In einem „Stand­punkt“ (DLF, „Tag für Tag“, 17.5.2021) mit dem Titel „Wir wol­len kei­nen Juden­hass dul­den“ nimmt Gerald Bey­rodt ziem­lich tref­fend aus­ein­an­der, wel­che Lücke die Wirk­lich­keit in Deutsch­land in das sau­be­re Gewe­be poli­ti­scher Absichts­er­klä­run­gen reißt. Man ver­pflich­tet ein vages „wir“ und dul­det eben doch, wenn auf deut­schen Stra­ßen Israel­flag­gen bren­nen. Dabei kapri­ziert er sich eher auf die Flag­gen, statt auf die viel bedroh­li­che­ren Sprech­chö­re und die Gewalt, die von sol­chen auf­ge­sta­chel­ten Mobs aus­ge­hen. Von den Lügen ganz zu schwei­gen. Die Bil­der stö­ren, das Mill­jöh, aus dem die Täter offen­sicht­lich kom­men, stört eher weni­ger – sonst wür­de es vom DLF wohl genau­er bezeichnet.

Auch Bey­rodt schafft es näm­lich, mit kei­nem Wort jene zu benen­nen, die zur Tat schrei­ten und ihrem Juden­hass frei­en Lauf las­sen. Ja, er bringt es sogar fer­tig, selbst die anti­se­mi­ti­schen Aus­schrei­tun­gen mus­li­mi­scher Grup­pen über­all im Land noch den „Rech­ten“ ans Zeug zu framen: „Manch­mal habe ich den Ein­druck, dass das Land seit Hal­le wach­sa­mer gegen Anti­se­mi­tis­mus gewor­den ist“, meint Bey­rodt uns mit­tei­len zu müs­sen. Mal abge­se­hen davon, dass ich die­sen Ein­druck kei­nes­wegs habe: war­um aus­ge­rech­net „seit Hal­le”? Hat das, was seit einer Woche auf unse­ren Stra­ßen los ist, irgend etwas zu tun mit dem psy­cho­pa­thi­schen Spin­ner, der ver­such­te, in eine Syn­ago­ge ein­zu­drin­gen und nach­dem ihm das nicht gelang, wahl­los auf Pas­san­ten feu­ern? Oder viel­leicht mit den Schwe­fel­bu­ben von der AfD, wie Man­fred Weber von der CSU es dar­zu­stel­len versucht?

Es sind eben gera­de nicht AfD-Poli­ti­ker oder deren Anhän­ger, die auf den Stra­ßen brül­len, Kufi­ya um den Hals und anti­se­mi­ti­sche Paro­len aus dem Hals hän­gen haben. Es sind viel eher die Wäh­ler von Erdo­gan und des­sen (Muslim)Brüdern im Geis­te! Auch wird dem einen oder ande­ren Leser auf­ge­fal­len sein, dass jene Demons­tran­ten, die kei­ne Scheu hat­ten, ihre vor Tat­sa­chen­ver­dre­hung, Unwis­sen­heit und Hass nur so strot­zen­den Moti­ve vor Kame­ras und Mikro­fo­nen dar­zu­le­gen, sehr gut und akzent­frei Deutsch spra­chen. Es han­delt sich – zumin­dest bei den Wort­füh­rern und sicher auch der Mehr­heit der Mit­läu­fer – nicht um jene laut Göring-Eck­hardt „geschenk­ten Men­schen“, die uns dank der von fast allen Par­tei­en beju­bel­ten Poli­tik der Kanz­le­rin zuge­flo­gen sind. Die arti­ku­lie­ren sich (noch) nicht in so deut­li­cher Weise.

Die­se Demons­tran­ten, Herr Weber, sind Ihre Schöp­fung! Nicht Ihre per­sön­lich, aber doch die der Uni­on und der SPD, die die­ses Land seit 16 Jah­ren regie­ren. Auf unse­ren Stra­ßen pro­tes­tiert die zwei­te und drit­te Genera­ti­on der Zuwan­de­rer, und zwar aus­drück­lich gegen etwas, das in Sonn­tags­re­den gern als edle deut­sche Staats­rai­son beschwo­ren, jedoch recht sel­ten mit poli­ti­scher Kon­se­quenz durch­ge­setzt wird: das Exis­tenz­recht Isra­els. Das Abstim­mungs­ver­hal­ten Deutsch­lands in UN-Gre­mi­en ist bered­tes Bei­spiel dafür.

