Um zu unter­su­chen, in welchem Zustand die deut­sche Ener­gie­wende und der Netz­aus­bau sind, muss man den Reden ihrer poli­ti­schen Herolde lau­schen. Anna­lena Baer­bocks Aus­spruch im Inter­view mit dem DLF, als sie das Netz zum Spei­cher erklärte und behaup­tete, „das ist alles aus­ge­rech­net“, war bislang nur die ver­rück­teste Äuße­rung. Damit schaffte sie es kurz­fris­tig, an Jürgen Trit­tins Aussage vor­bei­zu­zie­hen, der einst behaup­tete, die Ener­gie­wende werde den Bürger monat­lich nicht mehr kosten als eine Kugel Eis. Mitt­ler­weile wissen wir, dass der Preis für das Eis immer heißer wird und Baer­bocks nach­ge­scho­bene Begrün­dung, mit „das Netz“ sei das Stadt­gas­netz gemeint, weit weniger lus­ti­gere Effekte als Knall­gas-Expe­ri­mente im Chemie-Unter­richt zur Folge hätte. Doch nun folgt die nächste Volte, indem man einen Strom­spei­cher mal eben zum Netz-Ersatz erklärt. Das glauben Sie nicht? Dann lesen Sie mal hier bei Spiegel-Online nach!

In Kurz­form: weil die neuen Strom­tras­sen „unbe­liebt“ seien – will heißen, die Plan­ver­fah­ren kommen auf­grund mas­si­ver Bür­ger­pro­teste weder über noch unter der Erde so recht voran und die Kosten für unter­er­dige Gleich­strom­tras­sen misst man in der Einheit „Apollo-Mond­lan­dun­gen“ – müsse man nun im Süden der Repu­blik gigan­ti­sche Li-Ionen-Spei­cher­bat­te­rien bauen. Diese Spei­cher könne man auch „über das her­kömm­li­che Netz“ laden und die würden dann den wegen der engen Strom­tras­sen immer wieder not­wen­di­gen Redispatch glätten. So stellt der Spiegel das dem Leser dar, nicht ich. Ich gehöre ja eher zu jenen, die seit Jahren auf die tech­ni­sche Unzu­läng­lich­keit des grünen Zap­pel­stroms auf­merk­sam machen, der zur Netz­sta­bi­li­tät leider über­haupt nichts bei­tra­gen kann, weshalb man ihn über Spei­cher glätten müsse. Die kurz­fris­tige Glät­tung ist dabei tech­nisch nicht mal ein so großes Problem (nur ein erheb­lich finan­zi­el­les, wie wir noch sehen werden), sondern die lang­fris­tige, Jah­res­zeit­li­che Glät­tung. Der gedachte „Strom­spei­cher­see“, der diese Schwan­kun­gen aus­glei­chen könnte, ist zwar in der Theorie vor­han­den, aber prak­tisch nicht machbar! Die Welt ist einfach zu klein dafür.

Redispatch wegen fehlender Leitungen?

Aller­dings pres­siert seit kurzem ein anderes tech­ni­sches Problem, nämlich die plan­mä­ßige Abschal­tung der letzten grund­last­fä­hi­gen AKW und bis 2038 auch noch der Koh­le­kraft­werke. Es stehen also immer weniger grund­last­fä­hige Kraft­werke zur Ver­fü­gung. Der grüne Zap­pel­strom mit ein­ge­bau­ter Vor­fahrt sorgt dafür, dass es von Jahr zu Jahr schwie­ri­ger wird, die Netz­fre­quenz stabil zu halten. Immer häu­fi­ger wird ein „Redispatch“ nötig, weil Unter­ka­pa­zi­tä­ten durch Zuschal­ten von Kraft­wer­ken oder Last­ab­wurf großer Abneh­mer aus­ge­gli­chen wird und Über­ka­pa­zi­tä­ten aus Wind und Sonne irgend­wo­hin abflie­ßen müssen. Ursache dieser Schwan­kun­gen ist das EEG-System selbst und somit die poli­tisch vor­ge­ge­bene Marsch­rich­tung in eine Öko-Plan­wirt­schaft.

