Im DIW-Büro von Claudia Kemfert brennt noch Licht...Das Kapital ist auch nicht mehr das, was es einmal war. Nicht nur das negativ ver­zinste auf der Bank, auch das gedruckte Journal, dass sich „Capital“ nennt und aus­ge­rech­net Wan­der­pre­di­ge­rin­nen unge­hemm­ter staat­li­cher Sub­ven­ti­ons­ver­schleu­de­rung für die Ener­gie­wende wie Claudia Kemfert vom DIW einen langen Artikel schrei­ben lässt.

In diesem Artikel räumt Kemfert mit „Mythen“ auf, die angeb­lich die wun­der­schöne Ener­gie­wende kaputt machen wollen. Diese Mythen werden ver­brei­tet von Spöt­tern und Skep­ti­kern und weil auch aus einer Lüge durch sie­ben­ma­lige Wie­der­ho­lung eine geglaubte Wahr­heit werden kann, wie­der­holt sich Frau Kemfert gern. Mythen, Mythen…alles Mythen. Geis­ter­strom gibt es nicht, es müsse korrekt „Aus­fall­prä­mien” heißen und daran sind nur Kern­kraft und Kohle schuld. Dun­kel­flaute? Nichts als eine böse neue Wort­schöp­fung!

In Wirk­lich­keit sei die Ener­gie­wende natür­lich ein Schnäpp­chen und auf der Sie­ger­straße, Strom wird bil­li­ger, wenn erst der böse Koh­le­strom die Netze nicht mehr „ver­stopft”. Auch Spei­cher für die „Erneu­er­ba­ren“ gäbe es sehr wohl und weil jeder weiß, dass es davon viel zu wenige gibt, erklärt Frau Kemfert, wie bräuch­ten in Wirk­lich­keit auch gar nicht so viel Strom. Damit das aber schlauer klingt, ver­wen­det Frau Kemfert gern tolle Begriffe, also mit Prä­po­si­tion „pro” und allem, auch mit scharf. Kem­ferts Wort­schöp­fun­gen sind zwar auch nicht älter als „Dun­kel­flaute”, aber wir wollen mal nicht pin­ge­lig werden!

Pro­sumer-basiert”, „Resi­dual­last”…wenn „Exper­ten” wie Claudia Kemfert ins Schwim­men geraten, weil ihnen die Zweif­ler zu arg zuset­zen oder weil sie etwas zu ver­ber­gen haben (die Wahr­heit könnte die Strom­kun­den ver­un­si­chern, nachdem sie sie schon arm gemacht hat), ver­wen­den sie Begriffe, die zwar nichts erklä­ren, dem Leser aber unbe­kannt sind und sug­ge­rie­ren sollen: „Frag nicht nach, davon ver­stehst du nichts”. Kemp­ferts geschwät­zi­ger Artikel ist leider nichts als pfeifen auf dunkler Kel­ler­treppe. Es gibt keine Spei­cher, schon gar keine Pump­spei­cher in der nötigen Menge und Größe. Und es kann auch kaum neue geben, weil uns in ganz Europa die geo­lo­gi­schen Vor­aus­set­zun­gen fehlen. Das sage nicht ich, sondern eine geo­lo­gi­sche EU-weite Studie, aus der auch schon Prof. Sinn zitierte. Und auch das Power-to-Gas-Ver­fah­ren schei­det wegen des lau­si­gen Wir­kungs­gra­des als Spei­cher­tech­no­lo­gie aus. Aber das ist sicher auch so ein „Mythos”, die Physik wird sich schon noch der deut­schen Ener­gie­wende beugen!

Übri­gens, falls sich jemand fragen sollte, was ein „Pro­sumer” ist, mit dem Kemfert hier fest rechnet: das ist der Mensch 2.0, der mit ein­ge­brann­tem E‑Kennzeichen im Hirn, der nicht einfach nur Strom ver­braucht, wie es ihm gerade passt (Kon­su­ment), sondern seinen Ver­brauch „pro­ak­tiv” mit dem vola­ti­len Angebot abstimmt, indem er selbst für Spei­cher sorgt und dazu aktiv und mit Freuden NICHT ver­braucht, wenns eng wird. Weil die Resi­dual­last nur nicht regel­bare Abneh­mer bedient, die nicht auf den Zap­pel­strom – ein Wort, das Frau Kemfert so gar nicht mag – aus Sonne und Wind zurück­grei­fen müssen, sondern echte, zuver­läs­sige Quellen brau­chen. Davon gibt es aber dank Zwangs­ab­schal­tun­gen von Kohle und Atom immer weniger, ohne dass belast­bare neue Quellen (Gas- und Was­ser­kraft, Pump­spei­cher­kraft­werke, Hamster im Laufrad) als Ersatz hinzu kämen. Die tech­ni­sche Basis für die Resi­dual­last wird also immer kleiner.

