Das son­nen­rei­che Kali­for­ni­en hat bei der rege­ne­ra­ti­ven Strom­erzeu­gung die­sel­ben Pro­ble­me, wie das ener­ge­tisch auf links gedreh­te Deutsch­land. Es gibt unauf­fang­ba­re Ver­sor­gungs­spit­zen, denen eben­so unüber­brück­te Eng­päs­se fol­gen. Ange­sichts des kali­for­ni­schen Wet­ters kann man dort in der Solar­vol­ta­ik von ech­tem Digi­tal­strom spre­chen: tags 1, nachts 0. Doch zumin­dest den­ken kali­for­ni­sche Ener­gie­un­ter­neh­men über geeig­ne­te Spei­cher nach, statt wie in Deutsch­land üblich ein­fach eine dop­pel­te Infra­struk­tur an fos­si­len Kraft­wer­ken auf „stand by“ zu hal­ten, und der Bevöl­ke­rung die­sen „Mix“ als erfolg­rei­che Ener­gie­wen­de zu ver­kau­fen. In Deutsch­land tun dies ins­be­son­de­re die Grü­nen, wenn­gleich die­se nur zu Ideen gelan­gen, die nach Regen­bo­gen, Ein­horn und Prin­zes­sin Lil­li­fee schme­cken und die Par­tei­vor­sit­zen­de Baer­bock aus­ruft „Das Netz ist der Spei­cher“.

Stolz berich­tet der Spie­gel von einer inno­va­ti­ven Idee, mit der die Kali­for­ni­er ihren reich­lich vor­han­de­nen Zap­pel­strom so glät­ten wol­len, dass er dann zur Ver­fü­gung steht, wenn man ihn braucht – zum Bei­spiel nachts, wenn die Son­ne auch in Kali­for­ni­en nicht scheint. Leis­ten sol­len das der Hoo­ver-Damm und der Colo­ra­do River – on top zu den Auf­ga­ben, die sie ohne­hin schon erfül­len müs­sen. Hier die Kurz­form: Leis­tungs­fä­hi­ge Pum­pen sol­len das Was­ser in den Lake Mead zurück­pum­pen und dafür mit dem Solar-Strom betrie­ben wer­den, den Kali­for­ni­en im Über­fluss pro­du­ziert. So wür­de aus dem Lake Mead, dem ohne­hin größ­ten und längs­ten Stau­see der Ver­ei­nig­ten Staa­ten eine „Rie­sen­bat­te­rie“, denn wenn Strom benö­tigt wird, also nachts zum Bei­spiel, könn­te man den dann ja leicht erzeu­gen, indem man das Was­ser wie­der durch die Tur­bi­nen des Hoo­ver-Damms jagt. Wenn der Spie­gel hier nicht eini­ge Din­ge kom­plett falsch ver­stan­den hat – was ich nicht aus­schlie­ße – erge­ben sich dabei lei­der ein paar klei­ne Pro­ble­me bzw. Denkfehler.

Denkfehler 1

Ein Lauf­was­ser­kraft­werk wie das im Hoo­ver-Damm ist kein Pump­spei­cher­kraft­werk. Es erzeugt per­ma­nent Ener­gie über das Ablas­sen des Was­sers aus dem höher gele­ge­nen Stau­see. Ener­gie, die benö­tigt wird! Ist mehr Was­ser im See, kann man die Tur­bi­nen nicht schnel­ler lau­fen las­sen, um mehr Ener­gie zu erzeu­gen. Statt die Ener­gie zu ver­wen­den, die der Hoo­ver-Damm erzeugt, könn­te man rein rech­ne­risch den Solar­strom nach Neva­da schi­cken und das Was­ser gleich im Lake Mead las­sen, statt es zur Strom­erzeu­gung zu nut­zen und unten ange­kom­men mit Strom wie­der nach oben zurück zu pum­pen. Dum­mer­wei­se ver­hin­dert die Träg­heit der Tur­bi­nen jedoch, dass man das Lauf­was­ser­kraft­werk schnell hoch- und run­ter­fah­ren kann, wes­halb man den ener­ge­tisch umständ­li­chen Weg mit den „Solar-Pum­pen“ gehen will. Die Leis­tung des Kraft­werks ändert sich aber nicht dadurch, dass mehr Was­ser im Spei­cher ist.

