Das son­nen­rei­che Kali­for­nien hat bei der rege­ne­ra­ti­ven Strom­erzeu­gung die­sel­ben Pro­bleme, wie das ener­ge­tisch auf links gedrehte Deutsch­land. Es gibt unauf­fang­bare Ver­sor­gungs­spit­zen, denen ebenso unüber­brückte Eng­pässe folgen. Ange­sichts des kali­for­ni­schen Wetters kann man dort in der Solar­vol­taik von echtem Digi­tal­strom spre­chen: tags 1, nachts 0. Doch zumin­dest denken kali­for­ni­sche Ener­gie­un­ter­neh­men über geeig­nete Spei­cher nach, statt wie in Deutsch­land üblich einfach eine dop­pelte Infra­struk­tur an fos­si­len Kraft­wer­ken auf „stand by“ zu halten, und der Bevöl­ke­rung diesen „Mix” als erfolg­rei­che Ener­gie­wende zu ver­kau­fen. In Deutsch­land tun dies ins­be­son­dere die Grünen, wenn­gleich diese nur zu Ideen gelan­gen, die nach Regen­bo­gen, Einhorn und Prin­zes­sin Lil­li­fee schme­cken und die Par­tei­vor­sit­zende Baer­bock ausruft „Das Netz ist der Spei­cher”.

Stolz berich­tet der Spiegel von einer inno­va­ti­ven Idee, mit der die Kali­for­nier ihren reich­lich vor­han­de­nen Zap­pel­strom so glätten wollen, dass er dann zur Ver­fü­gung steht, wenn man ihn braucht – zum Bei­spiel nachts, wenn die Sonne auch in Kali­for­nien nicht scheint. Leisten sollen das der Hoover-Damm und der Colo­rado River – on top zu den Auf­ga­ben, die sie ohnehin schon erfül­len müssen. Hier die Kurz­form: Leis­tungs­fä­hige Pumpen sollen das Wasser in den Lake Mead zurück­pum­pen und dafür mit dem Solar-Strom betrie­ben werden, den Kali­for­nien im Über­fluss pro­du­ziert. So würde aus dem Lake Mead, dem ohnehin größten und längs­ten Stausee der Ver­ei­nig­ten Staaten eine „Rie­sen­bat­te­rie“, denn wenn Strom benö­tigt wird, also nachts zum Bei­spiel, könnte man den dann ja leicht erzeu­gen, indem man das Wasser wieder durch die Tur­bi­nen des Hoover-Damms jagt. Wenn der Spiegel hier nicht einige Dinge kom­plett falsch ver­stan­den hat – was ich nicht aus­schließe – ergeben sich dabei leider ein paar kleine Pro­bleme bzw. Denk­feh­ler.

Denkfehler 1

Ein Lauf­was­ser­kraft­werk wie das im Hoover-Damm ist kein Pump­spei­cher­kraft­werk. Es erzeugt per­ma­nent Energie über das Ablas­sen des Wassers aus dem höher gele­ge­nen Stausee. Energie, die benö­tigt wird! Ist mehr Wasser im See, kann man die Tur­bi­nen nicht schnel­ler laufen lassen, um mehr Energie zu erzeu­gen. Statt die Energie zu ver­wen­den, die der Hoover-Damm erzeugt, könnte man rein rech­ne­risch den Solar­strom nach Nevada schi­cken und das Wasser gleich im Lake Mead lassen, statt es zur Strom­erzeu­gung zu nutzen und unten ange­kom­men mit Strom wieder nach oben zurück zu pumpen. Dum­mer­weise ver­hin­dert die Träg­heit der Tur­bi­nen jedoch, dass man das Lauf­was­ser­kraft­werk schnell hoch- und run­ter­fah­ren kann, weshalb man den ener­ge­tisch umständ­li­chen Weg mit den „Solar-Pumpen” gehen will. Die Leis­tung des Kraft­werks ändert sich aber nicht dadurch, dass mehr Wasser im Spei­cher ist.

