Am 18.7.2018 meldete die Bun­desregierung, eine Kom­mis­sion „Gle­ich­w­er­tige Lebensver­hält­nisse“ gebildet zu haben. Dort will man Vorschläge erar­beit­en, wie „…in Zukun­ft Ressourcen und Möglichkeit­en für alle in Deutsch­land leben­den Men­schen gerecht verteilt“ wer­den kön­nen. Was auf den ersten Blick nach einem Werk der Barmherzigkeit klingt – es kommt das Zauber­wort „gerecht“ darin vor – ent­pup­pt sich in der Kon­se­quenz vor allem als neue Umverteilungs­mas­chine und eine weit­ere Möglichkeit, sich in das Leben jedes einzel­nen Bürg­ers einzu­mis­chen. Angle­ichen, umverteilen, reg­ulieren, steuern. Und besteuern. Denn darauf läuft es let­ztlich hin­aus. Und so wird es kom­men, dass jemand, der aus ein­er struk­turschwachen Region in eine pros­perierende zieht, dort zur Kasse gebeten wird, um den Missstän­den abzuhelfen, die ihn wegtrieben. Das will man offen­bar so lange weit­ertreiben, bis jede Bewe­gung erstirbt und es über­all gle­ich ist. Das kann noch etwas dauern und bis auch noch das let­zte Kind gut gekämmt zur Schule geht, kön­nen noch viele Haar­bürsten umverteilt wer­den. Bemerkenswert ist übri­gens auch die For­mulierung „alle in Deutsch­land leben­den Men­schen“, wo es doch um ein Ost-West-Gefälle und um Bürg­er geht. Diesen Vor­gang behal­ten wir im Sinn und wid­men uns einem anderen Poli­tik­feld, in dem man densel­ben kollek­tivis­tis­chen Geist und die Idee ein­er beliebig form­baren Gesellschaft wiederfind­et. Denn vom 10.–11. Dezem­ber 2018 wird eine UN-Kon­ferenz in Mar­rakesch zwei soge­nan­nte „Glob­al Com­pacts“ beschließen, einen für Flucht und Vertrei­bung, den anderen für Migra­tion.

Wenig­stens ist man noch so anständig, diese getren­nt zu betra­cht­en. Zum „Glob­al Com­pact on Refugees“ an dieser Stelle nur so viel: Das Papi­er befasst sich nur mit der Arbeit des UNHCR, die aus­drück­lich darin beste­ht, Flüchtlinge, wenn deren Rück­kehr nicht möglich ist, bei deren Neuan­sied­lung zu unter­stützen. Das UNRWA bleibt aus­geklam­mert und darf sich weit­er­hin damit befassen, den Flüchtlingssta­tus der palästi­nen­sis­chen Araber mit der Gießkanne über deren Nachkom­men zu verteilen. Ein kom­plett irrer und weltweit ein­ma­liger Zus­tand.

Gekommen um zu bleiben – Global Compact for Migration (GCM)

Zu diesem zweit­en, weitaus wichtigeren Papi­er ist viel geschrieben wor­den in den let­zten Monat­en. Lei­der auch viel Unsinn. Wed­er sind Quoten fest­gelegt, noch ist das Abkom­men rechtlich verbindlich. Man muss sich aber den­noch die Frage stellen, wozu der ganze Aufwand, die vie­len Tagun­gen, die Ver­ab­schiedung des Papiers im Juni und dann noch ein hochkarätiges Tre­f­fen im Dezem­ber, wenn es doch nur um unverbindliche Absicht­serk­lärun­gen geht, die sich wirkungs­los an den jew­eili­gen Rechtssys­te­men der beteiligten Län­der brechen wer­den. Was ist der Zweck der Vere­in­barung? Da ist zunächst der offizielle: Schutz der Migranten in allen Aspek­ten. Schutz vor Aus­beu­tung, gesund­heitliche Betreu­ung, Sicherung der Migra­tionswege.

Das klingt toll, ist aber bere­its hin­re­ichend deklar­i­ert in der all­ge­meinen Erk­lärung der Men­schen­rechte und die lokalen Geset­ze haben – wie ja immer wieder betont wird – ohne­hin Vor­rang! Daraus ergibt sich der erste Schwach­punkt des GCM: er möchte beispiel­sweise vor Gewalt und Ver­sklavung schützen, obgle­ich in nicht weni­gen der Län­der, die ihn unterze­ich­nen wer­den, die Scharia gilt. Diese Wider­sprüche zwis­chen Anspruch und Wirk­lichkeit in vie­len Unterze­ich­n­er­staat­en ziehen sich wie ein rot­er Faden durch das ganze Papi­er. Man muss sich immer wieder vor Augen hal­ten, wer genau da mit wem am Tisch sitzt und solche Papiere ausar­beit­et. Das sind ja nicht nur die Vertreter Nor­we­gens und der Schweiz, die Rezepte für Käse­fon­due aus­tauschen. Die große Mehrheit der Mit­glieder der UN sind Despoten, Putschis­ten und Wahlbe­trüger – ganz zu schweigen von den meis­ten Vertretern afrikanis­ch­er Staat­en. Die Frage muss deshalb immer laut­en: Cui bono – wem nützt es. Und da mit Aus­nahme der USA, Ungar­ns und Däne­marks offen­bar alle gewil­lt sind, den GCM zu unter­schreiben, scheinen sich alle etwas davon zu ver­sprechen.

Eishauch und Migrations-Dividende

Als ich tiefer in die ver­füg­baren Texte einge­taucht war, hat sich mir ein Ein­druck ganz beson­ders fest eingeprägt. Es ist die unge­heure Kälte, die der gesamte Text ausstrahlt. Da ist von Nach­haltigkeit die Rede und von Triple-Win-Sit­u­a­tio­nen, von Migra­tionszyk­lus und Migra­tions-Div­i­dende. Es läuft einem eiskalt den Rück­en herunter, wenn die UN-Bürokrat­en einem nach und nach ein Bild vor Augen führen, das eine per­fek­te, kalte Welt der drei Ströme darstellt. Nach den freien Strö­men von Waren und Dien­stleis­tun­gen soll nun ein koor­diniert­er, util­i­tarisiert­er Strom von Arbeit­skräften die Kon­ti­nente durchziehen. Zitat (kur­sive Her­vorhe­bun­gen durch den Autor)*:

„Nach­haltige Entwick­lung: Der Glob­al Com­pact ist in der Agen­da 2030 für nach­haltige Entwick­lung ver­ankert und baut auf der Erken­nt­nis auf, dass Migra­tion eine mul­ti­di­men­sion­ale Real­ität von großer Rel­e­vanz für die nach­haltige Entwick­lung von Herkunfts‑, Tran­sit- und Ziel­län­dern ist […]. Migra­tion trägt zur pos­i­tiv­en Entwick­lung und zur Ver­wirk­lichung der Ziele der Agen­da 2030 für nach­haltige Entwick­lung bei, ins­beson­dere wenn sie ord­nungs­gemäß ver­wal­tet wird. Der Glob­al Com­pact zielt darauf ab, das Poten­zial von Migra­tion für die Erre­ichung aller Ziele nach­haltiger Entwick­lung sowie die Auswirkun­gen auf die Migra­tion in der Zukun­ft zu nutzen.“

Nach­dem in der Präam­bel zwei Behaup­tun­gen wie Pflöcke eingeschla­gen wur­den, näm­lich erstens „Migra­tion hat es immer gegeben“ und zweit­ens „Migra­tion ist gut“, organ­isiert man nun deren ordentliche Ver­wal­tung und sorgt dafür, dass alle was davon haben. Für mich klingt das wie „Her­stel­lung“, „Trans­port“ und „End­ver­brauch­er“ und alle in dieser per­versen Ver­w­er­tungs­kette sollen an einem neuen großen Heer bil­liger Wan­der­ar­beit­er ver­di­enen. In den „Zie­len“ wird der GCM dazu noch sehr deut­lich.

„Mit der Umset­zung des Glob­al Com­pact gewährleis­ten wir die effek­tive Anerken­nung, den Schutz und die Ein­hal­tung der Men­schen­rechte aller Migranten, unab­hängig von ihrem Migra­tionssta­tus und über alle Phasen des Migra­tionszyk­lus hin­weg. Wir bekräfti­gen auch die Verpflich­tung, alle For­men von Diskri­m­inierung, ein­schließlich Ras­sis­mus, Frem­den­feindlichkeit und Intol­er­anz gegenüber Migranten und ihren Fam­i­lien, zu beseit­i­gen.“

Nichts als Lip­pen­beken­nt­nisse, denn wie schon fest­gestellt bricht nationales Recht – und sei es das der Scharia – diese unverbindliche Erk­lärung. Inter­es­sant ist hier der Begriff „Migra­tionszyk­lus“, was ein weit­er­er Hin­weis darauf ist, dass hier ein per­ma­nentes Sys­tem geschaf­fen wer­den soll.

„Gesamt­staatlich­er Ansatz: Nach Ansicht des Glob­al Com­pact ist Migra­tion ein mul­ti­di­men­sion­ale Real­ität, die nicht von einem einzel­nen Poli­tik­bere­ich allein bewältigt wer­den kann. Um wirk­same Migra­tionspoli­tiken und ‑prak­tiken zu entwick­eln und umzuset­zen, ist ein gesamt­staatlich­er Ansatz erforder­lich, um eine hor­i­zon­tale und ver­tikale Poli­tikko­härenz zwis­chen allen Sek­toren und Regierungsebe­nen zu gewährleis­ten.“

„Ganzheitlich­er Ansatz: Der Glob­al Com­pact fördert die Part­ner­schaft bre­it­er Inter­es­sen­grup­pen zur Bewäl­ti­gung der Migra­tion in all ihren Dimen­sio­nen durch Ein­beziehung von Migranten, Dias­po­ra, lokalen Gemein­schaften, der Zivilge­sellschaft, der Wis­senschaft, des Pri­vat­sek­tors, Par­la­men­tari­ern, Gew­erkschaften, nationalen Men­schen­rechtsin­sti­tu­tio­nen, Medi­en und anderen rel­e­van­ten Akteuren der Migra­tionss­teuerung.“

Gesamt­staatlich und ganzheitlich – was dies bedeutet, kon­nten wir bere­its 2016 in einem Impulspa­pi­er von Staatsmin­is­terin Özoguz sehen. Alle Insti­tu­tio­nen, Min­is­te­rien, Fir­men, Vere­ine, Medi­en, ja, selb­st jed­er Bürg­er soll auf die aktive Unter­stützung von Migra­tion verpflichtet wer­den. Migra­tion und Inte­gra­tion als „gesamt­ge­sellschaftliche Auf­gabe“ wie Steuern zahlen (das sowieso, irgendw­er muss die Sache ja finanzieren) oder Ein- und Ausat­men. Dies­mal eben nicht als SPD-Plan, son­dern als plan­etare Ini­tia­tive und Bestandteil der täglichen Daseins­für­sorge für alle und jeden. Ein feuchter Traum aus dem Reich der Fün­f­jahre­s­pläne und der “gesamt­ge­sellschaftlichen” Hau-Ruck-Auf­gaben aus dem Wir-schaf­fen-das-Arse­nal.

