Anne WillEigent­lich wollte Frau Will in ihrer Sendung am 6.11.2016 ja etwas darüber erfah­ren, wie es dazu kommt, dass sich Jugend­li­che hier­zu­lande so leicht isla­mis­tisch radi­ka­li­sie­ren lassen und wie man das ver­hin­dern könne. Wenn man sich dazu aber eine voll­ver­schlei­erte und zum Islam kon­ver­tierte Schwei­ze­rin einlädt, muss man aber sich nicht wundern, wenn die Sendung zur Dau­er­wer­be­sen­dung für den Dschi­had ver­kommt. Nur die Tat­sa­che, dass Wolf­gang Bosbach und Ahmad Mansour gekonnte und vehe­ment dazwi­schen grätsch­ten ist es zu ver­dan­ken, dass es zu erhel­len­den Unter­bre­chun­gen der Dschi­had-Werbung kam.

Und wieder was gelernt beim Bil­dungs­fern­se­hen der ARD! Unter dem Schleier wohnt die Frei­heit der Frau, über dem Schleier von Frau Illi ist viel Platz für Bling-Bling und dahin­ter leider noch mehr Platz für Plemm-Plemm. Frau Illi, die uns mit dem Schwei­zer Dialekt einer Scho­ko­la­den­ver­käu­fe­rin den Islam erklärt, ist nicht zum ersten Mal im Fern­se­hen. Bei jeder Gele­gen­heit erklärt sie, dass sie frei­wil­lig so rum­läuft und es ganz toll findet. Geschenkt! Der Lappen ist halt ihr Fetisch.

Talk­shows zum Ober­thema Islam sind mitt­ler­weile ein Dau­er­läu­fer wie die Lin­den­straße, nur inhalt­lich vor­her­seh­ba­rer. Die Vor­würfe sind immer die­sel­ben, die Ent­schul­di­gun­gen auch. Muslime würden aus­ge­grenzt, benach­tei­ligt, hätten keine Chancen in Bildung und Beruf und deshalb radi­ka­li­sie­ren sie sich. Diese pau­scha­li­sierte Opfer­hal­tung erin­nert ver­däch­tig an die Mehr­heit der ado­les­zen­ten Jugend überall auf der Welt, die hor­mo­nell bedingt alles ableh­nen, sich unver­stan­den und benach­tei­ligt fühlen, aus­schließ­lich in ihren Gruppen und Cliquen Aner­ken­nung suchen und denen Bil­dungs­per­spek­ti­ven und Berufs­chan­cen gepflegt am Arsch vorbei gehen. Zum Glück ist für die meisten nach einigen Jahren Schluss mit der Puber­tät und man erkennt, dass es die unkon­trol­lier­bare Che­mie­fa­brik im eigenen Kopf war, die Aner­ken­nung, beruf­li­che Per­spek­tive und Bildung ver­hin­dert hat – nicht die Gesell­schaft. Anders bei so mancher Radi­ka­lin­ski-Moschee, wo mus­li­mi­sche Jugend­li­che in genau dieser Phase abge­grif­fen und auf­ge­la­den werden. Man bietet Grup­pen­ge­bor­gen­heit, Struk­tur und nicht hin­ter­frag­ba­ren Sinn und ver­langt dafür nur die Preis­gabe einer Klei­nig­keit. Etwas, das die Che­mie­fa­brik im Kopf sowieso weit­ge­hend erschwert und anstren­gend macht: Selbst­kri­ti­sches Denken.

Die Islam­feind­lich­keit steigt in Deutsch­land, Frau Illi? Das könnte daran liegen, dass sich der Islam in Deutsch­land mehr und mehr for­dernd bis feind­lich verhält und der isla­mi­sche Druck auf die euro­päi­schen Demo­kra­tien von innen wie von außen zunimmt. Das Ergeb­nis ist zuneh­mende Ableh­nung des Islam aus Gründen des Selbst­er­hal­tes der Gesell­schaft, nicht eben ein Grund­recht im Islam, der bekannt­lich „Unter­wer­fung“ bedeu­tet. Dabei ist Frau Illi das beste Bei­spiel für die Tole­ranz des Westens, der es zulässt, dass eine Schwei­zer Kon­ver­ti­tin die Werte, denen sie Wohl­stand und Frei­heit ver­dankt – auch die Frei­heit, sich in der Öffent­lich­keit zu äußern – mit Füßen tritt. Niemand trach­tet ihr nach dem Leben. Dagegen muss die aus Paki­stan stam­mende Saba­tina James seit sie zum Chris­ten­tum kon­ver­tiert ist, in Öster­reich unter Poli­zei­schutz leben – in ihrer Heimat Paki­stan wäre sie längst tot.

