„Du hast gera­de ande­re The­men“, dach­te ich mir in letz­ter Zeit des öfte­ren. „Lass mal eine Wei­le die Fin­ger vom The­ma Migra­ti­on, viel­leicht bes­sert sich dann dei­ne Lau­ne etwas“, rede­te ich mir ein. Und in der Tat bewegt sich die­se in letz­ter Zeit häu­fig irgend­wo zwi­schen sau­er und bit­ter. Viel­leicht, so so dach­te ich, wird unse­re neue Bun­des­re­gie­rung – die zwar nicht die­sel­be wie die alte ist, aber lei­der immer noch die glei­che – end­lich die Rea­li­tä­ten und Gefah­ren aner­ken­nen und Fehl­ein­schät­zun­gen ein­ge­ste­hen, ich könn­te mich dann mal eine Wei­le auf Eigen­zi­ta­te beschrän­ken, ver­se­hen mit dem Hin­weis: „ich hab‘s euch doch gesagt“. Und es gab ja tat­säch­lich und fast unbe­merkt einen Para­dig­men­wech­sel. Beton­ten unse­re Poli­ti­ker noch bis vor kur­zem vor allem die Ver­ant­wor­tung die wir für den Welt­frie­den, das Welt­kli­ma und die Welt als Gan­zes hät­ten oder ver­such­te man, die Uti­li­ta­ris­mus-Kar­te zu spie­len, um wahl­wei­se dem Fach­kräf­te­man­gel, der Über­al­te­rung, der kul­tu­rel­len Ödnis oder der Inzucht des deut­schen Gen­pools durch wahl­lo­se Migra­ti­on zu begeg­nen, sind die Töne nun leiser.

Was ist pas­siert? Ist ein Mes­ser zu viel in der Tasche auf­ge­gan­gen? Hat eine Schu­le zu viel „Land unter“ gemel­det, weil der Anteil von Schü­lern mit Berei­che­rungs­hin­ter­grund längst die 50%-Marke über­schrit­ten hat? Nein, es ist sub­ti­ler. Es scheint, als sei­en alle Ver­ant­wort­li­chen Poli­ti­ker (außer Ralf Steg­ner) einen Schritt zur Sei­te getre­ten und beob­ach­te­ten nun mit gespiel­ter Ver­wun­de­rung, wohin all die Pfei­le flie­gen und was all die Auf­re­gung um Isla­mi­sie­rung und Migra­ti­on eigent­lich sol­le. Da sei doch nichts, da war auch nie was, da wer­de auch nichts kom­men und wenn doch, dann sei das nun­mal so. Eine Aus­nah­me beim Rochie­ren gibt es frei­lich: die Uschi sitzt immer noch auf ihrem ros­ti­gen Pan­zer, man hat sie wohl ver­ges­sen. Viel­leicht stimm­te aber auch ein­fach was mit der Kom­mu­ni­ka­ti­on nicht und sie hat die lau­ten Rufe nicht ver­nom­men, wäre ja nicht das ein­zi­ge Jam­mer­tal der Dys­funk­tio­na­li­tät, in dem die Bun­des­wehr biwa­kiert. Und Mer­kel, die ist natür­lich auch noch da. Aber gehört die eigent­lich noch zur Regie­rung oder einer bestimm­ten Par­tei? Wohl kaum, denn sonst wür­den Oppo­si­ti­ons­po­li­ti­ker in der Losung „Mer­kel muss weg“ nichts obs­zö­nes, son­dern eine legi­ti­me For­de­rung erblicken.

Doch Mer­kels Flak­hel­fer sind nach­läs­sig gewor­den. Die Durch­hal­te­pa­ro­len und Recht­fer­ti­gun­gen der Che­fin klin­gen zwar rhe­to­risch unbe­schenkt wie immer, aber da sie nicht mehr lau­ter wer­den kann, ver­nimmt man durch das Abwehr­feu­er der Anti­fa hin­durch immer mehr Stim­men, die eine ein­fa­che Wahr­heit aus­spre­chen: Die Kai­se­rin ist nackt!

Erklärer erklären „Erklärung 2018

In ähn­lich weni­ge Wor­te klei­de­te sich auch die Erklä­rung 2018 und da ich auch zu den Unter­zeich­nern gehö­re, darf ich mir seit Wochen auf aller Her­ren Kanä­le anhö­ren oder lesen, wie tief der Sprung in mei­ner Schüs­sel sei, wie er ver­lau­fe und wie die psy­cho­lo­gi­sche Pro­gno­se für die letz­te Tas­se in mei­nem Schrank aus­se­he. Je mehr die­ser Gene­ral­ab­rech­nun­gen ich lese, des­to mehr schei­ne ich mich von mir selbst zu ent­frem­den, ja, ich erken­ne mich kaum wie­der! Wie, das soll ich sein? Das soll ich den­ken? Das also woll­te ich eigent­lich schrei­ben, war aber zu fei­ge? Sol­che Mei­nun­gen ver­tre­te ich? Sehr merkwürdig!

Doch man liest ja immer wie­der mal Arti­kel, deren Inhalt einen zum Grü­beln bringt, gera­de wenn der Gegen­stand der Betrach­tung dem Autor bes­ser bekannt ist, als einem selbst. Aber genau hier liegt das Pro­blem: Gegen­stand der  Bericht­erstat­tung über die „Erklä­rung“ ist nicht etwa deren Inhalt, son­dern was gera­de nicht dar­in zu fin­den ist und ganz beson­ders die ver­mu­te­ten poli­ti­schen ergo cha­rak­ter­li­chen Defi­zi­te der Unter­zeich­ner – und das bin ja auch ich. Ernst Elitz jedoch, der eine jener Abrech­nun­gen für den Cice­ro schrieb, hat mich nie getrof­fen und die meis­ten der Mit­zeich­ner wohl auch nicht. Das hin­der­te ihn jedoch nicht dar­an, den Lesern des Cice­ro ein „Bild“ von dem zu malen, was er nach tie­fer Ana­ly­se in den eige­nen Hirn­win­dun­gen in unse­ren Köp­fen ent­deckt zu haben glaubt, obwohl sich der gan­ze Erkennt­nis­spro­zess allein in sei­nem eige­nen Kopf abspielt. Das aller­dings war ganz gro­ßes Kino!

