An Nach­rich­ten über Opfer­zah­len, die Aus­brei­tung des Virus, den Kampf der Medi­zi­ner um Leben und der Poli­ti­ker um Geis­tes­ge­gen­wart herrscht kein Man­gel. Zusam­men mit der ver­ständ­li­cher­wei­se all­ge­mein aler­ten Stim­mung ergibt das eine explo­si­ve Mischung. Mir fällt beson­ders auf, dass die wirk­li­chen Auf­re­ger und Unver­schämt­hei­ten im Weich­bild der schick­sals­haf­ten poli­ti­sche Ent­schei­dun­gen fast ver­schwin­den. Man nimmt sie so hin, hält sie für unwich­tig oder neben­säch­lich und wenn wir Glück haben, sind sie es am Ende auch. Für den Fall jedoch, dass sie Bestand haben, weil wir sie bequem fin­den und sich Poli­ti­ker nur schwer von ihnen tren­nen kön­nen, schrei­be ich sie hier auf. In einer klei­nen Samm­lung poli­ti­scher Peti­tes­sen, betrach­tet durch eine Bril­le mit +5 Iro­nien. Falls Sie, lie­be Lese­rin­nen und Leser, auch über solch eine „Klei­nig­keit“ stol­pern, über eine unwi­der­spro­che­ne und unsin­ni­ge Ein­schrän­kung Ihrer Rech­te, einen ver­rutsch­ten Neben­satz viel­leicht oder eine gro­ße Absurdität…schreiben Sie mir bitte.


1.4.2020 – der Corona-Freiwillige und der kreative Staat

Die Geschich­te des grü­nen Ber­li­ner „Coro­na-Frei­wil­li­gen“ Bezirks­bür­ger­meis­ters Das­sel hat einen ähn­li­chen Anste­ckungs­fak­tor wie das Virus selbst. Kaum gese­hen, schon geteilt. Doch viel inter­es­san­ter als ein Poli­ti­ker, der sich bei sei­ner Part­ne­rin ange­steckt hat, ist eine Aus­sa­ge Das­sels im Arti­kel über die­se Geschich­te. Der RBB schreibt dazu:

„Im rbb-Info­ra­dio schlug von Das­sel am Mitt­woch vor, kon­flikt­be­las­te­ten Fami­li­en einen geord­ne­ten Zugang zu Tier­park und Ber­li­ner Zoo zu ermög­li­chen. Man müs­se jetzt krea­tiv sein, damit die Men­schen die Ein­schrän­kun­gen der nächs­ten Wochen mitmachen.“ 

Wer das „man“ in die­sem Satz ist, soll­te klar sein: der Staat oder eine sei­ner Instan­zen. Hier wird das Pro­blem deut­lich, dass sich Poli­tik und Behör­den ins Haus hol­ten, als sie in den kon­kre­ten Tages­ab­lauf der Men­schen ein­grif­fen, egal ob gut gemeint oder schlecht umge­setzt. Denn die gemaß­re­gel­ten Men­schen erwar­ten nun nicht zu Unrecht, dass der Staat den Tag für sie regelt, fein­tu­n­ed, aus­füllt und für panem et cir­cen­ses sorgt. Und das macht er, wie wir über­all sehen, so gut oder schlecht er es eben kann: Büro­kra­tisch und mit brei­tem Pinsel.

