Annale­na Baer­bock, die Parte­ichefin der Grü­nen, redet nicht mit mir. Immer noch nicht. Meine Mail mit der Frage, ob ich die „Rech­nung der Energiewende“ sehen könne, welche die Grü­nen angestellt, beauf­tragt oder geträumt haben, blieb unbeant­wortet. Doch blieb sie auch unbeachtet? Als neue Parteivor­sitzende ein­er 64-tausend-köp­fi­gen Massen­partei spricht sie natür­lich nicht direkt mit mir kleinem Schreiber­lein, son­dern sendet ihre Weisheit in die große weite Welt. Denn offen­bar sind ihr die hämis­chen Bemerkun­gen (inclu­sive meines Artikels), die lan­desweit angesichts ihres leicht ver­peilt bis schw­er bek­ifft wirk­enden Inter­views mit dem DLF gemacht wur­den, nicht ent­gan­gen. Es bestand Erk­lärungs­be­darf. Annale­na Baer­bock erk­lärt nun also auf ihrer Web­seite, wie das „gemeint“ war, mit den Net­zen, den Spe­ich­ern und all dem anderen Zeug, das durchgerech­net, abge­heftet und längst in grü­nen Jute­beuteln sich­er ver­staut ist. Dass Nar­ren wie ich aber auch immer wieder drauf rum­re­it­en müssen! „Wie geht dies, wie macht ihr das, da ist ein Prob­lem, die Rech­nung stimmt nicht…“ Opti­mis­mus ist ange­sagt! Ob Grav­i­ta­tion­skon­stante, Geset­ze der Ther­mo­dy­namik oder Carnot-Schwelle – weg mit der bürg­er­lichen Physik! Freier Fall für alle! Das wurde so beschlossen und dann machen wir das jet­zt auch so! Das Netz ist der Speicher!

Ja, das klang etwas naiv im DLF-Inter­view und ich dachte mir schon, was später von Annale­na als Aus­flucht kom­men würde: So sei das nie gemeint gewe­sen! Natür­lich war nicht das Strom­netz als Spe­ich­er auserse­hen! Man müsse die Net­ze schon kop­peln: Strom, Gas, Infor­ma­tion, wün­sch dir was…

Grüne Textbausteine

Lauschen wir also den Erk­lärun­gen auf der Web­seite der Parteivor­sitzen­den der Grü­nen, wie wun­der­bar durchge­plant und logisch die Energiewende funk­tion­iert, wenn man die Hebel und Schal­ter nur den richti­gen Leuten über­ließe – den Grü­nen natürlich:

„Die vie­len, dezen­tralen Anla­gen wer­den über ein leis­tungs­fähiges Strom­netz miteinan­der ver­bun­den, das den Strom schnell und effizient vom Erzeu­gungs- zum Ver­brauch­sort trans­portiert. Strombe­darf und Stromerzeu­gung wer­den so über eine intel­li­gente Steuerung jed­erzeit und an jedem Ort ziel­sich­er aufeinan­der abges­timmt. So wird die Stromver­sorgung der Zukun­ft aussehen.“

Schnell, effizient, abges­timmt, leis­tungs­fähig, ziel­sich­er. Mit anderen Worten: das wird schon irgend­wie klap­pen, frag nicht so blöd! Oder, für Pop-Affine 80er: Irgend­wie, irgend­wo, irgend­wann. Haupt­sache Zukun­ft. Zukun­ft ist immer! Zahlen und Fak­ten müssen aber auch, und wenn ich Poli­tik­er­sätze mit ein­er der­ar­ti­gen Dichte an Kraft­meiereien lese, werde ich mis­strauisch. Denn der zitierte Satz bedeutet auf die Gegen­wart bezo­gen, dass wir nicht genug dezen­trale Anla­gen haben, die über ein nicht leis­tungs­fähiges Netz nur mis­er­abel miteinan­der ver­bun­den sind, die Effizienz von Erzeu­gung und Trans­port zu wün­schen übrig lässt und von intel­li­gen­ter Steuerung keine Rede sein kann. So wird die Stromver­sorgung lei­der auch in der näheren Zukun­ft ausse­hen, weil alles andere Abseits von grünem Ide­olo­gie-Geschwätz noch nicht mal in der The­o­rie existiert.

