Das Vorurteil, die Grü­nen von heute seien im Grunde nichts anderes mehr als eine wohlständi­ge urbane Elite mit Hang zur Besser­wis­serei und Volk­serziehung und würde sich vor­wiegend aus Ver­wal­tung und Cam­pus rekru­tieren (also aus staatsab­hängiger Beschäf­ti­gung und ein­er akademis­chen Elite, die auf dem reg­ulären Arbeits­markt nie tätig war), hat mit­tler­weile einige Mühe, nur als Vorurteil zu gel­ten. Der Ver­such der grü­nen Spitzenkraft Baer­bock, sich mit frag­würdi­gen akademis­chen Meriten bei poten­ziellen Wäh­lern als „eine von uns“ darzustellen, spricht Bände. Die Grü­nen sind eben in Gänze nicht „Schweine, Hüh­n­er, Kühe melken“, son­dern definieren sich heute eher „vom Völk­er­recht her“, weshalb fast allen grü­nen Poli­tik­felder im Zusam­men­wirken nichts anderes als ein Fronta­lan­griff auf den soge­nan­nten „ländlichen Raum“ sind.

Der Pro­gram­men­twurf der Grü­nen ist noch im Entwurf­ssta­di­um und dies darf noch als Ausrede dafür gel­ten, dass medi­al nur wenig Rei­bung daran stat­tfind­et. Dass der Parteitag vom 11.–13.6. aber die großen Lin­ien ändern wird, darf als aus­geschlossen gel­ten.

Annale­na Baer­bock stolpert unter­dessen durch die deutschen Medi­en und hin­ter­lässt dort nicht nur Spott und pein­liche Zitate, son­dern zeigt auch immer wieder die Peitsche, mit der die Grü­nen nach gewonnen­er Wahl zur Züch­ti­gung des CO2 emit­tieren­den Lan­des schre­it­en wollen – natür­lich nur zu unser aller Wohl und auf unseren aus­drück­lichen Wun­sch! Schließlich heißt es schon im ersten Satz des mit „Eine Ein­ladung“ über­schriebe­nen Pro­gram­men­twurfs:

„…durch Wahlen entschei­det eine Gesellschaft, wer sie sein will.“

Da würde ich doch vor der Wahl gern noch das „Safe­word“ erfahren. Aber konzen­tri­eren wir uns auf die Pläne, die die Grü­nen für den „ländlichen Raum“ haben, die in meinen Augen in der Kon­se­quenz die geballte Ver­ach­tung für alles zeigen, was an Lebensen­twür­fen und Real­itäten jen­seits der Städte existiert. Dabei klafft eine große Lücke zwis­chen Gesagtem und Gemein­tem, denn nähme man das schriftlich dargelegte für bare Münze, müssten vom ökobe­wegten Langzeit­stu­den­ten auf Gen­der-Lehramt bis zum die­selfahren­den und Fleisch aus Massen­tier­hal­tung essenden Arbeit­er im Braunkohle­tage­bau alle zu den Gewin­nern grün­er Poli­tik zählen – was defin­i­tiv nicht der Fall ist. Wer Parteipro­gramme lesen kann, der ken­nt natür­lich die Nei­gung, allen alles zu ver­sprechen – den einen glänzen­den Geschäfte und Sub­ven­tio­nen und dem anderen eben „learn to code“.

Vielle­icht funk­tion­iert diese grüne Ver­sprechen­sorgie in der Stadt, ich weiß es nicht. Auf dem Land reicht der Blick aber vielle­icht etwas weit­er und wenn beispiel­sweise dem Schweinezüchter die Erweiterung sein­er Ställe und der idyl­lis­chen Ort­srand­lage bessere Luft ver­sprochen würde, wider­spräche sich das eben sehr offen­sichtlich und man ver­scherzt es sich am Ende mit bei­den Wäh­ler­grup­pen.