In den 16 Jah­ren von Mer­kels Kanz­ler­schaft sind sie gebo­ren wor­den oder hier auf­ge­wach­sen, die jetzt die Hamas fei­ern und Isra­el aller mög­li­chen Ver­bre­chen beschul­di­gen. Bil­dungs­fern, fak­ten­frei, indok­tri­niert und weit weg von den beschwo­re­nen Kon­se­quen­zen unse­rer Geschich­te und den Schluss­fol­ge­run­gen dar­aus. Ein Hei­ko Maas, des­sen Par­tei die meis­te Zeit in den letz­ten Jah­ren Mer­kels Poli­tik mit­ge­tra­gen hat, kann schon kaum ohne sich lächer­lich zu machen von sich behaup­ten, „wegen Ausch­witz“ in die Poli­tik gegan­gen zu sein. Poli­ti­ker, die sich einst aus den Rei­hen der­je­ni­gen rekru­tie­ren könn­ten, die heu­te auf Demos das gro­ße „anti­zio­nis­ti­sche“ Wort füh­ren, wür­den die­sem schreck­li­chen Spruch hin­ge­gen nur zu gern sei­ne wört­li­che Bedeu­tung wie­der­ge­ben. Wer wird sie davon abhal­ten, wenn es schon nicht geschafft wur­de, sie von sol­chen Gedan­ken abzu­brin­gen? Die Uni­on? Die Grü­nen? Sie SPD?

In der Anmo­de­ra­ti­on zum oben erwähn­ten DLF-Bei­trag beton­te Chris­tia­ne Flo­rin, dass auch die DTIB und der Zen­tral­rat der Mus­li­me sich von Gewalt und Hass distan­ziert hät­ten. For­mal ist das sicher rich­tig, doch da die­se Beteue­run­gen ganz offen­sicht­lich nichts genützt haben, wäre es jetzt wohl aller­höchs­te Zeit, fest­zu­stel­len, dass die Poli­tik Jahr­zehn­te­lang mit den Fal­schen gere­det, kon­fe­riert und getagt und die­se reich­lich geför­dert hat. Pas­siert dies nicht – und dar­auf wet­te ich – wird alles genau so wei­ter­ge­hen und schlim­mer werden.

Mäßigung

Der Ver­such deut­scher Medi­en, im Nah­ost­kon­flikt bei­de Sei­ten „auf Augen­hö­he” zu heben, ist nur teil­wei­se dem zeit­geis­tig dump­fen Stre­ben nach Gleich­heit für alle und alles zuzu­rech­nen. Man möch­te ein­fach nicht sehen, was und wen genau Deutsch­land und die EU da eigent­lich Jahr für Jahr mit Mil­lio­nen­sum­men in Gaza unter­stüt­zen. Man spürt die Rake­ten nicht, sieht die Ein­schlä­ge nicht und muss selbst nicht Näch­te in Bun­kern ver­brin­gen. Aus Berich­ten über das israe­li­sche Rake­ten­ab­wehr­sys­tem „Iron Dome” hört man förm­lich das Bedau­ern her­aus, hier sei die Tech­no­lo­gie doch irgend­wie unfair ver­teilt. Doch es ist nun­mal so: Wenn für die eine Sei­te Frie­den das Schwei­gen der Waf­fen, für die ande­re jedoch die Ver­nich­tung des Geg­ners und die Aus­lö­schung sei­nes Lan­des und sei­ner Bür­ger bedeu­tet, ist kein Ver­han­deln mög­lich. Dass „Iron Dome” auch die ara­bi­schen Israe­lis schützt, wird verdrängt.

Im Ver­such, die­sen Gegen­satz zu über­täu­ben ent­ste­hen dann „erklä­ren­de“ DLF-Arti­kel wie die­ser, der die „Hin­ter­grün­de der Gewalt“ recht eigen­wil­lig zurecht zupft. Als stün­den sich da gera­de zwei gleich­be­rech­tig­te Kon­tra­hen­ten gegen­über, die sich mal wie­der in eine „Gewalt­spi­ra­le“ bege­ben, wie unse­re Kanz­le­rin in War­te­stel­lung, Anna­le­na Baer­bock, sich aus­drück­te. Gern hält man die Illu­si­on auf­recht, durch Ver­mitt­lun­gen, Beschwich­ti­gun­gen und letzt­lich Zah­lun­gen von viel Geld etwas errei­chen zu kön­nen. Aber ver­han­delt der ita­lie­ni­sche Staat mit der Mafia? Hat Gene­ral Eisen­ho­wer mit der SS ver­han­delt? Die Hamas ist und bleibt das, was sie bei ihrer Grün­dung am 18. August 1988 war und in ihrer Char­ta fest­ge­legt hat: Jihad bis zur Zer­stö­rung Isra­els. Inter­es­sant ist des­halb, was uns der Deutsch­land­funk in sei­nem Erklär-Arti­kel mit­zu­tei­len hat.

