„Du hast ger­ade andere The­men“, dachte ich mir in let­zter Zeit des öfteren. „Lass mal eine Weile die Fin­ger vom The­ma Migra­tion, vielle­icht bessert sich dann deine Laune etwas“, redete ich mir ein. Und in der Tat bewegt sich diese in let­zter Zeit häu­fig irgend­wo zwis­chen sauer und bit­ter. Vielle­icht, so so dachte ich, wird unsere neue Bun­desregierung – die zwar nicht dieselbe wie die alte ist, aber lei­der immer noch die gle­iche – endlich die Real­itäten und Gefahren anerken­nen und Fehlein­schätzun­gen eingeste­hen, ich kön­nte mich dann mal eine Weile auf Eigen­z­i­tate beschränken, verse­hen mit dem Hin­weis: „ich hab‘s euch doch gesagt“. Und es gab ja tat­säch­lich und fast unbe­merkt einen Par­a­dig­men­wech­sel. Beton­ten unsere Poli­tik­er noch bis vor kurzem vor allem die Ver­ant­wor­tung die wir für den Welt­frieden, das Weltk­li­ma und die Welt als Ganzes hät­ten oder ver­suchte man, die Util­i­taris­mus-Karte zu spie­len, um wahlweise dem Fachkräfte­man­gel, der Über­al­terung, der kul­turellen Ödnis oder der Inzucht des deutschen Gen­pools durch wahllose Migra­tion zu begeg­nen, sind die Töne nun leis­er.

Was ist passiert? Ist ein Mess­er zu viel in der Tasche aufge­gan­gen? Hat eine Schule zu viel „Land unter“ gemeldet, weil der Anteil von Schülern mit Bere­icherung­sh­in­ter­grund längst die 50%-Marke über­schrit­ten hat? Nein, es ist sub­til­er. Es scheint, als seien alle Ver­ant­wortlichen Poli­tik­er (außer Ralf Steg­n­er) einen Schritt zur Seite getreten und beobachteten nun mit gespiel­ter Ver­wun­derung, wohin all die Pfeile fliegen und was all die Aufre­gung um Islamisierung und Migra­tion eigentlich solle. Da sei doch nichts, da war auch nie was, da werde auch nichts kom­men und wenn doch, dann sei das nun­mal so. Eine Aus­nahme beim Rochieren gibt es freilich: die Uschi sitzt immer noch auf ihrem ros­ti­gen Panz­er, man hat sie wohl vergessen. Vielle­icht stimmte aber auch ein­fach was mit der Kom­mu­nika­tion nicht und sie hat die laut­en Rufe nicht ver­nom­men, wäre ja nicht das einzige Jam­mer­tal der Dys­funk­tion­al­ität, in dem die Bun­deswehr biwakiert. Und Merkel, die ist natür­lich auch noch da. Aber gehört die eigentlich noch zur Regierung oder ein­er bes­timmten Partei? Wohl kaum, denn son­st wür­den Oppo­si­tion­spoli­tik­er in der Losung „Merkel muss weg“ nichts obszönes, son­dern eine legit­ime Forderung erblick­en.

Doch Merkels Flakhelfer sind nach­läs­sig gewor­den. Die Durch­hal­teparolen und Recht­fer­ti­gun­gen der Chefin klin­gen zwar rhetorisch unbeschenkt wie immer, aber da sie nicht mehr lauter wer­den kann, vern­immt man durch das Abwehrfeuer der Antifa hin­durch immer mehr Stim­men, die eine ein­fache Wahrheit aussprechen: Die Kaiserin ist nackt!

Erklärer erklären “Erklärung 2018

In ähn­lich wenige Worte klei­dete sich auch die Erk­lärung 2018 und da ich auch zu den Unterze­ich­n­ern gehöre, darf ich mir seit Wochen auf aller Her­ren Kanäle anhören oder lesen, wie tief der Sprung in mein­er Schüs­sel sei, wie er ver­laufe und wie die psy­chol­o­gis­che Prog­nose für die let­zte Tasse in meinem Schrank ausse­he. Je mehr dieser Gen­er­al­abrech­nun­gen ich lese, desto mehr scheine ich mich von mir selb­st zu ent­frem­den, ja, ich erkenne mich kaum wieder! Wie, das soll ich sein? Das soll ich denken? Das also wollte ich eigentlich schreiben, war aber zu feige? Solche Mei­n­un­gen vertrete ich? Sehr merk­würdig!

Doch man liest ja immer wieder mal Artikel, deren Inhalt einen zum Grü­beln bringt, ger­ade wenn der Gegen­stand der Betra­ch­tung dem Autor bess­er bekan­nt ist, als einem selb­st. Aber genau hier liegt das Prob­lem: Gegen­stand der  Berichter­stat­tung über die „Erk­lärung“ ist nicht etwa deren Inhalt, son­dern was ger­ade nicht darin zu find­en ist und ganz beson­ders die ver­muteten poli­tis­chen ergo charak­ter­lichen Defizite der Unterze­ich­n­er – und das bin ja auch ich. Ernst Elitz jedoch, der eine jen­er Abrech­nun­gen für den Cicero schrieb, hat mich nie getrof­fen und die meis­ten der Mitze­ich­n­er wohl auch nicht. Das hin­derte ihn jedoch nicht daran, den Lesern des Cicero ein „Bild“ von dem zu malen, was er nach tiefer Analyse in den eige­nen Hirn­win­dun­gen in unseren Köpfen ent­deckt zu haben glaubt, obwohl sich der ganze Erken­nt­nis­sprozess allein in seinem eige­nen Kopf abspielt. Das allerd­ings war ganz großes Kino!

