Es gab Zeit­en, da macht­en sich die Men­schen noch jede erden­kliche Mühe, die geheimnisvollen Geset­ze der Natur mit aller­lei Knif­f­en in ihren religiös oder ide­ol­o­gisch deter­minierten Wel­terk­lärungsmod­ellen unterzubrin­gen. Don­ner und Blitz waren das Werk von Wotan oder Zeus, Fos­silien auf Berggipfeln „bewiesen“ die Wirkung der Sint­flut zu Noahs Zeit­en und der Mars musste sich in den schön­sten Epizyklen über den Him­mel schieben, um die Erde im Mit­telpunkt des Uni­ver­sums zu hal­ten. All diesen Mythen war ein­er­seits gemein­sam, dass sie von der Wirk­lichkeit einge­holt wur­den. Ander­er­seits kostete es unendlich viel Kraft und auch Blut, die Holz­wolle aus den Köpfen ihrer Parteigänger, Propheten und Prof­i­teure zu klauben. Die Mythen der Mod­erne wohnen in der Partei der Grü­nen, die ger­ade auf ihrer Bun­des­delegiertenkon­ferenz ihre neue Parteispitze gewählt hat. Einige Tage vor ihrer Wahl gab die frischge­back­ene Parte­ichefin Annale­na Baer­bock, ihres Zeichens Kli­ma­ex­per­tin und Tram­polin­springerin, dem DLF ein Inter­view*, welch­es man nicht zur Gänze lesen oder hören muss. Bes­timmte Stellen jedoch sollte man auswendig ler­nen, um Baer­bocks Exper­tise bei jed­er passenden Gele­gen­heit kor­rekt ein­schätzen zu kön­nen. Außer­dem kann es die Baer­böcksche Prosa in Punk­to Tran­szen­denz und Real­itäts­ferne mit jed­er Rilke-Lyrik aufnehmen. Ich beze­ichne, den Geset­zen der Höflichkeit fol­gend, Men­schen nur sel­ten als dumm, wenn mich nicht län­ger­er per­sön­lich­er Augen- oder Ohren­schein dazu berechti­gen. Doch in diesem, Annale­nas Fall, mache ich nach nur einem Inter­view schw­eren Herzens eine Ausnahme.

In solchen Momenten denke ich mit einem Seufz­er der Erle­ichterung an Chris­t­ian Lind­ner, dessen Partei es ver­hin­dert hat, dass Leute wie Baer­bock in diesem Lande ans Schal­ten & Wal­ten kom­men – oder konkreter noch ans Abschal­ten! Über­lesen wir also im Inter­view gnädig, dass in Gor­leben nicht gegen Aufrüs­tung demon­stri­ert wurde und das die Beze­ich­nung „Think Tanks“ für grüne Arbeits­ge­mein­schaften eben­so geeignet scheint, wie „Start Up“ für ein katholis­ches Priestersem­i­nar. Schauen wir uns einige Aus­sagen Baer­bocks an, die meinem Urteil „dumm“ zugrunde liegen.

Schmidt-Mat­tern fragt: Ein beliebtes Argu­ment der Geg­n­er eines schnellen Kohleausstiegs lautet ja immer wieder, dass man sagt, wenn Deutsch­land allzu schnell aus der Kohle aussteigt, sind wir im Zweifel an Tagen, wo nicht genug Sonne und Wind herrscht, angewiesen auf Stro­mim­porte aus dem Aus­land, sprich Atom­strom zum Beispiel aus Frankre­ich. Wie wollen Sie dieses Argu­ment entkräften?

Baer­bock: Natür­lich ist es so, dass Ver­sorgungssicher­heit und Kli­maschutz Hand in Hand gehen müssen. Genau­so wie die Frage “soziale Absicherung der Beschäftigten”.

Schmidt-Mat­tern: Aber wie denn, Frau Baerbock?

Baer­bock: Das ist ein Dreik­lang. Und es ist aber so — und das ist ein­fach Fakt, da kommt man nicht drum herum — wir haben mas­siv Strom­ex­porte. Wir exportieren ein Zehn­tel unseres Stroms ins Aus­land, in andere Län­der. Die osteu­ropäis­chen Staat­en haben schon gesagt: ‘So geht das nicht weit­er, ihr ver­stopft unsere Net­ze.’ Deswe­gen haben wir gesagt, diese zehn Prozent Export die kön­nen wir an Kohle vom Netz nehmen. Und natür­lich gibt es Schwankun­gen. Das ist vol­lkom­men klar. An Tagen wie diesen, wo es grau ist, da haben wir natür­lich viel weniger erneuer­bare Energien. Deswe­gen haben wir Spe­ich­er. Deswe­gen fungiert das Netz als Spe­ich­er. Und das ist alles ausgerechnet.