„Spe­ich­er und Net­ze wirken darin funk­tion­al sehr ähn­lich, auch wenn sie physikalisch völ­lig ver­schieden sind.“

Annale­nas Co-Parte­ichef Habeck hat ja bere­its die Lücke zwis­chen „Men­sch und Sys­tem“ ent­deckt, die es zu schließen gälte. Nun hat Frau Baer­bock die Lücke zwis­chen Funk­tion und Physik ent­deckt – selb­stver­ständlich lässt sich diese nur durch funk­tionale Physik schließen! Die Physik diene dem Funk­tionär, nicht anders herum! Das schre­it ger­adezu nach einem zwar gen­der­mäßig par­itätis­chen, aber auch sehr, sehr alter­na­tiv­en Nobelpreis.

„Denn bei­de tra­gen dazu bei, kurzzeit­ig auftre­tende Über­schüsse und Eng­pässe auszu­gle­ichen. Damit nehmen sie eine Schlüs­sel­stel­lung im kün­fti­gen Strom­sys­tem ein.“

„Was ist eine Schlüs­sel­stel­lung“ – das kön­nte auch die Frage eines Unterof­fiziers an den Sol­dat­en sein. Und auf diese gibt es nur eine richtige Antwort: Einzunehmen! Nur wer­den wir ein gar nicht so kurzfristiges, son­dern ein vor allem saisonales Prob­lem mit der Stromver­sorgung haben. Im Dezem­ber wer­den unsere Spe­ich­er leer sein! Aus­gerech­net dann, wenn wir die ver­dammte Energie brauchen, um die Dom­plat­te in Köln mit tol­er­anzförder­lichen Textbausteinen zu beleucht­en! Aber zur Rech­nung, wie man kurzfristige Über­schüsse in Langfristige Ver­sorgungssicher­heit umwan­delt, komme ich noch.

„Zusät­zlich bergen das Gas­netz und die daran angeschlosse­nen Gasspe­ich­er ein großes Spe­icher­poten­zial, das über „Pow­er to Gas“ erschlossen wer­den kann. Hier­durch ist auch ein saisonaler Aus­gle­ich von Erzeu­gung und Ver­brauch denkbar, da das Gas­netz eine größere Kapaz­ität sowie eine höhere Reak­tion­strägheit aufweist als das Stromnetz.“ 

Zunächst mal weist das Strom­netz als solch­es über­haupt keine Kapaz­ität auf, weil es eben kein Spe­ich­er ist. Das Gas­netz als Luft­bal­lon zu betreiben, in den man nach Belieben hinein­pumpen oder daraus ablassen kann, ist eine char­mante Vorstel­lung. Beson­ders, die vorhan­de­nen Gaskav­er­nen zu nutzen, die mit­tler­weile zum Teil Gazprom gehören (Lagerkosten?). Dies dezen­tral zu tun würde bedeuten, das erzeugte Gas ein­fach in die Leitun­gen zu pumpen. Den Druck zu reg­ulieren wäre die Auf­gabe zahlre­ich­er kräftiger Pumpen, die oft auf Hoch­touren laufen müssten, wenn die Sonne scheint und der Wind weht. Und diese Reg­ulierung muss sehr genau sein, sowohl was Druck als auch Zusam­menset­zung des Gas­es ange­ht. Schließlich möchte man beim Ein­schal­ten der heimis­chen Gasheizung keine bösen Über­raschun­gen erleben. Aus eben diesem Grund kön­nen wir auch nicht ein­fach per Elek­trol­yse erzeugten Wasser­stoff ver­wen­den, um den dann in die Gasleitun­gen zu pressen – wir müssen Methan daraus machen! Auch dazu später mehr.

