CDU - Annegret fürchtet, nicht Greta genug zu seinÜber­rascht vom Wahlaus­gang? Ich nicht. Kein biss­chen! Und die Reak­tio­nen der Wun­den leck­enden Parteigranden aus SPD und CDU am Tag danach belegt, dass man dort immer noch nicht begrif­f­en hat, warum ihnen das Wass­er bis zum Hals ste­ht. Für die SPD ist es ver­mut­lich bere­its zu spät, sich mit der Real­ität auseinan­derzuset­zen. Aber selb­st die Union geht offen­bar weit­er den Weg ihrer Selb­stab­schaf­fung, indem sie ver­sucht, sich immer noch stärk­er an die Grü­nen anzuwanzen. Die ini­tialen Fehler wur­den jedoch nicht erst im Wahlkampf gemacht, son­dern reichen min­destens fünf, wenn nicht gar zehn Jahre zurück.

Um das sehen zu kön­nen, muss man sich aber über die unter­schiedlichen Rollen im Klaren sein, die kon­ser­v­a­tive und linke oder grüne Kräfte in der Gesellschaft spie­len. Auf­gabe des Kon­ser­v­a­tivis­mus ist es, belast­bare Struk­turen zu schaf­fen und zu schützen, Auf­gabe der Linken hinge­gen ist es, diese Struk­turen vor der Ver­steinerung zu bewahren und Unnötiges zu zer­schla­gen. Sehr vere­in­facht aus­ge­drückt: Der Kon­ser­v­a­tivis­mus allein neigt zu Filz, linke Weltverbesserungsideen ohne Gegengewicht neigen der Anar­chie zu. Soweit, so nor­mal. Prob­lema­tisch wird es, wenn sich Kon­ser­v­a­tive als linke Ham­mer­schwinger betäti­gen, statt tra­gende Struk­turen zu bauen und zu erhalten.

Dabei schwang man den Ham­mer anfangs noch lust­los, wie die ein­schlägi­gen Videomitschnitte der Kan­z­lerin aus den frühen 2010-er Jahren zeigten. Und selb­st danach schlug man ger­ade in Sachen Kli­ma in der Union nie mit der Gewalt zu, wie es die Grü­nen ver­langten, ganz gle­ich, wie radikal die Reden der späteren „Kli­makan­z­lerin“ wur­den. Der kon­ser­v­a­tive Kern brem­ste erkennbar den Ham­mer­schwung, schwächte ab, verzögerte, beschwichtigte, vertröstete. Doch der Wider­stand wurde immer schwäch­er, mehr und mehr Kon­ser­v­a­tive ver­ließen ent­täuscht ihre ver­merkelte und entk­ernte Partei und kri­tisierten von der ver­meintlich falschen Seite des Flusses weit­er. Mit denen war man natür­lich fer­tig! Gegen die brachte man alle erden­klichen Abwehrgeschütze in Stel­lung, gegen diese ver­meintlich Abtrün­ni­gen baute man auch den gesamten Europawahlkampf auf. Die verbliebe­nen Kon­ser­v­a­tiv­en ver­sam­melten sich in der „Werte-Union“ und wer­den dort oft als lästige inner­parteiliche Oppo­si­tion wahrgenommen.

Macht kaputt, was nicht kaputt ist

Unter­dessen läuft die CDU jed­er noch so abwegi­gen Idee hin­ter­her, wenn darin nur möglichst plaka­tiv das Wort „Kli­maret­tung“ vorkommt. Das atmet Zeit­geist und die Medi­en fra­gen ja auch immer nach, was man da zu tun gedenke. Also adap­tiert man das The­ma. Krisen­zeit­en sind Poli­tik­erzeit­en, das wis­sen wir spätestens seit Churchill, Hel­mut Schmidt und Ger­hard Schröder, dem einst ein Hochwass­er die Kan­zler­schaft ret­tete. Nur waren dies alles echte Krisen, keine simulierten und absichtsvoll her­beiphan­tasierten! So wie There­sa May nicht glaub­haft von „Blood, toil, tears and sweat“ sprechen kön­nte, ist eine Mega­fon-War­nung bezüglich des Meer­esspiege­lanstiegs am Strand vor Sankt Peter Ord­ing unglaubwürdig.

Der Spa­gat aus Noch-Kon­ser­vatismus und Schon-Kli­maalarm zer­stört Glaub­würdigkeit statt sie zu verbessern. Eine Katas­tro­phe, die nur in der Ein­bil­dung existiert, kann in ein­er Demokratie keinen Machtzuwachs brin­gen. Man kann auch nicht schad­los schützend vor ein­er Wand ste­hen und gle­ichzeit­ig den Abris­sham­mer willkom­men heißen. Let­zter­er ste­ht den Grü­nen deut­lich bess­er, ver­sprechen diese doch, um einiges kräftiger und mitlei­d­los­er zuzuschla­gen, als es die Union in der Real­ität zu tun bere­it ist.

Die Union zögert und tak­tiert, wenn grüne Pläne für Ver­bote, Steuern, beschle­u­nigte Abschal­tun­gen und andere Zwangs­maß­nah­men anste­hen. Aber man exeku­tiert diese Pläne let­ztlich doch und ste­ht so als Kell­ner der Köche Baer­bock und Habeck da. Die Eigengewächse der Ideenge­ber aus „Junger Union“ und „Wer­te­u­nion“, denen man kaum Gehör schenkt, macht man stattdessen ver­ant­wortlich für das schlechte Abschnei­den der Union. Nach­dem Merkel ihre Partei lange Zeit gar nicht sozialdemokratisch genug zurechtschleifen kon­nte, soll Kramp-Kar­ren­bauers Truppe heute ein­fach mehr wie Gre­ta wer­den. Doch was bei der SPD noch funk­tion­ierte (Min­dest­lohn), will mit dem unret­tbaren Kli­ma so gar nicht gelin­gen. Die Wäh­ler goutieren solche inhaltliche Cam­ou­flage jedoch nicht, die entschei­den sich lieber gle­ich für das Orig­i­nal – und wählen eben grün.

