(Leicht ver­än­der­ter Text eines unbe­kann­ten Autors, der mich per E‑Mail erreichte)

  1. Im Prin­zip dür­fen sie das Haus nicht ver­las­sen, aber wenn sie möch­ten, dann dür­fen sie das natürlich.
  2. Mas­ken sind nutz­los, aber sie soll­ten unbe­dingt eine tra­gen, denn das kann Leben retten.
  3. Alle Geschäf­te sind geschlos­sen, außer die, die geöff­net sind. Also die klei­nen, die wich­ti­gen, die etwas grö­ße­ren und man­che ande­ren auch.
  4. Die­ses Virus ist poten­zi­ell töd­lich, aber den­noch nicht all­zu beängs­ti­gend, außer dass es even­tu­ell zu einer glo­ba­len Kata­stro­phe führt, bei der dann sehr vie­le ster­ben. Oder es ster­ben weni­ger, dafür aber mehr durch die Fol­gen des Wirt­schafts­kol­laps oder auch bei­des. Es stirbt auf jeden Fall jemand.
  5. Jeder muss ZUHAUSE blei­ben, aber es ist wich­tig auch RAUSZUGEHEN, beson­ders bei Son­nen­schein, aber es ist bes­ser, nicht raus­zu­ge­hen, außer natür­lich für Sport, aber eigent­lich: NEIN.
  6. Es gibt kei­nen Man­gel an Waren im Super­markt, aber es gibt Din­ge, die feh­len und ande­re sind zur­zeit nicht da.
  7. Das Virus hat kei­ne Aus­wir­kun­gen auf Kin­der, außer auf die­je­ni­gen, auf die es sich doch auswirkt.
  8. Haus­tie­re sind nicht betrof­fen, aber es gibt immer noch eine Kat­ze, die im Febru­ar in Bel­gi­en posi­tiv getes­tet wur­de, als sonst noch nie­mand getes­tet wur­de, plus ein paar Tiger hier und da und sel­ten Hun­de, eigent­lich kei­ne Hun­de, aber manch­mal schon. Jeg­li­che Ober­flä­chen, außer das Fell ihres Haus­tie­res, kön­nen die Krank­heit natür­lich übertragen.
  9. Sie wer­den vie­le Sym­pto­me haben, wenn sie krank sind, aber sie kön­nen auch ohne Sym­pto­me krank wer­den, Sym­pto­me haben, ohne krank zu sein, oder anste­ckend sein, ohne Sym­pto­me zu haben.
  10. Man darf nicht in Alters­hei­me gehen oder sei­ne Groß­el­tern besu­chen, um sie zu schüt­zen. Aber man muss sich um die Alten küm­mern und ihnen am bes­ten Lebens­mit­tel und Medi­ka­men­te mitbringen.
  11. Das Virus bleibt auf ver­schie­de­nen Ober­flä­chen zwei Stun­den lang aktiv. Nein vier, ich mei­ne sechs! Habe ich Stun­den gesagt? Viel­leicht Tage. Es braucht auch eine feuch­te Umge­bung um zu über­le­ben. Aber nicht unbedingt.
  12. Das Virus ver­trägt kei­nen Alko­hol, der die Sym­pto­me aber ver­schlim­mern kann. Das­sel­be gilt für Niko­tin. Das Rau­chen kön­nen sie ohne­hin ver­ges­sen, denn drin­nen scha­det es ihren Mit­men­schen und raus­ge­hen dür­fen sie nur zum Sport.
  13. Das Virus bleibt eigent­lich nicht in der Luft, aber manch­mal schon. Vor allem in geschlos­se­nen Räu­men. Gehen sie also viel an die fri­sche Luft, falls sie das dürfen.
  14. Es han­delt sich grund­sätz­lich nicht um Schmier­in­fek­tio­nen aber eine Schmier­in­fek­ti­on ist auch möglich.
  15. Wir soll­ten so lan­ge ein­ge­sperrt blei­ben, bis das Virus ver­schwin­det, aber es wird nur ver­schwin­den, wenn wir eine kol­lek­ti­ve Immu­ni­tät errei­chen, also wenn es zir­ku­liert. Dafür dür­fen wir nicht zu viel ein­ge­sperrt sein, des­we­gen blei­ben sie bes­ser die meis­te Zeit Zuhause.
  16. Soll­ten sie erkrankt gewe­sen sein, wer­den sie mög­li­cher­wei­se spä­ter wie­der erkran­ken, zwi­schen den Infek­tio­nen sind sie aber immun und gesund, es sei denn sie sind ohne­hin krank.
  17. Benut­zen sie ihr Gehirn und wenn nicht, hal­ten sie einen enor­men Vor­rat an Mehl, Hefe, Nudel und Toi­let­ten­pa­pier bereit – das wird helfen.
  18. Wenn sie alle die­se Regeln befol­gen, sind sie geret­tet. Oder auch nicht. Oder sie sind geret­tet, aber durch­ge­dreht. Dann hal­ten sie sich bit­te unbe­dingt an Regel 1.