„Klar ist jedoch: Ver­sorgungssicher­heit kann inzwis­chen nicht mehr nation­al, son­dern muss im europäis­chen Kon­text gedacht wer­den. Heute schon wird in jed­er Sekunde im Jahr Strom über Deutsch­lands Gren­zen im- und exportiert. Das entspricht europäis­chem Recht und kein EU-Staat darf dies be- oder gar verhindern.“ 

Hier lässt sich Baer­bock eine Hin­tertür in der Gle­ichung. Denn wenn ihre Rech­nung nicht aufge­ht – was sie lei­der nicht tut – erweit­ert sie kurz­er­hand um den Fak­tor Europa. Und wehe, der Fak­tor spielt nicht mit! Da wer­den unseren Nach­barn schon mal die Brüs­sel­er Instru­mente gezeigt! Polen set­zt Phasen­schieber ein, um seine Net­ze vor Fluten über­flüs­si­gen Wind­stroms in Spitzen­zeit­en zu schützen? Exporte dür­fen nicht behin­dert wer­den! Frankre­ich kann nicht genug Atom­strom liefern, wenn Deutsch­land wind­still, dunkel und gasleer ist? Importe wer­den behin­dert! Sofort sank­tion­ieren! Am deutschen Energiewe­sen soll Europa gene­sen! Was heißt hier soll: es muss! Und die let­zten Lichter, die in Deutsch­land vor dem Black­out noch bren­nen, wer­den die auf den Uni­sex-Toi­let­ten sein! Doch ist es lei­der nicht aus­re­ichend, Ver­sorgungssicher­heit zu „denken“, es wäre schon ganz gut zu wis­sen, wie man sie sich­er­stellen will.

Die Stichwortgeber in der Öko-Industrie

Man fragt sich ja, woher nehmen die Spitzen­grü­nen nur den Opti­mis­mus und vor allem die Vok­a­beln, die sie ständig nach­plap­pern? Ein paar Suchan­fra­gen später lan­det man bei den Textbausteinen der „Thü­ga“, dem nach eige­nen Angaben größten kom­mu­nalen Energie- und Wasserver­sorg­er Deutsch­lands. Ich ziehe hier mal einen Strich, weil ich das Zusam­men­spiel zwis­chen dieser Gruppe und den Großhirn­rinden grün­er Poli­tik­er nicht nach­weisen kann und ich unter­stelle der Thü­ga in Bezug auf ihre Bestre­bun­gen zur Energiesicher­heit auch nur den lauter­sten Forschergeist, ganz abseits aller Sub­ven­tion­s­gelüste. Doch klin­gen deren eupho­rische Aus­sagen zu Pow­er-to-Gas sehr stark nach dem, was Annale­na Baer­bock als „aus­gerech­nete Fak­ten“ zwis­chen ihre Lieblingsphrasen quetscht. Doch lesen sie selb­st, hier eine kleine Auswahl von der Web­seite der Thüga:

„Nur das Gas­netz ver­fügt über die Kapaz­ität, um den enor­men Gesamt­spe­icherbe­darf der Energiewende zu deck­en“ ­– „Nahezu unbe­gren­zte Spe­icherka­paz­ität entste­ht durch eine zusät­zliche Methanisierung des erzeugten Wasser­stoffes“ – „Poli­tik muss entsprechende Rah­menbe­din­gun­gen schaf­fen“ – „…über­schüs­sige Strom­men­gen aus erneuer­baren Quellen in Gas umwan­deln“ – „Von den Vorteilen der Strom zu Gas-Tech­nolo­gie überzeugten sich in den zurück­liegen­den Monat­en mehr als 1.300 Besucher“

Da möchte ich doch fast wet­ten, dass einige der überzeugten Besuch­er lei­t­ende Posi­tio­nen bei den Grü­nen inne haben. Und Thü­ga meldet auch tech­nisch Erstaunlich­es:

„…erre­icht die Gesam­tan­lage – von der Stro­ment­nahme bis zur Gasein­speisung – einen Wirkungs­grad von bis zu 77 Prozent“

