Von Gerd Held find­en sie auf achgut.com eine tre­f­fende Analyse dessen, was wirk­lich hin­ter dem von der Migra­tionskrise aus­gelösten Unwohl­sein, dem all­ge­meinen Grum­meln, Mur­ren und den Protesten steckt. Es geht eben ger­ade nicht um die vorschnell unter­stellte Frem­den­feindlichkeit, Ras­sis­men aller Art oder poli­tis­che Abdrift nach Neun­zehn­hun­dertschwarzweiß, son­dern allein um die Frage, mit welch­er Dreistigkeit die Bun­desregierung unsere Geme­ingüter ver­schleud­ert und wer Wil­lens und in der Lage ist, das zu erken­nen. Die Geme­ingüter, von denen Gerd Held spricht, sind zum Beispiel die innere Sicher­heit, Lan­desvertei­di­gung, Sozialka­ssen, Bil­dungswe­sen, Rechtssys­tem, Infra­struk­tur. All die Insti­tu­tio­nen also, an deren Auf­bau, Ausstat­tung und Funk­tion­ieren wir hier im Land jahrzehn­te­lang hart gear­beit­et haben, sind sub­stanziell unter Druck durch unges­teuerte Zuwan­derung von Prof­i­teuren, die let­ztlich zwar die Äpfel pflück­en, den Baum aber nie mit­gepflegt haben. Die Vorstel­lung, das kön­nte irgend­wie noch gut für uns aus­ge­hen, wenn die Zuwan­der­er nicht deut­lich mehr Poten­zial mit­brin­gen, als sie an Gemeingut aufzehren, entstammt ganz offen­sichtlich math­e­ma­tisch unter­durch­schnit­tlich begabten Geis­tern. Geme­ingüter gehören jedoch nicht einem anony­men Staat oder ein­er Regierung, diese sind lediglich mit deren Schutz und Erhal­tung beauf­tragt. Diese Bewahrung der Geme­ingüter ist die vor­dringliche, wenn nicht gar einzige Auf­gabe der han­del­nden Poli­tik – und dieser Auf­gabe kommt sie aktuell mehr schlecht als recht nach.

Einen Aspekt möchte ich dem sehr lesenswerten Auf­satz von Gerd Held noch hinzufü­gen – und dieser Aspekt wird beson­ders deut­lich, wenn man sich die Struk­tur der Proteste ansieht, die das Land durchziehen. Das, was die Medi­en und viele Poli­tik­er als aufkeimende braune Gefahr her­auf­beschwören, ent­pup­pt sich bei näherem Hin­se­hen näm­lich keines­falls als die ren­i­tente Jugend, der zu allen Zeit­en Rev­o­lu­tio­nen und Umstürze zuzu­trauen waren, son­dern als Gen­er­a­tion 40–50plus – jene also, die durch ihr Beruf­sleben den imma­nen­ten Wert unser­er funk­tion­ieren­den Geme­ingüter nicht nur wertschätzen, son­dern selb­st mit erzeugt und sol­i­darisch finanziert haben. Ver­stärkt noch im Osten durch die Erfahrung, wie sich der Miss­brauch von Geme­ingütern (etwa Jus­tiz, innere Sicher­heit) gegen diejeni­gen richt­en kann, die diese Geme­ingüter erst schufen. Die DDR endete mit dem total­en Zusam­men­bruch aller Geme­ingüter, der voraus­ge­gan­gene Kip­pvor­gang und die sich dabei ein­stel­len­den Schwindel­ge­füh­le haben sich in das Gedächt­nis der Ost­deutschen ger­ade dieser Gen­er­a­tion tief eingebrannt.

Ein Blick zur „anderen Seite“ der Bar­rikade, also zum Beispiel auf viele Vertreter von SPD, Linken, Grü­nen und beson­ders deren Jugen­dor­gan­i­sa­tio­nen, auf die ver­mummten Antifan­ten und alter­na­tiv­en Szenen, offen­bart, dass dort der Miss­brauch und die Ero­sion der Geme­ingüter gar nicht als solche erkan­nt wird. Sie haben diese „Bäume“ nie wach­sen sehen, für sie sind dies alles Naturkon­stan­ten ohne Geschichte, mit end­los­er Zukun­ft und unbe­gren­zter Belast­barkeit – und die opti­mistis­chen Äußerun­gen der Poli­tik, die Wach­s­tum­szahlen der Wirtschaft und die Son­ntagsre­den bestärken sie in dieser Annahme. Die Über­las­tung und den Raub­bau am Sys­tem, den Gerd Held diag­nos­tiziert, sehen sie nicht. Doch es ist bei den Geme­ingütern nicht anders als beim Über­drehen von Schrauben: nach „fest“ kommt irgend­wann „ab“. Dabei ist es gle­ich, auf welch­es Gemeingut wir blick­en, die Risse und Über­las­tun­gen treten schon sehr deut­lich zutage, Brüche dro­hen. Die Innere Sicher­heit ist punk­tuell nicht mehr zu gewährleis­ten, die Lan­desvertei­di­gung ächzt unter Miss­man­age­ment, Ver­schwen­dung und Fehlentschei­dun­gen, die Sozialka­ssen wer­den sach­fremd geplün­dert und das Blüm-Plakat „Die Rente ist sich­er“ wurde ger­ade endgültig überklebt. Das Bil­dungswe­sen stöh­nt unter mar­o­den Schulen, Lehrerman­gel und der Tat­sache, dass vielerorts Deutsch nur noch die Sprache der Min­der­heit ist, unser Rechtssys­tem arbeit­et „Kul­tursen­si­bel“ und macht lokal bere­its „Frieden­srichtern“ und dem Faus­trecht Platz, die Infra­struk­tur bröck­elt entwed­er bedrohlich, oder sie kommt nur mühevoll (S21) oder gar nicht (BER) an den Start. Ich breche hier ab und über­lasse den Lesern die Bew­er­tung der Ursachen, Wirkun­gen und Querverbindun­gen dieses all­ge­meinen Verfalls.

Die Spal­tung der Gesellschaft ver­läuft heute zwis­chen jenen, die unsere Geme­ingüter de fac­to preis­geben und ver­schleud­ern und denen, die sie erhal­ten und bewahren wollen. Da Preis­gabe in Ruin und Unter­gang führt und deshalb das eher kon­ser­v­a­tive „Bewahren“ Gebot der Stunde ist, wird eine beson­dere Tragik überdeut­lich: dass näm­lich die denkbar per­fek­teste Alle­spreis­ge­berin,  Jede­po­si­tion­räumerin und Keinew­ertev­ertei­di­gerin, die jed­erzeit immer nur das tut, was ihr eine Mehrheit ver­schafft und sie poli­tisch am Leben hält, aus­gerech­net Angela Merkel ist – die Vor­sitzende der größten „kon­ser­v­a­tiv­en“ Partei Deutsch­lands, die unter ihrer Führung und mit Hil­fe von willi­gen Sekun­dan­ten wie Kaud­er und Alt­mey­er ein Gemeingut nach dem anderen zur poli­tis­chen Ver­fü­gungs­masse erk­lärt. Doch der gesam­melte Honig hat den Zweck die Bienen am Leben zu hal­ten und ins näch­ste Jahr zu brin­gen. Wer die Waben den Bären öffnet, hat den Zweck und den Wert von Geme­ingütern nicht ver­standen. Und der Win­ter, so viel ste­ht fest, wird kommen!

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20 Kommentare

  1. Her­vor­ra­gende Analyse, auch von Gerd Held! 

    Weit­ge­hende Zus­tim­mung zu diesem Artikel, aber eine kleine Kor­rek­tur. Im Text wird S21 (Stuttgart 21) im Kon­text „Infra­struk­tur“ erwäh­nt. Das ist inko­r­rekt, S21 ist ein Pro­jekt der Infra­struk­turz­er­störung. S21 macht nur Sinn, wenn man es als das sieht was es ist, Kor­rup­tion. Hier: Plün­derung öffentlichen Eigen­tums, näm­lich der einst Bahn-eige­nen und daher im öffentlichen Eigen­tum befind­lichen Innen­stadt­grund­stücke. Den Immo­bilien-Haien ist der Bahn­hof und ob der funk­tion­iert schlicht egal.

    @Rolf 14. Sep­tem­ber 2018 at 0:52
    „Wären die All­ge­mein­gü­ter keine All­ge­mein­gü­ter, son­dern Pri­vat­gü­ter, hätte man die meis­ten Pro­bleme, mit denen man sich her­um­schlägt, nicht.“ 

    Ja, genau. Dann hätte die Öffentlichkeit näm­lich keine All­ge­me­ingüter oder jeden­falls noch weniger als jet­zt. Was bei Pri­vatisierun­gen öffentlich­er Infra­struk­tur geschieht, sah man in Eng­land (wo jet­zt das Wass­er knapp wird!) und jüngst in Ital­ien an ein­er Brücke, wo war die doch gle­ich. Nur Mark­t­fun­da­men­tal­is­ten begreifen das nicht.