„Die Erst­un­ter­zeich­ner sehen „mit wach­sen­dem Befrem­den“ wie Deutsch­land durch „ille­ga­le Mas­sen­ein­wan­de­rung beschä­digt“ wird und soli­da­ri­sie­ren sich „mit den­je­ni­gen, die fried­lich dafür demons­trie­ren, dass die rechts­staat­li­che Ord­nung an den Gren­zen unse­res Lan­des wie­der­her­ge­stellt wird.“ Das hört sich ers­tens so an, als wäre es eine Recht­fer­ti­gungs­schrift für die Eta­blie­rung von See­hofers Hei­mat-Minis­te­ri­um samt baye­ri­scher Grenz­po­li­zei.“ Das lässt zwei­tens die Fra­ge offen: Wo sind eigent­lich die fried­li­chen Demons­tran­ten, denen die Unter­zeich­ner ihre Soli­da­ri­tät aus­spre­chen? Und lässt drit­tens außer Acht, dass es inzwi­schen nun wirk­lich kei­ne Mas­sen mehr sind, die über die deut­sche Gren­ze tröpfeln.*“

Wenn wir aber schon dabei sind, uns Quan­ti­tä­ten um die Ohren zu hau­en, ana­ly­sie­ren wir doch gleich mal den ers­ten Satz der Erklä­rung: Dass unser Befrem­den steigt, ist nicht davon abhän­gig, ob es eine offi­zi­el­le Defi­ni­ti­on von „Mas­sen­ein­wan­de­rung“ oder auch nur von „Mas­se“ und „Wan­dern“ gibt. Auch fin­det sich hier kei­ne Zeit­form, der man sich mit einem ach­sel­zu­cken­den „es kommt doch grad fast nie­mand“ ent­zie­hen könn­te. Selbst wenn es aktu­ell kei­ne unkon­trol­lier­te Migra­ti­on gäbe (was nicht stimmt), blie­be immer noch die unbe­wäl­tig­te Mas­sen­ein­wan­de­rung der letz­ten Jah­re, deren Aus­wir­kun­gen uns eben Sor­ge machen – es müss­te auch nicht ein ein­zi­ger ille­ga­ler Migrant hin­zu­kom­men, um die Anti­fa und ihre Bluts­brü­der jene fried­li­chen Demons­tra­tio­nen zusam­men­prü­geln zu las­sen, auf denen das Befrem­den bezüg­lich der rasan­ten Ver­än­de­run­gen arti­ku­liert wer­den. Eine Tat­sa­che, die unse­re For­de­rung nur noch unter­mau­ert. Für die Fra­ge aller­dings, wo die fried­li­chen Demons­tran­ten denn sei­en, braucht man ange­sichts des Ver­laufs der Demos in Kan­del, Ber­lin, Cott­bus oder Ham­burg schon gehö­rig Hutz­pe! Was ist das eigent­lich für eine Atti­tü­de, ande­ren Men­schen ihre Sor­gen aus­re­den zu wol­len und für nich­tig zu erklä­ren? Geht man den Weg der Igno­ranz und Stig­ma­ti­sie­rung viel­leicht doch wegen der Unmög­lich­keit, berech­tig­te Beden­ken argu­men­ta­tiv zu zerstreuen?

Und so macht Ernst Elitz nach einem ver­gif­te­ten Lob über die ver­schenk­te Chan­ce einer intel­lek­tu­el­len Debat­te – zu der er selt­sa­mer­wei­se selbst nichts bei­getra­gen hat – einen Schwenk ins ver­let­zend per­sön­li­che und beweist ein­mal mehr die Rich­tig­keit des Spru­ches: „If you can’t bla­me the mes­sa­ge, bla­me the messanger“.

Die Debatte an die Plebejer verschwendet?

Was Elitz nicht gefällt, ist die Tat­sa­che, dass „…ein jeder vor­aus­set­zungs­los mit­ma­chen kann…“. Denn das geht ja mal gar nicht!

„Was als kon­ser­va­ti­ves Auf­be­geh­ren begann, sogar als Wort­mel­dung kon­ser­va­ti­ver Intel­lek­tu­el­ler für eine über­fäl­li­ge Debat­te jen­seits läh­men­der poli­ti­scher Kor­rekt­heit gedeu­tet wer­den konn­te, ist im Getüm­mel wut­schnau­ben­der Mit­bür­ger gelan­det und hat der Peti­ti­on damit jedes Gewicht genom­men – trotz eilig nach­ge­scho­be­ner For­de­rung, eine pro­mi­nen­te Kom­mis­si­on ein­zu­set­zen, die nach Wegen con­tra „Kon­troll­ver­lust“ und pro „wirk­sa­me Hil­fe für tat­säch­lich poli­tisch Ver­folg­te“ suchen soll.“

Dabei ist in die­ser Debat­te doch bereits alles aus­pro­biert wor­den. Doch wie man’s macht, macht man’s falsch. Kri­ti­siert man allein, ist man Abweich­ler oder Spin­ner. Je nach­dem, ob man ver­nich­tet oder lächer­lich gemacht wer­den soll. Sucht man Gleich­ge­sinn­te, und sei es auch nur für den Anlass, bil­det man ent­we­der eine Kon­ter­ban­de auf Zer­stö­rungs­kurs oder eine unbe­deu­ten­de, abge­häng­te Min­der­heit, die nicht wei­ter ins Gewicht fal­le. Man zählt dann zu den ewig Gest­ri­gen und samm­le sich auf dem Marsch zurück in die Fünf­zi­ger oder nach Neun­zehn­hun­der­trot­braun. Wird der Pro­test grö­ßer und brei­ter, lan­det man im wut­bür­ger­li­chen Plebs und beschmutzt die „intel­lek­tu­el­le Debat­te“ mit dem Schweiß und dem Dreck der Straße.