Doch es muss sicher­ge­stellt sein, dass im DIW-Büro von Frau Kemfert immer eine Lampe leuch­ten, damit diese die Listen der Pro­fi­teure der Ener­gie­wende gut sehen kann, denen sie (min­des­tens mora­lisch) ver­pflich­tet ist. Denn schaut man da mal nicht genau hin, schwups dreht eine über­eif­rige Regie­rung den Sub­ven­ti­ons­hahn zu, Wind­kraft­an­la­gen­her­stel­ler stehen ohne Steu­er­knete da und melden Mas­sen­ent­las­sun­gen. Denn wenn wir auch aus der Koh­le­ver­stro­mung aus­stei­gen, muss die Steu­er­kohle doch wei­ter­hin ins Feuer!

Und für alle Reni­ten­ten, die sich ihrer Magni­fi­zenz Kemfert, der großen Ver­tei­le­rin von Watt und Volt samt ihrer Welt­sicht wider­set­zen, weil sie selbst gern Resi­dual­last wären und nicht Selbst­ver­sor­ger sein können und auch nicht zum Pre­ka­riat der Abwurf­last gehören wollen, kommt ja dem­nächst das ver­pflich­tende Smart-Meter für alle, über das auch eine „Pro-Aktive” Zwangs­ab­schal­tung erfol­gen kann, wenn im Kemfert-Büro das Licht fla­ckert und der Black­out droht. Die Neu­sprech­welt der Claudia Kemfert: Pro­pa­ganda und Des­in­for­ma­tion rel­oa­ded!

Die Resi­li­enz gegen Fakten und Physik, die Tromm­ler wie Kemfert gegen die „Ewig-Gest­ri­gen“ zeigt – eines meiner Lieb­lings-Klin­gel­worte, wenn es von Ewig-Über­mor­gi­gen ver­wen­det wird, um sich nicht mit dem Hier-und-Jetzt befas­sen zu müssen – hat etwas episch-ver­geb­li­ches. Die Stur­heit, mit der sie jede Kritik an der Ener­gie­wende weg­wischt und die ver­lo­rene Sache allein mit Worten zu retten ver­sucht, erin­nert mich an eine Anek­dote, die ich irgendwo bei Heine las. Hier zum Abschluss ein Gedächt­nis­pro­to­koll davon:

Der König der Heruler saß in seinem Zelt beim Schach und bedrohte jeden mit dem Tode, der ihm schlechte Nach­richt über den Verlauf der Schlacht gegen die Lan­go­bar­den brächte. Sein Herold stieg auf einen Baum und rief immer wieder „Wir siegen, wir siegen!“. Doch plötz­lich sprach er nur noch „Oh, oh, … oh armer König, oh armes Volk der Heruler.“ Da begriff der König, doch es war zu spät. Die Lan­go­bar­den drangen in sein Zelt und erschlu­gen ihn.

21 Kommentare

  1. Alles eine Frage des Framings. Nach der See­schlacht von Sluis traute sich auch niemand, König Philip VI die Wahr­heit zu sagen. Also schob man den Hof­nar­ren nach vorne, der dann ver­kün­dete „Oh die Eng­län­der die feigen Eng­län­der! Die haben sich nicht getraut, von Bord zu sprin­gen oder mit ihren Schif­fen unter­zu­ge­hen, wie wir tap­fe­ren Fran­zo­sen.“