Angriff an drei Fronten

Min­destens drei The­men­felder sind es, die eng miteinan­der verzah­nt sind und im grü­nen Krieg gegen die Real­ität des „ländlichen Raums“ eine wichtige Rolle spie­len: Land­wirtschaft, Wohnen und Mobil­ität. Den durch­schnit­tlichen Land­wirt nehmen die Grü­nen ohne­hin fast nur noch als Fein­staub­schleud­er, Nitratquelle, Gift­mis­ch­er und Zer­stör­er der Bio­di­ver­sität wahr. Beklagt wer­den seine Monokul­turen, ver­sprochen wer­den ihm im Pro­gram­men­twurf „vielfältige Frucht­fol­gen und die Nutzung robuster Arten“, ganz so, als hät­ten die Grü­nen ger­ade die Dreifelder­wirtschaft erfun­den. Man tut so, als wäre all dies nicht schon seit Jahrhun­derten Prax­is und die Land­wirtschaft irgend­wann bei der Erfind­ung des Pflugs in ihrer Krume steck­en geblieben. Ein erhe­blich­er Teil der Monokul­tur auf unseren Feldern beste­ht übri­gens aus der Energiepflanze Mais, welche aus­gerech­net jene Bio­gasan­la­gen benöti­gen, mit denen unsere kün­ftige Kan­z­lerin Baer­bock die Grund­last im Netz abdeck­en möchte, wie sie erst neulich bei Mais­chberg­er erk­lärte. Beim Pok­ern würde ich jet­zt meinen Ein­satz ver­dop­peln und sagen “ich will sehen”.

Eine weit­ere ihrer Monokul­turen möcht­en die Grü­nen sog­ar noch ausweit­en, „Pho­to­voltaik in die Fläche brin­gen“ heißt es da. Also nicht nur auf jedes Dach (und die meinen wirk­lich jedes Dach, lesen Sie das Pro­gramm), son­dern auch „…neben Auto­bah­nen und Schienen auf ver­siegel­ten Flächen, etwa über Park­plätzen und Brachen und auf Kon­ver­sions oder Berg­bau­flächen […] nicht auf wertvollem Ack­er­land.“

Vergessen wir mal die Park­plätze, son­st muss ich sofort lachen. Aber neben Auto­bah­nen und Schienen, auf Brachen und ehe­ma­li­gen Berg­bau­flächen befind­en sich meist naturbe­lassene oder sog­ar rena­turi­erte Flächen. Wenn man denen mit einem Solar­dach das Regen­wass­er abgräbt, ist das vielle­icht keine so gute Idee für Arten­vielfalt und beson­ders die Insek­ten, deren Ret­tung uns die Grü­nen doch stets ans Herz leg­en. Bis­lang gehörte Ack­er­land auch nicht ger­ade zu den „wertvolle Flächen“ für Grüne, son­dern eben diese Brachen, auf denen die Natur nach Gus­to wal­ten kann. Mit einem Dach darüber, das Licht und Wass­er abhält, wird das nichts wer­den. Wie “wertvoll” Ack­er­land für die Grü­nen tat­säch­lich ist, zeigt sich an den Plä­nen zum Aus­bau der Winden­ergie.

„Beim Win­daus­bau gilt es den Kon­flikt mit Natur- und Arten­schutz zu min­imieren, Anwohner*innen zu schützen und die Ver­fahren zur Genehmi­gung zu beschle­u­ni­gen. […] exzes­sive Min­destab­stände zu Sied­lun­gen, müssen der Ver­gan­gen­heit ange­hören.“

Man kann den Kon­flikt mit Natur- und Arten­schutz aber nur min­imieren, wenn man die Anzahl der Wind­kraftan­la­gen ver­ringert, statt sie zu erhöhen. Fle­d­er­mäuse, Vögel und Insek­ten wer­den sich schlicht nicht an die Anla­gen „gewöh­nen“, son­dern von den Anla­gen in Stücke geris­sen. Mehr Anla­gen, mehr Stücke, weniger Arten­schutz. Solange, bis nichts mehr in Stücke geris­sen wer­den kann. Von der Boden­ver­siegelung der tausende Ton­nen wiegen­den Fun­da­mente reden wir hier erst gar nicht.