„Die Erstun­terze­ich­n­er sehen „mit wach­sen­dem Befrem­den“ wie Deutsch­land durch „ille­gale Massenein­wan­derung beschädigt“ wird und sol­i­darisieren sich „mit den­jeni­gen, die friedlich dafür demon­stri­eren, dass die rechtsstaatliche Ord­nung an den Gren­zen unseres Lan­des wieder­hergestellt wird.“ Das hört sich erstens so an, als wäre es eine Recht­fer­ti­gungss­chrift für die Etablierung von See­hofers Heimat-Min­is­teri­um samt bay­erisch­er Gren­zpolizei.“ Das lässt zweit­ens die Frage offen: Wo sind eigentlich die friedlichen Demon­stran­ten, denen die Unterze­ich­n­er ihre Sol­i­dar­ität aussprechen? Und lässt drit­tens außer Acht, dass es inzwis­chen nun wirk­lich keine Massen mehr sind, die über die deutsche Gren­ze tröpfeln.*”

Wenn wir aber schon dabei sind, uns Quan­titäten um die Ohren zu hauen, analysieren wir doch gle­ich mal den ersten Satz der Erk­lärung: Dass unser Befrem­den steigt, ist nicht davon abhängig, ob es eine offizielle Def­i­n­i­tion von „Massenein­wan­derung“ oder auch nur von „Masse“ und „Wan­dern“ gibt. Auch find­et sich hier keine Zeit­form, der man sich mit einem achselzuck­enden „es kommt doch grad fast nie­mand“ entziehen kön­nte. Selb­st wenn es aktuell keine unkon­trol­lierte Migra­tion gäbe (was nicht stimmt), bliebe immer noch die unbe­wältigte Massenein­wan­derung der let­zten Jahre, deren Auswirkun­gen uns eben Sorge machen – es müsste auch nicht ein einziger ille­galer Migrant hinzukom­men, um die Antifa und ihre Bluts­brüder jene friedlichen Demon­stra­tio­nen zusam­men­prügeln zu lassen, auf denen das Befrem­den bezüglich der ras­an­ten Verän­derun­gen artikuliert wer­den. Eine Tat­sache, die unsere Forderung nur noch unter­mauert. Für die Frage allerd­ings, wo die friedlichen Demon­stran­ten denn seien, braucht man angesichts des Ver­laufs der Demos in Kan­del, Berlin, Cot­tbus oder Ham­burg schon gehörig Hutzpe! Was ist das eigentlich für eine Attitüde, anderen Men­schen ihre Sor­gen ausre­den zu wollen und für nichtig zu erk­lären? Geht man den Weg der Igno­ranz und Stig­ma­tisierung vielle­icht doch wegen der Unmöglichkeit, berechtigte Bedenken argu­men­ta­tiv zu zer­streuen?

Und so macht Ernst Elitz nach einem vergifteten Lob über die ver­schenk­te Chance ein­er intellek­tuellen Debat­te – zu der er selt­samer­weise selb­st nichts beige­tra­gen hat – einen Schwenk ins ver­let­zend per­sön­liche und beweist ein­mal mehr die Richtigkeit des Spruch­es: „If you can’t blame the mes­sage, blame the mes­sanger“.

Die Debatte an die Plebejer verschwendet?

Was Elitz nicht gefällt, ist die Tat­sache, dass „…ein jed­er voraus­set­zungs­los mit­machen kann…“. Denn das geht ja mal gar nicht!

„Was als kon­ser­v­a­tives Auf­begehren begann, sog­ar als Wort­mel­dung kon­ser­v­a­tiv­er Intellek­tueller für eine über­fäl­lige Debat­te jen­seits läh­mender poli­tis­ch­er Kor­rek­theit gedeutet wer­den kon­nte, ist im Getüm­mel wutschnauben­der Mit­bürg­er gelandet und hat der Peti­tion damit jedes Gewicht genom­men – trotz eilig nachgeschoben­er Forderung, eine promi­nente Kom­mis­sion einzuset­zen, die nach Wegen con­tra „Kon­trol­lver­lust“ und pro „wirk­same Hil­fe für tat­säch­lich poli­tisch Ver­fol­gte“ suchen soll.“

Dabei ist in dieser Debat­te doch bere­its alles aus­pro­biert wor­den. Doch wie man’s macht, macht man’s falsch. Kri­tisiert man allein, ist man Abwe­ich­ler oder Spin­ner. Je nach­dem, ob man ver­nichtet oder lächer­lich gemacht wer­den soll. Sucht man Gle­ich­gesin­nte, und sei es auch nur für den Anlass, bildet man entwed­er eine Kon­ter­bande auf Zer­störungskurs oder eine unbe­deu­tende, abge­hängte Min­der­heit, die nicht weit­er ins Gewicht falle. Man zählt dann zu den ewig Gestri­gen und samm­le sich auf dem Marsch zurück in die Fün­fziger oder nach Neun­zehn­hun­dertrot­braun. Wird der Protest größer und bre­it­er, lan­det man im wut­bürg­er­lichen Plebs und beschmutzt die „intellek­tuelle Debat­te“ mit dem Schweiß und dem Dreck der Straße.

