Um zu unter­suchen, in welchem Zus­tand die deutsche Energiewende und der Net­zaus­bau sind, muss man den Reden ihrer poli­tis­chen Herolde lauschen. Annale­na Baer­bocks Ausspruch im Inter­view mit dem DLF, als sie das Netz zum Spe­ich­er erk­lärte und behauptete, „das ist alles aus­gerech­net“, war bis­lang nur die ver­rück­teste Äußerung. Damit schaffte sie es kurzfristig, an Jür­gen Trit­tins Aus­sage vor­beizuziehen, der einst behauptete, die Energiewende werde den Bürg­er monatlich nicht mehr kosten als eine Kugel Eis. Mit­tler­weile wis­sen wir, dass der Preis für das Eis immer heißer wird und Baer­bocks nachgeschobene Begrün­dung, mit „das Netz“ sei das Stadt­gas­netz gemeint, weit weniger lustigere Effek­te als Knall­gas-Exper­i­mente im Chemie-Unter­richt zur Folge hätte. Doch nun fol­gt die näch­ste Volte, indem man einen Strom­spe­ich­er mal eben zum Netz-Ersatz erk­lärt. Das glauben Sie nicht? Dann lesen Sie mal hier bei Spiegel-Online nach!

In Kurz­form: weil die neuen Strom­trassen „unbe­liebt“ seien – will heißen, die Plan­ver­fahren kom­men auf­grund mas­siv­er Bürg­er­proteste wed­er über noch unter der Erde so recht voran und die Kosten für unter­erdi­ge Gle­ich­strom­trassen misst man in der Ein­heit „Apol­lo-Mond­lan­dun­gen“ – müsse man nun im Süden der Repub­lik gigan­tis­che Li-Ionen-Spe­icherbat­te­rien bauen. Diese Spe­ich­er könne man auch „über das herkömm­liche Netz“ laden und die wür­den dann den wegen der engen Strom­trassen immer wieder notwendi­gen Redis­patch glät­ten. So stellt der Spiegel das dem Leser dar, nicht ich. Ich gehöre ja eher zu jenen, die seit Jahren auf die tech­nis­che Unzulänglichkeit des grü­nen Zap­pel­stroms aufmerk­sam machen, der zur Net­zsta­bil­ität lei­der über­haupt nichts beitra­gen kann, weshalb man ihn über Spe­ich­er glät­ten müsse. Die kurzfristige Glät­tung ist dabei tech­nisch nicht mal ein so großes Prob­lem (nur ein erhe­blich finanzielles, wie wir noch sehen wer­den), son­dern die langfristige, Jahreszeitliche Glät­tung. Der gedachte „Strom­spe­ich­ersee“, der diese Schwankun­gen aus­gle­ichen kön­nte, ist zwar in der The­o­rie vorhan­den, aber prak­tisch nicht mach­bar! Die Welt ist ein­fach zu klein dafür.

Redispatch wegen fehlender Leitungen?

Allerd­ings pressiert seit kurzem ein anderes tech­nis­ches Prob­lem, näm­lich die plan­mäßige Abschal­tung der let­zten grund­last­fähi­gen AKW und bis 2038 auch noch der Kohlekraftwerke. Es ste­hen also immer weniger grund­last­fähige Kraftwerke zur Ver­fü­gung. Der grüne Zap­pel­strom mit einge­bauter Vor­fahrt sorgt dafür, dass es von Jahr zu Jahr schwieriger wird, die Net­zfre­quenz sta­bil zu hal­ten. Immer häu­figer wird ein „Redis­patch“ nötig, weil Unterka­paz­itäten durch Zuschal­ten von Kraftwerken oder Lastab­wurf großer Abnehmer aus­geglichen wird und Überka­paz­itäten aus Wind und Sonne irgend­wohin abfließen müssen. Ursache dieser Schwankun­gen ist das EEG-Sys­tem selb­st und somit die poli­tisch vorgegebene Marschrich­tung in eine Öko-Planwirtschaft.