Auch der Schutz der Anwohn­er und die Beschle­u­ni­gung der Genehmi­gungsver­fahren sind unvere­in­bare Gegen­sätze, weil die Anla­gen eben ger­ade nicht im Inter­esse der Anwohn­er errichtet wer­den. Die Benutzung des Adjek­tivs „exzes­siv“ ist in Zeit­en von „Abstand hal­ten“ ger­adezu eine Unver­schämtheit. Zumal die Anla­gen nicht den Städten, son­dern stets den Dör­fern immer dichter auf die Pelle rück­en. So ver­wan­delt man immer mehr Ack­er­fläche in Indus­triege­bi­ete, in denen der Strom pro­duziert wer­den soll (sei es nun mit Mais, Pho­to­voltaik oder durch Wind), der in den Städten gebraucht wird.

Was Wohnen und Mobil­ität ange­ht, muss man die geplanten grü­nen Grausamkeit­en im Zusam­men­spiel betra­cht­en. Es ist ja kein Geheim­nis, dass das Eigen­heim nicht ger­ade ein grünes Liebling­spro­jekt ist. Der Flächen­ver­brauch sei zu hoch sagen aus­gerech­net jene, die zur Errich­tung von Wind­parks große Wald­flächen ver­brauchen. Dass das Ein­fam­i­lien­haus sich den­noch immer noch großer Beliebtheit erfreut, liegt sich­er nicht an den nicht ganz bolzen­festen Eigen­tum­srecht­en, den Baukosten und den Bau­vorschriften hierzu­lande. Es muss also etwas mit der Leben­squal­ität und dem Wun­sch zu tun haben, sein Leben ganz generell selb­st­bes­timmter, freier und in gewis­sem Abstand zu anderen Men­schen (zum eige­nen und zu dessen Nutzen) zu gestal­ten. Dass der Staat dabei so wenig mitzure­den hat wie bei kein­er anderen Wohn­form, ist den Grü­nen ein Dorn im Auge. Doch man ist ja nicht dumm, man baut dem Wäh­ler Gedanken­brück­en, die nur lei­der nicht sehr tragfähig sind:

„Das Auto ist für viele Men­schen im ländlichen Raum unverzicht­bar und ger­ade für viele Fam­i­lien im ländlichen Raum kaum wegzu­denken. Dort set­zen wir deshalb an erster Stelle auf die Chan­cen der Antrieb­swende. Das E‑Auto ist ins­beson­dere im Paket mit Solaran­la­gen auf dem Dach, einem Strom­spe­ich­er im Keller und ein­er Wall­box in der Garage eine zukun­fts­fähige Lösung, die wir ger­ade im ländlichen Raum aus­bauen wollen.“

Klingt gut, oder? Das Auto ist gerettet! Natür­lich nicht in der Stadt, denn da ist es ja verzicht­bar. Für alle meine Leser, die nicht auf dem Dorf, son­dern in der Stadt leben, haben die Grü­nen anderes im Sinn: „Autonomes Fahren, ver­net­zte Mobil­ität­sange­bote, nutzen statt besitzen.“