Denkfehler 2

Der Hoo­ver-Damm ist nicht die ers­te und nicht die letz­te Stau­stu­fe am Colo­ra­do-River. Pumpt man also Was­ser zurück in den Lake Mead, fehlt die­ses am Unter­lauf, wo „Lake Mohave“ und „Davis Dam“ dar­auf ange­wie­sen sind, auch um Strom zu pro­du­zie­ren. Was­ser, das den Lake Mohave nicht erreicht, kann auch kei­nen Strom im Davis Damm erzeu­gen. Von den noch wei­ter fluss­ab­wärts gele­ge­nen Anla­gen „Par­ker Dam“, „Pao­lo Ver­de Diver­si­on Dam“, „Impe­ri­al Dam“, „Lagu­na Diver­si­on Dam“ und „More­los Dam“ ganz zu schwei­gen. Es ist ein Null­sum­men­spiel, bei dem jede Ener­gie­rück­ge­win­nung das Was­ser des nächs­ten in der Ket­te abgräbt.

Denkfehler 3

Der Colo­ra­do River ist die mit Abstand wich­tigs­te Trink­was­ser­quel­le der Regi­on, Nicht nur für Neva­da, son­dern auch für Ari­zo­na und Kali­for­ni­en. Außer­dem fließt eine gro­ße Men­ge sei­nes Was­sers in die Bewäs­se­rung der inten­si­ven Land­wirt­schaft. Im Mün­dungs­ge­biet ist der Colo­ra­do River seit lan­gem größ­ten­teils tro­cken, obwohl der Pegel im Lake Mead wei­ter oben kon­ti­nu­ier­lich sinkt. Die Was­ser­nut­zung, auch die durch Rück­stau, ist also ohne­hin schon viel zu groß. Genau an die­ser Stel­le könn­te das Pro­jekt, mit Solar­strom Was­ser dort­hin zurück zu pum­pen, tat­säch­lich Erfolg haben – zulas­ten aller Nut­zer am Unter­lauf des Flusses.

Ich fra­ge mich nun, ob hin­ter dem Pro­jekt nicht viel­leicht vor allem die Absicht steckt, über einen „Öko-Trick“ die Was­ser­re­ser­ven des Lake Mead auf­zu­sto­cken, denn die­sem geht auf­grund der anhal­ten­den Tro­cken­heit und der inten­si­ven Was­ser­nut­zung lang­sam die Pus­te aus. Rein ener­ge­tisch ergibt das Pro­jekt für mich kei­nen Sinn. Des­halb auch mei­ne Auf­for­de­rung an die Leser­ge­mein­de, mei­ne drei Denk­feh­ler zu wider­le­gen und dem Pro­jekt „Cali­for­nia Drea­ming“ den Anschein des Irr­sinns zu neh­men, den es für mich im Moment hat – von guten Argu­men­ten las­se ich mich gern eines bes­se­ren beleh­ren. Bit­te über­zeu­gen sie mich davon, dass die Ame­ri­ka­ner nicht den­sel­ben irr­wit­zi­gen Weg der „Ener­gie­wen­de“ ein­ge­schla­gen haben, wie Deutsch­land, wo die Ver­bren­nung von Koh­le dadurch kom­pen­siert wer­den soll, dass man Geld ver­brennt. Denn auch in den USA ste­hen eini­ge Mil­li­ar­den Dol­lar im Feuer.