Man müsste katholisch wer­den und das Beten anfan­gen, falls die Grü­nen wirk­lich jemals direkt ihre Fin­ger an die deutsche Stromver­sorgung leg­en wer­den! Indi­rekt tun sie dies ja lei­der schon seit Jahrzehn­ten. Wir haben keine „Strom­ex­porte“, Frau Baer­bock. Man ist ja auch kein Müll­ex­por­teur, wenn man dafür bezahlt, dass ein­mal pro Woche die Mül­lab­fuhr kommt. All diese Ver­drehun­gen recht­fer­ti­gen bere­its mein Urteil über die „grüne Kom­pe­tenz“ – wer jedoch behauptet, das Netz fungiere als Spe­ich­er, ist ein­fach nur dumm wie hun­dert Meter Feld­weg in Bran­den­burg. Dies sei „alles aus­gerech­net“, meint Frau Baer­bock. Ich bin ges­pan­nt, ob sie mir diese “Rech­nung” vor­legen kann, um die ich per Mail gebeten habe.

Dummheit sucht Macht

In let­zter Zeit lese ich immer wieder Artikel, welche die aktuelle poli­tis­che Gemen­ge­lage im Land mit “Schil­da” ver­gle­ichen. Doch das wird der Sit­u­a­tion nicht gerecht. Die Bürg­er von Schil­da stell­ten sich lediglich dumm, kan­nten die Wirkung ihrer Tat­en und bezweck­ten mit ihren Eulen­spiegeleien einen zivilen Unge­hor­sam, den sie geschickt mit Dummheit tarn­ten. Die Ver­gle­iche zie­len also nur auf die Wirkung auf den Betra­chter, welchen sowohl für die Bemühun­gen der Schildaer, mit Eimern Licht ins dun­kle Rathaus zu tra­gen, als auch den Aktiv­itäten viel­er unser­er Poli­tik­er nur noch Scham und Ver­wun­derung in die Gesichter malen. Deshalb auch mein Tipp an alle Ver­schwörungs­the­o­retik­er, die dun­kle oder aus­ländis­che Mächte in Deutsch­land am Werk sehen: vergesst es! Was hier wirk­lich am Werke ist, hört auf den Namen Dummheit. Da ich meinen Text mit Mythen begonnen habe, möchte ich mit etwas ganz reellem schließen. Und zwar mit ein­er direk­ten Frage an Annale­na Baer­bock, die Kli­ma­ex­per­tin und Meis­terin der Spe­ich­er­net­ze: Sehen Sie das Bild da recht oben im Artikel? Wenn das Netz ein Energiespe­ich­er ist, warum nen­nt man dieses Teil dann „Ladek­a­bel“ und nicht „geladenes Kabel“?

*weil’ so schön, ein­ma­lig, dumm und erhal­tenswert ist, existiert auch eine Kopie des Artikels im Archiv. Nur für den Fall, dass sich am Inhalt jemand zu schaf­fen macht, weil die enthal­te­nen Pein­lichkeit­en ein­fach zu offen­sichtlich sind.

Klein­er Nach­trag: Früher ver­glich ich die Energiewende immer mit dem Sprung von einem Hochhaus. Man kommt an vie­len Fen­stern vor­bei, sieht die entset­zten Gesichter darin­nen und denkt, bis hier­her ging’s doch ganz gut. Man müsse doch nur noch fliegen ler­nen, dann sei das zu schaf­fen. Die Grü­nen denken aber, wie man an dem flap­si­gen Inter­view erken­nen kann, über­haupt nicht mehr über’s fliegen ler­nen nach. Sie glauben stattdessen, es längst zu können!

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50 Kommentare

  1. Manche ken­nen vielle­icht noch “die drei Dschun­gelde­tek­tive” der Augs­burg­er Pup­penkiste. Zu Beginn jed­er Folge war der Paradiesvo­gel beim Blick in den Spiegel zu sehen und auch zu hören:
    “Her­rjeh, was bin ich schee
    wie ich mich soo se-eh
    Der scheen­ste weit und breit
    lieber sche-en als gescheit.
    Oder die Kurz­fas­sung: außen hui, innen pfui.

    • Wie jet­zt, Net­ze fungieren (also sie pilzen) als Spe­ich­er? Wie funk­tion­ieren die als Speicher?
      Ähm, ist diese Frage verständlich?