Der geplante Bat­te­rie­spei­cher ist denn auch nichts anderes als ein rie­si­ger und irre teurer Kon­den­sa­tor, der sich schnell schal­ten lässt und so das Zeit­fens­ter für einen künf­ti­gen Redispatch etwas ver­grö­ßert und dem Netz­be­trei­ber für eine kleine Weile Luft zur Rege­lung ver­schafft, bis noch mehr Grund­last­kraft­werke vom Netz gehen und der „Kon­den­sa­tor“ noch größer werden muss. Kei­nes­falls kann diese oder irgend­eine Bat­te­rie eine Über­tra­gungs­lei­tung erset­zen. Das Problem, dass in win­di­gen Zeiten große Mengen des in der Nordsee pro­du­zier­ten Off-Shore-Wind­stroms nicht abflie­ßen können, besteht ja wei­ter­hin, ganz gleich, wie die Spei­cher in Baden-Würt­tem­berg geladen werden. Statt hier aber das Poli­tik­ver­sa­gen der Ener­gie­wende als Ursache zu benen­nen, bekommt der reni­tente Bürger den schwar­zen Peter zuge­scho­ben, weil der die Frech­heit besitzt, den Tras­sen­bau zu ver­hin­dern! Motto: ihr wollt keine Netze? Dann bauen wir euch Spei­cher!

Falsches Spiel mit Leistung und Kapazität

Mit welchem Blend­werk der Spiegel seine Leser des­in­for­miert, sieht man gerade im Zusam­men­hang mit der Ener­gie­wende immer wieder an den prä­sen­tier­ten Zahlen. Die Leis­tungs­stärke der in Kup­fer­zell geplan­ten Anlage betrage 500 Mega­watt und in Moss Landing (Kali­for­nien) plane der Ver­sor­ger PG&E bis Ende 2020 ein kom­plet­tes Gas­kraft­werk durch Lithium-Akkus zu erset­zen“. Auch hier das typi­sche Spiel mit der Unkennt­nis der Begriffe. 500 Mega­watt, das klingt, als könne man mit einem Akku-Park fast das Stein­kohle-Kraft­werk Rostock (600 MW) erset­zen. Pus­te­ku­chen! Denn über welchen Zeit­raum diese 500 Mega­watt zur Ver­fü­gung stehen, erwähnt der Spiegel nicht. Minuten? Stunden? Tage? Im Gegen­satz zu einem Akku läuft so ein Kraft­werks­block übli­cher­weise fast das ganze Jahr, während man aus einer Bat­te­rie nur das her­aus­ho­len kann, was man vorher hin­ein­ge­steckt hat. Gera­dezu albern ist die Vor­stel­lung, ein Akku könnte ein (theo­re­tisch, in Deutsch­land nicht prak­tisch) grund­last­fä­hi­ges Gas­kraft­werk erset­zen. Der kali­for­ni­sche Betrei­ber PG&E ist auch kein Bei­spiel für cle­ve­res Ener­gie­ma­nage­ment. Er hat ledig­lich beschlos­sen, aus der Erzeu­gung von Strom aus­zu­stei­gen und sein wirt­schaft­li­ches Glück als kurz­fris­ti­ger Puf­fer­spei­cher für den Strom zu ver­su­chen, den andere erzeu­gen. Das ist kein „Ersatz”, das ähnelt eher dem Müller, der zum Bäcker umschult.

Mega oder Giga oder Watt?

Bemer­kens­wert ist auch der Preis. „Bran­chen­in­si­der“ schät­zen laut SPON, dass 900 Mega­watt dieser Bat­te­rie­spei­cher eine Mil­li­arde Euro kosten werden, lau­fende War­tun­gen und der alle paar Jahre fällige Aus­tausch der Spei­cher­zel­len nicht mit­ge­rech­net. Aber viel­leicht liegt hier der Schlüs­sel zur tat­säch­li­chen Kapa­zi­tät der in Baden-Würt­tem­berg geplan­ten Anlagen und wir können mit ein wenig Drei­satz mal hinter die Kulis­sen gucken. Setzt man die Kenn­zah­len an, die der Spiegel selbst für ein ver­gleich­ba­res Projekt in Aus­tra­lien ver­öf­fent­lichte (42 Mil­lio­nen Euro für 129 MWh instal­lierte Bat­te­rie­ka­pa­zi­tät, 100 MW Leis­tung), bedeu­tet dies, dass hinter den 900 Mega­watt Leis­tung ganze 3.070 MWh Kapa­zi­tät stecken. Das klingt viel und hilft sicher­lich, das Netz kurz­fris­tig zu glätten, ist aber wenig und völlig untaug­lich, als nen­nens­wer­ter Spei­cher für Zap­pel­strom zu fun­gie­ren oder feh­lende Über­tra­gungs­wege zu erset­zen. Denn 3.070 MWh sind nur 3 GWh und der Spei­cher wäre bei Vollast in etwa dreiei­halb Stunden leer. Um diese kurze Puf­fer­zeit geht es Trans­netBW und die sind sicher bitter nötig – aber nicht, um die feh­len­den Strom-Trassen zu erset­zen, sondern den vola­ti­len Strom aus Sonne und Wind mit den immer weniger wer­den­den Grund­last­kraft­wer­ken aus­zu­glei­chen!