Aber auch auf dem Land gibt es bald nur noch das E‑Auto. Immer­hin: Solar auf dem Dach, Spe­ich­er im Keller…der Real­is­mus hält Einzug in grüne Poli­tik. Man weiß sehr wohl, dass das Netz nicht der Spe­ich­er ist und dass die beschworene „Antrieb­swende“ zum E‑Auto nicht in der Masse funk­tion­iert. Man möchte für die Energiev­er­sorgung der Elek­troau­tos auf dem Land auf hal­bau­tonome Lösun­gen set­zen, weil man ganz genau weiß, dass die Net­ze – egal in welch­er Aus­baustufe – es nicht verkraften wür­den, wenn zwis­chen 18 Uhr und 6 Uhr Mil­lio­nen Elek­troau­tos ihre Bat­te­rien aufladen. Diese Insel­lö­sun­gen sind nicht beliebig skalier­bar, die Ladeleis­tung schwankt mit dem Wet­ter, die Kosten sind hoch und da ist ja noch ein ander­er Kampf­be­griff (um nicht zu sagen Kem­fert­be­griff) der Grü­nen Wel­tret­ter: die Sek­torkop­plung. Für der Kop­plung von Stromver­sorgung und Verkehr bedeutet dies zum Beispiel, dass der geladene Akku im Auto im Bedarfs­fall auch Energie ins Netz speisen muss. Pech hat, wer dann ger­ade los­fahren will. Auto, Smart­meter und Alexa sagen dann vielle­icht „es gibt wichtigeres, übe Energiesol­i­dar­ität, bleib im Home­of­fice!“.

Bess­er wäre es also, und das ist das eigentliche Ziel der Grü­nen, wenn man auf indi­vidu­elle Mobil­ität gle­ich ganz verzichtet und auf den ÖPNV umsteigt. Das Parteipro­gramm ist voll von dies­bezüglichen Ankündi­gun­gen neuer Seg­nun­gen, ger­ade für den ländlichen Raum. Glaub­haft ist davon wenig, weil viel zu teuer. Zum Beispiel, wenn die Reak­tivierung still­gelegter (und teil­weise seit Jahrzehn­ten abgeris­sener) Bahn­streck­en ver­sprochen wird. Allein die Pla­nung würde Jahrzehnte dauern und käme zur angepeil­ten Wel­tret­tung bis 2040 sich­er zu spät.

„Wir wollen den Wech­sel zu Fahrrad, Bus und Bahn für alle möglich machen und auch finanziell fördern. Deshalb wollen wir mit dem Mobil­pass auch attrak­tive Tar­ife und Sozial­tar­ife fördern. Ein Haushalt, der sein Auto dauer­haft abmeldet, soll zudem für ein Jahr eine Mobil­ität­sprämie für die Nutzung umwelt­fre­undlich­er Verkehrsmit­tel bekom­men.“

Die aus­gelobte Mobil­ität­sprämie ist nichts anderes als die Förderung der Land­flucht jen­er, die sich die teure neue Elek­tro­mo­bil­ität und den Sanierungszwang für Immo­bilien nicht mehr leis­ten kön­nen. In der Stadt nähme sie die Abschaf­fung indi­vidu­eller Autos per Zwang vor­weg. Denn nur in der Stadt macht es über­haupt Sinn, ganz auf das Auto zu verzicht­en und wer im fün­ften Stock in ein­er sub­ven­tion­ierten Sozial­woh­nung lebt, für den sind Lade­in­fra­struk­tur, Wall­box und Strom­spe­ich­er im Keller ohne­hin Kokolores.

Man anerken­nt also die Notwendigkeit des Autos auf dem Land, möchte dessen Nutzung per­spek­tivisch aber so teuer und exk­lu­siv wie nur möglich machen, damit es die Men­schen zurück in die Städte zieht, wo es ÖPNV gibt. Der grüne All­t­agsheld fährt dort selb­stver­ständlich ohne­hin nur Fahrrad. Das mag auch jed­er machen, der dies will. Aber er sollte es schon frei­willig wollen sollen.

Die an den Schrauben drehen

Das Wort Mark­twirtschaft kommt im grü­nen Pro­gram­men­twurf auf 137 Seit­en ganze sechs­mal vor. Geht man mal mit dem Taschen­rech­n­er durch den Text, fragt man sich natür­lich, wo all das Geld herkom­men soll, das unsere kün­ftige grüne Kan­z­lerin in ihrer Phan­tasie schon mit vollen Hän­den aus­gegeben hat. Besteuern, umverteilen, fördern, dann noch mehr umverteilen und besteuern, um mehr fördern zu kön­nen. Bestes Beispiel ist die ger­ade in Vorschlag gebrachte Erhöhung der Ben­z­in­preise um 16 Cent, mit der Baer­bock durch die Medi­en tin­gelte.