    Was Venezuela bet­rifft, ja, der Maduro ist Teil des Prob­lems. Aber Venezue­las Prob­lem ist nicht der Sozial­is­mus, son­dern der Ölre­ich­tum. Jedes Land, das die Bevölkerung an den Prof­iten aus eige­nen Rohstof­fen teil­haben lassen will, bekommt es mit den USA zu tun, und so wurde Jugoslaw­ien wegge­bombt, das den Koso­vo nicht an Soros verkaufen wollte, Gad­dhafi wegge­bombt, der das libysche Öl an Leute verkaufen wollte, die den USA nicht paßten, und in Syrien wur­den „gemäßigte Rebellen“ von den USA bewaffnet, weil Assad den USA keinen Freib­rief auf sein Land und die geplanten Pipelines geben wollte, sei­ther ist da Krieg. So wie der Wirtschaft­skrieg gegen Venezuela.

    „Tragedy of the com­mons“ ist nur dann „tragedy,“ wenn der Staat die „com­mons“ nicht vertei­digt und zuwenige sein­er Bürg­er dafür ein­ste­hen, zum Beip­iel weil sie mark­t­gläu­big sind und sich Men­schen nur als Ego­is­t­en denken kön­nen. Wie man auch bei den Sozial­sys­te­men europäis­ch­er Län­der sieht, die an Dritte-Welt-Migranten ver­füt­tert wer­den, damit sie zusammenbrechen.

    • „Ja, genau. Dann hätte die Öffent­lich­keit näm­lich keine All­ge­mein­gü­ter oder jeden­falls noch weniger als jet­zt. Was bei Pri­va­ti­sie­run­gen öffent­li­cher Infra­struk­tur geschieht, sah man in Eng­land (wo jet­zt das Wass­er knapp wird!) und jüngst in Ital­ien an ein­er Brücke, wo war die doch gleich.“

      In Eng­land und Ital­ien gibt es keine freien Märk­te. Das, was Du meinst, ist ein Pub­lic-Pri­vate-Part­ner­ship, und kein freier Markt. Ein­mal davon abge­se­hen, finde ich, dass es schon ziem­lich weit herge­grif­f­en ist, dem Markt die Schuld zu geben, wenn nach 50+ Jahren kom­mu­nis­tis­ch­er Plan­wirtschaft ein klein­er Teilaspekt inner­halb dieser Plan­wirtschaft schein­pri­vatisiert wird, und es dann nicht richtig klappt. Schein­pri­vatisiert deshalb, weil Wasser­w­erke und Brück­en auch nach der Pri­vatisierung noch reg­uliert sind, und genau das selbe für die Kun­den gilt. Auf den Markt kön­ntest Du es schieben, wenn jed­er, der sich Land kaufen kann, auf diesem Land auch ein Wasser­w­erk bauen kön­nte, und zwar wo und wie er es für richtig hält, er Kun­den vom Zugang voll­ständig abschnei­den kön­nte, und es mir, als Kun­den, möglich wäre, im Keller eine Umkehros­mosepumpe oder chemis­che Auf­bere­itung zu betreiben, die aus Regen­wass­er oder Grund­wass­er mein Trinkwass­er macht, ohne irgendwelche Anschlusskosten ans Wasser­w­erk zu zahlen. Ist ver­boten. Also kein freier Markt. Abge­se­hen davon: Mark­t­preise sind auf demokratis­chem Weg nicht bes­timm­bar, son­dern sie ergeben sich aus dem Ange­bot, der Nach­frage, sowie den Her­stel­lungskosten. Sofern die Her­stel­lungskosten in der Real­ität höher liegen, als auf demokratis­chem Weg bes­timmt, obsiegt die Real­ität. Dies hat zwei Vorteile: Erstens wird nie­mand in let­zter Instanz erschossen, weil etwas gerne anders machen würde, als die Poli­tik­er es gerne hät­ten, und zweit­ens wird nichts am Bedarf vor­bei über- oder unterproduziert.

      „Was Vene­zuela bet­rifft, ja, der Maduro ist Teil des Pro­blems. Aber Vene­zue­las Prob­lem ist nicht der Sozia­lis­mus, son­dern der Ölreich­tum. Jedes Land, das die Bevöl­ke­rung an den Pro­fi­ten aus eige­nen Roh­stof­fen teil­ha­ben lassen will, bekommt es mit den USA zu tun,“

      Und hier, meine Damen und Her­ren, sehen Sie ein Parade­beispiel für das, was ich mit „Kog­ni­tiv­er Dis­so­nanz“ meine. Etwas zu besitzen ist auf dem Markt kein Vorteil, nein, Reich­tum ist ein Nachteil, weil das die bösen Amis auf den Plan ruft, deren einziges Inter­esse ist, die Län­der mit Boden­schätzen kaputtzus­pie­len. Gedankt sei dem Sozial­is­mus, der uns alle gle­icher­maßen ver­ar­men lässt, und es uns so ermöglicht, ein gottge­fäl­liges Leben unter­halb des Radarschirms des großen Satans zu führen.

      Der Zusam­men­bruch Venezue­las hat rein gar nichts damit zu tun, dass die Plan­wirtschaft nicht diver­si­fiziert wurde, und sink­ende Ölpreise es deshalb zwangsweise gegen die Wand klatschen mussten. Nein, es hat nichts mit Plan­wirtschaft zu tun, dass der große Führer, ein ehe­ma­liger Bus­fahrer, nicht auf die Idee kam, dass Ölpreise auch mal sinken kön­nen. Abge­se­hen davon ist auch das fehlende Know How eben­falls kein Prob­lem, das nach der Nation­al­isierung (Dieb­stahl) der Ölfelder ent­stand, weil kein Ölun­ternehmen mehr einen Fuß ins Land set­zen wollte, aus Angst, enteignet zu wer­den. Wir vergessen auch ein­fach mal, dass vene­zolanis­ches Öl von min­der­er Qual­ität ist, weil die, man­gels Know How, keine Auf­bere­itungsan­la­gen besitzen. Nein. Maduro ist ein Teil des Prob­lems, aber die Hauptschuld trägt der große Satan, der neuerd­ings übri­gens der größte Ölher­steller der Welt ist, wie ich hörte, und dem die Ölpleise deshalb zunehmend egal sind. Höher ist für die Amis ten­den­ziell besser.

      „und so wurde Jugo­sla­wien weg­ge­bombt, das den Koso­vo nicht an Soros ver­kau­fen wollte, Gad­dhafi weg­ge­bombt, der das liby­sche Öl an Leute ver­kau­fen wollte, die den USA nicht paßten, und in Syrien wur­den „gemä­ßigte Rebel­len” von den USA bewaff­net, weil Assad den USA keinen Frei­brief auf sein Land und die geplan­ten Pipe­lines geben wollte, sei­ther ist da Krieg.“

      Zus­tim­mung. Seit dem ersten Weltkrieg hat die USA sich weit­er und weit­er von ihrer ursprünglichen Ver­fas­sung ent­fer­nt, die einen strik­ten Nicht­in­ter­ven­tion­is­mus vor­sieht. Eigentlich war das Ganze ja so gedacht, dass sich in den USA die Miliz, also eine Mis­chung aus Wehrsport­grup­pen und Bürg­er­wehren, der jed­er Bürg­er ange­hört, um das Mil­itärische küm­mert, und jeden Feind — Inneren wie Äußeren — mit­tels Par­ti­sa­nen­tak­tik umschwärmt und ver­nichtet. Im Prinzip also genau das, was Al Qae­da heute macht. Ich finde, die soll­ten mal zu ihrer Ver­fas­sung zurück­kehren, und wir soll­ten es ihnen gle­ich tun. Al Qae­da gewin­nt, und man kann mitler­weile sagen, dass diese Form der Kriegs­führung gegenüber einem nichtgenozi­dalen Geg­n­er mehr Sinn ergibt, als eine kon­ven­tionelle Armee, und sie zudem einen Angriff­skrieg vol­lkom­men unmöglich macht. Al Qae­da Deutsch­land kann keinen Polenüber­fall verüben. Deren Tak­tik ist rein defen­siv. Milizen lassen sich sog­ar pri­vatwirtschaftlich organ­isieren. Wie gesagt, in diesem Punkt hast Du meine volle Zus­tim­mung. Die Amis haben wed­er in Jugoslaw­ien noch in Nahost etwas zu suchen, und soll­ten sich diese Ein­mis­chun­gen sparen. Nuke it or leave it.

      „„Tragedy of the com­mons” ist nur dann „tragedy,” wenn der Staat die „com­mons” nicht ver­tei­digt und zuwe­nige sein­er Bürg­er dafür einstehen“

      Die „Tragedy of the com­mons“ ist eine Funk­tion, die sich aus dem bloßen Vorhan­den­sein öffentlich­er Güter ergibt, sofern diese einen Wert haben. Wenn Du willst, dass der Staat die öffentlichen Güter ver­wal­tet, um sie vor Über­nutzung zu schützen, dann ist dies Plan­wirtschaft, also genau das, was Venezuela daran gehin­dert hat, die Wirtschaft so zu entwick­eln, dass sie einem Real­itätsab­gle­ich stand­hält. Abge­se­hen davon, halte ich es für ziem­lich beden­klich, dem Staat die Kon­trolle darüber zu geben, wer Zugang zu lebenswichti­gen Gütern bekommt. Du willst dem Staat die Möglichkeit geben, jeman­dem nach Belieben vom Zugang zu leben­snotwendi­gen Ressourcen abzuschnei­den, und gle­ichzeit­ig alle staatlichen Fre­unde und Kumpane unge­hin­dert daran teil­haben zu lassen. Das ist das Grun­drezept der Kor­rup­tion. Angesichts der Erfahrung des drit­ten Reichs und der offen­sichtlichen Nicht­beach­tung von Recht in der Gegen­wart, ist das ziem­lich beden­klich. Mit welchen Mit­teln willst Du unterbinden, dass so etwas geschieht? Ein Konkur­ren­zun­ternehmen kannst Du nicht auf­machen, und eine Miliz, die als Gegengewicht zum Gewalt­monopol dienen kann, gibt es auch nicht. Du willst Dich selb­st aus­liefern, so, dass Du ein Sklave bist, sobald der Staat beschließt, dass Du ein Sklave bist.