Der geplante Bat­ter­iespe­ich­er ist denn auch nichts anderes als ein riesiger und irre teur­er Kon­den­sator, der sich schnell schal­ten lässt und so das Zeit­fen­ster für einen kün­fti­gen Redis­patch etwas ver­größert und dem Net­z­be­treiber für eine kleine Weile Luft zur Regelung ver­schafft, bis noch mehr Grund­lastkraftwerke vom Netz gehen und der „Kon­den­sator“ noch größer wer­den muss. Keines­falls kann diese oder irgen­deine Bat­terie eine Über­tra­gungsleitung erset­zen. Das Prob­lem, dass in windi­gen Zeit­en große Men­gen des in der Nord­see pro­duzierten Off-Shore-Wind­stroms nicht abfließen kön­nen, beste­ht ja weit­er­hin, ganz gle­ich, wie die Spe­ich­er in Baden-Würt­tem­berg geladen wer­den. Statt hier aber das Poli­tikver­sagen der Energiewende als Ursache zu benen­nen, bekommt der ren­i­tente Bürg­er den schwarzen Peter zugeschoben, weil der die Frech­heit besitzt, den Trassen­bau zu ver­hin­dern! Mot­to: ihr wollt keine Net­ze? Dann bauen wir euch Speicher!

Falsches Spiel mit Leistung und Kapazität

Mit welchem Blendw­erk der Spiegel seine Leser desin­formiert, sieht man ger­ade im Zusam­men­hang mit der Energiewende immer wieder an den präsen­tierten Zahlen. Die Leis­tungsstärke der in Kupferzell geplanten Anlage betrage 500 Megawatt und in Moss Land­ing (Kali­fornien) plane der Ver­sorg­er PG&E bis Ende 2020 ein kom­plettes Gaskraftwerk durch Lithi­um-Akkus zu erset­zen“. Auch hier das typ­is­che Spiel mit der Unken­nt­nis der Begriffe. 500 Megawatt, das klingt, als könne man mit einem Akku-Park fast das Steinkohle-Kraftwerk Ros­tock (600 MW) erset­zen. Pustekuchen! Denn über welchen Zeitraum diese 500 Megawatt zur Ver­fü­gung ste­hen, erwäh­nt der Spiegel nicht. Minuten? Stun­den? Tage? Im Gegen­satz zu einem Akku läuft so ein Kraftwerks­block üblicher­weise fast das ganze Jahr, während man aus ein­er Bat­terie nur das her­aus­holen kann, was man vorher hineingesteckt hat. Ger­adezu albern ist die Vorstel­lung, ein Akku kön­nte ein (the­o­retisch, in Deutsch­land nicht prak­tisch) grund­last­fähiges Gaskraftwerk erset­zen. Der kali­for­nische Betreiber PG&E ist auch kein Beispiel für cleveres Energie­m­an­age­ment. Er hat lediglich beschlossen, aus der Erzeu­gung von Strom auszusteigen und sein wirtschaftlich­es Glück als kurzfristiger Puffer­spe­ich­er für den Strom zu ver­suchen, den andere erzeu­gen. Das ist kein “Ersatz”, das ähnelt eher dem Müller, der zum Bäck­er umschult.

Mega oder Giga oder Watt?

Bemerkenswert ist auch der Preis. „Branchenin­sid­er“ schätzen laut SPON, dass 900 Megawatt dieser Bat­ter­iespe­ich­er eine Mil­liarde Euro kosten wer­den, laufende Wartun­gen und der alle paar Jahre fäl­lige Aus­tausch der Spe­icherzellen nicht mit­gerech­net. Aber vielle­icht liegt hier der Schlüs­sel zur tat­säch­lichen Kapaz­ität der in Baden-Würt­tem­berg geplanten Anla­gen und wir kön­nen mit ein wenig Dreisatz mal hin­ter die Kulis­sen guck­en. Set­zt man die Kenn­zahlen an, die der Spiegel selb­st für ein ver­gle­ich­bares Pro­jekt in Aus­tralien veröf­fentlichte (42 Mil­lio­nen Euro für 129 MWh instal­lierte Bat­terieka­paz­ität, 100 MW Leis­tung), bedeutet dies, dass hin­ter den 900 Megawatt Leis­tung ganze 3.070 MWh Kapaz­ität steck­en. Das klingt viel und hil­ft sicher­lich, das Netz kurzfristig zu glät­ten, ist aber wenig und völ­lig untauglich, als nen­nenswert­er Spe­ich­er für Zap­pel­strom zu fungieren oder fehlende Über­tra­gungswege zu erset­zen. Denn 3.070 MWh sind nur 3 GWh und der Spe­ich­er wäre bei Vol­last in etwa dreiei­halb Stun­den leer. Um diese kurze Pufferzeit geht es TransnetBW und die sind sich­er bit­ter nötig – aber nicht, um die fehlen­den Strom-Trassen zu erset­zen, son­dern den volatilen Strom aus Sonne und Wind mit den immer weniger wer­den­den Grund­lastkraftwerken auszugleichen!