Wie das kon­kret aus­se­hen könn­te? Für kon­flikt­be­las­te­te Fami­li­en gäbe es – um Miss­brauch von Zoo und Tier­park durch Kon­flikt­be­las­tungs­heuch­ler vor­zu­beu­gen – natür­lich einen amt­li­chen Kon­flik­be­las­tungs­nach­weis. Selbst­aus­kunft bewahrt nicht vor spä­te­rer ein­ge­hen­der Prü­fung, sei­en sie also gewarnt! Bewah­ren sie für die spä­te­re Prü­fung aus­ge­schla­ge­ne Zäh­ne, zer­bro­che­ne Tel­ler und trä­nen­nas­se Taschen­tü­cher auf (ein Ein­mach­glas hilft). Damit es auch abso­lut gerecht zugeht, wer­den Kon­flikt­ent­las­tungs­be­rech­ti­gungs­mar­ken vor­läu­fig pro Häma­tom aus­ge­zahlt. Ob Herr Das­sel sich das in etwa so vor­stellt? Ein „krea­ti­ver Staat“ – in mei­nen Augen so ziem­lich das gru­se­ligs­te, seit man Mayon­nai­se und Ketch­up zusam­men in eine Fla­sche füllte!

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4 Kommentare

  1. Robert Habeck hielt es für gebo­ten, dass die durch Schlie­ßung ihrer Loka­le nun ent­las­te­ten Gas­tro­no­men und Hote­liers die Gele­gen­heit nut­zen soll­ten, die alten Hei­zun­gen gegen moder­ne CO2-spa­ren­de aus­zu­tau­schen. Klei­nig­keit für Unter­neh­mer im dro­hen­den Konkurs.

    Ja, Saskia Esken fin­det, dass die Mise­re der Aus­wir­kun­gen der Still­le­gung der Wirt­schaft von den Rei­chen aus­ge­ba­det wer­den soll­te. Der Ansicht waren auch Ver­tre­ter der Linken.

    Mein Vor­schlag ist, dass alle Abge­ord­ne­ten und sons­ti­gen Staats­schröp­fer soli­da­risch sind und auf die Hälf­te ihrer soeben ange­ho­be­nen Diä­ten ver­zich­ten und an Klein­un­ter­neh­mer spenden.

  2. Zum Glück kön­nen mir kei­ne Zäh­ne mehr aus­ge­schla­gen werden!
    Wenn dann sind es bei­de Prothesen.
    Die dann hof­fent­lich das Auf­schla­gen auf einen fes­ten Belag unbe­scha­det überstehen.
    Wer heut­zu­ta­ge einen nor­ma­len Hus­ten hat, wie jedes­mal bei die­sem Wet­ter wird gleich ver­däch­tigt, die Per­son, der Pati­ent könn­te ja die­ses däm­li­che Virus in sich haben. Es grenzt schon an Schizophrenie.
    Die Chi­ne­sen bekämp­fen es schon lan­ge mit Avi­gan aus Japan und wei­sen Erfol­ge damit auf.
    Auf einen Post von mir, bei Face­book vor einer Woche, wur­de ich von zwei Dumpf­ba­cken angegangen.
    Heu­te ist die Nach­richt raus, daß das Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­te­ri­um die­ses Mit­tel bei Fuji­film mit Mil­lio­nen Packun­gen kauft.
    Ist die Poli­tik in Deutsch­land auch schon aufgewacht.

    • Ach, das mit den Medi­ka­men­ten ist doch alles sinn­lo­se Betrieb­sam­keit. Es wird seit 15 Jah­ren erfolg­los an einem SARS-Impf­stoff geforscht, und Coro­na-Chan ist ein SARS-Able­ger. SARS-nCo­v2. Viren sind medi­ka­men­tös prak­tisch nicht behan­del­bar. Das mit den Mala­ria-Mit­tel­chen, und was auch immer da von den Nip­po­ne­sen kom­men soll, ist doch rei­nes Coping, und es ist ein Fall von Rea­li­täts­ver­wei­ge­rung, an die Mit­tel­chen zu glau­ben. Frag nen Arzt, wes­halb er Dir kein Mit­tel­chen gegen Erkäl­tungs­vi­ren ver­schrei­ben kann. Er wird Dir ant­wor­ten, dass es sowas nicht gibt.

