„Amer­i­c­as short term is the world’s long term.“
(Dou­glas Murray*)

Die let­zte Woche vor der Präsi­dentschaftswahl in den USA bricht an und zum let­zten Mal bitte ich meine Leser zu diesem The­ma um Aufmerk­samkeit und Geduld. Nach­dem ich einige der Vorgänge beleuchtet hat­te, die für die Wahl bes­tim­mend sein kön­nen und die „Okto­ber-Über­raschun­gen“ bei­der Parteien noch dazu, möchte ich mich heute mal an die Glaskugel set­zen und skizzieren, wie sich ein unter­stellt klar­er Wahlsieg entwed­er Bidens oder Trumps auf die Zukun­ft auswirken würde. Für wie wahrschein­lich ich einen klaren Wahlsieg halte, sei mal dahingestellt, denn natür­lich kann es auch sein, dass ein Patt dafür sorgt, dass das Elec­toral Col­lege nicht zusam­men­treten kann und der Supreme Court den Kongress beauf­tragt, einen Präsi­den­ten zu ernennen.

Für den Moment nehmen wir aber mal an, dass eine der bei­den Parteien mit ihrer Prog­nose richtig liegt und im Jan­u­ar 2021 entwed­er Biden oder Trump den Amt­seid leis­ten wird. Größte Unsicher­heit in bei­den Fällen: die Zusam­menset­zung von Repräsen­tan­ten­haus und Sen­at. Auch hier werde ich vere­in­fachen und in bei­den Fällen davon aus­ge­hen, dass der zukün­ftige Präsi­dent bei­de in der Tasche hat, ungeachtet der Tat­sache, dass die Real­ität hier schon etwas kom­plex­er sein wird. Doch die Vek­toren, die an den bei­den Spitzenkan­di­dat­en zer­ren, sind recht klar erkennbar und geben den Szenar­ien eine gewisse Plau­si­bil­ität. Natür­lich kann ich nur in meine Betra­ch­tun­gen ein­beziehen, was es irgend­wie auf mein Radar geschafft hat und ich kann auch total daneben liegen. Nehmen Sie meine Vorher­sagen also bitte cum gra­no salis.

Ich werde mich hüten, Wet­ten auf den Aus­gang der Wahl oder die dadurch in Gang geset­zten Ereignisse abzuschließen, selb­st wenn es mir in den Fin­gern juckt und ich natür­lich so meine Ver­mu­tung habe. Doch ich möchte für einen Moment all die wider­sprüch­lichen Sig­nale aus­blenden, Bidens Führung in den Umfra­gen der großen Net­works, den Enthu­si­as­mus der Trump-Wäh­ler, das „Note­book-Gate“ mit seinen unap­peti­tlichen und kor­rup­tion­s­ge­lade­nen Details und die Tat­sache, dass Biden seine Kam­pagne prak­tisch bere­its acht Tage vor der Wahl been­det hat. Wir sprin­gen direkt in den Jan­u­ar 2021 und zur Inau­gu­ra­tion. Und keine Bange: der direk­te Bezug, den die US-Wahl für uns hier in Europa und Deutsch­land hat, wird schnell sicht­bar werden.

Ein Sieg von Donald J. Trump

Die extrem­istis­che Linke wird nicht lange brauchen, um bei ihren „Protesten“ nochmal einige Gänge hochzuschal­ten. Die Polizei in New York und anderen großen Städten bere­it­et sich bere­its auf die ver­stärk­te Bedro­hungslage vor. Die Wut von BLM und Antifa wird sich in ein­er Weise ent­laden, die ich mir lieber nicht vorstellen möchte – ganz zu schweigen von den vor Tik­Tok-Kam­eras kol­la­bieren­den Teenagern in ihren Zwanzigern. Die entschei­dende Frage ist, ob die Bürg­er­meis­ter und Gou­verneure die Aus­sicht auf weit­ere vier Jahre Unruhen und ver­wüstete Innen­städte in Kauf nehmen wür­den, nur um weit­er­hin zu ver­suchen, Trump dafür ver­ant­wortlich zu machen – und ob die Medi­en weit­er­hin mit­spie­len wer­den, ist eben­falls unklar. Hun­dert Tage Wahlkampf sind das eine, eine anste­hende Bürg­er­meis­ter- oder Gou­verneur­swahl etwas ganz anderes.

