In „Dorn­rös­chen“, einem der bekann­tes­ten von Grimms Mär­chen heißt es: „Doch der König hoff­te, sein lie­bes Kind vor dem Fluch der 13. Fee zu bewah­ren und ließ den Befehl aus­ge­hen, dass alle Spin­deln im gan­zen König­reich ver­brannt wer­den soll­ten.“ Wir ken­nen natür­lich die Vor­ge­schich­te, wis­sen vom Fest, den Feen und ihren Geschen­ken und von der Dro­hung der einen, die Prin­zes­sin wer­de sich an einer Spin­del ste­chen und ster­ben oder in einen lan­gen Schlaf fal­len. Das muss doch zu ver­hin­dern sein, dach­te der König und schränk­te die Grund­rech­te sei­ner Bevöl­ke­rung (hier die Gewer­be­frei­heit und Eigen­tums­rech­te) ein. Von den öko­no­mi­schen Fol­gen die­ses auto­ri­tä­ren Befehls sagt das Mär­chen nichts, wir dür­fen aber ver­mu­ten, dass die Hand­wer­ker, Bau­ern und Händ­ler im König­reich nicht sehr glück­lich dar­über waren, zum Schutz einer pri­vi­le­gier­ten Prin­zes­sin der­art geschur­igelt zu wer­den. Die Mär­chen­kun­di­gen unter uns wis­sen aber auch, dass es am Ende alles nichts nütz­te. Eine Spin­del wur­de über­se­hen, heu­te wür­de man sagen, sie wur­de von einer unso­li­da­ri­schen Quer­den­ke­rin ver­steckt und mit einem Stich in den Fin­ger mach­te die böse Fee den gan­zen auto­ri­tä­ren Plan des Königs zunichte.

Von Märchen lernen

Heu­te kom­men die Flü­che nicht mehr von bösen Feen, die der König ver­ges­sen hat, zur Par­ty ein­zu­la­den. Es geht auch nicht mehr dar­um, einen klei­nen Pieks zu ver­mei­den. Im Gegen­teil. Auch der Letz­te im König­reich muss einen bekom­men, sonst macht er oder sie sich per­sön­lich schul­dig am Schlum­mer der Gesell­schaft, aus der sie erst wie­der erwa­chen kön­ne, wenn auch der Letz­te geimpft sei. Dafür dür­fe man schon mal die Samt­hand­schu­he aus­zie­hen, meint der Ver­hal­tens­öko­nom Armin Falk im Tages­spie­gel. Sie wis­sen schon, Ver­hal­tens­öko­no­men sind die, denen wir die Kunst des Nud­ging ver­dan­ken. Armin Falk möch­te nun gern mit dem Base­ball­schlä­ger nug­den. „Die All­ge­mein­heit muss zah­len für Träg­heit und Dumm­heit der Impf­geg­ner“ meint Herr Falk. Und wei­ter: „Sich nicht imp­fen zu las­sen, hat nichts mit Ratio­na­li­tät zu tun, son­dern ein­fach nur mit Eigen­nutz“ auch möch­te er, wenn Beatmungs­ge­rä­te knapp wer­den und eine Tria­ge-Situa­ti­on ent­stün­de, den Impf­sta­tus mit in die Abwä­gung ein­flie­ßen las­sen, um dem „Tritt­brett­fah­rer­tum der übels­ten Sor­te“ end­lich ein Ende zu berei­ten. Gna­de fän­den allen­falls jene, die aus medi­zi­ni­schen Grün­den von einer Imp­fung aus­ge­nom­men seien.

Josef Rid­ders, der Vor­sit­zen­de des Bun­des­ver­ban­des der Katho­li­ken in Wirt­schaft und Ver­wal­tung (KKV) – also ein soge­nann­ter Christ – brach­te sogar die Kos­ten­fra­ge ins Spiel. Sol­len die Unge­impf­ten doch gefäl­ligst die Kos­ten für ihre Reni­tenz selbst tra­gen. Ganz im Sin­ne der Barm­her­zig­keit, von der wir schon bei Mar­kus (1,40) lesen, dass, als der Aus­sät­zi­ge um Hei­lung bat, Jesus ihm sag­te, er hät­te eben bes­ser auf­pas­sen müs­sen, mit wel­chem Gesin­del er sich ein­las­se. Viel­leicht steht da aber auch ganz was ande­res und Herr Rid­ders hat ein­fach nur völ­lig den Ver­stand verloren.