Es grünt so grün – Schule in Deutschland

Und war das nicht genau so zu erwarten? Wer heute 18 bis 25 ist, hat bere­its ein voll­ständig ide­ol­o­gisch über­formtes Schul­sys­tem hin­ter sich gebracht, hat um Eis­bären geweint, kann einen per­fek­ten Wochen­plan zur kli­ma­neu­tralen Lüf­tung eines Klassen­z­im­mers auf­stellen und wohnt heute über­wiegend in den großen Städten mit guter ÖPNV-Anbindung, ohne Auto und Führerschein, aber gut ver­net­zt. Jahre­lang schossen die päd­a­gogis­chen NGOs mit dunkel­grün­er Agen­da ger­ade in den Großstädten wie Pilze aus dem Boden, finanziert und unter­stützt von Parteien, Stiftun­gen, Min­is­te­rien oder Hash­tag-Ini­tia­tiv­en. Zwis­chen deren Agen­da und das Wahl­pro­gramm der Grü­nen passt kein Blatt Recyclingpapier.

Dazu kommt, dass seit mehr als zehn Jahren und in schriller Steigerung die Medi­en vor der dro­hen­den Kli­makatas­tro­phe war­nen. Selb­st die Zeu­gen Jeho­vas tre­f­fen heute vor­sichtigere Aus­sagen bezüglich des Wel­tun­ter­gangs als ZEIT, SZ oder Spiegel. Die Steigerungs­vok­a­beln gehen ihnen bald aus, denn aus Fra­gen­den und Skep­tik­ern wur­den Leugn­er gemacht, die immer weit­er krim­i­nal­isiert wer­den, bis als ver­bales Endergeb­nis nur der „Kli­maver­brech­er“ oder „Kli­mamörder“ übrig­bleibt. Kan­z­lerin und CDU-Parteiper­son­al kön­nen gar nicht schnell genug applaudieren und ver­sprechen das Blaue vom Klimahim­mel, wenn sie den Triple-F-Schulschwänz­ern artig die Hände küssen und ihnen für ihr poli­tis­ches Engage­ment danken. Hat­te man ern­sthaft im Sinn, dass die Kli­ma­ju­gend dies in klin­gen­der Wäh­ler­münze vergilt? Luisa Neubauer, die deutsche Aus­gabe von Gre­ta Thun­berg, kann sich über ein Stipendi­um der grü­nen Böll-Stiftung freuen. Wo Luisa wohl am Son­ntag ihr Kreuz gemacht hat?

Hat im Kon­rad-Ade­nauer-Haus ern­sthaft jemand geglaubt, eine Jugend, die Gen­tech­nik ver­teufelt, CO2 für ein Gift hält, die Größe des deutschen ökol­o­gis­chen Fußab­drucks genauer ken­nt als die Herkun­ft ihres eige­nen Smart­phones und fre­itags das Kli­ma ret­tet, gehöre zu ihrer Kernziel­gruppe? Doch, genau das glaubte man! Deshalb war man auch so über­rascht von jen­em Rezo-Video, denn aus dieser Rich­tung hat­te man keinen Schuss, son­dern stilles Ein­vernehmen erwartet. Und das glaubt man übri­gens immer noch, weshalb es nach der Wahl kein Hal­ten mehr gibt: man habe den Kli­maschutz ver­nach­läs­sigt bei der CDU und würde nun hoch und heilig ver­sprechen, das The­ma noch viel viel ern­ster zu nehmen. Nicht die unre­flek­tierte Über­nahme grün­er Utopi­en sei das Prob­lem gewe­sen, son­dern der eigene Kon­ser­vatismus! Darauf muss man als dedi­ziert kon­ser­v­a­tive Partei erst mal kommen!

CDU zermürbt von grüner Utopie

Denkt man wie ein Klimahys­terik­er, genügt es näm­lich nicht, Gre­ta zu loben, ihre Hand zu schüt­teln und hin­ter­her zu ver­suchen, sich mit Sachzwän­gen, Prag­ma­tismus und “erwach­se­nen Argu­menten” Zeit zu kaufen. Es gilt, durch und durch wie Gre­ta zu wer­den und sofort zu han­deln, wie Gre­ta befiehlt. Das zu ver­mit­teln, gelingt den Grü­nen deut­lich glaub­würdi­ger. Schon deshalb, weil sie momen­tan noch nicht liefern müssen. Doch immer noch steckt die Union in dem Wahnsinn fest, noch schneller noch grün­er wer­den zu wollen.

In von Panik durch­drun­genen State­ments und Analy­sen gibt man die Schuld an der Wahlschlappe aus­gerech­net den paar restlichen Kon­ser­v­a­tiv­en in der CDU und der „Jun­gen Union“, die man wohl am lieb­sten schließen und durch die „Grüne Jugend“ erset­zen würde. Kon­ser­v­a­tive Stand­punk­te wer­den weit­er­hin dif­famiert, „out­ge­sourced“ und für ewiggestrig erk­lärt, weil sie samt den sie vertre­tenden Köpfen zwangsläu­fig bei der AfD oder den Freien Wäh­lern lan­den. Doch die CDU kann machen was sie will, so grün wie die Grü­nen kann sie niemals werden.