Die wahren Ziele

Ich möchte meine Leser nicht mit weit­eren detail­lierten Über­set­zun­gen lang­weilen, ver­weise dazu inhaltlich auf einen Artikel von Nor­bert Häring und konzen­triere mich lieber auf die wirk­lichen Ziele des GCM, welche in fol­gen­dem Satz beson­ders klar her­vortreten:

„Förderung eines schnelleren, sicher­eren und bil­ligeren Trans­fers von Über­weisun­gen und schnellere finanzielle Inklu­sion von Migranten.“

Das ist näm­lich der Knochen, den man den Län­dern hinge­hal­ten hat, aus denen die Migranten sich auf den Weg machen! Schnelle finanzielle Inklu­sion bedeutet verkürzt, schnell im Ziel­land ein Kon­to zu haben, um „bil­lige Trans­fers“ von Geld in die Herkun­ft­slän­der zu ermöglichen. Die „Triple-Win-Sit­u­a­tion“ sieht dann insti­tu­tion­al­isiert in etwa so aus. Die Herkun­ft­slän­der schick­en Men­schen, die Tran­sitlän­der kassieren Gebühren, die Ziel­län­der sor­gen für anheimel­nde Atmo­sphäre und passende Arbeit­splätze, die Migranten schick­en Geld nach Hause – fer­tig ist der Migra­tionszyk­lus. Nur, wie die Ziel­län­der bei der­ar­tigem Kap­i­ta­l­abfluss ihre Sozial­sys­teme aufrechter­hal­ten sollen, zu denen die Migranten laut GCM gle­ichzeit­ig möglichst unge­hin­derten Zugang erhal­ten müssen, wo doch zur Stützung dieser Sys­teme unsere Poli­tik­er das ganze per­verse Migra­tions­mo­nop­oly über­haupt erst ver­anstal­ten und befür­worten, erwäh­nt der GCM mit keinem Wort. Dem Tschad oder dem Sudan zum Beispiel würde die Öff­nung ihrer Sozial­sys­teme indes nicht schw­er fall­en – die haben ja keine!

Dafür ver­spricht man großmäulig, „Brain Drain“ zu ver­mei­den und den „Brain Gain“ in den Herkun­ft­slän­dern zu verbessern und nen­nt das dann zynisch „demografis­che Div­i­dende“. Das Wass­er soll also gle­ichzeit­ig bergauf und bergab fließen. Den „Brain Gain“, also die Verbesserung der Bil­dung in den Herkun­ft­slän­dern, hofft man offen­sichtlich mit densel­ben Mit­teln zu erre­ichen, mit denen man schon seit fün­fzig Jahren Entwick­lung­shil­fe in den Sand set­zt. Die Men­schen fließen von Süd nach Nord, Geld von Nord nach Süd. Bis…ja bis wann eigentlich? Bis was erre­icht ist? Was ist das Ziel? Die finale und endgültige Angle­ichung der Lebensver­hält­nisse, wie die Kom­mis­sion der Bun­desregierung sie für Ost und West erre­ichen will? Den Kol­laps der Sozial­sys­teme des Nor­dens, die Kan­ni­bal­isierung des Niedriglohnsek­tors? Muss man beim Ein­schal­ten ein­er solchen Mas­chine nicht jedes Ergeb­nis und jedes Szenario durch­denken?

Die absolute Harmonie

In den „Stern­tage­büch­ern“ (1961!) des hell­sichti­gen Stanisław Lem gibt es einen Plan­eten, dessen Men­schen voller Neid und Miss­gun­st waren. Über nichts wur­den sie sich einig, immerzu strit­ten sie und führten Kriege. Schließlich baut­en sie eine gigan­tis­che intel­li­gente Mas­chine, die sie mit der Her­stel­lung absoluter Har­monie beauf­tragten. In Grup­pen ließ die Mas­chine die Bewohn­er des Plan­eten ein­treten, um ihnen die Har­monie zu bringen…und hin­ter dem Gebäude lagen sie dann, gepresst zu glänzen­den, per­fekt run­den Scheiben in per­fekt har­monis­chen Mustern auf der Wiese – die denkbar per­fek­teste Har­monie ist lei­der auch die denkbar inhu­manste.

Nicht anders ver­hält es sich mit den „Triple-Win-Lösung“ der UN, die weit ent­fer­nt von der Leben­sre­al­ität der Men­schen aus­ge­heckt wurde. Ein­mal mehr zeigt sich, dass der Ort, an dem über das Schick­sal eines Men­schen entsch­ieden wird, zwin­gend auch der Ort sein sollte, an dem die Ver­ant­wor­tung für diese Entschei­dung liegt. Man kann aber nicht ein­fach nach New York fliegen, ins UN-Gebäude gehen und dem ver­ant­wortlichen Beamten das GCM-Papi­er um die Ohren schla­gen, nur weil eines nicht mehr fer­nen Tages der eigene Tauben­züchter­vere­in für die Nichtein­hal­tung eines UN-inspiri­erten nationalen Migra­tions- und Inte­gra­tionszieles mit dem Ver­lust der Gemein­nützigkeit bestraft wurde.

Das führt uns auch gle­ich dazu, dass der GCM keine Geset­zeskraft habe. Er kann sie jed­erzeit bekom­men, dazu braucht es nicht unsere Lokalpoli­tik­er oder den Bun­destag. Das kann man gut und fern vom Bürg­er an einem anderen Ort der Ver­ant­wor­tungslosigkeit erledi­gen: in Brüs­sel. Denn wenn das Papi­er im Dezem­ber so durchgewunken wird und alle seine Inhalte „in Ord­nung“ sind…warum dann nicht den näch­sten Schritt gehen? An den Herkun­fts- und Tran­sitlän­dern wird die Inkraft­set­zung dieses neuen Stromes nicht scheit­ern. Das „Humankap­i­tal“ (O‑Ton GCM) ste­ht bere­it und wartet auf seine Abreise! Spätestens unter diesem Aspekt wird die Ablehnung der osteu­ropäis­chen EU-Staat­en, sich an ein­er Quoten­regelung der Migra­tion zu beteili­gen, überdeut­lich. Eben­so die Wut der Brüs­sel­er Bürokratie über die ren­i­ten­ten Osteu­ropäer aus Polen, Ungarn oder der Slowakei, sich Migranten nicht wie Primeln zuweisen lassen zu wollen. Das passt so gar nicht zur schö­nen neuen Welt der glob­alen Migra­tions­förder­er! Aber man arbeit­et bei unseren Grü­nen ja bere­its an Plä­nen, diese Ablehnung zu “unter­laufen”, indem man jedem Migranten einen Geld­be­trag anheften möchte, um die klam­men Kom­munen in Polen oder Ungarn zu bestechen. Ein Bumerang, wie ich fürchte. Denn wenn man Men­schen wie Primeln behan­delt wird man sie auch wie Primeln einpflanzen müssen, um sie daran zu hin­dern, dor­thin zu ziehen, wo sie ihre Fre­unde, Ver­wandten und bessere Bedin­gun­gen find­en. Das kann man einem grü­nen Partei­funk­tionär, der “Europäer” und über­all zu Hause ist und für den die Wurst über­all nach Tofu schmeckt, kaum erk­lären.

Die deutsche Linke in der selbstgestellten Falle

Das Ganze erscheint wie ein per­fider Plan, um einen nie abreißen­den Strom von bil­li­gen Arbeit­skräften mit ein­er Art inter­na­tion­al überwacht­en Pumpe von Süd nach Nord zu drück­en. Erk­lärter­maßen will man bei der UN den Schlep­pern das Handw­erk leg­en, nur um es dann selb­st und unter Kon­trolle der klep­tokratis­chen Herkun­fts- und Tran­sit­staat­en zu organ­isieren, die damit endlich zu Prof­i­teuren ihres neuen „Exportgutes“ Migrant wer­den. Da meldet sich der let­zte Rest meines linken Gewis­sens, das sich ver­stört und zäh­neklap­pernd in einem Hin­ter­stübchen mit ver­hängten Spiegeln, ver­ram­melten Fen­stern und vergilbten Marx-Porträts ver­bar­rikadiert hat und spricht von Entrech­tung, Aus­beu­tung und mod­ern­er Sklaverei. Doch kaum rufe ich ihm linke Parolen wie „Sol­i­dar­ität ist die Zärtlichkeit der Völk­er“ und „nieder mit dem Nation­al­is­mus“ zu, schon trollt es sich beschämt und gibt Ruhe. So auch die Linken und die Grü­nen. Natür­lich sieht man auch dort, dass eine auf diese Weise in Gang geset­zte Zuwan­derung nicht ihre Lehrstüh­le für Gen­der­forschung oder ihre Bun­destags­man­date gefährdet, son­dern in allererster Lin­ie die prekären und schlecht bezahlten Arbeit­splätze ihrer Claque­ure. Nicht die Vil­la im Tessin oder das Grün­derzei­thäuschen im Grunewald ste­hen unter Druck, son­dern preiswerte Sozial­woh­nun­gen. Die staatliche Alter­srente bröck­elt, während der Putz auf den Pen­sio­nen der Abge­ord­neten gold­en glänzt.

Man ist bei den Linken einem dif­fusen Inter­na­tion­al­is­mus verpflichtet, hin­ter den man ide­ol­o­gisch ein­fach nicht zurück­find­et. Man glaubt „nur an europäis­che Lösun­gen“, fordert „UN-Man­date“ und behauptet, Prob­leme ließen sich im „nationalen Kon­text“ nicht lösen. Merken Sie was? Links hat es dies­bezüglich schon weit über die Mitte hin­aus geschafft, denn längst klin­gen die Laut­sprech­er der Union und der FDP genau­so und übernehmen die ide­ol­o­gis­che Sülze des bedin­gungslosen Inter­na­tion­al­is­mus. Eine Entschei­dung in Brüs­sel erscheint da immer als die schönere und höhere Wolke als eine vor Ort in Ham­burg oder Puse­muck­el. Sub­sidiar­ität, die als ober­stes Prinzip in den EU-Verträ­gen ver­ankert ist, kommt immer stärk­er unter die Räder. Und inter­na­tion­al ist natür­lich noch viel viel bess­er, meint die inter­na­tion­al­is­tis­che Linke, die seit hun­dert Jahren von der einen vere­in­ten Welt träumt, in der es keinen Kap­i­tal­is­mus mehr gibt und in der in UN-Kom­mis­sion 2345/23a die Vertreter des Tschad, Tad­schik­istans und Tibets über die Abwasserverord­nung in Tötensen entschei­den.

Aus diesem Dilem­ma der kol­li­dieren­den Par­a­dig­men, der ange­maßten Anwaltschaft der „kleinen Leute“ ein­er­seits und der Befeuerung der Konkur­ren­zsi­t­u­a­tion ander­er­seits suchen die Linken einen Ausweg. Sie glauben ihn in der Bil­dung gefun­den zu haben, der nachträglichen Qual­i­fika­tion der­er, die aus ihren Jobs ver­drängt wer­den. Ein Wet­t­lauf nach unten ist wegen des Min­dest­lohns nicht möglich, ein Wet­t­lauf nach oben kann aber erst recht nicht stat­tfind­en, weil nicht nach Belieben neue Jobs entste­hen und die Qual­i­fiziert­eren im Zweifels­fall nach­le­gen wer­den, um sich nicht ver­drän­gen zu lassen. Was man da lostreten will, ist im Zweifel nichts als ein zeitlich sehr begren­ztes Schnee­ball­sys­tem, denn bin­nen weniger Jahre hät­ten wir zwar tausende geeignete Kan­zlerkan­di­dat­en (was ein Segen wäre), aber keine geeigneten Pflegekräfte, Mon­teure oder Fliesen­leger mehr. Es wird lei­der Jahre dauern, bis die Linken diesen Irrweg erken­nen und sich einen neuen suchen – bis auf Sarah Wagenknecht, die heute schon auf der Suche nach dem näch­sten Irrtum ist.

