Der Titel des Artikels klingt wie die Her­aus­forderung, sich nach langem Win­ter­schlaf kri­tisch den Hüft­speck zu greifen und ihm den Kampf anzusagen. „Sind die Net­ze fit für die Mobil­itätswende?” fragt die Tagess­chau. Die URL ver­rät, worum es wirk­lich geht: „Net­zsta­bil­ität-E-Mobil­ität“. In acht Jahren sollen aus 1,5 Mil­lio­nen E‑Autos 15 Mil­lio­nen wer­den und den Energiev­er­sorg­ern und Net­z­be­treibern schwant Übles. Von Belas­tung ist die Rede, ja, von Zusam­men­bruch gar! Und das im besten Netz, das wir je hat­ten und das in 15 Jahren befre­it sein soll von ver­stopfen­d­em Kohle‑, Gas- und Atom­strom! Freie Fahrt für grüne Energie! Doch die Geset­ze der Ther­mo­dy­namik lassen sich nicht von demokratis­chen Beschlüssen beein­druck­en, weshalb die Net­z­be­treiber in Baden-Würt­tem­berg einen Feld­ver­such starteten.

„Denn wenn bald immer mehr E‑Autos auf Deutsch­lands Straßen unter­wegs sein wer­den, belastet dies auch zunehmend die Stromver­sorgung. Damit diese nicht zusam­men­bricht, haben die Net­ze BW in ihrer Studie unter­sucht, wie sich Elek­tro­mo­bil­ität auf unsere Strom­net­ze auswirkt — mit Fokus auf dem pri­vat­en Bere­ich.“

Fokus auf dem privaten Bereich

Beim ober­fläch­lichen Lesen kön­nte man annehmen, den EEG-Claque­uren und Kraftwerksab­schal­tern in den Medi­en geht auch langsam ein Licht auf, dass da etwas nicht stim­men kann mit der Energiewende, der Elek­tro­mo­bil­isierung und dem ganzen Rest. Aber ich muss Sie ent­täuschen, liebe Leser. Es sind nicht in erster Lin­ie die Net­ze, die fit gemacht wer­den, es sind die Ver­brauch­er. Der „Fokus auf dem pri­vat­en Bere­ich“ wird näm­lich noch wichtig.

„Man nehme einen klas­sis­chen Abend im Win­ter: Das Licht ist an, es wird gekocht, der Fernse­her und die Waschmas­chine laufen — und das E‑Auto wird nach dem Fahren angeschlossen.“

…und die Solaran­lage auf dem Dach, die net­z­syn­chron läuft wie fast alle im Land, liefert am “klas­sis­chen Abend” dum­mer­weise nichts. Wis­sen wir natür­lich alles, aber kribbelt da nicht das schlechte Gewis­sen beim E‑Au­to-Fahrer? Das Licht macht er an, kochen will er und dann auch noch den Tes­la laden? Wie ego­is­tisch!

„Eine wichtige Erken­nt­nis aus der Studie für die Net­ze BW: Klas­sis­che Bat­ter­iespe­ich­er sind unflex­i­bel. Deshalb will man in Zukun­ft vor allem auf intel­li­gentes Laden set­zen. Das bedeutet, dass die Stromver­sorgung durch den Net­z­be­treiber aus der Ferne ges­teuert wer­den würde.“

Und dann auch noch das! Unflex­i­bel sind sie, diese „klas­sis­chen Bat­ter­iespe­ich­er“ – gemeint sind natür­lich die in den Autos. Intel­li­genz soll die Spe­ich­er kün­ftig flex­i­bler machen. Flex­i­bler in welch­er Hin­sicht? Und für wen? Die angestrebte Fern­s­teuerung legt nahe, dass es hier nicht um den Aut­o­fahrer geht, denn dessen Bedürfnisse sind mit der Abfolge „nach Hause kom­men, Auto laden, am näch­sten Mor­gen mit vollem Akku wieder los­fahren“ voll­ständig gedeckt. Was genau soll also „smarter“ wer­den?