Wenn wie pos­tuliert derzeit tat­säch­lich der Kli­mawan­del das Haupt­prob­lem der Men­schheit wäre (was ich aus­drück­lich bestre­ite), wären die Grü­nen und nicht die CDU die beste Partei, mit dem Prob­lem umzuge­hen. Pech für die CDU, dass sie dieses hirn­ris­sige Pos­tu­lat selb­st ver­tritt. Den Prozess ihrer Selb­stzer­fleis­chung zu beobacht­en, dürfte momen­tan das größte Pläsir von Robert Habeck sein, weshalb er wohl ger­ade so gern und ohne zu grin­sen von „Demut“ spricht, denn soviel unver­langte Schützen­hil­fe vom poli­tis­chen Geg­n­er ist schon eine feine Sache, da kann man ruhig mal demütig applaudieren.

Von fast über­all her wird nach der EU-Wahl gemeldet, dass die CDU kapit­uliert hat, nicht zulet­zt aus AKK’s Heimat Saar­land, wo auch Min­is­ter­präsi­dent Hans ein „Umdenken beim Kli­maschutz“ fordert. Die Kan­z­lerin auf Tauch­fahrt ins Nichts, ihre desig­nierte Nach­fol­gerin, schlot­ternd vor Angst vor ein paar YouTu­bern, bringt schon mal medi­al einge­hegte Wahlkämpfe ins Gespräch, verken­nend, dass wir die – auch auf Betreiben ihrer Partei – längst haben: jede Partei, von der Union bis zur Son­neborn-Komik­ertruppe erk­lärte sich zum Ret­ter Europas vor den „Pop­ulis­ten“ – und dabei war ihnen jedes, wirk­lich jedes pop­ulis­tis­che Mit­tel recht! Diese Pop­ulis­ten seien durch­weg Zer­stör­er, Leugn­er, Ver­nichter! Heute Europa, mor­gen das Kli­ma und über­mor­gen die ganze Welt. Resos viraler Run­dum­schlag klang für mich auch nicht anders als das Kam­pag­nen­ma­te­r­i­al, das seit Jahren gegen die AfD in Stel­lung gebracht wird. Wie der Eskapis­mus von See­hofer, Kar­liczek, Steg­n­er oder Maas ist auch der des YouTu­bers Rezo auf der eige­nen Farbe des poli­tis­chen Spek­trums merk­würdig blind. Zu dumm nur, wen­n’s auch mal die selb­ster­nan­nten “Guten” trifft.

Die Feigheit der Union

Zu feige, auf kon­ser­v­a­tive Werte zu beste­hen, zu tra­di­tionell, sie ganz aufzugeben, zu phan­tasie­los, die Klimahys­terie abzu­mildern und in erträgliche Bah­nen zu lenken – wenn nicht gar in sin­nvolle. Stattdessen lässt die Union es zu, dass nach und nach ein ganzes Land in den Über­lebens­modus schal­tet und jed­er Sekun­darschüler bei Niesel­re­gen in der Eifel am lieb­sten in eine Arche sprin­gen möchte, weil er glaubt, die Welt gehe bald unter. Es sieht derzeit nicht so aus, als könne dieses Land noch ohne Blessuren zur Ratio­nal­ität zurück­find­en. Man kön­nte fast den Ein­druck haben, dass ein aus­gek­lügel­ter Plan dahin­ter steckt und die CDU sich vom Ack­er und aus der Ver­ant­wor­tung begeben möchte, bevor sie sel­bige frei­willig an die Grü­nen übergibt, die es dann zu Ende brin­gen kön­nen, das Pro­jekt „Zurück ins vor-indus­trielle Paradies“.

So gese­hen wäre es nur fol­gerichtig, dass es der grüne Kan­zler Habeck sein wird, der, nach­dem er in merkelsch­er Manier 2021 ein Mora­to­ri­um über die verbliebe­nen Atom- und Kohlekraftwerke ver­hängt hat und dafür von der begeis­terten Gre­ta-Jugend auf Hän­den durch den Ham­bach­er Forst getra­gen wurde, den Deutschen den sich anschließen­den zwei­wöchi­gen Black­out erk­lären muss.

Bis dahin, liebe CDU, hätte ich einen Plakat-Slo­gan für euch, der sehr viel konkreter ist als euer „Für Deutsch­lands Zukun­ft“. Denn damit Deutsch­land über­haupt noch eine Zukun­ft hat, ste­ht fol­gen­des bomben­fest, auch wenn ihr das überse­hen habt: „Das Netz ist nicht der Speicher!“

Vorheriger ArtikelBienen retten, Erdbeeren kaufen!
Nächster ArtikelZurück aus Prag

18 Kommentare

  1. Links und Rechts ist vielle­icht das Eine. Das andere sind Kopf und Bauch.

    Seit 1968 kippt die Agen­da der „Gle­ich­stel­lung“ zur Förderung frauen­gerechter Poli­tik. Es geht nicht mehr wie um Pla­nung, Fortschritt und Schaf­fung von Neuen, wie wir das noch in den Siebziger hat­ten. Eine durch und durch fem­i­nisierte Gesellschaft schlägt jegliche nüchterne Analyse in den Wind und fol­gt jed­er emo­tionalen Hitze­wal­lung der MINT-Ignorantinnen.