  2. “Wer wählt so was?” — aus meinem per­sön­lichen Bekan­ntenkreis einige Leute: Sozialpäd­a­gogen, Lehrer, Juris­ten, Neu­rolo­gen, Heilpäd­a­gogen — sind die, die mir momen­tan dazu ein­fall­en. Es ist zum Haar­eraufen, dass diese Leute ihre Köpfe nicht zum Nach­denken benutzen. Zu o.g. The­ma kom­men dann noch Trump-Bash­ing, AFD-Ver­teufelung und Nazi-Beschimp­fung von Asyl-Kri­tik­ern. Und der deutsche Wald ist natür­lich schon lange tot, d.h.immer noch! Ille­gale Migranten sind “Schutz­suchende” und “Geflüchtete”. Merkel & Co lachen sich ins Fäustchen über so viel unkri­tis­che Gefolgschaft.

  3. Der Ver­gle­ich mit den Bürg­ern von Schil­da hinkt doch stark. Natür­lich weiss man heute, dass man Licht nicht in Eimern trans­portieren kann. Ein biss­chen Beschei­den­heit würde uns gut zu Gesicht ste­hen. Natür­lich wäre das adäquate Trans­port­mit­tel für Licht der Kühlschrank gewe­sen. Da Licht nor­maler­weise flüchtig ist, kon­nte es aus den Eimern entwe­ichen. Nicht so bei Kühlschränken. Durch die her­metisch geschlossene Tür und den ide­alen Licht­tem­per­a­turen (Licht wird bei +2 — +6 Grad träge) bleibt Licht lange erhal­ten und kann bei Bedarf genutzt werden.
    Hier hät­ten wir also einen guten Speicher.
    Den angedacht­en Wind­spe­ich­er gibt es übri­gens schon und nen­nt sich in der Fach­sprache Stand­ven­ti­la­tor. Man kön­nte z.B. diese Gerätschaft nutzen um in lauen Som­m­ersaben­den die beste­hende Wind­kraftan­la­gen anzutreiben.
    Man muss nur kurz über­legen und hat schon weit­ere Argu­mente, mit denen Frau Baer­bock ihren Dreik­lang unter­mauern kann.

    • Ich hätte nicht schlafen kön­nen ohne es loszuw­er­den: SONNENWINDE, ver­ste­ht ihr ? Sonne und Wind ! In einem !
      Frau Baer­bock, übernehmen Sie !
      Diese Seite ist der rein­ste think tank.

      • Ja, wie mit dem Licht und den möglichst kalten Licht­spe­ich­ern (danke für Ihre Vere­in­fachung “Kühlschränke”, die ist sehr anschaulich, indem es hier ja um in der Tat sehr kalte Licht­spe­ich­er geht, soge­nan­nte Pho­toresid­ua, wie sie der Fach­mann nen­nt), so geht es mit Klang auch. Weil Klang­wellen ja wie Lichtwellen sind, nur etwas weniger hochfre­quent (son­st würde Mozart qui­etschen). Weswe­gen Klang gut in Holz spe­icherbar ist. Das kann man an Klavieren hören, nicht?, die klin­gen noch lange nach, selb­st wenn Horowitz schon lange aufge­s­tanden und wegge­gan­gen ist. Wer es nicht hört, da so im Klavier den Horowitz, der hat was mit den Ohren.

  4. Ich bin beim Lesen dieses Artikels beina­he vom Ses­sel gesprun­gen! Was für eine Gemein­heit- wegen des per se unschuldigen Landweges, der noch dazu in Bran­den­burg sein Leben fris­tet:-(. Falls da noch nicht mit Pes­tiziden hantiert wurde, ist da wirk­lich mehr Bewe­gung drauf und drin, als in den Köpfen manch­er Grü­nen. Kli­ma­ex­perte und als weit­ere Qual­i­fika­tion Tram­polin­springer her oder hin!