„Wir haben fest­gestellt, dass die meis­ten E‑Autos deut­lich länger an einen Ladepunkt ange­bun­den sind, als eigentlich nötig. Das ist Flex­i­bil­ität, die hier entste­ht. Und die kann man nutzen, um Lade­vorgänge auch zu opti­mieren, so dass wir im Prinzip das Strom­netz ent­las­ten und das Fahrzeug trotz­dem am näch­sten Mor­gen voll­ge­laden ist.“

Bedeutet im Klar­text, dass per Fern­s­teuerung und „Intel­li­genz“ entsch­ieden wird, wer wann und wieviel laden darf. Das Ent­las­tung­sprinzip ist sog­ar nachvol­lziehbar und die Lastverteilung über einen größeren Zeitraum kann helfen, Nach­frage­spitzen abzufed­ern. Leicht vorstell­bar, was passieren würde, wenn alle 113 Teil­nehmer der im SWR beschriebe­nen Studie gle­ichzeit­ig ihre Autos laden wür­den. Doch die Sache hat einen Hak­en: dass das Fahrzeug am näch­sten Mor­gen tat­säch­lich voll­ge­laden ist, lässt sich vielle­icht im Mod­ell sich­er­stellen. Für  kün­ftige 15 Mil­lio­nen E‑Autos jedoch nicht.

Auf diese Weise kön­nte ein wesentlich­es Merk­mal des pri­vat­en Autos ver­loren gehen: das Ver­sprechen der per­ma­nen­ten Ver­füg­barkeit. Wenn nachts die Sirene klin­gelt und die Frei­willige Feuer­wehr zum Ein­satz ruft, die Tochter drin­gend vom Bahn­hof abge­holt wer­den muss oder eine Havarie die drin­gende Anwe­sen­heit in der Fir­ma ver­langt, wartet die „ferne Intel­li­genz“ beim Net­z­beteiber vielle­icht noch auf einen Ladeslot für Ihr Auto, liebe Leser. Es stellt sich also die Frage, wie man die Ver­brauch­er auf diese unbe­queme Galeere bringt. Am besten frei­willig, indem man ihnen ein Ange­bot macht, das sie nicht ablehnen kön­nen.

„Dafür müssten aber noch einige Voraus­set­zun­gen gegeben sein, etwa der rechtliche Rah­men. Damit die Stromver­sorgung vom Net­z­be­treiber intel­li­gent ges­teuert wer­den darf, müssen Kun­den näm­lich zus­tim­men und sich beteili­gen. Und das machen aktuell noch viel zu wenige, sagt Wun­sch: “In der Prax­is erleben wir, dass Ladesta­tio­nen nahezu nie zur Steuerung durch den Net­z­be­treiber angemeldet wer­den. Dies wird mit ein­er zunehmenden Durch­dringung der Net­ze mit E‑Fahrzeugen zu ein­er großen Her­aus­forderung.“

Netzdienlich gesteuert

Mit­machen lautet die Devise! Und Vorteile auss­chenken. Wer sich „intel­li­gent steuern“ lässt, bekommt einen kleinen Bonus beim Strompreis! Die rechtlichen Voraus­set­zun­gen dafür gibt es übri­gens schon längst. Dass der SWR hier so tut, als müsse der Geset­zge­ber da nochmal ran, ist Augen­wis­cherei. Seit 2016 regelt §14a EnWG die „net­z­di­en­liche Steuerung“, ver­langt aber für jeden ges­teuerten Ver­brauch­er – das kann ein Haushalt, ein Gerät oder auch ein Auto sein – sep­a­rate Zäh­ler. Man dachte damals allerd­ings, das Aus­rollen der Smart­meter würde deut­lich zügiger ablaufen.

Die Net­z­di­en­lichkeit kauft man dem Ver­brauch­er wie der Indus­trie ab, wo man das „Abwur­flast“ nen­nt. Es ist gewis­ser­maßen wie mit dem Märchen von der Über­las­tung der Inten­sivs­ta­tio­nen. Dort wurde der Bürg­er vom Patien­ten zur Belas­tung umdeklar­i­ert und seine heilige Pflicht war es, dem Sys­tem möglichst nicht allzu sehr zur Last zu fall­en. Das Mit­tel der Triage, wer eine Behand­lung ver­di­ente und wer nicht, sollte eine exper­i­mentelle Imp­fung sein. Für das Strom­netz mutiert der Kunde auch immer mehr zur Belas­tung und dessen Auf­gabe soll darin beste­hen, seinen Bedarf nach den Nöten eines am Zusam­men­bruch ste­hen­den Sys­tems auszuricht­en. In bei­de Fällen dreht man das Dien­stleis­ter-Kunde-Ver­hält­nis frech um.