Denkfehler 2

Der Hoover-Damm ist nicht die erste und nicht die letzte Stau­stufe am Colo­rado-River. Pumpt man also Wasser zurück in den Lake Mead, fehlt dieses am Unter­lauf, wo „Lake Mohave” und „Davis Dam“ darauf ange­wie­sen sind, auch um Strom zu pro­du­zie­ren. Wasser, das den Lake Mohave nicht erreicht, kann auch keinen Strom im Davis Damm erzeu­gen. Von den noch weiter fluss­ab­wärts gele­ge­nen Anlagen „Parker Dam“, „Paolo Verde Diver­sion Dam“, „Impe­rial Dam“, „Laguna Diver­sion Dam“ und „Morelos Dam“ ganz zu schwei­gen. Es ist ein Null­sum­men­spiel, bei dem jede Ener­gie­rück­ge­win­nung das Wasser des nächs­ten in der Kette abgräbt.

Denkfehler 3

Der Colo­rado River ist die mit Abstand wich­tigste Trink­was­ser­quelle der Region, Nicht nur für Nevada, sondern auch für Arizona und Kali­for­nien. Außer­dem fließt eine große Menge seines Wassers in die Bewäs­se­rung der inten­si­ven Land­wirt­schaft. Im Mün­dungs­ge­biet ist der Colo­rado River seit langem größ­ten­teils trocken, obwohl der Pegel im Lake Mead weiter oben kon­ti­nu­ier­lich sinkt. Die Was­ser­nut­zung, auch die durch Rück­stau, ist also ohnehin schon viel zu groß. Genau an dieser Stelle könnte das Projekt, mit Solar­strom Wasser dorthin zurück zu pumpen, tat­säch­lich Erfolg haben – zulas­ten aller Nutzer am Unter­lauf des Flusses.

Ich frage mich nun, ob hinter dem Projekt nicht viel­leicht vor allem die Absicht steckt, über einen „Öko-Trick“ die Was­ser­re­ser­ven des Lake Mead auf­zu­sto­cken, denn diesem geht auf­grund der anhal­ten­den Tro­cken­heit und der inten­si­ven Was­ser­nut­zung langsam die Puste aus. Rein ener­ge­tisch ergibt das Projekt für mich keinen Sinn. Deshalb auch meine Auf­for­de­rung an die Leser­ge­meinde, meine drei Denk­feh­ler zu wider­le­gen und dem Projekt „Cali­for­nia Drea­ming“ den Anschein des Irr­sinns zu nehmen, den es für mich im Moment hat – von guten Argu­men­ten lasse ich mich gern eines bes­se­ren beleh­ren. Bitte über­zeu­gen sie mich davon, dass die Ame­ri­ka­ner nicht den­sel­ben irr­wit­zi­gen Weg der „Ener­gie­wende” ein­ge­schla­gen haben, wie Deutsch­land, wo die Ver­bren­nung von Kohle dadurch kom­pen­siert werden soll, dass man Geld ver­brennt. Denn auch in den USA stehen einige Mil­li­ar­den Dollar im Feuer.

11 Kommentare

  1. Da die Infor­ma­tio­nen im Spiegel Artikel recht dürftig sind, können die fol­gen­den Aus­füh­run­gen nur Spe­ku­la­tio­nen sein. Sie sind aber plau­si­bel:

    Da am Fuß des Hoover Damms kein Unter­be­cken exis­tiert, fließt nor­ma­ler­weise bei der Ener­gie­er­zeu­gung Wasser aus dem Lake Mead sofort über den Colo­rado River ab und ist somit ver­lo­ren. Will man Wasser wieder hoch­pum­pen, so muss dies erfol­gen bevor es in den Colo­rado abflie­ßen konnte. D.h. gleich­zei­tig mit der Ener­gie­ge­win­nung muss hoch­ge­pumpt werden. Ener­ge­tisch ist das ein Ver­lust­ge­schäft: man benö­tigt die 1,4-fache Ener­gie­menge zum Hoch­pum­pen die man im Tur­bi­nen­be­trieb gewon­nen hat. So betrach­tet wäre es wirt­schaft­li­cher, das Wasser erst gar nicht durch die Tur­bi­nen laufen zu lassen.

    Es gibt jedoch einen guten Grund für diese Betriebs­weise: Beim Betrieb der elek­tri­schen Netze benö­tigt man unbe­dingt Regel­en­er­gie. Die muss die Schwan­kun­gen im Sekun­den- und Minu­ten­be­reich aus­glei­chen. Wind- und Solar­an­la­gen können keine Regel­en­er­gie bereit­stel­len, es würde den Rahmen spren­gen, wenn die Gründe hierfür erläu­tert werden müssten. Nur im Betrieb befind­li­che Wasser- und Dampf­kraft­werke sind prin­zi­pi­ell in der Lage Regel­en­er­gie bereit­zu­stel­len, Pump­spei­cher­werke im Pump­be­trieb nicht.