  5. Wie viel Minus IQ ist bei den Grü­nen eigentlich erlaubt??
    Es tut ein­fach nur weh solche Aus­sagen zu lesen. Netz als Speicher!!.
    Ich habe hin und her über­legt wie sie es vielle­icht gemeint haben könnte.
    Es ist mir nichts einge­fall­en. Die Grü­nen meinen ja hin­ter­her immer was anderes wenn es eng wird.
    Noch schlim­mer empfinde ich allerd­ings, dass solche Per­so­n­en in führende Posi­tio­nen kommen.
    Um wie viel weniger Intel­li­gent müssen die Wäh­ler sein???
    Wenn das Realo sein soll?? Kön­nte aber sein wenn ich mir so anschaue wo Deutsch­land sich hin entwickelt.
    In Bil­dung nur Man­gel­haft. Pro­jek­te man­a­gen, reines Drama.
    Ich kann auch nur sagen die FDP hat schlim­meres ver­hin­dert!! Danke

    • Ander­er­seits: Netz ist Strom. Also Strom­netz. So. Und Netz isst auch Strom, so wie wir sowohl sind als auch essen (exis­ten­ziell gesprochen). Weswe­gen auch Spe­ich­er am Netz hän­gen, näm­lich Strom­spe­ich­er, die den Strom spe­ich­ern, und das tut das Netz, indem darin die Spe­ich­er hän­gen (fig­u­ra­tiv gesprochen), denn Spe­ich­er hän­gen nicht, son­dern sind im Netz (ontol­o­gisch gesprochen).
      So wie bei den Com­put­ern: Bei denen ist ja auch alles im Netz, ja?, und manch­es spe­ichert man ein­fach im Netz. Neuerd­ings nen­nt man das Cloud. In der Cloud spe­ich­ern wir was, und so den Strom ja auch. Nur wir nicht, also den Strom jet­zt, son­dern die Cloud. Also das Netz.
      So ist das nun mal.

      • Das wäre eine glaub­würdi­ge Analyse:
        Die Dame bewegt sich ja ständig im “Netz” und spe­ichert dort ihren gesamten Unsinn.
        Ver­mut­lich hat sie diese Funk­tion des “Net­zes” auch auf das Strom­netz angewandt.
        Find­i­ge Öko-Prof­i­teure haben ja auch schon die “Strom-Cloud” erfun­den und ver­mark­ten diese. Das Konzept ähnelt der Ver­mark­tung von WLAN-Kabeln.
        Man sollte der Fach­poli­tik­erin mal klar machen, dass man in einem Netz per se nix spe­ich­ern kann.
        Das hat näm­lich Löch­er, durch die rieselt unten alles raus. Außer dick­en Sachen. Bat­te­rien zum Beispiel.
        Anre­gung an die Grünen:
        Elek­tro­nen­ver­größerung erforschen. Damit diese nicht mehr aus dem Netz rieseln kön­nen. Schon kann das Netz mehr Strom spe­ich­ern. Bis die Henkel reißen. Oder die Geduld.
        Des Volkes. Spätestens beim ersten black­out hat sel­biges dann genug Zeit zum Nachdenken.

  6. Das Prob­lem dieser Welt ist, dass die intel­li­gen­ten Men­schen so voller Selb­stzweifel und die Dum­men so voller Selb­stver­trauen sind.

    Charles Bukows­ki

    • Isaac Asi­mov’s remark about the infan­til­ism of pseu­do­science is just as applic­a­ble to reli­gion: ‘Inspect every piece of pseu­do­science and you will find a secu­ri­ty blan­ket, a thumb to suck, a skirt to hold.’ It is aston­ish­ing, more­over, how many peo­ple are unable to under­stand that ‘X is com­fort­ing’ does not imply ‘X is true’.

      ― Richard Dawkins, The God Delusion

  7. Wie ich ger­ade lese, macht sich ein Zeit-Leser Gedanken über die Seriosität dieses Artikels. Baer­bock “kilo­me­ter­weit” kri­tisieren aber selb­st keine Zahlen nen­nen, das sei unglaubwürdig.
    Dabei kann ich sehr wohl Zahlen nen­nen, genauer eine Zahl: Null! Das grob gerun­det ist die Spe­icherka­paz­ität des Net­zes. Weit­ere Erörterun­gen zu diesem The­ma sind über­flüs­sig. Ich disku­tiere nicht über die Nässe von Wass­er oder die Kugelform der Erde. schon gar nicht mit Zeit-Kommentatoren.
    http://www.zeit.de/politik/deutschland/2018–01/gruene-parteivorsitz-robert-habeck-annalena-baerbock?page=17

    • Aber es ging doch gar nicht um *ähmm* kilo­me­ter­lange Feld­wege in Bran­den­burg!, es ging doch nur um einen hun­dert Meter lan­gen Feld­weg in Bran­den­burg. Nuance!

    • Also Null ist jet­zt echt über­trieben. Wenn man das Netz auf der einen Seite dicht macht, z.B. mit einem Stöpsel oder per Verord­nung, und auf der anderen Seite Strom ein­füllt, aber nicht zu heftig, damit nichts ver­schüt­tet wird, dann spe­ichert das Netz den ganzen schö­nen Strom natür­lich. Wo soll er auch son­st hin?

