.“

  10. Wieder mal ein her­vor­ra­gen­der Artikel. Man liest, man ver­sucht zu begreifen, Ein­stein kommt einem in den Sinn von wegen gren­zen­los­er Dummheit und gren­zen­losem Uni­ver­sum und am Ende kann man das Ver­hal­ten der Men­schen genau­so wenig mit dem Ver­stand erfassen, wie die Größe des Uni­ver­sums. So geht es mir jeden­falls, es macht mich irgend­wie fas­sungs­los und ich frage mich, ob es nicht bess­er wäre, ein­fach nur dumm zu sein, um sich der Men­schheits­fam­i­lie wieder zuge­hörig zu fühlen. Doch dann obsiegt die Überzeu­gung, dass die Irren nicht die Mehrheit sind, sie sind nur lauter und vom nutznießen­den Hin­ter­grund bess­er vertreten. Zeit für einen kli­maz­er­stören­den Kaffee. 😉

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