Nur von der Aus­gestal­tung des Triage-Sys­tem ist bei Strom noch keine genaue Rede. Doch da wird sich sich­er bald ein passendes Token find­en. Das E‑Auto des Notarztes, des Polizis­ten oder des Feuer­wehrmanns im Einsatz…wer würde da nicht zurück­steck­en und das anämis­che Netz sol­i­darisch durch län­geres Warten ent­las­ten? Und stellen Sie sich erst die Dringlichkeit vor, wenn das zu ladende Auto einem Kli­maak­tivis­ten gehört, der drin­gend einen Flieger zur näch­sten Kli­makon­ferenz erre­ichen muss! Otto Nor­mal­s­teuerzahler wird sich wohl hin­ten anstellen und seine hohe Flex­i­bil­ität und den gün­stigeren Strompreis mit viel Leben­szeit und Ein­schränkun­gen bezahlen müssen.

Erst der Anfang

„Wir wer­den eine Möglichkeit zur net­z­di­en­lichen Steuerung benöti­gen, um den sicheren und sta­bilen Net­z­be­trieb zu gewährleis­ten.“

Und damit ist auf lange Sicht nicht nur das Laden von E‑Autos gemeint. „Net­z­di­en­lich“ kann es auch sein, den vollen Akku zur Net­zsta­bil­isierung anzuzapfen, statt damit von A nach B zu fahren. Auf dieses „Poten­zial“ sind die Apos­tel der Energiewende scharf wie der Bär auf den Honig. So auch Volk­er Quaschn­ing, der beim Anblick von E‑Autos stets an leck­er Pump­spe­ich­er-Kraftwerke denkt.

Twitter

Mit dem Laden des Tweets akzep­tieren Sie die Daten­schutzerk­lärung von Twit­ter.
Mehr erfahren

Inhalt laden

Unter dieser Prämisse muss man den Erken­nungsspruch von Frau Baer­bock nur ger­ingfügig anpassen, damit er Sinn ergibt: wer am Netz hängt, ist der Spe­ich­er.

Wenn also dere­inst die 15 Mil­lio­nen E‑Autos im Land sind, kön­nte der eine oder andere Fahrer mor­gens fest­stellen, dass sich der Ladesteck­er nicht lösen lässt und die Car-App mit­teilt: „Sta­bil­isiere Netz, Energie-Upload läuft – danke für Ihre Net­z­di­en­lichkeit“. Sie soll­ten dann nicht betrübt sein oder auf ihre Eigen­tum­srechte ver­weisen, denn die wer­den sie nicht mehr haben, denn das Auto ist nur geleast und für den Bat­ter­iespe­ich­er haben Sie einen knif­fe­li­gen, aber gün­sti­gen Liefer­ver­trag mit Ihrem Energiean­bi­eter unter­schrieben. Gewiss haben Sie das so nicht gewollt! Aber ich hat­te ja auch nicht die Absicht, ein Drehbuch zu schreiben, das ger­ade Punkt für Punkt abgear­beit­et wird, als ich hier und hier ein paar Jahre in eine dystopis­che Zukun­ft zu blick­en ver­suchte.

Vorheriger ArtikelDer Ball ist bunt und ein Spiel dauert eine Legislaturperiode
Nächster ArtikelEine Handvoll Tweets und die freiwillige Gleichschaltung

13 Kommentare

  1. Was da bzgl. Net­z­di­en­lichkeit für e‑Autos angedacht bzw. sicher­lich geplant auch wird, das wird in ähn­lich­er Weise auch auf die Betreiber von Pho­to­voltaikan­la­gen auf Wohn­häuser zukom­men.

    Es wird so kom­men, dass die Betreiber pri­vater PV- Anla­gen auf Wohn­haus­däch­ern keinen selb­sterzeugten Strom mehr ins eigene Haus­netz leit­en dür­fen, son­dern stattdessen die gesamte selb­st erzeugte Strom­menge ins öffentliche Netz abführen müssen, um damit dazu beizu­tra­gen, dass die Stromver­sorgung aller Stromver­brauch­er gesichert wird. So etwas lässt sich ja leicht tech­nisch ein­richt­en.

    Ihren eige­nen Strombe­darf müssen dann auch die Leute, die eine PV-Anlage auf ihrem Haus­dach betreiben aus dem öffentlichen Netz beziehen.