  8. Wenn das Strom­netz ein Spe­ich­er ist, dann gibt es bes­timmt auch bald große Wind­spe­ich­er für die dun­kle Flaute im Win­ter — ich glaube ganz fest daran. Außer­dem hat das bes­timmt schon jemand aus­gerech­net und auch einen großzügi­gen Förder­antrag gestellt.

  9. Lieber roger:
    Auch rhetorisch hoch qual­i­fizierte natur­wis­senschaftlich unter­mauerte Polemik kann schon mal teil­weise daneben liegen.
    Selb­stver­ständlich stellt die Ein­speisung in den Gren­zen der BRD pro­duziert­er elek­trisch­er Energie in aus­ländis­che Ver­sorgungsnet­ze einen Export dar. In wirtschaftswis­senschaftlich­er Begriffs­bil­dung und Ter­mi­nolo­gie stellt jede gren­züber­schre­i­t­ende Leis­tungser­bringun von Waren, Dien­stleis­tun­gen oder Energie einen Ex- bzw. Import dar, je nach Rich­tung der Bewe­gung. Dabei spielt es keine Rolle, ob dies geplant oder unge­plant, bezahlt oder gratis geschieht. Ihr Beispiel mit Ihrer Mül­lentsorgung geht insofern an der Sache vor­bei, solange ihr kein Gren­züber­gang zugrunde liegt: Hät­ten Sie — mal angenom­men — eine mit der Staats­gren­ze teil­weise gemein­same Grund­stücks­gren­ze und wür­den Ihre Grün­abfälle über genau diese hin­weg ins Aus­land entsor­gen, so wäre auch dies begrif­flich ein Export wie auch die Ver­mi­etung eines Hotelz­im­mers in München an einen Gast, dessen gewöhn­lich­er Lebens­mit­telpunkt im Aus­land liegt und der nur vorüberge­hend das Zim­mer belegt.
    Beste Grüße,
    Frank

    • Lieber Prof. Mün­nich, da haben Sie mich aber mal erwis­cht! Unter dieser the­o­retis­chen Folie ist es natür­lich Export, wenn wir zu viel pro­duzierten Strom immer dann in die Net­ze der Nach­barn drück­en, wenn der Wind heftig weht. Ein unwillkommen­er Export ist es zudem. Wir dür­fen auf die ersten Ein­sätze der Phasen­schieber zu Polen und Tschechien ges­pan­nt sein. Wir importieren im Gegen­zug die Dien­stleis­tung der Entsorgung, welche sich unsere Nach­barn häu­fig fürstlich bezahlen lassen. Allerd­ings bezwei­fle ich, dass wir in dieser Hin­sicht eine Exportwelt­meis­ter­schaft anstreben soll­ten, denn aus unternehmerisch­er Sicht — nicht aus wirtschaft­s­the­o­retis­ch­er Sicht — pro­duzieren wir hier gewis­ser­maßen But­ter­berge und Milch­seen, nur das man das krasse Missver­hält­nis von Ange­bot und Nach­frage bei Strom nicht so gut sehen kann. Oder doch…auf der Strom­rech­nung. Ich bin mir sich­er, dass ich Ihnen diese Zusam­men­hänge nicht erk­lären muss. Eben­so sich­er bin ich mir, dass ich sie Frau Baer­bock nicht erk­lären kann. 😉

      • Die Phasen­schieber sind schon ständig im Ein­satz! Nur ist halt kein großes The­ma und für den Laien und erst Recht nen Grü­nen nicht ver­stän­lich (Holz­wolle) 😉

        • …aber noch nicht alle gle­ichzeit­ig. Das würde sich­er kein Spaß, zumal ich darüber nicht bloggen kön­nte. Der Web­serv­er hier läuft ja nicht im Handbetrieb. 😀

      • Habe let­ztens in einem sog. SCI­ENCE-Laden in Freiburg ein T‑Shirt gese­hen mit dem schö­nen Aufdruck:
        I Can Explain It To You,
        But I Can’t Under­stand It For You.

    • btw…ein Finan­zamt würde bei der Unter­suchung dieses “Export-Geschäfts” übri­gens sehr wahrschein­lich zu dem Schluss kom­men, dass keine Gewin­nerzielungsab­sicht vorliegt.

    • Dann kön­nte man also die Ein­speisung von Idi­o­tien über die Ver­standes­gren­zen der Grü­nen hin­aus z.B. in den DLF oder hier­her auch Export nennen?