      „zum Beip­iel weil sie markt­gläu­big sind und sich Men­schen nur als Ego­is­ten denken können.“

      Märk­te funk­tion­ieren wun­der­bar, und schaf­fen umso mehr Wohl­stand, je gieriger und ego­is­tis­ch­er alle Beteiligten sind. Ego­is­mus und Gier ist nur ein Prob­lem, wenn es Funk­tionäre gibt, die nicht mit ihrem eige­nen Geld wirtschaften. Da Du zugib­st, dass es Ego­is­mus und Gier gibt… Warum willst Du ein Sys­tem haben, in dem es einen Selek­tion­sprozess gibt, in dem gierige und ego­is­tis­che Men­schen noch mehr Macht haben, über das Geld und das Leben der Anderen bes­tim­men kön­nen? Die Exis­tenz von Gier, Ego­is­mus und Macht­geil­heit spricht doch dage­gen, Schalt­stellen zu schaf­fen, in denen sich vor­wiegend der­ar­tige Men­schen sammeln. 

      Abge­se­hen davon: Wenn ich mich nicht täusche, hast Du geschrieben, dass Du als Lehrer arbeitest. Damit entspricht es doch Deinem ego­is­tis­chen und gieri­gen Eigen­in­ter­esse, dass anderen Leuten Geld aus der Tasche gezo­gen wird, damit ein Teil davon auf Deinem Kon­to lan­det. Davon leb­st Du. Im Gegen­satz zum Nor­mal­fall, gibt es in Deinem Fall wed­er das Ein­ver­ständ­nis der­jeni­gen, die Deinen Unter­richt finanzieren müssen, noch der­jeni­gen, die daran teil­nehmen müssen. Bei­de wür­den in let­zter Instanz erschossen wer­den, wenn sie sich mit effek­tiv­en Mit­teln gegen die Zwangs­maß­nah­men wehren wür­den, die sie zu dem zwin­gen, was Deine Lebens­grund­lage ist. Ich bezwei­fle, dass viele Raubtierkap­i­tal­is­ten sowas mit ihrem Gewis­sen vere­in­baren kön­nten. Dieses Ver­hal­ten ist ethisch doch noch unter­halb par­a­sitären Ver­hal­tens anzusiedeln. Zeck­en brin­gen mich nicht um, wenn ich sie her­ausziehe, weil mein Blut mir gehört. Deine Leute sind da schon deut­lich weiter.

      „Wie man auch bei den Sozi­al­sys­te­men euro­päi­scher Län­der sieht, die an Dritte-Welt-Migran­ten ver­füt­tert wer­den, damit sie zusammenbrechen.“

      Zus­tim­mung, darum sollte man Staat­en, in deren Führungspo­si­tio­nen sich die macht­geilen Ego­ma­nen sam­meln, die mehr haben wollen, als sie besitzen, auch nicht die soziale Sicherung über­lassen, son­dern Fam­i­lien und pri­vat­en Ver­sicherun­gen. Jemand, der nichts eingezahlt hat, kriegt aus pri­vat­en Ver­sicherun­gen auch nichts aus­gezahlt. Umlage­basierte Sys­teme wie die Rente oder die Kranken­ver­sicherun­gen erfüllen diese Def­i­n­i­tion, neben­bei bemerkt, nicht.

      Soll­ten die staatlichen Sozial­sys­teme auf­grund der Migra­tionskrise zusam­men­brechen, würde ich das als einen pos­i­tiv­en Aspekt der Migra­tionskrise betrachten.

      • Verehrter Rolf,

        bei allem Respekt, wieder erweist sich der Glaube vom „freien Markt“ als das was er ist: eine religiöse Dok­trin. Das erin­nert an Diskus­sio­nen mit Chris­ten, denen zu Hex­en­jag­den, Inqui­si­tion und Kreuz­zü­gen stets ein­fällt „Das waren keine wahren Chris­ten, denn wirk­lich­es Chris­ten­tum ist wun­der­bar“. Was immer man auch ein­wen­det, der Fehler liegt nie bei der Ideologie.

        So auch hier, „Märk­te funk­tion­ieren wunderbar.“ 

        Einen wirk­lich freien Markt gibt es nir­gends und das ist auch gut so. Beschränkun­gen gibt es immer, son­st hät­ten wir offe­nen Sklaven‑, Frauen- und Dro­gen­han­del, auch Auf­tragsmorde und Organe gäbe es auf dem freien Markt.

        Wo der Markt ange­blich funk­tion­iert, hängt es vom Stand­punkt ab, ob das für gut oder schlecht befun­den wird. Im Dschun­gel über­leben die Stärk­eren und gegebe­nen­falls die Skru­pel­loseren. Die natür­liche Auslese in der Natur ist in der Tat die effek­tivste Ressource­nal­loka­tion. Ob die Exis­tenz von Löwen aber zum Wohl­stand bzw. Wohlbefind­en der Gazellen beiträgt wer­den let­ztere anders sehen.

        Wollen wir Men­schen den wichtig­sten poli­tisch bes­timm­baren Bere­ich unseres Lebens, das täglich Brot, unsere Wirtschaft tat­säch­lich so regeln, daß wir nichts regeln, son­dern alles laufen d.h. schleifen lassen? Zweck und Absicht der EU und unser­er soge­nan­nten Bun­desregierung ist ja ger­ade, der Mehrheit von uns Men­schen die (demokratis­che) Kon­trolle über das im Artikel benan­nte „ver­schleud­erte Gemeingut“ zu entziehen.

        Mark­t­gläu­bige behaupten meist, pri­vatwirtschaftliche Unternehmungen seien effek­tiv­er als staatliche, als gemein­schaftlich oder genossen­schaftlich organ­isierte. Umgekehrt wird ein Schuh draus, denn wie jed­er weiß, müssen pri­vatwirtschaftliche zusät­zlich zu den Ver­wal­tungskosten auch den Prof­it erwirtschaften, den die Besitzer bzw. Aktionäre haben wollen. So betra­gen bei der geset­zlichen Renten­ver­sicherung die Ver­wal­tungskosten etwa ein Prozent, bei pri­vat­en Renten­ver­sicherun­gen sind meist zehn Prozent oder mehr extra zu bezahlen, denn das ist ja ihr Zweck. Und natür­lich kön­nen bei­de Vari­anten kor­rumpiert, inef­fizient und zweck­ent­fremdet wer­den (Gelder der Renten­ver­sicherung für Spä­taussiedler-Wäh­ler­stim­men, Bor­dell-Par­tys der pri­vat­en Versicherungsgesellschaften).

        Was die „kom­mu­nis­tis­che Plan­wirtschaft“ bet­rifft, das kann klap­pen oder schiefge­hen, wie bei der pri­vat­en. Ich gebe Volk­er Pis­pers dur­chaus recht, wenn er darauf ver­weist, der Lebens­stan­dard in der DDR der 1980er ein­schließlich der Zukun­ftschan­cen der Kinder war auf einem Niveau, von dem die meis­ten US-Amerikan­er heute nur träu­men kön­nen. Immer­hin sind 47 Mil­lio­nen auf Lebens­mit­tel­marken angewiesen, das sind über 10% der Bevölkerung. Aber wahrschein­lich sagen Sie jet­zt wieder, die USA, das ist über­haupt kein richtiger Kap­i­tal­is­mus oder die Märk­te sind da nicht frei genug. Oder das sind halt alles Faulpelze.

        Warum begreifen die Mark­t­gläu­bi­gen nicht, daß sie für das Recht des Stärk­eren ein­treten, denn das ist der freie Markt. Oder tun sie es, dann sollen sie das offen sagen! Wer genug Geld hat, braucht den Staat nicht, denn man kann sich Pri­vat­polizei und Pri­vatarmee leis­ten, und wohin das führt sehen wir in Mex­i­co, im Koso­vo und ander­swo. In let­zter Kon­se­quenz wird sich dann das Atmen nur noch leis­ten kön­nen, wer Geld hat, die Luft zu bezahlen, und Waisenkinder wer­den arbeit­en oder verhungern. 

        Aber ach, ich weiß, gegen eine religiöse Dok­trin zu argu­men­tieren, ist das Bohren sehr dick­er Bret­ter. Ich spare mir Kom­mentare über das, was „Raub­tier­ka­pi­ta­lis­ten […] mit ihrem Gewis­sen ver­ein­ba­ren“ kön­nen, nur soviel: in den 1970ern kam es bei einem Auto­mod­ell in den USA gehäuft zu Unfällen mit Todes­fällen, weil die Wagen in Flam­men aufgin­gen. Im Fall ein­er Frau, die mit ihren Kindern ver­bran­nte, kon­nte der Anwalt der Fam­i­lie nach­weisen, daß dem Her­steller das Risiko bekan­nt war, die erwarteten Schaden­er­satz­zahlun­gen aber für kostengün­stiger eingeschätzt wur­den, als die Inge­nieure mit ein­er anderen Mon­tage des Ben­z­in­tanks zu beauf­tra­gen. Auch die Tabakkonz­erne gehen bekan­ntlich über Leichen, auch der Nich­trauch­er (von denen allein in Deutsch­land ca 9000 jedes Jahr an den Fol­gen des Rauchens ander­er ster­ben). Daß Schul­ver­weiger­er erschossen wür­den, ist ein­fach lachhaft.