Zum Kapa­zi­täts­ver­gleich: Das Kohle-Kraft­werk Rostock, nicht gerade eines der grö­ße­ren hier­zu­lande, pro­du­ziert mit seinen 600 Mega­watt Leis­tung etwa 1.720.000 MWh pro Jahr, (umge­rech­net auf 500 Mega­watt, um einen Ver­gleich zum geplan­ten Bat­te­rie­spei­cher zu haben, wären das also etwa 1.433.000 MWh (1.433 GWh)). Sicher haben Sie schnell aus­ge­rech­net, dass man weitere 573 mil­li­ar­den­teure Bat­te­rie­spei­cher bräuchte, um auch nur die Energie zu puffern, die aus einem mit­tel­gro­ßen Kraft­werk wie dem in Rostock kommt. Vor­aus­ge­setzt, wir bauen die Spei­cher so preis­wert, wie Tesla seine Anlage in Aus­tra­lien.

573 Mil­li­ar­den Euro sind also nötig, wollte man einen Bat­te­rie­spei­cher bauen, der über das ganze Jahr eine Leis­tung abgeben kann, wie das Kraft­werk in Rostock. Als Haus­auf­gabe für die Leser bleibt dann noch die Aufgabe, zu ermit­teln, wieviel tausend Tonnen Lithium man für diesen Spei­cher bräuchte und wieviel mal man diese 573 Mil­li­ar­den Euro aus­ge­ben müsste, um die jah­res­zeit­li­chen Schwan­kun­gen in der Zap­pel­strom­ver­sor­gung ganz Deutsch­lands aus­zu­glei­chen.

Und wer bezahlt?

Wer das bezah­len soll, wollen Sie wissen? Das ahnen Sie zwar sicher schon, schließ­lich zahlen Sie mit 30 Cent pro kWh schon den höchs­ten Strom­preis welt­weit – die deut­schen Voll­ste­cker haben’s doch offen­sicht­lich dicke, da geht sicher noch was! Dazu findet sich am Ende des SPON-Arti­kels ein inter­es­san­ter Hinweis: „Zunächst muss der Plan für die Giga­bat­te­rien aller­dings von der Bun­des­netz­agen­tur und vom Bun­des­tag bestä­tigt werden.“ Dass die Bun­des­netz­agen­tur einen Blick auf die Pläne werfen möchte, ist ja noch ver­ständ­lich, aber warum sollte sich der Deut­sche Bun­des­tag damit beschäf­ti­gen, auf welche tech­ni­sche Art und Weise einer der deut­schen Netz­be­trei­ber die Ver­sor­gung seiner Strom­kun­den orga­ni­siert oder die Lie­fe­run­gen der Strom­erzeu­ger koor­di­niert? Für die meisten Abge­ord­ne­ten kommt der Strom aus der Steck­dose, wie er dort rein kommt, inter­es­siert ihn nicht son­der­lich. Kann oder darf Trans­netBW das nicht allein ent­schei­den? Den Bun­des­tag ins Spiel zu bringen bedeu­tet nichts anderes als den Plan, die gigan­ti­schen Kosten für die Lithium-Akkus auf den Steu­er­zah­ler abzu­wäl­zen. Irgend ein Netz­spei­cher­wachs­tums­be­schleu­ni­gungs­ge­setz wird sich da schon zimmern lassen.