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11 Kommentare

  1. Da die Infor­ma­tio­nen im Spie­gel Arti­kel recht dürf­tig sind, kön­nen die fol­gen­den Aus­füh­run­gen nur Spe­ku­la­tio­nen sein. Sie sind aber plausibel:

    Da am Fuß des Hoo­ver Damms kein Unter­be­cken exis­tiert, fließt nor­ma­ler­wei­se bei der Ener­gie­er­zeu­gung Was­ser aus dem Lake Mead sofort über den Colo­ra­do River ab und ist somit ver­lo­ren. Will man Was­ser wie­der hoch­pum­pen, so muss dies erfol­gen bevor es in den Colo­ra­do abflie­ßen konn­te. D.h. gleich­zei­tig mit der Ener­gie­ge­win­nung muss hoch­ge­pumpt wer­den. Ener­ge­tisch ist das ein Ver­lust­ge­schäft: man benö­tigt die 1,4‑fache Ener­gie­men­ge zum Hoch­pum­pen die man im Tur­bi­nen­be­trieb gewon­nen hat. So betrach­tet wäre es wirt­schaft­li­cher, das Was­ser erst gar nicht durch die Tur­bi­nen lau­fen zu lassen. 

    Es gibt jedoch einen guten Grund für die­se Betriebs­wei­se: Beim Betrieb der elek­tri­schen Net­ze benö­tigt man unbe­dingt Regel­en­er­gie. Die muss die Schwan­kun­gen im Sekun­den- und Minu­ten­be­reich aus­glei­chen. Wind- und Solar­an­la­gen kön­nen kei­ne Regel­en­er­gie bereit­stel­len, es wür­de den Rah­men spren­gen, wenn die Grün­de hier­für erläu­tert wer­den müss­ten. Nur im Betrieb befind­li­che Was­ser- und Dampf­kraft­wer­ke sind prin­zi­pi­ell in der Lage Regel­en­er­gie bereit­zu­stel­len, Pump­spei­cher­wer­ke im Pump­be­trieb nicht. 

    Daher muss ca. 20–30% der Erzeu­gung aus Regel­en­er­gie­lie­fern­den Anla­gen kom­men, auch wenn gera­de ein Über­an­ge­bot an aus Solar- und Wind­an­la­gen vor­liegt. D.h. die Was­ser­kraft­an­la­gen müs­sen im Betrieb sein, obwohl mög­li­cher­wei­se Was­ser­knapp­heit herrscht und ein Über­an­ge­bot an Ener­gie besteht. 

    Da bie­tet es sich an, die sonst unge­nut­ze Ener­gie aus Solar- und Wind­an­la­gen zum Hoch­pum­pen des soeben her­ab­ge­las­se­nen Was­sers zu nut­zen. Man schont so den Was­ser­vor­rat im Lake Mead.

    Eine ähn­li­che Betriebs­wei­se wird auf der Insel Hier­ro praktiziert.

    MfG

  2. So lang­sam kommt mehr Licht ins Dunkel…
    Also wir haben da den Hoo­ver-Damm, der den Lake Mead staut , dann fließt der Colo­ra­do River wei­ter (ca. 280m³/s, ver­gleich­bar mit der Mosel) und wei­tet sich nach ~30km Luft­li­nie all­mäh­lich auf und geht in den Lake Mead über (der vom Davis-Damm gestaut wird).
    Man will das Pump­was­ser jeden­falls nicht aus dem Colo­ra­do unter­halb des Hoo­ver-Dam­mes ent­neh­men (s. Denk­feh­ler 1), son­dern erst aus dem Lake Mohave – des­halb die lan­ge Pump­lei­tung. Da kann man dann – zumin­dest theo­re­tisch – auch mehr zurück­pum­pen, als der Colo­ra­do über­haupt an Was­ser führt.

    Pro­blem ist natür­lich, daß die Län­ge der Pump­lei­tung über die Bau­kos­ten hin­aus noch erheb­li­che Wir­kungs­grad-Ein­bu­ßen bedeu­tet. Und einen wei­te­ren Wer­muts­trop­fen gibt es: Im Pump­be­trieb muß man die Gesamt-Höhen­dif­fe­renz zwi­schen den bei­den Reser­voiren über­win­den, im Gene­ra­tor­be­trieb kann man aber nur die Stau­hö­he des Hoo­ver-Damms nut­zen. Wie­viel die Dif­fe­renz genau aus­macht kann ich (noch) nicht sagen, aber 5..10% erschei­nen mir rea­lis­tisch. Die Mosel zB hat auf ihren letz­ten 100km etwa 35m Gefäl­le; auf über 30km Fließ­weg kann man also schon mit 10m Fall­hö­he rech­nen. Am Hoo­ver-Damm kön­nen wir max. 180m Fall­hö­he nut­zen, pum­pen müß­ten wir dann aber 180m+~10m (95%). Und wenn man mal auf rea­lis­ti­sche Betriebs­be­din­gun­gen guckt mohave.lakesonline.com/level.asp und mead.lakesonline.com/level.asp , dann bewegt sich die Sache eher in Rich­tung 90%.