    Zum Aus­gle­ich hier­für wer­den die Betreiber der PV-Anla­gen dann einen Preis­nach­lass auf den Strom, den sie aus dem öffentlichen Netz beziehen müssen, erhal­ten.

    Ganz verkehrt wäre dieses Sys­tem ja auch nicht, finanziert doch die All­ge­mein­heit der Stromver­brauch­er über den Strompreis und mit ihren Steuern die pri­vat­en PV-Anla­gen auf den Haus­däch­ern mit. Dann ist es auch kor­rekt, wenn sie auch Strom aus diesen Anla­gen ver­wen­den dürfen/können.

  2. Ich glaub, Sie überse­hen das volle Aus­maß der Dummheit. Was wurde fest­gestellt? Die Autos wer­den abends an die Ladesta­tion gestöpselt, auch wenn die Bat­te­rien nicht kom­plett leer sind. Mit­ten in der Nacht kann das Ding geladen sein und hängt dann umson­st dran. Die intel­li­gente tech­nis­che Lösung (so man über­haupt den Energiev­er­lust für sig­nifikant hält) wäre, lokal ab diesem Zus­tand das Laden zu been­den. Dafür braucht es keine ferne, zen­trale Steuerung.

    Aber an der Stelle kom­men die aktivis­tis­che Poli­tik auch nicht ins Spiel. Der Ver­brauch­er will Strom sparen und der Anbi­eter der Elek­troau­tos sucht (tja, also wenn der Energiev­er­lust über­haupt rel­e­vant ist) nach Mech­a­nis­men, um das per­fekt ge-time-te Steck­erziehen einzubauen. Nicht gebraucht zu wer­den, ist aber keine Entschuldigung für echte Funk­tionärs­bonzen, um die Leute ein­fach in Ruhe zu lassen.

    Man will aktiv, ambi­tion­iert, ehrgeizig und auch noch aktiv und ambi­tion­iert die Elek­tro­mo­bil­ität durch­drück­en. Und da gibt es sauertöp­fige Rechte, die von der Endlichkeit der Energie reden, wenn man alle ver­füg­baren Energiequellen an die Wand fährt. Also muss man den Leuten sagen, dass man an die Energieef­fizienz denkt. Und beim Denken ist da jet­zt aufge­fall­en, dass der Wäh­ler am lieb­sten das spart, was er ger­ade nicht benutzt, also das Auto wochen­tags bei Nacht. Da kann man so tun, als würde man anset­zen, ohne das jemand sich zu etwas genötigt fühlt und aufwacht, son­st hat man gle­ich wieder den Neon­az­i­um­sturz, so wie damals als Don­ald Trump mit diesem halb­nack­ten Rind­vieh-Typen im Kon­gress­ge­bäude Ameri­ka weggeputscht hat. Die Leute müssen sparen ohne zu merken, dass sie sparen, und man muss ihnen bedeuten, dass wir dank der ambi­tion­ierten poli­tis­chen Ama­zonierten trotz­dem sparen. Also wir sagen den Leuten, dass wir da was machen, Her­rgott!

    Was meinen die sauertöp­fi­gen Recht­en noch? Ach, ja, das Strom­netz. Dafür ist die Übung. Also der Lastab­wur­fgedanke bet­rifft bis­lang großflächige Gebi­ete oder Pro­duk­tion­sstät­ten. Wussten Sie, dass die Chi­ne­sen ein gemein­sames Wort für “jeden Moment volle Kanne abkack­en kön­nen” und “Chance” haben?(1) Wo der Rechte sich gruselt, sieht der Ambi­tion­ierte die Gele­gen­heit. Semi-erratisch Mikro­lastab­würfe! Yeah! Jet­zt schnell mal den Tes­la aus, bevor man den Rest des Win­ters im Kalten hockt und Omas Knochen abnagt.

    Es ist Strom für alle da. Das ist alles eine Frage der Verteilung. Fragt mal die evan­ge­lis­che Kirche! Jesus hat Brot und Fis­che verteilt und es wur­den immer mehr. Bis­chöfe schle­ichen über die Auto­bahn und zwin­gen die anderen Fahrer zum Energiespar-Stau.(2) Es ist wie mit dem Geld. Das ist auch nicht endlich. Man muss es nur verteilen oder von den Reichen nehmen, die nie bei den poli­tis­chen Kreisen selb­st zu find­en sind. Friedrich Merz kriegt seine Karre natür­lich nicht still­gelegt. Die ÖR-Inten­dan­ten auch nicht.