    Daher muss ca. 20–30% der Erzeu­gung aus Regel­en­er­gie­lie­fern­den Anlagen kommen, auch wenn gerade ein Über­an­ge­bot an aus Solar- und Wind­an­la­gen vor­liegt. D.h. die Was­ser­kraft­an­la­gen müssen im Betrieb sein, obwohl mög­li­cher­weise Was­ser­knapp­heit herrscht und ein Über­an­ge­bot an Energie besteht.

    Da bietet es sich an, die sonst unge­nutze Energie aus Solar- und Wind­an­la­gen zum Hoch­pum­pen des soeben her­ab­ge­las­se­nen Wassers zu nutzen. Man schont so den Was­ser­vor­rat im Lake Mead.

    Eine ähn­li­che Betriebs­weise wird auf der Insel Hierro prak­ti­ziert.

    MfG

  2. So langsam kommt mehr Licht ins Dunkel…
    Also wir haben da den Hoover-Damm, der den Lake Mead staut , dann fließt der Colo­rado River weiter (ca. 280m³/s, ver­gleich­bar mit der Mosel) und weitet sich nach ~30km Luft­li­nie all­mäh­lich auf und geht in den Lake Mead über (der vom Davis-Damm gestaut wird).
    Man will das Pump­was­ser jeden­falls nicht aus dem Colo­rado unter­halb des Hoover-Dammes ent­neh­men (s. Denk­feh­ler 1), sondern erst aus dem Lake Mohave – deshalb die lange Pump­lei­tung. Da kann man dann – zumin­dest theo­re­tisch – auch mehr zurück­pum­pen, als der Colo­rado über­haupt an Wasser führt.

    Problem ist natür­lich, daß die Länge der Pump­lei­tung über die Bau­kos­ten hinaus noch erheb­li­che Wir­kungs­grad-Ein­bu­ßen bedeu­tet. Und einen wei­te­ren Wer­muts­trop­fen gibt es: Im Pump­be­trieb muß man die Gesamt-Höhen­dif­fe­renz zwi­schen den beiden Reser­voiren über­win­den, im Gene­ra­tor­be­trieb kann man aber nur die Stau­höhe des Hoover-Damms nutzen. Wieviel die Dif­fe­renz genau aus­macht kann ich (noch) nicht sagen, aber 5..10% erschei­nen mir rea­lis­tisch. Die Mosel zB hat auf ihren letzten 100km etwa 35m Gefälle; auf über 30km Fließ­weg kann man also schon mit 10m Fall­höhe rechnen. Am Hoover-Damm können wir max. 180m Fall­höhe nutzen, pumpen müßten wir dann aber 180m+~10m (95%). Und wenn man mal auf rea­lis­ti­sche Betriebs­be­din­gun­gen guckt mohave​.lake​son​line​.com/​l​e​v​e​l​.​asp und mead​.lake​son​line​.com/​l​e​v​e​l​.​asp , dann bewegt sich die Sache eher in Rich­tung 90%.

  3. Ober­be­griff für all diese Pro­jekte: „Pump­spei­cher­kraft­werke mit natür­li­chem Zulauf”. Es gibt also ein Volumen, das zwi­schen beiden Höhen­ni­veaus pendeln kann/darf und einen Volu­men­strom, der vom einen Niveau zum anderen abfließt. Und dazu muß man nun jeweils Zahlen bzw. jah­res­zeit­li­che Ver­läufe zuord­nen. Eigent­lich trivial.

    Ca. 3 Mrd. USD soll dieser Ausbau kosten. Zwar irgend­wie blöd, daß die NYT nicht sagen mag/kann, was er WERT IST aber immer­hin kennt man seine Farbe: grün – und das war dann ja auch schon das Wich­tige.

