Schlechte Argu­mente bekämpft man am besten,
indem man ihre Dar­legung nicht stört.
(Alec Guin­ness)

Sind Sie nervös? Haben Sie ein flaues, unbes­timmtes Gefühl in der Magenge­gend, wenn sie an die ersten Schneeflock­en im Win­ter denken? Oder an Ihre Neu­berech­nung der Abschläge für Gas und Strom? Haben Sie vielle­icht die Bestel­lung Ihres neuen Autos storniert oder Ihren Urlaub? Kaufen Sie nicht mehr im Bio­laden? Sind Sie unsich­er, ob die verän­derte Lage wirk­lich in Gänze dem Putin zuzuschreiben ist, oder ob sich der Kli­ma­tismus nicht vielmehr plan­mäßig ent­fal­tet? Nur ein wenig schneller und ohne (Gas)-Netz und dop­pel­ten Boden vielle­icht…?

Wie auch immer, seit dem Auftritt des Wirtschaft­sautoren und Kinder­buch­min­is­ters Habeck bei Mais­chberg­er wis­sen Sie, dass es für pri­vate Vor­sorge zu spät ist und der let­zte Hoff­nungss­chim­mer aus­gerech­net vom Phar­mamin­is­ter Lauter­bach kommt, der die Maskenpflicht im Flugzeug doch nur abschafft, damit Sie noch rechtzeit­ig und frei atmend das Land ver­lassen kön­nen. Ich übertreibe nur min­i­mal, denn die Energiespitzen­fachkraft der Grü­nen, Ricar­da Lang, kön­nte auch Sie gemeint haben, als sie lächel­nd verkün­dete, unsere Strompro­b­leme (die sie vor eini­gen Tagen noch leugnete) statt mit berechen­bar­er Ein­speisung durch Abwur­flas­ten zu lösen. Oder um Stal­in zu bemühen: Ein Men­sch, ein Ver­brauch­er – ein aus­ge­wan­dert­er Men­sch, kein Prob­lem.

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Die Bäck­er dürften sich jeden­falls sehr über Habecks Aus­las­sun­gen gefreut haben, schließlich wur­den sie ger­ade zu ökonomis­chen Apnoetauch­ern befördert, die ein­fach eine Weile die Luft anhal­ten kön­nen, ohne deshalb gle­ich die Kuchenga­bel abgeben zu müssen. Es fall­en einem lei­der keine iro­nis­chen Wen­dun­gen mehr ein, um das Aus­maß an Inkom­pe­tenz in beißen­den Spott zu über­set­zen.

Seit mehr als sieben Jahren habe ich wie so viele andere ver­sucht, meine Miss­bil­li­gung für den Weg in die ener­getis­che Sack­gasse zum Aus­druck zu brin­gen, ohne dass dies die ger­ing­ste Spur auf der Teflon­wand grün­er Ide­olo­gie hin­ter­lassen hätte. Schlim­mer noch: man ist offen­bar bemüht, selb­st die meinem zynis­chen Hirn entsprun­genen dystopis­chen Ideen (hier und hier) Punkt für Punkt zu erfüllen. Was ich da vor einiger Zeit her­beiphan­tasierte, klingt heute bere­its in weit­en Teilen wie die Wasser­standsmeldun­gen von vorgestern.

Noch ist die befürchtete schreck­liche neue Welt nicht in Gänze ver­wirk­licht. Aber jede Maß­nahme, jed­er staatliche Ein­griff und jede von den Bürg­ern und Ver­brauch­ern akzep­tierte Zumu­tung ist ein weit­er­er Schritt auf die Despotie zu, in der eine fixe Idee und der Staat, der sie exeku­tiert, alles, und das Indi­vidu­um nichts ist. Fügt man die hier ange­führten Beispiele gedanklich an einem Ort zusam­men – und das dürfte Ihnen nicht schw­er fall­en, liebe Leser –, wären wir schon längst dort angekom­men.