Die Iden des März

Aus­ge­rech­net am 15.3. wur­de die „Erklä­rung 2018“ ver­öf­fent­licht. Wer in der Schu­le nicht nur die „Geschich­te der Arbei­ter­klas­se“ hat­te, wird sich dun­kel erin­nern, dass es eben die­ser Tag war, an dem Cae­sar den Dol­chen sei­ner Geg­ner im römi­schen Senat zum Opfer fiel. Damals war es ein gewis­ser Cice­ro, der im Hin­ter­grund die Fäden zog, selbst aber nicht zum Mes­ser griff. Das Maga­zin „Cice­ro“ schick­te einen Gast­bei­trag für den ver­such­ten Ruf­mord und lässt fra­gen, „Wer ist die Frau, die Tell­kamp der­ma­ßen ins Unglück rei­tet?“ und gibt gleich die Ant­wort: Vera Lengs­feld – und die sei „nur noch bit­ter“. Sol­che Sät­ze, nur so dahin­ge­sagt, ver­hal­len. Ver­wen­det man sie jedoch in Arti­keln, soll­te man sie legi­ti­mie­ren. Doch das kann Elitz nicht. Statt­des­sen schmutzt er in Veras Ver­gan­gen­heit aus Ver­fol­gung und Ver­rat her­um, als hät­te er noch eine Rech­nung mit ihr offen. Doch wor­in soll­te die bestehen? Darf ich auch mal mut­ma­ßen? Sitzt da viel­leicht eine tie­fe, inne­re Trau­er eines Man­nes, der das Schei­tern des „bes­se­ren Deutsch­land“ nicht ganz ver­kraf­tet hat und in des­sen alt­lin­ker Traum­welt die DDR so etwas wie ein Nim­mer­land der Glück­se­lig­keit war, in wel­ches man jeder­zeit gehen könn­te, falls der Klas­sen­kampf im Wes­ten ver­lo­ren gehe? In den Augen sol­cher Men­schen waren Dis­si­den­ten wie Lengs­feld natür­lich Ver­rä­ter am Arbeiterparadies.

Doch ich kann nur ver­mu­ten und hal­te mich mit Schluss­fol­ge­run­gen zu Men­schen zurück, die ich nicht ken­ne. Umso hef­ti­ger muss ich Elitz aus eige­ner Anschau­ung wider­spre­chen, denn als „nur ver­bit­tert“ kann man Vera nun wirk­lich nicht bezeich­nen. Auch soll­te Herr Elitz in Betracht zie­hen, dass Tell­kamp nicht „gerit­ten“ wer­den muss­te, um sei­ne Mei­nung zu sagen und die Behaup­tung, die­ser „…fin­de sich [nun] neben Bach­mann wie­der“ stimmt auch nur im Kopf von Elitz, weil er es war, der Tell­kamp dort­hin geschrie­ben hat. Auf der Lis­te der Unter­zeich­ner ist Bach­mann näm­lich gar nicht ver­tre­ten! Doch er passt den­noch per­fekt in den Gesin­nungs­kon­text, mit dem Elitz hier arbei­tet, und so wer­den vie­le „müss­te“ und „könn­te“ in den Text geklopft, so wie auch ande­re schäu­men­de Kom­men­ta­to­ren aus­ge­rech­net das in der „Erklä­rung 2018“ bemän­geln, was gera­de nicht im Text zu fin­den ist. Und so „müss­te“ Bach­mann unter­schrei­ben, weil ihm die Erklä­rung gefal­len „könn­te“, denkt sich Elitz. Unter­stel­lun­gen zu Bewei­sen hoch­zu­jaz­zen, ist jedoch schlicht eine Unverschämtheit!

Die „Erklä­rung 2018“ ist inhalt­lich von sol­cher Selbst­ver­ständ­lich­keit und Schlicht­heit, als hät­te man gefor­dert, dass der Früh­ling auf den Win­ter fol­gen möge. Und den­noch haben die­se zwei dür­ren Sät­ze einen Sturm der Ent­rüs­tung auf der einen Sei­te und einen Sturm der Unter­stüt­zung auf der ande­ren aus­ge­löst. Nüch­tern betrach­tet könn­te man die For­de­run­gen ja auch ein­fach mal beant­wor­ten, anstatt ihre Legi­ti­mi­tät immer sofort in Zwei­fel zu zie­hen. Es ist doch eigent­lich ganz ein­fach. Ent­we­der bestehen die For­de­run­gen zu Unrecht, dann soll­ten sich sach­li­che Argu­men­te leicht fin­den las­sen, ohne dass man zu per­sön­li­chen Belei­di­gung der Peten­ten grei­fen muss. Bestehen die For­de­run­gen jedoch zu Recht, müss­te man fest­stel­len, ob unser Land über­haupt noch in der Lage ist, sie zu erfül­len. Und jetzt wird’s kniff­lig: wenn man es kann, war­um tut man es nicht? Und wenn man es nicht kann, war­um spielt die Kapel­le auf der Tita­nic noch und macht nie­mand die Ret­tungs­boo­te klar.