Das ist wahrlich ein phan­tastis­ch­er Wert, kann ich ihnen sagen! Und Thü­ga ist zurecht stolz auf die entwick­elte Tech­nolo­gie! Nur 28% Energie kostet es also, um aus Strom und Wass­er Gas zu erzeu­gen. Allerd­ings han­delt es sich dabei um Wasser­stoff, den man nur solange ins Gas­netz drück­en darf, wie die Gesamt­menge 5% nicht über­steigt. Wenn dem­nächst die ganze Repub­lik Sonne und Wind als Gas in die Net­ze pumpt, sollte man dies tun­lichst unter­lassen. Son­st – ich sagte es – gibt es unan­genehme Über­raschun­gen. Knall­gas-Explo­sio­nen machen nur Spaß, wenn sie im Chemie-Unter­richt stat­tfind­en, nicht in Gasöfen, Her­den und Gasleitun­gen. Man muss also noch weit­ere Energie aufwen­den, um den Wasser­stoff durch Zugabe von CO2 in Methan umzuwan­deln. Dieses kann man dann ins Gas­netz pressen und bei Bedarf wieder zu Strom machen, was über den gesamten Prozess Strom -> Wasser­stoff -> Methan -> Strom einem Wirkungs­grad von 28–40% entspricht. Macht 60–77% Energieaufwand ins­ge­samt, wenn’s richtig gut läuft ­– aber wann tut es das schon! Erwäh­nte ich schon, dass man zur Methanisierung eine sta­bile und ergiebige CO2-Quelle braucht? Ja ja, da kann man nicht ein­fach das Biss­chen aus der Luft nehmen, das würde den Wirkungs­grad weit­er schrumpfen lassen und den Pflanzen das Fut­ter wegfressen. Am besten, man holt das CO2 aus Bio­gas-Anla­gen, von denen wir deshalb in Zukun­ft auch sehr sehr viel mehr brauchen wer­den. Immer möglichst nahe am P2G-Kraftwerk. Klar, wir müssten auch den Maisan­bau, den Trans­port, die Dün­gung der Felder und vieles mehr jet­zt eben­falls in die Energiebi­lanz ein­fü­gen, aber das lassen wir hier mal großzügig unter den Tisch fall­en. Sollte der Aus­bau jedoch wie gewün­scht vorankom­men, wird der Maiskol­ben das Eichen­laub als deutsches Repräsen­ta­tion­s­gemüse bald abgelöst haben!

Die Energiewende der Annalena Baerbock

Im Jahr 2016 betrug der gesamte Energie­ver­brauch (nur Strom) Deutsch­lands etwa 520 TWh (Ter­awattstun­den). Im gle­ichen Jahr wur­den aus erneuer­baren Energien 188,3 TWh erzeugt (nicht ver­braucht, son­dern erzeugt. Unsere glo­r­re­ichen „Exporte“ sind da schon mit drin). Auf Wind ent­fiel der Löwenan­teil, etwa 98 TWh, dann fol­gen Sonne (38 TWh), Bio­gas (32 TWh) und Wasserkraft (20 TWh). Let­ztere kön­nen wir nicht weit­er aus­bauen. Für die voll­ständi­ge Energiewende ist rech­ner­isch somit die Lücke zwis­chen 188 und 520 TWh, also 332 TWh, durch Sonne, Wind und Bio­gas zu füllen. Ver­dreifachen wir die jew­eili­gen Anla­gen oder erneuern sie durch dreimal so Leis­tungsstarke, kom­men wir auf die weit­eren benötigten Kapaz­itäten – voilat, geschafft!