3..2..1..geimpft!

Aber spie­len wie die­se schö­ne neue Welt der Her­ren Falk und Rid­ders doch mal durch und fan­gen mit den Aus­nah­men an, den „erlaubt Unge­impf­ten“. Die müs­sen natür­lich ein ärzt­li­ches Attest vor­le­gen, sonst könn­te da ja jeder kom­men und wo kämen wir hin, wenn jeder selbst ent­schei­den könn­te, was gut oder schlecht für ihn ist! Den Ärz­ten kann man aber nicht ver­trau­en, denn die woll­ten ja schon bei den Mas­ken-Attes­ten par­tout nicht auf die Zet­tel dru­cken, was der medi­zi­ni­sche Grund für den ärzt­li­chen Dis­pens ist. Und wie soll der Poli­zist, der Ver­an­stal­ter, der Gast­wirt oder der Lei­ter des ört­li­chen Wahl­bü­ros die Dia­gno­se mit sei­ner tages­ak­tu­el­len Posi­tiv­lis­te „Erlaub­te Impf-Ent­schul­di­gun­gen“ abglei­chen? Na also! Die Dia­gno­se muss klar, deut­lich und detail­liert ver­merkt sein, und zwar auf einem amt­lich beglau­big­ten Doku­ment. Anschlie­ßend setzt der Imp­f­un­wil­li­ge ein auf­fäl­li­ges Hüt­chen auf, um den Geimpf­ten zu erleich­tern, aus­rei­chend Abstand zu die­ser ticken­den Zeit­bom­be zu halten.

Das kann natür­lich nur der ers­te Schritt sein, die Men­schen wie­der zur gemein­schaft­li­chen Ver­ant­wor­tung zu erzie­hen. Man hat das ja schon viel zu lan­ge schlei­fen las­sen! War­um muss die Gemein­schaft über­haupt für die Schä­den auf­kom­men, die unge­sun­des Essen, Zucker und Alko­hol ver­ur­sa­chen? Nur wer sich gesund ernährt, darf mit kos­ten­frei­er Behand­lung im Fall von Dia­be­tes rech­nen! Herz­kreis­lauf­be­hand­lun­gen las­sen sich durch aus­rei­chend Sport stark ver­rin­gern, Rau­cher erhal­ten kei­ne Krebs­be­hand­lung mehr, die DLRG zieht nur noch Schwim­mer aus dem Was­ser und Ent­bin­dun­gen in Kli­ni­ken müs­sen schon von denen finan­ziert wer­den, die die Kin­der krie­gen. Alle ande­ren haben schließ­lich schon genug für Pil­le, Kon­do­me und Bücher von Vere­na Braun­schwei­ger bezahlt.

Und gewöh­nen Sie sich schnell ab, im Win­ter die Alpen­hän­ge auf lan­gen Bret­tern hin­un­ter ins Tal zu don­nern, lie­be Leser. Es sei denn, Sie kön­nen es sich leis­ten, Berg­wacht und Unfall­chir­ur­gie aus eige­ner Tasche zu bezah­len. Unso­li­da­risch ist es natür­lich auch, län­ger als sta­tis­tisch vor­ge­se­hen der Ren­ten­ver­si­che­rung auf der Tasche zu lie­gen. Wol­len sie selbst den Ste­cker zie­hen, oder dür­fen wir ihnen behilf­lich sein? Und kom­men Sie jetzt nicht mit „ich habe aber jahr­zehn­te­lang ein­ge­zahlt, ich bin außer­dem ver­si­chert“. Deckt die monat­li­che Kran­ken­ver­si­che­rungs­ra­te etwa die Mehr­kos­ten, die die Gesell­schaft mit Ihnen hat? Nein! Da sehen Sie es, Sie unso­li­da­ri­scher Tritt­brett­fah­rer Sie! Kurz – und um den gan­zen Unsinn zu been­den, der sich schließ­lich belie­big fort­set­zen lie­ße: unter dem Vor­wand, die Soli­dar­ge­mein­schaft zu ret­ten, kün­digt man sie auf.

Warum diese Panik?