        P.S. Habe ich oben verkün­det, ich sei als Lehrer tätig?

      • Verehrter Ole,

        der „Glaube“ an den freien Markt basiert auf der Erken­nt­nis, dass „Wert“ sub­jek­tiv ist, und für mich ein Kugelschreiber einen höheren Wert besitzen kann, als ein Euro, während für Dich ein Euro mehr wert sein kann, als ein Kugelschreiber. Würde ich Dir in diesem Fall einen Kugelschreiber für einen Euro abkaufen, wäre dies für uns bei­de vorteil­haft. Weit­er­hin nehme ich an, dass alle FREIWILLIGEN Transak­tio­nen, die Eigen­schaft haben, dass jed­er etwas mit sub­jek­tiv höherem Wert bekommt, und dafür etwas mit sub­jek­tiv niedrigeren Wert hergibt. Daraus lässt sich fol­gern, dass sich der Wert des eige­nen Besitzes bei frei­willi­gen Transak­tio­nen immer ver­mehren wird, weil nie­mand sich auf Transak­tio­nen ein­lassen wird, die für ihn von Nachteil sind. Frei­willige Transak­tio­nen sind also kein Null­sum­men­spiel, bei dem der Eine gewin­nt, was der Andere ver­liert, son­dern alle Beteiligten prof­i­tieren davon. Um Gegen­satz dazu ist Umverteilung ein Null­sum­men­spiel, das die sel­ben Eigen­schaften hat, die auch Dieb­stahl hat, und bei dem nur diejeni­gen prof­i­tieren, in deren Rich­tung umverteilt wird, während diejeni­gen, denen etwas weggenom­men wird, belastet werden.

        Du wirst dem jet­zt sicher­lich wider­sprechen, indem Du irgendwelche Vorteile für diejeni­gen, denen etwas weggenom­men wird, her­beifab­u­lierst. Ich würde damit rech­nen, dass Du als nun behauptest, dass man, mit einem Sozial­staat, erre­icht, dass die Armen ruhiggestellt wer­den, und man so ver­hin­dert, dass diese sich andern­falls mit Gewalt nehmen wür­den, was der Sozial­staat ihnen auf friedlichem Wege zuweist. Jedoch würdest Du damit lediglich aus­sagen, dass der Sozial­staat tut, was der Sozial­staat ver­hin­dern soll. Das wäre so, als würde ich Dir Deine Brief­tasche klauen, damit der antanzende Murat sie Dir nicht klaut. Du behauptest, dass staatlich­er Dieb­stahl, gegen den man sich nicht wehren kann, bess­er ist, als pri­vater Dieb­stahl, gegen den man sich wehren kann. Du ver­langst von Anderen, sich auf masochis­tis­che Weise wehr­los zu machen, damit sie entwed­er aus­ge­beutet, oder ver­wal­tet wer­den können.

        „Einen wirk­lich freien Markt gibt es nir­gends und das ist auch gut so. Beschrän­kun­gen gibt es immer, son­st hät­ten wir offe­nen Sklaven‑, Frauen- und Dro­gen­han­del, auch Auf­trags­morde und Organe gäbe es auf dem freien Markt.“

        Sklaverei wider­spricht dem Besitz am eige­nen Kör­p­er, und spricht dem Sklaven die Fähigkeit ab, eigene Entschei­dun­gen zu tre­f­fen, und danach zu han­deln. Dies lässt sich nicht mit der Frei­willigkeit vere­in­baren, die freie Märk­te erfordern. Pros­ti­tu­tion und Dro­gen­han­del hinge­gen laufen auf frei­williger Basis ab, was keinem Drit­ten das Recht gibt, sich dies­bezüglich einzu­mis­chen. Hätte ein Drit­ter das Recht zu bes­tim­men, was ich mit meinem Kör­p­er mache, würde dies bedeuten, dass dieser Dritte Besitzansprüche an meinem Kör­p­er hat, was Sklaverei wäre. Ich hab mich hier bere­its dafür aus­ge­sprochen, dass Kokain auf eine Stufe mit Back­pul­ver geset­zt wer­den sollte, und halte das Argu­ment dahin­ter für prinzip­iell ethis­ch­er Natur. Wenn der Staat das Recht dazu hat, mir vorzuschreiben, was ich mit meinem Kör­p­er mache, dann meldet er Besitzansprüche an meinem Kör­p­er an, und dies ist die Def­i­n­i­tion von „Sklaverei“. Abge­se­hen davon funk­tion­iert Dro­gen­pro­hi­bi­tion nicht, und richtet größere Schä­den an, als Dro­gen es vermöchten.

        „Wollen wir Men­schen den wich­tigs­ten poli­tisch bestimm­ba­ren Bere­ich unseres Lebens, das täglich Brot, unsere Wirt­schaft tat­säch­lich so regeln, daß wir nichts regeln, son­dern alles laufen d.h. schlei­fen lassen?“

        Wenn ich in den Laden gehe, und mir etwas kaufe, das ich zu meinem Über­leben brauche, ist mein Zugang zu dieser Ressource doch eben­so geregelt, wie die Anreize erschaf­fen wer­den, mir diese Ressource fort­laufend bere­itzustellen. Sofern beliebig viele Anbi­eter mir diese Ressource verkaufen kön­nen, weil nie­mand sie am Mark­tzu­gang hin­dert, ist auch deren Anreiz sichergestellt, mir diese Ressource zu einem möglichst niedri­gen Preis anzu­bi­eten, weil son­st die Konkur­renz ihre Mark­tan­teile ausweitet.

        Was Du schreib­st, erin­nert mich stark an einen alten DDR-Witz: „Vorm DDR-Bäck­er ste­hen viele Leute Schlange, um sich ihre Bro­tra­tion, Marke Leim&Sägespäne, abzu­holen. Alle bekla­gen sich über die Wartezeit. Da tritt der Bäck­er her­aus, und sagt: Leute, beklagt Euch nicht, denn im West­en ist alles noch schlim­mer. Dort küm­mert sich der Staat nicht­mal darum, dass Ihr Brot bekommt.“

        Muss ich Dir diesen Witz erk­lären, oder ver­stehst Du ihn von selbst?

        „Zweck und Absicht der EU und unser­er soge­nann­ten Bun­des­re­gie­rung ist ja ger­ade, der Mehr­heit von uns Men­schen die (demo­kra­ti­sche) Kon­trolle über das im Artikel benan­nte „ver­schleu­derte Gemein­gut” zu entziehen.“

        Ich würde es eher so inter­pretieren, dass das All­ge­meingut aus­geweit­et wird, und mehr Men­schen Zugriff darauf bekom­men. Du definierst „All­ge­meingut“ als etwas, das nichts kostet, und das der All­ge­mein­heit zur Ver­fü­gung ste­ht, ich definiere „All­ge­meingut“ als etwas, das mit Gewalt erschaf­fen, und den „Zugangs­berechtigten“ zur Ver­fü­gung gestellt wird. Die Zahl der Zugangs­berechtigten steigt, und eben­so die Kosten, mit denen ihr „All­ge­meingut“ erschaf­fen wird. Willst Du behaupten, ich hätte Unrecht, und Kranken­ver­sicherun­gen und Schulen wür­den nichts kosten? Abge­se­hen davon, kann der Staat sich jed­erzeit entschei­den, irgendwem den Zugang zu Kranken­ver­sicherun­gen und Schulen zu ver­wehren, beispiel­sweise, weil er außer­halb des Sys­tems bleiben möchte. In diesem Fall würde der Staat Men­schen den Zugang zu Bil­dung und Medi­zin abschnei­den. Bis dahin fehlt nicht viel, und es wäre bere­its jet­zt möglich.

        „Markt­gläu­bige behaup­ten meist, pri­vat­wirt­schaft­li­che Unter­neh­mun­gen seien effek­ti­ver als staat­li­che, als gemein­schaft­lich oder genos­sen­schaft­lich orga­ni­sierte. Umge­kehrt wird ein Schuh draus, denn wie jed­er weiß, müssen pri­vat­wirt­schaft­li­che zusätz­lich zu den Ver­wal­tungs­kos­ten auch den Prof­it erwirt­schaf­ten, den die Besit­zer bzw. Aktio­näre haben wollen.“

        Dieser Logik nach, müsste die Sovi­etu­nion, in der alles gemein­schaftlich organ­isiert war, größeren Wohl­stand erschaf­fen haben, als der West­en, in dem es ver­gle­ich­sweise pri­vat zug­ing. Du ver­gisst auch den Over­head, der mit der Größe eines Unternehmens durch Koor­di­na­tion und Ver­wal­tung zunimmt, während der Nutzen ein­er weit­eren Ver­größerung sinkt. Großun­ternehmen sind sel­ten effizient. Ich per­sön­lich betra­chte Unternehmen als faschis­tis­che Dik­taturen, die sich, genau wie Staat­en, mit dem Prob­lem auseinan­der­set­zen müssen, wo man einen wohlwol­len­den und kom­pe­ten­ten Dik­ta­tor her bekommt. Je klein­er und ziel­gerichteter so eine faschis­tis­che Dik­tatur ist, desto leichter ist die Auf­gabe des Dik­ta­tors. Bei beson­ders großen Unternehmen, wie man sie im Sozial­is­mus hat, wird die Auf­gabe des Dik­ta­tors so kom­plex, dass sie für einen Men­schen nicht mehr zu schaf­fen ist. Darum ver­sagt Plan­wirtschaft im Großen immer.