Fluch und Segen des Wohlverhaltens oder das Wunder der Digitalisierung

Während in Deutsch­land der Energiebe­darf zur Verbesserung der Raumtem­per­atur im Win­ter am größten ist, trifft dies in wärmeren Gefilden für den Som­mer zu. Denn egal ob wärmer oder käl­ter, in jedem Fall ist Energie nötig. Was Deutsch­land dem­nächst regelmäßig im Win­ter bevorste­ht, übte Den­ver in Col­orado ger­ade im Som­mer. Tausende Kun­den des Energieliefer­an­ten Xcel ver­sucht­en Ende August, als die Tem­per­a­turen über 32°C gestiegen waren, die Ther­mostate ihrer Kli­maan­la­gen etwas küh­ler zu drehen. Doch die ver­weigerten die Zusam­me­nar­beit. „Energien­ot­stand“ lautete die lap­i­dare Auskun­ft auf die Frage, weshalb die Raumtem­per­atur auf min­i­mal 26°C begren­zt war, wobei manchenorts auch bis zu 38°C in den Häusern gemessen wur­den.

Bess­er als nichts, wird der eine oder andere Leser jet­zt denken, aber das ist nicht der Punkt. Die Sys­teme sind näm­lich „smart“, kön­nten auf Anweisung also die Energiezu­fuhr drosseln aber ihre Arbeit auch ganz ein­stellen, ohne dass der Kunde etwas dage­gen tun kön­nte. Doch halt!

Bevor Sie sich empören, liebe Leser, schauen wir ins Kleinge­druck­te der Verträge, welche die betrof­fe­nen Xcel-Kun­den unter­schrieben haben. Es han­delte sich näm­lich um ein “Bonus”-Programm, in welchem die Kun­den ein­ma­lig 100 Dol­lar und monatlich 25 Dol­lar dafür erhal­ten, dass sie die Kon­trolle über ihr Ther­mo­stat „im Not­fall“ dem Net­z­be­treiber über­lassen und damit buch­stäblich zur Abwur­flast wer­den. Geld gegen Frei­heit, das ist der Deal. Es ist eben eine Sache, ob staatliche Reg­ulierung auf eine ferne Glashütte oder die eigene Wohlfühltem­per­atur trifft – egal ob im Som­mer Col­orados oder dem­nächst im deutschen Win­ter.

Not und Verbot – Mobilitätswende in die Erstarrung

Geht man von Col­orado aus noch ein wenig weit­er nach West­en, kommt man ins erneuer­baren­er­getis­che Muster­land Kali­fornien, wo Gavin New­som, der Poster­boy der Dems das Sagen hat. Ähn­lich wie die EU hat auch Kali­fornien verkün­det, den Ver­bren­nungsmo­tor ab 2035 zu ver­bi­eten, was als beson­ders ambi­tion­iert (um das harte Wort „irre“ nicht zu ver­wen­den) ist in einem Staat, der über kein nen­nenswertes oder gar flächen­deck­endes ÖPNV-Sys­tem ver­fügt.

Ver­bote sind etwas, um deren Copy­right sich der „Gold­en State“ mit den deutschen Grü­nen seit einiger Zeit ein heißes Ren­nen liefert. Machen Sie sich den Spaß und geben Sie bei Google die Worte „cal­i­for­nia bans“ ins Such­feld ein und staunen Sie über die Vorschläge der Such­mas­chine. Von Reisen nach Flori­da (oder Mon­tana), wo die bösen Reps regieren über Rasen­mäher bis zu Gam­ing Com­put­ern ist da alles möglich zu find­en. Übri­gens: die Rei­se­ver­bote ins Maga-Land betr­e­f­fen nur Regierungs­beamte, während New­som selb­st natür­lich gern Urlaub dort macht. Doch ich schweife ab.