  2. Ich habe mir die Mühe gemacht diesen, seien wir freund­lich, Gefäl­lig­keits­bei­trag, von Frau Kemfert durch­zu­le­sen.
    Nun könnte man zu jedem ihrer Punkte eine längere Abhand­lung schrei­ben. Ich möchte aber nur auf zwei Fragen ein­ge­hen die mir auf­ge­fal­len sind.
    Unter Punkt 1 schreibt Frau Kemp­fert, dass die Umstel­lung bisher nichts gekos­tet, dafür aber 300 Mil­lio­nen erwirt­schaf­tet hat. Das dieses Geld nicht bei den Ver­brau­chern ange­kom­men ist liegt nur an den bösen Ener­gie­un­ter­neh­men. Am Ende ihres Bei­trags schreibt sie dann von „öko­no­mi­schen Anrei­zen” für die Indus­trie, damit diese auf EE umstel­len. Wer zahlt denn die öko­no­mi­schen also finan­zi­el­len Anreize? Der Zau­be­rer von Oz oder doch wieder die Ver­brau­cher.
    Des wei­te­ren ist mir auf­ge­fal­len, es sollen weitere WKA und PVA errich­tet werden, dazu Power2Gas Anlagen und Pump­spei­cher­werke für die Spei­che­rung und Bio­gas­an­la­gen für die Wär­me­en­er­gie­ge­win­nung. Da das alles seinen Platz braucht, stellt sich die Frage, ziehen wir alle unter die Erde oder bauen wir die genann­ten Anlagen über­ein­an­der. Dann aber auf­pas­sen, WKA und PVA müssen ganz nach oben, sonst wird es nichts mit der Strom­ver­sor­gung.
    Aber viel­leicht hat ja Frau Kemfert noch ein paar tolle Ideen zur Lösung der Pro­bleme.

  3. Sehr geehr­ter Herr Letsch, mir scheint, Sie gehen mit Frau Prof. Kft. doch zu hart ins Gericht. Vieles ist in der Planung und zum Greifen nah. Es wird. Wir gehen einer läuch­ten­den Zukunfft ent­ge­gen. Tags­über wenigs­tens. Leider gibt es noch keine Son­nen­licht­steuer. Als Pro­co­gi­ta­trix & Pro­mul­ga­trix muss Frau Kft. intrinsisch sparsam, eine mentis com­par­cenda sein, sonst wird die Resi­dual­in­tel­li­gen­tia in Mit­lei­den­schaft gezogen. Greta grüßt. Hypo­bla­te­ra­tie schadet dem Gehirn mehr als Hypoxie. Es wäre schlecht für eine pro­ak­tive Fluk­tua­ti­ons-Akze­le­ra­tion, welche die Elas­ti­zi­tät im Stromerha­schen ver­langt. Hasche mich, sprach das Watt. Oder Wätt­lein. Das ist unge­recht. Hasche nur, was Dir zuge­teilt wird. Der Kem­fert­sche Impe­ra­tiv. Besser als Kannt. Was braucht ein Indus­trie­land denn schon prüvate Ver­sor­gungs­si­cher­heit! Das private Spei­chern, viel­leicht in der Sanduhr oder der Urfeder, ist ja auch ener­geh­tisch viel effi­ziän­ter. Alles Pro­pa­ganda. Denken Sie kräftig an krea­tive Inno­va­tions-Kon­zepp­tio­nen, Moti­va­tions-Pot­ent­zen, über­haupt DIW. Wenn unser starker Arm es will, steht auch der Erste Haupt­satz still. Die Spei­cher haben wir doch, Patent Bb., denn die Gedan­ken kreisen im Hirn wie der Strom im Netz, und über­haupt pro­du­ziert das Gehirn Gedan­ken wie die Niere Urin, wie ein Mate­ria­list des 19. Jh. schrieb. Uri­nen­er­gie, das ist es! Gene­rell das 19. Jh. mit seinen Uh-Topien. Marx&Mary, Murks&Määh, Ding&Dong und so, unaus­ge­schöpfte ener­ge­ti­sche Intel­li­genz und intel­li­gente Energie. Ist das nicht capital? Ist das nicht smart? Gera­dezu meter­haft? Ich schweife ab. Wo war ich? Ach so, Frau Kft. Kurzum: Solche Leute brau­chen wir. Die Arbeit­ge­ber schar­ren schon mit den Hufen. Die Abde­cker aus dem fernen Osten erst recht. Wir schaf­fen das.

    • Ja, und Schtrohm wird bekannt­lich im Netz gespei­chert. Also der ächte Schtrohm von ächtem Schrot und Korn selbst­ver­ständ­lich. Und jeder even­tu­elle Schtrohm, der dieser unwi­der­leg­li­chen Fakten-Fakten-Fakten zum Trotze es wagen sollte, das even­tu­ell nicht zu tun!, wird hiermit zum staats­feind­li­chen Unschhtrohm, zum heru­li­schen Wicht, und zum ewig-gest­ri­gen Dun­kel­manne erklärt. Und über­haupt. Gell?