Dies sind die Worte des Marcus Tullius Cicero

Und wäh­rend Ernst Elitz mit wehen­dem Schal in den Elfen­bein­turm der intel­lek­tu­el­len aka­de­mi­schen Debat­te zurück­kehrt, selbst wenn die­se Debat­te der­zeit nur aus Selbst­ge­sprä­chen zu bestehen scheint, erklingt eine ande­re Stim­me im Cice­ro, näm­lich die von Alex­an­der Grau, wel­cher Elitz‘ Wor­te wie­der einfängt:

„Was ein wohl­fei­ler Vor­wurf! Wirk­lich ernst genom­men, wür­de er jede poli­ti­sche Arti­ku­la­ti­on unter­bin­den. Doch Demo­kra­tie besteht nicht allein im Aus­tausch aus­for­mu­lier­ter Denk­schrif­ten. Des­halb hat­te die poli­ti­sche Lin­ke – zu Recht – auch nie Skru­pel, Pro­test laut­stark auf die Stra­ße zu tra­gen. Mit Elitz’ Argu­ment könn­te man jede tril­ler­pfei­fen­de Gewerk­schafts­de­mo dis­kre­di­tie­ren. Was aber der Lin­ken legi­ti­mes Mit­tel, darf der Rech­ten nicht vor­ge­hal­ten wer­den. Das weiß im Grun­de natür­lich auch Elitz. Und so ver­strickt er sich in offe­nem Spott gegen­über den „Dok­to­res, Erfin­dern, Schrift­stel­lern und Ganz- oder Halbak­a­de­mi­kern“ und nasen­rümp­fen­der Miss­bil­li­gung der Wut­bür­ger. „Ja was denn nun?“, ist man geneigt zu fra­gen. Wenn die einen zu abge­ho­ben sind und die ande­ren zu dumpf, wer darf sich dann über­haupt noch artikulieren?“
Doch was an Elitz’ Text wirk­lich irri­tiert, ist nicht die Unter­stel­lung fal­scher Behaup­tun­gen oder sein wan­kel­mü­ti­ger Begriff von Demo­kra­tie, son­dern sei­ne Atta­cke auf Vera Lengs­feld, die Initia­to­rin der Erklä­rung. Denn wie immer eine poli­ti­sche Dis­kus­si­on ver­läuft und was immer ihr The­ma sein mag, eines soll­te sich immer ver­bie­ten: direk­te Atta­cken ad per­so­nam. Zu sug­ge­rie­ren, Frau Lengs­feld Leben sei so schlimm, dass kei­ner „mit ihr tei­len“ möch­te, dass sie eine poli­tisch Geschei­ter­te sei, die nun „nur noch bit­ter“ wir­res Zeug ver­brei­te, ist nicht nur unsach­lich, son­dern schlech­ter Stil. Scha­de eigent­lich, denn mit sei­ner Ana­ly­se, dass die „Erklä­rung 2018“ eine gro­ße Chan­ce ber­ge, hat Elitz recht.

Und die Erklä­rung selbst? Der geht es bes­tens! Sie hat heu­te die Mar­ke von 80.000 Unter­stüt­zern über­sprun­gen und wird wei­ter wach­sen. Hier gehts zur Liste.

* Zeit für einen uralten Kalauer:
Auto­fah­rer: „Was kos­tet ein Trop­fen Benzin?“
Tank­wart: „Geht auf’s Haus!“
Auto­fah­rer: „Pri­ma, ein­mal voll­trop­fen bitte!“

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21 Kommentare

      • Viel­leicht wäre es nütz­lich, einen Hin­weis mit Link an pro­mi­nen­ter Stel­le auf der Start­sei­te zu plazieren?

        Im Augen­blick tickt der Zäh­ler für die Mit­zeich­nun­gen im Unter-Minu­ten­takt und steht gera­de schon auf 9.650! Wie es aus­sieht geht’s gleich am ers­ten Tag über die 10.000er Mar­ke. Die gra­phi­sche Ver­laufs­kur­ve kommt bereits nicht mehr nach. >;D

        Btw.: Der­zeit sind knapp 90 Peti­tio­nen in der Mit­zeich­nungs-Pha­se, davon ein gro­ßer Teil seit 3 … fast 4 Wochen. Die haben alle zusam­men kei­ne 10.000 Mit­zeich­ner und da ist über­haupt nur eine ein­zi­ge, die es mal so gera­de eben vier­stel­lig schafft. *G*

  1. Da haben Sie, sehr geehr­ter Herr Letsch, sehr Recht: „Die „Erklä­rung 2018“ ist inhalt­lich von sol­cher (…) Schlicht­heit…“, dass man schon dar­über nach­den­ken muss, was das Gere­de davon, Deutsch­land (des­sen Abschaf­fung uns einer der Erst­un­ter­zeich­ner vor 8 Jah­ren ver­sprach) wer­de „beschä­digt“, eigent­lich soll. Ich will gar nicht dar­über reden, ob die­ses schwam­mig for­mu­lier­te Anlie­gen nicht ange­sichts ande­rer Welt­pro­ble­me (zehn­tau­sen­de ertrun­ke­ne Flücht­lin­ge im Mit­tel­meer, hun­dert­tau­sen­de Kriegs­op­fer in Syri­en, wo die Tür­kei zur Zeit mit deut­schen Waf­fen gegen die Kur­den vor­geht) ver­nach­läs­si­gens­wert wäre, son­dern ver­mu­te, dass es den Initia­to­ren der GE 18 dar­um ging, ein­fach mal zu prü­fen, wer sich nicht davor gru­selt, z.B. mit dem Iden­ti­tä­ren Sem­litsch („Mar­tin Licht­mesz“) auf einer Lis­te auf­zu­tau­chen. Nun, da gibt es eini­ge, und so man­cher „Stu­di­en­di­rek­tor i.R.“ ent­deckt nach der Pen­sio­nie­rung sei­nen „Mut“ und sei­nen kon­ser­va­ti­ven Kern und folgt vom siche­ren Ses­sel aus dem Auf­ruf, der das AfD-Umfeld etwas enger mit der neu­rech­ten Sze­ne ver­knüp­fen soll (wäh­rend Elitz wohl eher auf eine post­mer­kel­sche Mehr­heit von CDU-CSU-AfD hofft, wenn ich sei­nen Text rich­tig interpretiere).
    Der­glei­chen inner­rech­te Kämp­fe fin­de ich denn doch eben­so vor­her­seh­bar wie unin­ter­es­sant, daher nur noch 2 Anmer­kun­gen: Das Wis­sen, dass Cice­ro beim Cae­sar­mord „im Hin­ter­grund die Fäden zog“ haben Sie eben­so exklu­siv wie die Schreib­wei­se von „Chuz­pe“.