    Vor­bei sind die Zeit­en, in denen die Jugend Rech­nen, Schreiben und Lesen lernte und dann die harten Inhalte von Erd­kunde, Biolo­gie, Physik und Chemie. Ger­ade in den unteren Klassen sind 95% aller Lehrerin­nen weib­lich. Also ler­nen die Schüler Schreiben nach Gehör, Malen nach Zahlen, Labern, Bauch­fühlen und Befindlichkeitsgeseihere.

    Schrott rein, Schrott raus. Kein Wun­der, dass Rechtschrei­bung und Fremd­sprachenken­nt­nisse sich im freien Fall befind­en, Inge­nieure nichts mehr auf die Rei­he bekom­men, aber Narziss­mus und Selb­stüber­schätzung ungeah­nte Blüten treiben. Das Ergeb­nis ist ein IQ von Null Grad Kevin.

    Die Quoten­gre­tels beuten im Wesentlichen nur das herrschende Par­a­dig­ma aus statt Neues aufzubauen. Und wenn sie dann alles kaputt gekriegt haben, dür­fen es die Män­ner wieder repari­eren. Not­falls mit Uniform.

  2. Pre Scrip­tum:

    “Aber ich frage mich – und bin mit dieser Frage nicht allein – warum Du nicht auch was eigenes aufziehst.”

    Ich kam lei­der nicht dazu, diese Frage früher beant­worten, da mich das Uni­ver­sum mit ein­er fre­undlichen… Ähm, Krankheit wäre falsch, und ein Unfall wars auch nicht wirk­lich… Ach, egal. Ich war ver­hin­dert. Das Uni­ver­sum bot mir eine Gele­gen­heit, mal meine Medi­zinken­nt­nisse aufzufrischen. Ich hab viel gelernt.

    Ich glaube, dass die Antwort auf die Frage eine Mis­chung aus Faul­heit, und dem Wun­sch, keine Angriffs­fläche zu bieten, ist. Als klein­er Radikaler mit 4chan-Sozial­isierung müsste ich ständig damit rech­nen, von irgendwelchen Law­fare-Abteilun­gen zer­legt zu wer­den, sollte eine solche aufmerk­sam wer­den. Es gibt zu viele Geset­ze, die ich nicht beacht­en möchte. Abge­se­hen davon halte ich es nicht für aus­geschlossen, dass kleine Radikale in 20 Jahren im Gulag wohnen wer­den, was eben­falls eine Rolle spielt.

    Scrip­tum:

    »Der Kon­ser­v­a­tivis­mus allein neigt zu Filz, linke Weltverbesserungsideen ohne Gegengewicht neigen der Anar­chie zu.

    Dann ist die bun­desweit bekan­nte Köl­ner Stadtregierung also kon­ser­v­a­tiv, und der pop­ulär­lib­ertäre Teil der Trump-Fans sind linke Weltverbesser­er? Neeee, das kann nicht stim­men. Und was ist mit solch ultra­kon­ser­v­a­tiv­en Anar­chis­ten wie Hans-Her­mann Hoppe? Ein großer Teil der anar­chis­tis­che Lib­ertären hat sich schon vor Jahren auf die Seite der Alt-Right geschla­gen, weil Massenein­wan­derung in die Unter­schicht zu mehr Staat und mehr Linkswäh­lern führt. Das bringt mich zu einem weit­eren Punkt, der an Dein­er Aus­sage nicht stim­men kann: Links führt nicht zu Anar­chie, son­dern zu mehr Staat. Die Real­isierung der Weltverbesserungsideen erfordert neue Geset­ze und zusät­zliche Staats­di­ener, und deren Scheit­ern führt zu Kon­flik­ten, deren Ein­hegung neue Geset­ze und zusät­zliche Staats­di­ener erfordert. 

    Ich füh­le mich deshalb, als überzeugter Anar­chist, von Dein­er Behaup­tung, linke Weltverbesserung würde zu Anar­chie führen, ern­sthaft belei­digt, und denke, dass ein poli­tis­ches Koor­di­naten­sys­tem, das zu diesem Schluss führt, offen­sichtlich fehler­haft ist. Ich empfinde es als weitaus nahe­liegen­der, dass Rechts und Links keine Gegen­sätze sind, son­dern, dass diese Strö­mungen miteinan­der kooperieren, und sie ein Kartell bilden, das ein gemein­sames Ziel ver­fol­gt. Dadurch hat man eine Sit­u­a­tion, die man an einem Markt als “Mark­tver­sagen” beze­ich­nen würde. Nur halt nicht sel­ten, beschränkt, und in Aus­nah­me­fällen, son­dern als zen­trales Organisationsprinzip.

    Natür­lich kön­nte ich es jet­zt ein­fach bei der Behaup­tung belassen, dass Dein Koor­di­naten­sys­tem fehler­haft ist, und meins nicht. Aber das wäre lang­weilig. Da ich kein Kon­ser­v­a­tiv­er bin, mache ich dur­chaus gerne Dinge kaputt. Pass auf:

    Es ist unzutr­e­f­fend, Angela Merkel zu unter­stellen, sie würde irgendwelche Struk­turen zer­stören. Im Gegen­teil. Sie baut zusät­zliche Struk­turen auf. Durch ihren links­dieweltverbessern­der Atom­ausstieg wurde die Energiev­er­sorgung nicht anar­chis­tis­ch­er, son­dern stärk­er reg­uliert, und der Staat erlangte zusät­zliche Macht. Zudem wurde ein weit­er­er Präze­den­z­fall geschaf­fen, der eine recht­mäßige defac­to-Enteig­nung von Investi­tio­nen in Mil­liar­den­höhe auch in Zukun­ft ermöglichen wird.

