„Nichts ist Recht, alles behördliche Gnade.“
(Ste­fan Zweig)

Wie viele Men­schen mag es geben, die die Ungewis­sheit­en des morgi­gen Tages gern gegen die ver­gle­ich­sweise kleinen Qualen des gestri­gen ein­tauschen wür­den? Alles für ein Leben in der Zeitschleife, in ein­er winzi­gen Zeitspanne der Gewis­sheit, sei sie auch noch so ereignis­los? Ich meine damit nicht eine dif­fuse Sehn­sucht nach ein­er ver­meintlich „besseren Epoche“, an die man vielle­icht nicht mal eine eigene Erin­nerung hat, son­dern die buch­stäbliche und kör­per­lich emp­fun­dene Abscheu vor einem Mor­gen, das man nicht selb­st in der Hand hat und in das man wie von einem Fluss getra­gen und geschoben wird, der nie sein Meer find­et. Aufgeben, sich treiben lassen und hof­fen, dass die Strudel einen nicht erfassen oder weit­er­schwim­men? Treib­holz wer­den, das immer dichter sich verklemmt und dadurch eine nur faden­scheinige Tragfähigkeit erlangt und die weni­gen freien Schwim­mer zer­malmt, die sich an die Ufer ret­ten wollen? Hin­geris­sen, mit­geris­sen, fort­geris­sen. Schon ein­mal war ich an einem solchen Punkt, das war im August, und auch die gegen­wär­tige Lage legt sich wie damals drück­end auf meine Fähigkeit, zu beschreiben, was ich sehe und empfinde. Jede Berührung mit diesem mal­menden Treib­holztep­pich bere­it­et mir fast kör­per­liche Schmerzen. Doch alles Auswe­ichen und Verzögern hil­ft am Ende nicht. Es gilt, Tat­sachen festzustellen.

„Schwur­bler“ ist die neueste Ver­bal­in­jurie, die zur Beze­ich­nung all jen­er her­hal­ten muss, die Miss­fall­en an den vielfälti­gen und all­güti­gen staatlichen Maß­nah­men äußern. Das Wort ist in aller Munde. Poli­tik­er ver­wen­den es, Jour­nal­is­ten, Kom­men­ta­toren, Laden­in­hab­er und Gast­wirte und „Fre­unde“ auf Face­book, Twit­ter­junkies. Mit­tler­weile wird es pseu­do­nym ver­wen­det, ganz so, als sei damit schon alles gesagt. Die Belei­di­gung erset­zt das Argu­ment und ist fast schon das Urteil. Wikipedia hil­ft uns mit ein­er Def­i­n­i­tion weit­er, die schon einige Jahre alt ist. Schwur­bler sei „…ein abw­er­tend gebrauchter Aus­druck der Umgangssprache für ver­meintlich oder tat­säch­lich unver­ständliche, real­itäts­ferne oder inhalt­slose Aus­sagen. […] Für den Her­ab­set­zungsver­such wird meist kein Inhalts­bezug aufgenom­men, häu­fig ist darüber hin­aus­ge­hend intendiert, ein­er argu­men­ta­tiv­en Dar­legung für die beab­sichtigte Abqual­i­fika­tion auszuweichen.“

Inhalts­ferne Aus­gren­zung, Abw­er­tung und Her­ab­set­zung ein­er Per­son oder Gruppe also. Let­zteres oft fremd­definiert. Aus­gerech­net in einem Land, dessen Kan­zler ger­ade erk­lärt hat, es gäbe keine Spal­tung der Gesellschaft. Belassen wir es heute bei der Betra­ch­tung der Zuschrei­bung dieser Inhalts­ferne und verzicht­en ganz auf die Bew­er­tung von Coro­na oder Maß­nah­men wie der Imp­fung und schauen uns an, wo wir kom­mu­nika­tiv momen­tan stehen.

Es geht in diesem Text also nicht um Maß­nah­men, son­dern um Mech­a­nis­men, nicht um Ver­schwörun­gen, son­dern Ver­fahren, nicht um ein unter­stelltes sin­istres Ziel, son­dern die Meth­o­d­en, die schon so oft dor­thin führten, wo eigentlich nie­mand hin­wollte. Die Ret­ro­spek­tive hil­ft der Erken­nt­nis lei­der kaum, weil sie Ereignisse auf ein­er Infor­ma­tions­ba­sis beurteilt, die man kaum haben kann, wenn man sich „mit­ten­drin“ in den Ereignis­sen befind­et. Die bequeme, aber schlechte Ange­wohn­heit, his­torische Ereignisse mit der Elle der Gegen­wart zu messen, hat uns vielmehr erst in diese missliche Lage gebracht und uns gesellschaftliche Ent­gleisun­gen wie den Gen­der­wahn, eine ide­ol­o­gisch über­formte Energiewende oder den Kli­maalarmis­mus beschert. (Hausauf­gabe: Unter­suchen Sie selb­st­ständig diese und andere poli­tis­che Großkampf­felder mit Hil­fe der Erken­nt­nisse, die ich hier zu erlan­gen versuche.)

Die Mech­a­nis­men, nach denen ich suche, lassen sich mein­er Mei­n­ung nach in jed­er unser­er zu Gewohn­heit­en und trügerischen Gewis­sheit­en erstar­rten Großkrisen ent­deck­en. Das Covidzän, welch­es nun schon ins dritte Jahr geht, bildet da keine Aus­nahme. Wenn Sie mich gle­ich ver­schiedene Par­al­le­len ziehen sehen, behal­ten Sie bitte im Gedächt­nis, dass es hier lediglich um den Wirkkern, also die Mech­a­nis­men geht und keineswegs um eine inhaltliche Gle­ich­set­zung. Dieser Unter­schied sollte in unser­er Sprache, die sauber zwis­chen „das­selbe“ und „das gle­iche“ zu unter­schei­den ver­mag, leicht ver­ständlich sein.

Auf der Flucht

Je unan­genehmer die Berührung mit der poli­tisch-medi­alen Real­ität wird, desto mehr flüchte ich mich auf der Suche nach Erk­lärun­gen neuerd­ings in Büch­er, die min­destens vor eini­gen Jahren und für oder in anderen Krisen geschrieben wur­den. So umstrit­ten es unter Medi­zin­ern ist, in eine Pan­demie „hineinzuimpfen“, so wenig erbaulich ist es im Augen­blick, mehr als nötig den täglichen Pro­tokollen des Wahnsinns zu lauschen, weil diese wie der Wet­ter­bericht kaum mehr als Tagesmess­werte, aber niemals Antwort auf das „Woher“, „Wohin“ und „Warum“ liefern. Zu dicht sind uns die Ereignisse auf den Fersen, zu unmit­tel­bar wirkt alles auf uns ein.

Als Treib­holz, eingek­lemmt und andere ein­klem­mend, Gewalt aus­ge­set­zt und diese ausübend ist man ein schlechter Zeitzeuge. Das „Warum“ ver­schwimmt in Res­ig­na­tion oder Panik, das „Woher“ ist stets die let­zte, das „Wohin“ die näch­ste Fluss­biegung des Aus­nah­mezu­s­tands. Ein­mal in einen solchen mahlen­den Fluss ger­at­en, trübt die Gis­cht den Blick. Da heißt es mitschwim­men, immer dabei sein, aber bloß nicht aneck­en. Demokratie wird ange­blich so gemacht. Dik­taturen lei­der auch. Ein Blick von außen tut Not und sei es der Blick auf jene reißen­den Flüsse, die zu anderen Zeit­en und an anderen Orten schon geflossen sind.

Staat und Begeisterung

Auf der Suche nach Erk­lärun­gen sind mir zwei Büch­er in die Fin­ger ger­at­en, die mich auf sehr unter­schiedliche Weise ziem­lich erschüt­tert und in die Gegen­wart gezo­gen haben. Bei­de behan­deln Ereignisse, die wir alle recht gut zu ken­nen glauben. Mehr noch, denn die beschriebe­nen Zeitläufte sind uns so stark ins kollek­tive Gedächt­nis gedrun­gen, dass es in Deutsch­land mehr Experten und Auguren dafür gibt als Bäck­er­lä­den. Die Urteile über die Epochen sind aus­ge­fer­tigt, die Schuld verteilt, Aus­gang und Ende sind klar definiert und über das „Warum“ kön­nte so gut wie jed­er mit einem IQ über Zim­mertem­per­atur einen kleinen Auf­satz schreiben.

Das erste Buch ist „Die Welt von gestern“ von Ste­fan Zweig. Zweigs Auto­bi­ografie, die 1942 kurz nach seinem Fre­itod erschienen ist, hat­te ich schon vor Jahren gele­sen. Mit schnei­den­der Kon­se­quenz blickt Zweig aus seinem Exil auf die Trüm­mer der europäis­chen Zivil­i­sa­tion und die seines eige­nen, einst erfol­gre­ichen und nun zer­störten Lebens und sein resig­niert­er Ton­fall speist sich aus dem, was er sah: Hitler erst ihm gegenüber auf dem Ober­salzberg, dann in Berlin, in Wien, in Warschau, in Oslo, in Paris, fast in Moskau, eigentlich über­all. Ein wuch­ern­des, mitlei­d­los­es Staats­geschwür, das Europa und der hal­ben Welt Stiefel und Gesetz auf­drückt. Nur noch diese Frei­heit einkassieren, nur noch dieses Land erobern, nur noch diese Leben­säußerung regle­men­tieren, nur noch diesen Feind ver­nicht­en. Gele­sen im Jahr 2010, satt und schlau und mit­ten im Frieden­spro­jekt „EU“, dabei die Schwüre auf Demokratie und Gerechtigkeit im Sinn, die allen­thal­ben geschworen wur­den und die „Nie wieder Krieg“-Rhetorik im Ohr, erschien mir Zweigs Schilderung damals stel­len­weise ger­adezu rührend naiv.