    • Wow, mit Ihrer For­mu­lie­rungs­gabe könnten Sie in Gender Studies oder einem anderen Feld, das auf Post­mo­der­nis­mus und Kri­ti­scher Theorie basiert, eine steile Kar­riere hin­le­gen. Und dabei För­der­mit­tel kas­sie­ren! Nur mal so als Denk­an­stoß ☺️

  4. Um seine eigenen Absich­ten zu ver­ber­gen, benutzt der scham­lose Lügner bewußt und unbe­wußt DEN Aus­druck zur Dif­fa­mie­rung seines Gegners, den er selbst in ganzer Breite dar­stellt. Der Öko­fa­schist bezeich­net seine Kri­ti­ker als Nazis, und macht auf seinem ener­ge­ti­schen Schmal­spur­weg zurück in den Zustand eins­ti­ger Höh­len­be­woh­ner, jeden normal den­ken­den Men­schen, der diesen Schwach­sinn ablehnt, zum ‚Ewig Gest­ri­gen’. Diesen Aus­druck aus dem Munde einer gekauf­ten Ideo­lo­gin, einer ahnungs­lo­sen, von keiner phy­si­ka­li­schen Sach­kennt­nis belas­te­ten Wirt­schafts­suse, ist pein­lich und über­flü­ßig. Ihr einzig geis­ti­ger Licht­blick bestand darin, daß sie die Chance nutzte und erkannte auf den gewinn­ver­spre­chen­den Zeit­geist-Zug auf­zu­stei­gen. Er pro­fes­sörte das eher wachs­wei­che Gehirn in einer dritt­klas­si­gen Wirt­schaft­s­tusse dafür, daß sie während ihrer Öffent­lich­keits­ar­beit für grünen Schwach­sinn im gut­tu­ra­len Aka­de­mi­ker­ton ständig ‚gefram­ten’ Quatsch erzählt. Unter ’nor­ma­len Bedin­gun­gen’ stünde sie zu Hause am Herd und würde mit ihrer ganzen wirt­schaft­wis­sen­schaft­li­chen Kom­pe­tenz die Erbsen zählen. Die Zeiten werden sich wieder ändern und Kempf wird die Lan­go­bar­den noch ken­nen­ler­nen, spä­tes­tens wenn der Strom aus­fällt.

  5. Naja, so ist das halt mit Poli­ti­kern. Mehr als die Hälfte des Wahl­volks in Polen, laut dem erleuch­te­ten Herrn Korwin-Mikke, zu blöd, um einen Bus­fahr­plan zu ver­ste­hen. Ich nehme an, dass es in Deutsch­land nicht anders ist.

    Wenn nun eine Auto­ri­täts­fi­gur daher­kommt, und sagt „Du machst jetzt mal das und das”, und dazu noch eine mit Fremd­wor­ten gespickte Begrün­dung ablie­fert, die diese Person nicht ver­steht, dann macht sie sicher­heits­hal­ber „das und das”. Prak­tisch jedes Gelaber von Poli­tik­in­vol­vier­ten folgt diesem Schema, denn:

    https://​magaimg​.net/​i​m​g​/​9​n​j​4​.​png

    Aber, lieber Roger, Du bist da keine Aus­nahme, denn: „Ich bezweifle, dass man als Pas­sa­gier dieses Systems diesen Punkt zuver­läs­sig ermit­teln kann.”.

    • P.S.
      Spä­tes­tens ab Bild 3 treten dann all­mäh­lich die Juden auf den Plan, die man, auf­grund ihrer Über­re­prä­sen­tie­rung in poli­tik­na­hen Berei­chen, als die Ver­ant­wort­li­chen aus­ma­chen kann. Irgend­wie kapie­ren die Leute nicht, dass die eigenen Reprä­sen­tan­ten das Problem sind, und sie suchen nach einer Out-Group inner­halb der Politik-Kasten, die man auf­knüp­fen kann. Weil so ganz ohne Staat kann man ja nicht.

        • Hm, von Juden redet der. Aber in welchem Sinne?, also ist er dafür, oder doch wieder dagegen? Nu ja, wahr­schein­lich will er ja doch irgend Juden auf­knüp­fen. Seufz, es gibt nichts Neues unter der Gesonn­ten.

        • Ich fühle mich zen­siert. Aber sei es.