Kali­fornien hat näm­lich für sein Strom­netz ger­ade den Not­stand aus­gerufen. Schuld sei dort allerd­ings nicht Putin (den Krieg gegen fos­siles Erdgas führt New­som schon seit Jahren), son­dernd die anhal­tende Hitze. Außer­dem sei trotz aller Spar­maß­nah­men der Stromver­brauch auf immer neue Höchst­werte gestiegen, weshalb man rol­lende Black­outs (wie schon 2020) nicht auss­chließen könne. Von schlechtem Tim­ing zu sprechen ist deshalb die Untertrei­bung des Jahres, wenn fast zeit­gle­ich mit dem angekündigten Ver­bren­nerver­bot die Besitzer von Elek­troau­tos ersucht wer­den, ihre Fahrzeuge wegen der Net­z­be­las­tung nicht zu laden.

Doch einen Unter­schied zur durchgek­nall­ten deutschen Energiepoli­tik gibt es immer­hin: der Gou­verneur Kali­forniens ersucht die Behör­den drin­gend, die im Jahr 2025 aus­laufende Betrieb­s­genehmi­gung des einzi­gen Kernkraftwerks seines Staates, „Dia­blo Canyon“, um fünf Jahre zu ver­längern.

Und jetzt alle…!

Während im Waschlap­pen­land die Win­terangst vor der Tür ste­ht und Min­is­ter Habeck den Begriff „Insol­venz“ neu definiert, küm­mert sich der kali­for­nische Gou­verneur um die Def­i­n­i­tion des Wortes „Sol­i­dar­ität“. In einem emo­tionalen Video auf Twit­ter appel­lierte er gestern an seine Land­sleute, angesichts des kri­tis­chen Zus­tands der Stromver­sorgung beson­ders nach 4pm noch sparsamer zu sein, was im Fall der aktuellen Hitzewelle konkret bedeutet, die Fin­ger von der Kli­maan­lage zu lassen.

Damit er sich in seinem offen­sichtlich gut herun­tergekühlten Stu­dio nicht erkäl­tet, hat er für seine Durch­sage einen dick­en Pullover mit hochgestell­tem Kra­gen ange­zo­gen, während hin­ter ihm eine Rei­he Mon­i­tore leuchtet, an denen offen­sichtlich (es ist ja auch schon nach 10pm im Video) nie­mand arbeit­et.

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Der einzige Sek­tor, der vom kali­for­nischen Ver­bot von Ver­bren­nungsmo­toren nicht betrof­fen zu sein scheint, ist übri­gens der für Pri­vat­jets. Das muss man aber ver­ste­hen: wie will man denn son­st zum näch­sten WEF-Tre­f­fen kom­men, um sich neue Tipps zur Ret­tung des Kli­mas abzu­holen?

Gegenvorschläge?

Und falls der eine oder andere nun abwinkt, weil hier der Sarkas­mus mal wieder als jed­er Zeile tropft, will ich heute zur Abwech­slung mal den Besser­wiss­er spie­len und vorschla­gen, was statt Habeck-Phrasen und Tram­poli­na-Hal­tung jet­zt wirk­lich von­nöten wäre, auch wenn ich fast sich­er bin, dass es für all das eigentlich schon viel zu spät ist.