Die Kriegs­begeis­terung um ihn herum im Jahr 1914 etwa oder seine Bemühun­gen in den 1920er Jahren, ein Net­zw­erk aus Lit­er­at­en und Intellek­tuellen zu knüpfen, das der Völk­erver­ständi­gung diente. Warum sah er nicht – oder nicht rechtzeit­ig –, wie es zu bei­den Kriegen kam? Warum schaffte all die ver­sam­melte Intel­li­genz es nicht, aufzuhal­ten, was da kam? Warum war die Schnittmenge so groß zwis­chen den Human­is­ten und Mil­i­taris­ten, den Geistre­ichen und den Faschis­ten? Ach was, das kann nie wieder geschehen, aus Schaden wird man bekan­ntlich klug. Doch warum reichte die Klugheit dann nicht, um den Zweit­en Weltkrieg zu ver­hin­dern? Ach was, der Faschis­mus erwächst aus dem Gle­ich­schritt von Wirtschaft und staatlichem Macht­monopol! Doch warum sagen dann jene, die gestern noch „Der Staat ist nicht dein Fre­und“ riefen, heute „Mach‘, was der Staat dir sagt“? Mein Selb­st aus dem Jahr 2010 würde trotzig aus­rufen, dass wir niemals zulassen wer­den, dass jemals wieder Men­schen dif­famiert und aus­ge­gren­zt… wir wür­den doch, demokratieer­probt wie wir sind, sofort merken, wenn… Doch warten wir mit den Schlussfol­gerun­gen lieber noch auf eine weit­ere Buchlänge.

Tropfen für Tropfen

Die Erstau­flage von „Ganz nor­male Män­ner“ des amerikanis­chen His­torik­ers Christo­pher R. Brown­ing erschien im Jahr 1992. Es beleuchtete einen medi­al wenig beachteten Aspekt des Holo­caust. Auf über 400 quel­len­re­ichen, detail­lierten aber äußerst schw­er zu ertra­gen­den Seit­en pro­tokol­lierte der Autor die Sta­tio­nen des 101. Reserve-Polizeibatail­lons aus Ham­burg. 500 „ganz nor­male Män­ner“, die für den Dienst bei der Wehrma­cht schon zu alt waren, aus den unter­schiedlich­sten Berufen kamen und in den vom Deutschen Reich beset­zen Gebi­eten Polens, Litauens, Weißrus­s­lands und der Ukraine zu „Ord­nungsauf­gaben“ einge­set­zt wur­den. Hier soll kein Raum sein für die Kette von Gräueltat­en, in deren Ergeb­nis allein durch diese Ham­burg­er Polizeiein­heit 38.000 Juden direkt ermordet und weit­ere 45.200 in die Ver­nich­tungslager geschickt wur­den – und das in nur einem Jahr.

Wir glauben heute zu wis­sen, dass so etwas nie wieder geschehen kann, wenn man nur immer brav Schilder gegen den Anti­semitismus hochhält und 80 Jahre post fes­tum gegen die Nazis kämpft, indem man schwarze Klam­ot­ten trägt und Appelle auf Indy­media veröf­fentlicht. Doch wie sähe es aus, wenn man eine andere Gruppe hernehmen würde? Eine Gruppe vielle­icht, die sich nie selb­st als Gruppe definiert hat und die auch nur wenige Gemein­samkeit­en lock­er verbinden? Kön­nte man diese Gruppe heute mit Worten aus­gren­zen, ihre Integrität, ihre Intel­li­genz, ihre Absicht­en, ja, ihre bloße Exis­tenz zum Prob­lem erk­lären, das man „lösen“ müsse, egal wie? Ihre Arbeitsmöglichkeit­en beschränken, sie kennze­ich­nen, sie enteignen, vielle­icht Berufsver­bote ver­hän­gen? Man bedenke die Möglichkeit­en, die einem die Schnell­wasch­pro­gramme von Twit­ter und Face­book dafür heute bieten! Spätestens hier müssten Sie empört aufhören, zu lesen, denn Sie und ich wis­sen, wohin sowas führt, liebe Leser. Sie wür­den natür­lich nie… und das will ich doch auch stark hoffen!

Doch was, wenn Sie es nicht ein­mal merken, weil es tröpfchen­weise in Sie ein­sick­ert, weil es Gewohn­heit wird, weil es eben die Dok­trin ist, weil es doch alle machen, weil es die Mehrheit so will, weil es das Gesetz so vorschreibt – heute ein wenig, mor­gen schon stärk­er und über­mor­gen verpflich­t­end. Weil die Aus­ge­gren­zten eben „diese Leute“ sind, vor denen immer gewarnt wird? Weil der Plan­et in Gefahr ist, weil das Land in Gefahr ist, weil die Gesund­heit aller auf dem Spiel ste­ht. Einen „großen Plan“ kön­nen Sie gle­ich vergessen, den gibt es nicht, weil es keinen braucht. Zeit, Impuls und Gewohn­heit genü­gen, und wenn dann noch lange gehegte Vorurteile hinzukom­men, sinkt die Hemm­schwelle umso schneller. Hat man es nicht schon immer „gewusst“? Ist das Vorurteil nicht die unbekan­nte Stief­schwest­er der schlecht­en Erfahrung? Sind diese Leute nicht ohne­hin solche…, leug­nen die nicht auch dies…, behaupten die nicht auch jenes?

Betra­chtet man die Entwick­lung als braves Treib­holz immer nur den Bezug zur let­zten Fluss­biegung statt von der Quelle her, erscheint alles logisch, fol­gerichtig und kon­se­quent. Man fol­gt der Partei, der Regierung, der Ver­nun­ft, der Logik, der Wis­senschaft, und die verän­dert sich bekan­ntlich ständig. Es ist ja kein gebroch­enes Ver­sprechen, es ist die verän­derte Lage. Es ist ja kein gebroch­en­er Ver­trag, es ist, weil Verträge mit Fein­den nicht gel­ten. Es ist ja kein Angriff auf deine Frei­heit, es ist, um zu ver­hin­dern, dass du diese Frei­heit miss­brauchst. Es ist ja kein Recht, es ist ein Priv­i­leg. Und wer möchte nicht priv­i­legiert sein!

Die 500 Ham­burg­er Polizis­ten hat­ten ihren ersten Ein­satz im Juli 1942 im pol­nis­chen Józe­fów. Kom­man­dant Trapp, trä­ne­naufgelöst und mit seinem Mor­dauf­trag selb­st hadernd, stellte seine Män­ner vor die Wahl. Wer von den Älteren sich der „Auf­gabe“ nicht gewach­sen füh­le, könne bei­seit­e­treten. Zwölf Män­ner trat­en vor. Die halbe Truppe der zur Erschießung Eingeteil­ten brach an diesem Tag mehr oder weniger zusam­men, ver­drück­te sich oder ließ sich ablösen. Am Ende des Tages lagen min­destens 1.500 Men­schen erschossen im Wald. Män­ner, Frauen, Kinder. Betranken sich die Erschießungskom­man­dos anfangs noch hem­mungs­los, um das Gewis­sen zum Schweigen zu brin­gen, wur­den die fol­gen­den Ein­sätze wegen ihres schein­bar harm­losen Charak­ters als weit weniger belas­tend emp­fun­den. Man füllte ja nur die Züge, auch wenn man ihren Bes­tim­mung­sort kan­nte. Man bewachte ja nur die Trans­porte, man trieb ja nur zusam­men, man machte doch nur, was von einem ver­langt wurde. Spätere Mas­sak­er gin­gen dann schon viel ein­fach­er von der Hand, man hat­te sich an das Grauen gewöh­nt. Kön­nte man einen Polizis­ten der Ein­heit 101 im Mail 1942 fra­gen, ob er sich im Novem­ber 1943 in Maj­danek an der Ermor­dung von 16.500 Men­schen aktiv beteili­gen würde, so hät­ten wohl mehr als nur zwölf Polizis­ten davor zurück­geschreckt. Trapp, der im Juli 42 in Józe­fów noch mit seinem Gewis­sen rang, ließ bei ein­er Vergel­tungsak­tion gegen Par­ti­sa­nen in Tal­cyn zwei Monate später gle­ich 86 mehr als die von seinen Vorge­set­zten ver­langten 200 Men­schen erschießen, und weil er keine Par­ti­sa­nen find­en kon­nte, nahm er eben die Juden aus dem benach­barten Ghetto.

Wenn Rache ein Gericht ist, das kalt genossen wird, dann ist Grausamkeit und Ent­men­schlichung eines, das als „neg­a­tive Sala­mi“ daherkommt. Je mehr man davon abschnei­det und verzehrt, umso größer wird sie. Scheibe für Scheibe. Doch genug davon, ich will hier keine his­torischen Ver­gle­iche ziehen. Lesen Sie am besten bei­de Büch­er erneut und acht­en Sie beim Lesen auf Sig­nale aus Ihrem Unter­be­wusst­sein und ver­gle­ichen sie diese mit unser­er Realität.

Wie kommt man von hier nach da?