„Die Hamas war auf dem Weg, sich zu mäßi­gen. Sogar von einem Abkom­men mit Isra­el war die Rede. Sie ver­such­te, vom Kli­schee der rake­ten­schie­ßen­den Ter­ro­ris­ten weg­zu­kom­men. Sie stand auch in Umfra­gen gar nicht so schlecht da. Doch dann sag­te Paläs­ti­nen­ser-Prä­si­dent Mah­mud Abbas die Wah­len ab.“

Das Bedau­ern tropft auf jeder Zei­le. Per Mail habe ich beim DLF nach­ge­fragt, um wel­ches Abkom­men es sich da wohl han­deln mag und wie der Weg der Mäßi­gung genau aus­sieht, den die Hamas angeb­lich beschritt, bevor Abbas die Wah­len (wie­der ein­mal) absag­te. Viel­leicht ist mir da ja was ent­gan­gen. Im Sub­text beschul­digt das DLF hier den Chef der Fatah, der fried­lie­ben­den Hamas den Weg zur Macht zu ver­bau­en, obwohl die Hamas „in den Umfra­gen gar nicht so schlecht da“ stün­de. So ein Pech aber auch!

Ich ver­mu­te, die Ursa­che für den Opti­mis­mus des Arti­kels ist, dass das DLF es vor­zieht, nur die Hälf­te des­sen zur Kennt­nis zu neh­men, was die Hamas so meint und schreibt. „Isra­el exis­tiert und wird wei­ter exis­tie­ren,“, heißt es schon in der Prä­am­bel der Hamas. Na, wenn das kein schö­ner Erfolg ist, ein Weg, den man wei­ter beschrei­ten kann. Zu dumm nur, dass der Satz nach dem Kom­ma wie folgt wei­ter geht: „bis der Islam es aus­ge­löscht hat, so wie er schon ande­re Län­der vor­her aus­ge­löscht hat.“

Der phan­ta­sie­vol­le Leser, der um den grund­sätz­li­chen Sun­na-Schia-Kon­flikt, die gro­ße Nähe der Hamas zum Iran und um die Igno­ranz der mus­li­mi­schen Welt weiß, wenn Mus­li­me sich gegen­sei­tig umbrin­gen, wird im Geist ergän­zen „…und danach wei­te­re Län­der aus­lö­schen möchte.“

Das Abkom­men, von dem im Arti­kel angeb­lich die Rede war, ist nichts als Pfei­fen­rauch, wobei mir nicht ganz klar ist, wel­che Kräu­ter die Autoren beim DLF zu des­sen Erzeu­gung benut­zen. Die Hamas ver­han­delt nicht mit Isra­el, ist aber mitt­ler­wei­le durch­aus bereit, eine Zwei­staa­ten­lö­sung zu akzep­tie­ren: einen Staat für sich und einen zwei­ten für die Fatah.

Ergebnis von 16 Jahren Appeasement

Die deut­sche Poli­tik gibt sich über­rascht und ent­setzt über Ton und Inhalt der Demons­tra­tio­nen, die offen den sou­ve­rä­nen, mit Deutsch­land befreun­de­ten Staat Isra­el ver­leum­den und her­ab­setz­ten und die Ter­ror­trup­pe der Hamas unter­stüt­zen, die das eige­ne Volk als Gei­seln und Schutz­schil­de nutzt. Dabei ist es doch unser Bil­dungs­sys­tem, durch das fast alle die­ser Jugend­li­chen gegan­gen sind. Was wur­de da gelehrt? Und wie ver­hält sich die­ser Lern­stoff zu dem, was in den Moscheen gepre­digt und in den Fami­li­en tra­diert wird?  Auch die Gleich­set­zung hier leben­der Juden mit israe­li­scher Poli­tik, für die sie sich bei jeder Gele­gen­heit recht­fer­ti­gen sol­len, ist offen­sicht­lich nicht aus­zu­mer­zen. Ver­fes­tig­te Par­al­lel­ge­sell­schaf­ten, in denen Wer­te gepflegt und gelehrt wer­den, die unse­rem Grund­ge­setz und der Frei­heit selbst dia­me­tral gegen­über­ste­hen, haben sich nicht über Nacht gebil­det. Was wir heu­te sehen ist min­des­tens das Ergeb­nis von vier Legislaturperioden.