Die Iden des März

Aus­gerech­net am 15.3. wurde die „Erk­lärung 2018“ veröf­fentlicht. Wer in der Schule nicht nur die „Geschichte der Arbeit­erk­lasse“ hat­te, wird sich dunkel erin­nern, dass es eben dieser Tag war, an dem Cae­sar den Dolchen sein­er Geg­n­er im römis­chen Sen­at zum Opfer fiel. Damals war es ein gewiss­er Cicero, der im Hin­ter­grund die Fäden zog, selb­st aber nicht zum Mess­er griff. Das Mag­a­zin „Cicero“ schick­te einen Gast­beitrag für den ver­sucht­en Ruf­mord und lässt fra­gen, „Wer ist die Frau, die Tel­lkamp der­maßen ins Unglück reit­et?“ und gibt gle­ich die Antwort: Vera Lengs­feld – und die sei „nur noch bit­ter“. Solche Sätze, nur so dahinge­sagt, ver­hallen. Ver­wen­det man sie jedoch in Artikeln, sollte man sie legit­imieren. Doch das kann Elitz nicht. Stattdessen schmutzt er in Veras Ver­gan­gen­heit aus Ver­fol­gung und Ver­rat herum, als hätte er noch eine Rech­nung mit ihr offen. Doch worin sollte die beste­hen? Darf ich auch mal mut­maßen? Sitzt da vielle­icht eine tiefe, innere Trauer eines Mannes, der das Scheit­ern des „besseren Deutsch­land“ nicht ganz verkraftet hat und in dessen altlink­er Traumwelt die DDR so etwas wie ein Nim­mer­land der Glück­seligkeit war, in welch­es man jed­erzeit gehen kön­nte, falls der Klassenkampf im West­en ver­loren gehe? In den Augen solch­er Men­schen waren Dis­si­den­ten wie Lengs­feld natür­lich Ver­räter am Arbeit­er­paradies.

Doch ich kann nur ver­muten und halte mich mit Schlussfol­gerun­gen zu Men­schen zurück, die ich nicht kenne. Umso heftiger muss ich Elitz aus eigen­er Anschau­ung wider­sprechen, denn als „nur ver­bit­tert“ kann man Vera nun wirk­lich nicht beze­ich­nen. Auch sollte Herr Elitz in Betra­cht ziehen, dass Tel­lkamp nicht „gerit­ten“ wer­den musste, um seine Mei­n­ung zu sagen und die Behaup­tung, dieser „…finde sich [nun] neben Bach­mann wieder“ stimmt auch nur im Kopf von Elitz, weil er es war, der Tel­lkamp dor­thin geschrieben hat. Auf der Liste der Unterze­ich­n­er ist Bach­mann näm­lich gar nicht vertreten! Doch er passt den­noch per­fekt in den Gesin­nungskon­text, mit dem Elitz hier arbeit­et, und so wer­den viele „müsste“ und „kön­nte“ in den Text gek­lopft, so wie auch andere schäu­mende Kom­men­ta­toren aus­gerech­net das in der “Erk­lärung 2018” bemän­geln, was ger­ade nicht im Text zu find­en ist. Und so „müsste“ Bach­mann unter­schreiben, weil ihm die Erk­lärung gefall­en „kön­nte“, denkt sich Elitz. Unter­stel­lun­gen zu Beweisen hochzu­jazzen, ist jedoch schlicht eine Unver­schämtheit!

Die „Erk­lärung 2018“ ist inhaltlich von solch­er Selb­stver­ständlichkeit und Schlichtheit, als hätte man gefordert, dass der Früh­ling auf den Win­ter fol­gen möge. Und den­noch haben diese zwei dür­ren Sätze einen Sturm der Entrüs­tung auf der einen Seite und einen Sturm der Unter­stützung auf der anderen aus­gelöst. Nüchtern betra­chtet kön­nte man die Forderun­gen ja auch ein­fach mal beant­worten, anstatt ihre Legit­im­ität immer sofort in Zweifel zu ziehen. Es ist doch eigentlich ganz ein­fach. Entwed­er beste­hen die Forderun­gen zu Unrecht, dann soll­ten sich sach­liche Argu­mente leicht find­en lassen, ohne dass man zu per­sön­lichen Belei­di­gung der Peten­ten greifen muss. Beste­hen die Forderun­gen jedoch zu Recht, müsste man fest­stellen, ob unser Land über­haupt noch in der Lage ist, sie zu erfüllen. Und jet­zt wird’s knif­flig: wenn man es kann, warum tut man es nicht? Und wenn man es nicht kann, warum spielt die Kapelle auf der Titan­ic noch und macht nie­mand die Ret­tungs­boote klar.