Einige Köpfe in der Admin­is­tra­tion wer­den wohl rollen. Christo­pher Wray zum Beispiel, der Direk­tor des FBI, der erk­lären muss, warum sein­er Behörde die Dat­en aus dem Lap­top von Hunter Biden zwar seit einem Jahr vor­liegen, dort aber nichts unter­nom­men wurde. Eben­so „unerk­lär­lich“ ist die Tat­sache, dass das FBI so schwach bis gar nicht auf das Erstarken der Antifa und deren Ter­ror­isierung zahlre­ich­er Städte reagierte. Das zulet­zt einge­führte „Deputis­ing“, bei dem Bun­de­spolizei der Polizei zum Beispiel in Port­land qua­si als „Hil­f­spolizei“ zur Seite stand und Bun­desrecht in Anwen­dung brachte, wenn die lokalen Staat­san­waltschaften Plün­der­er und Brand­s­tifter auf Befehl ihrer Staat­sregierung ein­fach wieder auf freien Fuß set­zten, kann ja nur als Notlö­sung betra­chtet wer­den, weil die Rechtsstruk­turen von demokratis­chen Regierun­gen absichtlich geschwächt und gelähmt wur­den. Sobald Brand­s­tiftung, Plün­derung, Kör­per­ver­let­zung oder Sachbeschädi­gung wieder strafrechtlich ver­fol­gt wer­den, enden auch die rechts­freien Räume, in welche Antifa und aus dem Rud­er gelaufene BLM-Proteste vorgestoßen sind.

Bere­its im August 2020 entsch­ied Trump, die staatliche Förderung von Kursen gemäß der soge­nan­nten „Crit­i­cal Race The­o­ry“ kom­plett einzustellen. Diesen Weg wird er wohl weit­er gehen, was den um sich greifend­en „Iden­ti­ty Pol­i­tics“ das Wass­er abgraben wird. Am leicht­esten geht dies, indem man die Ver­fechter dieses Opfer­grup­pen­stolzes beim Wort nimmt, wie unlängst an der Uni­ver­sität Prince­ton geschehen: man nimmt sie wörtlich! Zudem beste­ht die Hoff­nung, dass ein klar­er Sieg Trumps ein klares Sig­nal an alle vere­in­nahmten Min­der­heit­en und Eth­nien ist, sich von der „Plan­tage der Demokrat­en“ zu lösen, die ihnen seit Jahrzehn­ten sagen, was sie denken, tun und wählen dür­fen – und was nicht, weil sie black/hispanic/gay oder son­st was sind.

Und da sind noch zwei Pro­jek­te, die sich als weitaus dickere Bret­ter erweisen kön­nen: die Zäh­mung der „Big Tech“ Konz­erne Google, Face­book und Twit­ter und die Reg­u­lar­ien rund um die Ernen­nung von Bun­desrichtern. Für let­ztere wäre es wohl ein äußerst ver­söh­nen­des Pro­jekt, endlich den Oba­ma-Fehler von 2013 rück­gängig zu machen, die ein­fache Sen­atsmehrheit abzuschaf­fen und die vor­ma­lig nötige 60-Stim­men-Mehrheit wieder einzuführen – ver­bun­den mit ein­er verbindlichen Begren­zung der Richter­sitze auf neun. Ger­ade weil sich eine repub­likanis­che Sen­atsmehrheit dadurch selb­st der Möglichkeit beraubte, Richter kün­ftig ein­fach so durchzuwinken. Die Hand über den Graben wäre aus­gestreckt und die Basis für Sachentschei­dun­gen statt Parteipoli­tik bei der Ernen­nung von Bun­desrichtern gelegt. Durch eine fix­ierte Anzahl der Sitze am Supreme Court bliebe diesem Ver­fas­sung­sor­gan die ange­dro­hte Umwand­lung in ein Abbild der leg­isla­tiv­en Lage erspart.