    Und ein P.S.: Inter­es­san­ter­wei­se fin­det sich mein Name in die­sem Kom­men­tarstrang in einer Rei­he mit einem Ex-Inten­dan­ten Elitz und dem Außen­mi­nis­ter Maas als Bei­spiel für jeman­den, der am „Drü­cker sit­ze“. Das wird eini­ge Leser befrem­den, und sie wer­den evtl. grü­beln, wer denn die­ser omi­nö­se Tho­mas ex Gotha eigent­lich sei, sie soll­ten aber wis­sen, dass der Kom­men­ta­tor und ich eine gan­ze Zeit­lang auf einem ande­ren Blog einen durch­aus zivi­li­sier­ten Aus­tausch mit­ein­an­der (von Troll zu Troll) pfleg­ten, der dann irgend­wann ende­te. Von mei­ner Sei­te aus hat­te das damit zu tun, dass ich mich ungern beschimp­fen las­se, und dann ist es wohl bes­ser, man trennt sich. Dass ich nun aber für die­sen ehe­ma­li­gen Gesprächs­part­ner zu einer Art Super­schur­ken mutiert bin, lässt mich für sei­ne Ver­fasst­heit nichts Gutes vermuten.

    • Für gewöhn­lich kor­ri­gie­re ich mei­ne Tipp­feh­ler auch nach­träg­lich, wenn mei­ne Leser mich dar­auf hin­wei­sen. Doch weil das in Ihrem Fall bedeu­ten wür­de, dass Ihr Kom­men­tar ins Lee­re pie­seln wür­de, habe ich die Chuz­pe, ihn im Text zu lassen. 😉
      Doch zur Lis­te, in der Sie da her­um­sto­chern. Das ist Ihr Argu­ment? Dass „gewis­se Leu­te“ dort auch unter­zeich­nen? Sie ent­wer­ten ein Anlie­gen auf­grund der Tat­sa­che, dass ihnen eini­ge Namen der Unter­zeich­ner nicht pas­sen? Ich hal­te das für ober­fläch­lich und mora­li­sie­rend. Viel­leicht darf ich aber in Zukunft ein von Ihnen und der TAZ initi­ier­tes Anlie­gen für die wirk­lich wich­ti­gen Din­ge im Leben unter­stüt­zen — ich wür­de mich freu­en. Aber was an einer so kla­re For­de­rung wie der in unse­rer Peti­ti­on noch zu „schwam­mig“ sein soll, ent­zieht sich mir leider.
      Ich habe Elitz übri­gens anders ver­stan­den. Wahr­schein­lich denkt er im Kern wirk­lich, es bedür­fe jetzt drin­gen einer aka­de­mi­schen Debat­te, aus der sich Leu­te her­aus­hal­ten sol­len, denen er die Exper­ti­se anspricht, weil sie „nur“ betrof­fen sind. Das wird aber nicht mehr funk­tio­nie­ren, die Idee kommt zehn Jah­re zu spät. Der Fair­ness hal­ber sei gesagt, dass es damals die CDU/CSU war, die ein Ein­wan­de­rungs­ge­setz ver­hin­dert hat­te. Aber das wis­sen Sie ja sicher.
      Ach, eines noch: soll­ten Sie Pro­ble­me nicht nur mit mei­ner Per­son son­dern auch mit Kom­men­ta­to­ren hier haben, die Sie nicht mit den Betref­fen­den klä­ren kön­nen, errei­chen Sie mich auch per Mail (falls das Ihre Anony­mi­tät nicht zu sehr unter­läuft). Ansons­ten gilt hier natür­lich das Prin­zip: man kann hier kom­men­tie­ren, muss aber nicht.

    • Hm. Ich habe die­sen Text nun drei Mal gele­sen, und fra­ge mich immer noch, was uns der Ver­fas­ser eigent­lich mit­tei­len will. Hier ist, was ich soweit ver­stan­den habe:

      - Es gibt anders­wo grö­ße­re Pro­ble­me als in Deutsch­land, aka „was küm­merts Dich, dass bei Dir gera­de ein­ge­bro­chen wird, am ande­ren Ende der Stadt brennts, also zier Dich nicht so, und rück raus mit der Kohle“.
      — Der A ist irgend­wie böse, und hat eine bestimm­te Ansicht. Dar­um soll jeder, der die­se Ansicht teilt, gefäl­ligst damit auf­hö­ren. (aka. Hit­ler hat gesagt, dass: 2 + 2 = 4. Dar­um gilt: 2 + 2 != 4)
      — Irgend­wer äußert sei­ne Mei­nung erst, nach­dem man sei­ne Zukunft, sei­nen Lebens­un­ter­halt und sei­ne Kar­rie­re nicht mehr zer­stö­ren kann, dar­um soll­te die Mei­nung, die die­ser Feig­ling zuvor, mög­li­cher­wei­se aus Angst vor Über­grif­fen, zurück­ge­hal­ten hat, nicht beach­tet werden.
      — Die gegen Gai­us Juli­us Cae­sar gerich­te­te Ver­schwö­rung wur­de nicht von von Cice­ro angeleitet.
      — Irgend­et­was Per­sön­li­ches, das kaum jeman­den interessiert.