Opferrolle und Blindheit

Nun sind solche Reden wie die von Frau Illi nicht neu, wenn es auch zuge­ge­ben noch einen Zacken schär­fer ist, wenn eine Frau aus ihrem selbst­ge­wähl­ten Gefäng­nis heraus über ihre kusche­lige Ein­zel­zelle spricht. Die isla­mi­schen Ter­ror­er­klä­rer drehen seit Jahr­zehn­ten auf dem dünnen Eis der Opfer­be­griffe ihre Pirou­et­ten und es emp­fiehlt sich, von Zeit zu Zeit auf einige beson­ders tiefe Furchen hin­zu­wei­sen, die da ins Eis geritzt wurden. Also, Google ist mein Freund. Zeig mir doch mal, Google, was ein anderer White-Washing-Beauf­trag­ter über Radi­ka­li­sie­rung so dachte und sagte und ob sich das von dem unter­schei­det, was Frau Illi im Jahr 2016 von sich gibt.

Nehmen wir zum Bei­spiel den Lob­by­ver­band „Zen­tral­rat der Muslime“, dessen Che­f­lob­by­ist Aiman Mazyek der „Welt“ im März 2011 ein Inter­view gab. Erschie­nen unter der Head­line „Scharia und Demo­kra­tie sind ver­ein­bar“.

Die Welt fragte „Warum also ziehen junge Leute aus Deutsch­land in den Dschi­had, warum werden sie zu Ter­ro­ris­ten?“ und aus Herrn Mazyek ant­wor­tete es:

weil sich diese Men­schen unge­recht behan­delt oder dis­kri­mi­niert fühlen und dann kommen noch Min­der­wer­tig­keits­ge­fühle dazu. Ich glaube, die Mecha­nis­men sind ähnlich. In den sieb­zi­ger Jahren hatten wir den Terror der RAF. Da gab es dieses sub­jek­tive Emp­fin­den der Gruppe, aus­ge­grenzt zu sein. Ihre ursprüng­li­chen Ideen traten so immer weiter in den Hin­ter­grund und die Gruppe radi­ka­li­sierte sich. Solche Pro­zesse gibt es auch anderswo.“

Don­ner­wet­ter! Nicht mal die RAF-Anwälte Schily und Strö­bele waren so kreativ bei der Erklä­rung der Beweg­gründe ihrer Man­dan­ten. Aus­gren­zung, aus­ge­rech­net! Dabei gibt es zwi­schen der RAF in ihren „besten“ Jahren und dem Islam in seinen jüngs­ten Jahren tat­säch­lich mehr Gemein­sam­kei­ten, als Sie wahr­ha­ben wollen, Herr Mazyek. Nur haben diese Gemein­sam­kei­ten nichts mit Aus­gren­zung, Min­der­wer­tig­keits­ge­füh­len und sub­jek­ti­vem Emp­fin­den zu tun – in beiden Fällen nicht. Beide, der Islam und die RAF wähnen oder wähnten (das Wort ist nicht von unge­fähr mit „Wahn“ ver­wandt) sich im Besitz einer höher­wer­ti­gen Ideo­lo­gie und dadurch im Recht, im Namen dieser Ideo­lo­gie, die keine Zweifel und keine Gegen­ent­würfe zulässt, zu morden. Sub­jek­tiv ist höchs­tens das Gefühl der Aus­gren­zung, das als Alibi nach innen dient, sollte sich doch mal so etwas wie ein schlech­tes Gewis­sen leise melden. Dann nämlich ruft man sich laut­stark zum Opfer aus, das aus Ver­zweif­lung handele. Tole­ranz war die Sache der RAF nicht, noch etwas, dass Baader, Meinhof oder Raspe mit den Ver­tre­tern des poli­ti­schen Islam gemein­sam haben.

Und noch ein Aspekt ver­bin­det Sie mit den Prot­ago­nis­ten der bom­ben­den, mor­den­den und poli­tisch phan­ta­sie­ren­den RAF. Genau wie Sie beide, Frau Illi und Herr Mazyek, die fun­da­men­ta­len Web­feh­ler ihrer Ideo­lo­gie, des Islam, nicht sehen wollen, waren auch die RAF-Genos­sen gegen­über dem Ver­sa­gen des „real exis­tie­ren­den Sozia­lis­mus“ in der DDR voll­kom­men blind. Und das, obwohl sie dort viel Zeit unter fal­schen Iden­ti­tä­ten ver­brach­ten. Man las lieber Marx, als Hon­eckers Reden zu lau­schen und phan­ta­sierte sich lieber die klas­sen­lose Gesell­schaft herbei, als in die Man­gel­wirt­schaft der DDR zu blicken. Ähnlich wie Sie suchte man die Feinde immer woan­ders und stellte die eigene Ideo­lo­gie nie in Frage. Genau wie die Isla­mis­ten benutz­ten die RAF-Mit­glie­der jedes Argu­ment der anderen Seite als Zie­gel­stein für die Mauer, die man in den eigenen Köpfen hochzog.