Die Zäh­mung der wider­spen­sti­gen Tech-Riesen hinge­gen kön­nte eine Sisy­phus-Arbeit wer­den, denn mit dem Kartell­recht wird man da kaum etwas erre­ichen. Was nützen den Kun­den viele kleine regionale Face­books und Twit­ters, die dann doch immer noch massen­haft und mit Schlag­seite löschen, sper­ren und ban­nen kön­nen? Die Beto­nung der Rolle als Plat­tform ist hier nötig, sowie auch schnelle, empfind­liche Strafen, wenn beispiel­sweise Face­book als Pub­lish­er auftritt, indem es Inhalte löscht oder Benutzer aussper­rt. Dieser Kampf kann nur von den Kon­ser­v­a­tiv­en geführt wer­den, denn die Demokrat­en sind ja nicht von Sper­rung und Zen­sur betrof­fen – zumin­d­est nicht wesentlich.

„We going to lose. And by “we” I mean the amer­i­can people.“
(Bret Weinstein*)

Ein Sieg von Joe R. Biden

Weil diese Wahl eigentlich nur eine für oder gegen Trump ist, würde Biden selb­st nach einem Sieg nicht wie ein Sieger wirken. Er ist ein im dop­pel­ten Wortsinn wan­del­ndes Versprechen, das eigentlich ein zutief­st kon­ser­v­a­tives ist: zurück in die gute alte Zeit, zurück zur Nor­mal­ität der Oba­ma-Jahre. Doch lei­der hat sich die Lage seit­dem stark verän­dert. Nach dem Tod von Michael Brown und den Unruhen in Fer­gu­son schick­te Oba­ma noch die Nation­al­gar­de – nach­dem der Gou­verneur von Mis­souri darum gebeten hat­te. Die Unruhen der let­zten 120 Tage in Port­land, Seat­tle, Kenosha, Chica­go und an vie­len anderen Orten erhiel­ten durch das Ver­hal­ten der lokalen Behör­den und deren Weigerung, föderale Hil­fe anzu­fordern, eine indi­rek­te Legitimierung.

Nach dem Ende der Trump-Regierung hät­ten BLM, Antifa und andere radikale Kräfte also Grund zur Annahme, dass ihre „Proteste“ erfol­gre­ich waren und die Regierung Biden ihnen nun alles gibt, was sie fordern. Gewalt als Argu­ment wäre de fac­to legit­im gewor­den und wenn man in diesen Kreisen Biden auch sich­er nicht liebt, so kni­eten er und die Demokrat­en doch effek­tvoll und mit knirschen­den Gelenken vor dem Zeit(un)geist – warum also nicht noch ein biss­chen mehr fordern? Und dann noch mehr! Repa­ra­tio­nen, Rück­gabe von „gestohlen­em Land“, eine neue Hymne, offene Seg­re­ga­tion und „PoC Only Straßen“, Verpflich­t­ende Kurse zur „Crit­i­cal Race The­o­ry“ und Umerziehungslager für ver­meintliche Ras­sis­ten, Uni­ver­sitäten nur für PoC, ein wün­schdirwas, ein hegamehsches „Allen Alles“! Ein Sys­tem zur Denun­zi­a­tion ver­meintlich ras­sis­tis­chen Ver­hal­tens hat man ja bere­its einge­führt – sowas ist mit staatlich­er Unter­stützung aus­baufähig. Der gewalt­same „Protest“ würde so alltäglich wer­den wie die Angst, den selb­ster­nan­nten Gerechtigkeit­sak­tivis­ten in den Arm zu fall­en – zumal „Defund The Police“ eine der zen­tralen Forderun­gen der Protestler ist. Nicht dass man die Polizei abschaf­fen will – man möchte selb­st die Polizei sein. Eine Moral-Polizei, die nach den Prinzip­i­en der Iden­ti­ty Pol­i­tics und der „Crit­i­cal Race The­o­ry“ arbeitet.