Dies sind die Worte des Marcus Tullius Cicero

Und während Ernst Elitz mit wehen­dem Schal in den Elfen­bein­turm der intellek­tuellen akademis­chen Debat­te zurück­kehrt, selb­st wenn diese Debat­te derzeit nur aus Selb­st­ge­sprächen zu beste­hen scheint, erklingt eine andere Stimme im Cicero, näm­lich die von Alexan­der Grau, welch­er Elitz’ Worte wieder ein­fängt:

“Was ein wohlfeil­er Vor­wurf! Wirk­lich ernst genom­men, würde er jede poli­tis­che Artiku­la­tion unterbinden. Doch Demokratie beste­ht nicht allein im Aus­tausch aus­for­muliert­er Denkschriften. Deshalb hat­te die poli­tis­che Linke – zu Recht – auch nie Skru­pel, Protest laut­stark auf die Straße zu tra­gen. Mit Elitz’ Argu­ment kön­nte man jede trillerpfeifende Gew­erkschafts­de­mo diskred­i­tieren. Was aber der Linken legit­imes Mit­tel, darf der Recht­en nicht vorge­hal­ten wer­den. Das weiß im Grunde natür­lich auch Elitz. Und so ver­strickt er sich in offen­em Spott gegenüber den „Dok­tores, Erfind­ern, Schrift­stellern und Ganz- oder Hal­bakademik­ern“ und nasen­rümpfend­er Miss­bil­li­gung der Wut­bürg­er. „Ja was denn nun?“, ist man geneigt zu fra­gen. Wenn die einen zu abge­hoben sind und die anderen zu dumpf, wer darf sich dann über­haupt noch artikulieren?”
Doch was an Elitz’ Text wirk­lich irri­tiert, ist nicht die Unter­stel­lung falsch­er Behaup­tun­gen oder sein wankelmütiger Begriff von Demokratie, son­dern seine Attacke auf Vera Lengs­feld, die Ini­tia­torin der Erk­lärung. Denn wie immer eine poli­tis­che Diskus­sion ver­läuft und was immer ihr The­ma sein mag, eines sollte sich immer ver­bi­eten: direk­te Attack­en ad per­son­am. Zu sug­gerieren, Frau Lengs­feld Leben sei so schlimm, dass kein­er „mit ihr teilen“ möchte, dass sie eine poli­tisch Gescheit­erte sei, die nun „nur noch bit­ter“ wirres Zeug ver­bre­ite, ist nicht nur unsach­lich, son­dern schlechter Stil. Schade eigentlich, denn mit sein­er Analyse, dass die „Erk­lärung 2018“ eine große Chance berge, hat Elitz recht.

Und die Erk­lärung selb­st? Der geht es bestens! Sie hat heute die Marke von 80.000 Unter­stützern über­sprun­gen und wird weit­er wach­sen. Hier gehts zur Liste.

* Zeit für einen ural­ten Kalauer:
Aut­o­fahrer: “Was kostet ein Tropfen Ben­zin?”
Tankwart: “Geht auf’s Haus!”
Aut­o­fahrer: “Pri­ma, ein­mal voll­tropfen bitte!”

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21 Kommentare

      • Vielle­icht wäre es nüt­zlich, einen Hin­weis mit Link an promi­nen­ter Stelle auf der Start­seite zu plazieren?

        Im Augen­blick tickt der Zäh­ler für die Mitze­ich­nun­gen im Unter-Minu­ten­takt und ste­ht ger­ade schon auf 9.650! Wie es aussieht geht’s gle­ich am ersten Tag über die 10.000er Marke. Die graphis­che Ver­lauf­skurve kommt bere­its nicht mehr nach. >;D

        Btw.: Derzeit sind knapp 90 Peti­tio­nen in der Mitze­ich­nungs-Phase, davon ein großer Teil seit 3 … fast 4 Wochen. Die haben alle zusam­men keine 10.000 Mitze­ich­n­er und da ist über­haupt nur eine einzige, die es mal so ger­ade eben vier­stel­lig schafft. *G*

  1. Da haben Sie, sehr geehrter Herr Letsch, sehr Recht: “Die „Erk­lärung 2018“ ist inhaltlich von solch­er (…) Schlichtheit…”, dass man schon darüber nach­denken muss, was das Gerede davon, Deutsch­land (dessen Abschaf­fung uns ein­er der Erstun­terze­ich­n­er vor 8 Jahren ver­sprach) werde “beschädigt”, eigentlich soll. Ich will gar nicht darüber reden, ob dieses schwammig for­mulierte Anliegen nicht angesichts ander­er Welt­prob­leme (zehn­tausende ertrunk­ene Flüchtlinge im Mit­telmeer, hun­dert­tausende Krieg­sopfer in Syrien, wo die Türkei zur Zeit mit deutschen Waf­fen gegen die Kur­den vorge­ht) ver­nach­läs­si­genswert wäre, son­dern ver­mute, dass es den Ini­tia­toren der GE 18 darum ging, ein­fach mal zu prüfen, wer sich nicht davor gruselt, z.B. mit dem Iden­titären Sem­l­itsch (“Mar­tin Lichtmesz”) auf ein­er Liste aufzu­tauchen. Nun, da gibt es einige, und so manch­er “Stu­di­endi­rek­tor i.R.” ent­deckt nach der Pen­sion­ierung seinen “Mut” und seinen kon­ser­v­a­tiv­en Kern und fol­gt vom sicheren Ses­sel aus dem Aufruf, der das AfD-Umfeld etwas enger mit der neurecht­en Szene verknüpfen soll (während Elitz wohl eher auf eine post­merkelsche Mehrheit von CDU-CSU-AfD hofft, wenn ich seinen Text richtig inter­pretiere).
    Der­gle­ichen innerrechte Kämpfe finde ich denn doch eben­so vorherse­hbar wie unin­ter­es­sant, daher nur noch 2 Anmerkun­gen: Das Wis­sen, dass Cicero beim Cae­sar­mord “im Hin­ter­grund die Fäden zog” haben Sie eben­so exk­lu­siv wie die Schreib­weise von “Chuzpe”.