Aber jet­zt wird’s etwas kom­pliziert. Wir wollen in Zukun­ft keinen Strom mehr wegkip­pen, im Dunkeln sitzen wollen wir aber auch nicht. Deshalb müssen wir lei­der die gesamte erneuer­bare Energie – außer ein wenig Bio­gas vielle­icht – über unsere neuen besten Fre­und, den Gasspe­ich­er schick­en! Denn nicht eine einzige Kilo­wattstunde aus Sonne und Wind ist gesicherte Leis­tung. Das müssen wir aber auch deshalb machen, weil die Elek­trol­yse und die Methanisierung kon­tinuier­liche Prozesse sind, die man nicht nach Bedarf für Netz-Spitzen an- und ausknipsen kann. Außer­dem müssen die Gaskraftwerke, die unser kün­stlich­es Gas wieder in Strom zurück­wan­deln, mit guter Aus­las­tung laufen, um über­haupt effek­tiv arbeit­en zu können…aber wie die Grü­nen ja schon sagten: die Gasspe­ich­er sind groß genug, wir schaf­fen das! Wir ver­nach­läs­si­gen also, dass unsere Gasspe­ich­er eigentlich auch eine strate­gis­che Reserve sind, die uns in Preisver­hand­lun­gen mit Putin bis­lang sehr geholfen haben. Putin hat sich­er Ver­ständ­nis für die deutsche Energiewende und hat bei kün­fti­gen Ver­hand­lun­gen über Gasliefer­un­gen, die wir ja für die Wärmeerzeu­gung immer noch brauchen, nur unser bestes im Sinn. Aber wir haben ja noch unseren Gerd Schröder…

Power to Spass!

Doch da ist ja noch das Prob­lem mit dem Wirkungs­grad von nur 28–40%! Eine Ver­dreifachung aller Wind‑, Solar- und Bio­gasan­la­gen reicht also nicht aus. Es muss mehr als eine Ver­sechs­fachung sein! Min­destens! Bei 30% Wirkungs­grad* müssten wir sog­ar neun­mal so viele bauen! Allein bei den Win­dan­la­gen wäre min­destens eine Steigerung von 27.270 Anla­gen (Ende 2016) auf mehr als 163.620 Anla­gen nötig! Die Solar­voltaik müsste um den gle­ichen Fak­tor wach­sen, die Bio­gas-Anla­gen auf­grund des erhöht­en CO2-Bedarfs noch viel stärk­er. Das macht in der Endaus­bauphase ein Win­drad auf 2,2 km2 Deutsch­land, unter denen sich dicht gedrängt Solar-Pan­ele mit Maispflanzen um die son­nig­sten Fleckchen bal­gen und auch noch genug Platz lassen müssen für die tausenden benötigter Power-to-Gas-Anlagen.

Hat­te ich erwäh­nt, dass es sich bei dieser Rech­nung lediglich um den IST-Stand der Strompro­duk­tion han­delt? Als Kirsche auf dieser Sahne wollen die Grü­nen und die Kli­makan­z­lerin mit­tel­fristig auch den Verkehr ver­stromern. Das wäre dann ein Batzen, der etwa nochmal dieselbe Größe hätte. Ein Land, in dem wir gut und gerne leben!

Liebe Frau Baerbock,
wie Sie sehen, wird das schon wieder nichts, mit dem „Netz als Spe­ich­er“. Nicht mal dann, wenn wir das resiliente Gas­netz dazuschal­ten. Viel Glück bei Ihrem näch­sten Erk­lärungsver­such, Sie haben ja einige Net­ze noch nicht berück­sichtigt. Da wären zum Beispiel Fis­ch­er­net­ze, Spin­nen­net­ze, Haar­net­ze, das Internet…lassen Sie mich wis­sen, wenn Sie meine Hil­fe brauchen. Ich würde mir sofort meinen Solar-Taschen­rech­n­er schnap­pen, mein Ein­horn sat­teln und zu Ihnen eilen. Ehrensache!

* Die schlecht­en Nachricht­en immer zum Schluss: Pro­fes­sor Hans Wern­er Sinn rech­net in seinen Mod­ellen mit real­is­tis­cheren 25% Wirkungs­grad für P2G2P (Pow­er to Gas to Pow­er). Das bedeutet, jede einge­speiste P2G-Kilo­wattstunde kostet vier mal mehr, wenn man sie aus dem Sys­tem wieder her­ausholt. Unsere Strom­rech­nung wird das sich­er wenig freuen.