Das alles lässt sich ohne rechtliche Absicherung nicht durch­set­zen. Doch solche Geset­ze wür­den spätestens im Supreme Court mit sein­er kon­ser­v­a­tiv­en Majorität scheit­ern – und es darf auch stark bezweifelt wer­den, dass die drei ver­meintlich pro­gres­siv­en Richter des Supreme Court sich für der­lei Rev­o­lu­tio­nen und Ver­fas­sungs­brüche hergeben wür­den. Hier würde wohl das geschehen, was Biden und Har­ris seit Wochen nicht klar sagen möcht­en: Es wer­den ein­fach so viele Richter ernan­nt, bis im Ver­fas­sungs­gericht genü­gend grüne Lam­p­en bren­nen. Har­ris Andeu­tung, ihre Pläne lägen „beyond pack­ing the court“, deuteten dies bere­its an. Mit einem solchen Gericht lassen sich auch all die anderen Pro­jek­te aus dem sozial­is­tis­chen Can­dy-Land verwirklichen.

Eine Wahlrecht­sän­derung, die das Elec­toral Col­lege abschafft und die Gewich­tung weg von den Bun­desstaat­en hin zu den bevölkerungsre­ichen woke-demokratis­chen Superzen­tren schwingt, was uns dem Extra3-Traum von der ewigen Regierung der Demokratis­chen Partei und Win­drädern von Ostküste bis West­küste einen großen Schritt näher brächte. Der Green New Deal, das Ende der Ölin­dus­trie, kosten­los­es (und deshalb unbezahlbar wie kraft­los­es) Gesund­heitssys­tem, Gren­zöff­nung und Abschaf­fung jed­er Gren­zsicherung, am Ende volle Bürg­er­rechte für jeden, der einen Fuß auf amerikanis­chen Boden set­zt und schließlich der „Great Reset“ nach den Plä­nen des World Eco­nom­ic Forum, mit der Abschaf­fung des Kap­i­tal­is­mus und dem Endziel „One World“ mit „One Gov­ern­ment“, das die Welt ein­teilt in zu fördernde Grup­pen-Entitäten mit neuen Priv­i­legien und den ver­dammten Rest der ehe­mals durch die Früchte ihrer Arbeit Priv­i­legierten, denn irgendw­er muss die Repa­ra­tio­nen ja erwirtschaften, die dann reich­lich und in alle unter­drück­ten Winkel der Gesellschaft der Opfer­grup­pen fließen.

Ich übertreibe natür­lich etwas und so weit in die Zukun­ft zu blick­en will schon deshalb schw­er­fall­en, weil nie­mand weiß, wie lange die stre­i­t­en­den Kräfte noch an Joe Biden zer­ren wer­den, bevor dieser durch Kamala Har­ris erset­zt wer­den muss. Deren Begeg­nung mit der Macht stelle ich mir indes ähn­lich fürchter­lich vor, wie die Gal­adriels mit dem „Einen Ring“. Tolkiens Elfenköni­gin war so klug, den Ring nicht zu ergreifen — bei Kamala Har­ris wäre ich mir da nicht so sicher.

Für kri­tis­che Blog­ger wäre eine Präsi­dentschaft Bidens zwar uner­freulich, aber alles in allem eine span­nende, the­men­re­iche Zeit. Mit dem kleinen Makel, dass es in dieser „One World“ Dystopie keinen Ort mehr geben kann, an den man sich ins Exil begeben kön­nte, wenn die Zen­sur­maß­nah­men und das Schön­schreiben der Lage durch die Medi­en oder der gesellschaftliche Gle­ich­schal­tungs- und Ver­fol­gungs­druck nicht nur in Europa, son­dern auch in den USA zu stark wer­den. Wenn alles „drin“ ist, gibt es kein „draußen“ mehr. Wo alles inkludiert ist, kann man sich nicht mehr exk­ludieren. Kein hier, kein dort, kein Abschieben, kein Ein­wan­dern, kein Auswan­dern, kein Entkom­men. Eine “per­fek­te” Welt im Sinne von Aldous Hux­leys “Schöne neue Welt”.