    Jeden­falls ist mit “intel­li­gent” auch hier wieder eine KI-Lösung “gedacht”, aber auch wiederum nicht gedacht. Das fängt schon damit an, dass man die “Intel­li­genz” mit keinen Dat­en füt­tern kann. Woher genau soll man zen­tral in irgen­dein­er Server­farm wis­sen, wann welch­es Auto nut­z­los an der Ladesta­tion hängt. Das kann man nicht ein­fach ein­mal für eine Nach­barschaft trainieren. Denn gibt es ein solch­es Sig­nal, dass der Lade­vor­gang been­det wer­den kann, dann kann das Auto das auch irgend­wann ein­fach selb­st machen. Bis die umständliche Lösung mit KI gebastelt wäre, wäre die ein­fache Lösung längst unter Dach und Fach.

    Wir denken die ganze Zeit, dass wir einen Mobil­itäts-Shad­ow­ban kriegen und die Ober­schicht bewusst an einem Unter­drück­ungsmech­a­nis­mus arbeit­et. Aber wer sich die Luftschloss-Lit­er­atur der Behör­den und Think­tanks anschaut, stellt rapi­de fest, dass die Leute ein­fach dumm sind oder sich wech­sel­seit­ig für dumm verkaufen. Der ganze Kram, den man “intel­li­gent” und “ver­net­zt” unter Slo­gans wie “Smart City” zusam­men­träumt bräuchte z.B. auch gewaltige Server­far­men, die jede Energieeinsparung dop­pelt und dreifach wieder ver­brat­en. Es gibt ein riesiges Öko-Bie­der­mann-Feld der Schnap­sideen von “Urban Gar­den­ing” bis “Nul­len­ergiehäusern”.

    Mein Prob­lem ist auch gar nicht so sehr, dass kein­er um jede Tech­nolo­gie und deren Skalier­barkeit und Sinnhaftigkeit wis­sen kann und dass daher jed­er Fehler machen muss. Mich stört, dass die Tagess­chau ein riesiges Netz an Arbeit­skräften hat, mit denen man klären kön­nte, was für und was gegen etwas spricht und diese hochbezahlten Redak­teure trotz­dem normal­doof bleiben. Sie senden auch keine Stre­it­ge­spräche. Ähn­lich ist es bei Poli­tik­ern mit riesigem Stab, die sich nicht mal alles selb­st durch­le­sen müssten, um mal einen Überblick zu bekom­men und die sich trotz­dem für die Dinge, für die sie ange­blich ste­hen, noch nicht mal inter­essieren und deren Mach­barkeit abklopfen. Wenn ein­er Ursu­la von der Leyen zur KI ständig ein­fällt, dass die keine Black­box sein dürfe, dann fragt man sich schon, ob es noch eine zweite Per­son gibt, die über ihre Reden mal drüber schauen kön­nte. Und dieses Desin­ter­esse ist stets gepaart mit absoluter Ein­mis­chungs­bere­itschaft.

    (1)Das ist ein urbaner Mythos und stimmt tat­säch­lich auch nicht.
    (2) War­nung! Achtung, Achtung! Vor­sicht! Gefahr! Dieser Kom­men­tar enthält eine vielle­icht nach §166 StGB straf­bare Her­ab­würdi­gung ein­er inländis­chen Reli­gion­s­ge­meinde, so sie denn geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören. Wenn Mar­got Käß­mann und Amelie Fried um sich schla­gen, will es wieder kein­er gewe­sen sein.

    • Jet­zt hab ich einen so lan­gen Kom­men­tar geschrieben und mir ist noch einge­fall­en, dass deren Idee wohl ist, eine Rück­mel­dung über den Ladesta­tus zu sam­meln. Es geht nicht darum, wie ich oben schrieb, das Auto nach dem Laden abzuk­lem­men, son­dern das Auto mehrmals in der Nacht anzuhän­gen und abzuw­er­fen, je nach ver­füg­barem Strom und Ver­brauch der Nach­barn. Nur ist das abse­hbar auch mar­gin­al rel­e­vant, weil die Energiev­er­füg­barkeit ins­ge­samt zu niedrig bleibt. Wenn der Wind am frühen Abend kaum weht, wird er in den meis­ten Nächt­en auch später in der Nacht nicht blasen. So lässt sich der fehlende Energiespe­ich­er nicht erset­zen.