Solch tota­li­tä­res Geba­ren blitz­te natür­lich zu allen Zei­ten hier und da auf. Doch sel­ten set­zen sich schein­bar intel­li­gen­te Leu­te und auch unse­re Volks­ver­tre­ter (zwei nicht ganz deckungs­glei­che Teil­men­gen) an die Spit­ze sol­cher Fackel­zü­ge und erklä­ren bel­lend einen Teil ihrer Mit­men­schen zum Pro­blem, obwohl die­se mit ihren Steu­ern und Abga­ben kei­nes­wegs außer­halb ste­hen, son­dern den gan­zen Laden mit­tra­gen. Nur fürs Pro­to­koll: als 2015/16 Hun­dert­tau­sen­de ille­gal über die grü­ne Gren­ze nach Deutsch­land kamen, war kei­ne Rede vom Auf­kün­di­gen der Soli­da­ri­tät, Kos­ten­ri­si­ken oder Straf­punk­ten bei der Tria­ge. Und das, obwohl kein ein­zi­ger der Ankömm­lin­ge auch nur eine Puserat­ze zu der Soli­dar­ge­mein­schaft bei­gesteu­ert hat­te, der sie nun wie selbst­ver­ständ­lich auf der Tasche lagen. Die unplan­mä­ßi­gen und im Sin­ne Rid­ders gänz­lich unso­li­da­ri­schen Kos­ten für Gebiss­sa­nie­run­gen, Krät­ze-Aus­brü­che und offe­ne TBC ver­schwan­den im Duft­ne­bel der Will­kom­mens­blu­men­sträu­ße. Die gegen­wär­ti­ge Repu­blik riecht eher nach Schlamm und gewor­fen wer­den Fla­schen und Steine.

Heu­te klingt der Bun­des­tags­prä­si­dent Schäub­le, der von einem „Nahe­zu uner­träg­li­chen Maß an Über­heb­lich­keit“ der soge­nann­ten Quer­den­ker spricht, kaum anders als jene, die vor fünf Jah­ren laut­stark gegen die Unter­brin­gung von Migran­ten wet­ter­ten. Doch eines ist anders, und ich spre­che hier nicht von der Rich­tung des Pro­tests. 2015 ent­sprang der Unmut der Ohn­macht, heu­te ist es die Macht, die unzu­frie­den ist mit der Wider­bors­tig­keit des Wahl­vol­kes. Hin­ter die­sem offen­kun­di­gen und regie­rungs­amt­li­chen Hass, der kei­ne Lüge, Ver­dre­hung oder Falsch­dar­stel­lung scheut, steckt aber nichts als Plan­lo­sig­keit und Angst, beim Schei­tern erwischt zu werden.

Wie oft schießt der Staat, wenn er in Kri­sen­si­tua­tio­nen han­delt, über das Ziel hin­aus und ver­brennt dabei Zeit, Geld und Mög­lich­kei­ten? Blei­ben wie bei unse­rem König aus dem Mär­chen, der sofort han­del­te und alle Spin­deln im Reich ver­bren­nen ließ – dabei war klar, dass sich die Prin­zes­sin erst an ihrem 15. Geburts­tag ste­chen wür­de. Zeit genug, um beson­nen zu han­deln, oder? Über­tra­gen wir die­se kopf­lo­se Hek­tik auf aktu­el­le eili­ge Groß­pro­jek­te wie Koh­le­aus­sieg, Ener­gie­wen­de, Kli­ma­ret­tung, Sprach­ver­hun­zung und die staat­lich durch­ge­drück­te Impf­wel­le, fällt mir als ers­tes der Satz „Das ist jetzt so beschlos­sen und wird auch so gemacht“ ein. Unter­des­sen sin­ken die Impf­zah­len und ers­te Char­gen der Impf­stof­fe müs­sen schon ver­nich­tet und abge­schrie­ben wer­den. Kein gutes Bild für einen Staat, der von sich behaup­tet, alles unter Kon­trol­le zu haben, immer rich­tig zu han­deln und kei­ne Feh­ler zu machen.