Was wird aus CNN, MSNBC, Spiegel, Washington Post und Co?

Es gibt allerd­ings eine Klien­tel, die nach der Wahl auf jeden Fall ver­loren sein wird, ganz egal, wie sie aus­ge­hen mag: die Main­stream-Presse. Warf sie sich im „End­spiel“ noch wie ein Mann auf Trump, um ihn allein zu besiegen, während Joe Biden im Keller auf besseres Wet­ter wartete, gin­ge ihnen im Falle eines Biden-Sieges das Liebling­sob­jekt all ihrer Pro­jek­tio­nen und Gesin­nungsstückchen verloren.

Natür­lich kön­nte ein Kei­th Olber­man in sein­er char­man­ten Art, die direkt der McCarthy-Ära zu entstam­men scheint, immer noch eine Weile fluchen und fordern, Trump und seine „Enabler“ müssten zur Ver­ant­wor­tung gezo­gen wer­den, indem man „…die Bill Barrs, die Mike Pences, die Kyle Rit­ten­hous­es und die Amy Cony Bar­rets aus der Gesellschaft ausstoße und ver­nichte“.

Es kön­nen auch nach dem Vor­bild Südafrikas „Rec­on­cil­i­a­tion Com­mis­sion“ , also „Ver­söh­nungskom­mis­sio­nen“ ein­gerichtet wer­den, zum Beispiel mit den kom­pe­ten­ten Medi­en­hin­rich­terin­nen aus “The View”, was wohl auf das­selbe jakobinis­che Autodafé hin­aus­liefe. Aber alles kurzfristige Zetern und Feiern ändert nichts an der Tat­sache, dass all die TV-Sender und all die wok­en amerikanis­chen Zeitun­gen, bei denen Spiegel, ZEIT und Süd­deutsche abschreiben, seit vier Jahren im Grunde nur ein einziges The­ma hat­ten: Trump von früh bis spät. Doch der ist dann ein­fach nur noch ein Typ mit fraglichen Manieren, der sein Hand­i­cap in seinem Golf-Ressort in Schot­t­land verbessert und nicht mehr greif­bar sein, nicht mehr absichtlich missver­standen wer­den und nicht mehr seman­tisch inter­pretiert wer­den kann.

Wird man sich dann stattdessen doch endlich mit all den jour­nal­is­tis­chen Her­aus­forderun­gen beschäfti­gen, zu denen die Aktiv­itäten der Fam­i­lie Biden ein­laden? Wohl kaum, denn das hat man ja abgelehnt wie Thomas Rid ger­ade in der Wash­ing­ton Post, wo er schrieb: „Wir müssen die „Hunter Biden Leaks“ so behan­deln, als wären sie die Oper­a­tion eines aus­ländis­chen Geheim­di­en­stes — auch wenn dies wahrschein­lich nicht der Fall ist.“ Man kann in einem hal­ben Jahr nicht ohne kom­plet­ten Gesichtsver­lust glaub­haft die Brille wechseln.

Sollte Trump vom Wäh­ler jedoch für weit­ere vier Jahre im Amt bestätigt wer­den, ste­ht die Presse erst recht besiegt und blamiert da, denn das wäre dann ja schon die zweite totale Fehlein­schätzung. Und nicht vergessen: es war nicht der sich im Keller ver­steck­ende Biden, der die Kam­pagne gegen Trump ange­führt hat – es waren jene Medi­en, die ihre let­zte Nieder­lage aus dem Jahr 2016 noch nicht verkraftet haben.

* Die Zitate von Dou­glas Mur­ray und Bret Wein­stein stam­men aus diesem zwar lan­gen, aber sehenswertem Dialog.