      • Ich trag mich schon seit Tagen damit rum, den evan­ge­lis­chen Bis­chöfen vielle­icht unrecht getan zu haben und sollte mich vielle­icht ein zweites Mal kor­rigieren. Natür­lich schle­icht Mar­got Käß­mann nicht über die Auto­bahn, jeden­falls nicht, wenn sie getrunk­en hat.

    • Ist es denn nicht so, dass der Lade­vor­gang stoppt, wenn der Akku voll ist? Das klappt sowohl bei mein­er Zahn­bürste als auch bei dem Ladegerät für die Maus-Bat­te­rien. Oder dem Smart­phone. Warum ist dann ein hochtech­nisiertes Pro­dukt wie ein E‑Auto nicht in der Lage, das Laden zu stop­pen?

      Und: Nur, weil etwas am Netz angeschlossen ist, zieht es nicht per­ma­nent Strom. Son­st müssten Waschmaschi­nen und Wäschetrock­n­er etc. ja per­ma­nent Watt durch die Leitung blasen und hor­rende Kosten verur­sachen. Oder habe ich da etwas falsch ver­standen?

      • Wenn der Akku noch am Kabel hängt, geht ein wenig Energie als Wärme ab. Das ist so lächer­lich ger­ing, dass ich oben zweimal geschrieben hab, “wenn es darauf über­haupt ankäme”.

        Was ich als “Sparen” etwas unpassend aus­ge­drückt habe, ist, dass man die Energiefluk­tu­a­tion durch Wind und Solar meint mit KI abfed­ern zu kön­nen. Also wenn die Net­zfre­quenz unter 50 Hz fällt, würde man Ladestellen abw­er­fen und wenn sie über 50 Hz steigt, würde man welche zuschal­ten.

        Das Zuschal­ten von Ladesta­tio­nen, wenn es ger­ade passt, ist das, was ich in meinem ersten Kom­men­tar vergessen hat­te. Es macht nur auch wirk­lich keinen Unter­schied. Eine KI, also ein “intel­li­gentes Netz”, kann zwar das Muster der Nutzung von Fahrzeu­gen, also deren Ent­fer­nung von der Ladesta­tion oder den Lade­stand beim Anschließen, erken­nen und für die Stromzuteilung und Net­zsta­bil­isierung nutzen, nur ist das bei Licht bese­hen nicht wirk­lich bess­er als schnöde Erfahrungswerte. Wenn sich die Fre­quenz ändert, wird man viele Nutzer gle­ichzeit­ig abw­er­fen oder zuschal­ten wollen. Dabei macht es keinen nen­nenswerten Unter­schied ob man nun Garage für Garage entschei­det oder die E‑Au­to-Ladesta­tio­nen ein­er Stadt für diese oder jene Nacht­stunde. Das ist let­ztlich so, wie wenn man sich mords freut, dass man nun Soft­ware hat, die Katzen- und Hun­de­bilder tren­nen kann, obwohl man nicht son­der­lich viele Fälle hat und das men­schliche Auge auch selb­st die Fotos sortieren kann. Man bräuchte aber umso mehr Rechen­zen­tren, desto fein­gran­u­lar­er man die Tiefkühlhäh­nchen einzeln ans­teuern will.

        Wenn wir die Grü­nen ver­ste­hen wollen, müssen wir nachvol­lziehen, warum das Netz der Spe­ich­er und “Grund­last so von gestern ist” wie wir selb­st. (Sylvia Kot­ting-Uhl — Bun­destagsab­ge­ord­nete der Grü­nen).
        https://www.tichyseinblick.de/daili-es-sentials/energieversorgung-in-deutschland-jederzeit-strom-ist-von-gestern/amp.

        Hin­ter diesen Bemerkun­gen ste­hen näm­lich echte Tech­niker, die ihren Kram verkaufen wollen. Und wenn man den Energie­man­gel kom­plett aus­blendet und nur isoliert die Frage nach dem Spe­ich­er beant­wortet, bleiben Wasser­stoff, die Fer­men­tierung land­wirtschaftlich­er Erzeug­nisse (“Bio­gas”) und das Jonglieren mit dem, was man hat, abw­er­fen und zuschal­ten (“intel­li­gentes Netz” — Fis­che und Brot).

