Khartum aus der Luft, (c) www.strenz.de
Khar­tum aus der Luft, © www.strenz.de

Waren Sie schon mal im Sudan? Ken­nen Sie vielle­icht sog­ar die schön­sten Plätzchen in der Haupt­stadt Khar­tum? Solche, die in keinem Reise­führer ste­hen und von denen man nur hin­ter vorge­hal­tener Hand spricht? Nein? Dann haben wir etwas gemeinsam.

Zunächst wusste ich nicht mal, wie man da hinkommt. Das erweist allerd­ings als recht ein­fach, wenn auch nicht ger­ade preiswert. Über Addis Abe­ba oder Istan­bul bringt einen für etwa 1.200 Euro zum Beispiel Turk­ish Air­lines dort hin, wenn man nicht das Priv­i­leg hat, kosten­los mit mil­itärischem Auf­trag zu fliegen, um die deutschen UN-Trup­pen zu besuchen, die dort sta­tion­iert sind. Die eigentliche Frage ist aber, warum man sich das antun sollte.

Ehrlich, ich will gar nicht in den Sudan, egal, wie viele tolle Dinge es dort zu sehen gibt. Die Sicher­heit­slage dort ist etwa mit der in Afghanistan zu ver­gle­ichen – außer­halb der Haupt­stadt ist die Hölle, Betreten auf eigene Gefahr. Und wer wollte behaupten, Kab­ul sei sehr viel sicher­er als der Rest des Lan­des? Nun, in Khar­tum ist es nicht anders. Der Bürg­erkrieg führte zur Abspal­tung des Süd­su­dan und geht auch danach munter weit­er. Aus bei­den Län­dern fliehen Men­schen vor Krieg, Mis­s­wirtschaft und islamistis­chem Ter­ror und ver­suchen, über ver­schiedene Routen nach Europa zu gelangen.

Ich staunte also nicht schlecht, als ich am 4.7.2016 den Bericht von Clau­dia Laak im Deutsch­land­funk hörte. Drei junge Syr­er aus Damaskus, die allein nach Deutsch­land geflo­hen sind – ihre Fam­i­lien sind noch in der Heimat und ver­steck­en sich dort mal hier mal da – wollen in den Sudan!

Die Asy­lanträge der drei sind abgelehnt wor­den, ihre Fam­i­lien kön­nen sie auch nicht nach Deutsch­land in Sicher­heit brin­gen. Nach Syrien zurück wollen sie aber auch nicht, weil es dort viel zu gefährlich ist. Was also tun? Die drei kaufen sich Flugtick­ets nach Khartum!

„Dort kön­nen wir wenig­stens arbeit­en, wir kön­nen unsere Fam­i­lien aus Syrien in den Sudan holen und sind wieder vereint“.

Was sie nicht bedacht haben, sie brauchen ihre Pässe, um in den Sudan ein­reisen zu kön­nen – und mit deren Rück­gabe hat­te sich das BAMF offen­bar zu viel Zeit gelassen…die Flugtick­ets sind mit­tler­weile verfallen.

Ich kenne die Drei Pechvögel nicht und werde die Tat­sache, dass sie ihre Fam­i­lien im unsicheren Syrien gelassen haben, nicht bew­erten. Mich erschreckt aber die Idee, die Fam­i­lien, Frauen und Kinder, von einem Kriegs­ge­bi­et in ein anderes schaf­fen zu wollen. Noch weniger kann ich nachvol­lziehen, welch­er Art die „Arbeit“ sein soll, die man im Sudan zu find­en hofft. Es gibt dort weniger Chan­cen auf Arbeit als für einen Strand­verkäufer am Südpol.

Doch dann kam mir ein FAZ-Bericht aus dem März 2016 in den Sinn! Damals wurde das Tes­ta­ment von Bin Laden veröf­fentlicht, in dem er die 29 Mil­lio­nen Dol­lar im Sudan gebunkerten Geldes für den Dschi­had bes­timmte! Wenn es also für Glück­srit­ter irgend­wo etwas zu holen gibt, dann im Sudan. Das Bin Laden Ver­mö­gen ist näm­lich bish­er noch nicht aufge­taucht, aber wer zweifelt schon an den Worten eines Sche­ichs, das Geld muss das sein!

Maarouf, Bashar und Bassel…wenn ihr es doch noch schafft, in den Sudan zu gelan­gen, wün­sche ich viel Erfolg beim Suchen – entwed­er von Arbeit oder des Bin-Lan­den-Ver­mö­gens. Und euren Fam­i­lien wün­sche ich, dass sie die Abend­teuer unbeschadet über­ste­hen, in die ihr sie gestürzt habt.

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1 Kommentar

  1. ja, eine geniale Geschäft­sidee, wenn es schon in D nicht hinhaut.…..aber dür­fen die jet­zt ein­fach wegfliegen?…ach ja, die Pässe.…haben sie die unter­wegs verloren?…ich weiß, ich bin böse.……dann sind sie jet­zt plöt­zlich und wider­stand­s­los der deutschen “Asylin­dus­trie” ausgeliefert…wenn das man gutgeht
    derUweausW

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