„Prutz­mann stellte daraufhin ein 15 bis 25 Mann starkes Erschießungskom­man­do zusam­men. Es bestand in erster Lin­ie aus Frei­willi­gen von der Unter­hal­tungstruppe [Musik­er und Vor­tragskün­stlern aus der Front­be­treu­ung].“ (Brown­ing)

Wenn Sie die Büch­er noch nicht ken­nen, soll­ten Sie unbe­d­ingt bei­de lesen. Sie wer­den fest­stellen, wie leicht man von ein­er schein­bar aufgek­lärten und gebilde­ten Gesellschaft hin­ab­schlit­tern kann in die Bar­barei. Ein biss­chen herrschaftlich­er Diskurs (wo ist eigentlich Haber­mas, wenn man ihn mal braucht?), ein wenig absichtsvolle Sprache, eine Prise „Dumm-sind-immer-die-Anderen“ und ein kräftiger Schluck aus der „Wir-wis­sen-es-bess­er-Flasche“ genü­gen, und je mehr Zeit man zur Ver­fü­gung hat, desto sicher­er wirkt das Rezept. Das ist kein bewusster Prozess, dies ergibt sich ein­fach aus der täglichen Erfahrung und ist eher ein Ein­schwin­gen in eine all­ge­meine Stim­mung. Es ist die Reak­tion auf das, was empört, was geglaubt und worüber gelacht wird. Auch darauf, was in der Zeitung stand, was die Nachricht­en melden, wen die Poli­tik beschuldigt.

Mit welch­er Mei­n­ung befind­et man sich als Treib­holz in sicherem Fahrwass­er, ist anschlussfähig an Macht und Gewohn­heit? Was kann man sich­er äußern und – finale Nagel­probe – gibt es Schuldige, die man verurteilen kann? Natür­lich darf die Gruppe der Schuldigen wed­er zu groß noch zu homogen noch zu schlagkräftig sein, damit sie sich nicht zur Wehr set­zt. Am besten ist es, wenn die Gruppe durch bloße Zuschrei­bung zus­tande kommt, denn je weniger tat­säch­liche Bedro­hung von ihr aus­ge­ht, umso sin­istr­er kann man die Gefahr darstellen, die von ihr aus­ge­ht. Deshalb muss man über­all Net­zw­erke ver­muten und ganz im Stil Robe­spier­res in allen Eck­en Ver­rat und Ver­schwörung sehen. Links und rechts des Weges, der im Gle­ich­schritt zurück­zule­gen ist, darf nichts als Ver­damm­nis sein. So allerd­ings lässt sich nur noch eine Dik­tatur bew­erk­stel­li­gen. Wie prak­tisch, dass man nur einige Köpfe auszu­tauschen braucht, das fah­nen­schwin­gende Boden­per­son­al kann das­selbe bleiben.

Betra­chte ich den Zus­tand dieses Lan­des, stößt mir die Polar­isierung durch Poli­tik und Medi­en bei den Coro­na-Maß­nah­men bit­ter auf. Das alles ist nicht ohne Wirkung geblieben und ein sehr großer Teil der Men­schen fol­gt dem mit­tler­weile nach und hat sich der erzeugten Bedro­hungslage angepasst. Viele Men­schen, die ich zumin­d­est anhand ihrer Äußerun­gen zu ken­nen glaubte, erkenne ich ger­ade kaum mehr wieder. Das Coro­na-Regime an der Schwelle zum Jahr drei neuer Zeitrech­nung hat einen neuen Keil zwis­chen Fre­unde, Kol­le­gen und Fam­i­lien getrieben und uns alle der Willkür erratis­chen Regierung­shan­delns aus­ge­set­zt. Es gibt keinen dem Pri­vat­en vor­be­hal­te­nen Raum mehr, den man betreten, die Tür hin­ter sich schließen und „Lasst mich ein­fach in Frieden“ aus­rufen kann. Denn was war pri­vater als die Ver­ant­wor­tung für die eigene Gesund­heit und Lebens­führung? Schwur­bler, Ungeimpfter, Quer­denker… die Begriffe fall­en wie Ohrfeigen und wer­den zur Artiku­la­tion ein­er unbes­timmten Bedro­hung ver­wen­det. Durch das kom­mu­nika­tive Glu­ta­mat der „sozialen Medi­en“ wird diese „Bedro­hung“ bei mir jedoch zum Ekel. Ich will und werde einen Men­schen nicht nach der Zus­tim­mung zu ein­er medi­zinis­chen Behand­lung bemessen, habe aber auch das Glück, andere im All­t­ag nicht danach fra­gen zu müssen.

Ähn­lich erhel­lend wie Büch­er von gestern zu lesen, kann es sein, sich Geset­ze und Verord­nun­gen anzuse­hen, die vor kurzem noch selb­stver­ständlich gal­ten. Nicht nur das Grundge­setz, das immer weniger die Abwehrrechte des Bürg­ers gegen den Staat enthält, son­dern immer stärk­er dazu ver­wen­det wird, die Stör­rischen von den Fol­gsamen zu schei­den. Nehmen wir so etwas Sim­ples wie die Ausweispflicht. Hier erk­lärt uns eine Ver­sicherung – der Text stammt noch aus der Zeit vor Coro­na – was darunter zu ver­ste­hen ist. Es gäbe eine Pflicht, ab dem 16. Leben­s­jahr einen Per­son­alausweis zu besitzen, jedoch keine, ihn ständig bei sich zu haben. Er diente lange Zeit vor allem dazu, je nach Sit­u­a­tion einen Alter­snach­weis zu ermöglichen, nicht wie heute, wo er zur Ver­i­fizierung des staatlichen Nach­weis­es ein­er medi­zinis­chen Behand­lung oder durchgemacht­en Krankheit dient. Der Über­gang vom gele­gentlichen Alter­snach­weis zur Ein­trittskarte zu Bus, Bahn und Burg­er-Laden kam nicht als Verord­nung oder infolge ein­er lan­desweit­en Laut­sprecher­durch­sage daher, son­dern als Anhängsel der Zer­ti­fikate und des Mis­strauens der staatlichen Behör­den, das sich auf die Bürg­er übertrug.

Waren früher Kon­trollen lediglich bei weni­gen Anlässen und auch nur durch wenige Instanzen ges­tat­tet, sind sie heute all­ge­mein und zum Teil gesund­heitlich­er Vor­sorge erk­lärt wor­den. Es ist doch nur ein Schräubchen, es ist doch nur eine Umdrehung, es ist doch nicht für lange, es ist doch für deine Sicher­heit. Fragt man heute zehn Fre­unde, ob es eine Pflicht gäbe, den Per­son­alausweis immer bei sich zu tra­gen, bekommt man in den meis­ten Fällen die Antwort: ja. Man muss also nicht ein­mal die Geset­ze ändern, was ja sehr abrupt geschieht. Es genügt, die Gewohn­heit­en anzu­passen und immer, wenn man auf Akzep­tanz stößt, weit­erzu­machen. Wozu auch etwas verord­nen, wenn es die Men­schen frei­willig tun? Hier wirkt offen­sichtlich nicht Willkür, son­dern das Bestreben des Men­schen, einiger­maßen durch den All­t­ag zu kom­men. Und um die sozialen Transak­tion­skosten nicht ins Uner­messliche steigen zu lassen und Zwang dort auszuüben, wo eine Mode das Recht ver­let­zt, ändert man Schritt für Schritt seine Gewohn­heit­en. Die Fähigkeit des Men­schen, sich sog­ar unbe­wusst anzu­passen, ist also Fluch und Segen zugleich.

Wir sind zu Treib­holz gewor­den und auf dem Weg zur näch­sten Fluss­biegung. Lei­der habe ich die Befürch­tung, dass es uns erst an das eine oder andere Ufer spülen muss, damit wir erken­nen kön­nen, wie weit uns die sty­gis­che Flut dies­mal getra­gen hat.

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29 Kommentare

  1. es scheint als komme ich etwas spät zur danksa­gung. roger letsch in höch­st­form ist bess­er als ein lock­down in andalusien. viel haben ihr gehirn bei google abgegeben. manche nicht so sehr. das macht den unterschied.

  2. Auf der Inter­seite des Bun­desmin­is­teri­ums für Bil­dung und Forschung wurde unlängst ein Strate­giepa­pi­er veröf­fentlicht, in welchem die BRD der 2030er Jahre unter ver­schiede­nen Aspek­ten dargestellt wird.

    Vorausschau.de

    “Szenario 5 — Das “Bonus-Sys­tem”

    “Ein Punk­tesys­tem als zen­trales poli­tis­ches Steuerungsin­stru­ment bes­timmt das Deutsch­land der 2030er-Jahre. Trotz frei­williger Basis und demokratis­ch­er Spiel­regeln erzeugt es sozialen Druck zur Teil­nahme, zum Beispiel über den ständi­gen Wet­tbe­werb in sozialen Netzwerken.