    Und ein P.S.: Inter­es­san­ter­weise find­et sich mein Name in diesem Kom­men­tarstrang in ein­er Rei­he mit einem Ex-Inten­dan­ten Elitz und dem Außen­min­is­ter Maas als Beispiel für jeman­den, der am “Drück­er sitze”. Das wird einige Leser befrem­den, und sie wer­den evtl. grü­beln, wer denn dieser ominöse Thomas ex Gotha eigentlich sei, sie soll­ten aber wis­sen, dass der Kom­men­ta­tor und ich eine ganze Zeit­lang auf einem anderen Blog einen dur­chaus zivil­isierten Aus­tausch miteinan­der (von Troll zu Troll) pflegten, der dann irgend­wann endete. Von mein­er Seite aus hat­te das damit zu tun, dass ich mich ungern beschimpfen lasse, und dann ist es wohl bess­er, man tren­nt sich. Dass ich nun aber für diesen ehe­ma­li­gen Gesprächspart­ner zu ein­er Art Super­schurken mutiert bin, lässt mich für seine Ver­fass­theit nichts Gutes ver­muten.

    • Für gewöhn­lich kor­rigiere ich meine Tippfehler auch nachträglich, wenn meine Leser mich darauf hin­weisen. Doch weil das in Ihrem Fall bedeuten würde, dass Ihr Kom­men­tar ins Leere pieseln würde, habe ich die Chuzpe, ihn im Text zu lassen. 😉
      Doch zur Liste, in der Sie da herum­stochern. Das ist Ihr Argu­ment? Dass “gewisse Leute” dort auch unterze­ich­nen? Sie entwerten ein Anliegen auf­grund der Tat­sache, dass ihnen einige Namen der Unterze­ich­n­er nicht passen? Ich halte das für ober­fläch­lich und moral­isierend. Vielle­icht darf ich aber in Zukun­ft ein von Ihnen und der TAZ ini­ti­iertes Anliegen für die wirk­lich wichti­gen Dinge im Leben unter­stützen — ich würde mich freuen. Aber was an ein­er so klare Forderung wie der in unser­er Peti­tion noch zu “schwammig” sein soll, entzieht sich mir lei­der.
      Ich habe Elitz übri­gens anders ver­standen. Wahrschein­lich denkt er im Kern wirk­lich, es bedürfe jet­zt drin­gen ein­er akademis­chen Debat­te, aus der sich Leute her­aushal­ten sollen, denen er die Exper­tise anspricht, weil sie “nur” betrof­fen sind. Das wird aber nicht mehr funk­tion­ieren, die Idee kommt zehn Jahre zu spät. Der Fair­ness hal­ber sei gesagt, dass es damals die CDU/CSU war, die ein Ein­wan­derungs­ge­setz ver­hin­dert hat­te. Aber das wis­sen Sie ja sich­er.
      Ach, eines noch: soll­ten Sie Prob­leme nicht nur mit mein­er Per­son son­dern auch mit Kom­men­ta­toren hier haben, die Sie nicht mit den Betr­e­f­fend­en klären kön­nen, erre­ichen Sie mich auch per Mail (falls das Ihre Anonymität nicht zu sehr unter­läuft). Anson­sten gilt hier natür­lich das Prinzip: man kann hier kom­men­tieren, muss aber nicht.

    • Hm. Ich habe diesen Text nun drei Mal gele­sen, und frage mich immer noch, was uns der Ver­fass­er eigentlich mit­teilen will. Hier ist, was ich soweit ver­standen habe:

      - Es gibt ander­swo größere Prob­leme als in Deutsch­land, aka “was küm­merts Dich, dass bei Dir ger­ade einge­brochen wird, am anderen Ende der Stadt bren­nts, also zier Dich nicht so, und rück raus mit der Kohle”.
      — Der A ist irgend­wie böse, und hat eine bes­timmte Ansicht. Darum soll jed­er, der diese Ansicht teilt, gefäl­ligst damit aufhören. (aka. Hitler hat gesagt, dass: 2 + 2 = 4. Darum gilt: 2 + 2 != 4)
      — Irgendw­er äußert seine Mei­n­ung erst, nach­dem man seine Zukun­ft, seinen Leben­sun­ter­halt und seine Kar­riere nicht mehr zer­stören kann, darum sollte die Mei­n­ung, die dieser Fei­gling zuvor, möglicher­weise aus Angst vor Über­grif­f­en, zurück­ge­hal­ten hat, nicht beachtet wer­den.
      — Die gegen Gaius Julius Cae­sar gerichtete Ver­schwörung wurde nicht von von Cicero angeleit­et.
      — Irgen­det­was Per­sön­lich­es, das kaum jeman­den inter­essiert.