Zum Kapaz­itätsver­gle­ich: Das Kohle-Kraftwerk Ros­tock, nicht ger­ade eines der größeren hierzu­lande, pro­duziert mit seinen 600 Megawatt Leis­tung etwa 1.720.000 MWh pro Jahr, (umgerech­net auf 500 Megawatt, um einen Ver­gle­ich zum geplanten Bat­ter­iespe­ich­er zu haben, wären das also etwa 1.433.000 MWh (1.433 GWh)). Sich­er haben Sie schnell aus­gerech­net, dass man weit­ere 573 mil­liar­den­teure Bat­ter­iespe­ich­er bräuchte, um auch nur die Energie zu puffern, die aus einem mit­tel­großen Kraftwerk wie dem in Ros­tock kommt. Voraus­ge­set­zt, wir bauen die Spe­ich­er so preiswert, wie Tes­la seine Anlage in Australien.

573 Mil­liar­den Euro sind also nötig, wollte man einen Bat­ter­iespe­ich­er bauen, der über das ganze Jahr eine Leis­tung abgeben kann, wie das Kraftwerk in Ros­tock. Als Hausauf­gabe für die Leser bleibt dann noch die Auf­gabe, zu ermit­teln, wieviel tausend Ton­nen Lithi­um man für diesen Spe­ich­er bräuchte und wieviel mal man diese 573 Mil­liar­den Euro aus­geben müsste, um die jahreszeitlichen Schwankun­gen in der Zap­pel­stromver­sorgung ganz Deutsch­lands auszugleichen.

Und wer bezahlt?

Wer das bezahlen soll, wollen Sie wis­sen? Das ahnen Sie zwar sich­er schon, schließlich zahlen Sie mit 30 Cent pro kWh schon den höch­sten Strompreis weltweit – die deutschen Voll­steck­er haben’s doch offen­sichtlich dicke, da geht sich­er noch was! Dazu find­et sich am Ende des SPON-Artikels ein inter­es­san­ter Hin­weis: „Zunächst muss der Plan für die Giga­bat­te­rien allerd­ings von der Bun­desnet­za­gen­tur und vom Bun­destag bestätigt wer­den.“ Dass die Bun­desnet­za­gen­tur einen Blick auf die Pläne wer­fen möchte, ist ja noch ver­ständlich, aber warum sollte sich der Deutsche Bun­destag damit beschäfti­gen, auf welche tech­nis­che Art und Weise ein­er der deutschen Net­z­be­treiber die Ver­sorgung sein­er Stromkun­den organ­isiert oder die Liefer­un­gen der Stromerzeuger koor­diniert? Für die meis­ten Abge­ord­neten kommt der Strom aus der Steck­dose, wie er dort rein kommt, inter­essiert ihn nicht son­der­lich. Kann oder darf TransnetBW das nicht allein entschei­den? Den Bun­destag ins Spiel zu brin­gen bedeutet nichts anderes als den Plan, die gigan­tis­chen Kosten für die Lithi­um-Akkus auf den Steuerzahler abzuwälzen. Irgend ein Net­zspe­icherwach­s­tums­beschle­u­ni­gungs­ge­setz wird sich da schon zim­mern lassen.