Die Auf­recht­erhal­tung der Sta­bi­li­tät der Strom­netze macht den Betrei­bern mehr und mehr zu schaf­fen. Aber es macht sich nicht so gut, wenn Trans­netBW zu den Poli­ti­kern in Land und Bund geht, ihnen Vor­würfe wegen Ener­gie­wende, Atom- und Koh­le­aus­stieg macht und die Politik auf­for­dert, ihre Fehler zu kor­ri­gie­ren. Wer in dieser Sache Geld von Poli­ti­kern will, muss die Bürger beschul­di­gen. Poli­ti­ker wie­derum sind dankbar für die Ablen­kung vom eigenen Ver­sa­gen und öffnen die Taschen der Bürger so gern noch ein wenig weiter. Deshalb baut Trans­netBW der Politik eine Brücke. Der Bürger sei ja nicht nur Strom­kunde und Steu­er­zah­ler in Per­so­nal­union, wegen seine Reni­tenz bezüg­lich des Netz­aus­baus sei er auch noch schuld an der Kos­ten­ex­plo­sion! Das hat er nun davon! Ich kann schon im Geiste die Fens­ter­re­den der Poli­ti­ker hören, die Bür­ger­initia­ti­ven und Strom­tras­sen­ver­hin­de­rer („Ener­gie­has­ser“ wäre eine grif­fige Ver­bal­in­ju­rie) in Nie­der­sach­sen oder Hessen dafür anpran­gern, dass man nun teure Spei­cher bauen und finan­zie­ren müsse, weil diese ewig Gest­ri­gen die Netze nicht vor der Haustür oder im Kar­tof­fel­acker haben wollen, nur weil das ent­we­der den Himmel ver­un­ziere oder den Boden stark auf­hei­zen würde. Aber Netz und Spei­cher sind in post-phy­si­ka­li­schen grünen Zeiten ja ohnehin iden­tisch und vor allem immer teurer als gedacht. Letz­te­res zumin­dest stimmt. Haben wir ja gerade alles aus­ge­rech­net.

SPON-Artikel auf archive​.is

*Korrektur

In meine Berech­nung hat sich ein Fehler ein­ge­schli­chen. Danke an meine Leser, die mich darauf auf­merk­sam machten. Die nach meiner Meinung rich­tige Berech­nung der Kraft­werks­ka­pa­zi­tät finden Sie hier. Der Fehler bleibt aus Doku­men­ta­ti­ons- und Doku­men­tar­grün­den im Text stehen. Nur so viel vorweg: es ist alles noch viel schlim­mer, als ich es oben beschrie­ben habe.

20 Kommentare

  1. Mit dem Drei­satz hinter die Kulis­sen…
    Lieber Herr Letsch, meine Schul­zeit liegt über 30 Jahre zurück, aber Drei­satz geht noch, dachte ich.
    Ihre Bei­spiel­auf­gabe:
    100 MW (Leis­tung) zu 129 MWh (Inst. Batt.kapaz.) verhält sich wie 900 MW (Leis­tung) zu x MWh (Inst. Batt.kapaz)
    Ihre Lösung für x lautet 3.000 (MWh); ich komme ums Ver­re­cken aber immer auf (rund) 1.170 (MWh)
    Liegt es an Aus­tra­lien (umge­kehr­ter Drei­satz)? Liegt es am Lithium?
    Schöne Grüße aus dem Schwarz­wald.

      • Daran, daß alles noch viel schlim­mer ist, hatte ich sowieso keinen Zweifel. Und für Poli­ti­ker, die funk­tio­nie­rende Systeme abschaf­fen, um diese durch nicht-funk­tio­nie­rende, aber zehnmal teurere zu erset­zen, habe ich auch nur eine Dia­gnose. Die fängt mit W an und endet auf ahnsinn.

  2. Lieber Roger,

    was zer­brichst du dir den Kopf und rech­nest dir die Finger wund?
    Wenn das Trassen- und Spei­cher­pro­jekt nur annä­hernd so laufen wird wie der Bau des Ber­li­ner Flug­ha­fens, dann werden wir beide nicht eine Mil­li­watt­se­kunde aus diesem Projekt bezie­hen. Ich für meinen Teil werde dann bereits längst Gera­ni­en­dün­ger sein, wenn das Projekt denn jemals „ans Netz” gehen wird.