        „So betra­gen bei der gesetz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung die Ver­wal­tungs­kos­ten etwa ein Prozent, bei pri­va­ten Ren­ten­ver­si­che­run­gen sind meist zehn Prozent oder mehr extra zu bezah­len, denn das ist ja ihr Zweck.“

        Das ist eine Milch­mäd­chen­rech­nung. Die staatliche Renten­ver­sicherung ste­ht kurz vor einem Kol­laps, und damit dem Tota­laus­fall. Für mich wer­den die „Ver­wal­tungskosten“ der staatlichen Renten­ver­sicherung höchst­wahrschein­lich bei glat­ten 100% liegen, während ich, bevor es so weit ist, alleine für die staatlich ver­briefte Lebenser­hal­tung von drei Rent­nern aufzukom­men habe. Pri­vatvor­sorge wird eben­falls kom­pliziert­er als nötig, weil der Staat die Kon­trolle über das Währungssys­tem hat, und deshalb richtiges Geld über­haupt nicht existiert. So lange der „Eigen­tum verpflichtet“-Artikel im Grundge­setz ste­ht, gibt es auch keinen richti­gen Besitz, über den sich eine alter­na­tive Wer­tan­lage real­isieren ließe. Ich würde daher sagen, dass unser Staat, im Namen der Wohltätigkeit, Men­schen, die noch nicht alt sind, so richtig fickt.

        „Was die „kom­mu­nis­ti­sche Plan­wirt­schaft” bet­rifft, das kann klap­pen oder schief­ge­hen, wie bei der privaten. “

        Nein, sie kann nur schiefge­hen. So eine Wirtschaft ist ein mit ihrer Größe immer kom­plex­er wer­den­des Prob­lem, dass sehr bald zu kom­plex wird, um von Men­schen durch­schaut zu wer­den. Es kön­nte klap­pen, wenn man die tech­nol­o­gis­che Sin­gu­lar­ität als Dik­ta­tor ein­set­zt, aber Men­schen sind dazu nicht in der Lage. Pri­vatwirtschaft hinge­gen funk­tion­iert nach einem sich selb­st opti­mieren­den Algo­rith­mus. Durch frei­willige Transak­tio­nen wird die Alloka­tion von Gütern opti­miert, und durch die sich daraus ergeben­den Preissig­nale wird die Alloka­tion von Ressourcen opti­miert. Jede FREIWILLIGE Transak­tion opti­miert das gesamte Sys­tem. Freie Märk­te sind ein Opti­mierungsver­fahren, das funktioniert.

        „Ich gebe Volk­er Pis­pers durch­aus recht, wenn er darauf ver­weist, der Lebens­stan­dard in der DDR der 1980er ein­schließ­lich der Zukunfts­chan­cen der Kinder war auf einem Niveau, von dem die meis­ten US-Ame­ri­ka­n­er heute nur träu­men können.“

        Nun musste ich lachen. In den 1980ern musste man in der DDR 20 Jahre lang warten, bis man ein Auto zugewiesen bekommt, und hat mit Kindern in Zweiraum­woh­nun­gen gelebt, deren Keller per­ma­nent unter Wass­er stand. Ein Tele­fon war ein Luxus, Farbfernse­her hat­te außer­halb der Polit­bueros nie­mand, und das Brot schmeck­te nach Leim und Säge­spä­nen, hab ich mir sagen lassen. Wer ein West­paket bekam, in dem die Wessies bil­lige Stof­freste und Blue-Jeans aus dem Schlussverkauf ver­schick­ten, der galt als King, und wurde für seine West­kon­tak­te benei­det. Über das die Zer­set­zungstak­tiken der Stasi gegenüber jedem, der den Kollek­tivis­mus nicht mochte, ver­liere ich mal kein Wort. Die haben wir jet­zt ja auch, wobei unsere tech­nol­o­gisch aus­ge­feil­ter sind.

        „Immer­hin sind 47 Mil­lio­nen auf Lebens­mit­tel­mar­ken ange­wie­sen, das sind über 10% der Bevölkerung.“

        10% sind bess­er als 100%, wie in der DDR, oder? Wobei ich es vorziehen würde, wenn es 0% wären, weils keine Food-Stamps gibt, und nie­mand am Mark­tzu­gang behin­dert würde. Übri­gens sind in den USA Neger für über 50% der Morde ver­ant­wortlich, und die wären ein rel­a­tiv friedlich­es Land, mit ein­er mit der Schweiz ver­gle­ich­baren Mor­drate, wenn Lin­coln die befre­it­en Sklaven nach Liberia ver­frachtet hätte, wie es ursprünglich geplant war. Ist ein Fun­ny Fact, den man eher sel­ten zu hören bekommt.

        „Aber wahr­schein­lich sagen Sie jet­zt wieder, die USA, das ist über­haupt kein rich­ti­ger Kapi­ta­lis­mus oder die Märk­te sind da nicht frei genug.“

        Stimmt, die USA sind ein „mixed sys­tem“ und kein rein­er Kap­i­tal­is­mus mit max­i­mal einem Min­i­mal­staat, der sich um nichts anderes als um die innere und äußere Sicher­heit küm­mert. Mir ist nicht bekan­nt, dass irgend­je­mand, der sich mal mit dem The­ma beschäftigt hat, etwas anderes behaupten würde. Die USA wur­den zwar als möglichst rein­er Kap­i­tal­is­mus konzip­iert, aber die haben sich in den let­zten 100 Jahren weit von ihrer Ver­fas­sung ent­fer­nt. Was übri­gens beweist, dass Ver­fas­sun­gen nicht aus­re­ichen, um irgen­det­was zu garantieren.

        „Warum begrei­fen die Markt­gläu­bi­gen nicht, daß sie für das Recht des Stär­ke­ren ein­tre­ten, denn das ist der freie Markt.“

        Am freien Markt ver­di­ent man Geld, indem man etwas anbi­etet, das Men­schen haben wollen, und ihnen dies zur Ver­fü­gung stellt. Dementsprechend haben an einem freien Markt diejeni­gen langfristig das meiste Geld, die beson­ders gut darin sind, ihren Kun­den zu dienen, und nüt­zlich zu sein. Was einen Markt definiert, ist das Recht des Besitzen­den, der seinen Besitz auf frei­willige und legit­ime Weise erwor­ben hat, indem er der All­ge­mein­heit etwas zur Ver­fü­gung stellte, das diese haben wollte, und für das sein Besitz der Lohn ist.

        „Das Recht des Stärk­eren“ beschreibt hinge­gen ziem­lich direkt ein Staatswe­sen. Der Staat hat das Gewalt­monopol, strebt also an, in jed­er Sit­u­a­tion der Stärkere zu sein, und er spricht und definiert auch das Recht. Das Recht des Stärk­eren. In dieser Phrase etwas anderes, als die Beschrei­bung eines Staatswe­sens zu sehen, ist schon ziem­lich bemerkenswert.

        „Wer genug Geld hat, braucht den Staat nicht, denn man kann sich Pri­vat­po­li­zei und Pri­vat­ar­mee leis­ten, und wohin das führt sehen wir in Mex­i­co, im Koso­vo und anderswo.“

        In Mexiko und dem Koso­vo gibts staatliche Stellen, die die Mark­tkräfte auss­chal­ten. Wenn man schon von Pri­vatarmeen aus­ge­ht, sollte man auch davon aus­ge­hen, dass Jed­er eine Pri­vatarmee haben kann, weil Jed­er mit Anderen Geld für eine Solche zusam­men­le­gen kann. Man sollte auch in die Betra­ch­tung mit ein­beziehen, dass es bil­liger ist, eine Stel­lung zu vertei­di­gen, als diese anzu­greifen, weshalb die Finanzierung ein­er Pri­vatarmee schwierig wäre, wenn diese kon­tinuier­lich irgendwen angreift, der auch eine Pri­vatarmee hat. Diese Pri­vatarmeen hät­ten also Schwierigkeit­en, nicht pleite zu gehen, wenn sie sich nicht defen­siv ver­hal­ten, oder sie es ver­säu­men, Mit­tel zur gewalt­losen Kon­flik­t­bei­le­gung (aka. all­ge­mein akzep­tiertes Recht) zu nutzen. Irgend­wie sehe das Prob­lem nicht. Wenn man Armeen hätte, die nach mark­twirtschaftlichen Gesicht­spunk­ten operieren, und die eine Dien­stleis­tung anbi­eten, würde ich würde davon aus­ge­hen, dass die Mark­tkräfte dafür sor­gen, dass sich langfristig die Unternehmen durch­set­zen, die ihren Kun­den eine wün­schenswerte Dien­stleis­tung anbi­eten, und die an Plün­derun­gen kein Inter­esse haben, weil Offen­sivge­walt teur­er ist, als Defen­sivge­walt, und unrecht­mäßige Gewalt zu einem Imageschaden führt, der der Konkur­renz Kun­den zutreibt, und sog­ar einen höheren Preis für die Konkur­ren­zun­ternehmen recht­fer­ti­gen. „Schutz vor Plün­derung“ ist ein ziem­lich gutes Verkauf­sar­gu­ment, das höhere Beiträge recht­fer­tigt, als eine plün­dernde Pri­vatarmee langfristig erwirtschaften kön­nte. Was Du mit Pri­vatarmeen in Verbindung bringst, ist fol­glich ein­fach nur eine schlechte Geschäftsstrate­gie, die langfristig pleite gehen würde, weil sie teuer ist, und Konkur­ren­zun­ternehmen gle­ichzeit­ig Anreize liefert, eine solche Fir­ma auszuschal­ten. Schutz vor Plün­derun­gen ist ein Verkauf­sar­gu­ment, das jeden Preisauf­schlag recht­fer­tigt. Abge­se­hen davon: Das Schlimm­ste, das aus ein­er solchen Sit­u­a­tion entste­hen kön­nte, ist ein Staat. Eine Armee mit Gewalt­monopol, die nicht an Mark­tkräfte gebun­den ist, und für die es keinen Konkur­renz gibt. 