Die Aufrechter­hal­tung der Sta­bil­ität der Strom­net­ze macht den Betreibern mehr und mehr zu schaf­fen. Aber es macht sich nicht so gut, wenn TransnetBW zu den Poli­tik­ern in Land und Bund geht, ihnen Vor­würfe wegen Energiewende, Atom- und Kohleausstieg macht und die Poli­tik auf­fordert, ihre Fehler zu kor­rigieren. Wer in dieser Sache Geld von Poli­tik­ern will, muss die Bürg­er beschuldigen. Poli­tik­er wiederum sind dankbar für die Ablenkung vom eige­nen Ver­sagen und öff­nen die Taschen der Bürg­er so gern noch ein wenig weit­er. Deshalb baut TransnetBW der Poli­tik eine Brücke. Der Bürg­er sei ja nicht nur Stromkunde und Steuerzahler in Per­son­alu­nion, wegen seine Ren­itenz bezüglich des Net­zaus­baus sei er auch noch schuld an der Kosten­ex­plo­sion! Das hat er nun davon! Ich kann schon im Geiste die Fen­sterre­den der Poli­tik­er hören, die Bürg­erini­tia­tiv­en und Strom­trassen­ver­hin­der­er („Energiehas­s­er“ wäre eine grif­fige Ver­bal­in­jurie) in Nieder­sach­sen oder Hes­sen dafür anprangern, dass man nun teure Spe­ich­er bauen und finanzieren müsse, weil diese ewig Gestri­gen die Net­ze nicht vor der Haustür oder im Kartof­felack­er haben wollen, nur weil das entwed­er den Him­mel verun­ziere oder den Boden stark aufheizen würde. Aber Netz und Spe­ich­er sind in post-physikalis­chen grü­nen Zeit­en ja ohne­hin iden­tisch und vor allem immer teur­er als gedacht. Let­zteres zumin­d­est stimmt. Haben wir ja ger­ade alles ausgerechnet.

SPON-Artikel auf archive.is

*Korrektur

In meine Berech­nung hat sich ein Fehler eingeschlichen. Danke an meine Leser, die mich darauf aufmerk­sam macht­en. Die nach mein­er Mei­n­ung richtige Berech­nung der Kraftwerk­ska­paz­ität find­en Sie hier. Der Fehler bleibt aus Doku­men­ta­tions- und Doku­men­tar­grün­den im Text ste­hen. Nur so viel vor­weg: es ist alles noch viel schlim­mer, als ich es oben beschrieben habe.

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20 Kommentare

  1. Mit dem Dreisatz hin­ter die Kulissen…
    Lieber Herr Letsch, meine Schulzeit liegt über 30 Jahre zurück, aber Dreisatz geht noch, dachte ich.
    Ihre Beispielaufgabe:
    100 MW (Leis­tung) zu 129 MWh (Inst. Batt.kapaz.) ver­hält sich wie 900 MW (Leis­tung) zu x MWh (Inst. Batt.kapaz)
    Ihre Lösung für x lautet 3.000 (MWh); ich komme ums Ver­reck­en aber immer auf (rund) 1.170 (MWh)
    Liegt es an Aus­tralien (umgekehrter Dreisatz)? Liegt es am Lithium?
    Schöne Grüße aus dem Schwarzwald.

      • Daran, daß alles noch viel schlim­mer ist, hat­te ich sowieso keinen Zweifel. Und für Poli­tik­er, die funk­tion­ierende Sys­teme abschaf­fen, um diese durch nicht-funk­tion­ierende, aber zehn­mal teurere zu erset­zen, habe ich auch nur eine Diag­nose. Die fängt mit W an und endet auf ahnsinn.

  2. Lieber Roger,

    was zer­brichst du dir den Kopf und rechnest dir die Fin­ger wund?
    Wenn das Trassen- und Spe­icher­pro­jekt nur annäh­ernd so laufen wird wie der Bau des Berlin­er Flughafens, dann wer­den wir bei­de nicht eine Mil­li­wattsekunde aus diesem Pro­jekt beziehen. Ich für meinen Teil werde dann bere­its längst Geraniendünger sein, wenn das Pro­jekt denn jemals “ans Netz” gehen wird.