          Gib mal fol­gen­den Query in der Such­ma­schine Deiner Wahl ein: sweden iraq defense minis­ter

          Tu es.

          Hier ist noch etwas, das wie eine Über­set­zung eines schwe­di­schen Arti­kels aus­sieht:

          https://archive.ph/im2Ky#selection-723.253–731.125

          Ich möchte dazu sagen, dass das der­ma­ßen über­dreht ist, dass das ent­we­der Fake-News ist, oder wirk­lich sehr inter­es­sant.

          • Das Gefühl kommt von Deiner Ego­zen­trik. Manch­mal habe ich nämlich noch andere Sachen zu tun, als Kom­men­tare frei­zu­schal­ten, es kommt also zu Ver­zö­ge­run­gen. Im Übrigen wäre ich Dir sehr ver­bun­den, beim Thema zu bleiben. Gene­rell.

      • Zeugs läuft in eine falsche Rich­tung. Über einen län­ge­ren Zeit­raum ent­fernt sich der IST-Zustand vom SOLL-Zustand zuneh­mend. Ab einer gewis­sen Abwei­chung bemer­ken die Leute, dass irgend­et­was falsch läuft.

        Poli­ti­ker, zu denen ich deren publi­zie­ren­den Vor­den­ker zähle, können dann nicht mehr Klar­text reden. Das ist kein Rea­li­täts­man­gel, sondern das Resul­tat von Pro­ble­men, die man nicht zugeben kann, weil die eigene Daseins­be­rech­ti­gung andern­falls infrage gestellt werden würde. Da sind wir. Da die Ent­wick­lung weiter läuft, und der IST-Zustand sich zwangs­läu­fig weiter vom SOLL-Zustand ent­fernt, wird es zuneh­mend wahr­schein­lich, dass es irgendwo einen Knacks gibt, und sich eine Kor­rek­tur von selbst ein­lei­tet.

        Das letzte Mal, als das in Schland pas­siert ist, wurde ein Hitler gewählt. Vor Hitler war alles schlecht, und Hitler war der Typ, der glaub­haft machen konnte, dass es die Pro­bleme anpackt. Natio­nal­so­zia­lis­mus war der Versuch einer Kor­rek­tur.

        Dum­mer­weise gabs aber noch lauter Poli­ti­ker und Beamten, die dafür ver­ant­wort­lich waren, dass diese Kor­rek­tur not­wen­dig wurde. Bezie­hungs­weise, die einfach nur ihren Job gemacht haben, sofern die Fehl­ent­wick­lung auf irgend­eine Unwahr­heit zurück­zu­füh­ren war, die Teil des Systems war. Die haben natür­lich ver­sucht, ihren Kopf aus der Schlinge zu ziehen, und waren deshalb bereit, einen Schul­di­gen ans Messer zu liefern, so lange es nicht sie selbst sind.

        Bei Hitler warens die Juden, die an allem Schuld waren. Juden warens, was die kriegs­un­wil­li­gen Amis in den ersten Welt­krieg führte, Juden warens, was das Finanz­ka­pi­tal kon­trol­lierte, und Juden warens, was die sozia­lis­ti­schen Ambi­tio­nen vor Ort anführte. Und daraus resul­tier­ten Pro­bleme, die kor­ri­giert werden mussten. Also distan­zierte sich jeder von den über­pro­por­tio­nal ein­fluss­rei­chen Juden, und über­ließ sie der Ver­fol­gung. Und nach Hitler warens die Nazis, die an allem Schuld waren. Das kennt man ja bis heute. Jeder distan­zierte sich von diesen, und über­ließ sie der Ver­fol­gung.

        So ver­blie­ben die meisten Leute in ihren Posi­tio­nen, und der Schaden, den die Kor­rek­tur ver­ur­sachte, wurde mini­miert. Natür­lich wurde auch die Kor­rek­tur mini­miert, weil die meisten Leute in ihren Posi­tio­nen ver­blie­ben, und es im End­ef­fekt egal ist, was im Geset­zes­text steht, weil findige Juris­ten und Staats­be­diens­tete immer einen Weg finden werden, Gesetze so aus­zu­le­gen, wie sie es für richtig halten.

        Lange Rede, kurzer Sinn:

        Anti­se­mit wird man auch heute noch, indem man kapiert, dass der Staat Mist baut, und etwas dagegen getan werden muss, man die Staats­be­diens­te­ten jedoch zur In-Group zählt. Dann sucht man sich eine mit­ver­ant­wort­li­che Out-Group, und macht mit dieser, was die Ver­ur­sa­cher des Mists ver­dient haben.