Kein globales Problem

Es stellt sich die Frage, ob Deutsch­land in Mar­rakesch unter­schreiben sollte. Von mir dazu ein klares NEIN! Aber wird Deutsch­land unter­schreiben? Ich fürchte, ja! Rüdi­ger König, ehe­ma­liger Botschafter Deutsch­lands in Afghanistan, der die Ver­hand­lun­gen maßge­blich begleit­ete und bei der Vor­bere­itungskon­ferenz im Juni eine Note an die Ver­samm­lung richtete, stellt Migra­tion als „glob­ales Prob­lem dar“ – was eigentlich nicht sein kann, denn zuvor betonte er die Bin­sen­weisheit, Migra­tion hätte es schon immer gegeben und sei etwas prinzip­iell pos­i­tives. Ein pos­i­tives Prob­lem wom­öglich? Unsinn!

© Wikipedia

Migra­tion ist kein glob­ales Prob­lem und war nie eines. Migra­tion ist die indi­vidu­elle Entschei­dung eines Men­schen, den Ort seines Leben­szusam­men­hangs, seine Heimat, zu ver­lassen und sein Glück möglichst dauer­haft ander­swo zu suchen. Migra­tion war einst, wenn man sagen kon­nte „etwas Besseres als den Tod find­en wir über­all“ und nach Bre­men zog. Im Mit­te­lal­ter bedeutete Migra­tion, der Frohn und der Leibeigen­schaft zu ent­fliehen und in den Städten über Jahr und Tag (also nach einem Jahr und einem Tag) frei zu sein. Migra­tion ist es, von Köln nach Düs­sel­dorf zu ziehen, eine Pro­fes­sur in Yale anzutreten oder nach dem Studi­um in Lon­don nicht nach Kenia zurück­zukehren. Die Möglichkeit zur Migra­tion ist Teil ein­er frei­heitlichen Gesellschaft, solange sie auf Eigenini­tia­tive und Eigen­ver­ant­wor­tung beruht. Tritt Migra­tion als Massen­phänomen auf, stimmt etwas grund­sät­zlich im Herkun­ft­s­land nicht und deshalb sollte man auch dort anset­zen, anstatt ihr den Charak­ter der Nor­mal­ität zu ver­passen. Wenn Migra­tion kein Aus­nah­mezu­s­tand, son­dern Nor­mal­ität ist, zer­reißt sie Herkun­fts- und Ziel­land!

Wenn aus der Migra­tion des einen noch dazu eine zwin­gende Verpflich­tung des anderen entste­ht, ist die Frei­heit bei­der in Gefahr. Staat­en, die durch Kor­rup­tion, ide­ol­o­gis­che Verblendung, Trib­al­is­mus, klep­tokratis­che Regierun­gen, man­gel­nde Bil­dung und Über­bevölkerung zu sprudel­nden Migra­tionsquellen wer­den, sollte man für dieses Ver­hal­ten nicht noch mit der Insti­tu­tion­al­isierung des selb­st­gemacht­en Men­schen­han­dels belohnen, son­dern unter Zwangsver­wal­tung stellen! Inter­na­tionale Organ­i­sa­tio­nen, die sich anmaßen, regel­nd in die Abläufe men­schlichen Strebens nach Glück einzu­greifen, sollte man in die Schranken weisen, statt ihnen Grußbotschaften und Geld zu schick­en.

Der paneu­ropäis­che Altru­is­mus, auf den der GCM mit voller Absicht zielt, kön­nte sich, wenn er erst ver­fes­tigt und in Bah­nen ist, als das entschei­dende Momen­tum für den Unter­gang des Europas erweisen, das wir heute in all sein­er Wider­sprüch­lichkeit und seinen bewahrenswerten Facetten ken­nen. F. A. Hayek schrieb einst in „Die Ver­fas­sung der Frei­heit“: „Ein all­ge­mein­er Altru­is­mus ist aber sinn­los. Nie­mand kann sich wirk­lich um alle anderen küm­mern. Die Ver­ant­wor­tung, die wir übernehmen kön­nen, müssen immer par­tikulär sein, sie kön­nen nur jene betr­e­f­fen, von denen wir konkrete Tat­sachen wis­sen und mit denen wir uns entwed­er durch Wahl oder beson­dere Umstände ver­bun­den fühlen. Es gehört zu den fun­da­men­tal­en Recht­en und Pflicht­en eines freien Men­schen, zu entschei­den, welche und wessen Bedürfnisse ihm am wichtig­sten erscheinen.“

Dieses Prinzip der Men­schlichkeit, auch Näch­sten­liebe genan­nt, taugt seit Men­schenge­denken zur Def­i­n­i­tion gesellschaftlich­er Beziehun­gen zwis­chen Indi­viduen, eine Blau­pause für inter­na­tionale Beziehun­gen ist es nicht. De Gaulle sagte einst, Staat­en hät­ten keine Fre­unde, son­dern nur Inter­essen und Hayek bringt es noch klar­er auf den Punkt wenn er sagt:

„Woll­ten wir die unverän­derten, uneingeschränk­ten Regeln des Mikrokos­mos (Fam­i­lie, Gruppe, Gemeinde) auf den Makrokos­mos (die Zivil­i­sa­tion im Großen) anwen­den, wie unsere Instink­te und Gefüh­le es uns oft wün­schen lassen, so wür­den wir ihn zer­stören. Wür­den wir aber umgekehrt immer die Regeln der erweit­erten Ord­nung auf unsere kleineren Grup­pierun­gen anwen­den, so wür­den wir diese zer­mal­men**.“  

Fazit

Meine Bitte an meine Leser lautet: Glauben Sie mir kein Wort, son­dern lesen und bew­erten Sie den Inhalt des GCM selb­st. Wenn Sie am Ende auch nur annäh­ernd mein­er Mei­n­ung sein soll­ten, schreiben Sie Ihrem Bun­destags-Abge­ord­neten und fordern Sie ihn oder sie auf, entsprechen­den Ein­fluss auf die Bun­desregierung zu nehmen. Beschränken Sie ihre Bemühun­gen auf die direkt gewählten Abge­ord­neten der Regierungsparteien, denn nur die wer­den erfahrungs­gemäß den Mut haben, etwas gegen einen Main­stream des Laufen­lassens und der Kan­z­lerin­nen­treue zu unternehmen — von den Schwe­fel­buben der AfD ein­mal abge­se­hen, die jedoch immer noch das Verdikt des Ver­bote­nen umschwebt, was die Regierungsparteien im Zusam­men­hang mit dem Trig­ger­wort “Migra­tion” eher in eine Trotzhal­tung ihnen gegenüber als zur Ver­nun­ft brin­gen dürfte.

Mein Aufruf an die Vertreter der EU, die im Dezem­ber zur Kon­ferenz nach Mar­rakesch auf­brechen wer­den, lautet deshalb klipp und klar: Unter­schreiben Sie den Glob­al Com­pact of Migra­tion nicht, es han­delt sich um ein tro­janis­ches Pferd!

 


* Ich gebe hier im Text aus Platz­grün­den nur meine Über­set­zun­gen des englis­chen Orig­i­nals wieder, eine offizielle und voll­ständi­ge deutsche Über­set­zung gibt es anscheinend noch nicht. Wer im Orig­i­nal nach­le­sen möchte und die Über­set­zung selb­st prüfen will, sollte dies hier tun.

** (The Fatal Con­ceit: The Errors of Social­ism. F.A. von Hayek, 1988. Deutsche Über­set­zung in „F.A. von Hayeks kon­sti­tu­tioneller Lib­er­al­is­mus“, Pies/Leschke, Mohr Siebeck 2003)

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34 Kommentare

  1. “Zitat: Meine Bitte an meine Leser lautet: Glauben Sie mir kein Wort, son­dern lesen und bew­erten Sie den Inhalt des GCM selb­st.”

    …Ja, würde ich gerne tun, lei­der finde ich ihn im Netz nir­gend­wo.

    wo bitte kann ich ihn ein­se­hen oder herun­ter­laden???

    Antwort bitte per E‑Mail: bodenseeufer@t‑online.de

    mfg

    Abra­ham

    7.10.18

  2. > Als ich tiefer in die ver­füg­baren Texte einge­taucht war, hat sich mir ein Ein­druck ganz beson­ders
    > fest eingeprägt. Es ist die unge­heure Kälte, die der gesamte Text ausstrahlt.

    Mir fällt dazu nur ein Wort ein: Chan­ce­naus­gle­ichs­ge­setz.

    Wir wur­den gewarnt und immer noch will es — ger­ade hier in Deutsch­land — kein­er hören. Cas­san­dra hat schon vor mehr als 50 Jahren gesprochen, und sie hat­te Recht. Armes Tro­ja. Ich hätte nicht gedacht, daß ich das noch live miter­leben muß.

  3. Gab es wirk­lich immer Migra­tion? Und wer prof­i­tierte davon? Wer prof­i­tierte zB von den Hun­nen. oder von den Römern? Der Straßen­bau war ok, aber wer wurde dazu ver­heizt? Ger­ma­nen. Wer in Lateinameri­ka prof­i­tierte von der weißen Migra­tion? Den Indi­an­er sollte man mal suchen. Ach ja und da hat­ten wir doch noch den Ein­fall der Nordafrikan­er in Spanien und Frankre­ich. Und den der Türken bis nach Wien. Und dann war man von Brandt bis heute so bescheuert die Nachkom­men der Mörder vor Wien ins Land zu lassen. Von den Vorteilen der jet­zt durch Merkel reinge­holten Migranten — gut 6 Mil­lio­nen — kann man berech­nen. Je Migrant durch­schnit­tlich 450.000€ . Da kön­nte man jed­er dt. Frau 1000.000 € pro Kind zahlen. Damit hät­ten wir bere­its ca 27 Mil­lio­nen dt Kinder. Wozu brauchen wir da noch Migranten? Wer das nicht rech­nen kann — ist Migrant oder behin­dert.

    • „Wer das nicht rech­nen kann – ist Migrant oder behin­dert.“ — Unter­schätzen Sie nicht den Frauenan­teil bei Dyskalkulie. John Gray sagt sin­ngemäß: Frauen wiegen nicht, sie zählen. Eine kleine Gefäl­ligkeit und ein teures Geschenk zählen gle­ich. Mil­lio­nen an Migranten und Mil­liar­den an Mehrkosten, egal; es ist die men­schliche Geste, die zählt. Im Zweifel zahlen ohne­hin die Män­ner die Rech­nung.

  4. Der ganze Wahnsinn wird erst ver­ständlich, wenn man von

    geplantem Völk­er­mord aus­ge­ht.

    Die Geor­gia Guide­stones fordern in ihrem ersten (von 10 Geboten der NWO) die Reduk­tion der Men­schheit auf 500 Mio.

    Das bedeutet die Besei­t­i­gung von 7 Mrd (7000 Mil­lio­nen Men­schen).

    Für D ist die Reduk­tion der Bevölkerung um 50 Mio bis 2025 geplant (deagel.com)

    Ich weiß, es ist unglaublich, undenkbar, unvorstell­bar. Aber der Pakt ist der rechtliche Rah­men für den Völk­er­mord an den Europäern.

  5. So, ich hab das UN-Paper nun gele­sen. Mein Faz­it ist, dass ich dem Paper über­wiegend zus­timme, und ich beson­ders Punkt 1 der Direk­tiv­en befür­worte. Wir brauchen endlich brauch­bare Sta­tis­tiken, aus denen man das Gesamt­bild able­sen kann. Die Sta­tis­tiken, die von der BRD und EU her­aus­gegeben wer­den, sind grot­ten­schlecht gemacht, und erscheinen hochgr­a­dig manip­uliert.