  4. Herr Mutsch­ler, dann bräuchte man aber ein Pump­spei­cher­kraft­werk , oder wie kommt das Wasser wieder nach oben? Ihr festes Kon­tin­gent wäre dann Wasser aus dem Unter­lauf des Flusses, d.h oben zwar mehr aber unten weniger Wasser. Dazu noch ein paar Lauf­wass­ser­kraft­werke, die sich schlecht hoch und run­ter­fah­ren lassen? Und hinter dem Stau­damm warten lauter ‚dorsch­ti­che Kehle’.(Grüße aus der Pfalz)

  5. Bitte über­zeu­gen sie mich davon, dass die Ame­ri­ka­ner nicht den­sel­ben irr­wit­zi­gen Weg der „Ener­gie­wende” ein­ge­schla­gen haben,”

    Pfffff… Ääähm. Ich ver­suchs mal:

    So rein rech­ne­risch ist im See mehr Energie gespei­chert, wenn man Wasser von unten wieder nach oben pumpt. Dies ist zwar mit einem Ener­gie­ver­lust ver­bun­den, jedoch ist es besser, einen Teil des über­schüs­si­gen Stroms zu haben, wenn man ihn braucht, als den vollen Anteil zu haben, wenn man ihn nicht braucht.

    Sofern die Leis­tung der Turbine kon­stant läuft, wäre der See auf diese Weise länger voll, falls der liebe Gott mal plötz­lich den Zufluss abstellt. Aller­dings wäre es möglich, dass die Durch­fluss­ge­schwin­dig­keit der Turbine ent­we­der regel­bar ist, oder es mehrere dieser Tur­bi­nen gibt, von denen einige ledig­lich einen Stöpsel im Zufluss stecken haben. Zumin­dest würde ich einen Stau­damm so kon­stru­ie­ren, dass die Durch­fluss­menge regel­bar ist, weil schließ­lich nicht immer der selbe Strom­be­darf vor­han­den ist, und auch die Zufluss­menge des Wassers keine Kon­stante ist. Ver­ein­facht gesagt, möchte man in Jahren, in denen beson­ders wenig Wasser ankommt, die Leis­tung her­un­ter­schrau­ben können, um den See nicht gänz­lich trocken zu legen, und die Durch­fluss­ge­schwin­dig­keit, im Fall beson­de­ren Was­ser­reich­tums, erhöhen.

    Die Idee der Ökos ist es also schein­bar, die kurz­fris­ti­gen Schwan­kun­gen der Strom­pro­duk­tion auf das nach­flie­ßen­den Gewäs­ser umzu­le­gen. Wie Du bereits schriebst.

    Rech­ne­risch wäre das der selbe Effekt, wie wenn man eine Schal­tung baut, die nur die Ener­gie­menge aus dem Gewäs­ser zieht, die zusätz­lich zum Solar­strom benö­tigt wird. Dann würde man sich sogar den Ener­gie­ver­lust beim Hoch­pum­pen erspa­ren. Bezie­hungs­weise, man müsste nur hoch­pum­pen, wenn man mehr Solar­strom hat, als das gesamte Strom­netz gebrau­chen kann.

    Wahr­schein­lich wäre es auch möglich, den Durch­lauf nur im ein­stel­li­gen Pro­zent­be­reich hoch- und runter zu regeln, anstatt das gesamte theo­re­ti­sche Poten­zial zu nutzen, sofern die Regel­ka­pa­zi­tät größer ist, als die Kapa­zi­tät der Solar­kol­lek­to­ren. Dadurch würde der Was­ser­stand abhän­gig von der Tages­zeit schwan­ken, was viel­leicht kein zu großes Problem für die Welt nach dem Hoover-Damm wäre. Dann wäre der Was­ser­pe­gel Nachts halt etwas nied­ri­ger als tags­über. Das klingt für mich so, als könnte man es ver­kraf­ten.

    Falls die Solar­strom­ka­pa­zi­tät jedoch annä­hernd der Leis­tung des Hoover-Damms ent­spricht, wäre das nach­lau­fende Gewäs­ser bei Anwen­dung dieses Prin­zips abwech­selnd aus­ge­trock­net und sint­flut­ar­tig. Aber selbst das könnte man natur­be­geis­ter­ten Ökos ver­kau­fen, indem man behaup­tet, dass man dadurch einen neuen Lebens­raum für an solche beson­de­ren Bedin­gun­gen ange­passte Tier- und Pflan­zen­ar­ten erschafft.