        Es gibt ein Buch, das zu diesem The­ma lesenswert ist — „Machin­ery of Free­dom“ von David D. Fried­man. Darin beschäftigt sich ein Physik­er, Ökonom und Jura-Pro­fes­sor mit etwas, das im Prinzip Pri­vatarmeen sind, die auf dem Markt Dien­stleis­tun­gen anbi­eten. „Law’s Order“ vom sel­ben Author ist auch lesenswert, wenn man wis­sen will, weshalb staatlich­es Recht immer inef­fizien­ter als Pri­va­trecht ist, und nach welchen Gesicht­spunk­ten ein effizientes Rechtssys­tem gestal­tet wer­den würde. Bei­des sind Leseempfehlungen. 

        „In let­zter Kon­se­quenz wird sich dann das Atmen nur noch leis­ten kön­nen, wer Geld hat, die Luft zu bezah­len, und Wai­sen­kin­der wer­den arbei­ten oder verhungern. “

        Eine Pri­vatarmee kön­nte das erst­ge­nan­nte Recht genau so wenig umset­zen, wie ein Staat. Sie kön­nte Steuern erheben, die jeden tre­f­fen, der lebt. Ebendies tut ein Staat doch auch. Allerd­ings ist es von der Durch­set­zbarkeit her ein­fach­er, andere Dinge zu besteuern, als die Luft zum atmen. Genau dies geschieht doch.

        Und die Waisenkinder… Du willst doch nicht, dass die arbeit­en oder ver­hungern. Warum würdest Du die nicht ein­fach bei Dir aufnehmen? So teuer sind Kinder auch nicht, und es bringt dur­chaus eine gewisse Erfül­lung mit sich, sich um eben­solche zu küm­mern. Es wäre doch auch eine gute Altersab­sicherung, wenn man sich mal um Waisenkinder geküm­mert hätte, und diesen einen guten Start ins Leben ermöglicht hätte. Fähigkeit­en sind ohne­hin das beste Kap­i­tal, das man haben kann, und jemand der von Dir Fähigkeit­en erlernt hat, der jung ist, und der Dir zu Dank verpflichtet ist, weil Du dafür gesorgt hast, dass er einen guten Ein­stieg ins Leben gefun­den hat, wird Dir sich­er helfen, wenn Du selb­st Hil­fe brauchst. Falls er dies nicht tut, hättest Du mit Dein­er Erziehung katas­trophal ver­sagt. Men­schen, die ihren Ange­höri­gen in Not nicht helfen, sind furcht­bar schlecht erzo­gen, und man kann die Schuld dafür nur dem­jeni­gen geben, der sie erzo­gen hat. Bekämest Du keine Hil­fe, wärst Du so unfähig in der Erziehung, dass Du keine Hil­fe ver­di­ent hättest.

        Oder bist Du ein­fach nur zu geizig/faul/egoistisch, um Dich um Waisenkinder zu küm­mern, und willst, dass die All­ge­mein­heit zu etwas gezwun­gen wird, das Du selb­st nicht tun willst?

        „in den 1970ern kam es bei einem Auto­mo­dell in den USA gehäuft zu Unfäl­len mit Todes­fäl­len, weil die Wagen in Flam­men auf­gin­gen. Im Fall ein­er Frau, die mit ihren Kindern ver­brannte, kon­nte der Anwalt der Fam­i­lie nach­wei­sen, daß dem Her­stel­ler das Risiko bekan­nt war, die erwar­te­ten Scha­den­er­satz­zah­lun­gen aber für kos­ten­güns­ti­ger ein­ge­schätzt wur­den, als die Inge­nieure mit ein­er anderen Mon­tage des Ben­zin­tanks zu beauftragen.“

        Wenn das Unternehmen das Auto dafür bil­liger auf den Markt brin­gen kon­nte, ist das doch okay. Jed­er weiß, dass große und teure Autos sicher­er sind, als Klein­wa­gen, aber nicht jed­er kann und will sich eine Lim­ou­sine leis­ten. Abge­se­hen davon kann ein „Kein-Wagen“, sofern dieser die Alter­na­tive zu einem „Klein-Wagen“ ist, noch unsicher­er sein. Fahrrad­fahren ist gefährlich­er, als Aut­o­fahren, und wird umso gefährlich­er, je schlechter das Fahrrad gewartet ist. Den­noch kenne ich nie­man­den, der seinen Draht­e­sel regelmäßig zur Inspek­tion in eine Fahrrad­w­erk­statt fährt, oder sich die Fähigkeit­en eines Fahrrad­mechanikers aneignet, um die Wartung selb­st zu erledi­gen. Daraus schließe ich, dass den Men­schen das Geld, das sie so sparen, mehr wert ist, als eine Min­derung des Leben­srisikos, das so eine Fahrrad­fahrt auf einem schlecht gewarteten Fahrrad mit sich bringt, ihnen wert wäre. Was ist daran jet­zt schlecht, ver­w­er­flich, oder unmoralisch? Und wo ist das Prob­lem, wenn Auto­her­steller eben­falls rech­nen, und ver­suchen, ihren Kun­den ein möglichst bil­liges Pro­dukt anzu­bi­eten? Das Leben eines Men­schen hat einen endlichen Wert, und wir tre­f­fen alle täglich Entschei­dun­gen, die unser Risiko zu ster­ben erhöhen. 

        „Daß Schul­ver­wei­ge­rer erschos­sen wür­den, ist ein­fach lachhaft.“

        Ich glaube, Du hast da eine Wahrnehmungslücke.

        Geset­ze wer­den durchge­set­zt, indem der Staat die Über­griffe eskaliert, bis sein Opfer entwed­er tot ist, oder es sich zwin­gen lässt. Dies ist das Wesen jeden Geset­zes. Dass Kinder eher sel­ten erschossen wer­den, liegt daran, dass nie­mand ihnen beib­ringt, wie man Gewalt effek­tiv ein­set­zt, und sie klein­er und schwäch­er als Erwach­sene sind. Hät­ten sie die Mit­tel, die ihre kör­per­liche Unter­legen­heit aus­gle­ichen, würde man sie in let­zter Instanz auch erschießen. Deshalb ist die primäre Dro­hung in ihrem Fall, dass man sie zu Waisenkindern macht, wenn ihre Eltern die Schulpflicht nicht durch­set­zen, sich gegen die Durch­set­zung der daraufhin fol­gen­den Geld­strafen effek­tiv wehren, und sie sich auch gegen das uni­formierte Kid­nap­pingkom­man­do, das ihre Kinder anschließend ins Heim bringt, effek­tiv wehren. Denk dran, die Polizei sind auch nur bewaffnete Men­schen, die sich zurückziehen um Ver­stärkung zu holen, wenn man nicht nachgibt, und man sich durch­set­zen kann. Sofern die Polizei Unrecht durch­set­zt, ist man im Bere­ich der Infantri­etak­tik, wenn man von seinem unmit­tel­baren Recht auf Notwehr Gebrauch machen will. Für effek­tive Notwehr gegenüber einem SEK wäre man bere­its im Reich des Häuserkampfes, den man im ein­fach­sten Fall führt, indem man eine Hand­granate in einen ungesicherten Raum wirft, dessen Explo­sion jedem, der sich in diesem Raum befind­et, die Lun­gen zer­fet­zt. Anschließend betritt man den Raum, und knallt ab, was sich noch bewegt. Nach­dem der Raum gesichert ist, fährt man fort, bis das Gebäude gesichert ist. Natür­lich wird man wie ein Hund erschossen wer­den, wenn man sich effek­tiv wehrt. 