    Ich stimme dem Paper übri­gens auch darin zu, dass Migra­tion pos­i­tiv ist. Wenn ich in ein anderes Land auswan­dere, weil ich dort arbeit­en möchte, prof­i­tieren zwei Parteien davon — Ich und mein Arbeit­ge­ber — während keine Partei davon prof­i­tiert, wenn meine Migra­tion staatlich unter­bun­den wird. Sofern meine Auswan­derung in das Niedrig­s­teuer­land mein­er Wahl unbürokratisch und schnell erfol­gt, und ich dort nicht schlechter gestellt werde, als alle Anderen, würde ich das sehr begrüßen.

    Da ich ein Fan von Bit­coin und, mehr noch, von den anony­men Kryp­towährun­gen bin, und ich auch Waha­la-Bank­ing für eine tolle Sache halte, befür­worte ich auch bedin­gungslosen Zugang zum inter­na­tionalen Zahlungsverkehr für jed­er­mann. Auch da schließe ich mich der UN an. Man sollte das radikal dereg­ulieren, und auch wieder Num­mernkon­ten ein­führen, für die man nicht­mal einen Ausweis braucht. Oder halt gle­ich Cryp­to­coins nehmen.

    Dass anlass­lose Diskri­m­inierung eine schlechte Sache ist, die in Geset­zes­form nichts ver­loren hat, würde ich auch unter­schreiben, wobei ich erwäh­nen muss, dass ich im All­t­ag dur­chaus Men­schen diskri­m­iniere. Ziem­lich häu­fig sog­ar. Jedoch nicht ohne konkreten Anlass. Und genau da liegt let­ztenen­des der sprin­gende Punkt: Wenns einen großen Staat gibt, der aller­lei Dinge als “All­ge­meingut” bere­it stellt, wirkt sich dies natür­lich als ein Mag­net auf alle Elen­den der Erde aus, die eben­falls ihren Anteil an diesem “All­ge­meingut” haben wollen.

    Die Lösung dieses Prob­lems liegt mein­er Mei­n­ung nach jedoch nicht darin, allen Elen­den aus dem Aus­land den Zugang zum staatlich bere­it­gestell­ten All­ge­meingut zu ver­wehren. Sobald es ein solch­er Elen­der mal über die Gren­ze geschafft hat, wirkt es grausam und diskri­m­inierend, ihn vom Zugang auszuschließen. Darum wer­den es zahllose Men­schen ver­suchen. Die haben nichts zu ver­lieren, und hal­ten sich nicht an das, was Poli­tik­er gerne hät­ten. Der größte Teil der Welt machts richtig: Über­haupt keinen Sozial­staat zu haben ist die Lösung. Da liegt der Fehler, und Schuld an unser­er Mis­ere ist wed­er die UN, noch irgendw­er in Afri­ka. Wir sind das Prob­lem.

    • Ich wollte noch ergänzend einige Dinge hinzufü­gen:

      1. Vom Sudan ler­nen heißt siegen ler­nen
      2. Ich hab Fieber, daher ist meine Rechtschrei­bung und Argu­men­ta­tion­sweise schlechter als üblich
      3. Dass Massen­mi­gra­tion weit­ere Massen­mi­gra­tion finanziert, ist eine große Erken­nt­nis
      4. In dem UN-Paper, das ich gele­sen habe, ging es um Arbeitsmi­gra­tion. So, wie ich es ver­standen habe, geht es darum, dass die den Prozess etwas stream­li­nen wollen, damit es ein­fach­er wird, von A nach B zu ziehen, weil in B halt ger­ade Bedarf an dem herrscht, was man kann. Die Kri­te­rien, nach denen ein Land sich seine Zuwan­der­er aus­sucht, obliegen nach wie vor dem Land, in das einge­wan­dert wer­den soll. Und diese Kri­te­rien kann man gestal­ten, wie man will. Mexiko hat in der Ver­fas­sung ste­hen, dass es ver­fas­sungswidrig ist, die demographis­che Zusam­menset­zung Mexikos zu verän­dern. Sau­di Ara­bi­ens Ein­wan­derungsrecht sieht so aus, dass nie­mand ins Land gelassen wird, der keinen Bür­gen hat, der stel­lvertre­tend zur Rechen­schaft gezo­gen wird, sollte ein Ein­wan­der­er Mist bauen. “Volks­ge­sund­heit” ist eben­falls ein auch von der UN anerkan­ntes Rechtsgut, mit dem sich alle möglichen Geset­ze recht­fer­ti­gen lassen. Und so weit­er. Wenn die das kön­nen, dann kön­nen wir das auch.
      5. Es ist eine schlechte Lösung, den Zugang zu inter­na­tionalen Über­weisun­gen zu beschränken, weil sowieso nie­mand darauf angewiesen ist. Waha­la-Bank­ing und Kryp­to­coins existieren bere­its, und bei­de ermöglichen schnellen und ein­fachen Geld­trans­fer weltweit. Angesichts dessen kön­nte der Bankensek­tor auch ein­fach nachziehen, und anonyme Num­mernkon­ten anbi­eten. Die Dinger sind prak­tisch. Die UN fordert in dem Paper ja sog­ar expliz­it, dass pri­vatwirtschaftliche Über­weisungs­di­en­ste gefördert wer­den, an denen voraus­set­zungs­los jed­er teil­haben kann. Waha­la-Über­weisun­gen nach Afri­ka sind jet­zt schon bil­liger, als Banküber­weisun­gen.
      6. Ich sehe auch keinen Grund, weshalb der Staat das Recht haben sollte, zu kon­trol­lieren, was jemand mit seinem Geld macht. Wenn ich meine Kohle ins Aus­land über­weisen will, dann tue ich dies. Wenn ich einen Rente­nanspruch erwor­ben habe, und in ein Land mit niedrigeren Leben­shal­tungskosten ziehen will, dann tue ich dies. Mir ist dabei vol­lkom­men egal, wie sich das auf irgendwelche sozialen Sicherungssys­teme auswirkt. Es ist mein Geld. Geset­ze gel­ten für alle — für mich eben­so wie für Migranten — und ich will nicht durch solche Herum­frick­elei eingeschränkt wer­den, bei der man mit einem schlecht­en Gesetz ver­sucht, die Fol­gen eines anderen schlecht­en Geset­zes zu kom­pen­sieren.
      7. Es ist doch mitler­weile abse­hbar, dass unsere staatlichen Umverteilungssys­teme keine Zukun­ft haben. Die Ursache unser­er Prob­leme ist doch nicht die UN, oder die Über­bevölkerung in Afri­ka, son­dern die Tat­sache, dass hierzu­lande massen­weise fremdes Geld ver­schenkt wird. Diese Prob­leme lassen sich durch Diskri­m­inierung von Aus­län­dern höch­stens um einige Gen­er­a­tio­nen nach hin­ten ver­schieben, weil wir mit unserem Sozial­staat den Inkom­pe­ten­testen und Nut­zlos­es­ten Indi­viduen einen Anreiz schaf­fen, sich max­i­mal fortzupflanzen. Als Sozialschmarotzer mit fünf Kindern lebt es sich gar nicht so schlecht, und es gibt für unfähige Men­schen keine andere Möglichkeit, einen ver­gle­ich­baren Wohl­stand zu erre­ichen. Diese Men­schen leben auf Kosten der­jeni­gen, die nicht unfähig sind, Geld zu ver­di­enen, und die sich dadurch selb­st weniger Kinder leis­ten kön­nen. Wir zücht­en uns mit unserem Sozial­staat die kom­pe­ten­ten Indi­viduen weg, und die Inkom­pe­ten­ten ver­mehren sich während­dessen unkon­trol­liert. Eigen­schaften wie Intel­li­genz und Langzeit­präferenz, die wohl die wichtig­ste Grund­lage von Wohl­stand sind, sind erblich, und lassen sich weit weniger durch “Bil­dung” und “Erziehung” verän­dern, als all­ge­mein gedacht. Irgend­wann wer­den unsere Nachkom­men auch ohne Massen­zuwan­derung die sel­ben Prob­leme haben, die wir jet­zt wegen der Massenein­wan­derung haben, und dann wird auch keine Diskri­m­inierung nach Herkun­ft etwas verän­dern kön­nen. Ich halte dies für ein ziem­lich großes Prob­lem, und finde, dass es die Sit­u­a­tion nochmal um einige Größenord­nun­gen unmoralis­ch­er Macht, dass man dieses Sys­tem jet­zt auch noch mit­tels Diskri­m­inierung nach Herkun­ft aufrecht erhal­ten will. Das ist etwas, für das sich unsere Nachkom­men schä­men wer­den.
      8. Ich möchte nochmal extra erwäh­nen, dass das UN-Paper ständig davon spricht, evi­denzbasierte Entschei­dun­gen zu tre­f­fen, evi­denzbasiertes Infor­ma­tion­s­ma­te­r­i­al zur Ver­fü­gung zu stellen, eine evi­denzbasierte gesamt­ge­sellschaftliche Diskus­sion zu fördern, und so weit­er. Dies wäre ein richtig großer Fortschritt im Ver­gle­ich zu dem, was es derzeit in Sch­land gibt. “Evi­denzbasiert” gilt hierzu­lande als ras­sis­tisch und islam­o­phob.
      9. Ich sage dies als jemand, der es für sein gutes Recht hält, seine Mit­men­schen zu diskri­m­inieren, und der Staat­en umso mehr ablehnt, je größer sie sind.

  6. Haben Sie mal her­aus­ge­fun­den, welche Poli­tolo­gen, Sozi­olo­gen, The­olo­gen und son­sti­gen gescheit­erten Exis­ten­zen diese Texte zu ver­ant­worten haben? Wie viele davon sind has­ser­füllte Les­bin­nen und frus­tri­erte alte Jungfern, die der Män­ner­brut mal so richtig eins auswis­chen wollen?

    Klar passen hier zwei Defor­ma­tio­nen zusam­men: Der Schuld­kult des Abend­lands und die Schul­dresistenz des Islam, weib­liche Unter­wür­figkeit und männliche Dom­i­nanz. Für mich ist der Pakt ganz klar der Ver­such der ein­schlägi­gen 30% UN-Mit­glieder, dem West­en ihre Reli­gion aufzuzwin­gen.

    Nur bil­dungsre­sistente Damen wie Wash­ing­ton-Künast oder Bätschi-Nahles sind auch noch so naiv, den Mördern ihrer Kinder die Tür aufzu­machen. Nur die allerdümm­sten Käl­ber…

  7. Der Glob­al Migra­tions Pakt ist für die einzel­nen Staat­en rechtlich nicht bindend.
    Im DLF- Inter­view hat eine Ham­burg­er Proffes­sorin — im The­ma involviert — aus­drück­lich erk­lärt :
    Für den EuGH — u. weit­ere hohe Gerichte — wer­den die Texte des GCM Grund­lage der Gerichts­barkeit !!

  8. Vie­len Dank für diesen Text! Eben­so für die Mühe, es nicht bewusst orthografisch zu triv­i­al­isieren (man weiß vorher schon, dass es viele nicht erre­icht, auch, weil sie zu ungeduldig sind, Wort­frag­mente bei google zu suchen).
    Ich habe mir erlaubt, einen Absatz (mit Quel­lenangabe) Ihres Textes auf meinem FB-Pro­fil les­bar zu machen.