    Eines ist signi­fi­kant: Auch bei unseren red­se­li­gen Poli­ti­kern wird die Aus­wir­kung der Bil­dungs­re­form immer deut­li­cher.
    Ferner wissen wir auch nicht, was diese Gestal­ten so alles rauchen; in diesem Kraut müssen jeden­falls Sub­stan­zen ent­hal­ten sein, die das logi­sche Denken nicht uner­heb­lich beein­träch­ti­gen. Anders kann ich mir die poli­ti­schen Ent­schei­dun­gen bezüg­lich der sog. Ener­gie­wende nicht erklä­ren.
    Wie können unsere Ber­li­ner „”„Volks­ver­tre­ter””” nur auf die Idee kommen, erst Atom­kraft­werke abzu­schal­ten, danach Koh­le­kraft­werke und somit alle Brücken hinter uns abzu­rei­ßen, um dann ganz auf vola­tile Strom­erzeu­gung zu setzen? Das ist wie Daten­si­che­rung ohne Backup – hahaha!
    Von Ver­ant­wor­tung und Rea­li­täts­sinn zeugt das Projekt nicht.
    Mir tun wirk­lich die Kinder in diesem Land leid: Sie werden den Strom­preis kaum mehr bezah­len können. Was wird die kWh dann kosten? Ein Euro oder noch mehr?
    Genauso wie Wohnen ein Grund­be­dürf­nis ist, ist Strom eben­falls unver­zicht­bar – und in Zukunft erst Recht. Ohne Strom geht nichts und wird in Zukunft erst recht nichts mehr gehen!

    Auf jeden Fall wird dann dieses Land seinen kleinen Beitrag zum Sparen geleis­tet haben: Durch die hohen Stand­ort­kos­ten (u. a. Strom­kos­ten) und der daraus resul­tie­ren­den Deindus­tria­li­sie­rung wird Deutsch­land noch mehr Energie ein­spa­ren …

  3. Fun­da­men­tal ist die elek­tri­sche 45-Prozent-Regel! Alle anderen Betrach­tun­gen sind obsolet, da diese Situa­tion seit Jahren immer und immer wieder auf­tritt: Fake­Power wird vom Netz getrennt!

    Hein­rich Duep­mann, Strom­ver­brau­cher­schutz NAEB: „Für eine stabile Netz­be­triebs­si­tua­tion müssen per­ma­nent 45% (Faust­for­mel) der anste­hen­den Leis­tung aus großen Syn­chron­ge­ne­ra­to­ren kommen (rotie­rende Massen). Diese müssen außer­dem in einem Leis­tungs­be­reich hoher Regel­ge­schwin­dig­keit arbei­ten, der je nach Bauart und Typ bei 30 – 80% der Nenn­leis­tung liegt.”
    https://​www​.dzig​.de/​O​e​k​o​s​t​r​o​m​_​D​i​e​-​G​r​e​n​z​e​n​-​d​e​s​-​W​a​c​h​s​t​ums

  4. Tja, liebe Mit­den­kende, uns allen (naja: mir jeden­falls) vibriert das Hirn beim Versuch, auch nur ansatz­weise zu erfas­sen, wieviel gera­dezu unend­li­cher Schwach­sinn uns regiert und agi­tiert. Zur Teil­kä­rung emp­fehle ich u.a. einen Vortrag H.-W. Sinns von Ende 2017 ( https://​www​.youtube​.com/​w​a​t​c​h​?​v​=​j​m​9​h​0​M​J​2​s​w​o​&​t​=​16s ) in dem er im Effekt ver­klart, daß a) bei ca. 50% EE das abso­lute Ende der Spei­cher­kraft­werks­stange erreicht wäre (bei Bau aller mög­li­chen Pump­spei­cher­kraft­werke in Europa – beim Status Quo des Strom­ver­brauchs OHNE „E-Mobi­li­tät”) und b) für dar­über­hin­aus­ge­hende EE-Anteile letzt­lich ein mnd. 3–4faches (zu ent­spre­chen­den Kosten) an EE erzeugt werden müßte, wollte man „Power2Gaz” o.ä. zur wei­te­ren Anteils­stei­ge­rung nutzen wollen. Da wir nun aber in Kürze keinen eigenen Atom­strom mehr pro­du­zie­ren werden und auch bis 203.. kei­ner­lei relativ sau­be­ren deut­schen Koh­le­strom mehr haben wollen werden, werden wir also unsere Nach­barn um ihren Teu­fels­strom (F/PL) und Väter­chen Putler um sein Gas anbet­teln müssen – genau. „betteln”: denn ohne alles Dreis is hier Zappen duster. Sollte uns diese „Ener­gie­wende” tat­säch­lich ‚gelin­gen’, dürften sich – sozu­sa­gen ganz en passant – die meisten der typi­schen Pro­bleme eines sich selbst negie­ren­den füh­ren­den Indus­trie­lan­des mit Welt(bevölkerungs)beglückungsallmachtsphantisien mit ihm zusam­men erle­di­gen. Gut ist der beraten, der sich gen Schweiz, Öster­reich (wg. €uro leider, leider eher nicht), Polen oder Ungarn finanziell/sprachlich zu ‚diver­si­fi­zie­ren’ vermag. .….da fällt mir der pro­phe­ti­sche pol­ni­sche Witz von 2016ff. ein: Die sei­ner­zei­tige pol­ni­sche Minis­ter­prä­si­den­tin Beata Szydło ruft bei Merkel an. „Hallo, Angela, grüß Dich, Beata hier. An unserer Grenze stehen eine Million Flücht­linge, was soll ich tun?” „Das habe ich Dir doch schon x-mal gesagt: her­ein­las­sen!!!” „Aber Angela, es sind DEUTSCHE!”