    Zu Beginn noch hoch umstrit­ten, stößt das Bonus­punk­tesys­tem in den 2030er-Jahren größ­ten­teils auf Zus­tim­mung. Es ver­ankert neue Nor­men im All­t­ag, die vorher so nicht möglich waren. Auch die par­tizipa­tive Erar­beitung der Spiel­regeln sorgt für eine größere Akzep­tanz in der Bevölkerung. Die Zus­tim­mung zum Bonus-Sys­tem wächst beson­ders im Hin­blick auf die steigende Dynamik des Klimawandels”

    Sieht mir schon sehr nach Pla­nung aus.…

    Die Glob­al­is­tis­che Ide­olo­gie stellt eine Syn­these von neolib­eralen, post­mod­er­nen und neo­marx­is­tis­chen Ide­olo­gieele­menten dar. Diese noch im Entste­hen befind­liche Ide­olo­gie strebt die Gestal­tung aller Bere­iche des Lebens nach ökonomis­chen Prinzip­i­en an. Gle­ichzeit­ig fordert sie die Auflö­sung von Gren­zen und Bindun­gen, die als Ein­schränkun­gen ein­er vor­wiegend ökonomisch ver­stande­nen Frei­heit betra­chtet und deshalb abgelehnt werden.
    Ren­o­va­tio 13.5.2021, Klaus Schwab: Über das Prob­lem des Globalismus

    Es kann daher sich­er nicht schaden, die berühmten, heuer aber wohl lei­der wei­thin vergesse­nen Worte Hux­leys noch ein­mal zu wiederholen:

    „Es wird in der näch­sten Gen­er­a­tion oder so eine phar­makol­o­gis­che Meth­ode geben, um die Men­schen dazu zu brin­gen, ihre Knechtschaft zu lieben, und sozusagen eine Dik­tatur ohne Trä­nen zu pro­duzieren, eine Art schmer­zlos­es Konzen­tra­tionslager für ganze Gesellschaften zu pro­duzieren, so dass die Men­schen tat­säch­lich ihrer Frei­heit­en beraubt wer­den, es aber eher genießen, weil sie durch Pro­pa­gan­da oder Gehirn­wäsche oder durch phar­makol­o­gis­che Meth­o­d­en ver­stärk­te Gehirn­wäsche von jeglichem Wun­sch nach Rebel­lion abge­lenkt wer­den. Und das scheint die endgültige Rev­o­lu­tion zu sein.„
    Er sagte außerdem:
    „Heute ste­hen wir, glaube ich, vor dem, was man die ulti­ma­tive Rev­o­lu­tion nen­nen kön­nte, die let­zte Rev­o­lu­tion, bei der der Men­sch direkt auf den Geist-Kör­p­er sein­er Mit­men­schen ein­wirken kann … wir sind dabei, eine ganze Rei­he von Tech­niken zu entwick­eln, die es der kon­trol­lieren­den Oli­garchie, die es immer gegeben hat und ver­mut­lich immer geben wird, ermöglichen, die Men­schen dazu zu brin­gen, ihre Knechtschaft zu lieben. Das ist, wie mir scheint, das Non­plusul­tra bösar­tiger Rev­o­lu­tio­nen, wenn man so will, und das ist ein Prob­lem, das mich seit vie­len Jahren inter­essiert und über das ich vor dreißig Jahren eine Fabel geschrieben habe, Brave New World, eine Darstel­lung der Gesellschaft, die alle ver­füg­baren Mit­tel und einige der Mit­tel, die ich für möglich hielt, ein­set­zt, um vor allem die Bevölkerung zu stan­dar­d­isieren, unan­genehme men­schliche Unter­schiede auszubügeln, um, sagen wir, massen­haft pro­duzierte Mod­elle von Men­schen zu schaf­fen, die in ein­er Art wis­senschaftlichem Kas­ten­sys­tem geord­net sind.“

    “Was aussieht wie eine Ente, watschelt wie eine Ente und quakt wie eine Ente, ist wohl eine Ente!”

  3. Und noch einen Kom­men­tar zur generellen Igno­ranz der Leute.

    Habe ger­ade auf YouTube vor­beigeschaut, und bin über diesen Link gestolpert:

    “Lost Cru­sade — Space Marine Cov­er by A‑YEON”

    Ist wohl ein Schlagzeug-Cov­er­stück von ein­er Koreanerin.
    Das Bild dazu zeigt eine hüb­sche, leicht- aber geschmack­voll gek­lei­dete, mäd­chen­hafte Kore­aner­in mit einem Schlagzeug.

    Und das Video wurde 3,7 Mil­lio­nen mal in nur einem Monat angeklickt.

    3,7 Mil­lio­nen! In einem Monat!

    Roger, da kannst Du Dir die Fin­ger wund schreiben, diese Zahlen erre­icht Du ein­fach nicht.
    Niemals nicht.

    Nicht, weil die Leute poli­tis­che, soziale, und gesellschaftliche Zusam­men­hänge nicht ver­ste­hen wollen, son­dern weil sie daran kein Inter­esse haben (solange die Müll­tonne vorm eige­nen Haus nicht in Flam­men ste­ht, ist alles gut).

    Und das Bild­chen der leck­eren, kleinen Kore­aner­in ist nur ein kleines Beispiel. YouTube ist voll davon.
    Exzel­lente Doku­men­ta­tio­nen, Geschichte, Philoso­phie, alles vorhan­den. Und nur ver­gle­ich­sweise wenige schauen es sich an. Da lässt sich wohl nichts machen.

    Peter Hitchens hat übri­gens auch ein paar Worte zum The­ma “Sinn poli­tis­ch­er Aufk­lärung” verloren.

    Der rel­e­vante Teil begin­nt ab 6:17:

    https://www.youtube.com/watch?v=KSgK_DHPBfU

    Wie Peter bere­its andeutete: Ver­giss’ den Pub und die Beach nicht! 🙂

    • Je nun. Was soll denn das für ein Ver­gle­ich sein? Ist doch völ­lig absurd, das Stück mit poli­tis­chen oder tech­nis­chen Artikeln gleichzusetzen.
      Das eine ist Unter­hal­tung , das andere nicht.
      Das Eine erfordert eine Menge an Vor­wis­sen, das andere nicht.

      Es ist völ­lig nor­mal das Men­schen sich mit den Notwendigkeit­en nur soweit beschäfti­gen wie halt direkt nötig ist. SIe studieren das Innen­leben ihres Spülka­s­tens ja auch nicht im Detail jeden Tag, son­dern schauen allen­falls mal rein, wenn Not am Mann ist.

      Und DAS dürfte eigentlich auch das Grund­prob­lem mod­ern­er Gesellschaften sein: Nicht, daß es zuwenige Leute gibt, die sich mit Poli­tik etc, beschäfti­gen, son­dern das es viel zu viele “nut­zlose” mit zuviel Zeit gibt, die das tun.

      Und nur mal so: Das Stück dürfte nicht nur wegen der Kore­aner­in so beliebt sein .…

      • “Diejeni­gen, die sich nicht für die Arbeit ihrer Regierung inter­essieren, sind dazu ver­dammt, von Nar­ren regiert zu werden.”

        — Plato

  4. Ach, übri­gens, den Ralf Steg­n­er, den gibt’s immer noch?

    Da hat er nun bere­its jahrzehn­te­lang “taten­los hin­genom­men”, da machen die paar Monate an COVID-Protesten auch nichts mehr aus.

  5. Ich möchte nur her­zlichen Dank sagen, an Roger Letsch und an alle Kom­men­ta­toren. Ihr habt alles auch den Punkt gebracht was mich bewegt. Beson­ders der Kom­men­tar von Ben Gold­stein hat es in sich. Nochmals her­zlichen Dank dafür. Die Frage bleibt: Wann kön­nen wir die Epoche des Wahnsinns der Massen ver­lassen und wie wird sich das auf das weit­ere Leben auswirken? Oder wer­den wir alle ins Chaos und im Sumpf des Unmen­schlichen ver­reck­en, weil sich dieses wieder mal eine kleine, aber bösar­tige teu­flis­che Gruppe von irren Möchte­gern-Eliten für die Men­schheit aus­gedacht haben.

  6. Vor 5–6 Jahren — Roger, Du wirst Dich vielle­icht noch daran erin­nern — kom­men­tierte ich heftigst zu den The­men The­ma Massenein­wan­derung, Merkel, Islam, etc, und gab mein­er Verärgerung über die Dummheit­en der Leute zügel­los Ausdruck. 

    Eines der Medi­en, in denen ich mich damals spielerisch met­zel­nd aus­to­bte, war das Forum vom Tagesspiegel in Berlin. Der Tagesspiegel ist ein ganz spezielles Blatt, zum Abwis­chen ganz spezieller geistiger Unfälle, von und für ganz spezielle Humanisten:Menschen:Innen.

    Nun flog ich aus diesem Forum duzende Male in hohem Bogen hin­aus, was mich nach einiger Zeit allerd­ings zu etwas wie einem Gueril­lakämpfer im feucht­en Kehricht, äh… Dschun­gel des urba­nen Mei­n­ungskampfes machte. Ein oder zweimal gab ich mich sog­ar aus Frau aus. Die extra zuge­s­tandene lange Leine des Sex­is­mus machte ich mir eben­so sex­is­tis­cher­weise sofort nutzbar, und zog mit Sprüchen über die Felder, die mich als Mann sofort das Kon­to gekostet hät­ten (“Ich würde nie einen Mus­lim an mir ‘run­terge­hen lassen. Die haben alle so komis­che Bärte, und Bärte kitzeln”). Dies alles natür­lich nur im Namen der reinen Ver­nun­ft, und um her­auszufind­en, um wieviel weit­er man als Frau online gehen kann. War ein herr(!)licher Spass (zur Abwechslung).

    Ich lernte dadurch auch die Stam­mgäste dieses Forums “ken­nen”. “Stam­mgäste” übri­gens, weil die näm­lich NIE raus­flo­gen, auf­grund lin­ien­treuer Links­gesin­nung. Daher sind die heute noch anwe­send, unter den gle­ichen Aliasen. Diese “sehr speziellen” Per­so­n­en sind heute noch genau­so so blöd wie damals, und scheinen wirk­lich gar kein eigenes Leben zu haben. Das virtuelle Equiv­a­lent zu Mut­ti und Vater, die, samt unter­be­lichteten Sprösslin­gen, alle­samt mit den ver­schim­melten, ver­sifften Kissen unter den Armen auf der Fen­ster­bank dumm herumhän­gen, jew­eils mit dem bil­lig­sten Flaschen­bier in den Hän­den, und über die Leute draussen auf der Strasse herziehen. Den ganzen Tag lang. Jeden Tag. Inklu­sive der Woch­enen­den und Feiertage. Wie ich bere­its sagte: kein eigenes Leben, nur eine Kollek­tion an Erfahrun­gen zweit­er Hand, und auch davon nur eine dig­i­tale Kopie.