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9 Kommentare

  1. Wenn Ameri­ka nießt, hat Europa Grippe. Dieser Spruch aus dem Ende des let­zten Jahrhun­derts ist noch genau so gültig. Vergessen wird bei all den Analy­sen, dass Amerikas Bürg­er in ihren Kom­munen meist selb­st Hand anle­gen. Haus­frauen die Schul­busse fahren, Väter die Sport unter­richt­en und Sher­iff und Richter sind von Bürg­ern gewählt und nicht von Min­is­te­rien ernan­nt. Dazu kommt noch das Recht Waf­fen zu besitzen. Waf­fen Verkäufe haben sich vervielfacht, man bere­it­et sich vor. Glob­al­is­ten haben in den ländlichen Gegen­den keine Chance und eine Flucht von Fam­i­lien aus den Metropolen ist bere­its in vollem Gang.(auch aus linken Staat­en der USA). Ohne eine fleißige arbei­t­ende Mit­telschicht ist eine Metro­ple beste­hend aus Banken und Slum-gür­tel nicht lebens­fähig. Sollte es zu größeren Unruhen kom­men, wird wie bei uns der Riss zwis­chen Land und Stadt verlaufen.
    Immer mehr Geschäfts Fil­ialen in Protest Städten machen zu, die Städte ver­lieren nor­male Bürg­er. Trump denkt nation­al und die koser­v­a­tiv­en Bürg­er wer­den Ihn wählen. Ist schon Ameri­ka mit nur ein­er koser­v­a­tiv­en Partei ver­schnupft, sind wir Bürg­er in Deutsch­land gän­zlich in sozial­is­tis­chem Fieber. Wo ist noch eine kon­ser­v­a­tive bürg­er­liche Partei? Wo ist eine Witschaftspartei? Näch­stes Jahr haben wir nur die Wahl zwis­chen sozial­is­tis­chen Parteien. Da haben es die Amerikan­er bess­er, und wenn es auch nur ein Trump ist.

  2. Ich will auch gar nicht so sehr spekulieren. Wahrschein­lich gewin­nt Biden. Und Trump. So genau weiß man das natür­lich nicht, weil die Hälfte der Briefwahlun­ter­la­gen in einem Teich in Min­neso­ta wiederge­fun­den wird. Gefühlt haben bei­de gewon­nen. Der eine ist Sieger der Herzen, der andere Sieger der Her­zlosen. Wer wer ist, müssen die Umfra­gen von CNN und Bre­it­bart noch unter sich aus machen. 

    Das chro­nisch flack­ernde, aber ökol­o­gisch wertvolle, Strom­netz in Kali­fornien ist jeden­falls in der Wahlnacht aus­ge­fall­en. Auch eine Woche später sind die Ergeb­nisse noch nicht klar. Jeden­falls hat Jack Dorsey und Mark Zucker­berg gegenüber CNN betont, dass Strom aus Mar­i­hua­na sich­er sei und die Recht­en mit ihrer Elek­tros­ab­o­tage die Serv­er lahm legten, um die Deu­tung­shoheit zu gewin­nen. CNN demen­tiert, weiß aber noch nicht was. Men­schen, die coro­n­abe­d­ingt nicht an einem amerikanis­chen Flughafen fest­sitzen, erfuhren von den Inter­views und dem Demen­ti durch ABC und BBC. ARD sendet einen Bren­npunkt darüber, dass die sozialen Medi­en wieder lügen, aber v.a. Trump.

    Die Drug Lords rüsten der­weil zum Kampf. “Black Lives Mat­ter” und das autonome Kollek­tiv “NoB­abe­sPinkQueer+” haben ein Camp errichtet. Die benach­barten “Guns and Bikes” lassen sich davon nicht ein­schüchtern. Die haben Bärte, Ban­danas und Dosen für min­destens ein halbes Jahr. Mehr kann man aber zu diesem Zeit­punkt wirk­lich nicht sagen.

    • Nett geschrieben, Ben­Nur eins ist mir nicht klar: Welch­er ist der Präsi­dent der Herzen und welch­er jen­er der Herzlosen?