    Eines ist sig­nifikant: Auch bei unseren red­seli­gen Poli­tik­ern wird die Auswirkung der Bil­dungsre­form immer deutlicher.
    Fern­er wis­sen wir auch nicht, was diese Gestal­ten so alles rauchen; in diesem Kraut müssen jeden­falls Sub­stanzen enthal­ten sein, die das logis­che Denken nicht uner­he­blich beein­trächti­gen. Anders kann ich mir die poli­tis­chen Entschei­dun­gen bezüglich der sog. Energiewende nicht erklären.
    Wie kön­nen unsere Berlin­er “”“Volksvertreter””” nur auf die Idee kom­men, erst Atom­kraftwerke abzuschal­ten, danach Kohlekraftwerke und somit alle Brück­en hin­ter uns abzureißen, um dann ganz auf volatile Stromerzeu­gung zu set­zen? Das ist wie Daten­sicherung ohne Back­up – hahaha!
    Von Ver­ant­wor­tung und Real­itätssinn zeugt das Pro­jekt nicht.
    Mir tun wirk­lich die Kinder in diesem Land leid: Sie wer­den den Strompreis kaum mehr bezahlen kön­nen. Was wird die kWh dann kosten? Ein Euro oder noch mehr?
    Genau­so wie Wohnen ein Grundbedürf­nis ist, ist Strom eben­falls unverzicht­bar – und in Zukun­ft erst Recht. Ohne Strom geht nichts und wird in Zukun­ft erst recht nichts mehr gehen!

    Auf jeden Fall wird dann dieses Land seinen kleinen Beitrag zum Sparen geleis­tet haben: Durch die hohen Stan­dortkosten (u. a. Stromkosten) und der daraus resul­tieren­den Dein­dus­tri­al­isierung wird Deutsch­land noch mehr Energie einsparen …

  3. Fun­da­men­tal ist die elek­trische 45-Prozent-Regel! Alle anderen Betra­ch­tun­gen sind obso­let, da diese Sit­u­a­tion seit Jahren immer und immer wieder auftritt: Fake­Pow­er wird vom Netz getrennt!

    Hein­rich Duep­mann, Stromver­brauch­er­schutz NAEB: “Für eine sta­bile Net­z­be­trieb­ssi­t­u­a­tion müssen per­ma­nent 45% (Faust­formel) der anste­hen­den Leis­tung aus großen Syn­chron­gener­a­toren kom­men (rotierende Massen). Diese müssen außer­dem in einem Leis­tungs­bere­ich hoher Regelgeschwindigkeit arbeit­en, der je nach Bauart und Typ bei 30 – 80% der Nennleis­tung liegt.”
    https://www.dzig.de/Oekostrom_Die-Grenzen-des-Wachstums

  4. Tja, liebe Mit­denk­ende, uns allen (naja: mir jeden­falls) vib­ri­ert das Hirn beim Ver­such, auch nur ansatzweise zu erfassen, wieviel ger­adezu unendlich­er Schwachsinn uns regiert und agi­tiert. Zur Teilkärung empfehle ich u.a. einen Vor­trag H.-W. Sinns von Ende 2017 ( https://www.youtube.com/watch?v=jm9h0MJ2swo&t=16s ) in dem er im Effekt verk­lart, daß a) bei ca. 50% EE das absolute Ende der Spe­icherkraftwerksstange erre­icht wäre (bei Bau aller möglichen Pump­spe­icherkraftwerke in Europa — beim Sta­tus Quo des Stromver­brauchs OHNE “E‑Mobilität”) und b) für darüber­hin­aus­ge­hende EE-Anteile let­ztlich ein mnd. 3–4faches (zu entsprechen­den Kosten) an EE erzeugt wer­den müßte, wollte man “Power2Gaz” o.ä. zur weit­eren Anteilssteigerung nutzen wollen. Da wir nun aber in Kürze keinen eige­nen Atom­strom mehr pro­duzieren wer­den und auch bis 203.. kein­er­lei rel­a­tiv sauberen deutschen Kohle­strom mehr haben wollen wer­den, wer­den wir also unsere Nach­barn um ihren Teufelsstrom (F/PL) und Väterchen Put­ler um sein Gas anbet­teln müssen — genau. “bet­teln”: denn ohne alles Dreis is hier Zap­pen duster. Sollte uns diese “Energiewende” tat­säch­lich ‘gelin­gen’, dürften sich — sozusagen ganz en pas­sant — die meis­ten der typ­is­chen Prob­leme eines sich selb­st negieren­den führen­den Indus­trielandes mit Welt(bevölkerungs)beglückungsallmachtsphantisien mit ihm zusam­men erledi­gen. Gut ist der berat­en, der sich gen Schweiz, Öster­re­ich (wg. €uro lei­der, lei­der eher nicht), Polen oder Ungarn finanziell/sprachlich zu ‘diver­si­fizieren’ ver­mag. .….da fällt mir der prophetis­che pol­nis­che Witz von 2016ff. ein: Die sein­erzeit­ige pol­nis­che Min­is­ter­präsi­dentin Bea­ta Szy­dło ruft bei Merkel an. “Hal­lo, Angela, grüß Dich, Bea­ta hier. An unser­er Gren­ze ste­hen eine Mil­lion Flüchtlinge, was soll ich tun?” “Das habe ich Dir doch schon x‑mal gesagt: herein­lassen!!!” “Aber Angela, es sind DEUTSCHE!”