  5. Gestern war auf SPON die Rede davon, dass E-Auto-Besit­zer in die Pflicht genom­men werden könnten, das Strom­netz zu sta­bi­li­sie­ren.
    http://​www​.spiegel​.de/​w​i​s​s​e​n​s​c​h​a​f​t​/​t​e​c​h​n​i​k​/​e​l​e​k​t​r​o​a​u​t​o​s​-​f​o​r​s​c​h​e​r​-​a​r​b​e​i​t​e​n​-​g​e​g​e​n​-​d​r​o​h​e​n​d​e​n​-​s​t​a​u​-​i​m​-​s​t​r​o​m​n​e​t​z​-​a​-​1​2​5​2​1​6​0​.​h​tml
    Der Münch­ner Elek­tro­mo­bi­li­täts-Dienst­leis­ter The Mobi­lity House „will zusam­men mit dem Netz­be­trei­ber Tennet in einem Pilot­pro­jekt zeigen, dass Elek­tro­au­tos helfen können, Eng­pässe im Über­tra­gungs­netz – die Strom­au­to­bah­nen, die Energie von Nord nach Süd trans­por­tie­ren – zu besei­ti­gen: Wird im Norden mehr Wind­strom erzeugt als die Lei­tun­gen auf­neh­men können, werden dort Fahr­zeuge geladen. Gleich­zei­tig speisen Elek­tro­au­tos in Süd­deutsch­land Strom ins Netz.” Auf diese Weise solle „eine vir­tu­elle Strom­lei­tung” ent­ste­hen, heißt es.
    „Ebenso könnten die Netz­be­trei­ber Fahr­zeug­bat­te­rien nutzen, um Fre­quenz­schwan­kun­gen aus­zu­glei­chen. Sie ent­ste­hen, wenn Strom­erzeu­gung und -ver­brauch nicht exakt im Gleich­ge­wicht sind. Wenn nun Elek­tro­au­tos in solchen Situa­tio­nen Strom laden oder abgeben, tragen sie dazu bei, die Ver­sor­gung zu sta­bi­li­sie­ren.”

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    • Jepp, so hat jeder Bürger den ganzen Tag zu tun. Lades­lots nutzen oder Bonus-Lade­punkte sammeln, Fahrten erle­di­gen, wenn genug Energie im Netz ist und den ver­blie­be­nen „Tank­in­halt” an der Börse ver­kau­fen, wenn der Wind nicht weht. Ener­gie­wende ist ein Full­time­job, da bleibt sonst nicht mehr viel. Wir werden uns in Energie-Spar­ver­ei­nen orga­ni­sie­ren und not­lei­den­den Mit­men­schen gela­dene Power­bank-Spei­cher in die Sonn­tags-Col­lekte stecken. Das wird alles ganz toll, da bin ich mir sicher!

      • Nich gaaanz richtig, lieber Herr Letsch. Da der eigent­li­che Spei­cher­be­darf nicht für 20 bis 6 Uhr sondern für Novem­ber bis März (bei idealer Lade­zeit Mai-August) besteht, dürften 95% der E-Mobi­lis­ten ihre Rou­ten­pla­nung ganz ent­spannt laa­ang­fris­tig gestal­ten (3mal spon­ta­nes Kugel-Eis-Holen per anno sind da sogar noch mit drin). Toll, sicher – jawoll!

        • Das wird bequem von den selbst­fah­ren­den Aotos erle­digt. Somit fährt eine Bat­te­rie­la­dung von Nord nach Süd. Der Besit­zer des Teslas kann die Fahrt live vom Sofa aus auf seiner App ver­fol­gen. Somit werden auch keine Men­schen­le­ben gefähr­det. Die ent­la­de­nen Bat­te­rie­trä­ger werden dann mit großen Segel­schif­fen (aus Treib­holz gebaut) über den Rhein wieder gen Norden gebracht und können vom Besit­zer dort abge­holt werden um Sie dem Kreis­lauf wieder zuzu­füh­ren.