Dabei läuft den Poli­ti­kern die Zeit davon, in der sie die ein­ge­üb­ten Begrün­dun­gen noch ver­wen­den kön­nen. Die Muta­ti­ons­freu­dig­keit des Virus bringt wie erwar­tet Vari­an­ten her­vor, gegen die die aktu­el­len Impf­stof­fe an Wirk­sam­keit ver­lie­ren. Die ame­ri­ka­ni­sche CDC (und laut Lau­ter­bach arbei­ten dort nur die bes­ten der Bes­ten) geht bei der Del­ta-Vari­an­te nur noch von 65–75% Schutz­wir­kung aus. Das ist immer noch eine Men­ge, aber wel­cher Poli­ti­ker stellt sich schon gern vor Fern­seh­ka­me­ras und erklärt, dass die Wirk­sam­keit der Imp­fung schon um 20% gesun­ken ist und nun nach Boost‑, Auf­fri­schungs- oder Dritt­imp­fun­gen geru­fen wer­den muss? Wäre es da nicht prak­tisch, wenigs­tens schon alle im sel­ben Impf­boot zu haben, auf dass spä­ter nie­mand kom­men und sagen kön­ne „Seht ihr, ich hab’s euch doch gesagt!“?

Auf deinen Platz, Politiker!

Ich weiß, die Plan­spiel­chen lau­fen schon. Eine Zwangs­imp­fung ver­sto­ße gar nicht gegen die Grund­rech­te, meint der eine oder ande­re Ver­fas­sungs­fuchs. Da wäre ja eine Not­la­ge, die man erklä­ren kön­ne und Not kennt bekannt­lich kein Gebot. Doch wäre es dann nicht das min­des­te, dass man den Impf­stof­fen, die man per Gesetz in die Arme der Bür­ger drü­cken möch­te, eine ordent­li­che und voll­stän­di­ge Zulas­sung ver­schafft, anstatt wei­ter mit Schnell­zu­las­sun­gen zu arbei­ten? Die Sorg­falt, mit der der Prü­fungs­pro­zess der Vak­zi­ne erfol­gen muss, gesteht man dem von Panik zu Panik­at­ta­cke getrie­be­nen Bür­ger offen­bar nicht zu. Die Beam­ten in euro­päi­schen Zulas­sungs­be­hör­den sichern sich durch Sorg­falt vor Regress, die Bür­ger hin­ge­gen sol­len sich mit – so gut sie auch sein mögen – pro­vi­so­risch zuge­las­se­nen Stof­fen zwangs­imp­fen las­sen? Die Vor­aus­ei­le, mit der hier juris­ti­sche Fak­ten geschaf­fen wer­den sol­len, macht stut­zig. Auf die Wis­sen­schaft beruht hier nur noch wenig, weil zwei Grund­prin­zi­pi­en jeder wis­sen­schaft­li­chen Arbeit aus­ge­he­belt wer­den: Sorg­falt und Feh­ler­kul­tur. Von Rechts­staat­lich­keit und den im Grund­ge­setz garan­tier­ten Abwehr­rech­ten des Bür­gers gegen den Staat kann erst recht kei­ne Rede mehr sein.

Die Lis­te der Impf­stof­fe, die sich in der Ent­wick­lung befin­den, ist beein­dru­ckend. Jedoch hat bis­her kein ein­zi­ger davon eine voll­stän­di­ge Zulas­sung mit allen nöti­gen Unter­la­gen in der EU erlangt. Das bedeu­tet nicht, dass ich deren Wirk­sam­keit oder die guten Absich­ten der Ent­wick­ler in Fra­ge stel­le, doch darf mei­ner Mei­nung nach jeder Bür­ger die­sel­be Sorg­falt und Skep­sis in Bezug auf die indi­vi­du­el­le Imp­fung an den Tag legen, die die euro­päi­schen Zulas­sungs­be­hör­den bei ihrem Zulas­sungs­ver­fah­ren wal­ten lassen.

Wir groß ist das Problem „Verweigerer” wirklich?