        Ich glaube, wir haben da eine unter­schiedliche Sicht der Dinge. Ich per­sön­lich halte Dich für jeman­den, dessen erster Instinkt ist, die Arschback­en zu spreizen und an eine grüne Wiese mit Schmetter­lin­gen zu denken, wenn er mit ein­er Über­ma­cht kon­fron­tiert ist, bei der abse­hbar ist, dass er ver­lieren wird. Gle­ichzeit­ig nor­mal­isiert Du dieses Ver­hal­ten, und tust so, als gäbe es über­haupt keine Alter­na­tive. Ich würde Dich so ein­schätzen, dass Du zu den Men­schen gehörst, denen, wenns mal Gewalt gibt, außer „wegren­nen und flen­nen“ keine weit­eren Hand­lung­sop­tio­nen bekan­nt sind. Ich habe bei so etwas immer eines der Überwachungsvideos im Kopf, auf dem man zahllose Men­schen sieht, die, feucht­en Schritts, kurz nach den Bat­a­clan-Anschlä­gen, panisch in ein Bistro ren­nen, und sich wie kleine Kinder unter den (fest­geschraubten) Tis­chen ver­steck­en, und deren ganzes Welt­bild sich in diesem Augen­blick als eine Lüge her­ausstellt. Man muss diese Men­schen nur mal mit Gewalt kon­fron­tieren, gegen die sie sich nicht in Brief­form wehren kön­nen, und schon bricht deren ganze Welt zusam­men, und sie brauchen Jahre der Ther­a­pie, um ihren Kopf wieder in ihren Arsch gezwängt zu bekommen. 

        Mir hinge­gen liegt dieses Ver­hal­ten nicht. Ein­er mein­er Erziehungsin­halte war: „Junge, selb­st, wenn Du am Ende liegen bleib­st, kannst Du immer noch einen von denen mit­nehmen. Wenn Du Dich vor­bere­itest, und zuerst angreif­st, sog­ar mehr als das.“. Es brauchte eine Weile, und ich hab geschrien und ges­tram­pelt, und mich gegen die Erken­nt­nis gewehrt, aber irgend­wann habe auch ich es kapiert. Ich kann gar nicht aus­drück­en, wie dankbar ich heute dem­jeni­gen bin, der mir diese Wahrheit ver­mit­telt hat. Das war die größte Befreiung, die ich in meinem Leben erfahren habe. Es gibt nichts erniedri­gen­deres, als zu ein­er Gruppe von Men­schen zu gehören, deren Real­itäts­blase von jed­er­mann mit fes­tem Willen zum Platzen gebracht wer­den kann. Wenn es soweit ist, ver­hal­ten diese Men­schen sich wie panis­ches Vieh, das zu über­haupt kein­er Gegen­reak­tion mehr fähig ist. Ich glaube, dass unsere islamis­chen Ter­ror­is­ten­fre­unde, uns genau diese Wahrheit über uns selb­st zeigen wollen, indem sie Anschläge verüben. Die gewin­nen deshalb, weil sie diese Wahrheit auf ihrer Seite haben, und wir nicht. Die haben kein schlecht­es Gewis­sen, weil sie uns dabei helfen wollen, die Real­ität zu erken­nen. Die wollen uns die Wahrheit über uns selb­st zeigen. Die wollen uns aus dieser Blase, die man so leicht platzen lassen kann, her­aushelfen, und uns ans Licht führen. Die wollen uns dabei helfen, aus ein­er Geis­te­shal­tung, die, von außen betra­chtet, nicht erniedri­gen­der sein kön­nte, herauszufinden. 

        Man sollte halt auch von seinen Fein­den ler­nen. Das erweit­ert den Hor­i­zont. Leute, die in der sel­ben Sit­u­a­tion fest­steck­en, wie man selb­st, sind schlechte Lehrer. Hin­ter­her gehts einem besser.

  2. für Gerd Held (oder auch: für Gerd, den Held):
    Merkels Migranten verprassen
    Des Volkes Gemein­schaft, sein Gut.
    Schmelztiegel? Friede der Rassen?
    Hier brodelt längst ein Völkersud!
    (Siegfried Prütt 2018)

  3. Es ist nicht zu leug­nen, dass wir immer mehr zu „Heimat-losen“ wer­den, indem wir unsere Heimat los wer­den. Und zwar dadurch, daß das Land sich durch den großen Aus­tausch rapi­de verän­dert. Anders gesagt: Der Migrant verän­dert seine Umge­bung, indem er migri­ert. Der Deutsche verän­dert seine Umge­bung nicht, muss aber erleben, dass sich seine Umge­bung durch die vie­len Migranten verän­dert hat. Ich habe ein­mal ver­sucht, das in Verse zu bringen:

    Merkel, Soros und Kalergi
    Wollen Eura­bia und dass es wachse.
    Migra­tion bringt Entropie.
    Ahasver heute? Ist ein Sachse!
    (Siegfried Prütt 2018)

  4. Beze­ich­nend ist auch, wie gel­o­gen und ver­bo­gen wird, um Massen­zuwan­derung aus Afri­ka z.B. zu rechtfertigen.
    Und um was es dann tat­säch­lich geht.
    Man lese sich nur mal dieses Inter­view mit ein­er gewis­sen Karen Tay­lor (poli­tis­che Ref­er­entin der SPD für Men­schen­rechte im Bun­destag) durch:
    https://www.taz.de/!5525323/

    „Es ist ja keine Tat­sache, dass Deutsch­land immer weiß gewe­sen ist…“

    „Im Grundge­setz ste­ht schwarz auf weiß, dass Deutsch­land vielfältig ist…“

    „Die Idee von Heimat diente unter anderem dazu, den ver­meintlich „edlen“ Deutschen vom „bar­barischen, tierähn­lichen“ Afrikan­er in den deutschen Kolonien abzu­gren­zen. Dieses Denken, diese Selb­stüber­höhung führte zum ersten Völk­er­mord an den Herero und Nama in „Deutsch-Süd­west­afri­ka“, dem heuti­gen Namibia.“

    „Seit über 300 Jahren leben Schwarze Men­schen in Deutsch­land und sind etwa ins Berlin­er Stadt­bild eingeschrieben.“

    „Es gibt Heimat­museen in Deutsch­land, in denen afrikanis­che Raubkun­st aus­gestellt wird, vor allem aus Kamerun und Togo. Diese gehören para­dox­er­weise zur deutschen Kul­tur und kön­nen dementsprechend nicht zurück­gegeben wer­den. Aber den Men­schen wiederum, die aus diesen Regio­nen kom­men, wird kein Zutritt zu diesem Land gewährt.“

    Und darum geht es dann wirklich:

    „Wir brauchen sofort über­all eine Quote! Weil es da nicht um Bevorzu­gung geht, son­dern um das Aus­gle­ichen von Nachteilen.“

    „Und dann müsste eine real­is­tis­che Quote ange­set­zt wer­den, um Fak­ten zu schaf­fen. Ger­ade gab es eine Befra­gung der NGO Cit­i­zens For Europe in den Führungse­ta­gen im öffentlichen Dienst in Berlin. Da kam her­aus, dass 97 Prozent der Per­so­n­en dort weiß sind. Auf die Frage, ob fehlende Diver­sität ein Prob­lem ist, antworteten sie mehrheitlich mit Ja. Auf die Frage wiederum, ob sie sich selb­st als Teil des Prob­lems sehen, antworteten die meis­ten mit Nein – obwohl sie ja let­z­tendlich die Per­so­n­en sind, die bei Neue­in­stel­lun­gen mitentschei­den. Eine vorgeschriebene Quote kön­nte also Verän­derun­gen in der Per­son­al­struk­tur herbeiführen.“

    Wer hat uns verraten?
    Spezialdemokraten!
    Und immer dabei, die Linke und die Grünepartei.
    Plus mit­tler­weile die Hälfte der Union…

  5. Ich denke, Frau Merkel ist ein pathol­o­gis­ch­er Fall. Typ­isch für eine narzis­stis­che Per­sön­lichkeitsstörung ist die starke Ich-Bezo­gen­heit ver­bun­den mit der Unfähigkeit, Kri­tik zu erken­nen, zuzu­lassen und auf das eige­nen Han­deln zu beziehen. Ver­mut­lich ist sie eben keine pro­fes­sionelle Ver­führerin, wie wir das in der deutschen Geschichte schon mal hat­ten, son­dern schlicht eine gemüt­skranke Frau, die nicht anders kann.

    Aber: Wieso macht ihre Entourage mit und kein­er sagt, dass die Kaiserin nackt ist? Wieso kehrt die Presse kri­tis­che Stim­men wie Hans-Joachim Maaz oder Antho­ny Gleees unter den Tep­pich und bestärkt jene, welche die Deutschen als moralis­che Super­heilige darstellen wollen? Wieso nen­nen Intellek­tuelle das Prob­lem der Selb­stver­liebtheit nicht beim Namen?

    • Ich glaube, dass es Sün­den­bock­men­tal­ität ist, Ang­ie die ganze Schuld zuzuschieben. Das Prob­lem liegt woan­ders. Würde man Ang­ie mit­samt Entourage an den näch­sten Lat­er­nenpfahl knüpfen, wür­den die Prob­leme, an denen die ange­blich schuld sind, nicht ver­schwinden. Würde man die Ver­ant­wortlichen so lange an Lat­er­nenpfäh­le knüpfen, bis die Prob­leme gelöst sind, gäbe es bald nie­man­den mehr, der bere­it wäre, die Ver­ant­wor­tung dafür auf sich zu nehmen, dass unser Sys­tem scheit­ert, die Prob­leme bestün­den aber weit­er­hin. So geschah es zumin­d­est in der Zeit um die franzö­sis­che Rev­o­lu­tion herum, als das Volk immer wieder neue Leute an die Macht brachte, die ihnen mehr Leis­tun­gen bei niedrigeren Steuern ver­sprachen, dieses Ver­sprechen jedoch komis­cher­weise nie ein­hiel­ten, und am Schluss entwed­er tot oder total­itär wur­den. Bas­ti­at hat dazu ein Paar inter­es­sante Sachen geschrieben. Die Ursache liegt nicht bei den Verantwortlichen.