  1. Sofor­tige Annul­lierung aller Geset­ze des „Atom­ausstiegs“. Ziel: Uneingeschränk­ter Weit­er­be­trieb der verbliebe­nen drei Kernkraftwerke im Last­be­trieb mit Langzeit­per­spek­tive.
  2. Sofor­tiger Stopp des Rück­baus, schnell­st­mögliche Wieder­in­be­trieb­nahme der 2021 still­gelegten und noch zu ret­ten­den Anla­gen.
  3. Schaf­fung und Förderung von Kom­pe­tenzzen­tren zur Aus­bil­dung von Per­son­al, um die Anla­gen langfristig betreiben zu kön­nen und Wieder­auf­bau von Inge­nieurskom­pe­tenz zur Forschung im Bere­ich Kern­tech­nik, um neue, bessere und effek­ti­vere bauen zu kön­nen.
  4. Geset­zliche Regelung zur Erlaub­nis von Förderung kon­ven­tionellen Erdgas­es z.B. in Nieder­sach­sen und Bay­ern und Schaf­fung von Investi­tion­san­reizen. Auch hier: Langfrist-Per­spek­tive für Investi­tion­ssicher­heit schaf­fen!
  5. Das­selbe für Frack­ing von Schiefer­gas, weil es in der Energiebi­lanz ein Wahnsinn ist, dies stattdessen per Schiff aus Kana­da oder den USA zu holen.
  6. Das­selbe für die Erlaub­nis von Sequestrierung, um die CO2-Bilanz von Kohlekraftwerken zu verbessern (lassen wir den Grü­nen diesen Punkt und bekämpfen das pöhse CO2 aus der Kohle).
  7. Ersat­zlose Abschaf­fung der Sub­ven­tio­nen für Elek­troau­tos, kein Ver­bot für Ver­bren­ner!
  8. Für die Anschaf­fung von Elek­troau­tos (außer Hybride) ist kün­ftig der Nach­weis ein­er aus­re­ichend dimen­sion­ierten, eige­nen PV Anlage (im Insel­be­trieb, ohne Net­zein­speisung) samt Zwis­chen­spe­ich­er nachzuweisen. Der so erzeugte und ver­brauchte Strom (Insel­be­trieb!) ist frei von allen Abgaben und staatlichen Beschränkun­gen. Net­züber­las­tung durch das Laden von Elek­troau­tos am all­ge­meinen Strom­netz wer­den durch eine pro­gres­sive Steuer zu ver­hin­dern ver­sucht, solange sich das Netz noch nicht hin­re­ichend sta­bil­isiert hat (Dis­patchkosten).
  9. Abschaf­fung des EEG. Alle Förderun­gen und Sub­ven­tio­nen nach EEG laufen (mit Bestandss­chutz) aus.
  10. Aus­nahme: Anla­gen zur Strom–, Gas– oder Wärmeerzeu­gung, deren Ziel die voll­ständi­ge und zuver­läs­sige Abkop­plung (Insel­be­trieb) von den Ver­sorgungsnet­zen oder die bedarf­s­ges­teuerte Ein­speisung ist und die so zur Ent­las­tung der Net­ze beitra­gen. Förderbe­din­gung sind der Wirkungs­grad und die Aus­sicht­en für den langfristig wirtschaftlichen Betrieb der Anla­gen, Tech­nolo­gie­of­fen­heit wird garantiert.
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17 Kommentare

  1. Die Stromqual­ität ist das Maß aller Dinge. Seit Jahren schon ent­larve ich die Black­out-Pro­pa­gan­da als heiße Luft! Warum? Strom ist das wichtig­ste Machtin­stru­ment, um die Massen zu gän­geln und auszubeuten! Man wird es also, koste es, was es wolle, zu erhal­ten suchen. Lieber wird ein Indus­triebe­trieb abgeschal­tet als ein Rechen­zen­trum und pri­vate Haushalte nur im aller­größten Not­fall und — um die Äng­ste vor Stro­maus­fällen wachzuhal­ten!

    • aha — “echte” Black­outs kann es also gar nicht geben, nur geplante Stromab­schal­tun­gen. Woher haben sie die Weisheit? Habe ger­ade ein Inter­view von einem ehem. deutschen AKW-Mitar­beit­er gehört, der etwas ganz anderes erk­lärt

  2. Wir brauchen…
    ♦ Min­is­ter, die etwas vom Fach ver­ste­hen, keine Träumer und Roman­tik­er.
    ♦ Schulfäch­er und Lehrer, die keine Ide­olo­gie predi­gen und Schüler danach umkon­s­tu­ieren.
    ♦ Stu­di­en­fäch­er, wom­it man in der Wirtschaft sein Einkom­men ver­di­enen kann.
    ♦ Fachkräfte durch Aus­bil­dung, statt unge­bildet lassen und dafür welche importieren.