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17 Kommentare

  1. Ach wie gerne hätte ich, als ich meine drei Seeka­jaks noch hat­te, die eine oder andere Grüne ein­mal auf einen Insel­trip mitgenom­men. Alle Vor­räte für eine Woche Aufen­thalt auf ein­er Insel der Bay of Islands (Neusee­land) müssen im Boot unterge­bracht wer­den. Dito das Camp­ing-Kochgeschirr, der Gaskocher, das Zelt, die trock­e­nen Klam­ot­ten, und — natür­lich — der Wein. Es wird jeden Tag gepad­delt, gekocht, Kon­ver­sa­tion betrieben, und sich im Ozean gewaschen. Nach ein paar Tagen hat man sich an den sich entwick­el­nden Eigengeruch gewöh­nt, und wenn das Wet­ter einem dann mit Sturm und Regen beschenkt, ja dann kommt Freude auf daran, der Natur fast schut­z­los aus­geliefert zu sein. Der eine oder andere Weisse Hai, der ab und zu unter dem Kajak neugierig seine Kreise zieht, beflügelt dann das Naturge­fühl noch zusät­zlich. Und wenn man sich beim Bio-Gemüs­eschnip­peln in den Fin­ger schnei­det, und am näch­sten Mor­gen das Salzwass­er in der Wunde bren­nt, ja dann ken­nt die Freude gar keine Gren­zen mehr.

    Ich bin mir sich­er, nach ein­er solchen “Wirk­lichkeitswoche” in den Armen von “Mut­ter Natur” wären viele Grüne von ihrem Natur­wahn geheilt.

  2. Guten Tag,
    im grossen und ganzen gebe ich Ihnen recht. Das Spe­icher­prob­lem ist defin­i­tiv nicht geloest. Das Gas­net­zt ist aber zumin­d­est ein Ansatz, der mttel­fristig umzuset­zen waere. Das Gas­net­zt ist vorhan­den, die noeti­gen Tech­nolo­gien sind aus­gereift. Ihre These, das qua­si die kom­plette Ern­ergie ueber Gas­tur­binen laufen sollte, ist nicht ganz ein­leuch­t­end. Tech­nisch sin­nvoll waere es, die Spe­ich­er per­ma­nent mit ueber­schues­siger Energie zu laden und den Rest direkt einzus­peisen. Ein gewiss­er Prozentsatz sollte per­ma­nent ueber Tur­binen kom­men, aus Gru­en­den der Sta­bil­i­taet, der Rest aber direkt von den PV bzw. Wind­krafterzeugern. Nur, wenn zuwenig erzeugt wird, muss auf die Spe­ich­er zuge­grif­f­en wer­den. Dadurch koen­nte der Wirkungs­grad des Sys­thems drastisch erhoe­ht werden.
    Ein gross­es Poten­tial steckt in den pri­vat­en Heizungsan­la­gen. Denkbar waere der Ein­satz von kleinen Gas-BHK­Ws im Bere­ich <10kw. Diese koen­nten nach und nach die Heizungsan­la­gen erset­zten und so mit­tels intel­li­gen­ter Steuerung im Bedarfs­fall reak­tion­ss­chnell das Netz sta­b­lisieren. Im Som­mer wuerde die ueber­schues­sige Waerme nach draussen abgegeben, im Win­ter koen­nte damit geheizt wer­den. Grosse Not­stro­man­la­gen (1MW) von z.B. Kranken­haeusern sind bere­its jet­zt via Fer­s­teuerung ver­fueg­bar und inner­halb von 15 Sekun­den OnLine. Das ist alles nicht ein­fach, aber fuer ein Hochtech­nolo­gieland real­isier­bar. Den Grue­nen traue ich sowas nicht zu, weil die nicht mal ansatzweise ver­ste­hen, wo die Prob­leme liegen und man so ein Mas­ter­pro­jekt nur mit vie­len Vorue­ber­legun­gen und einem struk­turi­erten Vorge­hen meis­tern kann. Ein­fach mal ein paar GW PV ans Netz haen­gen und dann schae­un, was passiert, ist keine Losung.
    Gruss
    PS: Ich finde es erstaunlich, das sach­lich fundierte Artick­el mit­tler­weile nur noch in den soge­nan­nten “alter­na­tiv­en Medi­en” erscheinen und die Qual­i­taet­s­presse bei tech­nis­chen The­men fast aus­nah­mos ober­flaech­lich­es Bla Bla bringt, das dann auch noch inhaltlich falsch ist. In den dor­ti­gen Kom­men­tarspal­ten wer­den diese Fehler dann in der Regel richtiggestellt.