  3. Ober­be­griff für all die­se Pro­jek­te: „Pump­spei­cher­kraft­wer­ke mit natür­li­chem Zulauf“. Es gibt also ein Volu­men, das zwi­schen bei­den Höhen­ni­veaus pen­deln kann/darf und einen Volu­men­strom, der vom einen Niveau zum ande­ren abfließt. Und dazu muß man nun jeweils Zah­len bzw. jah­res­zeit­li­che Ver­läu­fe zuord­nen. Eigent­lich trivial.

    Ca. 3 Mrd. USD soll die­ser Aus­bau kos­ten. Zwar irgend­wie blöd, daß die NYT nicht sagen mag/kann, was er WERT IST aber immer­hin kennt man sei­ne Far­be: grün – und das war dann ja auch schon das Wichtige.

  4. Herr Mutsch­ler, dann bräuch­te man aber ein Pump­spei­cher­kraft­werk , oder wie kommt das Was­ser wie­der nach oben? Ihr fes­tes Kon­tin­gent wäre dann Was­ser aus dem Unter­lauf des Flus­ses, d.h oben zwar mehr aber unten weni­ger Was­ser. Dazu noch ein paar Lauf­wass­ser­kraft­wer­ke, die sich schlecht hoch und run­ter­fah­ren las­sen? Und hin­ter dem Stau­damm war­ten lau­ter ‚dorsch­ti­che Kehle‘.(Grüße aus der Pfalz)

  5. „Bit­te über­zeu­gen sie mich davon, dass die Ame­ri­ka­ner nicht den­sel­ben irr­wit­zi­gen Weg der „Ener­gie­wen­de” ein­ge­schla­gen haben,“

    Pfffff… Ääähm. Ich ver­suchs mal:

    So rein rech­ne­risch ist im See mehr Ener­gie gespei­chert, wenn man Was­ser von unten wie­der nach oben pumpt. Dies ist zwar mit einem Ener­gie­ver­lust ver­bun­den, jedoch ist es bes­ser, einen Teil des über­schüs­si­gen Stroms zu haben, wenn man ihn braucht, als den vol­len Anteil zu haben, wenn man ihn nicht braucht.

    Sofern die Leis­tung der Tur­bi­ne kon­stant läuft, wäre der See auf die­se Wei­se län­ger voll, falls der lie­be Gott mal plötz­lich den Zufluss abstellt. Aller­dings wäre es mög­lich, dass die Durch­fluss­ge­schwin­dig­keit der Tur­bi­ne ent­we­der regel­bar ist, oder es meh­re­re die­ser Tur­bi­nen gibt, von denen eini­ge ledig­lich einen Stöp­sel im Zufluss ste­cken haben. Zumin­dest wür­de ich einen Stau­damm so kon­stru­ie­ren, dass die Durch­fluss­men­ge regel­bar ist, weil schließ­lich nicht immer der sel­be Strom­be­darf vor­han­den ist, und auch die Zufluss­men­ge des Was­sers kei­ne Kon­stan­te ist. Ver­ein­facht gesagt, möch­te man in Jah­ren, in denen beson­ders wenig Was­ser ankommt, die Leis­tung her­un­ter­schrau­ben kön­nen, um den See nicht gänz­lich tro­cken zu legen, und die Durch­fluss­ge­schwin­dig­keit, im Fall beson­de­ren Was­ser­reich­tums, erhöhen.

    Die Idee der Ökos ist es also schein­bar, die kurz­fris­ti­gen Schwan­kun­gen der Strom­pro­duk­ti­on auf das nach­flie­ßen­den Gewäs­ser umzu­le­gen. Wie Du bereits schriebst.