* In ihrem Bun­des­land kann es abwei­chen­de Regeln oder zusätz­li­che oder gänz­lich ande­re Regeln geben. Und in Ihrer Stadt natür­lich auch! Manch­mal auch nur zeit­ver­setzt die­sel­ben Regeln, nach­dem die­se abge­schwächt oder ver­schärft wur­den oder die Kanz­le­rin eine Pres­se­kon­fe­renz von Sebas­ti­an Kurz gese­hen hat. Ver­fol­gen sie des­halb die loka­le Pres­se ihrer drei Nach­bar­städ­te, die Pres­se­kon­fe­ren­zen ihres Minis­ter­prä­si­den­ten und die von Kanz­ler­amt, Innen­mi­nis­te­ri­um und Gesund­heits­mi­nis­te­ri­um und fol­gen sie dem Robert-Koch-Insti­tut und drei Viro­lo­gen ihrer Wahl auf Twit­ter, Tik­Tok und Tinder.

 

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13 Kommentare

  1. Wie sag­te schon der wei­se Sokra­tes.: Ich weiß. , dass ich nichts weiß. Wür­den wir (isb. aber die selbst ernann­ten Auf­klä­rer und Alles Wis­ser) uns an die­se Wahr­heit hal­ten, gin­ge es uns besser!

  2. Also ich weiß jetzt aber nicht, ob ich lachen darf, oder nur grin­sen, denn beim Lachen, das ist ja so ein biss­chen wie Hus­ten, flie­gen dann die Tröpf­chen mög­li­cher­wei­se durch mei­ne gehä­kel­te Mund-Nase-Augen-Mas­ke auf mei­nen Schreib­tisch und lie­gen da dann wer weiß wie lan­ge auf ihm rum. Und kön­nen Flie­gen den Virus auf­neh­men und über­tra­gen? Also, ich weiß ja nicht, aber ich ver­lass mich da ganz auf Prof. Drosten.

    • Flie­gen kön­nen oder wür­den das Virus nur über­tra­gen, wenn sie flie­gen und dabei etwas tra­gen, also das Virus. Oder ein ande­res. Wenn die Flie­ge aber kriecht, über­kriecht sie das Virus wahr­schein­lich. Nur das Krab­beln der Flie­gen (die kön­nen lei­der sowas) und die damit zusam­men- und dazwi­schen hän­gen­de Mög­lich­keit einer Krab­bel­in­fek­ti­on wur­de noch nicht voll erforscht, denn die­se Flie­gen sind lei­der nicht beson­ders voll. Außer wohl mit dem Virus. Oder so.

  3. End­lich sind Frau Mer­kels wer­vol­le Tipps in ver­ständ­li­ches Deutsch über­setzt worden.
    Danke !

  4. Ja echt mal, var froh, dass ich der schlecht­ge­laun­tes­te Mensch der Erde var… und nun? kom­me ich aus dem LAchen nicht raus… könnt mich kringeln
    <3 lichen Dank
    ein­fach herrlich

  5. Dan­ke für die­se fan­tas­ti­sche Zusam­men­fas­sung. Jetzt weiß ich wo ich dran bin.
    So deut­lich, prag­ma­tisch, kurz und prä­gnant hat es bis jetzt nie­mand geschrieben!
    Dan­ke danke

  6. Ich hat­te bis eben gaa­anz schlech­te Lau­ne, kann ich Ihnen sagen… Sie sind „schuld“, daß ich heu­te noch ein­mal die Kur­ve krie­ge. Ohne so Leu­te wie Sie mit so tol­len Ideen (obwohl die­se hef­tig der neu­en Nor­ma­li­tät ent­lie­hen sind…), würd ich kurz­fris­tig ein­ge­hen oder durch­dre­hen in die­ser beklopp­ten Zeit. Dan­ke für Ihre Hilfe!

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