    Wie dem auch sei, als das mit der “kul­turellen Bere­icherung Deutsch­lands durch aus­ländis­che Fachkräfte” damals los­ging, da kan­nte die Begeis­terung beim Tagesspiegel keine Gren­zen. Endlich war sie da, die ein­ma­lige Gele­gen­heit, die einem das Leben wohl nur ganz sel­ten zugeste­ht, um zu beweisen — in Echtzeit und auch draussen auf den Bahn­höfen — was für ein EDLER SUPERMENSCH man ist. Ja, sowas gibt’s nicht alle Tage! Allen Kri­tik­ern, die zur Vor­sicht rieten — also somit auch mir selb­st — wurde vorge­hal­ten, “ein eiskalter Men­sch zu sein, der kein Herz hat” — und das war so ziem­lich der einzige Punkt, den diese Holzköpfe richtig eingeschätzt hat­ten. Jed­er Ver­such, mit diesen Leuten eine Diskus­sion über Sinn und Unsinn, Mach­barkeit und Nicht­mach­barkeit, Gegen­wart und Zukun­ft, kul­turelle Vere­in­barkeit und Unvere­in­barkeit, etc, zu führen, war aus­sicht­s­los. Der mit­füh­lende Human­is­mus wurde gnaden­los und mit Gewalt zur Aus­führung gebracht — zum Wohle “armer Men­schen in Gefahr”.

    Der sprin­gende Punkt, den ich nach dieser lan­gen Ein­führung machen möchte, der ist folgender.

    Die Argu­men­ta­tion dieser “Human­is­ten” fol­gte damals der Linie:

    Das uni­ver­sale, indi­vidu­elle Men­schen­recht trumpft IMMER die Rechte der Staats­bürg­er, und ist daher von höherem Gewicht als die Rechte des nationalen Kollek­tivs. Die Sit­u­a­tion des Indi­vidu­ums, also das Einzelschick­sal, hat Vor­rang vor den abstrak­ten Inter­essen des Staates und sein­er Ein­wohn­er, die — im Namen der Men­schlichkeit — gefäl­ligst mit anzu­pack­en haben, um die Welt in einen besseren Ort zu verwandeln.

    In anderen Worten, der Tagesspiegel war damals ein Ort gesteckt voll mit antikap­i­tal­is­tis­chen, indi­vid­u­al­is­tis­chen, guten Men­schen und Men­schen­ret­terin­nen, die an der nationalen, über­ge­ord­neten Geset­zge­bung verzweifel­ten. Von der Real­iät ganz zu schweigen.

    Vor eini­gen Tagen schaute ich, nach Jahren der Total­ig­no­ranz (“was geht mich dieses verseuchte Dreck­loch Berlin noch an?”), wieder ein­mal aus Langeweile beim Tagesspiegel vor­bei. Im Forum tum­meln sich immer noch diesel­ben Knall­frösche, die immer noch hart­näck­ig darauf beste­hen, in allem RECHT zu haben. Ich fand’s jeden­falls so richtig amüsant, mir das wieder ein­mal fur ein Weilchen durchzuziehen. Früher hätte ich mich sicher­lich aufgeregt, heute find ich’s drol­lig — was ich als ein Zeichen mein­er Rei­fung deute (=> wieder ein paar Jahre näher dran an Eins-Achtzig).

    Das Lustig­ste ist allerd­ings, dass ALLE dieser Foren­stam­mgäste im Zeichen der “ver­schärften Erkäl­tung” ihren zärtel­nden Indi­vid­ual-Human­is­mus kom­plett über Bord gewor­fen haben. Alle. Aus­nahm­s­los. Jet­zt ist stattdessen Law-and-Order angesagt:

    Nun ist es plöt­zlich das Recht der GRUPPE auf Schutz und Unversehrtheit, dass das ego­is­tis­che, selb­st­be­zo­gene, gemeine Indi­vid­u­al­recht trumpft. Gemein­wohl vor Einzel­recht. Gemeinsinn über Eigensinn. Nieder mit diesen ego­is­tis­chen Schweinen, denen die Gesund­heit des Volk­skör­pers am Arsch vor­bei geht (“darf man Volk­skör­p­er eigentlich wieder sagen heute?”). 

    Jed­er Ein­wand, dass es nach wie vor ein ver­brieftes Recht ist (was auch immer das Wert ist, siehe meinen gestri­gen Beitrag aus NZ), nicht von irgendwelchen daherge­laufe­nen Regierungslack­eln mit Nadeln trak­tiert zu wer­den, wird mit DEN GLEICHEN Argu­menten geplät­tet, wie sie diese Leute vor eini­gen Jahren SELBST benutzt haben. Und diese Trot­tel merken es noch nicht ein­mal (wür­den sie es allerd­ings merken, dann wären sie nicht länger Trot­tel — Q.E.D.).

    Von Kämpfern für das heilige Recht des Indi­vidu­ums zu Kämpfern für die heilige Volks­ge­sund­heit, des Volk­skör­pers, und der nationalen Ein­heit. Ohne es selb­st zu bemerken. Das muss man erst ein­mal fer­tig bringen. 

    Und was ler­nen wir aus diesem Beispiel? Moral, Ethik, und Wertvorstel­lun­gen sind höchst flex­i­bel, und kön­nen vom Träger der­sel­bi­gen jed­erzeit durch ein anderes Pro­gramm erset­zt wer­den. Der Zeit­geist ist die höch­ste Regierungsgewalt. 

    So, und um diesem wei­hevollen Anlasse gemäss dieser besinnlichen Stunde noch das angemessene Wei­h­nachtssternchen aufzuset­zen, fange ich nun auch mit dem Sülzen an:

    “Schwimm’ an den Rand des Stromes. Such’ Dir ein nettes, son­niges Plätzchen, und schau Dir den ganzen Quatsch mit den Füssen im Wass­er baumel­nd an. Dann lass Dir Beine wach­sen, geh an Land, und geniesse das viel zu kurze Leben. Komm ab und zu am Fluss vor­bei, hol Dir etwas Wass­er, und schau Dir das blödsin­nige Treiben an. Der­weil, freue Dich des Lebens…”

    Und lese etwas bei den alten Stoikern:

    http://classics.mit.edu/Epictetus/epicench.html

    • Wer eine Erk­laerung dafuer sucht, warum sowohl der genan­nte Indi­vid­ual-Human­is­mus als auch die neuen grup­pen­be­zo­ge­nen Abar­tigkeit­en kein­er­lei Wider­spruch zueinan­der darstellen, der sehe sich ein­mal fol­gen­des Video zu Bedin­gun­gen ein­er Massenpsy­chose an:

      https://www.peakprosperity.com/mattias-desmet-on-mass-formation/

      Kurze Antwort (trotz­dem auch kom­plett sehenswert): Bei­de erfu­ellen den Wun­sch nach Sinnhaftigkeit ein­er eige­nen ver­armten Existenz.

      • Das mit der “ver­armten Exis­tenz” ist der eigentlich “lächer­liche” Teil heutzutage.

        Es ging der Men­schheit noch nie, in unser­er gesamten Geschichte, so gut wie heute! 

        Dank all der Tech­nolo­gie, die wir erschaf­fen haben (“wir” ist allerd­ings etwas gross­mäulig for­muliert, da es immer nur einige wenige bril­lante Indi­viduen waren, die wirk­lich Neues erschufen), haben wir einen Gipfel an Annehm­lichkeit, Sicher­heit, Reich­haltigkeit, Lan­glebigkeit, und Vielfalt an Lifestyle-Optio­nen erk­lom­men, wie ihn sich ältere Gen­er­a­tio­nen noch nicht ein­mal hät­ten VORSTELLEN können.

        Und was fan­gen wir mit all der Freizeit und freien Energie, die wir uns freigeschaufelt haben, nun täglich an? Wir sitzen vor einem Leucht­feld und tip­pen auf einem Buch­staben­brett herum — kein Wun­der, dass es uns fad ist! (Spässle g’machd)

        Aber ern­sthaft, die Ver­ar­mung ist natür­lich geistiger Natur, und damit meine ich nicht den intellek­tuellen Teil des Gehirns, son­dern den, der für Aben­teuer, Her­aus­forderun­gen, Drach­en­er­oberun­gen, und das Jungfrauen­er­schla­gen zuständig ist. Genau DA HINEIN muss endl­lich wieder Schwung kom­men! Mit anderen Worten, ich glaube, dass wir im West­en ein­fach, tief drin­nen, so gelang­weilt sind — und auf der anderen Seite so welt-abgekop­pelt — dass für mit­tler­weile für jeden Blödsinn zugänglich sind, der uns irgen­deine Aufre­gung verspricht:

        Die Kli­maret­tung, die Angst vor den Atom­en und der Gen­tech­nik (welch ein Ner­venkitzel), die Erret­tung exo­tis­ch­er & testos­teron­durchtränk­ter “südländis­ch­er Flüchtlinge” durch blondbe­zopfte deutsche Maid­en (welche eine Aufre­gung), und die erste weib­liche Kanz­erin (was sag ich? Orgas­mus­garantie!). Ganze egal, wie hoch der Schwachsinnspegel — wenn’s nur richtig reinknallt ins Aufre­gungs­getriebe, dann ist auch das mit dem Covid-Polizeis­taat sehr willkom­men; ver­stärkt das doch das “Wir”- und somit das Zusam­menge­hörigkeits­ge­fühl. Und die sin­is­teren Bösewichter, die zäh­ne­fletschen­den Anti­vax­i­na­tors — die heute dieselbe Rolle spie­len wie die Wilder­er in den Heimat­fil­men anno dazu­mal — wer­den auch gle­ich noch mit­geliefert. Wie prak­tisch! Da wird das Höss­chen vor Aufre­gung feucht, und hin­ter­her lässt’s sich dann so schön gruselig vor dem Zubettge­hen noch ablästern, und sich gegen­seit­ig bestäti­gen, dass man ja zu den GUTEN & WAHREN & SCHÖNEN gehört. 