  5. Gestern war auf SPON die Rede davon, dass E‑Au­to-Besitzer in die Pflicht genom­men wer­den kön­nten, das Strom­netz zu stabilisieren.
    http://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/elektroautos-forscher-arbeiten-gegen-drohenden-stau-im-stromnetz-a-1252160.html
    Der Münch­n­er Elek­tro­mo­bil­itäts-Dien­stleis­ter The Mobil­i­ty House “will zusam­men mit dem Net­z­be­treiber Ten­net in einem Pilot­pro­jekt zeigen, dass Elek­troau­tos helfen kön­nen, Eng­pässe im Über­tra­gungsnetz — die Stro­mau­to­bah­nen, die Energie von Nord nach Süd trans­portieren — zu beseit­i­gen: Wird im Nor­den mehr Wind­strom erzeugt als die Leitun­gen aufnehmen kön­nen, wer­den dort Fahrzeuge geladen. Gle­ichzeit­ig speisen Elek­troau­tos in Süd­deutsch­land Strom ins Netz.” Auf diese Weise solle “eine virtuelle Strom­leitung” entste­hen, heißt es.
    “Eben­so kön­nten die Net­z­be­treiber Fahrzeug­bat­te­rien nutzen, um Fre­quen­zschwankun­gen auszu­gle­ichen. Sie entste­hen, wenn Stromerzeu­gung und ‑ver­brauch nicht exakt im Gle­ichgewicht sind. Wenn nun Elek­troau­tos in solchen Sit­u­a­tio­nen Strom laden oder abgeben, tra­gen sie dazu bei, die Ver­sorgung zu stabilisieren.”

    • Jepp, so hat jed­er Bürg­er den ganzen Tag zu tun. Ladeslots nutzen oder Bonus-Ladepunk­te sam­meln, Fahrten erledi­gen, wenn genug Energie im Netz ist und den verbliebe­nen “Tank­in­halt” an der Börse verkaufen, wenn der Wind nicht weht. Energiewende ist ein Full­time­job, da bleibt son­st nicht mehr viel. Wir wer­den uns in Energie-Sparvere­inen organ­isieren und notlei­den­den Mit­men­schen geladene Power­bank-Spe­ich­er in die Son­ntags-Collek­te steck­en. Das wird alles ganz toll, da bin ich mir sicher!

      • Nich gaaanz richtig, lieber Herr Letsch. Da der eigentliche Spe­icherbe­darf nicht für 20 bis 6 Uhr son­dern für Novem­ber bis März (bei ide­al­er Ladezeit Mai-August) beste­ht, dürften 95% der E‑Mobilisten ihre Routen­pla­nung ganz entspan­nt laaangfristig gestal­ten (3mal spon­tanes Kugel-Eis-Holen per anno sind da sog­ar noch mit drin). Toll, sich­er — jawoll!

        • Das wird bequem von den selb­st­fahren­den Aotos erledigt. Somit fährt eine Bat­terieladung von Nord nach Süd. Der Besitzer des Tes­las kann die Fahrt live vom Sofa aus auf sein­er App ver­fol­gen. Somit wer­den auch keine Men­schen­leben gefährdet. Die ent­lade­nen Bat­teri­eträger wer­den dann mit großen Segelschif­f­en (aus Treib­holz gebaut) über den Rhein wieder gen Nor­den gebracht und kön­nen vom Besitzer dort abge­holt wer­den um Sie dem Kreis­lauf wieder zuzuführen.