    Dieses Motiv wird auch mit der Kli­maret­tung verfolgt:

    Die fak­tis­che Aus­gangslage ist, dass das Kli­ma der Erde anscheinend wärmer wird, und Men­schen vielle­icht bis wahrschein­lich etwas damit zu tun haben. Let­ztere These basiert auf Com­put­er­mod­ellen, die jedoch zu niedrig auflösend sind, um ein aus­sagekräftiges Ergeb­nis zu liefern. Das wichtig­ste Treib­haus­gas ist Wasser­dampf, jedoch fehlt die Rechenka­paz­ität um Wolken­bil­dung zu simulieren, die einen maßge­blichen Ein­fluss auf die Albe­do, und damit auf die Energiebi­lanz der Erde, haben. Die derzeit­i­gen Kli­mamod­elle sind so unzu­ver­läs­sig, dass sie nur dann mit den bish­eri­gen Mess­dat­en übere­in­stim­mende Ergeb­nisse liefern, wenn man die zugrun­deliegen­den physikalis­chen Vari­ablen, wie zum Beispiel die IR-Absorb­tion­srate von CO2, verän­dert. Man hofft, damit ein kom­plex­es Mod­ul in einem kom­plex­en Sys­tem näherungsweise in ein­er ein­fachen Vari­able zu erfassen. Was dabei her­auskommt, ist eine von den Naturge­set­zen inspiri­erte Mas­chine, deren Para­me­ter so geset­zt sind, dass ihre Aus­gabe eine Ver­gan­gen­heit­sprog­nose bildet. Inwieweit Zukun­ft­sprog­nosen solch­er Maschi­nen zuver­läs­sig sind, ist jedoch fraglich. Ums mal wohlwol­lend auszudrücken. 

    Darüber hin­aus ist es eine ungek­lärte Frage, ob eine Kli­maer­wär­mung, unterm Strich über­haupt ein Prob­lem ist, da kalte Regio­nen dadurch deut­lich wärmer (aka. bewohn­bar­er) wer­den, während die Erwär­mung warmer Regio­nen viel schwäch­er aus­fällt. Dies ergibt sich näm­lich auch aus den Mod­ellen, und zwar selb­st dann, wenn man die physikalis­chen Vari­ablen nicht manipuliert.

    Man hat also die Aus­gangslage, dass es da wahrschein­lich eine möglicher­weise men­schengemachte Entwick­lung gibt, die vielle­icht mal ein Prob­lem wer­den kön­nte, vielle­icht aber auch ein Segen. So weit, so undramatisch. 

    Nun beschreibe ich mal die “Lösung” dieses “Prob­lems”:

    Die Lösung dieses Prob­lems sind mas­sive Ein­griffe in die Wirtschafts­frei­heit, mas­siv erhöhte Steuern und Abgaben, und dadurch eine mas­sive Erhöhung der Leben­skosten und Ein­schränkung der per­sön­lichen Frei­heit von jedem, der das Pech hat, unter einem solchen Regime zu leben, sowie natür­lich auch eine riesige Umverteilung in Rich­tung der Unternehmen, die vom Staat als “Kriegswichtig” eingestuft wer­den. Dies alleine genügt jedoch nicht, da diese Vorge­hensweise weltweit imple­men­tiert wer­den muss, um wirk­sam zu sein. Das Prob­lem, das ein­er weltweit­en Imple­men­tierung im Weg ste­ht, ist, dass es ein Stan­dortsvorteil ist, keine Klim­age­set­ze zu erlassen. Wenn Klim­age­set­ze nur von einzel­nen Län­dern erlassen wer­den, dann ver­ar­men diese Län­der, während alle anderen reich­er wer­den. Was sich daraus ergibt, ist, dass die langfristige Behe­bung des Kli­mawan­dels mit­tels CO2-Reduk­tion eine Wel­tregierung erfordert, die alle Regio­nen gle­icher­maßen dazu zwingt, Klim­age­set­ze zu erlassen. Frei­willige Abkom­men sind bere­its gescheit­ert, und eine Wel­tregierung ist der einzige Weg, auf dem eine weltweite Reduk­tion des CO2 Ausstoßes noch möglich wäre.

    Wie drama­tisch. Fol­gende Links bein­hal­ten eine Auflis­tung alter­na­tiv­er Technologien:

    https://en.wikipedia.org/wiki/Solar_radiation_management
    https://en.wikipedia.org/wiki/Climate_engineering

    Und hier ist ein, für Pri­vat­per­so­n­en zudem noch legaler, Ansatz, mit dem Don­ald Trump kraft seines Pri­vatver­mö­gens, die Kli­maer­wär­mung noch vor seinem 2020-Wahlkampfs höch­st­per­sön­lich beheben kön­nte, ohne auf Steuergelder zurückzugreifen:

    https://en.wikipedia.org/wiki/Stratospheric_aerosol_injection

    Zusam­menge­fasst ließe sich also sagen, dass es da vielle­icht ein Prob­lem mit dem Kli­ma gibt. Es gibt auch ver­schiedene Lösungsan­sätze. Einige sind bil­lig und leicht prak­tizier­bar. Andere machen die gesamte Men­schheit ärmer, reduzieren die indi­vidu­elle Frei­heit der gesamten Welt­bevölkerung, erfordern eine Ausweitung von Staat­en, wie es sie noch nie gegeben hat, und haben der­maßen neg­a­tive Kon­se­quen­zen, dass sie nicht ohne eine Wel­tregierung funk­tion­ieren kön­nen, vor der man nicht mehr fliehen kann.