    ♦ einen Energiemix statt alles auf eine Karte zu set­zen.
    ♦ sys­temisch wichtige Importe auf viele Län­der verteilen.

    • Good luck.

      Da fällt mir der Bankkauf­mann ein, der erst Gesund­heitsmin­is­ter war und jet­zt Energie­ex­perte (!) ist.

      Oder Flinten-Uschi, die erst Fam­i­lien­min­is­terin war, dann Vertei­di­gungsmin­is­terin und jet­zt EU-Chefin.

  3. Frau Wei­del hat schon öfters glänzende Reden gehal­ten. Außer über Frau Wei­del und Frau Storch ver­fügt die AfD auch mit Her­rn Abramovych über den wohl klüg­sten, jun­gen Poli­tik­er in Deutsch­land. Nützt aber nichts, weil schlicht egal ist, was AfD-Poli­tik­er sagen und was nicht. Die Reak­tion auf jeden, aber auch jeden Satz eines Schwe­fel­partei-Fies­lings lautet “NAZI!…NAZI!…NAZI…”
    -
    Außer Ihren Argu­menten für den Wiedere­in­satz von AKWs und die unbe­fris­tete weit­ere Betrieb­ser­laub­nis für die müden drei, die die Ökopaxe noch nicht abgeschal­tet (oder gesprengt, wie in Philipps­burg) haben, gibt es noch mehr. Hochmod­erne Reak­toren ver­ar­beit­en Atom­müll, so dass die Prob­leme um dessen Entsorgung im weit­eren Betrieb nicht steigen, son­dern zurück­ge­hen. Die näch­ste oder übernäch­ste Reak­toren-Gen­er­a­tion wird abse­hbar auch in der Lage sein, die min­destens 1.000 Ton­nen Plu­to­ni­um zu schred­dern, die auf de r Erde schon herum­liegen. Die sind bedeu­tend gefährlich­er als ein weit­er­er Anstieg des CO2-Gehalts in der Atmo­sphäre. CO2, andere Treib­gase und der Kli­mawan­del so all­ge­mein sind deshalb ern­sthafte Prob­leme, weil sie mit all den ökol­o­gis­chen Baustellen wech­sel­wirken. Plu­to­ni­um ist nicht auf weit­ere Fak­toren angewiesen, um den Plan­eten zu desin­fizieren. Das halte ich dur­chaus für ein weit­eres Argu­ment, das für den Weit­er­be­trieb und Neubau von AKWs spricht.
    -
    Nützt aber nichts. Die Völk­er­recht­lerin, die z.B. “Ter­ri­er­to­ri­al­ität” sagt, weil ein süßer Klein­ter­ri­er in ihrer Welt vorkommt, eine Ter­ri­to­ri­al­ität aber nicht, ver­ste­ht solche Kleinigkeit­en ja nicht. Die Grüne Tonne an der Spitze der Ökopaxe genau so wenig. Und der Kli­mamin­is­ter hat zwar mehr Gehirnzellen, ist aber unfass­bar feige und ver­ant­wor­tungs­los.

    • Sie haben recht. Die Alter­na­tiv­en in der Poli­tik sind schon lange da. Die meis­ten kri­tis­chen Blogs tabuisieren diese, mir fall­en da eine lange Rei­he ein. Der oben im Artikel zitierte Herr Zitel­mann beispiel­sweise hat vor mehreren Wochen einen arro­gan­ten, häßlichen Artikel bei Misesde.org über die AFD geschrieben und kon­nte auf Nach­frage keinen sein­er Vor­würfe recht­fer­ti­gen. Die deutschen soge­nan­nten Kon­ser­v­a­tiv­en und Lib­eralen sind an ihrer Hil­flosigkeit selb­st dran schuld, wie auch der Wäh­ler.