    Gruß und Dank

  9. Die Frage ist doch immer, wer dahin­ter steckt. Ich meine, es ist der links­grün-ver­strahlte Endzeit­sozial­is­mus mit total­itär-links­faschis­tis­chen Zügen, durch den die Glob­al­is­ten aller Län­der (vere­inigt euch!) an der Zer­störung autuchthon­er Völk­er und ihrer Sozial­sys­teme werkeln!
    Ich habe dazu fol­gen­des Gedicht geschrieben:

    Migranten hier, Migranten da,
    Die kom­men nicht von ganz allein.
    Migranten fern, Migranten nah,
    Das muss der große Aus­tausch sein.
    (Siegfried Prütt 2018)

  10. Es geht im Grunde genom­men um die ure­igen­sten Instink­te der men­schlichen Rasse. Eine, glob­al betra­chtet, kleine Men­schen­clique möchte ihre Mach­tansprüche über eine Ide­olo­gie durch­set­zen. Sich Gefol­gschaft akquiri­eren, die Ökonomie beherrschen und nicht weniger als die Men­schheit in ihrem Sinne lenken. Das ist ein höchst prob­lema­tis­ch­er wie undemokratis­ch­er Vor­gang, den Struk­turen der Reli­gio­nen gle­ichgeschal­tet, und deshalb mit den gle­ichen Gefahren ver­bun­den, die, wie uns Islam und Chris­ten­tum anschaulich vor­leben,
    Kor­rup­tion, Aggres­sion, Intol­er­anz, Bestechung, Mei­n­ung­sun­ter­drück­ung, Auss­chal­tung des Indi­vidu­ums auf Kosten der Gle­ich­schal­tung und sämtliche Tod­sün­den inklu­sive her­vor­brin­gen. Es ist ein zivil­isatorisch­er Rück­fall, der unter der Vok­a­bel des Human­is­mus, Mei­n­ungs­frei­heit unter­drückt, Indi­vid­u­al­ität zer­stört und geisti­gen Plu­ral­is­mus tötet. Mit (Sor­ros) ‑Geld neuen Medi­en ( Inter­net) und Pros­em­i­narpsy­cholo­gie wie Nudg­ing und Pater­nal­imus hält man die Welt­bevölkerung in einem geisti­gen Zus­tand zwis­chen Unwis­senheit und Falschin­for­ma­tion, durch Infor­ma­tion­sun­ter­drück­ung und ein­seit­ige Berichter­stat­tung. Aus der Geschichte wis­sen wir, daß auch solche Macht­struk­turen nicht von Bestand sind, aber in der Regel geben solche Men­schen erst auf, wenn Sie alles zer­stört haben. Übri­gens, an die Vertreter der EU zu schreiben , ist eine nette Geste, aber für den Ide­olo­gen eher ein Ans­porn, seine Stand­punk­te noch strin­gen­ter zu vertei­di­gen.

    • “Mit (Sor­ros) ‑Geld neuen Medi­en ( Inter­net) und Pros­em­i­narpsy­cholo­gie wie Nudg­ing und Pater­nal­imus hält man die Welt­bevölkerung in einem geisti­gen Zus­tand zwis­chen Unwis­senheit und Falschin­for­ma­tion, durch Infor­ma­tion­sun­ter­drück­ung und ein­seit­ige Berichter­stat­tung.”

      Gibt es eigentlich eine geschichtliche Epoche, in der sich die Mehrheit der Bevölkerung nicht im Zus­tand der Unwis­senheit und Falschin­for­ma­tion befand? Ich hege meine Zweifel daran, ob ein ander­er Zus­tand, angesichts der Beschaf­fen­heit der Men­schen, über­haupt möglich ist. Dank des Inter­net und all­ge­mein ver­bre­it­eter Fremd­sprachenken­nt­nis hat doch jet­zt das Zeital­ter begonnen, in dem man Infor­ma­tio­nen ohne großen Aufwand auf deren Wahrheits­ge­halt prüfen kann. Aber nie­mand tuts. Darum funk­tion­iert Nudg­ing und Pro­pa­gan­da. Woran liegts?

      Meine per­sön­liche These ist, dass die Grundüberzeu­gun­gen der Men­schen falsch sind, und sie sich daran gewöh­nt haben, dass die Dinge, die sie für wahr hal­ten, nicht zusam­men passen. Es kön­nte aber auch sein, dass den Men­schen ein­fach die kog­ni­tive Leis­tungs­fähigkeit fehlt, die notwendig ist, um Sachver­halte ober­halb eines gewis­sen Kom­plex­itäts­grads zu erfassen. Eine weit­ere These wäre, dass Men­schen sich wed­er für den Wahrheits­ge­halt noch die Fol­gen ein­er Aus­sage inter­essieren, son­dern sie sich lediglich auf die per­sön­lichen und/oder sozialen Auswirkun­gen beschränken, die es auf sie hat, etwas für wahr/unwahr zu hal­ten.

      In jedem Fall scheinen Men­schen nicht dafür aus­gelegt zu sein, außer­halb eines Zus­tands der “Unwis­senheit und Falschin­for­ma­tion” zu existieren.

      • Ich glaub, das kommt auf den Typ an. Merkel ist der Wahrheits­ge­halt ein­er Lehre egal.

        Sie ist zugle­ich die ide­ol­o­gis­chste und die unide­ol­o­gis­chste Kan­z­lerin. Was sie glaubt, ver­tritt sie mit aller Gewalt. Es ist nur immer ger­ade das, was man um sie herum so glaubt. Ihr Merkel­sprech ist auch ein rhetorisches Wun­der. Die Medi­en haben ja mal eine Zeit­lang gestreut, dass sie eine Rhetorik­lusche sei. Das stimmt nicht. Das dachte ich damals schon. Die wenig­sten kön­nen so reden. Das ist alles sehr präzise kan­ten­los, oft aus­sagen­los. Aus­sagen kom­men nur, wenn es sich nicht ver­mei­den lässt. Mir fällt bei Ost­deutschen sehr oft diese sehr präzise, genaue Sprache auf, mit der man möglichst wenig sagt. Leute wie Vera Lengs­feld und Moni­ka Maron navigieren sich damit durch den aggres­siv­en öffentlichen Raum, stechen aber unter der Hand auch die echt­en harten Tre­f­fer durch. Die Wes­sis plap­pern drauf los, mal kommt was rum, mal nicht. Bei Lengs­feld und Maron kommt immer was rum. Es sitzt aber auch und ist in diese präzise Schlichte einge­bet­tet. Merkel hat nur diese Schlichte und sagt so wenig wie möglich. Sie ist auch so sel­ten wie möglich über­haupt am Mikro. Ich weiß, es wird oft abge­tan, aber die wurde bes­timmt nicht zufäl­lig “Sekretärin für Pro­pa­gan­da und Agi­ta­tion”. Ihre Auf­gaben in der Umbruch­phase waren auch immer etwas als Sprecherin. Eben­falls “Sekretärin für Pro­pa­gan­da und Agi­ta­tion” war übri­gens Katrin Göring-Eck­hardt. Das beängsti­gende ist, dass sich sich mein eigen­er Sprach­duk­tus dem langsam anpasst. Man ver­sucht Pro­jek­tions­fläche für möglichst viele zu sein und hie und da etwas doch durchzustechen. Und daran reibt sich eben nie­mand. Men­schen müssen auf Wider­sprüche stoßen.

        Merkel benutzt auch ganz klar­er Pro­pa­gan­dameth­o­d­en, die nicht ein­fach so “aufge­saugt” wur­den. Zum Beispiel wird die Bevölkerung ange­hal­ten sich zu schwammi­gen, oft wirren Aus­sagen zu beken­nen, um die Wider­spen­stigkeit abzule­gen: “Der Islam gehört zu Deutsch­land” (Wulff, aber garantiert von ihr vorgeschla­gen), “Wir schaf­fen das”, “Scheit­ert der Euro, scheit­ert Europa”.…

        Eben­falls gezielt ist, dass sie sich selb­st sel­ten spal­ter­isch äußert (kan­ten­los), aber andere drumherum auf den Weg gibt, sich mal zu äußern. Also dass die AfD nicht zur Demokratie gehört oder dass sich die Chem­nitzer der “Zusam­men­rot­tung” schuldig gemacht haben, ist von ihr. Der Münch­n­er Seib­ert wäre nie spon­tan auf den DDR-Begriff “Zusam­men­rot­tung” gekom­men. Die Attack­en machen die anderen. Und Merkel sorgt für die Aggres­sion bewusst. Katrin Göring-Eck­hart hat das auch drauf. “Wir dür­fen die Leute nicht in die Rechte Ecke stellen” und sie teilt dann doch aus. Sie muss das in Per­son­alu­nion machen, kann aber immer noch sagen, dass sie ja eigentlich Ver­ständ­nis gezeigt habe, während die anderen ange­blich “spal­ten”.

        Es sind knall­harte Pro­pa­gan­dameth­o­d­en aus der Dik­tatur. Und es sind auch nicht wenige Posten im Jour­nal­is­mus von DDR-geprobten Leuten beset­zt (Karo­la Wille, Maybritt Ill­ner, die ganzen roten Kloster Alum­nie [Jour­nal­imuskader­schmiede Uni Lebzig].…)

        Das Wichtige ist ja auch, dass man Moral schafft. Also es ist nicht nur schlecht Infor­ma­tio­nen im Inter­net zu suchen, son­dern macht auch noch “dumm” und führt in die Pro­pa­gan­da der Russen. Wer so was macht, also googlen, ist durch und durch schlecht, ins­beson­dere, wenn er auf Blogs wie diesen liest. Wer sagt, dass er von Achgut etwas weiß, wird ganz schief angeschaut.

        Und dann das Label-Spiel. Also für links gibt es drei Geschmack­srich­tun­gen: Kom­mu­nis­mus, linksradikal und was Rot-Grün sagt (Das kommt eigentlich aus dem DNC in Ameri­ka). Man kann all diese Mei­n­un­gen haben und sich trotz­dem der Debat­te entziehen, indem man “Mitte” ruft (oder wie auch immer die Stelle heißt, bei der man beim Nach­laufen-Spiel nicht gefasst wer­den darf). Die Mitte macht alles richtig und ist edel­weißsauber. Nur wenn man vor rääächts warnt, dann ist die “Mitte” keine Posi­tion, son­dern der Zah­narzt, Anwalt und andere Besserver­di­ener und dro­ht böse zu wer­den. Wer nicht zu den linken Grup­pen gehört ist “Nazi”. Allerd­ings darf man das nicht so offen sagen, dass die Steuersenkung den näch­sten Holo­caust bringt. Da muss man möglichst viele Begriffe back­en, die alle keine eigen­ständi­ge Bedeu­tung haben, aber immer abfäl­lig ver­wen­det wer­den: erzkon­ser­v­a­tiv, nation­al­is­tisch, recht­sna­tion­al­is­tisch (im Gegen­satz zu linksna­tion­al­is­tisch?), recht­skon­ser­v­a­tive (im Gegen­satz zu linkskon­ser­v­a­tiv?), pop­ulis­tisch, recht­spop­ulis­tisch (im Gegen­satz zu linkspop­ulis­tisch?), rechts außen, hart rechts, (ganz) rechts außen, recht­sex­trem und recht­sradikal. Extrem und radikal gibt es auch bei Links aber für den Titel muss man schon jeman­den kalt abmurk­sen. Bei Recht­en reicht es, wenn Sie den Islam kri­tisieren.