Man hat weg­ge­se­hen, die Abkop­pe­lung von Par­al­lel­ge­sell­schaf­ten zuge­las­sen und die sich dar­aus erge­be­nen Pro­ble­me geleug­net. Man hat­te ja auch nichts anzu­bie­ten, kei­ne Wer­te, kei­ne Fah­ne, kein Selbst­be­wusst­sein außer dem unbe­ding­ten Wunsch, so schnell wie mög­lich in einem pan­eu­ro­päi­schen Amal­gam zu ver­schwin­den. Solan­ge das Kreuz alle vier Jah­re an der rich­ti­gen Stel­le gemacht wur­de, durf­te die Poli­tik von einer Kon­ti­nui­tät träu­men, die es längst nicht mehr gibt. Das Pro­blem des Anti­se­mi­tis­mus wur­de stär­ker, statt schwä­cher. Denn wäh­rend man das Geld für den „Kampf gegen rechts“ nur so her­aus­blies, scheint eine gan­ze Genera­ti­on Her­an­wach­sen­der ent­we­der isla­mis­ti­schen See­len­fän­gern oder den Welt­un­ter­gangs­pre­di­gern von der „Kir­che der letz­ten zwei Gra­de” hin­ter­her­zu­lau­fen. Häu­fig sogar beides.

Die Instru­men­te, die man sich schuf, um einer erneu­ten Macht­er­grei­fung brau­ner Hor­den vor­zu­beu­gen, zei­gen sich ange­sichts des meist von jun­gen Mus­li­men aus­ge­hen­den Anti­se­mi­tis­mus stumpf und unbe­weg­lich. Kei­ne Mahn­wa­chen, kei­ne Kon­zer­te, kei­ne Hash­tags, kein „Nie wie­der”. Statt­des­sen ein selt­sam unent­schlos­se­ner und vager Arti­kel von der sonst jede Unge­rech­tig­keit wit­tern­den Ama­deu-Anto­nio-Stif­tung, in dem zwar von „bren­nen­den Isra­el-Fah­nen“ die Rede ist, aber nicht davon, wer sie anzün­de­te. Wo „jeder Anti­se­mi­tis­mus“ ver­ur­teilt wird, aber nicht jene benannt wer­den, die ihn mit der Mut­ter­milch ein­sau­gen und aus­üben. Zumin­dest nicht dies­mal. Aber wer als zwei­tes Stand­bein auch die „Islam­feind­lich­keit“ bekämpft, muss sich wohl ent­schei­den, auf wel­cher Sei­te er sich Fein­de machen will.

Als klei­ne Auf­fri­schung bezüg­lich der Zie­le der Hamas emp­feh­le ich nicht nur dem Deutsch­land­funk die­ses klei­ne Video eines Inter­views, das Ami Horo­witz mit einem Hamas-Füh­rer machen konn­te. Eine Ant­wort auf mei­ne Fra­ge nach den Quel­len ihrer but­ter­weich-opti­mis­ti­schen Behaup­tun­gen über die Hamas habe ich vom DLF bis­her noch nicht erhal­ten. Ich wer­de die­se aber gern nachliefern.

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14 Kommentare

  1. Scha­de, dass die lei­sen, bra­ven, anstän­di­gen und unauf­fäl­li­gen Men­schen von denen, die laut­hals mit Sch… um sich wer­fen, gleich­sam in Miss­kre­dit gebracht wer­den. Das bezieht sich nicht nur auf Deut­sche oder Mus­li­me. Es wird ja auch noch geflis­sent­lich über­hört, dass jene pro­tes­tie­ren, ent­rüs­tet sind, demü­ti­ges Mit­ge­fühl zei­gen mit den Ver­fem­ten. Die­se wie­der­um hau­en mit der Pau­schal­keu­le auf alles, was sich bewegt, es wird schon den rich­ti­gen treffen.

    Es wäre ja zumin­dest nur ein klit­ze­klei­ner Zacken jewei­li­ger Kro­ne, wenn sich die Streit­ham­mel irgend­wo auf einer der ihnen gebau­ten Brü­cken tref­fen wür­den und sich die Hand reich­ten, ohne sie gleich abschla­gen zu wol­len. Ja, ein klei­nes Ver­söh­nungs­ge­schenk wäre auch ganz nett.