      Lieber Schreiber­ling,

      bitte drück Dich beim näch­sten Mal ein­fach­er aus, und ver­such auch mal, an Deinem Inhalt zu arbeit­en. Ich finde es ja dur­chaus inter­es­sant, die Argu­mente der Gegen­seite zu lesen, aber wenn eine neg­a­tive Kor­re­la­tion zwis­chen Wortre­ich­tum und Inhalt eines Texts zu Las­ten des Inhalts geht, ists Zeitver­schwen­dung. Ver­suchs beim näch­sten Mal ein­fach wie fol­gt:

      “Roger, Du bist doof. Die Ver­schwörung, die zu Cae­sars Ermor­dung führte, wurde von Gaius Cas­sius Long­i­nus, Dec­imus Junius Bru­tus Albi­nus, und Mar­cus Junius Bru­tus geleit­et. Außer­dem finde ich es doof, dass irgend­je­mand, den ich nicht mag, irgen­det­was sagt, dem Andere zus­tim­men. Ich will das nicht, denn das macht mich trau­rig. Also heul nicht rum, wenn bei Dir einge­brochen wird, son­dern rück raus mit der Kohle. Ander­swo ist Krieg. Ich hab Dir ne Mail mit per­sön­lichem Scheiß geschrieben, in dem ich noch etwas herum­schmolle. Danke, dass Du mir etwas Aufmerk­samkeit geschenkt hast, ich hab auch ver­sucht, mich kurz zu fassen.”

      Siehst Du, so geht das. Nun machs nach.

      • Rolf: “Siehst Du, so geht das.”
        Rechtschreibprü­fung (Betaver­sion)

        Sie soll­ten ex Gotha keines­falls duzen! Das ver­drießt ihn beina­he so schlimm wie eine andere Mei­n­ung.

        • Ja, Wolf­gang. Genau so.
          Man kön­nte ihn freilich sys­tem­a­tisch duzen, aber dann wird man ihn nie los. Wer würde dieses jedoch wollen möcht­en?

  2. Frau Merkel wird die Erk­lärung 2018 eben­so ignori­eren, wie sie seit ihrem Amt­santritt alles ignori­erte, was ihr nicht gefiel. Daran habe ich nicht den ger­ing­sten Zweifel.

    Deutsch­land hat es im Übri­gen noch nicht ein­mal fer­tig gebracht, die paar hun­dert schw­erkrim­inellen Libane­sen auszuweisen, die seit den 1990ern wie eine Made im Berlin­er Speck leben. Für dauer­hafte Verurteilun­gen scheint es eben­falls nie zu reichen. Und dann soll es plöt­zlich möglich sein, etwa 500.000 Ille­gale abzuschieben? Wie denn? Durch Abschaf­fung der Ratio­nal­ität, und der Wiedere­in­führung von Magie? “Sim­sal­abim! Weg sind’se?”

    Die Gren­zen sollen gesichert wer­den? Wie denn? Es sind ja noch nicht ein­mal Auf­fang- und Abschiebungslager an den Gren­zen ver­füg­bar. Darüber hin­aus wer­den allen Per­so­n­en, dies es auf deutsches Hoheits­ge­bi­et geschafft haben, umfan­gre­iche Schutz- und Klagerechte eingeräumt. Das wird SO ein­fach niemals etwas wer­den.

    Das Einzige, was in Deutsch­land mit absoluter Präzi­sion funk­tion­iert, das ist das automa­tis­che, effiziente, und scham­lose Abgreifen der Pro­duk­tiv­ität der eige­nen Bevölkerung. Vul­go: das Steuernein­treiben.

    Verzei­hung für das Ver­bre­it­en von lupen­reinem Pes­simis­mus. Hier sitze ich, und kann nicht anders.

  3. Ernst Elitz? Habe in meinem Leben noch nie etwas von ihm gehört! Jeden­falls was wis­senswertes kann es wohl nicht gewe­sen sein. In Sachen Demokratie habe ich schon einiges an Schmar­rn gehört. Mein Vater sagte in solchen Fällen:“ Man muss kein Prok­tologe sein, um solche als solche zu erken­nen“.

  4. Liebe Leute,

    eine Ent­geg­nung auf ein Argu­ment, mit der man die Per­son des Argu­men­tieren­den angreift, ohne das Argu­ment zu entkräften, ist ein “Argu­men­tum ad hominem”. Kurz auch “ad hominem”.

    “Ad per­son­am” Argu­mente sind etwas anderes, und zeich­nen sich dadurch aus, dass man den Anderen mit­tels Erpres­sung zu “überzeu­gen” ver­sucht.

    “Wer X sagt ist ein Idiot” oder “Du bist ein Idiot, weil Du X sagst” sind Ad Hominems.

    “Du willst doch nicht, dass jemand denkt, Du wärst ein Idiot, also sag nicht X” ist ein Ad Per­son­am.

    Lest mehr Schopen­hauer.