Wir erfah­ren übri­gens rein gar nichts über die Grün­de dafür, war­um die Impf­ra­ten zurück­ge­gan­gen sind. Medi­en und Poli­tik spre­chen ver­all­ge­mei­nernd und belei­di­gend von Coro­nal­eug­nern und Impf­geg­nern, dabei pro­tes­tie­ren die meis­ten in ers­ter Linie gegen Will­kür und Unsi­cher­heit der Maß­nah­men, die mit der Pan­de­mie ein­her gehen und es sind sicher auch Geimpf­te unter den Demons­tran­ten, denen es gewal­tig stinkt, dass sie trotz Impf­schutz ihre Bür­ger­rech­te immer noch ein­ge­schränkt sehen. Glaubt man Schäub­le oder Lau­ter­bach, muss es sich bei den Impf­geg­nern um fast die Hälf­te der Bevöl­ke­rung han­deln, was schon mal per se stut­zig machen muss, denn mit so zahl­rei­chen Fein­den legt sich die deut­sche Poli­tik nur ungern an. Viel häu­fi­ger wird ein eher klei­ner Mops zum Dra­chen auf­ge­bla­sen, wäh­rend man die wirk­li­chen Dra­chen eher füt­tert, als gegen sie ins Feld zu zie­hen. Den schrul­li­gen Reichs­bür­gern, die sich als Insas­sen einer Deutsch­land GmbH von Alli­ier­ten Gna­den hal­ten, baut man kei­ne run­den Tische und rich­tet kei­ne Dia­log­kon­fe­ren­zen für die aus, wäh­rend isla­misch-natio­na­lis­ti­sche Moschee­ver­bän­de auf Schnitt­chen und kul­tu­rel­les Begleit­pro­gramm zäh­len dürfen.

Wie schlimm ist es denn nun wirk­lich mit der Impf­ver­wei­ge­rung in Deutsch­land? Laut RKI-Bericht vom 27. Juli 2021 liegt die Impf­ak­zep­tanz der Kohor­te der 18–59-jährigen bei 83,9%, bei älte­re sogar bei 94,9%. Wobei die Akzep­tanz über den gesam­ten Quer­schnitt der Geimpf­ten und Unge­impf­ten erfragt wur­de. Dies zeigt nach wie vor eine extrem hohe Bereit­schaft für den ret­ten­den Pieks, ganz gleich, was Sta­tis­ti­ken über deren Wirk­sam­keit sagen. Auf jeden Fall liegt die Akzep­tanz über dem gesteck­ten epi­de­mio­lo­gi­schen Ziel von etwa 80%. Es wäre also klug von der Poli­tik, die­se frei­wil­li­ge Zustim­mung nicht dadurch zu zer­stö­ren, dass man sie zur Pflicht erhebt. Und zwar mut­maß­lich vor allem des­halb, weil die Geschwin­dig­keit der Imp­fun­gen aus den Modell­rech­nun­gen, in denen per­sön­li­che Mit­spra­che der Bür­ger bei so kör­per­na­her Poli­tik natür­lich nicht vor­kommt, etwas zu hoch ver­an­schlagt war.

Zurück auf dei­nen Platz, Poli­ti­ker! Füh­re, ver­füh­re, aber ent­füh­re nicht! Maße dir nicht an, auch noch den Zeit­punkt bestim­men zu kön­nen, zu dem der Bür­ger das Impf­an­ge­bot annimmt. Viel­leicht hat er Angst, viel­leicht sucht er nach dem rich­ti­gen Zeit­punkt, viel­leicht hat er nach der tag­täg­li­chen Lau­ter­bach-Panik längst die Hoff­nung auf­ge­ge­ben, jemals sein altes Leben zurück­zu­be­kom­men. Sei es nun geimpft oder unge­impft. Je mehr Druck die Poli­tik jedoch aus­übt – sei es direkt oder indi­rekt – umso gerin­ger dürf­te die Bereit­schaft sein, die­ses repres­si­ve und dem Tota­li­ta­ris­mus zustre­ben­de Regime wider­stands­los über sich erge­hen zu lassen.

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13 Kommentare

  1. War schon eine Ewig­keit nicht mehr auf die­sem Blog. Wie immer sehr schön for­mu­liert. Fällt unter die Rubrik „unter­halt­sam”, aber sonst im Wesent­li­chen systemtreu.
    Ich stel­le nur eine Fra­ge (ohne Hoff­nung auf Ant­wort): Wie kommt Herr Letsch zu der Auf­fas­sung, die Gen­the­ra­pien hät­ten Schutz­wir­kung? Glaubt er etwa, mit die­sem „Zuge­ständ­nis” – an wen eigent­lich? – auf die Lis­te der künf­tig wie­der Hof­fä­hi­gen zu kom­men? Oder etwa Scho­nung zu erfah­ren? Glaubt er, das kön­ne man ja nun leicht ein­fach zuge­ste­hen, ohne Scha­den, sozu­sa­gen, um nicht unnö­tig Angriffs­punk­te zu lie­fern? Da irrt er sich gewal­tig. Wenn wir so schlam­pig wei­ter­ma­chen, ist unse­re Ver­skla­vung nicht mehr abzuwenden.