    Das ein­zig seriö­se Nach­rich­ten­ma­ga­zin „Der Pos­til­lon” (wir berich­ten bevor wir recher­chie­ren) berich­te­te ein­mal, dass die UNESCO den Nah­ost­kon­flikt zum Welt­kul­tur­er­be erklä­re. An die­sem bit­ter iro­ni­schen bzw. fins­ter sar­kas­ti­schen Witz ist was dran. Nur gerät all­mäh­lich die gan­ze Welt in die­sen Streit hin­ein­ge­zo­gen zu werden.

    Und: Die größ­te Schan­de dabei ist unse­re poli­ti­sche „Eli­te” und deren Schrei­ber­lin­ge. (Wenn Feig­heit und Dumm­heit sich die Hand reichen)

  2. Mich ver­blüfft, wie die Medi­en, die maxi­mal ein­sei­tig und aggres­siv gegen­über Trump, AfD, Tories und so wei­ter auf­tre­ten, schlag­ar­tig maxi­mal „neu­tral” wer­den, sobald ihre Lieb­lings­sei­te halt unrecht hat.

    Wie alle Ver­nünft­ler will ich auch nicht so tun, als sei alles, was Paläs­ti­nen­sern pas­sier­te und pas­siert, fair. Was ich aber mei­ne, ist, dass gera­de bei Fra­gen, die super ein­deu­tig sind, eine Äqui­di­stanz gewahrt wird. 

    Ein Bei­spiel: Ich kann nicht mehr hören, dass „alle abra­ha­mi­ti­schen Reli­gio­nen einen Anspruch auf Jeru­sa­lem” for­mu­lie­ren. Zum einen machen die Chris­ten über­haupt kei­nen Krach, obwohl Jesus tat­säch­lich dort gelebt und gepre­digt hat. Zum ande­ren sind die christ­lich-jüdi­schen Bezü­ge, *hust*, der Tem­pel, in unzäh­li­gen Quel­len, heid­ni­sche, christ­li­che und jüdi­sche, belegt. Kein seriö­ser His­to­ri­ker bestrei­tet das Ding. Auf der ande­ren Sei­te, medi­al als gleich­wer­tig dar­ge­stellt, steht eine noma­di­sche Reli­gi­on, deren Grün­dungs­ge­mein­de mei­len­wei­te von allem ent­fernt gelebt hat, was heu­te in Isra­el liegt. Wer kann da schon die Ansprü­che aus­sor­tie­ren? Wer kann es jemals ent­schei­den? Die ARD nicht. Ein ewi­ges Rät­sel. Das ist nur ein belie­bi­ges Beispiel.

  3. Jaja, der DLF… Frü­her hör­te ich ihn noch ger­ne, fast aus­schließ­lich. Heu­te krie­ge ich Her­pes, wenn ich mir die­se, aus jedem DLF-Bei­trag intel­li­gent-sub­til trie­fen­de Het­ze anhö­ren muss. DLF? Nein danke!!

  4. „In den 16 Jah­ren von Mer­kels Kanz­ler­schaft sind sie gebo­ren wor­den oder hier auf­ge­wach­sen, die jetzt die Hamas fei­ern und Isra­el aller mög­li­chen Ver­bre­chen beschul­di­gen. Bil­dungs­fern, fak­ten­frei, indok­tri­niert und weit weg von den beschwo­re­nen Kon­se­quen­zen unse­rer Geschich­te und den Schluss­fol­ge­run­gen daraus.”
    .
    Hat­te genau dies nicht Herr Sar­ra­zin in sei­nem Buch (auf Grund von Beob­ach­tung & etwas rech­nen) vorausgesagt?!
    Die offi­zi­el­len Poli­ti­ker & ihre Johur­na­lis­ten wuss­ten schon, wes­halb sie damals die­se (heu­te deut­lich bewie­se­ne) Wahr­heit nie­der­ge­macht haben.