    • Die Infan­til­isierung der Poli­tik ist etwas, das wir ver­mut­lich nie mehr loswer­den.

      Bär­bel Bas’ lach­haftes Video zu ihrer Coro­na-Erkrankung oder die zahlre­ichen Videos der Ham­burg­er Deern, die ihre Kind­heit, ihre Fre­unde, ihr Studi­um und die Fahrt ins Aus­land der Poli­tik geopfert hat, wovon der über­wiegende Teil erfun­den ist, was ihr aber nie­mand vorhält.

      Im Gegen­teil: In den Redak­tio­nen sitzen Aktivis­ten, keine Jour­nal­is­ten, und die sind voll auf Lin­ie.

  4. Die Liste ist natür­lich nicht voll­ständig. Es ging mir eher um die Skizzierung der Sofort­maß­nah­men, die nötig wären, um eine Rich­tungsän­derung hinzubekom­men. In Rich­tung Ver­nun­ft.

    • Ja schon!, aber für die Umset­zung bräuchte es poli­tis­che Gestal­ten die immer­hin so als leise Ahnung ahnen soll­ten wo sie läge und was sie über­haupt wäre, die Rich­tung der Ver­nun­ft — oder poli­tis­che Gestal­ten die zumin­d­est die Mögichkeit intus hät­ten, die Option!, um zumin­d­est mal wen zu fra­gen was sie wohl seien, die Ver­nun­ft und ihre Rich­tung.

      Sind solche Gestal­ten jedoch auch nur von ganz-ganz ferne in Sicht -?, nö. Im Gegen­teil.

  5. Gestern waren hier in San Fran­cis­co 37 Grad, der Strom fiel bei mir eine halbe Stunde aus, bei anderen Nach­barn in der Stadt länger. Die Lokalzeitung trom­melt seit Tagen von den “heißesten Tem­per­a­turen ever”, wobei es bei ein­er Lage auf der Höhe von Alge­rien und Marokko ja dur­chaus mal heiß wer­den kann und wird. Und war, das ist jet­zt nicht das erste Mal.

    Fun fact: 90 Prozent aller Wald­brände in Kali­fornien sind men­schengemacht, durch unacht­same Camper, Obdachlose, Ston­er, Brand­s­tifter oder windi­ge Strom-Infra­struk­tur. Nur zehn Prozent sind natür­lichen Ursachen wie Blitzschlag etc. zuzuschreiben.

    Die E‑Au­to-Pflicht kann man noch deut­lich düster­er inter­pretieren: Wenn die Regierung den näch­sten Lock­down verord­net, gibt’s ein­fach keinen Strom mehr, um die Autos zu laden. Oder wenn man mit jeman­dem spricht oder sich sonst­wie ver­hält, was dem Sozialkred­it schaden würde. Ein Schelm …

    Von den begren­zten, unter ver­heeren­den Bedin­gun­gen für Land und Leute abge­bautem Lithi­um für die Bat­te­rien wollen wir mal gar nicht reden, oder dessen Entsorgung. Oder der Tat­sache, dass Bat­tieren in küh­leren Gefilden weniger lange durch­hal­ten als in wärmeren. Gibt es eine Ladesta­tion am Don­ner­pass?

    Was mir in der guten Liste noch fehlt: Wasser­stoff-Irrsinn beleucht­en. Wie viel Energie ist nötig, um Wasser­stoff zu erstellen? Wie viele Autos kön­nen an ein­er Wasser­stoff-Tankstelle tanken, bis diese “leer” ist? Keine 70. In den USA gibt es rund 100 dieser Tankstellen, der über­wiegende Teil in Kali­fornien und Hawaii (https://www.glpautogas.info/en/hydrogen-stations-united-states.html).