    • Nu ja, Rolf, prinzip­iell stimmt das schon, und Schopen­hauern zu wider­sprechen wäre nur was für reine Tita­nen 🙂 . Der gute Dittsche hat­te das per­len­der­weise erkan­nt.
      Ander­er­seits gibt es dur­chaus idi­o­tis­che Behaup­tun­gen, nicht?, und die kom­men ja irgend wo her, meist gezielt. Man nan­nte der­lei mal “Ent­gleisung”, vielle­icht zu der Zeit, als alles zwar schlecht, aber doch noch vielle­icht irgend­wie bess­er gewe­sen ist (mythis­ches früher war alles usf.). Also da ent­gleis­ten manch­mal welche in ent­gleisung­stech­nis­ch­er Hin­sicht, und daraufhin hat man den Ent­gleis­er gern ad hominem ver­schont, indem man nur seine Ent­gleisung eine ad-Ent­gleisung nan­nte.
      Lange her.
      Wobei jedoch ein­er, der anti­semi­tisch, erdo­gan­isch oder antifan­tisch ent­gleist, das ja nicht ein­fach so tut. Indem manche nie so oder anders ent­gleisen, Andere jedoch regelmäßig, aber sel­ten anders.
      Hm, wer Idi­o­tien sagt, kön­nte des­ob ein Idiot sein! Die Frage stellt sich seit Johann Andreä Eisen­menger (“Ent­deck­tes Juden­thum”, 1701).
      Ich werd wohl mal Schopen­hauern fra­gen. Oder den Niet­zsche. Der hat­te es mit Wag­n­ern. Also erst hat­te er es mit dem, und dann hat­te er es gegen den, auf hun­derten Seit­en. Er kam zu der Fol­gerung, dann, dass Wag­n­er eigentlich nie ent­gleist ist, son­dern dass seine Dauer­ent­gleisun­gen, tja, eben Wag­n­er gewe­sen sind.
      Was uns wieder zur Ad Hominem-Frage zurück­führt.

  5. Nun ja, dann oute ich mich mal als ein­er der “Dok­tores, Erfind­er[..], Schrift­steller[..] und Ganz- oder Hal­bakademik­er[..]”, die sich erfrecht haben, die kurze Erk­lärung unter Namens‑, Wohnorts- und Beruf­sangabe unterze­ich­net zu haben. In der Tat bin ich pro­moviert (natur­wis­senschaftlich­es Fach) und habe mir im zarten Alter von 52 noch einen geis­teswis­senschaftlichen Mas­ter gegön­nt. Bin ich jet­zt nach Elitzsch­er Lesart Einein­hal­bakademik­er? Prof. Dr. Elitz selb­st hat ja wohl auch seinen Mas­ter etc. und einen Lehrauf­trag.
    Der MDR schreibt im Teas­er zu einem Inter­view( https://www.mdr.de/kultur/ernst-elitz-zur-gemeinsamen-erklaerung-zwanzigachtzehn-100.html) zwis­chen MDR Kul­tur und Ernst E.: “Die Debat­te müsse von Men­schen auf­grund ihrer Sachken­nt­nis, ihrer his­torischen Ken­nt­nis geführt wer­den.”
    Bedeutet für mich kon­klu­dent, mir wird die Teil­nahme am Diskurs von Her­rn E. abge­sprochen. Mit dem Argu­ment kann Herr E. fordern, dass mir man­gels Sachken­nt­nis oder his­torisch­er Ken­nt­nis doch das Wahlrecht zu entziehen sei. Für mich ist Herr E. Apolo­get ein­er stal­in­is­tis­chen Dik­tatur.
    Sein Gejam­mer über die Kom­men­ta­toren im Cicero “…und die Kom­men­ta­toren, die sich da zu Wort melden, ver­lan­gen, dass ich sofort ihre Mei­n­ung übernehme…” stimmt schon nicht. Die weni­gen Kom­mentare (46 — ab Dien­stag Mit­tag kam wohl nichts mehr durch) stim­men in der Zurück­weisung E.’s weitest­ge­hend übere­in, aber nicht ein­er hat E. aufge­fordert, seine Mei­n­ung sofort zu übernehmen. Vielle­icht hapert es dem alten Her­rn (76) ja mit­tler­weile an Wahrnehmungs- oder intellek­tueller Ver­ar­beitungs­fähigkeit — um auch mal ad per­son­am zu argu­men­tieren. Denn ich ich mir da jeden­falls sich­er, das Elitz die Ver­leum­dung Frau Lengs­felds in sicher­er Ken­nt­nis der 38 Schopen­hauer­schen Kun­st­griffe betrieben hat (Arthur Schopen­hauer: Die Kun­st, recht zu behal­ten, Ana­con­da Ver­lag Köln, 2016).
    Was mich mit den mir bekan­nten Unterze­ich­n­ern der Erk­lärung bzw. jet­zt Peti­tion verbindet, ist unsere Sorge um die Zukun­ft unser­er Kinder und Enkel, um die Errun­gen­schaften der human­is­tis­chen Aufk­lärung und um Deutsch­land als Vater­land, das zu vertei­di­gen sich (noch) lohnt. Ich habe den Mut, mich meines Ver­standes zu bedi­enen, um aufgek­lärt den Aus­gang aus mein­er Unmündigkeit zu find­en. Da lasse ich mir den Schneid nicht abkaufen.