Wie man sieht, gibt es also durch­aus Par­al­le­len zwi­schen dem Terror der RAF und mus­li­mi­schen Dschi­ha­dis­ten. Aber es sind gerade nicht Aus­gren­zung und Chan­cen­lo­sig­keit – Meinhof, Ensslin und Raspe hatten abge­schlos­sene Studien und mate­ri­ell fehlte ihnen nichts. Genau wie die RAF-Mit­glie­der haben auch die Isla­mis­ten keine Scheu davor, alle mate­ri­el­len Vorzüge des Westens zu nutzen, obwohl sie ihn ideo­lo­gisch ver­teu­fel­ten. Man hatte eine Vor­liebe für PS-starke BMW-Autos und Maschi­nen­pis­to­len der deut­schen Rüs­tungs­schiede Heckler & Koch. Die Kämpfer des IS fahren gern Toyota-Trucks und lieben das ame­ri­ka­ni­sche G3-Gewehr.

Es ist viel­mehr sowohl bei der RAF, als auch beim Dschi­ha­dis­ten eine her­me­ti­sche Ideo­lo­gie, die zur Bar­ba­rei führen. Wer wie Herr Mazyek „Dis­kri­mi­nie­rung“ und „Aus­gren­zung“ ruft, ver­langt nichts Anderes als mehr Geld und mehr Auf­merk­sam­keit. Geld für Moscheen, für Per­so­nal, Geld für Tagun­gen und Kon­gresse, Sen­de­zeit, Kolum­nen und Inter­views. Und wer wie Frau Illi vom isla­mis­ti­schen Krieg als „Lang­zeit­prü­fung mit Hochs und Tiefs“ faselt, wird meiner Meinung nach in Europa noch viel zu wenig aus­ge­grenzt.

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8 Kommentare

  1. Ich ver­stehe hierbei nicht was die Ver­schleie­rung einer Frau mit IS und Dschi­ha­dis­ten zu tun hat. Dieser Zusam­men­hang ist unge­fähr genauso stark wie der Zusam­men­hang zwi­schen dem christ­li­chen Kreuz und den Kreuz­zü­gen im Mit­tel­al­ter. Der Koran enthält doch genauso viele krasse Aus­sa­gen, wie es das Alte Tes­ta­ment tut. Und wie sich eine Frau kleidet ist allein ihre Ange­le­gen­heit. Ich räume jedoch ein, dass das natür­lich nicht ganz stimmt. Ich bin natür­lich einem kul­tu­rel­len Mode­dik­tat unter­wor­fen. Im Westen ist er einfach ten­den­zi­ell sexua­li­sie­ren­der. Aber es ist doch schön zu sehen, dass der Körper einer Frau auch hier zu einem dis­ku­tier­ba­ren Objekt ver­kommt. Wie hat sich eine Frau anzu­zie­hen? Was heißt Eman­zi­pa­tion? Welcher Glaube ist ange­mes­sen? Sind ihre Aus­sa­gen ernst zu nehmen, wenn sie sich so anzieht? Worauf ich hinaus will: Der mus­li­mi­sche Glaube ist nicht gleich zu setzen mit dem IS. Jeder Mensch sollte frei sein in seiner Klei­dungs­wahl. Ein Kopf­tuch oder eine Voll­ver­schleie­rung ist nicht gleich zuset­zen mit feh­len­der Eman­zi­pa­tion. Feh­lende eman­zi­pa­to­ri­sche Hand­lun­gen sind ein Zeichen feh­len­der Eman­zi­pa­tion. In dem Moment in dem man jeman­dem auf Grund seines Äußeren bestimmte (radi­kale, nega­tive) Attri­bute zuspricht, ist das eine unter­drü­ckende, abgren­zende Hand­lung. Sie sagt mehr über einen selbst aus, als über den­je­ni­gen, den man abwer­ten will.