      • Eine der tech­nis­chen Eigen­heit­en von Li-Ion Akkus ist, dass sie nur eine begren­zte Anzahl an Ladezyklen ver­tra­gen, und es bere­its als Ladezyk­lus gilt, wenn man einen Akku von 94% auf 95% aufläd. Will man, über die gesamte Leben­szeit eines Akkus gerech­net, möglichst viele Wattstun­den daraus beziehen, läd man ihn möglichst sel­ten auf, und macht ihn niemals ganz voll, oder ganz leer.

        Auf E‑Autos als Strom­spe­ich­er bezo­gen bedeutet das, dass man die Lebens­dauer der Akkus eines E‑Autos drastisch reduziert, wenn man diese als Strom­spe­ich­er benutzt. Und die Akkus sind die teuer­ste Kom­po­nente eines E‑Autos, wenn ich mich nicht täusche. 

        Aber, dass der Staat fremdes Geld ver­bren­nt, ist man ja gewöhnt.

        P.S.

        Ich füh­le mich zen­siert, O Roger.

        • Das Gefühl beste­ht zu recht. Hier geht nur durch, was bei mir Sod­bren­nen mit pH-Wert > 6 aus­löst. Oder basisch bis 8. 😉
          Nim­m’s sportlich, meist klappt es ja.

        • Oh, oh, oh… Also, wenn der pH-Wert Dein­er Kotze zwis­chen 6 und 8 liegt, dann kotzt Du höchst­wahrschein­lich Blut, das einen pH-Wert zwis­chen 7,35 und 7,45 hat, wenn für Dich die Bedin­gun­gen akzept­ablen Sod­bren­nens erfüllt sind. Das klingt sehr unge­sund, und Du soll­test zum Arzt gehen. Der Magen­in­halt hat, bei nüchternem Magen, einen pH-Wert von unge­fähr 1. Salzsäure ist sehr reaktiv. 

          Die Zen­sur nehme ich sportlich. Jedoch wun­dere ich mich, weil das Geschriebene inhaltlich nicht abwegig war, wen­ngle­ich aus MEINER Per­spek­tive geschrieben. Störtest Du Dich am Gen­er­alplan Ost, der das Vorhaben umfasste, den neu geschaf­fe­nen Leben­sraum im Osten mit­tels Wind­gen­er­a­toren autark mit Elek­triz­ität zu ver­sor­gen? Das entspricht näm­lich den Tat­sachen: https://www.mdr.de/echt/echt-windkraft-106.html

          Übri­gens gab es noch viel weitre­ichen­dere Pläne mein­er Partei in Bezug auf alter­na­tive Energieerzeu­gung. Wir haben in den 1930ern darüber nachgedacht, 80% des gesamten Energiebe­darfs durch Wind- und Wasserkraft zu deck­en. Das Prob­lem mit den Schwankun­gen war uns eben­falls bekan­nt, weshalb wir aus Über­schüssen Wasser­stoff elek­trolysieren woll­ten, der dann als Spe­ich­er und sauberes Bren­n­ma­te­r­i­al dient, und Sauer­stoff, als Neben­pro­dukt. Nach­fol­gend find­est Du ein sehr lesenswertes Büch­lein aus mein­er nation­al­sozial­is­tis­chen Bib­lio­thek, in dem es genau darum geht:

          https://archive.org/details/B‑001–001-049

          Die Sprache ist vielle­icht etwas alt­back­en, aber mit eini­gen Umfor­mulierun­gen dur­chaus kon­sens­fähig. Man kön­nte auf einem Parteitag der CDUS­PDGrü­nen­Left­ies Auszüge vor­lesen, und bekäme Beifall. Damals war eben doch nicht alles schlecht.

          @Alter weißer Mann:

          Danke für die Bestä­ti­gung und Ver­tiefung der Infor­ma­tio­nen. Meine Infor­ma­tio­nen bezüglich E‑Autos sind höchst lück­en­haft, und ich danke für jede Ver­tiefung, die zu lesen mir keine Arbeit bereitet.