        All das scheint allerd­ings für unser Gehirn nicht wirk­lich genug zu sein. Es fehlt die “Echtigkeit”, das reale Erleben. 

        Dem Gegenüber ste­ht allerd­ings unsere neu­modis­che Risiko-Aver­sion. Alles erleben wollen, JA, aber dafür etwas riskieren, NEIN! Das funkion­iert nur lei­der nicht.

        Am Ende liegen wir doch eh’ alle in der Kiste, und vor dem Löf­fe­labgeben hat noch niemals ein­er gesagt: Ach, wie viel lieber hätt’ ich doch noch mehr Zeit im Büro verbracht!”

        Also raus aus dem Haus, und rauf auf die Mutti!
        (Und jet­zt muss ich an Merkel denken, und aus ist’s…)

  7. Eine der “schön­sten Über­raschun­gen” dieses Jahres war fur mich die Ele­ganz, mit der ille­gale Anord­nun­gen der neuseeländis­chen Linksregierung in neues Recht umgerubelt wurden.

    Ein Kläger hat­te sich gegen das Ver­hän­gen der höch­sten Stufe (“Lev­el 4”) von Aus­gangs­beschränkun­gen mit dem Hin­weis gewehrt, dass die ver­hängten Mass­nah­men eine drastis­che Über­schre­itung der Author­ität der Regierung darstellen, die mit der Geset­zes­lage und den darin enthal­ten per­sön­lichen Frei­heit­srecht­en unvere­in­bar seien.
    Das Ganze ging schliesslich durch bis zum höch­sten Gericht, dass dies Bejahte und bestätigte, dass die ersten 7 Tage des Lock­downs ille­gal waren. Allerd­ings wies das Gericht die Regierung auch darauf hin, dass die gebroch­enen Geset­ze durch das Par­la­ment jed­erzeit geän­dert wer­den kön­nen, falls sich eine Mehrheit dafür find­et. Es fand sich. Umge­hend. Und daher sind nun die entsprechen­den “tem­porären” “Ausnahme”-Massnahmen der Regierung legal. So ein­fach kann das gehen.

    Es gilt also nicht mehr

    “Legal — Ille­gal — Scheissegal”

    son­dern

    “Ille­gal — Legal — Ganz Banal”

    Und auch hier in Neusee­land machen die Leute auch jeden noch so absur­den Quatsch der Regierung mit. Die weitaus grösste Mehrheit der Bevölkerung zieht übri­gens auch hier die pas­sive Fol­gsamkeit dem Sel­ber­denken vor. 

    Mein­er Mei­n­ung nach enthüllt daher das gegen­wär­tige Ver­hal­ten der Bevölkerun­gen nicht etwa eine spez­i­fisch lausige Charak­ereigen­schaft der Deutschen, son­dern ganz generell gesagt das Stan­dard­ver­hal­ten von Her­den­tieren, die wir nun ein­mal sind.

    Wie die ganzen sozial­is­tis­chen Träumer durch ihre fleis­sige Arbeit in der Ver­gan­gen­heit bere­its mehrfach unter Beweis gestellt haben, lässt sich die men­schliche Natur auch nicht durch Druck von aussen “umpro­gram­mieren”; wir kehren immer wieder zu unseren Instink­ten zurück. Genau dies muss ich den Leuten um mich herum immer wieder klar­ma­chen, die da näm­lich glauben, qua­si durch eine “umge­polte Pro­pa­gan­da” (Aufk­lärung 2.0) den Leuten die Augen zu öff­nen, und die Ver­hält­nisse ändern zu können.

    Pustekuchen — men­schliche Natur. Wir sind Her­den­tiere — määäh!

    PS: Wenn es mir wieder ein­mal zu däm­lich wird, mit meinen Mit­men­schen, dann denke ich mir jedesmal:

    “Don’t be a pussy! Vor ger­ade ein­mal 100 Jahren hät­ten sie dir beige­bracht, wie man andere Leute umlegt. Dann hät­ten sie dich an irgen­deinen Drecks­fleck­en auf der Welt ver­frachtet, und du hättest in allem Ernst andere Sol­dat­en erschossen — falls die DICH nicht vorher umge­bracht hätten.

    Jazz­in­dah What­sher­name? Covid-19? CHICKEN SHIT!”

    • Wir dür­fen bei all dem aber auch nicht vergessen, dass es dur­chaus immer wieder bessere und schlechtere Zeit­en gab und gibt und dass Men­schen immer wieder den Unter­schied zwis­chen den einen und den anderen Zeit­en gemacht haben. Die Dummheit der Massen muss man der Demokratie wegen akzep­tieren und beherrschen. 

      Amerikan­er mei­den das Wort “Demokratie” sog­ar, weil die Grün­dungsväter sich dem Prob­lem bewusst waren. Eigentlich will man nicht, dass jed­er etwas macht. Die Dum­men sollen sich hin­set­zen. Nichtwählen ist mit­nicht­en etwas, wofür man die Leute beschä­men sollte. Im Gegen­teil: Wer Sitz/Amt und Kan­di­dat nicht ken­nt, soll sich raushal­ten. Die Ein­sicht in die Dummheit der Massen ist unverzicht­bar für die Zivil­isiertheit. Autokrat­en hat­ten schon immer den größten Zus­pruch der Massen. Man muss die Eliten zur Rai­son zwin­gen, dann fol­gen die Massen halb­wegs zur Ver­nun­ft. Es gibt zu viele dumme Eliten, die man nicht abwählen kann und deren Geschäfte man nicht aus dem Weg gehen kann.

  8. Ich hoffe mein Kom­men­tar wird nicht zu lange, aber wir alle haben dieses Bedürf­nis nach Kathar­sis und find­en im All­t­ag wenige Men­schen, die einen verstehen.

    Was wir, glaub ich, ger­ade alle mit erschreck­en fest­stellen, ist, dass Linke weniger als andere Bevölkerungs­grup­pen aus dem Drit­ten Reich Kon­se­quen­zen gezo­gen haben. Das liegt daran, dass man der Sow­je­tu­nion die Treue hielt. Wer sich nicht von Greueln all­ge­mein dis­tanzieren will, son­dern nur von manchen, braucht let­ztlich willkür­liche Begrün­dun­gen. Das Fun­da­ment ist im obi­gen Text genan­nt, weil wir es alle schon oft gehört haben: Die einen Opfer haben ein unabän­der­bares Merk­mal und die anderen kön­nen ja the­o­retisch dem Leid entkom­men. Auf der Grund­lage dieses Pos­tu­lats wird auch der Satz “Homo­sex­u­al­ität ist ange­boren” nicht bloß als (meist) richtige Aus­sage ver­bre­it­et, son­dern als Dik­tum. Wären sie nicht unverän­der­lich schwul, dürfte man ihnen ja schaden. Man kann sich nicht dazu durchrin­gen, Men­schen, die anderen kein Leid zufü­gen, grund­sät­zlich in Ruhe zu lassen. Zu der (schon frühen) Liebe der west­lichen Linke und deren (auch früh­es) Wis­sen um die sow­jetis­chen Greuel erschien 2017 ein aus­führlich­es Buch von Giles Udy mit dem Titel “Labour and the Gulag”.

    Jet­zt kom­men sie aus ihren Lösch­ern mit ihren Vorschlä­gen, ihre Mit­men­schen wegsper­ren zu wollen. Und an der Stelle muss ich zugeben, dass ich mich auch so langsam aber sich­er “radikalisiere”. Bevor Daniel Cohn-Ben­dit mich wegsper­rt, will ich ihn wegsper­ren. Bevor Karl Lauter­bach mir irgendwelche Sub­stanzen gegen meinen Willen spritzt, will ich ihm irgend­was mal rein­spritzen. Seit 2015 ist näm­lich klar, dass unsere Eliten entwed­er gar nicht mehr mitkriegen, was sie anderen antun, oder aber sadis­tisch genug sind, Zivil­isiertheit für eine Ein­bahn­straße zu halten. 

    Seit Jahren haben wir den Zus­tand, dass die Leis­es­ten zu den „laut­en Stim­men“ erk­lärt wer­den, die „tösen“ und „Hass“ ver­bre­it­en, in Wahrheit aber ein­fach nur die abso­lutis­tisch Macht­geilen stören. Don­ald Trump wurde so streng erzo­gen, dass er fast schon unfähig zu echt­en Belei­di­gun­gen ist. Die schlimme „Rhetorik“ bestand in kindis­chen Per­so­n­en­beze­ich­nun­gen wie „Poc­a­hon­tas“ (für die Bewer­bungss­chumm­lerin und Pseudoin­di­aner­in Eliz­a­beth War­ren), „Lit­tle Rubio“ (für den rund­gesichti­gen, nor­mal-großen Kon­gress­ab­ge­ord­neten aus Flori­da) oder „Low-ener­gy Jeb“ (für George W. Bushs lang­weili­gen Brud­er). Die andere Seite, die Linke, bemerkt hinge­gen (ange­blich) über­haupt nichts Aggres­sives am Ton­fall, wenn das Nazi-Clown-Fascho-Ar***loch-Orange-Affe-Gekreische los­ge­ht. Und ich weigere mich, so zu tun, als gäbe es eine Balance.