    Und da man sieht, dass die demokratisch gewählten Poli­tik­er ein­heitlich die Lösun­gen in Erwä­gung ziehen, die ihnen den meis­ten Machtzuwachs ver­sprechen, während 90% der Leser dieses Texts vom Rest noch nie etwas gehört haben…

    Kön­nte es sein, dass der Prob­lem der bil­li­gen Lösun­gen darin beste­ht, dass sie ohne aus Ausweitung von Staat­en, ja, teil­weise sog­ar ganz ohne Staat­en, auskom­men? Wür­den nicht sofort die Emis­sion­srichtlin­ien herange­zo­gen wer­den, sollte ein reich­er Phil­an­throp auf die Idee kom­men, den unmit­tel­bar bevorste­hen­den Wel­tun­ter­gang mit­tels Schwe­felein­bringung in die Stratosphäre abzuwen­den? Atom­kraft, die zumin­d­est eine Teil­lö­sung der CO2-Prob­lematik sein kön­nte, und die eben­falls ganz unab­hängig vom Staat funk­tion­iert, hat man schließlich auch verboten. 

    Abschließend würde ich, als überzeugter Anar­chist, gerne den Gedanken anre­gen, dass die Prob­leme, die auf diesem Blog besprochen wer­den, nicht von Anar­chis­ten oder zu Anar­chie führen­den Denkrich­tun­gen verur­sacht wer­den, son­dern sich die Verur­sach­er dieser Prob­leme gemein­hin unter dem heutzu­tage pop­ulären Ober­be­griff “Demokrat­en” einord­nen lassen. Damit schließe ich auch Kon­ser­v­a­tive ein, denn jed­er Bestandteil des Prob­lems hält sich selb­st für die Lösung, und ignori­ert so seine Ver­ant­wor­tung. Ihr macht einen Zus­tand per­ma­nen­ten Mark­tver­sagens zum ord­nen­den Prinzip Eur­er ganzen Gesellschaft, der sys­tem­a­tisch und über­all zu solch katas­trophalen Entschei­dun­gen führt, wie ich sie im Bezug auf den Kli­mawan­del dargelegt habe. Der Kli­mawan­del ist, als Wel­tun­ter­gangsszenario, ziem­lich mick­rig. Die Reak­tion darauf hinge­gen ist, wie in ein­er Demokratie üblich, um Größenord­nun­gen schlimmer. 

    Zuguter­let­zt noch ein Video, das wütend macht:

    https://www.youtube.com/watch?v=rE3j_RHkqJc

    Post Scrip­tum:

    Sollte sich irgend­je­mand fra­gen, weshalb dieser Text so lang ist, so möge er sich von mir wüst beschimpft fühlen. Der Rest auch. Nur um nie­man­den zu benachteili­gen. Gle­ich­heit, und so.

    • Ein Nach­trag:

      1. Errichte eine Ein­rich­tung, die über mehr absolute Macht und Reich­tum ver­fügt, als alle Feu­dal­herrsch­er zusammen
      2. Ermögliche es 80mio Men­schen, sich in dieser Ein­rich­tung um eine Herrscher­po­si­tion zu bewer­ben, und diejeni­gen, die am fähig­sten erscheinen
      3. Steck diese Auswahl in eine große Halle, und lass sie bestimmen
      4. https://i.ibb.co/QJjRcnc/jesus-hitler.jpg
      5. Oh scheiße

      Aber man soll ja Jedem ne zweite Chance geben. Also:

      1. Errichte eine Ein­rich­tung, die über mehr absolute Macht und Reich­tum ver­fügt, als alle Feu­dal­herrsch­er zusam­men, aber ver­bi­ete dies­mal Adolf Hitler
      2. Ermögliche es 80mio Men­schen, sich in dieser Ein­rich­tung um eine Herrscher­po­si­tion zu bewer­ben, und diejeni­gen, die am fähig­sten erscheinen
      3. Steck diese Auswahl in eine große Halle, und lass sie bestimmen
      4. Hip­pies mit Geschlecht­skrankheit­en und Sozialkun­deaus­bil­dung reißen die Weltherrschaft an sich
      5. Oh scheiße, dies­mal jedoch mit besser­er Unter­drück­ung­stech­nolo­gie, daher noch schw­er­er loszuwerden.

      Aber man soll ja allem eine zweite Chance geben. Also: 

    • Nur ein Thumbs-Down? Ich bin ent­täuscht, denn ich hätte mehr erwartet.

      Ich schiebe dieses eine Thumbs-Down mal darauf, dass ich gesagt habe, dass an Kli­maer­wär­mung etwas dran sein kön­nte. Dass Demokratie ihre mit nahezu absoluter Macht aus­ges­tat­teten Herrsch­er mit­tels ein­er Neg­a­ti­vauswahl auswählt, und ger­ade diejeni­gen in Macht­po­si­tio­nen bringt, die man als nor­maler Men­sch am wenig­sten dort haben will, dürfte ja unstrit­tig sein. Men­schen, die sich zum Herrsch­er eignen wür­den, wollen nicht herrschen, und wür­den sich fol­glich nicht um den Posten bewer­ben, während der Bewer­bung­sprozess in ein­er Demokratie ger­ade diejeni­gen miteinan­der konkur­ri­eren lässt, die die wenig­sten Skru­pel haben, und die es am stärk­sten nach Macht um der Macht willen zieht. Da Konkur­renz das Geschäft belebt, und in ein­er Demokratie das Vorhan­den­sein von Skru­pel eben­so ein entschei­den­der Nachteil ist, wie die Anwe­sen­heit von Macht­geil­heit ein Vorteil, hat man ein Sys­tem, das selb­st die naivsten Gut­men­schen, die keinem Marienkäfer ein Leid zufü­gen wür­den, zu total­itären Mon­stern wer­den lässt. Das selbe gilt für arme Postkarten­maler, die in ihrer Kind­heit zu oft den Hosen­bo­den ver­sohlt beka­men. Wer seine macht­geilen Psy­chopa­then aus einem Pool mit 80 Mil­lio­nen poten­ziellen Bewer­bern nach den eben genan­nten Kri­te­rien auswählt, der kriegt schon ziem­lich fähige Psy­chopa­then. Zumin­d­est, so lange es darum geht, deren Macht auszubauen. Das ist so offen­sichtlich, dass jed­er es sehen muss, der Augen hat. 