      • Mit der Grup­pen­größe wächst die Fehlbarkeit ein­er über­sichtlichen, demokratis­chen Regierungs­form. Deshalb sind Natio­nen bzw. über­schaubare Gemein­schaften wichtig für ein geregeltes soziales Miteinan­der. Fehlt jeglich­er per­sön­liche Bezug eines Men­schen zu einem poli­tis­chem The­ma oder wird ihm der Bezug nicht aus­re­ichend dargestellt, wird er kein Inter­esse entwick­eln. Warum sollte er auch. Wird ein sozialer Not­stand (Migra­tion) trotz gesellschaftlich­er Rel­e­vanz von den Herrschen­den her­abge­spielt oder negiert, ist der Bürg­er dur­chaus in der Lage seinen Unmut zu äußern, weil es ihn unmit­tel­bar bet­rifft. Die Men­schen sind nicht so schlecht informiert wie Sie meinen ROLF, aber es fehlt Ihnen (wie auch uns hier auf dem Blog) die poli­tis­che und medi­ale Gestaltungsmöglichkeit(Medienpräsenz) . Poli­tisch effizient sind über­schaubare Gemein­schaften mit demokratis­chen, trans­par­enten Strukturen,pluralistisch und mei­n­ung­sof­fen. Angestrebt wer­den aber glob­ale, unüber­schaubare län­derüber­greifende, soge­nan­nte inter­na­tionale Com­mu­nites, deren Unüber­schaubarkeit von kleinen Macht­cliquen genutzt wer­den für die Etablierung ihrer poli­tis­chen Ziele siehe UN, siehe EU. Das hat total­itäre, faschis­tis­che Züge, weil Ander­s­denker desavouiert wer­den.

        • Liebe Sabine,

          ich glaube nicht, dass es stimmt, dass durch man­gel­nde Gestaltungsfähigkeit/Medienpräsenz Unwis­senheit gener­iert wird. Deine Möglichkeit­en, auf den Diskurs Ein­fluss zu nehmen, sind größer denn je. Roger ver­di­ent, so weit ich weiß, sein Geld damit, Home­pages zu gestal­ten. Er kön­nte Dir dabei helfen, wie auch immer geart­ete Infor­ma­tio­nen zu pub­lizieren, wenn Du etwas zu sagen hättest, das diesen Aufwand wert ist. Ver­mut­lich kön­nte er Dir auch einen Platz auf achgut.de ver­schaf­fen, sofern die Qual­ität stimmt. Damit soll­test Du einige hun­dert­tausend Views kriegen. Wenn Du Dich dann noch bemühst, eine Kon­tro­verse auszulösen, die in den sozialen Medi­en viral wird, nehen Dich Mil­lio­nen von Men­schen wahr. Es gibt in der gesamten Welt­geschichte keinen Zeit­punkt, an dem es leichter war, eine unbe­gren­zte Anzahl Men­schen zu erre­ichen. Man muss nur etwas zu sagen haben, aus der Masse her­ausstechen, und auf eine wirk­same Ver­bre­itungsstrate­gie zurück­greifen. Es ist leicht, min­destens zehn­tausende Men­schen zu bee­in­flussen. Ein Youtubekanal reicht schon, und dafür braucht man lediglich eine Web­cam und ein brauch­bares Mikro­fon.

          Es ist auch leicht möglich, gegen die “Herrschaft­spro­pa­gan­da” zu agieren. Such Dir einen der zahlre­ichen Zeitungsar­tikel, in denen Lügen ver­bre­it­et wer­den, und stelle die Lügen richtig. Ich erin­nere mich zum Beispiel an Zeitungsar­tikel von 2015, in denen behauptet wurde, Aus­län­der seien nicht krim­ineller als Deutsche, und wür­den mehr Steuern zahlen, als sie kosten, die triv­ial ein­fach zu wider­legen waren. Solche Nar­a­tive gibt es doch auch heute noch massen­haft, und diese sind so leicht wider­leg­bar, dass sie von nie­man­dem mehr geglaubt wer­den, der mal eine Richtig­stel­lung gele­sen hat. Genau dies ist das Prob­lem, dass unsere Regieren­den mit sozialen Medi­en haben, und weshalb man vor eini­gen Jahren das Konzept der “Fake News” aus dem Hut zauberte. Die Regieren­den sagen uns auf diese Weise doch dankenswert­er­weise selb­st, wie man sie kaputt machen kann. Man muss nur ein­fach das machen, worüber sie sich echauffieren, und zwar massen­haft und auf eine Weise, die sie nicht unterbinden kön­nen.

          Das eigentliche Prob­lem mit der Unwis­senheit ist doch nicht, dass man eine Regierung nicht ihrer Legit­im­ität und Hand­lungs­fähigkeit berauben kann. Dies kann man. Das Prob­lem ist, dass man nichts hat, wodurch man sie erset­zen kön­nte. “Nun sind sie ein­mal da”, ums mit Ang­ies Worten zu sagen.

          Neben­bei bemerkt glaube ich nicht, dass unsere Regierung, wenn man mal von ihrer Exis­tenz absieht, bess­er geeignet ist, als die Alter­na­tiv­en, die man ver­wirft. Einzig ist sie da. Es gibt da näm­lich ein ganz grundle­gen­des Prob­lem, das ich auf­greife, da Du von “poli­tis­ch­er Effizienz” schrieb­st, und das, in der Tat, ein Prob­lem mit der Effizienz ist, das man mit den vorhan­de­nen Mit­teln nicht lösen kann:

          Je größer eine Gruppe ist, desto mehr gegen­sät­zliche Inter­essen gibt es inner­halb dieser Gruppe, wodurch es immer schwieriger wird, Regeln zu definieren, die für alle akzept­abel sind. Eben­so wächst der Koor­di­na­tion­saufwand mit der Grup­pen­größe- und Het­ero­gen­ität, weil dadurch alles unüber­schaubar­er wird. Aus diesem Grund ist umso mehr koor­dinierende Bürokratie notwendig, je größer oder het­ero­gen­er eine Gruppe ist, während der zusät­zliche Nutzen dieser Bürokratie immer weit­er abn­immt. Will heißen, dass große het­ero­gene Grup­pen nicht mit weni­gen Regeln auskom­men, und der Zusatznutzen einzel­ner Regeln immer geringer wird, während die Kosten des bürokratis­chen Over­heads mit jed­er zusät­zlichen Regel kon­stant steigen. Deshalb sind kleine Grup­pen effizien­ter als Große. Diesen Effekt sieht man ständig in der Wirtschaft, wenn Großun­ternehmen ihre Abteilun­gen in eigen­ständig wirtschaf­tende Tochterun­ternehmen abspal­ten, oder gän­zlich out­sourcen, weil ein eigen­ständi­ges Unternehmen eine Auf­gabe effizien­ter ver­richt­en kann, als eine Abteilung eines Großun­ternehmens.

          Kurz gesagt, und zum merken: Größe und Het­ero­gen­ität machen Dinge kom­plex­er, Kom­plex­ität macht Dinge schw­er­er steuer­bar, und unge­ord­nete Kom­plex­ität erzeugt Rei­bungsver­luste.

          “Poli­tisch effi­zi­ent sind über­schau­bare Gemein­schaf­ten mit demo­kra­ti­schen, trans­pa­ren­ten Struk­turen, plu­ral­is­tisch und mei­nungs­of­fen. ”

          Nun fol­gt eine Ode an die Effizienz:

          Ich denke, dass es sich bei “Poli­tis­ch­er Effizienz” und “Effizienz” um zwei grund­ver­schiedene Dinge han­delt, wie man es schon von “Sozialer Gerechtigkeit” und “Gerechtigkeit” her ken­nt. Deshalb wäre ich dafür, ein anderes Wort zu gebrauchen, um nicht die pos­i­tiv­en Attribute von “Effizienz” oder “Gerechtigkeit” fälschlich zu vere­in­nah­men.

          Erst­mal zur Def­i­n­i­tion: Das Wort “Effizienz” beschreibt eine Mis­chung aus Sparsamkeit und Wirkungs­grad. Ein Sys­tem ist dann effizient, wenn man kein Ele­ment dieses Sys­tems verän­dern kann, ohne das Input/Output Ver­hält­nis des Sys­tems nachteilig zu verän­dern. Das heißt zum Beispiel, dass ein Mikrow­ellenofen dann effizient kon­stru­iert ist, wenn es nicht möglich ist, die Kon­struk­tion so zu verän­dern, dass ein Liter Wass­er, der sich im Inneren des Ofens befind­et, mit ein­er fest­gelegten Menge Strom stärk­er erhitzt wird, als mit der vorheri­gen Kon­struk­tion. Eine Lichtquelle ist dann effizient, wenn man kein Ele­ment der Kon­struk­tion verän­dern kann, ohne die Lich­taus­beute pro Wattsekunde zu reduzieren.

          Sofern sich “Poli­tis­che Effizienz” also auf den Effizien­z­grad eines poli­tis­chen Sys­tems bezieht, ist das effizien­teste mögliche Sys­tem also eine absolute Dik­tatur, bei der es keine Checks&Balances gibt, und inner­halb der­er das Wort des KOMPETENTEN Dik­ta­tors das uneingeschränkt gültige Gesetz ist. Auf diese Weise wird jed­er Rei­bungsver­lust ver­mieden, und der erre­ich­bare Effizien­z­grad wird einzig durch die Kom­pe­tenz des Dik­ta­tors, und die Vor­gaben der Naturge­set­ze, begren­zt.

          Sofern es darum geht, einen bes­timmten Zus­tand herzustellen, ist das effizien­teste Sys­tem eine absolute Dik­tatur mit einem kom­pe­ten­ten Dik­ta­tor, der ein bes­timmtes Ziel ver­fol­gt. Sofern es also um das Wohl der Bevölkerung geht, ist das effizien­teste Sys­tem eine absolute Dik­tatur mit einem kom­pe­ten­ten und “wohlwol­len­den” Dik­ta­tor.

          Demokratie und Poli­tik sind, auf­grund der ganzen Rei­bungsver­luste und Kom­pro­miss­lö­sun­gen, nicht effizient. Wed­er in ihrem Wesen, noch in ihrer Entschei­dungs­find­ung, noch in ihrer Umset­zung ebendieser. Wenn es um Effizienz geht, und man ein poli­tis­ches Sys­tem haben will, sind alsolute Dik­taturen bess­er als Demokra­tien.

          So weit, so logisch.

          Aus dem zuvor geschriebe­nen, würde ich fol­gern, dass sich große Gemein­schaften mit den Mit­teln der Poli­tik über­haupt nicht auf eine effiziente Weise gestal­ten lassen. Eine große Gemein­schaft effizient zu gestal­ten, ist ein Prob­lem, das zu kom­plex ist, um von Men­schen gelöst zu wer­den. Men­schen kön­nen höch­stens kleine Gemein­schaften auf Effizienz trim­men, und in diesem Bezug haben Dik­ta­toren die besseren Aus­sicht­en, ein effizientes Ergeb­nis zu schaf­fen, als Demokrat­en.

          Wenn Du große und het­ero­gene Grup­pen von Men­schen effizient koor­dinieren willst, brauchst Du ein Opti­mierungsver­fahren, das etwas leis­tet, zu dem kein Men­sch fähig wäre.

          Evo­lu­tion ist in diesem Bezug der Klas­sik­er, jedoch opti­miert Evo­lu­tion nicht auf Effizienz, son­dern daraufhin, möglichst viele Babies in die Welt zu set­zen, und diese lange genug am Leben zu erhal­ten, bis diese wiederum selb­st möglichst viele Babies in die Welt set­zen, und die ganze Zeit über Konkur­renten zu ver­drän­gen. Dies ist die Front, auf der wir ger­ade am ver­lieren sind.