    • Da Sie wie Sie sagen lan­ge nicht hier gele­sen haben, über­le­se ich den Vor­wurf mit der Sys­tem­treue mal. Wobei es natür­lich jedem selbst über­las­sen ist, den eige­nen Grad an Reni­tenz zum Maß­stab zu erhe­ben. Was die Wirk­sam­keit besag­ter The­ra­pie angeht, ist in der Tat das letz­te Wort noch nicht gespro­chen. Aller­dings kann ein Pati­ent nicht immer auf dem Stand der For­schung sein, den selbst Ätz­te meist nicht ken­nen. Zieht man die neu­es­ten Nach­rich­ten aus dem Lan­cet und Isra­el hin­zu, ergibt sich für die lang­fris­ti­ge Wirk­sam­keit viel­leicht tat­säch­lich erschre­cken­des. Wenn ich das rich­tig inter­pre­tie­re, sinkt die Immun­ant­wort weni­ge Mona­te nach der zwei­ten Imp­fung noch unter das natür­li­che Niveau ab. Aber weiß ich das sicher? Nein. Auch das geben die Stu­di­en noch nicht sicher her. Eben­so­we­nig wie Sie das sicher wis­sen kön­nen. Blei­ben wir also bei­de auf­merk­sam. Und eines müss­ten Sie wis­sen. Wer ein­mal von der besag­ten „Lis­te” gestri­chen wur­de, kommt da nie wie­der rauf. Des­halb ver­su­che ich sowas erst gar nicht.

  2. „Je mehr Druck die Poli­tik jedoch aus­übt – sei es direkt oder indi­rekt – umso gerin­ger dürf­te die Bereit­schaft sein, die­ses repres­si­ve und dem Tota­li­ta­ris­mus zustre­ben­de Regime wider­stands­los über sich erge­hen zu lassen.”
    NEIN, das glau­be ich nicht. Ledig­lich die 10 %, die die gan­ze Imp­fe­rei jetzt schon ableh­nen wer­den wei­ter­hin „stör­risch” sein. Die Ande­ren sind und blei­ben devo­te Unter­ta­nen, denen ihre Frei­heit scheiß­egal ist.

  3. Ein guter Jour­na­list ver­mei­det den ein­ge­schränk­ten Superlativ:
    „einem der bekann­tes­ten von Grimms Märchen”

  4. „Viel­leicht hat er Angst, viel­leicht sucht er nach dem rich­ti­gen Zeit­punkt, viel­leicht hat er nach der tag­täg­li­chen Lau­ter­bach-Panik längst die Hoff­nung auf­ge­ge­ben, jemals sein altes Leben zurückzubekommen.„
    Ja, viel­leicht. Aber auch viel­leicht hat er sich infor­miert, beob­ach­tet und dar­über nach­ge­dacht. Die­sen mensch­li­chen und lebens­er­hal­ten­den Ansatz zur Pro­blem­be­wäl­ti­gung soll es hin und wie­der auch noch geben, lie­ber Roger Letsch.

  5. Jeder Text gegen den gras­sie­ren­den Irr­sinn ist wich­tig; die­ser ist beson­ders ori­gi­nell – Dan­ke­schön, Ich emp­feh­le ihn ger­ne wei­ter. Ich hof­fe sehr, dass nicht die gewal­ti­ge media­le Über­macht von Polit­bü­ro­kra­ten der Ver­nunft end­gül­tig den Gar­aus macht, aber ich wür­de nicht dar­auf wet­ten. Panik­ma­che in Ver­bin­dung mit der Aus­sicht, dass der Staat dem ver­ängs­tig­ten und auf Voll­kas­ko kon­di­tio­nier­ten Stimm­vieh wie­der ein­mal die Ver­ant­wor­tung abnimmt, ist eine hier­zu­lan­de unwi­der­steh­li­che Dro­ge. Egal ob sie sub­cu­tan, intra­mus­ku­lär, intra­ve­nös oder beson­ders bequem über die gewohn­ten Kanä­le inji­ziert wird.