    In Zukun­ft wer­den Tankstellen geplant, die unglaubliche 400 Autos pro Tag bedi­enen kön­nen, also 16 Autos pro Stunde bei 24 Stun­den pro Tag. Wie viele schafft eine Tankstelle mit herkömm­lichem Kraft­stoff? Sagen wir mal sechs Tanksäulen, zehn Minuten pro Betankung, das sind 36, fast dop­pelt so viele.

    Toy­ota mag Käufern seines 80.000 bis 90.000 Dol­lar teuren Wasser­stof­fau­tos zwar 15.000 (!) Dol­lar Tankguthaben spendieren. Aber dann mit ein­er Reich­weite von 300 bis 400 Meilen? Da kommt man mit Glück in einem Rutsch von San Fran­cis­co nach Los Ange­les, etwa die Strecke Düs­sel­dorf-München.

    Aber das passiert eben, wenn Aktivis­ten in den Redak­tion­sstuben sitzen, und ungel­ernte Kräfte in den Ämtern und Min­is­te­rien. Hat jemand das Foto von deutschen Poli­tik­ern und einem Polizei­hund gese­hen, Über­schrift: Wer dieser Per­so­n­en hat eine Aus­bil­dung abgeschlossen?

    Richtig span­nend wird es kom­mendes Jahr mit Nahrungsmit­te­leng­pässen, denn die Ernte dieses Jahr ist nicht das Wahre, Felder wer­den still­gelegt etc. etc. Wohl dem, der sich schon heute bevor­ratet.

    • Luftschiffe fahren seit dem Hin­den­burg-Unglück mit Heli­um, weil Wasser­stoff zu leicht ent­flammt. Der Massenein­satz in Men­schen­nähe ver­bi­etet sich eigentlich von selb­st. Ähn­lich­es gilt auch für die Bat­te­rien, die plöt­zlich öko sind. Bat­te­rien sind das neue Soja-Müs­li und unbe­den­klich, weil Erdöl umweltschädlich sei.

      Sie haben Angst vor der Nahrungsmit­telk­nap­pheit? Ach, Ern­ten gibt es diesen Win­ter eh nicht. Nach­dem unsere Poli­tik­er nun ein halbes Jahr gebraucht haben, um zu ver­ste­hen, dass nach dem Som­mer ein Herb­st und ein Win­ter fol­gen wer­den, müssen sie erst noch ler­nen, dass mit oder ohne Steck­be­trieb hin­ter­her noch einen Früh­ling und einen Som­mer fol­gen wer­den und dann immer noch der Wind- und Solar­quatsch die Pro­duk­tion aus dem Land treibt. Ern­ten sind erst dann keine guten Ern­ten und auch genau deshalb nicht, weil wir nichts gegen den Kli­mawan­del getan haben.

      Ich bin über das Gold­fis­chgedächt­nis und das “Leben im Jet­zt” mit­tler­weile sehr ver­wun­dert. Die Infla­tion­san­schub­spanikkäufe und die Suche nach Hän­den für deren Abwick­lung wurde medi­al prompt zu “Dal­l­i­dal­li! Fachkräfte! Schnell! Räumt den Nahen Osten her”. Wir reden hier von weni­gen Wochen vor dem Abw­er­fen der Werke vom Strom­netz, weil der Win­ter ein­bricht und Kurzarbeit, Werkss­chließun­gen und Insol­ven­zen, die sich jedem Depp eigentlich aufs Augen drän­gen müssten.

      Fern­er müssen Poli­tik­er, die die Abfolge der Jahreszeit­en nur langsam begin­nen zu begreifen, noch ler­nen, dass Pro­duk­tion und gefüllte Super­mark­tre­gale kor­re­lieren. Im All­t­ag merke ich auch, dass Deutsche wirk­lich nicht hören, son­dern spüren wollen. Es ist immer alles nicht wahr oder nicht so schlimm, ungeachtet um was es geht, bis es da ist. “Das wird man sehen” ist der Spruch der Stunde.