  5. Inter­es­sant fin­de ich, das die deut­sche Poli­tik gleich wie­der nach Auf­klä­rung in den Schu­len ruft.
    Als in der DDR gebo­re­ner kann ich nur sagen, das wird nichts. Uns hat man viel erzählt von der Über­le­gen­heit des Sozia­lis­mus, von der füh­ren­den Rol­le der Par­tei ect. pp. Wir haben uns das ange­hört, es bei Not­wen­dig­keit nach­ge­be­tet aber die Über­zeu­gung kam aus dem Eltern­haus, dem Freun­des­kreis und even­tu­ell der Religion.
    Und so wird auch hier, kei­ne Schul­stun­de, kein Ausch­witz Besuch etwas ändern.
    Wenn also das Dik­tum, der Islam gehört zu Deutsch­land stimmt, muss man sagen der mus­li­mi­sche Juden­hass gehört zu Deutsch­land. Zumal die­se Juden­feind­lich­keit im Koran nie­der­ge­schrie­ben ist.
    Da kön­nen noch sovie­le deut­sche Islam­wis­sen­schaft­ler ver­su­chen dies weg zu interpretieren.
    Das Ein­zi­ge was hel­fen wür­de wäre, kon­se­quen­te Straf­ver­fol­gung und Aus­wei­sung wenn mög­lich. Aber bei bei­dem glau­be ich nicht, daß es auch ange­wandt wird.

  6. Die Unlo­gik über­for­dert auch das Ver­ständ­nis man­cher nicht­jü­di­scher Deutsche.

  7. Anti­se­mi­tis­mus? I wo: Par­ty- und Event­sze­ne! Innen­se­na­tor nennt Juden­has­ser „erleb­nis­ori­en­tiert“
    https://ogy.de/g1mf
    Der Skan­dal ist nicht der ver­harm­lo­sen­de Schwach­sinn, den er äußert, son­dern die Tat­sa­che, dass so jemand hoch­ran­gi­ger Poli­ti­ker sein kann und auch jetzt nicht zurück­tre­ten muss. Links­grün in vol­ler Schönheit.
    +
    SPD und Isra­el: Ist das Dumm­heit? Ahnungs­lo­sig­keit? Unverschämtheit?
    https://ogy.de/zshe
    Nichts von alle­dem: Ein­fach nur links­grü­ne Kon­se­qenz. An deren Wesen sol­len die Juden ver­we­sen. Die Wie­der­gut­wer­dung der Deut­schen macht immer grö­ße­re Fortschritte.
    +
    Noch mehr Perlen:
    https://ogy.de/ftgh

    • Ja die SPD dreht völ­lig frei! Bor­jans möch­te nun gern deut­sche Waf­fen­ver­käu­fe an poli­ti­sche Ein­fluss­nah­me in Isra­el knüp­fen. Das ist nicht nur frech, unver­schämt und anma­ßend, son­dern auch voll­kom­men irre!

      • Ja. Erst ermor­det man ein Drit­tel von allen mei­nen Leu­ten, und zwei Genera­tio­nen holt man Mil­lio­nen der schlimms­ten Fein­de mei­ner Leu­te ins Land, wäh­rend man so erstaun­lich stolz auf die eige­ne Wie­der­gut­wer­dung ist, dass man per­men­ent die Israe­lis beschul­digt, wegen zuviel Selbst­ver­tei­di­gung irgend­wie ins Nazi­tum zurückzufallen.
        Wäh­rend jemand wie ich, der dar­an däch­te, mit Kip­pa auf die deut­sche Stra­ße zu gehen, ja?, sich auch gleich in den Rake­ten­ha­gel der Hamas bege­ben könnte.

        Ein Jid wie ich ver­steht zwar so Eini­ges, aber die absur­de Kom­pli­ziert­heit der Destruk­ti­vi­tät der deut­schen Psy­che über­for­dert das jidi­sche Ver­ständ­nis in extre­mem Maße.

        • Das sind nicht „die Deut­schen” (ich näm­lich nicht) son­dern eini­ge Politiker
          (…die aller­dings, ja, lei­der, von Deut­schen frei gewählt wur­den, resp. um genau zu sein: Par­tei­en wer­den gewählt. Wel­che Figu­ren die dann nach oben beför­dern, ist lei­der oft ein trau­ri­ges Spiel, auch manch­mal, aber lei­der immer noch zu sel­ten: eine Komödie).

        • Herr Aris­to­bu­lus, Sie beschrei­ben hier nicht die „deut­sche Psy­che“, son­dern die Psy­che von dum­men, zumeist links­ge­strick­ten Men­schen. Das ist ein klei­ner Unterschied.

    • Die­ser Sena­tor heißt Andre­as Gei­sel und war in sei­ner DDR-Zeit in der SED. Say no more, say no more…

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