    • Natür­lich sind alle Mis­chfor­men denkbar. Das was Sie vorschla­gen, ist aber im Grund­satz das Sys­tem, was wir ger­ade auf­bauen — nur ohne Vor­fahrt für Erneuer­bare. Durch den etwas höheren Wirkungs­grad der Wind­kraft ist die kWH etwas gün­stiger, die Gaskraftwerke, die via P2G Strom erzeu­gen, stün­den aber häu­fig still und müssen durch Sub­ven­tio­nen am Leben gehal­ten wer­den. Machte man es so wie ich vorschlug (was natür­lich unter dem Strich auch Blödsinn wäre, wie wir wis­sen), kön­nten alle Mark­t­teil­nehmer IMMER arbeit­en. Nach meinem Mod­ell wäre es sog­ar egal, wann die Win­dräder oder Solarpan­ele pro­duzieren, weil sie einen „Spe­ich­ersee“ füllen. Wenn Sonne und Wind mal aus­fall­en — und sei es nur für Stun­den — müsste ohne­hin genau­so viel Gaskraftwerk­ska­paz­ität bere­it­ste­hen, um das GANZE Sys­tem zu betreiben. Diese hätte man aber nicht zur Ver­fü­gung, wenn man nur die „Strom­spitzen“ mit P2G abfedert.
      Aber wie gesagt…das bringt uns ins­ge­samt nicht weit­er. Die Rech­nung lan­det so oder so im Utopia.

  3. Die Ökonomie wurde ja ganz aus­ge­lassen. Denn wenn wir heute die Geste­hungskosten für grüne Energie mit opti­mistis­chen 10 ct anset­zen (ich weiß: Im Mix ist das viel teur­er) dann ergibt sich beim Wirkungs­grad von 25 % bei P2G alleine Kosten für Betrieb­smit­tel von 40 ct / kWh — natür­lich muss die Anlage noch oben drauf gebaut, betrieben und gewartet wer­den. Auch die Gas-Kraftwerke, die es ja für die Rück­ver­stro­mung braucht. Wer bezahlt dann diese Kosten? Übri­gens: Mod­erne Gaskraftwerke wer­den still­gelegt, weil sie sich mit Rus­s­land-Gas, dass wesentlich bil­liger ist als P2G-Gas, nicht rech­net. Auch die PSKW lei­den unter ein­er kon­tinuier­lichen Aus­las­tung: Langzeit­spe­icherung macht kein Umsatz und ist darum extrem teuer. Zur Erin­nerung: An der Strom­börse rech­net man zur Zeit mit rund 3 ct / kWh.

    • Ergänzend sei noch erwäh­nt, dass sich Gaskraftwerke nur deshalb nicht mehr rech­nen, weil sie in der “Energiewende” nur noch als Lück­en­springer einge­set­zt wer­den. Die Flex­i­bil­ität wird ihnen zum Ver­häng­nis. Ein Kraftwerk, dessen Betrieb­szeit unberechen­bar ist, ist nicht wirtschaftlich zu betreiben — die Fixkosten entste­hen immer.