    Rech­ne­risch wäre das der sel­be Effekt, wie wenn man eine Schal­tung baut, die nur die Ener­gie­men­ge aus dem Gewäs­ser zieht, die zusätz­lich zum Solar­strom benö­tigt wird. Dann wür­de man sich sogar den Ener­gie­ver­lust beim Hoch­pum­pen erspa­ren. Bezie­hungs­wei­se, man müss­te nur hoch­pum­pen, wenn man mehr Solar­strom hat, als das gesam­te Strom­netz gebrau­chen kann. 

    Wahr­schein­lich wäre es auch mög­lich, den Durch­lauf nur im ein­stel­li­gen Pro­zent­be­reich hoch- und run­ter zu regeln, anstatt das gesam­te theo­re­ti­sche Poten­zi­al zu nut­zen, sofern die Regel­ka­pa­zi­tät grö­ßer ist, als die Kapa­zi­tät der Solar­kol­lek­to­ren. Dadurch wür­de der Was­ser­stand abhän­gig von der Tages­zeit schwan­ken, was viel­leicht kein zu gro­ßes Pro­blem für die Welt nach dem Hoo­ver-Damm wäre. Dann wäre der Was­ser­pe­gel Nachts halt etwas nied­ri­ger als tags­über. Das klingt für mich so, als könn­te man es verkraften. 

    Falls die Solar­strom­ka­pa­zi­tät jedoch annä­hernd der Leis­tung des Hoo­ver-Damms ent­spricht, wäre das nach­lau­fen­de Gewäs­ser bei Anwen­dung die­ses Prin­zips abwech­selnd aus­ge­trock­net und sint­flut­ar­tig. Aber selbst das könn­te man natur­be­geis­ter­ten Ökos ver­kau­fen, indem man behaup­tet, dass man dadurch einen neu­en Lebens­raum für an sol­che beson­de­ren Bedin­gun­gen ange­pass­te Tier- und Pflan­zen­ar­ten erschafft.

    Viel­leicht soll­te man mit­tels gro­ßer Son­nen­spie­gel irgend­ein Metall schmel­zen, und mit der so gespei­cher­ten Wär­me Stir­ling­mo­to­ren betrei­ben, wenn man schon unbe­dingt ter­ris­t­risch Solar­ener­gie nut­zen will? Ein in der Erde ver­gra­be­ner und iso­lier­ter gro­ßer Bot­tich voll flüs­si­gem Metall, auf dem ein Stir­ling­mo­tor steht, bleibt auch über Nacht heiß. Wäre das der Öko­frak­ti­on zu prak­ti­ka­bel, oder hat sie Angst vor Metalldämpfen?

    Nun zum obli­ga­to­ri­schen Off-Topic-Teil:

    Ich wäre ein gro­ßer Fan davon, Solar­kol­lek­to­ren im Welt­all zu bau­en, die 24/7 der unge­fil­ter­ten Son­nentrah­lung aus­ge­setzt sind, und die die gesam­mel­te Ener­gie in Form von aus­ge­rich­te­ten gebün­del­ten Mikro­wel­len auf die Erde bea­men, wo sie von gro­ßen, maschen­draht­zau­nar­ti­gen Anten­nen wie­der in Strom umge­wan­delt wer­den kön­nen. Die­se Gerä­te wären sogar als Dooms­day-Devices Dual-Use taug­lich, weil man mit ihnen Städ­te und Wäl­der des tech­no­lo­gisch unter­le­ge­nen Geg­ners gril­len könn­te, soll­te man sie gezielt dar­auf aus­rich­ten. In Frie­dens­zei­ten hät­te man folg­lich ganz­tä­tig sau­be­ren Atom­strom aus dem unge­nutz­ten Kern­fu­si­ons­re­ak­tor im Zen­trum des Son­nen­sys­tems, und im Krieg grillt man, öko­neu­tral und ohne Fall­out, feind­li­che Städ­te. Deathrays from abo­ve. Die Zivil­be­völ­ke­rung kriegt bil­li­gen Strom, das Mili­tär eine Mas­sen­ver­nich­tungs­waf­fe, mit der es, ganz nach Wunsch der Grü­nen, ohne Radio­ak­ti­vi­tät, gift­frei, und kli­ma­neu­tral, den öko­lo­gi­schen Fuß­ab­druck der Mensch­heit redu­zie­ren kann. Win­Win­Win. Hof­fent­lich lässt der Donald sei­nem Ver­spre­chen, den Welt­raum zu mili­ta­ri­sie­ren, bald auch Taten folgen. 