      Sofern die der­zei­ti­ge Qua­ran­tä­ne wirkt, explo­dierts halt wie­der, sobald man damit auf­hört. Wenn man wes­end­lich weni­ger anste­cken­de Krank­hei­ten, wie zum Bei­spiel die gewöhn­li­che Grip­pe, nicht aus­ge­rot­tet bekommt, wirds bei Coro­na-Chan auch nicht klap­pen. Die ist jetzt Teil der glo­ba­li­sier­ten Welt, und jeder wird sie krie­gen, immer wie­der, weil sie oben­drein noch mutiert. Ange­la Mer­kels 70% sind eine unrea­lis­tisch nied­ri­ge Zahl. 

      Ich per­sön­lich hab mich schon dar­auf ein­ge­stellt, dass ich irgend­wann mal einen Schnup­fen krie­ge, und mit einer gewis­sen Wahr­schein­lich­keit eini­ge Tage spä­ter wie ein Fisch­lein außer­halb des Was­sers nach Luft schnap­pen wer­de. Mit Lip­pen so rot, als wür­de ich Lip­pen­stift benut­zen. Weil das ist jetzt so. Wahr­schein­lich spa­re ichs mir in dem Fall auch zum Arzt zu gehen, weil ich kei­nen Bock auf die Nach­wir­kun­gen künst­li­cher Beatmung habe. Ehr­lich gesagt freue ich mich sogar dar­auf. Selbst zum Brut­kas­ten Coro­na-Chans Lie­be zu wer­den ist die Gegen­leis­tung für das geils­te 3D-Kino mei­nes Lebens. Die Men­schen sind nun zur Abwech­se­lung mal unmit­tel­bar mit der Rea­li­tät kon­fron­tiert, die sich weder für Wah­len noch für Kon­sens inter­es­siert, und die sich auch nicht auf die lan­ge Bank schie­ben lässt. Ich fin­de das super.

  3. EINFACH DRAUFLOS
    weil
    mein Ver­stand mich längst ver­las­sen hat
    mein Ver­mö­gen schon ver­schwun­den ist
    wir alle in Qua­ran­tä­ne sit­zen und schwitzen
    weil
    ein wil­des Weib­lein uns alle hypnotisiert
    sie uns mit ihrer Rau­te völ­lig ver­rückt macht
    wir uns ihrer Schön­heit kaum ent­zie­hen können
    weil
    beson­ders wei­ße alte Män­ner von ihr schwärmen
    jeder sich ein­bil­det sie gese­hen zu haben
    jeder eifer­süch­tig jeder ande­ren aus dem Weg geht
    weil
    sie so leicht ihre Gebo­te in unse­re Ver­bo­te wandelt
    die Welt dabei ganz nor­mal aus den Fugen gerät
    die Psy­cho­lo­gen nicht mehr logisch denken
    weil
    aus­ge­wähl­te Poli­ti­ker plötz­lich alle abheben
    Jour­na­lis­ten pau­sen­los ins Schwär­men geraten
    Phi­lo­so­phen sich über die Kröp­fe hinwegdenken
    weil
    die Seel­sor­ger hin­ter­lis­tig ihre Altä­re verlassen
    Sozi­al­ar­bei­ter end­lich ihre aso­zia­le Sei­te zeigen
    Poli­zis­ten und Hel­fers­hel­fer alles beherrschen
    weil
    Kli­ma­hys­te­ri­kern die luf­ti­gen Argu­men­te ausgehn
    Spit­zen­sport­ler über ihre eig­nen Bei­ne stolpern
    die fet­te Ver­gan­gen­heit die Zukunft auspresst
    weil
    die Bun­des­wehr in aller Welt herumlungert
    Opti­mis­ten noch mehr Mist hinterlassen
    Täu­scher den Ent­täusch­ten nicht mehr trauen
    weil
    der Bun­des­ad­ler die Bän­ker in sei­nen Kral­len hält
    die Jung­frau Maria uns allen eine Toch­ter gebar
    und die­se nun unse­re Her­zen und Lun­gen erobert:

    „Corin­na, Coro­na (ah oo) – I love you so…!

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