    Je harm­los­er die Covid-Seuche wird, umso gestörter wer­den die Linken. Ich weiß ger­ade ein­mal von einem Toten mit Omi­cron in Großbri­tan­nien. Ein­er. Uno. Zusät­zlich kommt mit Paxlovid wieder ein neues Medika­ment auf den Markt. Auf Achgut haben 380 Ärzte in einem offe­nen Brief bekun­det, dass sie genau­sowenig wie ich aus den Stu­di­en ableit­en kön­nen, dass Ungeimpfte sig­nifikant infek­tiös­er sein sollen als Geimpfte. Selb­st wenn es einen Unter­schied macht, ist er ger­ing. Die Infek­tion­skurve fällt ger­ade wieder und wird für (das noch tödliche) Delta weit­er fall­en. Wir sind so gut wie durch. Viren in Men­schen wer­den bis auf ganz wenige Aus­nah­men mit der Zeit immer harm­los­er. Covid hat in früheren Muta­tio­nen den Trend vorgeze­ich­net und eine Umkehr ist in etwas so wahrschein­lich wie eine tödliche Muta­tion eines anderen Schnupfen­virus. Aber in den Talk­shows find­et das alles nicht statt.

    Die meis­ten Men­schen, auch das mussten wir lei­der in den let­zten Jahren schmer­zlich erleben, sind gen­uin dumm. Ja, ich weiß, dass alle das von allen anderen behaupten, aber es gibt sehr viele Ver­legen­heits­dum­m­di­ag­nos­tizier­er, die ihre eige­nen Unzulänglichkeit­en nach dem Mot­to „Angriff ist die beste Vertei­di­gung“ zu über­spie­len suchen. Man kann geduldig auf die Leute einre­den, ihnen gele­gentlich Eingeständ­nisse abrin­gen und ein paar Monate später beste­ht die AfD wieder nur aus Nazis und Ungeimpfte sind infek­tiös­er als Bill Clin­ton mit Syphilis. Und zwar ohne Erk­lärung, worauf sie ihre Aus­sagen stützen. Nein, es wird nur behauptet und wieder­holt. In Ameri­ka wurde das Phänomen mit „Non-Playable Char­ac­ter“ NPC beze­ich­net. Im eige­nen Leben treibt es mich in den Wahnsinn. Ich hätte gerne darauf verzichtet, meine Mit­men­schen als NPCs wahrzunehmen. 

    Von den Älteren höre ich nur „So gut wie jet­zt ging es uns noch nie.“ Wer nur noch 15 bis 20 Jahre vom Leben hat, kann auch vom Licht erlosch­en­er Sterne leben. Für diese Ziel­gruppe wurde der Slo­gan „das beste Deutsch­land, das wir je hat­ten“ geschaf­fen. Ein Geniestre­ich. Da spielt es offen­bar kaum eine Rolle, dass vor den eige­nen Augen die Wirtschaft zer­schla­gen, die Energie unbezahlbar gemacht, die Lebens­grund­la­gen zer­stört, die Frei­heit ver­wirkt und das Land an Moslems verteilt wird. Sel­bige Leute tun aber weit­er so, als kön­nte man blind noch nach dem Wertekanon von vor 2015 leben. „Du hat­test ja nie Zeit wegen Kar­riere, Kar­riere, Kar­riere. Und bist du jet­zt mal mit irgend­was erfol­gre­ich?“ Nö. Ich bin ein Vol­lver­sager, ein Trot­tel. Nur noch 61% der Mil­lenial-Gen­er­a­tion gelangt zu einem Mit­telk­lasse-Einkom­men und Lebensstil (https://www.oecd.org/employment/German-Middle-Class-2021-Highlights.pdf). Und auch unter denen gibt es einen beträchtlichen Anteil von Erfol­glosen, die in sub­ven­tion­ierten Zom­bi­un­ternehmen, unsin­ni­gen staatlichen Stellen, dem GEZ-Funk oder den NGOs rumlungern.

    Kann mir jemand mal ein r3-Anschluss oder einen K94-B-Kabel reichen? Ich will mich wieder an die Matrix ank­a­beln. Ich will die blaue Pille schluck­en. Ich wollte nicht wis­sen, dass Men­schen so sind. Ich bin ein­sam und es ist unreparier­bar. Nie­mand ver­ste­ht mich. Die Klu­gen sind im inneren Exil. Ich weiß nicht, wem ich noch ver­trauen kann. Ich weiß nicht, wie ich mich noch men­schlich öff­nen kann, ob jemals noch so etwas wie ein roman­tis­ches Leben möglich sein wird, ob jemals noch ver­lässliche Fre­und­schaften geknüpft wer­den kön­nen. Ich lebe jet­zt in der Social-Distancing-Dystopie. 

    Sollte ich Omi­cron und seine Nach­fol­ger als deut­lich harm­los­er ein­schätzen als die ganzen Boost­er-Imp­fun­gen, werde ich gefäng­nis­reif. Und wenn ich mir die Sprach­polizei so anschaue, ist es eh eine Frage der Zeit, bis ich in den Bau wan­dere. Ich hab kein Akif-Pir­inc­ci-Geld und der hat es selb­st auch nicht mehr. Neben­bei bemerkt, hab ich viel Respekt vor sein­er Courage. Wer nicht wegen Volksver­het­zung verurteilt wurde, ist kein richtiger Mann. 

    Die Kolum­nistin, Repor­terin und Autorin Katie Hop­kins wurde mal als Radiomod­er­a­torin gefeuert, weil sie „final solu­tion“ getwit­tert hat. Während wir im Deutschen ohne mit der Wim­per zu zuck­en die let­zte Zahl unter jed­er län­geren Rech­nung als „Endlö­sung“ beze­ich­nen, kann man für die Wort­gruppe „final solu­tion“ kon­tex­tun­ab­hängig gefeuert wer­den. „Woke“ ist eine Willkürherrschaft und jed­er kann unter jedem Vor­wand kalt­gestellt werden. 

    Und was ist mit uns, die sich mal kri­tisch geäußert haben, mit Klar­na­men und/oder mit Gesichtzeigen? Was passiert mit den ganzen Hut­bürg­ern der Repub­lik? Früher oder später ist die Exis­tenz ver­nichtet. Kein Men­sch arbeit­et vom 16. Leben­s­jahr bis zum Rentenein­tritt im gle­ichen Betrieb. Irgend­wann sitzen wir (wenn über­haupt noch) bei einem Vorstel­lungs­ge­spräch und wer­den wegen dieser oder jen­er regierungskri­tis­chen Aus­sage gegrillt. Und dann? Jed­er hofft, dass alles vorüber ist, bis er einen neuen Arbeit­splatz braucht, bis er auf andere angewiesen sein wird. Aber ist es bald vor­bei? Ich sehe über­haupt keine Anze­ichen, dass die Dum­men sich endlich mal wieder auf ihren Hin­tern hock­en und ihre Mit­men­schen in Ruhe lassen. Ich sehe keine Anze­ichen, dass ein Bewusst­sein geschaf­fen wird, dass Men­schen unrecht getan wurde, und sie reha­bil­i­tiert wer­den müssen. Ich sehe keine Deeskala­tion. Ich sehe Eskala­tion. Ich sehe Armut auf uns zukom­men. Ich sehe Gewalt auf uns zukom­men. Ich weiß nicht, wer von den Unter-40-Jähri­gen an eine Rente glaubt, wenn die Autoin­dus­trie zugusten des Elek­troau­tos abgewrackt wird, Kraftwerke abgeschal­tet wer­den und die Regierung alles zur Demo­tivierung der ange­blichen „Nazis“ macht. Wer­den die EKD-Schwätzer und Talk­show-Laber­er die Wertschöp­fung wup­pen? Wer­den wir Bäume pflanzen und Steine hauen für die Rente?

    Zur Naiv­ität von Ste­fan Zweig fällt mir der rel­a­tiv unbekan­nte Roman „unsere Töchter die Nazi­nen“ von Hermy­nia Zur Mühlen ein. Das Buch erschien 1934 und es ste­ht schon alles drin, was man hin­ter­her ange­blich nicht gewusst hat­te. Nur eine irri­tierende Aus­sage durchzieht den Roman von vorne bis hin­ten. Die Zeit­en wür­den zwar wieder fin­ster, aber man werde das Unheil schon abwen­den kön­nen, denn immer­hin sei der Krieg vor­bei. Ja, 1934 war der Krieg endlich vor­bei. Wir hat­ten aus ihrer Geschichte gelernt.

    • Ich weiss nicht wo Sie wohnen oder welch­es son­st Ihre Randbe­din­gun­gen sind. Ich kann nur sagen, ich gehe jede Woche raus. In fol­gen­dem Sinn:

      https://reitschuster.de/post/zehntausende-gegen-corona-massnahmen-auf-der-strasse/

      Ein­fach ein­mal durch­scrollen. Ich schreibe oder ver­spreche hier keine Loe­sun­gen, ich habe auch meine Paeckchen inner- und ausser­fa­mil­i­aer durch diesen Sch… jeden Tag zu tragen.
      Es ist aber hil­fre­ich, andere Leute der ver­schieden­sten Hin­ter­gru­ende — auch Junge zu mein­er pos­i­tiv­en Ueber­raschung! — zu tre­f­fen und sich auszu­tauschen. Und jede Woche wer­den es bis jet­zt deut­lich mess­bar mehr. Die Polizei kommt bei mit­tler­weile z.B. ueber 100 Orten allein in Sach­sen logis­tisch an Gren­zen. Schreiben Sie sich die Fin­ger weit­er wund, aber belassen Sie es nicht dabei.