  6. Mär­chen sind Mythen, sind Urer­in­ne­run­gen, sind archa­isch. Genia­le Ver­knüp­fung mit der Urangst: grau­sa­mer Tod durch Ersti­cken, durch 100 Jah­re schla­fen und wo und wie auf­wa­chen? Bil­der aus der ewi­gen Ver­gan­gen­heit in die Jetzt­zeit gebracht. Teuf­lisch gut.

  7. Man will sich natür­lich nicht stän­dig wie­der­ho­len, aber auch in die­sem Zusam­men­hang – es gibt Impf­geg­ner, OMG! – ist wenigs­tens ein kur­zer Hin­weis erfor­der­lich: dass nicht jede „Imp­fung“ sinn­voll ist, selbst wenn sie sich als „Imp­fung“ geriert. Die Covid19-„Impfung“ gehört unbe­dingt dazu, könn­te sie doch im aller­bes­ten Fal­le nur vor einer Erkran­kung schüt­zen, die kaum jeman­den unter 70 befällt und wenn, dann nur bei 1 Pro­zent der so Infi­zier­ten zu einem schwe­ren Ver­lauf führt. Mit dem­sel­ben Recht könn­te man jetzt auch allen Men­schen, die einen Ham­mer besit­zen oder erwer­ben, eine Zwangs­ver­si­che­rung gegen Ham­mer­schä­den auf­brum­men, weil tat­säch­lich man­che den Dau­men statt den Nagel tref­fen und in einem von hun­dert Fäl­len sich so schwer ver­let­zen, dass eine Blut­ver­gif­tung droht. Oder so – das Prin­zip soll­te deut­lich werden.
    Mei­ne ers­te Kri­tik an den „Maß­nah­men“ war: Sie sind samt und son­ders unver­hält­nis­mä­ßig. Gesagt hat­te ich das erst­mals Ende März. 2020 …
    Herr, lass Hirn regnen.

    • „(…)die einen Ham­mer besit­zen oder erwer­ben(…)”. Sehr schö­nes Bei­spiel! Noch rich­ti­ger müss­te es hei­ßen: „die einen Ham­mer besit­zen oder erwer­ben oder einen sol­chen erwer­ben könn­ten”. Die blo­ße Mög­lich­keit reicht dem Regime schließ­lich (sie­he z.B. Rundfunkbeitrag).

  8. „Von Rechts­staat­lich­keit und den im Grund­ge­setz garan­tier­ten Abwehr­rech­ten des Bür­gers gegen den Staat kann erst recht kei­ne Rede mehr sein.” Lei­der abso­lut rich­tig, sie­he Ber­li­ner Demo.

    Der Herr Ver­hal­tens­öko­nom, auch so eine Abart von Gesin­nungs­ethi­ker sprich bezahl­ter Regie­rungs­pro­pa­gan­dist, erkennt fast rich­tig, dass „Sich nicht imp­fen zu las­sen, hat nichts mit Ratio­na­li­tät zu tun, son­dern ein­fach nur mit Eigennutz“ .
    Sehe ich ähnlich,was den Nut­zen angeht – war­um soll ich mich einem durch­aus exis­tie­ren­den erheb­li­chen Impf­ri­si­ko aus­set­zen, wo die Alter­na­ti­ve (rea­le Infek­ti­on) allen­falls über­schau­ba­re Fol­gen hat. (Schlag nach bei Ioann­i­dis !) Bei der Ratio­na­li­tät liegt er aller­dings voll dane­ben – sie­he oben.
    Und sei­ne dump­fe Angst­ma­che mit den ver­wei­ger­ten Beatmungs­ge­rä­ten kann er sich schen­ken, letz­te­re haben im rea­len Ein­satz den Pati­en­ten zumeist nur den Rest gege­ben, sprich : ich ver­zich­te dar­auf ger­ne und optie­re für die weit­aus bil­li­ge­re Atemmaske.
    (Erfah­rung macht klug, ech­te Infor­ma­ti­on ist bes­ser als Regie­rungs­pro­pa­gan­da, Quel­len gibt es zur Genü­ge). Hei­ßer Tipp: Auf der Suche nach der Wahr­heit, Tei­le 1 + 2, in der servus-Mediathek.

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