  3. Die USA sind mir mit­tler­weile so tief gle­ichgültig wie Deutsch­land. Tja! Bestellt — geliefert. Für mich einen Gin und Tonic.

  4. Wenn Trump gewin­nt, wer­den die regierungsamtlichen Medi­en hyper­ven­tilieren: Ver­rat, Spi­onage, Fälschung, Impeache­ment… Wie vor vier Jahren. Die Jour­nal­is­ten von SPIEGEL, SZ, ARD, offen­bar auch jene von Wash­ing­ton Post und CNN, sind ein­fach zu stark ide­ol­o­gisch indok­triniert, um zu begreifen, daß das amerikanis­che Volk mehrheitlich wohl doch keinen Sozial­is­mus will. Wenn Biden gewin­nt (für mich als Mark­twirtschaftler ein Alb­traum) wird‘s nicht viel anders sein: Trump war ein „Unfall“, die Zeit der Schande, des „Ras­sis­mus“ und der Unberechen­barkeit ist vor­bei: Mit dem jugendlichen Helden Biden und sein­er dem Marx­is­mus und dem Fem­i­nis­mus zuge­wandten Ama­zone Har­ris kann‘s nun Voll­dampf in Rich­tung Sozial­is­mus gehen: „Green Deal“ (sprich: Demon­tage der tra­di­tionellen Indus­trie, Zer­störung der Energieba­sis des Lan­des), höhere Steuern, Zwangsver­sicherun­gen im Gesund­heitssys­tem, jubel­nde mexikanis­che Drogendealer.…Wenn es denn so kom­men sollte, haben es — sor­ry- die Amerikan­er nicht anders ver­di­ent. Zumin­d­est die Hälfte von ihnen.

  5. Wirk­lich gut erscheint mir einzig die Möglichkeit, das Trump mit einem mas­siv­en Durch­marsch bei schwarzen Wäh­lern (und His­pan­ics etc. ) gewin­nt. Das würde den “Race Hus­tlern” bei den Democ­rats und in den Medi­en deut­lich den Wind aus den Segeln nehmen und vor allem dem Rest wieder mehr Mut ver­lei­hen, um gegen den neuen “Lib­er­al Racism” anzugehen.

  6. Es sind in der Tat zwei beängsti­gende Dystopi­en, die hier ‑wie immer- präzise und ernüchternd klar dargestellt wer­den – muss wohl an der Glaskugel liegen… (für einen Bezugsh­in­weis wäre ich dankbar :).
    Die »vor Tik­Tok-Kam­eras kol­la­bie­ren­den Teen­ager in ihren Zwan­zi­gern«, sowie die zu erwartenden Reak­tio­nen der Main­streamme­di­en lassen indes kaum auf Besserung hof­fen – egal wer die Wahl gewin­nt. Apro­pos “Wahl gewin­nt”, gibt es eigentlich einen Unter­schied zwis­chen “Wahl gewin­nen” und “gewählt werden”?

  7. “Ich übertreibe natür­lich etwas .….”
    Nö, Ihre Beschrei­bung trifft den Sachver­halt schon ziem­lich genau, einzig die Medi­en wer­den nicht ver­lieren, son­dern weit­er­hin die Sprachrohre der neuen und alten Jakobin­er sein. Gewin­nt Trump, wird man zur Rev­o­lu­tion rufen, gewin­nt Biden, wird man zum neuen Hex­en­ham­mer der kom­menden Inquisition.

  8. Oh je, alles in allem, nicht wirk­lich gute Aus­sicht­en. Denn obwohl die vorgestell­ten Szenar­ien hypo­thetisch sind, ist doch ein (Wahl)Ausgang zwin­gend. Gle­ich auch, ob inter­ve­niert, bet­ro­gen oder son­st was …
    Wie schrieb Danisch? Leute kauft nicht Klopa­pi­er, son­dern Kartof­fechips, die kom­menden Wochen wer­den span­nend (und unter­halt­sam). Na, hof­fentlich bleiben die Chips nicht bei zu vie­len im Halse stecken …

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