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      • Eine der tech­ni­schen Eigen­hei­ten von Li-Ion Akkus ist, dass sie nur eine begrenzte Anzahl an Lade­zy­klen ver­tra­gen, und es bereits als Lade­zy­klus gilt, wenn man einen Akku von 94% auf 95% aufläd. Will man, über die gesamte Lebens­zeit eines Akkus gerech­net, mög­lichst viele Watt­stun­den daraus bezie­hen, läd man ihn mög­lichst selten auf, und macht ihn niemals ganz voll, oder ganz leer.

        Auf E-Autos als Strom­spei­cher bezogen bedeu­tet das, dass man die Lebens­dauer der Akkus eines E-Autos dras­tisch redu­ziert, wenn man diese als Strom­spei­cher benutzt. Und die Akkus sind die teu­erste Kom­po­nente eines E-Autos, wenn ich mich nicht täusche.

        Aber, dass der Staat fremdes Geld ver­brennt, ist man ja gewöhnt.

        P.S.

        Ich fühle mich zen­siert, O Roger.

        • Das Gefühl besteht zu recht. Hier geht nur durch, was bei mir Sod­bren­nen mit pH-Wert > 6 auslöst. Oder basisch bis 8. 😉
          Nimm’s sport­lich, meist klappt es ja.

          • Oh, oh, oh… Also, wenn der pH-Wert Deiner Kotze zwi­schen 6 und 8 liegt, dann kotzt Du höchst­wahr­schein­lich Blut, das einen pH-Wert zwi­schen 7,35 und 7,45 hat, wenn für Dich die Bedin­gun­gen akzep­ta­blen Sod­bren­nens erfüllt sind. Das klingt sehr unge­sund, und Du soll­test zum Arzt gehen. Der Magen­in­halt hat, bei nüch­ter­nem Magen, einen pH-Wert von unge­fähr 1. Salz­säure ist sehr reaktiv.

            Die Zensur nehme ich sport­lich. Jedoch wundere ich mich, weil das Geschrie­bene inhalt­lich nicht abwegig war, wenn­gleich aus MEINER Per­spek­tive geschrie­ben. Stör­test Du Dich am Gene­ral­plan Ost, der das Vor­ha­ben umfasste, den neu geschaf­fe­nen Lebens­raum im Osten mittels Wind­ge­ne­ra­to­ren autark mit Elek­tri­zi­tät zu ver­sor­gen? Das ent­spricht nämlich den Tat­sa­chen: https://​www​.mdr​.de/​e​c​h​t​/​e​c​h​t​-​w​i​n​d​k​r​a​f​t​-​1​0​6​.​h​tml

            Übri­gens gab es noch viel weit­rei­chen­dere Pläne meiner Partei in Bezug auf alter­na­tive Ener­gie­er­zeu­gung. Wir haben in den 1930ern darüber nach­ge­dacht, 80% des gesam­ten Ener­gie­be­darfs durch Wind- und Was­ser­kraft zu decken. Das Problem mit den Schwan­kun­gen war uns eben­falls bekannt, weshalb wir aus Über­schüs­sen Was­ser­stoff elek­tro­ly­sie­ren wollten, der dann als Spei­cher und sau­be­res Brenn­ma­te­rial dient, und Sauer­stoff, als Neben­pro­dukt. Nach­fol­gend findest Du ein sehr lesens­wer­tes Büch­lein aus meiner natio­nal­so­zia­lis­ti­schen Biblio­thek, in dem es genau darum geht:

            https://archive.org/details/B-001–001-049

            Die Sprache ist viel­leicht etwas alt­ba­cken, aber mit einigen Umfor­mu­lie­run­gen durch­aus kon­sens­fä­hig. Man könnte auf einem Par­tei­tag der CDU­SPDGrü­nen­Lef­ties Auszüge vor­le­sen, und bekäme Beifall. Damals war eben doch nicht alles schlecht.

            @Alter weißer Mann:

            Danke für die Bestä­ti­gung und Ver­tie­fung der Infor­ma­tio­nen. Meine Infor­ma­tio­nen bezüg­lich E-Autos sind höchst lücken­haft, und ich danke für jede Ver­tie­fung, die zu lesen mir keine Arbeit berei­tet.