      • Danke, dass Sie auf die Straße gehen. Je lauter wir Leisen unseren Hass tösen, umso bess­er. Ich hat­te zu den Sam­stag­protesten ein Youtube-Video gemacht. https://www.youtube.com/watch?v=DkUTIxKcVfM
        Dort ver­such ich immer auf Englisch nach außen zu kom­mu­nizieren. Erfol­g­los natürlich. 

        Übri­gens hat die “Anti-Gre­ta” Nao­mi Seibt ihren (i.d.R. englisch sprachi­gen) Youtube-Kanal einge­büßt. Ihre eben­falls umtriebige Mut­ter, die Anwältin Karo­line Seibt, hat sich bish­er jeden­falls juris­tisch nicht dage­gen wehren kön­nen. Die FDP-Plus-Koali­tion hat schon angekündigt, stärk­er gegen unseren So-da-Hass im Inter­net und auf der Straße vorzugehen.

  9. Ja, wir sind zu Treib­holz gewor­den im Ozean der Zeit und Bedräng­nisse, wahre, fast philosophis­che Worte, lieber Herr Letsch! Auch wenn ich den deutschen­feindlichen Ton des Buch­es von Brown­ing nicht goutieren kann, füh­le ich mich doch gegän­gelt und ins Abseits gedrängt und an die fin­ster­sten Zeit­en in Europa erin­nert, als Tsche­ka und Stasi ihre Ver­brechen began­gen. Einen “Imp­fausweis” zeigen, um einen Glüh­wein zu trinken? Das hätte es früher nicht gegeben!

  10. Laut dem mit­tler­weile “ehe­ma­li­gen” Min­is­ter für Gesund­heit bin ich spätesten Anfang April sowieso tot (ungeimpft & unge­ne­sen). Jedes solch­er offen­sichtlichen Bla-Blas der Regierungs­granden ist sakrosankt und wird von ÖRR und Presse nicht weit­er the­ma­tisiert. Es ist schlicht keine Sit­u­a­tion darüber hin­aus noch erdenkbar, die für die Masse mein­er Mit­men­schen, Anlass zum Wider­spruch böte. Das Chi­na-Virus führt uns vor.

    • Lieber Roger, zu der Frage “Doch warum sagen dann jene, die gestern noch „Der Staat ist nicht dein Fre­und“ riefen, heute „Mach‘, was der Staat dir sagt“? antworte ich: Weil der Staat mit­tler­weile dort ist, wo die ihn haben woll­ten. Ist doch klar.. Gruß, Michael

  11. Ich(61) komme “nach Hause” in eine Heimat von der ich überzeugt war , sie 1989 für immer ver­lassen haben, zurück in eine Dik­tatur. Wie gut ich das kenne: die Anpasserei, die Aufgek­lärten, Fortschrit­tlichen, das Denun­zianten­tum, die, die ein­fach dazuge­hören wollen, “wir sagen wollen”(Hannah Arendt), die Feigen und die Desinteressierten.
    Ich lei­de, psy­chisch, kör­per­lich, ich bin verzweifelt, ich wehre mich, bin sicht­bar und hör­bar- noch.
    Ich ver­suche in mein­er Mitte und Würde zu bleiben. Meine Reflexe kenne ich noch aus der DDR, nun entwick­el­ter nach einem ganzen Leben…voller Irrtümer und Freuden.
    “Aushar­ren im nicht dazuge­hören wollen” Friedrich Niet­zsche ist ein­er mein­er Anker geworden.
    Meine erwach­se­nen Kinder in dieser Zeit zu wis­sen, bricht mir fast mein Herz. Mein unge­borenes Enkelkind, in welche Welt wird es geboren?
    Welch eine Zer­störung ‑und die Vögel besuchen das Fut­ter­häuschen vor meinem Fen­ster, die Natur ist so schön wie immer, wie damals auch.

    • Es war der Wun­sch nach Frei­heit, für die wir 1989 auf die Straßen gegan­gen sind, eine zeit­lang gelang es auch das zu leben. Ich im sel­ben Alter (60) wuchs zum Glück dik­taturkri­tisch auf, meinen Kindern habe ich das auch ver­mit­teln kön­nen, daher nehmen sie aus Ver­ant­wor­tungs­ge­fühl bis jet­zt Abstand von Fam­i­lien­grün­dung und Enkelsegen. Das ist zwar für Eltern trau­rig, wirft aber ein Bild auf den Zus­tand dieses Lan­des. Als gel­ern­ter DDR-Bürg­er hat man täglich ein Déjà-vu. Wichtig ist, dass man mor­gens noch selb­st in den Spiegel schauen kann.
      (Bet­ti­na Wegner/ 1978: “Sind so kleine Hände”)
      Grade, klare Menschen
      wärn ein schönes Ziel.
      Leute ohne Rückrat
      hab’n wir schon zuviel.

  12. Mir aus der Seele gesprochen. Ich spüre densel­ben Lei­dens­druck, den Schmerz und die Verzwei­flung. Auch darüber daß die, die sich zu Werkzeu­gen machen lassen das hier gar nicht erst lesen wer­den. Ver­nun­ft und Argu­mente sind macht­los gegen diese staatliche und medi­ale Propagandafeuerwerk

  13. Es ist lei­der so, daß all diese Aburteil­er und Besser­men­schen anscheinend schon so verblödet sind, daß sie die
    ein­fach­sten Mech­a­nis­men nicht kennen.
    Treibe einen Hund in die Ecke und prügele so lange auf Ihn ein, bis er ein Ein­se­hen hat.….…

  14. Ein her­vor­ra­gen­der, ein bril­lanter Text! Man merkt ihm den akuten Lei­dens­druck an, und das macht ihn wie das meiste, was derzeit von Rechtsstaat­be­wahrern pub­liziert wird, so unendlich viel stärk­er als die panikgetriebe­nen und zugle­ich bräsi­gen Recht­fer­ti­gun­gen der Demon­tier­er. Vielle­icht aber sind wir ein­fach noch zu nach­den­klich im Ton, zu ergeben defen­siv, zu selb­stzwei­flerisch und rel­a­tivierend. Vielle­icht müssen wir ungle­ich zorniger und lauter und agieren­der statt reagieren­der wer­den, um diese Flut noch eindäm­men zu kön­nen. Wie ich ver­mute, wer­den die näch­sten Eskala­tion­sstufen der Repres­sion – ver­stärkt durch die zunehmend paralysieren­den Erschei­n­un­gen der Wirtschaft­skrise – zwangsläu­fig zu ein­er let­zten Klärung der Frage führen, wohin die Reise geht. Mag sein, dass den Mächti­gen in Staat und Medi­en heute schon einge­flüstert wird, man könne jet­zt nicht mehr vor der eige­nen Radikalität zurück­we­ichen: “Son­st kom­men sie und holen euch!” Auch das ist eine Dynamik, die im Vor­feld von Dik­taturen gern in Gang kommt: nicht mehr brem­sen kön­nen, son­dern noch beschle­u­ni­gen müssen. Selb­ster­fül­lende Prophezeiun­gen allerorten.

  15. Alles vol­lkom­men richtig! Und warum marschieren wir ger­adeaus in die näch­ste Katas­tro­phe? Weil zu viele Men­schen niemals mit den Opfern des 20. umd 21. Jahrhun­derts mit­ge­fühlt haben. Inzwis­chen noch nicht ein­mal mehr auswendig gel­ernt, dass es sie über­haupt gegeben hat!

    • Genau das glaube ich allerd­ings grade nicht. Im Gegen­teil. Wir laufen in allen Rich­tun­gen, wirk­lich in Bezug auf alles gradewegs in die Katas­tro­phe, weil wie sach­liche Abwä­gun­gen, auch Risikoab­wä­gun­gen durch “Füh­lerei” erset­zt haben.

      Wir sehen plaka­tive “George Floyd” Bilder und ignori­eren, das Afroamerikan­er jedes Jahr so um den Fak­tor 6–7 mal mehr Afroamerikan­er umbrin­gen, als Weiße andere Weiße (oder Afroamerikan­er) und jedes zurückziehen der Polizei direkt zu mehr afroamerikanis­chen Opfern führt.
      Wir sehen ein plaka­tives Bild eines ertrunk­e­nen Kindes, das von seinem Vater auf eine lebens­ge­fährliche Reise geschleppt wurde, damit er sich auf ander­er Men­schen Kosten die Zähne repari­eren lassen kann — und sch**** auf Recht und Gesetz, verur­sachen Dutzende Mil­lar­den Schaden, weil wir nil­lio­nen­weise arbeits- und erwerb­sun­fähige Men­schen (die auch noch mas­siv krim­ineller sind) ins Land lassen, die von dem, was andere erar­beit­et haben, üppig ver­sorgt werden.

      Wir ruinieren uns, weil wir panis­che Angst bekom­men, weil ein ver­hal­tens­gestörtes, mond­gesichtiges Kind “How dare you” quäkt.

      Und wir sehen Bilder aus Berg­amo und kriegen gräus­liche Schilderun­gen darge­boten und vor lauter Angst und Mit­ge­fühl geben wir alle Frei­heit­en auf, die wir mal hatten.

      Nein, mehr “Gefühl” ist das abso­lut let­zte was wir brauchen, das ist die Ursache des ganzen Wahnsinns der let­zten 20 Jahre.

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