  10. Danke, Herr Letsch. Der Name Baer­bock sug­geriert, dass es sich um eine Ururenkelschü­lerin des großen Math­e­matik­ers Bour­ba­ki (1680–1820) han­deln kön­nte, bei dem sie die Vir­tu­osität der Vari­a­tion math­e­ma­tisch-physikalis­ch­er The­men auf dem Ökem­ba­lo gel­ernt hat. Von Bour­ba­ki wis­sen wir, dass Math­e­matik im Kern die Lehre von den Struk­turen ist. Aus­rech­nun­gen sind ein biss­chen anrüchig und physikalis­che Anwen­dun­gen ohnedies nur eine Frage der Skalierung, Zehn­er­poten­zen hin oder her. Dass es um die Struk­tur geht, welche die Real­ität aus­macht und der sich Aus­rech­nun­gen gerne fügen, wis­sen wir auch aus der imponieren­den Erfol­gs­geschichte des Kom­mu­nis­mus (euphemistisch „Sozial­is­mus“ genan­nt). Erich Bor­baeck­er pflegte eben­falls zum Plan­soll immer wieder zu sagen „Und das alles ist aus­gerech­net“. Da fällt mir ein: „Auf­bruch­stim­mung“ (sie wurde dem grü­nen Ereig­nis zugeschrieben) zeigen manch­mal auch Pick­el oder Geschwüre. Was bedeutet das nun wieder?

  11. “Deswe­gen fungiert das Netz als Speicher.”

    Frau Baer­bock hat deswe­gen sich­er auch sämtliche Steck­dosen in ihrer Woh­nung zugestöpselt, damit der Strom nicht unge­wollt raus­fließen kann.

    • Sie stellt wohl eher Eimer unter ihre Steck­dosen, damit sie später noch etwas kosten­lose Energie zum Social-Net­worken hat. ;-P

  12. Nach dem rot einge­färbten Zitat “Deswe­gen fungiert das Netz als Spe­ich­er. Und das ist alles aus­gerech­net.” geht es in dem Inter­view­text weit­er mit “Ich habe irgend­wie keine wirk­liche Lust, mir ger­ade mit den poli­tis­chen Akteuren, die das bess­er wis­sen, zu sagen, das kann nicht funk­tion­ieren.” Es ist zwar nicht ganz klar, was dieser Satz aus­sagen soll, er scheint mir aber darauf hinzudeuten, daß schon ein­mal jemand der Dame zu erk­lären ver­sucht hat, was für ein hanebüch­en­er Unsinn “das Netz als Spe­ich­er” ist, sie aber fest entschlossen ist, es bess­er zu wis­sen. Das würde dann in das für pseudowis­senschaftliche Cranks und Crack­pots typ­is­che Ver­hal­tensreper­toire gehören.

  13. Na ja, Herr Letsch, nun sind Sie mal nicht so streng. Wir wis­sen doch spätestens seit dem grü­nen Kli­maer­wär­mungs­man­tra und allen fehlgeschla­ge­nen Com­put­er­berech­nun­gen, dass links der Mitte alles wun­der­sam funk­tion­iert und zusam­men­passt. Die fehlgeschla­ge­nen Com­put­er­berech­nun­gen beziehen sich auf die let­zten Win­ter, die nicht nur durch­schnit­tlich, son­dern beson­ders kalt waren. Darauf hat­ten die grü­nen Komik­er ja auch ne klasse Antwort: es wird käl­ter weil es eine Kli­maer­wär­mung gibt. Siehe links-grünes Mantrage­bets­buch SZ: http://www.sueddeutsche.de/wissen/klimaforschung-eisige-kaelte-und-klimawandel-sind-kein-widerspruch‑1.3332322

  14. “Deshalb auch mein Tipp an alle Ver­schwörungs­the­o­retik­er, die dun­kle oder aus­ländis­che Mächte in Deutsch­land am Werk sehen: vergesst es! Was hier wirk­lich am Werke ist, hört auf den Namen Dummheit.”

    Habs ver­nom­men.
    Aber bei A.Merkel und ihrem ange­blich nicht durzuführen­den Gren­zschutz bin ich mir nicht so sicher.
    Kann eine ange­bliche Physik­erin tat­säch­lich so dumm sein?
    Oder wird man in ein paar Jahren in den Zeitun­gen lesen können:
    “Sie war aus­ge­bildete Trak­toristin und Melk­erin, die dann von Erich Mielke per­sön­lich den Lebenslauf ein­er Wis­senschaft­lerin auf den Leib geschrieben bekam…”

  15. Nun aber bitte! Die Frau hat immer­hin zwei Kinder in die Welt geset­zt (=> zukün­ftige Rentenzahler).

    Weit­ere Leis­tun­gen, ger­ade solche geistiger Natur, von ihr zu erwarten, wäre ein­fach zuviel ver­langt (=> vorher friert die Hölle zu).