        • Mich stört die Rolle, in die Du hier schlüpf­st und die Anonymität, hin­ter der Du Dich dabei ver­steckst. Aber dies hier lasse ich aus inhaltlichen Grün­den durchge­hen. Es ist näm­lich wirk­lich inter­es­sant, dass die Pro­gres­sis­ten der Neuzeit Pläne exeku­tieren, die schnurstracks aus dem Größen­wahn des Drit­ten Reich­es kom­men. Dabei war die Carnot-Schwelle auch 1933 bere­its bekan­nt und die Schwierigkeit, Wasser­stoff ver­lust­frei zu spe­ich­ern, war damals noch größer als heute. Den Archiv-Link kann ich empfehlen, weil der Sprach­stil damals nicht weit von der Hybris ent­fer­nt ist, mit der heute die Energiewende bek­lin­gelt wird.

        • Adolf, du täuschst dich nicht; Akkus sind das teuer­ste Ersatzteil eines E‑Autos. Fern­er geben die Akkus – bei nicht regelmäßig kor­rek­ter Beladung, wie du richtiger­weise schreib­st – als erste ihren Geist auf. Und dann sieht es mit der Öko­bi­lanz dieser Kar­ren gar nicht mehr so gut aus; vom ZehO­hT­wo mal ganz zu schweigen (davon kön­nte ich ein Buch schreiben.)
          Das ist ein Grund dafür, dass bei Leas­ing-E-Autos der Akku einen sep­a­rat­en Leas­ingver­trag hat.

  6. Der grüne Main­stream wird Deutsch­land nach­haltig ruinieren ! Was für ein Idi­o­tismus hat von den Ver­ant­wortlichen Besitz ergrif­f­en, dass sie meinen, auf einem deutschen Son­der­weg die Welt zu ret­ten (wenn sie es denn über­haupt nötig hätte). In unserem Umlauf wer­den Kohle- und Atom­kraftwerke gebaut. Von denen wer­den wir let­ztlich (zu teuren Preisen ver­ste­ht sich) unsere Energie beziehen.

  7. In ihrer Rech­nung unter­stellen sie das wir einen Spe­ich­er benöti­gen der 500MW ein ganzes Jahr vor­läu­fig hal­ten muss. Nicht das die Menge an Bat­te­rien nicht trotz­dem riesig wäre, aber Hys­terie ver­bre­it­en ist wohl auch falsch. Mit 3000GWH kön­nen sie das Kohlekraftwerk für 6 Stun­den abstellen. Bei weniger als Vol­l­last wahrschein­lich weniger. Und es geht nicht nur darum das Kohlekraftwerk so zu erset­zen, da bieten sich als langfristige Spe­ich­er wohl eher Pump­spe­icherkraftwerke oder Redox Flow Bat­te­rien an. Aber zum Last­spitzenaus­gle­ich ist das mehr als aus­re­ichend. Oder um kurzfristig Überka­paz­itäten auszu­gle­ichen. Der Spiegel hätte bess­er recher­chieren kön­nen, aber ihre Rech­nung sollte, da sie schon alles so gut ver­standen haben, zumin­d­est einen Anspruch auf Richtigkeit haben. Alles andere ist Panikmache, oder neudeutsch fake-news.

    • Pump­spe­icherkraftwerke bekom­men sie in Deutsch­land nicht mehr gebaut. Selb­st die geol­o­gis­chen Stu­di­en der EU gehen davon aus, dass wir da kaum noch was zule­gen kön­nen. Redox Flow ist eine vielver­sprechende Tech­nik, zumal für Autos, wenn es gelänge, die energiedichte extrem zu erhöhen. Die Tech­nik in Kav­er­nen­größe einzuset­zen erforscht das FHI, soweit ich mich erin­nere. Indus­trielle Anwen­dung gibt es aber wohl noch keine — nicht in der Größe, wie sie benötigt wird. Wie kom­men Sie übri­gens auf 6 Stun­den mit 3000 GWh? Sie meinen MWh, oder?

  8. Seit Baer­bock die Physik und damit die Geset­ze der Ther­mo­dy­namik durch ihre ‘Net­zthe­o­rie’ (nobel­preisverdächtig) abgeschafft hat, ist jet­zt die Math­e­matik dran. Dass die durch den ganzen Unfug entste­hen­den Kosten bald nicht mehr finanzier­bar sein wer­den, hat sie offen­bar auch nicht mitgekriegt.
    Was ist nur aus Deutsch­land gewor­den? Nar­ren­schiff ist noch untertrieben.l

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