          Demokratie ist kein Opti­mierungsver­fahren, son­dern ein Steuerungsver­fahren, das nicht effizient funk­tion­iert. Dik­taturen funk­tion­ierten nicht mit großen Grup­pen. Mit Demokratie oder mit großen Grup­pen ist kein effizien­ter Zus­tand erre­ich­bar.

          Wir hat­ten, vor nicht allzu­langer Zeit, auch noch ein anderes Opti­mierungsver­fahren, das Effizienz gener­ierte, bei dem wir Dik­taturen mit Evo­lu­tion kom­binierten. Wir hat­ten mal unzäh­lige winzigk­leine Dik­taturen mit Allein­herrschaft­sanspruch in ein­er evo­lu­tionären Umge­bung gegeneinan­der anstinken ließen. Wir nan­nten diese abso­lutis­tis­chen Dik­taturen nur anders, näm­lich beze­ich­neten wie sie als “Fam­i­lien”, “Gemein­den”, “Unternehmen”, etc. Aber dieses Opti­mierungsver­fahren haben wir kaputt gemacht, als wir damit aufhörten, Pri­vateigen­tum als absolutes Besitzrecht zu definieren. Seit­dem ver­lieren wir gegen die Evo­lu­tion.

          Du schreib­st, dass EU und UN einen Hang zu Total­i­taris­mus und Faschis­mus haben, weil sie Regeln erlassen, die kein­er haben will. Die Welt ist jedoch ein riesen­großes, und furcht­bar het­ero­genes Sys­tem. Das, was Du als “Faschis­mus und Total­i­taris­mus” beze­ichnest, ist doch nur das Resul­tat dessen, dass man ver­sucht ein unglaublich kom­plex­es Sys­tem zu kon­trol­lieren, während dies nur auf eine furcht­bar inef­fiziente Weise mach­bar ist. Das, was Du siehst, ist der Teil dieser Inef­fizienz, der da sicht­bar ist, wo Du wohnst. Würdest Du ander­swo wohnen, würdest Du einen anderen Teil dieser Inef­fizienz sehen. Als Lösung möcht­est Du weniger EU und UN haben, und dafür mehr kleine Gebilde mit lokalem Allein­herrschaft­sanspruch. Soweit stimme ich Dir zu.

          Die BRD ist aber auch ziem­lich groß und het­ero­gen, und somit ein seeehr kom­plex­es Sys­tem, und diejeni­gen, die Dich mis­shan­deln, arbeit­en wed­er für die UN noch für EU, son­dern für die BRD. Warum ist die BRD Dein­er Mei­n­ung nach nicht auch zu groß und het­ero­gen, um über­haupt effizient struk­turier­bar zu sein?

          @Roger:
          War Die das jet­zt flo­ret­tig genug? Du kannst gerne meine Form und Tech­nik kor­rigieren.

        • Lieber Rolf,
          1. ich besuche mehrere Blogs ähn­lich­er poli­tis­ch­er Aus­rich­tung und bewege mich deshalb, wie die anderen Inter­essen­ten, in ein­er algo­rith­mis­chen Blase. Die Öffentlichkeit wird haupt­säch­lich durch die Medi­en, Funk, Fernse­hen und Presse erre­icht. Die Erk­lärung 2018 hat es mit viel Aufwand zahlre­ich­er Beteiligten in den Peti­tion­sauss­chuss geschafft, den­noch wird die Öffentlichkeit nicht davon informiert. Das ist bewußte Mei­n­ung­sun­ter­drück­ung.
          Genau so ver­hält es sich mit fake news.
          2. Effizienz ist die Eigen­schaft mit weni­gen, aber gut durch­dacht­en Mit­tel den größt­möglichen Out­put zu schaf­fen. Das struk­turi­ert und schafft Über­sicht und ist auf­grund ein­er genialen Ein­fach­heit
          eine sehr demokratis­che Vorhe­hensweise, da ein­fach zu ver­ste­hen
          und gle­ichzeit­ig trans­par­ent. Das gilt für die Poli­tik genau­so wie für eine Waschmas­chine oder einen Tagesablauf. Es gibt aber auch Men­schen, die es kom­pliziert mögen…
          3. Natio­nen sind über Jahrhun­derte ent­standene soziale Gemein­schaften und sie entsprechen dem evo­lu­tionären Ver­hal­ten des Men­schen. Große Natio­nen bleiben in der Regel nur demokratisch, wenn sie als Staaten­bund die Über­schaubarkeit beibehal­ten, wie die USA. UN und EU sind nicht demokratisch gewählt, eben­sowenig wie NGO’s. Sie kön­nen helfen, wenn die Poli­tik sie darum bit­tet, aber nicht Poli­tik betreiben mit dem Geld der Steuerzahler. Dazu beste­ht keine Legit­i­ma­tion.
          So, Rolf, jet­zt kennst Du meine Mei­n­ung. Teil­weise kann ich dein­er Argu­men­ta­tion nicht fol­gen, aber ich gab mir Mühe deinen
          Gedankengän­gen zu fol­gen. Effizienz ist offen­sichtlich kein Steck­enpferd von Dir, wie man an Dein­er umfan­gre­ichen Kor­re­spon­denz erken­nen kann. Du bist mehr der Typ, der sich ‘in-die-Sache-reinkni­et ’ und in der Tiefe stöbert. Wie der Effiziente den Blick für das Detail ver­lieren kann, ver­liert der Detail­ver­liebte
          manch­mal den Überblick. Offen­sichtlich braucht man bei­de.
          Ich finde es übri­gens schade, daß auf diesem Block die Leute
          nicht ihre Namen nen­nen. Warum ist das so?
          LG Sabine

        • Liebe Sabine,

          1. Dass unsere Regierung eine kor­rupte Clique ist, die keinen Bock auf Konkur­renz von außen hat, liegt doch in der Natur der Sache begrün­det. Wenn es einen Ver­drän­gungswet­tbe­werb auf­grund von Leis­tung gäbe, wären die Posten und Pöstchen der Akteure nicht mehr sich­er, und das Stück des Kuchens, den sie sich zuschanzen kön­nen, würde klein­er wer­den. Dies zu unterbinden ist ein unter Monop­o­lis­ten üblich­es Ver­hal­ten. Genau dieses Ver­hal­ten ist, was Mono­pole zu etwas Schlechtem macht.

          Du hast die Möglichkeit, in die Außer­par­la­men­tarische Oppo­si­tion zu gehen. Willst Du behaupten, dass Du nicht die Möglichkeit hättest, min­destens zehn­tausend Men­schen zu erre­ichen, wenn Du Dich etwas anstren­gen würdest, und so tätest, als sei es Dir mit diesem Vorhaben ernst? Was mehr kön­ntest Du haben wollen? Willst Du, mit einem großen Stab von Fach­leuten und Psy­cholo­gen, jeden Ein­wohn­er im Kinde­salter mit Deinen Inhal­ten indok­trinieren, so, wie der Staat es in Schulen macht, bis Du meinst, Du hättest eine Chance, die Öffentlichkeit zu erre­ichen?

          2. Effizienz ist das Ver­hält­nis von Input zu einem definierten Out­put, oder das Ver­hält­nis von richtigem zu falschem Out­put. Effizienz ist immer rel­a­tiv, und niemals abso­lut. Also nicht ein­fach nur “Größt­möglich­er Out­put”, son­dern “Größt­möglich­er Out­put bei gle­ich­bleiben­dem Input”. Effizienz ist auch nicht gle­ichbe­deu­tend mit “Ein­fach­heit”, wobei es umso leichter ist, Dinge zu opti­mieren, je geringer ihre Kom­plex­ität ist.

          Aber, da Du sagst, Effizienz sei demokratisch… Kannst Du mir ein effizientes Ding nen­nen, das in der Real­ität vorkommt, und entwed­er auf demokratis­chem Wege ent­standen ist, oder auf demokratis­chem Wege effizient funk­tion­iert? Die Dinge, die in der Real­ität vorkom­men, und bei denen Effizienz ein Kri­teri­um ist, sind abso­lut undemokratisch, und wür­den scheit­ern, wenn man sie demokratisieren würde. Ein Flugzeug, das von ein­er Mehrheit­sentschei­dung sein­er Pas­sagiere ges­teuert wird, würde abstürzen, oder gegen einen Berg fliegen, weil die Pas­sagiere sich nicht entschei­den kön­nten, ob sie links oder Rechts auswe­ichen sollen. Beson­ders, wenn die Pas­sagiere selb­st keine Piloten sind, und nicht wis­sen, was sie tun. Und eine Lan­dung ist ein viel zu kom­plex­er Prozess, um auf demokratis­che Weise umset­zbar zu sein. Und Flugzeugfliegen ist eine ver­gle­ich­sweise ein­fache Tätigkeit. Bei ein­er Lan­dung bei gutem Wet­ter muss man nur Geschwindigkeit und Anstell­winkel beacht­en. Ein Flugzeug zu lan­den ist ein ein­facheres Prob­lem, als einen Staat zu steuern. Ein gutes Auto zu bauen ist eben­falls ein leichteres Prob­lem, als ein gutes Rechtssys­tem zu kon­stru­ieren. Gibt es demokratisch ent­wor­fene Autos, die ein wie auch immer definiertes Opti­mum erfüllen?

          Du sprichst Dich doch dafür aus, ein Ding mit der Lösung schw­er­er Prob­leme zu beauf­tra­gen, dass es nicht­mal schafft, ver­gle­ich­sweise ein­fache Prob­leme zufrieden­stel­lend zu lösen.

          3. Natio­nen entsprechen nicht dem evo­lu­tionären Ver­hal­ten der Men­schen. Unser Gehirn ist nicht dafür aus­gelegt, eine soziale Bindung zu mehr als unge­fähr 30 Men­schen zu haben. Men­schen kön­nen nicht mehr als die groben per­sön­lichen Eigen­schaften von ich glaube 150 Men­schen einiger­maßen detail­liert im Kopf behal­ten. Ich glaube, 150 war sog­ar die Ober­gren­ze. Wenn jemand mehr Kon­tak­te hat, dann inter­agiert er nicht mehr mit Men­schen, son­dern mit Akten, Kun­den, etc.. Men­schen sind, evo­lu­tionär, dazu geschaf­fen, in kleinen Stäm­men zu leben, in denen jed­er jeden lebenslang ken­nt, und deren Zusam­men­halt in etwa dem Zusam­men­halt des US Marines Corps entspricht. Wenn man ver­sucht, größere nicht-triv­iale Grup­peniden­titäten zu erschaf­fen, benötigt man in der Regel Gehirn­wäschetech­niken und Zwang. Also nix mit “natür­lich”.

          Abge­se­hen davon ist “Nation­al­ität” heutzu­tage eine der­maßen schwache Gemein­samkeit, dass man inner­halb eines Brief­marken­samm­lervere­ins — Ganz zu schweigen, von einem Stamm oder ein­er Groß­fam­i­lie — mehr Zusam­men­halt hat, als in ein­er zufäl­lig zusam­mengewür­fel­ten Gruppe von den Ange­höri­gen ein­er Nation. Dir sollte aufge­fall­en sein, wie deut­lich unser Ver­fas­sungspa­tri­o­tismus gegen den Zusam­men­halt von Groß­fam­i­lien ver­liert, falls Du mal die Zeitungs­berichte über die Fam­i­lien­klans in Berlin gele­sen hast. Und das ist ein “David vs. Goli­at” Kampf. Ver­fas­sungspa­tri­o­tis­che Gebilde sind wed­er natür­lich noch effizient.