        Für dieses “intel­li­gente Netz” braucht man irgend­wie getren­nte Kreis­läufe. Die Idee ist ja offen­bar, die E‑Autos getren­nt vom Tiefkühlhäh­nchen abzuw­er­fen. Hier haben es die tech­nis­chen begabten Verkäufer bei den Linken natür­lich wieder ein­fach, da, wie gesagt, nichts endlich ist. Es sind doch genug Kabel für alle da!

        Ganz wichtig ist zu wis­sen, dass bei Grü­nen schla­gar­tig das Hirn aus­ge­ht, wenn man sagt, dass etwas mit Strom gemacht wer­den kann. Denn dann gibt es ja “Ökostrom”, eine Tech­nolo­gie ohne auch nur einen einzi­gen Nachteil und ver­füg­bar wie Wass­er im Meer. Die fehlende Effizienz von Wasser­stoff löst man mit “mehr Ökostrom”. Und “teuer” ist eine Vok­a­bel von bösen, recht­en Ehemän­nern, die das Porte­mon­naie nicht rüberwach­sen lassen wollen, und lässt sich durch Erb­schaftss­teuern in Höhe von 200% in das Fin­ster­re­ich “Gestern” ver­ban­nen.

  3. Im Gegen­satz zur Über­las­tung ein­er Inten­sivs­ta­tion in ein­er akuten Coro­na-Welle, in der das Über­leben der Patien­ten davon abhängig ist, dass aus­re­ichend viele Beat­mungsstellen (Geräte UND medi­zinis­ches Per­son­al) vorhan­den sind, ver­stirbt nie­mand, wenn seine E‑Karre nicht voll­ständig geladen ist. Insofern finde ich den Ver­gle­ich total unpassend.
    Anson­sten Zus­tim­mung zur “Diag­nose” .

    • neeeeeeeeeein! lassen sie die Geräte weg, es gab zu wenig Per­son­al — außer­dem kommt es auch auf die Art der Geräte an, denn es wur­den genug Men­schen durch Intu­ba­tion getötet

      und dass nie­mand stirbt, nur weil das Auto nicht fährt, kommt zwar möglicher­weise sel­ten vor, stimmt aber so pauschal nicht

    • Die über­lebens­förder­lichen Qual­itäten der Druck­beat­mung von Coro­na-Patien­ten auf Inten­sivs­ta­tio­nen sind inzwis­chen dur­chaus ins Zwielicht ger­at­en; die im Zuge der Verunglimp­fung Ungeimpfter geforderte Ver­weigerung von Beat­mun­sgeräten für solcher­art Unein­sichtige kann als ein möglich­er Grund zur Nichtimp­fung ange­se­hen wer­den, wenn einem dadurch der vorschnelle Anschluß an eine Beat­mungs­mas­chine erspart bleibt.

      Früher ein­mal gab es den Begriff “lebenssatt”; in der so beze­ich­neten Gemüt­slage ist der Tod als solch­er (im Gegen­satz natür­lich zu den konkreten Umstän­den seines Ein­tritts) nichts allzu Unan­genehmes. Man wird ihrer allerd­ings eher nicht teil­haftig, wenn man das vorherge­hende Leben in erhe­blichem Maße mit dem Warten auf end­los sich hin- und her­ladende E‑Karren oder die Instand­set­zung des “Häuschens auf der Wiese” und­soweit­er und­so­fort ver­bracht hat.
      (Auf let­zteres komme ich durch den mit Ihrem Namen verknüpften URL, an dem man auf den Bericht ein­er Per­son stößt, die sich gle­ich ein­gangs als wenig geduldig vorstellt und fol­glich mut­maßlich auch wenig tol­er­ant gegenüber end­losen Lade­vorgän­gen wäre.)

    • Selt­sam nur, dass nie eine Inten­sivs­ta­tion *wegen* Coro­na über­lastet war. Das hat sog­ar die Bun­desregierung zugegeben.

  4. Auch das ist nicht das ganze Bild. Als Eigen­tümer eines großen öffentlichen Park­platzes zum Einkaufen habe ich Stadtwerke und ENBW ange­boten Ladesta­tio­nen zu bauen. Die Antwort? Das ren­tiert sich nicht, machen wir nicht, warten wir ab. Die voll­ständi­ge Unter­hal­tung kann ich Ihnen gerne pri­vat mit­teilen.

Kommentarfunktion ist geschlossen.