    Roger, neben­bei bemerkt, HM Broder hat bere­its das Copy­right für den Begriff “gen­uin dumm” in Beschlag (=> Frau Kader).

    Die Grü­nen, das Sam­mel­beck­en des poli­tis­chen Irrsinns. Real­itätsver­weiger­er, oder, anders aus­ge­drückt: Wahnsin­nige (=> mehrere Schrauben locker).

    • Kinder in die Welt set­zen ist ein­fach. Kinder zu mit­denk­enden, pro­duk­tiv­en (die nicht gle­ich nach dem Studi­um in die Poli­tik gehen) Bürg­ern zu erziehen etwas schwerer.

  16. Kinder­lied: “An mein­er Ziege hab’ ich Freude, ist ein wun­der­schönes Tier: Haare hat sie wie von Sei­de, Hörn­er hat sie wie ein Sti­er. Meck, meck, meck, meck, meck meck, meck, meck …!”

  17. Sehr erhel­lend auch ein Punkt der Frages­tunde an Her­rn Habeck im Rah­men sein­er Kandidatur:

    Auf die Frage, ob er bere­it sei, für das Parteipro­gramm die Auswirkun­gen von Hochfre­quen­zs­trahlung (Mobil­funkstrahlung) auf Gesund­heit und Umwelt zu the­ma­tisieren, antwortet er wie folgt:
    “[…] Nun ist es aber so, und das ist ja kein Geheim­nis, dass unsere Partei immer die Nase im Wind hat­te, wo Gefahren lauern, die vorher noch nie­mand gese­hen hat. […] Es gehört zur Tra­di­tion dieser Partei, neue Gefahren her­auszufind­en und sie zu definieren.” Direkt im Anschluss nen­nt er als Beispiel Glyphosat. “Und ja, selb­stver­ständlich” (werde er sie thematisieren).

    Klar­text: Spezial­ität der Grü­nen ist es also, neue Gefahren zu erfind­en (her­auszufind­en) und zu ver­mark­ten (definieren). Hat bish­er auch pri­ma geklappt: Atom­kraft, FCKW, CO2, Stick­ox­ide, Fein­stau, Glyphosat — Ein Best­seller nach dem anderen wurde uns aus der grü­nen Kreativschmiede serviert. Nun also der Aluhut gegen die Handys­trahlung? Oder gle­ich Nägel mit Köpfen und die Mobil­funknet­ze kom­plett abschal­ten? Das wäre mal wirk­lich zu schön, um wahr zu sein, denn dass würde in Grü­nen endlich unter die 5% stampfen. Wird aber nicht kom­men. Denn hier wäre dann die Auswirkung eines dum­men Aktion­is­mus unmit­tel­bar bei einem selb­st spür­bar. Und What­sApp-Verzicht würde wohl selb­st ure­igen­ste Klien­tel nicht mitmachen.

    Frage: https://youtu.be/IPtdyH8v9MM?t=13m44s
    Antwort: https://youtu.be/IPtdyH8v9MM?t=17m48s
    Hochfre­quen­zs­trahlung: https://www.bfs.de/DE/themen/emf/hff/einfuehrung/einfuehrung.html

  18. Also ich finde aber, dass Sie uns Grü­nen jet­zt aber dolle Unrecht tun. Das möcht­en wir nicht mögen. Wir müssen den Men­schen sagen: Strom! Ja! Aber auch Ver­ant­wor­tung. Wir möcht­en für unsere Kinder eine Zukun­ft mögen, die sagt “Freude”, die sagt “Tiere”, die sagt “Nach­haltigkeit”. Deshalb kämpfen wir Grü­nen für Kli­ma, für ein Land ohne Patri­o­tismus, aber mit Inklu­sion, damit sich alle Men­schen, ob homo- oder het­ero­sex­uell, wohlfühlen mögen wür­den. Und Frauen!