      • Die Rede vom Kapaz­itäts­markt hat etwas gespen­stis­ches: Wenn Gaskraftwerke oder Kohlekraftwerke im Stand-By sind, haben sie noch immer große Kosten. Da wäre es dur­chaus logisch, wenn diese Reserveka­paz­itäten, die ja vor dem Black-Out ver­sich­ern sollen, auch bezahlt wer­den. Aber das kostet eben immer mehr Geld … wer soll das bezahlen? Zudem wird dieser Kapaz­itäts­markt und die notwwendi­gen Bere­i­thal­tungskosten nur darum erforder­lich, weil über­haupt die unzu­ver­läs­si­gen Energi­eträger aufge­baut wer­den, die zudem auch nicht für eine Reduk­tion der CO2-Emis­sio­nen sor­gen. Wenn man den ganzen Energiewende-Quatsch stre­ichen würde, gin­ge es uns allen besser.

  4. Lieber Herr Lesch, Sie haben die “intel­li­gente” Steuerung der Dame vergessen, welche Stro­ment­nahme und Ver­brauch auf wun­der­same Weise immer in Ein­klang bringt. Konkret bedeutet das, dass wir den Strom gefäl­ligst dann zu ver­brauchen haben, wenn er anfällt und eben keinen Strom haben, wenn nicht viel anfällt. So ein­fach ist das! Da heißt es dann, alle Lade­gräte, Waschmaschi­nen, Trock­n­er, Kühlschränke etc. schon mal in Anschlag brin­gen, wenn mit Wind gerech­net wird und die näch­ste Strom­liefer­ung ansteht!
    Da heißt es dann öfter mal: “Oh, ich muss schnell nach Hause! Der Wind weht und ich hab noch mehrere Ladun­gen Wäsche zu machen, die bei der let­zten Flaute liegenge­blieben ist!”

  5. Mein geliebtes Math-Capchar hat den Geist aufgegeben! Es kann buch­stäblich nicht mehr Zwei und Zwei zusam­men­zählen. Da es von chi­ne­sis­chen Wan­der­ar­beit­ern zusam­mengeschraubt wurde, die sich längst anderen Baut­en wid­men, musste ich es vor­erst deak­tivieren. Ab sofort heißt es also wieder, selb­st aufpassen…bis sich Ersatz findet.

    • Hah, was heißt hier ‘den Geist aufgegeben’? Es ist bei den Grü­nen eingetreten.
      Da ist ‘nicht Zwei und Zwei zusam­men­zählen’ zu kön­nen die Voraus­set­zung für höhere Weihen!
      Aber dass chi­ne­sis­che Pro­duk­te nun auch schon mit diesem Virus infiziert sind, ist natür­lich alarmierend.
      >;D

  6. Außer­dem sollen alle Häuser mit viel Plas­tikschaum zu Pas­sivhäusern umge­baut wer­den, dann wird für die Heizung auch kein Gas mehr gebraucht. Im weit­eren Ver­lauf sparen wir auch die Warmwasser­bere­itung ein — Duschen wird vol­lkom­men über­be­w­ertet. Bio-Gemüse kann man auch kalt essen: Und schon reicht der Wind­strom für eine einzige Lichtquelle im Haus für den Stuh­lkreis der Diskus­sion­srunde über die erre­ichte Dein­dus­tri­al­isierung — herrlich.

  7. Lieber Roger, danke für diesen her­vor­ra­gen­den Artikel! Da habe ich doch gle­ich mal einen Fün­fer rübergeschickt für den Strom von Eurem Serv­er, jet­zt haben wir ja ger­ade eine kalte Dunkelflaute und keinen ver­teuer­baren Gratis-Strom im Netzspeicher.

  8. Wie lange braucht man eigentlich, wenn man z.B. mit einem E‑Auto nach Ital­ien fahren will? Reich­weite ein­er “Tank­fül­lung” ca. 200 km, wenig Ladesta­tio­nen, u.U. stun­den­lange Ladezeit­en (Hotelüber­nach­tun­gen einplanen),
    großer Andrang an den Ladesta­tio­nen etc. etc. Wie würde die ‘grüne’ Antwort auf diese Fra­gen lauten??

    • Die Grüne Antwort lautet: keine Ahnung — mit der Fahrbere­itschaft des Bun­destages verge­ht die Zeit immer wie im Flug!

    • Grüne Antwort Zuhause bleiben. Reisen zu Kli­makon­feren­zen sind den Oberen vorbehalten.

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