      Lie­ber Schreiberling,

      bit­te drück Dich beim nächs­ten Mal ein­fa­cher aus, und ver­such auch mal, an Dei­nem Inhalt zu arbei­ten. Ich fin­de es ja durch­aus inter­es­sant, die Argu­men­te der Gegen­sei­te zu lesen, aber wenn eine nega­ti­ve Kor­re­la­ti­on zwi­schen Wort­reich­tum und Inhalt eines Texts zu Las­ten des Inhalts geht, ists Zeit­ver­schwen­dung. Ver­suchs beim nächs­ten Mal ein­fach wie folgt:

      „Roger, Du bist doof. Die Ver­schwö­rung, die zu Cae­sars Ermor­dung führ­te, wur­de von Gai­us Cas­si­us Lon­gi­nus, Deci­mus Juni­us Bru­tus Albi­nus, und Mar­cus Juni­us Bru­tus gelei­tet. Außer­dem fin­de ich es doof, dass irgend­je­mand, den ich nicht mag, irgend­et­was sagt, dem Ande­re zustim­men. Ich will das nicht, denn das macht mich trau­rig. Also heul nicht rum, wenn bei Dir ein­ge­bro­chen wird, son­dern rück raus mit der Koh­le. Anders­wo ist Krieg. Ich hab Dir ne Mail mit per­sön­li­chem Scheiß geschrie­ben, in dem ich noch etwas her­um­schmol­le. Dan­ke, dass Du mir etwas Auf­merk­sam­keit geschenkt hast, ich hab auch ver­sucht, mich kurz zu fassen.“

      Siehst Du, so geht das. Nun machs nach.

      • Rolf: „Siehst Du, so geht das.“
        Recht­schreib­prü­fung (Beta­ver­si­on)

        Sie soll­ten ex Gotha kei­nes­falls duzen! Das ver­drießt ihn bei­na­he so schlimm wie eine ande­re Meinung.

        • Ja, Wolf­gang. Genau so.
          Man könn­te ihn frei­lich sys­te­ma­tisch duzen, aber dann wird man ihn nie los. Wer wür­de die­ses jedoch wol­len möchten?

  2. Frau Mer­kel wird die Erklä­rung 2018 eben­so igno­rie­ren, wie sie seit ihrem Amts­an­tritt alles igno­rier­te, was ihr nicht gefiel. Dar­an habe ich nicht den gerings­ten Zweifel.

    Deutsch­land hat es im Übri­gen noch nicht ein­mal fer­tig gebracht, die paar hun­dert schwer­kri­mi­nel­len Liba­ne­sen aus­zu­wei­sen, die seit den 1990ern wie eine Made im Ber­li­ner Speck leben. Für dau­er­haf­te Ver­ur­tei­lun­gen scheint es eben­falls nie zu rei­chen. Und dann soll es plötz­lich mög­lich sein, etwa 500.000 Ille­ga­le abzu­schie­ben? Wie denn? Durch Abschaf­fung der Ratio­na­li­tät, und der Wie­der­ein­füh­rung von Magie? „Sim­sa­la­bim! Weg sind’se?“

    Die Gren­zen sol­len gesi­chert wer­den? Wie denn? Es sind ja noch nicht ein­mal Auf­fang- und Abschie­bungs­la­ger an den Gren­zen ver­füg­bar. Dar­über hin­aus wer­den allen Per­so­nen, dies es auf deut­sches Hoheits­ge­biet geschafft haben, umfang­rei­che Schutz- und Kla­ge­rech­te ein­ge­räumt. Das wird SO ein­fach nie­mals etwas werden.

    Das Ein­zi­ge, was in Deutsch­land mit abso­lu­ter Prä­zi­si­on funk­tio­niert, das ist das auto­ma­ti­sche, effi­zi­en­te, und scham­lo­se Abgrei­fen der Pro­duk­ti­vi­tät der eige­nen Bevöl­ke­rung. Vul­go: das Steuerneintreiben.

    Ver­zei­hung für das Ver­brei­ten von lupen­rei­nem Pes­si­mis­mus. Hier sit­ze ich, und kann nicht anders.

  3. Ernst Elitz? Habe in mei­nem Leben noch nie etwas von ihm gehört! Jeden­falls was wis­sens­wer­tes kann es wohl nicht gewe­sen sein. In Sachen Demo­kra­tie habe ich schon eini­ges an Schmarrn gehört. Mein Vater sag­te in sol­chen Fäl­len:“ Man muss kein Prok­to­lo­ge sein, um sol­che als sol­che zu erkennen“.

  4. Lie­be Leute,

    eine Ent­geg­nung auf ein Argu­ment, mit der man die Per­son des Argu­men­tie­ren­den angreift, ohne das Argu­ment zu ent­kräf­ten, ist ein „Argu­men­tum ad homi­nem“. Kurz auch „ad hominem“. 

    „Ad per­so­nam“ Argu­men­te sind etwas ande­res, und zeich­nen sich dadurch aus, dass man den Ande­ren mit­tels Erpres­sung zu „über­zeu­gen“ versucht. 

    „Wer X sagt ist ein Idi­ot“ oder „Du bist ein Idi­ot, weil Du X sagst“ sind Ad Hominems.

    „Du willst doch nicht, dass jemand denkt, Du wärst ein Idi­ot, also sag nicht X“ ist ein Ad Personam. 

    Lest mehr Schopenhauer.