    • 😀
      Btw: wem heute der Tag schon ver­saut ist, der höre und sehe die Bewer­bungsrede von Robert Habeck und achte auf die ersten Minuten. Nicht auf das phrasige Geschwafel von der “Lücke zwis­chen Sys­tem und Men­sch”, auf solche For­mulierun­gen kann nur ein Dialek­tik­er mit ein­er Über­do­sis Marx und Sartre kom­men, son­dern auf das, was Habeck darüber schwadroniert, was “ger­ade in Deutsch­land passiert”. Er glaubt, die Grün­dungs­geschichte der Grü­nen wieder­hole sich, dabei erzählt er eigentlich von der Entste­hung der AfD. Ich hab mal an dieses Stelle vorgezappt.
      https://youtu.be/hNP4zqIv-ng?t=1m16s

      • Und um die zere­brale Befind­lichkeit dieser sich Partei nen­nen­den Zusam­men­rot­tung von Traumtänz­ern auch präzise einord­nen zu kön­nen, sollte man sich immer verge­gen­wär­ti­gen, dass das Ges­pann Annabert Role­na Baer­beck-Habock deren ‘REALO’-Flügel zuge­ord­net wird!
        Die word cloud der Fun­di-Frak­tion stellt sich ja noch erhe­blich bizarrer dar: Die per­son­al­isierte Mensch-System-Lücke.

        • Aber es gab doch auch mal Ökosozial­is­ten als drittes Grünzün­glein an der Waage, ZetaOri. Wenn man sich den Habeck ansieht (länger als zwei Minuten ist es mir nicht möglich, par­don), drängt sich der Gedanke auf, auch wegen der Habeckschen Hand­be­we­gun­gen, die etwas vom mahlen­den Schick­salsstrom und ja dem Kos­mos haben!, dass es bei dem “Neuen, das noch keinen Umriss hat und keine Gestalt, und keinen Begriff!, das aber kommt!” usw. usf., also dass es da wieder um die aufer­ste­hende Frak­tion der Ökosozial­is­ten geht. Oder um noch mehr. Vielle­icht um das ulti­mate Mehr. Oder um Alles.
          Boah.

  19. Ich hab es nicht gehört, das Inter­view, nur gele­sen. War so schmerzhaft, dass ich den Besuch im SADOMASO- STUDIO für diesen Monat absagen musste.
    Und danach auf PHOENIX ihre Bewer­bungsrede zum Grünin­nen­vor­sitz: Eine einzige Schreierei!
    Tut mir leid SVETLANA, ich kann erst nach der Som­mer­son­nwende wieder. Wenn überhaupt.

  20. Lieber Herr Letsch,
    ich habe das Inter­view life gehört und fand die Dame schon zu dem Zeit­punkt sehr ide­ol­o­gisch. Eigentlich wirft sie nur mit Sprüchen um sich. Sub­stanz kon­nte ich nicht feststellen.
    Mir scheint, sie glaubt tat­säch­lich jedes Wort von dem, was sie von sich gibt und ist voll und ganz überzeugt eine wirk­liche Kli­ma­ex­per­tin zu sein.
    Nun ja. Sollen die GrünIn­nen glück­lich mit ihrer neuen Vor­sitzen­den wer­den. Schlim­mer als Frau Peter kann es ja kaum werden.

  21. OMG habe mir das wirk­lich ange­tan und das gele­sen. Die Dame kann ja nicht mal richtig Deutsch. Alles voll mit hohlen Füll­wörtern. Beson­ders gerne mag sie das Wort ‘auch’.
    Aber was sol­l’s im Bezug auf die Aus­drucks­fähigkeit im Deutschen kann es nach der GröKaZ nur bess­er werden.

  22. Es ist lei­der so, dass aus­gerech­net die Dum­men, die Psy­ch­pa­then, sich an der Macht tum­meln. Die grüne “Spe­icher­partei” ist hier ein her­aus­ra­gen­des Beispiel.
    Aber lei­der wird sich hier nichts ändern, denn: der KLÚGERE gibt nach. Deshalb, gefährlich ist es, wen­nDumme fleis­sig werden.

  23. Moin moin Herr Letsch, schön wieder von Ihnen zu hören (lesen). Mit dieser Frau hat man die Baerböckin*zur Gärt­ner­in* gemacht. Ist die wirk­lich so däm­lich oder spielt die das nur? Man ist ja von den Grünin­nen und Grü­nen eine Menge Schwachsinn gewöh­nt, aber dabei fliegt dem Reak­tor das Con­tain­ment weg. Glaubt die wirk­lich, die Bürg­er sind so bek­loppt und nehmen denen auch nur ein einziges Wort ab?

    Mögen Gott und die Wäh­ler ver­hüten, dass so was an die Macht kommt. Frei nach Had­mut Danisch: ” Wer wählt so was”.

    Danke für Ihren unter­halt­samen Beitrag, man kön­nte sich kringeln, wenn es nicht so ernst wäre.

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