  6. Elitz’ regierung­sof­fiz­iös­er Gesin­nungsauf­satz ist erstaunlich niveaube­fre­it. Also über­all ist er das; seit der allerersten Zeile durchge­hend bis zum zuschnap­pen­den Schluss. Darin ste­ht gar nichts, also gar nichts!, dass man irgend­wie als halb­wegs durch­dacht, als intellek­tuell redlich oder nur als einiger­maßen fair oder nur logisch beze­ich­nen kön­nte.
    Es ist ja nicht­mal bemüht.
    Ein­fach nur ide­ol­o­gisch gequirltes Zeug ist das.

    Im Übri­gen erin­nert Elitzen­des Geschwalle ja erstaunlich an die Schreibe und Denke eines gewis­sen Thomas ex Gotha, nicht?, dessen Invek­tiv­en, Insin­u­a­tio­nen und Dauer­war­nun­gen vor dem recht­en Dauer­putsch gle­ich mor­gen früh wir hier ja auch ken­nen, denn er war ja hier, der Mann aus dem rötest­blass­braunen Gotha. Auch dessen Vor­lieben erschöpfen sich im Elitzschen Wut­ge­seufz über diese-Leute-da, dieses unlinke Krop­pzeug, und beson­ders dieser Hass auf Abwe­ich­lerin Vera Lengs­feld erscheint da auch wieder.
    Es han­delt sich da wohl um die neuest­deutsche Antifa-Men­tal­ität in der erstaunlch wider­sin­ni­gen Mis­chung: Eerzreak­tionär-link­sex­trem, regierungs­fromm und voll nich­taus­rot­tbar­er Abnei­gung gegen Mei­n­ungs­frei­heit, Rechtsstaatlichkeit und freie Debat­te.

    Wo kommt das eigentlich her?
    Es gibt so ver­dammt viele davon.
    Ver­bände, Parteien, Stiftun­gen, Uni­ver­sitäten, Ver­lage, Kirchen, NGOs, Stadt­par­la­mente usf. und der ganze Bun­destag steck­en ja rand­voll davon (im Bun­destag aber außer etwa gewis­sen dreizehn Prozent, wobei Opti­mis­ten sagen, es seien vielle­icht etwas mehr, wobei jedoch Pes­simis­ten sagen, jene dreizehn Prozent seien so wie der ganze Rest). Über­all sind die.
    Und seit wann geht das über­haupt so?!
    War es nicht mal bess­er?? Und was hat denn die allum­fassende Wende zum fried­hof­s­ruhi­gen Aller­schlecht­esten verur­sacht? Selb­sthass und Ostal­gie reloaded?
    Und was zum Geier ist denn da passiert, dass mit­tler­weile über­all, ja ÜBERALL diese kleinen Elitzens und schlam­mi­gen Thomasse ex Gothä und geschniegel­ten Heiko Unmaasens usw. usf. am Drück­er sitzen?!

    • “Und seit wann geht das über­haupt so?! War es nicht mal bess­er??”

      Falls es Dich tröstet: Nein, es war früher nicht bess­er.

      Die Men­schen in Deutsch­land argu­men­tierten schon immer primär mit Autorität, Belei­di­gun­gen, sub­stan­zlosen Behaup­tun­gen, und Mei­n­un­gen. Es macht halt bedeu­tend mehr Arbeit, Scheiß zu wider­legen, als Scheiß zu for­mulieren. Und weils so ein­fach ist, spezial­isiert man sich ein­fach darauf. Warum auch nicht? Es ist ja nicht so, dass man in Deutsch­land zum Beispiel zu einem viralen Mem gemacht wer­den kön­nte, und dadurch weltweit der Lächer­lichkeit preis­gegeben wird, weil das schließlich die Per­sön­lichkeit­srechte ver­let­zen würde. Und ne Fair-Use Klausel gibts auch nicht. Bei­des macht es noch schwieriger, den Scheiß zu wider­legen, als es ohne­hin der Fall wäre. Warum sollte man also keinen Scheiß ver­fassen? Es kann einem doch nichts passieren. Und außer­dem machen das doch alle so. Und Neg­a­tivbeispiele, an denen ein Exem­pel sta­tu­iert wurde, und in deren Nähe man nicht gerückt wer­den möchte, gibts auch nicht. Und, mal ganz im Ernst, die Gegen­seite ist auch nicht bess­er.

      Mitler­weile halte ich diese niedrige Argu­men­ta­tion­squal­ität für in der deutschen Kul­tur ver­ankert. Im englis­chsprachi­gen Raum trifft man ab und zu auch mal auf Men­schen, die ihre Argu­men­ta­tion basierend auf “first prin­ci­ples” auf­bauen, aber damit gelangt man zu unpop­ulären Schlüssen, weshalb dieser Ansatz in Deutsch­land eher unbekan­nt ist. Man würde son­st zu Ergeb­nis­sen kom­men, die diesen ganzen real­itäts­fer­nen Nar­a­tiv­en wider­sprechen, die mitler­weile einen Großteil dessen aus­machen, was man als “Nor­mal­ität” betra­chtet. Das gilt auch nicht nur für Linke.

  7. Ich hab mir die Press­eschau von Her­rn Broder durchge­le­sen und es sieht so aus als wäre die Strate­gie der Leitme­di­en weniger die Dif­famierung als das Tod­schweigen. Die schauen erst ein­mal, wieviele bekan­nte Gesichter sich öffentlich beken­nen und wenn da nicht noch mehr kommt, wird weit­er gegen Räääächts geschimpft wie gehabt.

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