    Wie­so kom­men die Grü­nen eigent­lich nicht auf sol­che Ideen? Die Kon­zep­te gibts doch schon ewig, und wenn mal ein Bedarf dar­an bestehen soll­te, gro­ße Men­gen Mate­ri­al in den Welt­raum zu schie­ßen, wür­den auch neue Wege ent­wi­ckelt wer­den, dies zu tun. Auch dafür gibts schon seit Ewig­kei­ten Kon­zep­te, die ledig­lich gro­ße Ein­mal­in­ves­ti­tio­nen sind, die die Rei­se in den Orbit dann aber zu Zug­ti­cket­prei­sen anbie­ten könn­ten. Außer­dem besteht die Mond­ober­flä­che aus den für Solar­kol­lek­to­ren not­wen­di­gen Ele­men­ten, wes­halb man dort nur eine Fabrik bau­en müss­te, von der aus man, ohne gro­ßen Ener­gie­be­darf, die Lagran­ge-Punk­te oder einen 24/7‑in-der-Son­ne-Orbit errei­chen könnte. 

    Aber ich fänds bes­ser, wenn die Kol­lek­to­ren auf der Erde gefer­tigt wür­den, und ich folg­lich noch wäh­rend mei­ner Lebens­zeit die Mög­lich­keit bekä­me, zu sagen, dass ich mit bestimm­ten Men­schen nicht auf dem sel­ben Pla­ne­ten leben möch­te. Damit mei­ne ich Öko­gut­men­schen. Die wer­den näm­lich auf der Erde blei­ben, sobald der Welt­raum kolo­ni­siert wird, weil sie zu blöd sind, um sich an Logik und Natur­wis­sen­schaf­ten zu ori­en­tie­ren, und das Uni­ver­sum, dank sei­ner lie­bens­wer­ten Lebens­feind­lich­keit, abseits der Erde kei­ne Idio­ten toleriert.

    P.S.

    Der öko­lo­gi­sche Fuß­ab­druck einer Ein­kaufs­ta­sche aus Baum­wol­le ist so groß, wie der öko­lo­gi­sche Fuß­ab­druck von 7000 Plas­tik­tü­ten. Wer nicht 20 Jah­re lang täg­lich mit der sel­ben Ein­kaufs­ta­sche aus Baum­wol­le ein­kauft, ist ein grö­ße­rer Umwelt­sün­der, als jemand, der sei­nen täg­li­chen Ein­kauf mit jeweils einer neu­en Plas­tik­tü­te erle­digt. Ökos nut­zen Baum­woll­tü­ten, und davon kau­fen sie sich alle Paar Mona­te eine Neue. Wür­den die statt­des­sen stünd­lich eine Plas­tik­tü­te ver­bren­nen, wäre das klimaneutraler.

  6. @Wilfried Mutsch­ler – gute gedan­ken! insb. das mit dem fes­ten was­ser­kon­tin­gent. wenn ein paar mio liter zum „spie­len“ reser­viert wären, die dann in einem qua­si geschlos­se­nen kreis­lauf (zumin­dest an der „tal­sta­ti­on“) blei­ben, erle­digt sich das pro­blem am unterlauf.
    die ver­brauchs­kur­ven ken­ne ich auch nicht, aber es steht ja nun mal fest, dass nachts kei­ne solar­strom­pro­duk­ti­on statt­fin­det – also könn­te dann (der aller­dings ver­mut­lich stark ver­min­der­te) ver­brauchs­be­darf durchs ablas­sen durch die zusatz­tur­bi­nen (mit-)gedeckt werden.
    macht durch­aus sinn.

    es war auch irgend­wo zu lesen, dass das gan­ze sys­tem erst bis 2025 ste­hen soll – wäre es nur ein strom­ge­trie­be­nes „wie­der­hoch­pump­sys­tem“, wäre das wahr­schein­lich schnel­ler erle­digt – also geht es ver­mut­lich tat­säch­lich um die auf­wän­di­ge zusätz­li­che instal­la­ti­on von turbinen.