    • Nu ja, Rolf, prin­zi­pi­ell stimmt das schon, und Scho­pen­hau­ern zu wider­spre­chen wäre nur was für rei­ne Tita­nen 🙂 . Der gute Ditt­sche hat­te das per­len­der­wei­se erkannt.
      Ande­rer­seits gibt es durch­aus idio­ti­sche Behaup­tun­gen, nicht?, und die kom­men ja irgend wo her, meist gezielt. Man nann­te der­lei mal „Ent­glei­sung“, viel­leicht zu der Zeit, als alles zwar schlecht, aber doch noch viel­leicht irgend­wie bes­ser gewe­sen ist (mythi­sches frü­her war alles usf.). Also da ent­gleis­ten manch­mal wel­che in ent­glei­sungs­tech­ni­scher Hin­sicht, und dar­auf­hin hat man den Ent­glei­ser gern ad homi­nem ver­schont, indem man nur sei­ne Ent­glei­sung eine ad-Ent­glei­sung nannte.
      Lan­ge her.
      Wobei jedoch einer, der anti­se­mi­tisch, erdo­ga­nisch oder anti­fan­tisch ent­gleist, das ja nicht ein­fach so tut. Indem man­che nie so oder anders ent­glei­sen, Ande­re jedoch regel­mä­ßig, aber sel­ten anders.
      Hm, wer Idio­ti­en sagt, könn­te des­ob ein Idi­ot sein! Die Fra­ge stellt sich seit Johann And­reä Eisen­men­ger („Ent­deck­tes Juden­t­hum“, 1701).
      Ich werd wohl mal Scho­pen­hau­ern fra­gen. Oder den Nietz­sche. Der hat­te es mit Wag­nern. Also erst hat­te er es mit dem, und dann hat­te er es gegen den, auf hun­der­ten Sei­ten. Er kam zu der Fol­ge­rung, dann, dass Wag­ner eigent­lich nie ent­gleist ist, son­dern dass sei­ne Dau­er­ent­glei­sun­gen, tja, eben Wag­ner gewe­sen sind.
      Was uns wie­der zur Ad Homi­nem-Fra­ge zurückführt.

  5. Nun ja, dann oute ich mich mal als einer der „Dok­to­res, Erfin­der[..], Schrift­stel­ler[..] und Ganz- oder Halbak­a­de­mi­ker[..]“, die sich erfrecht haben, die kur­ze Erklä­rung unter Namens‑, Wohn­orts- und Berufs­an­ga­be unter­zeich­net zu haben. In der Tat bin ich pro­mo­viert (natur­wis­sen­schaft­li­ches Fach) und habe mir im zar­ten Alter von 52 noch einen geis­tes­wis­sen­schaft­li­chen Mas­ter gegönnt. Bin ich jetzt nach Elitz­scher Les­art Ein­ein­halbak­a­de­mi­ker? Prof. Dr. Elitz selbst hat ja wohl auch sei­nen Mas­ter etc. und einen Lehrauftrag.
    Der MDR schreibt im Tea­ser zu einem Inter­view( https://www.mdr.de/kultur/ernst-elitz-zur-gemeinsamen-erklaerung-zwanzigachtzehn-100.html) zwi­schen MDR Kul­tur und Ernst E.: „Die Debat­te müs­se von Men­schen auf­grund ihrer Sach­kennt­nis, ihrer his­to­ri­schen Kennt­nis geführt werden.“
    Bedeu­tet für mich kon­klu­dent, mir wird die Teil­nah­me am Dis­kurs von Herrn E. abge­spro­chen. Mit dem Argu­ment kann Herr E. for­dern, dass mir man­gels Sach­kennt­nis oder his­to­ri­scher Kennt­nis doch das Wahl­recht zu ent­zie­hen sei. Für mich ist Herr E. Apo­lo­get einer sta­li­nis­ti­schen Diktatur.
    Sein Gejam­mer über die Kom­men­ta­to­ren im Cice­ro „…und die Kom­men­ta­to­ren, die sich da zu Wort mel­den, ver­lan­gen, dass ich sofort ihre Mei­nung über­neh­me…“ stimmt schon nicht. Die weni­gen Kom­men­ta­re (46 — ab Diens­tag Mit­tag kam wohl nichts mehr durch) stim­men in der Zurück­wei­sung E.’s wei­test­ge­hend über­ein, aber nicht einer hat E. auf­ge­for­dert, sei­ne Mei­nung sofort zu über­neh­men. Viel­leicht hapert es dem alten Herrn (76) ja mitt­ler­wei­le an Wahr­neh­mungs- oder intel­lek­tu­el­ler Ver­ar­bei­tungs­fä­hig­keit — um auch mal ad per­so­nam zu argu­men­tie­ren. Denn ich ich mir da jeden­falls sicher, das Elitz die Ver­leum­dung Frau Lengs­felds in siche­rer Kennt­nis der 38 Scho­pen­hau­er­schen Kunst­grif­fe betrie­ben hat (Arthur Scho­pen­hau­er: Die Kunst, recht zu behal­ten, Ana­con­da Ver­lag Köln, 2016).
    Was mich mit den mir bekann­ten Unter­zeich­nern der Erklä­rung bzw. jetzt Peti­ti­on ver­bin­det, ist unse­re Sor­ge um die Zukunft unse­rer Kin­der und Enkel, um die Errun­gen­schaf­ten der huma­nis­ti­schen Auf­klä­rung und um Deutsch­land als Vater­land, das zu ver­tei­di­gen sich (noch) lohnt. Ich habe den Mut, mich mei­nes Ver­stan­des zu bedie­nen, um auf­ge­klärt den Aus­gang aus mei­ner Unmün­dig­keit zu fin­den. Da las­se ich mir den Schneid nicht abkaufen.

  6. Elitz‘ regie­rungs­of­fi­ziö­ser Gesin­nungs­auf­satz ist erstaun­lich niveau­be­freit. Also über­all ist er das; seit der aller­ers­ten Zei­le durch­ge­hend bis zum zuschnap­pen­den Schluss. Dar­in steht gar nichts, also gar nichts!, dass man irgend­wie als halb­wegs durch­dacht, als intel­lek­tu­ell red­lich oder nur als eini­ger­ma­ßen fair oder nur logisch bezeich­nen könnte.
    Es ist ja nicht­mal bemüht.
    Ein­fach nur ideo­lo­gisch gequirl­tes Zeug ist das.