            • Mich stört die Rolle, in die Du hier schlüpfst und die Anony­mi­tät, hinter der Du Dich dabei ver­steckst. Aber dies hier lasse ich aus inhalt­li­chen Gründen durch­ge­hen. Es ist nämlich wirk­lich inter­es­sant, dass die Pro­gres­sis­ten der Neuzeit Pläne exe­ku­tie­ren, die schnur­stracks aus dem Grö­ßen­wahn des Dritten Reiches kommen. Dabei war die Carnot-Schwelle auch 1933 bereits bekannt und die Schwie­rig­keit, Was­ser­stoff ver­lust­frei zu spei­chern, war damals noch größer als heute. Den Archiv-Link kann ich emp­feh­len, weil der Sprach­stil damals nicht weit von der Hybris ent­fernt ist, mit der heute die Ener­gie­wende beklin­gelt wird.

        • Adolf, du täuschst dich nicht; Akkus sind das teu­erste Ersatz­teil eines E-Autos. Ferner geben die Akkus – bei nicht regel­mä­ßig kor­rek­ter Bela­dung, wie du rich­ti­ger­weise schreibst – als erste ihren Geist auf. Und dann sieht es mit der Öko­bi­lanz dieser Karren gar nicht mehr so gut aus; vom ZehOhTwo mal ganz zu schwei­gen (davon könnte ich ein Buch schrei­ben.)
          Das ist ein Grund dafür, dass bei Leasing-E-Autos der Akku einen sepa­ra­ten Lea­sing­ver­trag hat.

  6. Der grüne Main­stream wird Deutsch­land nach­hal­tig rui­nie­ren ! Was für ein Idio­tis­mus hat von den Ver­ant­wort­li­chen Besitz ergrif­fen, dass sie meinen, auf einem deut­schen Son­der­weg die Welt zu retten (wenn sie es denn über­haupt nötig hätte). In unserem Umlauf werden Kohle- und Atom­kraft­werke gebaut. Von denen werden wir letzt­lich (zu teuren Preisen ver­steht sich) unsere Energie bezie­hen.

  7. In ihrer Rech­nung unter­stel­len sie das wir einen Spei­cher benö­ti­gen der 500MW ein ganzes Jahr vor­läu­fig halten muss. Nicht das die Menge an Bat­te­rien nicht trotz­dem riesig wäre, aber Hys­te­rie ver­brei­ten ist wohl auch falsch. Mit 3000GWH können sie das Koh­le­kraft­werk für 6 Stunden abstel­len. Bei weniger als Voll­last wahr­schein­lich weniger. Und es geht nicht nur darum das Koh­le­kraft­werk so zu erset­zen, da bieten sich als lang­fris­tige Spei­cher wohl eher Pump­spei­cher­kraft­werke oder Redox Flow Bat­te­rien an. Aber zum Last­spit­zen­aus­gleich ist das mehr als aus­rei­chend. Oder um kurz­fris­tig Über­ka­pa­zi­tä­ten aus­zu­glei­chen. Der Spiegel hätte besser recher­chie­ren können, aber ihre Rech­nung sollte, da sie schon alles so gut ver­stan­den haben, zumin­dest einen Anspruch auf Rich­tig­keit haben. Alles andere ist Panik­ma­che, oder neu­deutsch fake-news.

    • Pump­spei­cher­kraft­werke bekom­men sie in Deutsch­land nicht mehr gebaut. Selbst die geo­lo­gi­schen Studien der EU gehen davon aus, dass wir da kaum noch was zulegen können. Redox Flow ist eine viel­ver­spre­chende Technik, zumal für Autos, wenn es gelänge, die ener­gie­dichte extrem zu erhöhen. Die Technik in Kaver­nen­größe ein­zu­set­zen erforscht das FHI, soweit ich mich erin­nere. Indus­tri­elle Anwen­dung gibt es aber wohl noch keine – nicht in der Größe, wie sie benö­tigt wird. Wie kommen Sie übri­gens auf 6 Stunden mit 3000 GWh? Sie meinen MWh, oder?

  8. Seit Baer­bock die Physik und damit die Gesetze der Ther­mo­dy­na­mik durch ihre ‚Netz­theo­rie’ (nobel­preis­ver­däch­tig) abge­schafft hat, ist jetzt die Mathe­ma­tik dran. Dass die durch den ganzen Unfug ent­ste­hen­den Kosten bald nicht mehr finan­zier­bar sein werden, hat sie offen­bar auch nicht mit­ge­kriegt.
    Was ist nur aus Deutsch­land gewor­den? Nar­ren­schiff ist noch untertrieben.l

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