          4. Du hast mir noch nicht erk­lärt, weshalb die BRD nicht zu groß und het­ero­gen ist, um einen Satz von Regeln definieren zu kön­nen, der die BRD effizient steuert. Ich habe Dir erk­lärt, weshalb die Kom­plex­ität von Sys­te­men mit ihrer Größe und Het­ero­gen­ität ansteigt, und habe erk­lärt, wie man Effizienz erken­nen kann. Du müsstest mir nun sagen, weshalb die Auf­gabe, aus einem Ding, das so groß und het­ero­gen wie die BRD ist, ein Ding zu machen, das effizient ist, Dein­er Ansicht nach über­haupt im Bere­ich des Möglichen liegt. Beziehungsweise, auf welchem Weg Demokratie dazu in der Lage ist, aus Chaos eine effiziente Struk­tur zu erschaf­fen, die die Eigen­schaften hat, die Du wün­schst.

          Wenn Dir das Argu­ment zu abstrakt ist, kann ich es gerne weit­er aus­führen. Aus mein­er Sicht erscheint es als magis­ches Denken, anzunehmen, ein Sys­tem, das so groß und het­ero­gen wie die BRD ist, könne effizient funk­tion­ieren. Man kann höch­stens argu­men­tieren, dass Demokratie die Bevölkerung der BRD in ein­er Weise verän­dert, in der sie ohne Demokratie nicht mehr funk­tion­ieren kann, aber nicht, dass sie dadurch effizien­ter wird. Also ein Gehirn­par­a­sit, der Dich umbringt, wenn Du ihn raus­reißt. Ver­gle­ich­bar mit bes­timmten Reli­gio­nen. Deshalb aber noch lange kein Sym­biont, der Deinen Stof­fwech­sel opti­miert, und Dir Nährstoffe zur Ver­fü­gung stellt, die Du andern­falls nicht hättest.

          Die einzige pos­i­tive Auswirkung, die Demokratie im Ver­gle­ich zur Abwe­sen­heit eines Herrschaftssys­tems hat, hätte man auch mit jedem anderen Herrschaftssys­tem, ein­schließlich der Sharia: Demokratie schafft, als gemein­samer Iden­ti­fika­tions­fak­tor, eine Gruppe, die groß genug ist, um Abwe­ich­ler totzuschla­gen. Viele schla­gen wenige tot, und schaf­fen dadurch Ord­nung. Diesen Effekt hat jedes Herrschaftssys­tem, und Reli­gio­nen haben das auch schon hin­bekom­men.

          5. Ich bin nicht sich­er, ob es Sinn macht, mein Geschreib­sel als inef­fizient zu beze­ich­nen. Ich zer­schieße die üblichen Grun­dan­nah­men, die Men­schen hierzu­lande haben, und ste­he daher vor der Auf­gabe, diese gründlich genug zer­legen zu müssen, um nicht mit “gerun­dete 100 von 100 Leuten denken, was ich denke, also hab ich Recht” kon­fron­tiert zu wer­den. Bring mal auf effiziente Weise jeman­dem bei, wie man E=mv²/2 anwen­det, dessen gesamte Bil­dung aus der Koran­schule stammt. Da gehts nicht um Effizienz.

          6. Ich kann nur für mich reden, aber ich bleibe gerne anonym. Ich möchte nicht in eini­gen Jahren im KZ lan­den, weil ich heute etwas gepostet habe. Oder heute für etwas, das ich vor eini­gen Jahren gepostet habe. Ich halte das für so selb­stver­ständlich, wie das Zäh­neputzen.

        • Rolf, Sabine hat schon recht. Sie meint z.B. dass deine Texte oft ein wenig zu lang sind. Ich weiß z.B. nicht, warum du auf Kor­rup­tion an und für sich unter num­mer 1. eingehst, statt ein­fach möglichst knapp und effizient den von Sabine vor­ge­tra­ge­nen Punkt entwed­er zu bestäti­gen oder zu wieder­legen. Es ist schw­er 10,000 Leser zu erre­ichen. Ich weiß nicht, was du mit “ernst meinen” meinst. Es geht darum, dass viele Mei­n­un­gen im deutschen Diskurs nicht präsent sind, weil die Kosten zu hoch sind. Der Anse­hensver­lust in Fam­i­lie und Beruf kann beträchtlich sein, wenn man auf Achgut, Tichy oder PI-News seine Mei­n­ung los wird. Wie Sabine auch aus­führt erre­icht man auch nur mar­gin­al neue Men­schen für ein Umdenken, die nicht schon von anderen erre­icht wur­den. Du gehst auf ihre Punk­te gar nicht wirk­lich ein.

        • Lieber Ben,

          Meine Texte sind deshalb so lang, weil ich ver­suche, ein Argu­ment zu unter­bre­it­en, und nicht nur eine Mei­n­ung. Und, ich muss sagen, dieses Normi­etum ist mir ganz schön fremd. Ich kann nicht ver­ste­hen, wie man so sein kann, und ver­suche zu erk­lären, wie man denkt.

          Sabines Punkt 1 bezog sich auf Regierung­shan­deln. Ich betra­chte den öffentlichen Rund­funk als die Pro­pa­gan­daabteilung unser­er Regierung, und die Erk­lärung 2018 war an die Regierung gerichtet. Meine Ent­geg­nung war, dass Regierun­gen nun­mal Mono­pole sind, und Mono­pole, die nicht vom Markt in Schach gehal­ten wer­den, anfäl­lig für Kor­rup­tion sind. Die von Sabine erwäh­n­ten Ver­hal­tensweisen der Regierung als Kor­rup­tion zu betra­cht­en, halte ich für zutr­e­f­fend.

          Punkt 2, also, dass man, auf­grund ein­er Fil­terblase ange­blich keine neuen Men­schen erre­ichen kann, ist Bull­shit. Im Deutschsprachi­gen Raum ist “Rechts” so lahm und lang­weilig, dass sich nie­mand dafür inter­essiert, der kein Ide­olo­gie-Junkie auf der Suche nach dem näch­sten Schuss ist. Darum sinds Spin­ner und Lang­weil­er unter sich. Inter­es­sante Men­schen sind nicht von den sel­ben Schranken betrof­fen. Der Erste, der hierzu­lande Musel&Lefties mit nem “Allah is a gay god”-Informationsstand dazu trig­gert, vor laufend­er Kam­era ne Innen­stadt platt zu machen, wird ein Rock­star sein, der sich noch im hohen Alter nicht vor Groupies ret­ten kön­nen wird.

          Punkt 3, also die “sozialen Fol­gen”, klingt nach der defätis­tis­chen Normie-Echokam­mer, die Du mal ver­lassen soll­test, weils darin nach Mod­er stinkt. Ich war neulich auf ner Hip­pie-WG-Feier ein­ge­laden. Die Antifa-Flagge hing direkt neben der Ein­gangstür, und es gab einen Antifa-Stuh­lkreis, dem ich mit den Worten “Aus Euch mach ich auch noch Nazis” beitrat. Anschließend ver­suchte ich, die ich davon zu überzeu­gen, die AfD zu wählen. War witzig, und lief bess­er als gedacht.

          Mal abge­se­hen davon… Ist es nicht ganz schön pein­lich, ein­er Gruppe von Men­schen anzuge­hören, von der man denkt, dass sie einem jed­erzeit in den Rück­en fall­en kön­nte, wenn man sich auf eine uner­wün­schte Weise äußert? Ich meine, mit solchen Leuten will doch kein Men­sch die restlichen Jahrzehnte ver­brin­gen, die ihm noch auf Erden bleiben. Und mit solchen Leuten will man auch nichts zu tun haben, weil man sich son­st jede Aus­sicht auf ein wün­schenswertes Leben­sum­feld ver­baut. Daher:

          1. Diese Gruppe ist klein­er, als Du denkst, weil kein klar denk­ender Men­sch zu dieser Gruppe gezählt wer­den will
          2. Men­schen, die dieser Gruppe ange­hören, willst Du nicht in Deinem Leben haben

          Ern­sthaft: Ver­lass Deine Normie-Echokam­mer. Darin ists nicht gesund.

          Und Punkt 4: Natür­lich ist es schw­er, 10000 Leute zu erre­ichen, wenn man dan hal­ben Tag vorm Handy oder Fernse­her dad­delt, und auch son­st wenig zu sagen hat. Aber in diesem Fall ists einem halt wichtiger zu dad­deln. Das Uni­ver­sum respek­tiert solche Entschei­dun­gen. Anson­sten gab es niemals bessere Voraus­set­zun­gen als jet­zt.

    • Der Wahrheits­ge­halt hat keine prak­tis­che Bedeu­tung; was zählt, ist die soziale Gefäl­ligkeit. Der Men­sch ist ein Her­den­tier und passt sich der vorherrschen­den Mei­n­ung an. Glück­licher­weise gibt es in den USA ger­ade eine starke Bewe­gung gegen diese Gesin­nungs­duse­lei.

      Rund 55 pro­gram­ma­tis­che Los­er-Län­der und zahlre­iche weit­ere kor­rupte Regimes bes­tim­men die Agen­da der UNO. Doch Trump klinkt sich da ger­ade aus, lässt sich von den „Sh.Countries“ nichts mehr sagen. Genau­so Orbán, Zeman, Fico, Salvi­ni, Kurz, Le Pen und viele andere auch.

      Die wohl­standsver­wahrloste Clique liegt ger­ade in ihren let­zten Zügen; ihre Lück­en und Lügen sind Zeichen der Ago­nie. Wahrschein­lich sind wie immer die Deutschen das let­zte Häu­flein der Aufrecht­en, die auch dann noch an einen End­sieg des Kom­mu­nis­mus glauben, wenn Deutsch­land längst Alman­istan heißt.

  11. Was für eine per­verse Idee. Das bedeutet schließlich: in Afri­ka wer­den weit­er wie ver­rückt Kinder “pro­duziert”. Von 10 Kindern schickt man 8 nach Europa damit diese Geld nach Hause schick­en und 2 helfen den Eltern bei der Fel­dar­beit. Nach ein paar Jahren kann ja getauscht wer­den.
    Ander­er­seits heißt das aber auch, ich suche mir ein reich­es Indus­trieland, erk­läre mich zum Migranten und lasse mich beispiel­sweise in Nor­we­gen durch­füt­tern. Gute Idee fürs Alter.

    • Tja, lieber Falk, natür­lich haben Sie (absichtlich?) einen kleinen Denk­fehler einge­plant.
      Nor­we­gen ist nicht so bescheuert und ein­fältig, wie das kaputte, mehr und mehr verblö­dende Deutsch­land.
      In Nor­we­gen kom­men Sie, bei Ihrem Vorhaben, Ruck-Zuck in die Klappsmüh­le.
      Dort erhal­ten Sie (vielle­icht) aus­re­ichend Nahrung.

    • Es kommt noch bess­er : Durch die Polyg­a­mie sind sowieso ein paar Män­ner übrig :
      Die haben im Ruck­sack zusät­zlich­es Gepäck : den Dschhad.

    • Helfen? Arbeit? Was für hässliche Wörter! In vie­len Kul­turen ist es eines Mannes nicht würdig zu arbeit­en. Arbeit ist was für Frauen und Sklaven; das ste­ht schon geschrieben.

      Echte Män­ner warten, bis ihnen die gebrate­nen Dat­teln in den Mund fliegen. Zur Not wird der Schwa­ger erschla­gen wie das unser Sie­gauen-Königssohn aus Ghana getan hat. Mit der Beute kann man schon wieder ein paar Monate leben.

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