  7. Den Denk­feh­ler 2 und 3 sehe ich genau­so. Zu Denk­feh­ler 1: Rich­tig ist, dass ein Lauf­was­ser­kraft­werk kein Pump­spei­cher­kraft­werk ist. Rein theo­re­tisch könn­te man aber wei­te­re Lauf­was­ser-Tur­bi­nen instal­lie­ren, die nur in der Spit­zen­last bzw. dann, wenn die Son­ne nicht scheint, zuge­schal­tet wer­den. Das Was­ser hier­für könn­te ein fes­tes Kon­tin­gent sein, das bei Spitzenlast/wenn die Son­ne nicht scheint über die zusätz­lich instal­lier­ten Tur­bi­nen abge­las­sen und bei Mit­tel- oder Nied­rig­last wie­der mit über­schüs­si­gem Solar­strom in den Spei­cher hoch­ge­pumpt wird. Das setzt aller­dings vor­aus, dass die Zuckungen/Ausschläge des sola­ren Zap­pel­stroms immer bei Nied­rig­last statt­fin­den. Ob dies den dor­ti­gen Ver­brauchs­kur­ven ent­spricht, weiß ich nicht.

    • Auf alle Fäl­le wür­de man aber das Was­ser ent­neh­men, was zu Ener­gie­ver­lus­ten beim nächs­ten Kraft­werk fluss­ab­wärts führt, den man anders­wo aus­glei­chen müss­te. Ob die Rech­nung dann noch auf­ge­hen könnte…es bleibt spannend.

      • bei einem FESTEN was­ser­kon­tin­gent müss­te man es nur ein ein­zi­ges mal entnehmen/abzweigen.
        wenn es am fuß des hoo­ver damm ein zusatz­be­cken gibt, dass das was­ser­kon­tin­gent auf­nimmt, bevor es wie­der nach oben in den stau­see gepumpt wird, fehlt dem unter­lauf nichts.
        eine sand­uhr füllt man ja auch nicht stän­dig wie­der auf.

        • Das stimmt zwar im Prin­zip, ist aber den­noch falsch:

          1. Der (jeder) unte­re See muss eben­falls die­se zusaetz­li­che Was­ser­men­ge auf­neh­men und stau­en koennen.
          Aus den topo­gra­fi­schen Gege­ben­hei­ten nicht moeglich.

          2. Woher kommt und wohin geht denn all das Was­ser im Colorado-Fluss?
          Dazu, von Wiki ( https://en.wikipedia.org/wiki/Colorado_River ) die Tabel­le ueber den Ver­brauch: 90+% wer­den bereits ver­braucht (Agrar-bewa­e­see­rung, Sta­ed­te-ver­brauch) bevor noch ein wenig Was­ser in Mexi­ko ankommt.

      • Eine Fra­ge: war­um sperrt man nicht die Tur­bi­nen und staut den See ein­fach auf wäh­rend der über­schüs­si­ge Solar­strom direkt ver­braucht wird – danach ist das Was­ser genau dort im See wo es mit dem neu­en, grü­nen Pro­jekt gewe­sen wäre – nur ohne den Umweg über Tur­bi­nen und Pum­pen. Dann, also nachts, kann die „ein­ge­spar­te“ Fließ­men­ge zur Ener­gie­er­zeu­gung … kurz: genau das­sel­be Was­ser aus dem­sel­ben See zur sel­ben Zeit erzeugt genau die­sel­be Ener­gie­men­ge wie mit dem Umweg über Tur­bi­nen und Pum­pen auch, nur nicht so wer­be­wirk­sam (weil es tags­über ein­fach im See bleibt anstatt ein Bis­se­le zur Ener­gie­ver­nich­tung zu dienen).

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