    • Ich hoffe doch, Sie haben die Sendung gesehen, von der hier die Rede ist. Die Ver­schleie­rung DIESER Frau hat sehr wohl etwas mit Dschi­ha­dis­mus zu tun. Ihr Ver­gleich mit Kreuz und Kreuz­zug hinkt gewal­tig. Es gibt natür­lich Zusam­men­hänge. Wenn Sie von „Kreuz­zug” und „Kreuz­blüt­lern” gespro­chen hätten, wäre es etwas anderes. Ja, auch das „alte Tes­ta­ment” enthält krasse Aus­sa­gen – Sie werden aber nie­man­den finden, der diese Aus­sa­gen heute als Bedie­nungs­an­lei­tung und Recht­fer­ti­gung von Gewalt betrach­tet. Und bevor Sie mit dem Argu­ment kommen, dass er Islam eben noch jung sei und man Geduld haben müsse…wollen Sie noch 600 Jahre warten, oder wollen sie die Muslime zu „edlen Wilden” erklä­ren, denen man ihre kleinen „kan­ni­ba­le­reien” eben nach­se­hen müsse? Das wäre Kul­tur­chau­vi­nis­mus! Das Problem mit dem Koran ist, dass er im Gegen­satz zum Neuen Tes­ta­ment einen sehr kon­kre­ten Herr­schafts­an­spruch begrün­det und Wort-Wört­lich genom­men werden muss. Das sage übri­gens nicht ich, das sagen die Koran­ge­lehr­ten, die im Moment das Sagen haben.

      Jesus war kein Feld­herr – Moham­med aber schon! Wer diesen klit­ze­klei­nen Unter­schied nicht sehen will, ist schlicht blind.

      Jeder sollte sich so anzie­hen, wie er/sie es mag. Das ist richtig. Aber was sie hier betrei­ben, ist doch sehr äqui­di­stant. Niemand in Europa käme auf die Idee zu fordern, Tou­ris­tin­nen sollten in Riad im Mini­rock rum­lau­fen dürfen. Oder viel­leicht wenigs­tens die Euro­päe­rin­nen, die dort leben, zum Bei­spiel als per­so­nal der Bot­schaf­ten. Wer aber die Voll­ver­schleie­rung für einen Akt der Selbst­be­stim­mung der Frau hält, müsste doch im Umkehr­schluss das­selbe auch für sich fordern können, wenn er/sie in einem isla­mi­schen Land lebt. Sonst ist doch auch immer von „Dialog auf Augen­höhe” die Rede, warum hier nicht?

      Ich vermute, Sie tragen keinen Schleier und kein Kopf­tuch. Das sorgt übri­gens dafür, dass die Par­al­lel­ge­sell­schaft, aus der die Muslima in der Sendung kommt, Ihnen gegen­über eine abwer­tende, unter­drü­ckende und aus­gren­zende Haltung ein­nimmt. Leider muss ich ver­mu­ten, dass Sie diesen Teil der Dis­kri­mi­nie­rung nicht sehen oder nicht sehen wollen.

  2. Ich habe hier immer wieder auf den Ras­sis­mus der Muslime gegen­über Juden öffent­lich hin­ge­wie­sen.
    Ich habe darauf hin­ge­wie­sen, dass in deut­schen Flücht­lings­hei­men auf Zwi­schen­wän­den der pure Juden­hass von Mus­li­men dekla­riert und auf­ge­malt wird.
    Genau dieses „offene Hin­schauen” wird von den Poli­ti­kern nicht erwünscht und von den Medien (focus und die Welt) zen­siert.
    Es ist eine Schande, dass in Deutsch­land mitt­ler­weile die gleiche „freie Meinungsäußerung”-Zensur zele­briert wird wie im Erdo­wahn-Land.

    • Ja, da kommt meine lai­en­hafte Waf­fen­er­fah­rung deut­lich zum Aus­druck. Ich meinte eigent­lich das M16…aber G3 nimmt der IS auch gern, da sind die keine Kost­ver­äch­ter.

  3. …bis auf Toyota-Trucks und das „ame­ri­ka­ni­sche” G3-Gewehr alles zutref­fend beschrie­ben. 😉

  4. Gerade die Deut­schen und Öster­rei­cher müssen ver­hin­dern, dass wie­derum ein Antis­emis­mus in Form von Migran­ten aus dem isla­mi­schen Kul­tur­kreis bei uns hei­misch wird. Aus Umfra­gen geht nämlich hervor, dass die meisten Muslime Juden­has­ser sind. Frau Merkel sollte auf­pas­sen, Anti­se­mi­tis­mus nicht zu impor­tie­ren.
    MfG
    Werner Stitz
    Bergweg 20
    8570 Voits­berg
    Öster­reich

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