      • Sag ich ja. Die Presse redet den dum­men Tri­co­teusen ein, sie seien die edel­sten Men­schen auf der ganzen Welt. Jed­er Migrant kriegt das Grundge­setz in die Hand und bekommt von unseren Super-Dup­per-Päd­a­gogin­nen zweiein­halb Nach­mit­tage Unter­richt in Sin­gen und Tanzen, dann bekehrt er sich zum Gut­men­schen­tum und wird ein wertvolles Mit­glied der Klasse der Spießer und Veg­e­tari­er. Wir schaf­fen das, sagt die Presse…

        Und die Presse bestärkt uns in der Mär, der Deutsche an sich sei ohne­hin viel bess­er als all die Rosi­nen­pick­er in Lon­don, Warschau und Budapest. Oder die kor­rupten Mit­telmeer­leute. Oder die Ver­brech­er vom Balkan. Wenig ver­hüllt haben wir in diesem Nar­ra­tiv wieder die alten Über- und Unter­men­schen. Gott ich danke dir, dass ich kein Zöll­ner bin wie jen­er dort.

        Und da der Deutsche den ganzen Laden zahlt, darf er auch bes­tim­men, was in Europa gemacht wird. Den Parn­tern in der hin­teren Rei­he fällt dann die Rolle zu, die Gäste zu verkösti­gen, die wir zur Face­book­par­ty ein­ge­laden haben, um der ganzen Welt zu zeigen: Wir haben aus der Geschichte gelernt! 

        Und wir verkaufen ja keine Waf­fen mehr an kap­i­tal­is­tis­che Län­der, son­dern ver­schenken sie an deren Geg­n­er. Wir ver­grätzen keine Juden mehr, son­dern sind aus­ge­sprochen fre­undlich und ent­ge­genk­om­mend zu jenen, die sie has­sen und bere­its sind unseren Job zu vol­len­den. Wir sind die Deutschen, ihr müsst uns liebhaben…

        • Ich bezog mich auf diese Schrift:

          http://bastiat.de/bastiat/schriften/gesetz.html

          Unge­fähr im let­zten Drit­tel wer­den darin auch zahlre­iche Rev­o­lu­tiönchen behan­delt, die im Kon­text der franzö­sis­chen Rev­o­lu­tion stat­tfan­den, und die alle­samt nicht das gewün­schte Ergeb­nis hatten. 

          Der Artikel aus der NZZ klingt nach Bas­ti­at, ist aber ziem­lich stark auf Schlag­worte reduziert. Im Orig­i­nal find­et man, neben Schlag­worten und Mei­n­un­gen, auch noch eine Argu­men­ta­tion und einen Kon­text. Bei Bas­ti­at finde ich es, neben­bei bemerkt, über­aus inter­es­sant, wie ein 170 Jahre alter Text so direkt zu uns sprechen kann. Die meis­ten Texte, die so alt sind, lesen sich anges­taubt. Bas­ti­ats Texte hinge­gen nicht.

  6. Also, mich wun­dert die altuelle Sit­u­a­tion nicht wirk­lich. Klar, sie kotzt mich an, und ich sehe die Entwick­lung ziem­lich kri­tisch, aber sie ver­wun­dert mich nicht.

    In Europa war „Kon­ser­v­a­tiv“ oder „Rechts“ doch schon immer ziem­lich links. Naja, und links rockt halt so, wie man es ger­ade sieht. Zuerst wer­den ganz viele absolute Rechte/Ansprüche deklar­i­ert, die man nie­man­dem weg­nehmen kann, dann wer­den diejeni­gen, die das zahlen sollen, als Bösewichte definiert, und dann wird diese Per­so­n­en­gruppe aus­ge­plün­dert, und soll dafür noch danke sagen. Nun klagt man, und demon­stri­ert, weil das, was man genau so gewählt hat, und Anderen mit Gewalt auf­drück­en wollte, nicht funk­tion­iert, und man deshalb sauer ist, und man nun will, dass gefäl­ligst per­son­elle Kon­se­quen­zen gezo­gen wer­den, damit jemand an die Macht kommt, der einem ver­dammt nochmal das gibt, was man von seinen gewählten Poli­tik­ern ver­langt. Mich erin­nert das an Venezuela. Da demon­stri­eren die auch alle im Namen des Sozial­is­mus gegen Maduro, weil dieser ihnen die Güter, die die sich her­beigewählt haben, fieser­weise nicht zur Ver­fü­gung stellt. Und der­weil ernähren die sich von Rat­ten, und schick­en ihre Kinder in den Nach­bar­län­dern auf den Strich. Die wol­lens halt so.

    Wären die All­ge­me­ingüter keine All­ge­me­ingüter, son­dern Pri­vat­güter, hätte man die meis­ten Prob­leme, mit denen man sich herum­schlägt, nicht. Aber man wills ja so. Auch diejeni­gen, die demon­stri­eren gehen, wol­lens so. All­ge­me­ingüter sind ein Euphemis­mus für „Tragedy of the com­mons“. Das war schon immer so, aber jet­zt ger­ade sieht man es ziem­lich deut­lich. Vielle­icht lernt man daraus, und pri­vatisiert diese Dinge, oder man tuts halt nicht, und bekommt noch viele Gründe, zum demon­stri­eren. Ich hoffe in jedem Fall, dass Ang­ie in der Zwis­chen­zeit Klein­holz aus dem Laden macht, damit man hin­ter­her die Alt­las­ten los ist, und wenig­stens bei Null anfan­gen kann. 

    Eigentlich sollte ich bei näch­ster Gele­gen­heit SPDGrüne wählen gehen. Nicht, dass der Saft­laden sich am Ende noch fängt, und als Krüp­pelkratie weit­er existiert. Scheiße nur, dass ich aus Prinzip nicht wähle.

  7. Dann will ich doch mal kurz nicht offizielles Insid­er­wis­sen preisgeben:
    Das Job­cen­ter Neumün­ster (80 k Einw.) hat kür­zlich ermit­telt, dass 80 Kinder, für die sie Leis­tun­gen zahlen, anscheinend sich nicht im Lande befind­en. Zu den örtlichen Schulen gehen sie zumin­d­est nicht. Dies bet­rifft nicht die klas­sis­chen Flüchtlinge son­dern Migranten aus Osteu­ropa (Bul­gar­ien, Rumänien) die häu­fig eigentlich nicht leis­tungs­berechtigt sind. Auch nicht bei physis­ch­er Anwe­sen­heit. Das Ganze dürfte wohl auch nur eine Schneeflocke auf der Spitze des Eis­berges sein…

    • Jed­er Bul­gare, Rumäne, Ungar oder Slowake ken­nt das Prob­lem aus eigen­er Anschau­ung und darf es in seinem freien Land auch beim Namen nen­nen. Nur in Deutsch­land würde eine entsprechende Aus­sage als Volksver­het­zung verfolgt.

      Wahrschein­lich gibt es ein­fach genü­gend wohl­standsver­wöh­nte Deutsche, die sel­ber der Überzeu­gung sind, die Deutschen seien schuld an Treib­haus­ef­fekt und Ter­ror­is­mus, Kor­rup­tion und Kon­ti­nen­taldrift, an der Grav­i­ta­tion und am Ausster­ben der Dinosauri­er – so dass jed­er, der hier auf­schlägt, lediglich eine berechtigte Schuld einfordert.

    • Aus Bre­men kenne ich es mit der Anzahl Kinder, seit ca. 30 Jahren, die von den Aus­län­dern bei den Behör­den gemeldet wor­den sind. 

      Hat sich das Sozialamt angemeldet, um sich die zehn Kinder anzuschauen, hat man eben vom Nach­barn fünf Kinder herüber geholt. Gle­ich­es kenne ich mit den Krankenkassenkarten, auch seit ca. 30 Jahren. Es gibt hun­derte von ver­schiede­nen Din­gen, wo wir schon seit x Jahren von Aus­län­dern bet­ro­gen wer­den. Alles geschieht aber mit Wis­sen der Politiker!

  8. Ich frage mich auch, warum nie­mand sich Gedanken macht, wie unser zukün­ftiger Wohl­stand — also unser erre­icht­es Gemeingut — weit­er erwirtschaftet wer­den soll. Die Parteien übertr­e­f­fen sich in noch mehr Sozial­sys­tem und Umverteilung.
    Par­al­lel dazu wird unsere Autoin­dus­trie an die Wand gefahren, Gen­tech­nik für böse erk­lärt und eine dig­i­tale Kom­mis­sion gegrün­det. Lächer­lich, wenn es nicht so ernst wäre…

  9. Sehr gute und abso­lut zutr­e­f­fende Analyse der derzeit­i­gen Sit­u­a­tion in Deutsch­land. Ich fürchte allerd­ings, dass die ‚Bewahrer‘ sich let­ztlich nicht durch­set­zen wer­den, da ihnen das Gros der schweigen­den Bevölkerung, eine völ­lig starrsin­nige Kan­z­lerin und die Pläne der EU ihnen kon­trär gegenüberstehen.

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