    Viel­leicht sollte man mittels großer Son­nen­spie­gel irgend­ein Metall schmel­zen, und mit der so gespei­cher­ten Wärme Stir­ling­mo­to­ren betrei­ben, wenn man schon unbe­dingt ter­ris­t­risch Solar­ener­gie nutzen will? Ein in der Erde ver­gra­be­ner und iso­lier­ter großer Bottich voll flüs­si­gem Metall, auf dem ein Stir­ling­mo­tor steht, bleibt auch über Nacht heiß. Wäre das der Öko­frak­tion zu prak­ti­ka­bel, oder hat sie Angst vor Metall­dämp­fen?

    Nun zum obli­ga­to­ri­schen Off-Topic-Teil:

    Ich wäre ein großer Fan davon, Solar­kol­lek­to­ren im Weltall zu bauen, die 24/7 der unge­fil­ter­ten Son­nentrah­lung aus­ge­setzt sind, und die die gesam­melte Energie in Form von aus­ge­rich­te­ten gebün­del­ten Mikro­wel­len auf die Erde beamen, wo sie von großen, maschen­draht­zau­nar­ti­gen Anten­nen wieder in Strom umge­wan­delt werden können. Diese Geräte wären sogar als Dooms­day-Devices Dual-Use taug­lich, weil man mit ihnen Städte und Wälder des tech­no­lo­gisch unter­le­ge­nen Gegners grillen könnte, sollte man sie gezielt darauf aus­rich­ten. In Frie­dens­zei­ten hätte man folg­lich ganz­tä­tig sau­be­ren Atom­strom aus dem unge­nutz­ten Kern­fu­si­ons­re­ak­tor im Zentrum des Son­nen­sys­tems, und im Krieg grillt man, öko­neu­tral und ohne Fallout, feind­li­che Städte. Deathrays from above. Die Zivil­be­völ­ke­rung kriegt bil­li­gen Strom, das Militär eine Mas­sen­ver­nich­tungs­waffe, mit der es, ganz nach Wunsch der Grünen, ohne Radio­ak­ti­vi­tät, gift­frei, und kli­ma­neu­tral, den öko­lo­gi­schen Fuß­ab­druck der Mensch­heit redu­zie­ren kann. Win­Win­Win. Hof­fent­lich lässt der Donald seinem Ver­spre­chen, den Welt­raum zu mili­ta­ri­sie­ren, bald auch Taten folgen.

    Wieso kommen die Grünen eigent­lich nicht auf solche Ideen? Die Kon­zepte gibts doch schon ewig, und wenn mal ein Bedarf daran bestehen sollte, große Mengen Mate­rial in den Welt­raum zu schie­ßen, würden auch neue Wege ent­wi­ckelt werden, dies zu tun. Auch dafür gibts schon seit Ewig­kei­ten Kon­zepte, die ledig­lich große Ein­mal­in­ves­ti­tio­nen sind, die die Reise in den Orbit dann aber zu Zug­ti­cket­prei­sen anbie­ten könnten. Außer­dem besteht die Mond­ober­flä­che aus den für Solar­kol­lek­to­ren not­wen­di­gen Ele­men­ten, weshalb man dort nur eine Fabrik bauen müsste, von der aus man, ohne großen Ener­gie­be­darf, die Lagrange-Punkte oder einen 24/7-in-der-Sonne-Orbit errei­chen könnte.

    Aber ich fänds besser, wenn die Kol­lek­to­ren auf der Erde gefer­tigt würden, und ich folg­lich noch während meiner Lebens­zeit die Mög­lich­keit bekäme, zu sagen, dass ich mit bestimm­ten Men­schen nicht auf dem selben Pla­ne­ten leben möchte. Damit meine ich Öko­gut­men­schen. Die werden nämlich auf der Erde bleiben, sobald der Welt­raum kolo­ni­siert wird, weil sie zu blöd sind, um sich an Logik und Natur­wis­sen­schaf­ten zu ori­en­tie­ren, und das Uni­ver­sum, dank seiner lie­bens­wer­ten Lebens­feind­lich­keit, abseits der Erde keine Idioten tole­riert.

    P.S.