  6. Es fehlt Punkt 11: Die kom­plette Ent­mach­tung oder Entsorgung der Funk­tionärs- und Nutznießer­schicht. Anson­sten sind Punkt 1–10 eh sin­n­frei.

  7. Ja, ja, jet­zt machen Sie sich über die Energiespitzen­fachkraft Ricar­da Lang lustig. Aber die hat mehr Kalo­rien auf der Hüfte als Putin im kleinen Fin­ger.

    Heute war Gor­batschow-Todes­fes­takt im Bun­destag. Wir denken vielle­icht, dass es ernst wird, aber eigentlich ist Zer­e­monie, Gedenken an dies und das und Sym­bol­set­zung ange­sagt. Alles plätschert vor sich hin. Nie­mand fühlt sich ver­ant­wortlich, etwas zu ändern. Herr Scholz redet weit­er steif von “erneuer­baren Energien”.

    Wir haben uns damit abge­fun­den, dass Poli­tik ein belan­glos­es Hob­by unter vie­len ist und gle­ichzeit­ig eine Art Fußball­tournier unter Neo-Reli­gio­nen. Das eine Team schwört halt, dass der Mond grün ist, und das andere Team eben, dass er hell­blau ist. Auf­gabe ist es nun, vor so vie­len Leuten wie möglich so oft wie möglich zu behaupten, dass der Mond entwed­er grün oder hell­blau ist. Welche Farbe der Mond tat­säch­lich hat, ist längst egal.

    Wir haben uns dran gewöh­nt. Es wird nichts kor­rigiert und nichts eingeräumt. Außer­dem lügen Poli­tik­er sowieso und das müsse man so hin­nehmen. Natür­lich glaubt man trotz der Ein­sicht, dass alle lügen, dass der Mond tat­säch­lich grün ist. Schließlich will man gewin­nen.

    Gute Vorschläge! G’tt erbarme sich unser!

    • Der Mond ist aber doch nun mal käse­far­ben seit eh und je, so wie einst der Maddin Schulz aus­sah; erin­nert sich ein­er an den?, der kam aus Würse­len, sah aus wie Mond­käse und galt als der Mes­sias der SPD schlechthin. Hun­dert Prozent des SPD-Parteitags haben ihn gewählt, ah Glanzs­tunde der SPD-Hun­dert­prozenti­gen. Käse haben die gewählt zu 100% in jed­er nur möglichen Hin­sicht.

      Hinge­gen jet­zt haben wir nur einen Scholz der robot­er­far­ben auss­chaut; je mehr selb­stver­schuldete Krise um so robot­teriger schaut der Scholz aus.

      Ja so sindse.

      • @Aristobulus
        Außer­dem hat Mohammed den Mond mit dem Schw­ert geteilt.

        Wenn eine Parteineu­grün­dung in Deutsch­land eine Chance haben wird, dann ist es die islamisch-sozial­is­tis­che Deutsche Baath-Partei. Sie erset­zt dann die Reste der kaltherzi­gen, ego­is­tis­chen Mark­twirtschaft mit ein­er war­men, fam­i­lien­fre­undlichen Vet­tern­wirtschaft.

  8. > Gegen­vorschläge?

    Sehen Sie sich ein­mal die let­zte Rede von Frau Wei­del vor dem Bun­destag auf ihrem YT-Kanal (oder Phoenix) an. Da wer­den Ihre Wuen­sche gespiegelt — und noch einiges mehr…

    • …als ich die Liste von Her­rn Letsch gele­sen habe, wollte ich genau das posten, Danke! Als Ergänzung empfehle ich deshalb die Rede von Matthias Helferich, auch vom 7.9., der die erwün­scht­en und uner­wün­scht­en (aber gewählten) Sol­i­dar­itäten seziert!

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