    Im Übri­gen erin­nert Elit­zen­des Geschwal­le ja erstaun­lich an die Schrei­be und Den­ke eines gewis­sen Tho­mas ex Gotha, nicht?, des­sen Invek­ti­ven, Insi­nua­tio­nen und Dau­er­war­nun­gen vor dem rech­ten Dau­er­putsch gleich mor­gen früh wir hier ja auch ken­nen, denn er war ja hier, der Mann aus dem rötest­blass­brau­nen Gotha. Auch des­sen Vor­lie­ben erschöp­fen sich im Elitz­schen Wut­ge­seufz über die­se-Leu­te-da, die­ses unlin­ke Kropp­zeug, und beson­ders die­ser Hass auf Abweich­le­rin Vera Lengs­feld erscheint da auch wieder.
    Es han­delt sich da wohl um die neu­est­deut­sche Anti­fa-Men­ta­li­tät in der erstaunlch wider­sin­ni­gen Mischung: Eerz­re­ak­tio­när-links­ex­trem, regie­rungs­fromm und voll nicht­aus­rott­ba­rer Abnei­gung gegen Mei­nungs­frei­heit, Rechts­staat­lich­keit und freie Debatte.

    Wo kommt das eigent­lich her?
    Es gibt so ver­dammt vie­le davon.
    Ver­bän­de, Par­tei­en, Stif­tun­gen, Uni­ver­si­tä­ten, Ver­la­ge, Kir­chen, NGOs, Stadt­par­la­men­te usf. und der gan­ze Bun­des­tag ste­cken ja rand­voll davon (im Bun­des­tag aber außer etwa gewis­sen drei­zehn Pro­zent, wobei Opti­mis­ten sagen, es sei­en viel­leicht etwas mehr, wobei jedoch Pes­si­mis­ten sagen, jene drei­zehn Pro­zent sei­en so wie der gan­ze Rest). Über­all sind die.
    Und seit wann geht das über­haupt so?!
    War es nicht mal bes­ser?? Und was hat denn die all­um­fas­sen­de Wen­de zum fried­hofs­ru­hi­gen Aller­schlech­tes­ten ver­ur­sacht? Selbst­hass und Ost­al­gie reloaded?
    Und was zum Gei­er ist denn da pas­siert, dass mitt­ler­wei­le über­all, ja ÜBERALL die­se klei­nen Elit­zens und schlam­mi­gen Tho­mas­se ex Got­hä und geschnie­gel­ten Hei­ko Unmaasens usw. usf. am Drü­cker sitzen?!

    • „Und seit wann geht das über­haupt so?! War es nicht mal besser??“

      Falls es Dich trös­tet: Nein, es war frü­her nicht besser. 

      Die Men­schen in Deutsch­land argu­men­tier­ten schon immer pri­mär mit Auto­ri­tät, Belei­di­gun­gen, sub­stanz­lo­sen Behaup­tun­gen, und Mei­nun­gen. Es macht halt bedeu­tend mehr Arbeit, Scheiß zu wider­le­gen, als Scheiß zu for­mu­lie­ren. Und weils so ein­fach ist, spe­zia­li­siert man sich ein­fach dar­auf. War­um auch nicht? Es ist ja nicht so, dass man in Deutsch­land zum Bei­spiel zu einem vira­len Mem gemacht wer­den könn­te, und dadurch welt­weit der Lächer­lich­keit preis­ge­ge­ben wird, weil das schließ­lich die Per­sön­lich­keits­rech­te ver­let­zen wür­de. Und ne Fair-Use Klau­sel gibts auch nicht. Bei­des macht es noch schwie­ri­ger, den Scheiß zu wider­le­gen, als es ohne­hin der Fall wäre. War­um soll­te man also kei­nen Scheiß ver­fas­sen? Es kann einem doch nichts pas­sie­ren. Und außer­dem machen das doch alle so. Und Nega­tiv­bei­spie­le, an denen ein Exem­pel sta­tu­iert wur­de, und in deren Nähe man nicht gerückt wer­den möch­te, gibts auch nicht. Und, mal ganz im Ernst, die Gegen­sei­te ist auch nicht besser.

      Mit­ler­wei­le hal­te ich die­se nied­ri­ge Argu­men­ta­ti­ons­qua­li­tät für in der deut­schen Kul­tur ver­an­kert. Im eng­lisch­spra­chi­gen Raum trifft man ab und zu auch mal auf Men­schen, die ihre Argu­men­ta­ti­on basie­rend auf „first princi­ples“ auf­bau­en, aber damit gelangt man zu unpo­pu­lä­ren Schlüs­sen, wes­halb die­ser Ansatz in Deutsch­land eher unbe­kannt ist. Man wür­de sonst zu Ergeb­nis­sen kom­men, die die­sen gan­zen rea­li­täts­fer­nen Nara­ti­ven wider­spre­chen, die mit­ler­wei­le einen Groß­teil des­sen aus­ma­chen, was man als „Nor­ma­li­tät“ betrach­tet. Das gilt auch nicht nur für Linke.

  7. Ich hab mir die Pres­se­schau von Herrn Bro­der durch­ge­le­sen und es sieht so aus als wäre die Stra­te­gie der Leit­me­di­en weni­ger die Dif­fa­mie­rung als das Tod­schwei­gen. Die schau­en erst ein­mal, wie­vie­le bekann­te Gesich­ter sich öffent­lich beken­nen und wenn da nicht noch mehr kommt, wird wei­ter gegen Räääächts geschimpft wie gehabt.

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