        Sobald die Pro­bleme aus­rei­chend groß werden, gehts ein­fluss­rei­chen Min­der­hei­ten (deren Inter­es­sen übri­gens immer konträr zum Mehr­heits­in­ter­esse liegen) an den Kragen, weil sie von der ein­fluss­rei­chen Mehr­heit vor den Zug gewor­fen werden, um die per­so­nel­len Ver­än­de­run­gen zu mini­mie­ren.

        Da wir uns zuneh­mend vom SOLL-Zustand ent­fer­nen, ist es nur eine Frage der Zeit, bis das System so weit an Glaub­wür­dig­keit ver­lo­ren hat, dass Köpfe rollen müssen, um diese Glaub­wür­dig­keit wie­der­her­zu­stel­len. Der Zug mit dem fried­li­chen Macht­wech­sel und dem libe­ra­len Staat ist, da wo wir jetzt sind, bereits abge­fah­ren.

        Wessen Köpfe werden das sein?

        P.S.

        Man bedenke, dass die Baby­boo­mer im Augen­blick die­je­ni­gen sind, die alles ent­schei­den, weil sie einfach so zahl­reich sind, dass nur sie zählen. Die werden aber auch bald senil sein und sterben. Sobald dieser Sta­bi­li­täts­fak­tor dann (endlich) tot ist, gibts das aktu­elle Gleich­ge­wicht nicht mehr, und wir werden in Rich­tung Islam assi­mi­liert werden, schon einfach deshalb, weil der Islam eine halb­wegs funk­tio­nie­rende Alter­na­tive aus der Nach­bar­schaft ist.

        Und wer ist der ewige Feind, der unter allen Umstän­den bekämpft werden muss? Wen könnte man als erstes vor den Zug werfen, um Gemein­sam­kei­ten zu finden? Na? Na?

  6. Nur zur Ergän­zung: selbst in vor­han­dene Pump­spei­cher­kraft­werke wird nicht inves­tiert, weil es nicht wirt­schaft­lich ist.
    Bei­spiel Pump­spei­cher­kraft­werk Nie­der­war­tha in Dresden

    • Wird noch, im Kom­mu­nis­mus in unserer Deut­schen Demo­kra­ti­schen Repu­blik Numero Due, spielt Wirt­schaft­lich­keit , wie eins in der Erst­aus­gabe, nur eine höchst peri­phere Rolle.

  7. Auf dem Titel­bild ihres Buches „Das fossile Impe­rium schlägt zurück” lässt Frau Kemfert aus den Kühl­tür­men eines Kraft­werks schwar­zen Qualm gen Himmel steigen.
    Ent­we­der ist sie in natur­wis­sen­schaft­li­chen Zusam­men­hän­gen völlig ahnungs­los oder sie will bewusst mani­pu­lie­ren. Ich vermute eher das letz­tere.

    • Sie ist nun mal keine Natur­wis­sen­schaft­le­rin , sondern Oeko­no­min . Schon früher hatte die „Zeit” ihr schlud­rige Arbeit vor­ge­wor­fen.

      • Öko­no­min? Diese Dame könnte nicht einmal eine Gast­wirt­schaft ren­tier­lich betrei­ben geschweige denn ist sie in der Lage, sich kom­pe­tent und objek­tiv über betriebs- bzw. volks­wirt­schaft­li­che, gar in Ver­bin­dung mit natur­wis­sen­schaft­li­chen Themen, aus­zu­las­sen. Sie ist eine hoch­ge­jazzte oppor­tu­nis­ti­sche ‚Exper­tin’ aus der Gruppe der sys­tem­dien­li­chen Geschätz­wis­sen­schaft­ler, von jeg­li­cher fun­dier­ter Sach­kennt­nis völlig unge­trübt. Eigent­lich ein wei­te­rer Fall für ein Abstell­gleis bei der Bahn.

    • Na-ja, dichter Was­ser­dampf sieht im Gegen­licht halt dunkel aus, es gibt ja auch dunkle/schwarze Wolken am Himmel. Dann noch ein biss­chen abblen­den und schon werden die Dampf­schwa­den bedroh­lich schwarz – übliche Mani­pu­la­tion, die bei Unbe­darf­ten selbst­ver­ständ­lich wirkt.

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