      Da ich also denke, dass Euch meine Aus­sage zur Kli­maer­wär­mung nicht passt, und ich gerne mehr Thumbs-Down haben möchte, würde ich mit Euch gerne ein Video teilen, in dem die Energie, die die Erde durchs zusät­zliche CO2 aufn­immt, mal mit der freige­set­zten Energie der größten Atom­bomben ver­glichen wird:

      https://www.youtube.com/watch?v=OpBnCY7wwaw

      Der nahe­liegende Schluss ist, dass Atom­bomben ein ver­gle­ich­sweise harm­los­es Spielzeug sind. Ich per­sön­lich finde zudem, dass man während der damit erzeugten Explo­sio­nen wun­der­schönes Bild­ma­te­r­i­al anfer­ti­gen kann, und würde, als ambi­tion­iert­er Hob­by­fo­tograf, gerne mal so nen Pilz knipsen. Naja, und die durch zusät­zlich­es CO2 in der Atmo­sphäre aufgenommene Energie für Euch harm­los ist, muss die von Atom­bomben freige­set­zte Energie doch noch viel harm­los­er sein. Atom­bomben set­zen ja nur einen ver­schwindend gerin­gen Bruchteil der Energie frei, die durch zusät­zlich­es CO2 aufgenom­men wird. Dürfte ich daher vorschla­gen, dass Ihr Eure Oppo­si­tion zum iranis­chen Atom­pro­gramm aufgebt? Das Energiee­quiv­a­lent einiger Sekun­den Son­nen­strahlung, das die Iran­er mit ein­er Uran235-Fis­sions­bombe freiset­zen kön­nten, würde doch nie­man­den stören, und ich bekäme dadurch vielle­icht sog­ar die Chance, einige schöne Fotos so eines kün­stlichen Son­nenauf­gangs zu knipsen. Übri­gens: Auch natür­liche Son­nenaufgänge wer­den, durch Staub in der Atmo­sphäre, sehr viel far­ben­prächtiger, und wür­den den ganzen Plan­eten ver­schön­ern! Und Ihr wollt es doch schön haben, oder?

      • Sor­ry, aber ich halte von Bittge­suchen eben­sowenig wie vom Wählen.

        Tat­säch­lich halte ich es für angemessen­er, Regierun­gen prinzip­iell als Despo­tien zu betra­cht­en, die für ihr Han­deln ver­ant­wortlich sind, und die deshalb entwed­er angemessen han­deln, oder auf­grund ihres Schadenspoten­zials mit der sel­ben Entschlossen­heit bekämpft wer­den müssen, mit der man toll­wütige Hunde erschießt. Toll­wütige Hunde würde ich sog­ar noch wohlwol­len­der behan­deln, weil ich denen keine Boshaftigkeit unterstelle.

        Solche Kum­merkästen wie Wahlen, Proteste, oder Peti­tio­nen sind doch nur ein Über­druck­ven­til, das demokratis­chen Regierun­gen Fehlver­hal­ten in einem größeren Umfang ermöglicht, als echte Despoten es hät­ten, weil es den Men­schen eine Möglichkeit gibt, so zu tun, als wür­den sie mit irrel­e­van­ten Hand­lun­gen etwas bewirken. 

        Ich erin­nere mal an den bemitlei­denswert pein­lichen Auftritt von Vera Lengs­feld und Hen­rik Broder, die dank ihrer Peti­tion, die Unmen­gen Arbeit gekostet hat, zehn Minuten lang an einem Kon­feren­ztisch mit eini­gen Poli­tik­ern sitzen durften, während denen ihnen klar gewor­den sein dürfte, dass Poli­tik­er in ihrer eige­nen Welt leben, und Kom­mu­nika­tion mit ihnen deshalb nicht möglich ist. Poli­tik­er erweck­en mith­il­fe ihrer PR-Abteilung während des Wahlkampfs lediglich den Ein­druck, dass man mit ihnen reden könne. Aber man kann es nicht, weil sie andere Maxi­men haben, als sie der Bevölkerung vorgaukeln. 

        Die Maxime, die alle gewählten Poli­tik­er ver­fol­gen, beste­ht darin, zum Eigen­nutz ihre Macht­ba­sis zufrieden­zustellen, und gewählt zu wer­den. Wenn dies ent­ge­gen der Ver­nun­ft und auf Kosten des All­ge­mein­wohls geschieht — was häu­fig der Fall ist — dann gewin­nen diejeni­gen, die sich nicht um Ver­nun­ft und All­ge­mein­wohl scheren. Diejeni­gen, die diese Maxime befol­gt haben, sind diejeni­gen, deren Namen man ken­nt. Diejeni­gen, für die Ver­nun­ft und All­ge­mein­wohl eine Rolle spielt, wur­den hinge­gen gle­ich zu Beginn ihrer Kar­riere ausgesiebt.