    Der öko­lo­gi­sche Fuß­ab­druck einer Ein­kaufs­ta­sche aus Baum­wolle ist so groß, wie der öko­lo­gi­sche Fuß­ab­druck von 7000 Plas­tik­tü­ten. Wer nicht 20 Jahre lang täglich mit der selben Ein­kaufs­ta­sche aus Baum­wolle ein­kauft, ist ein grö­ße­rer Umwelt­sün­der, als jemand, der seinen täg­li­chen Einkauf mit jeweils einer neuen Plas­tik­tüte erle­digt. Ökos nutzen Baum­woll­tü­ten, und davon kaufen sie sich alle Paar Monate eine Neue. Würden die statt­des­sen stünd­lich eine Plas­tik­tüte ver­bren­nen, wäre das kli­ma­neu­tra­ler.

  6. @Wilfried Mutsch­ler – gute gedan­ken! insb. das mit dem festen was­ser­kon­tin­gent. wenn ein paar mio liter zum „spielen” reser­viert wären, die dann in einem quasi geschlos­se­nen kreis­lauf (zumin­dest an der „tal­sta­tion”) bleiben, erle­digt sich das problem am unter­lauf.
    die ver­brauchs­kur­ven kenne ich auch nicht, aber es steht ja nun mal fest, dass nachts keine solar­strom­pro­duk­tion statt­fin­det – also könnte dann (der aller­dings ver­mut­lich stark ver­min­derte) ver­brauchs­be­darf durchs ablas­sen durch die zusatz­tur­bi­nen (mit-)gedeckt werden.
    macht durch­aus sinn.

    es war auch irgendwo zu lesen, dass das ganze system erst bis 2025 stehen soll – wäre es nur ein strom­ge­trie­be­nes „wie­der­hoch­pump­sys­tem”, wäre das wahr­schein­lich schnel­ler erle­digt – also geht es ver­mut­lich tat­säch­lich um die auf­wän­dige zusätz­li­che instal­la­tion von tur­bi­nen.

  7. Den Denk­feh­ler 2 und 3 sehe ich genauso. Zu Denk­feh­ler 1: Richtig ist, dass ein Lauf­was­ser­kraft­werk kein Pump­spei­cher­kraft­werk ist. Rein theo­re­tisch könnte man aber weitere Lauf­was­ser-Tur­bi­nen instal­lie­ren, die nur in der Spit­zen­last bzw. dann, wenn die Sonne nicht scheint, zuge­schal­tet werden. Das Wasser hierfür könnte ein festes Kon­tin­gent sein, das bei Spitzenlast/wenn die Sonne nicht scheint über die zusätz­lich instal­lier­ten Tur­bi­nen abge­las­sen und bei Mittel- oder Nied­rig­last wieder mit über­schüs­si­gem Solar­strom in den Spei­cher hoch­ge­pumpt wird. Das setzt aller­dings voraus, dass die Zuckungen/Ausschläge des solaren Zap­pel­stroms immer bei Nied­rig­last statt­fin­den. Ob dies den dor­ti­gen Ver­brauchs­kur­ven ent­spricht, weiß ich nicht.

    • Auf alle Fälle würde man aber das Wasser ent­neh­men, was zu Ener­gie­ver­lus­ten beim nächs­ten Kraft­werk fluss­ab­wärts führt, den man anderswo aus­glei­chen müsste. Ob die Rech­nung dann noch auf­ge­hen könnte…es bleibt span­nend.

      • bei einem FESTEN was­ser­kon­tin­gent müsste man es nur ein ein­zi­ges mal entnehmen/abzweigen.
        wenn es am fuß des hoover damm ein zusatz­be­cken gibt, dass das was­ser­kon­tin­gent auf­nimmt, bevor es wieder nach oben in den stausee gepumpt wird, fehlt dem unter­lauf nichts.
        eine sanduhr füllt man ja auch nicht ständig wieder auf.

      • Eine Frage: warum sperrt man nicht die Tur­bi­nen und staut den See einfach auf während der über­schüs­sige Solar­strom direkt ver­braucht wird – danach ist das Wasser genau dort im See wo es mit dem neuen, grünen Projekt gewesen wäre – nur ohne den Umweg über Tur­bi­nen und Pumpen. Dann, also nachts, kann die „ein­ge­sparte” Fließ­menge zur Ener­gie­er­zeu­gung … kurz: genau das­selbe Wasser aus dem­sel­ben See zur selben Zeit erzeugt genau die­selbe Ener­gie­menge wie mit dem Umweg über Tur­bi­nen und Pumpen auch, nur nicht so wer­be­wirk­sam (weil es tags­über einfach im See bleibt anstatt ein Bissele zur Ener­gie­ver­nich­tung zu dienen).

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