        An diese Men­schen ein Bittge­such zu stellen, oder Hoff­nung in sie zu set­zen, ist schon ziem­lich arm­selig, oder? Es ist, als würde man men­schlichen Abschaum anbet­teln, doch bitte bitte auf die Stimme der Ver­nun­ft zu hören, schließlich tut behan­delt man ihn doch so, als wäre er gar kein Abschaum, und ist sog­ar bere­it, ihm abends immer einen zu lutschen, wenn er nur das eigene Fle­hen erhört.

  3. „Die ini­tialen Fehler wur­den jedoch nicht erst im Wahlkampf gemacht, son­dern reichen min­destens fünf, wenn nicht gar zehn Jahre zurück“

    Oder bess­er: Jahrzehnte.
    Hein­er Geißler stellte bere­its in den 80ern ziel­be­wusst die Weichen, um die CDU für junge Frauen in einem linkslib­eralen Leben­sum­feld wählbar zu machen, man denke an den sog. „Frauen­parteitag“ 1985 in Essen und fol­gend das Label „mod­erne Großs­tadt­partei“, was nichts anderes als der Code­be­griff für die kom­plette inhaltliche Entleerung war. War nicht schon die unverän­derte Über­nahme der sozial­lib­eralen Ost­poli­tik und Recht­sre­form (Strafrecht, Fam­i­lien­bild etc.) durch die Union nach der Über­nahme der Regierungsver­ant­wor­tung 1982 die kom­plette Angle­ichung an den (damals) vorherrschen­den Main­stream? Die ver­sproch­ene „geistig-moralis­che Wende“ blieb ein inhalt­slos­er Wahlkampf-Slo­gan, der wohl von vorn­here­in lediglich wertkon­ser­v­a­tive Wäh­ler­schicht­en ani­mieren sollte, Richtschnur blieb der gesellschaftliche Main­stream („Poli­tik der Mitte“), der Man­date und Kabi­nettsses­sel garantierte.
    Damals war der Main­stream halt „sozial­lib­er­al“, heute wird er immer „grün­er“, anpas­sungs­bere­it war die Unions-Funk­tionärskaste aber gestern wie heute.

  4. “Annegret fürchtet, nicht Gre­ta genug zu sein”: Super auf den sprich­wörtlichen Punkt gebracht. Kom­pli­ment! Nützt nur lei­der nichts. Der Zug in Rich­tung Ökosozial­is­mus ist längst abge­fahren und rast immer schneller. Die Irrfahrt läßt sich nicht ein­mal mehr brem­sen, geschweige denn stop­pen (s. u. a. http://tinyurl.com/y53t35me). Union, SPD und über­wiegend auch die FDP kön­nen oder wollen nicht begreifen, dass sie sich der Ersatzre­li­gion Öko­hys­terie offen­siv wider­set­zen müßten, statt sich dem links­grü­nen Druck ängstlich oder gar anwanzend zu beu­gen. Und die AfD ist aus Grün­den, die hier zu weit führen wür­den, für die meis­ten Wäh­ler keine Alternative.

  5. Die ver­sproch­enen Wel­tun­tergänge sind wie die Eröff­nung des BER: sie wer­den immer weit­er nach hin­ten ver­schoben. Die Wel­tun­tergänge, die hätte erleben sollen und an die ich mich noch erin­nere: Ende der Rohstoffe, Saur­er Regen, Wald­ster­ben, Klima

  6. Habeck weiß natür­lich, dass er sich vor der Kan­zler­schaft hüten sollte. Er kann in der Posi­tion als Oppo­si­tion­skan­zler viel mehr erre­ichen, ohne jemals liefern zu müssen.
    Es kann natür­lich aber auch sein, dass ich den Mann vol­lkom­men über­schätze und er wirk­lich überzeugt ist von dem Unsinn, den er anzettelt.

  7. Fein seziert, jedes Organ sauber freigelegt, die Fehlfunk­tio­nen wur­den erkan­nt. Der Patient ist zwar hinüber, doch man weiß nun, woran er litt. Hof­fentlich hil­ft eine daraus gewonnene Ther­a­pie den vie­len anderen Erkrankten.

    Ern­sthaft: dieser Artikel ist mit das Beste, was ich seit Jahren zum The­ma gele­sen habe. Dankeschön dafür.

  8. Herr Letsch, bess­er kann man es nicht auf den Punkt brin­gen. Danke dafür. 

    Übri­gens: Schon während meines Zivil­dien­stes 1996 im Umweltamt war das Mot­to “Pri­ma Kli­ma” auf der poli­tis­chen Agen­da ganz oben. Neu ist das also nicht, aber ich frage mich, wieso es in den let­zten Jahren der­art an Fahrt aufgenom­men hat.

  9. Auf den Kopf getrof­fen! Vielle­icht find­en sich aber in der fol­gen­den Zeit ein paar unab­hängigere Geis­ter, welche die geeigneten Gegen­parolen for­mulieren. Je länger der Wel­tun­ter­gang auf sich warten lässt, umso mehr wer­den die hys­ter­ischen Mehrheit­en schmelzen.

  10. Sehr guter Artikel! Ein­fach genial.
    Allein schon der Aus­druck “Triple-F-Schulschwänz­er” ist eim­fach göttlich!

Kommentarfunktion ist geschlossen.