Warum ger­ade 16 Cent? Vielle­icht hat irgen­dein Kobold das alles aus­gerech­net? Vielle­icht klin­gen in ihren Ohren Liter­preise von 1,80 Euro nach Hap­py Hour? Vielle­icht ist ihr auch ein­fach egal, wie die Kranken­schwest­er, der Paket­bote oder die Bus­fahrerin zur Arbeit kommt. Doch auch für das energiearme Prekari­at dafür haben die Grü­nen eine passende Umverteilungsant­wort: das Energiegeld! 75 Euro pro Kopf und Jahr sollen es sein, die „betrof­fene Fam­i­lien“ als Seg­nung aus der Grü­nen Umverteilungs­mas­chine erhal­ten sollen. Ein schlechter Witz angesichts der bevorste­hen­den Mehrkosten. Ich bezwei­fle auch, dass erst eine Bahn­strecke bis hin­ter jede Fichte gebaut wird, bevor Frau Baer­bock die Ben­z­in­preise anheben lassen würde, um dem Umstieg auf ÖPNV Nach­druck zu ver­lei­hen. Der Preis­druck hat keine steuernde Wirkung, wenn die Alter­na­tiv­en zum Auto schlicht fehlen. Zudem darf man annehmen, dass für die Prü­fung der „Betrof­fen­heit“ eine umfan­gre­iche Ver­wal­tungs­mas­chine aufs Gleis geset­zt wer­den wird, die ihrer­seits wieder Energie (und vor allem viel Geld) ver­braucht.

Und so soll mit der indi­vidu­ellen Mobil­ität­sentschei­dung der näch­ste Lebens­bere­ich staatlich­er Kon­trolle über­stellt wer­den – zumin­d­est für jene, die von explodieren­den Preisen und der Verkom­plizierung ihres Lebens betrof­fen sind, weil sie nicht über ein gut dotiertes poli­tis­ches Man­dat ver­fü­gen und über die Höhe von Wei­h­nachts­geld und Boni selb­st bes­tim­men kön­nen und ohne zu über­legen für all die geforderten Aus­gle­ich­szahlun­gen, Ablasszettel, Schweigegelder und Zer­ti­fikate blechen zu kön­nen. So wie Annale­na Baer­bock selb­st, die zwar gern grillt, aber dann natür­lich nur “Gril­lkohle mit Zer­ti­fikat” ver­wen­det (hier ab Minute 21:05).

Unter dem Strich würde sich grüne Poli­tik für ländliche Gegen­den als beson­ders ver­heerend und ein­schnei­dend erweisen, weil man dort wed­er auf die Seg­nun­gen des ÖPNV auf dem Niveau ein­er Stadt noch an ein aut­ofreies Paradies oder dessen elek­trische Ableitung hof­fen kann. Auch weil man dort in Ein­fam­i­lien­häusern wohnt, weil man es eben so will und für diese Frei­heit auch län­gere Wege zur Arbeit in Kauf nimmt, die sich am Ende oft nicht als zeitaufwändi­ger erweisen als eine Bus-und-Bahn-Odyssee durch Han­nover oder Berlin. Nie­mand braucht hier auf dem Land die Grü­nen, schon weil man hier bere­its seit Jahrhun­derten die Äck­er mit wech­sel­nden Frucht­fol­gen bestellt, ohne dass dies je in einem grü­nen Parteipro­gramm als der ganz neue heiße Scheiß verkün­det wer­den musste.

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19 Kommentare

    • OK, ein bißchen detail­liert: Kühe nach Brüs­sel, Schweine ins Par­la­ment (George Orwell, Die Farm der Tiere), Hüh­n­er in die DAX Vorstände, Energie aus dem Müs­li-Riegel

  1. Warum hat man wohl Bahn­streck­en still­gelegt?
    Weil sie kein­er braucht!
    Ich per­sön­lich has­se es, in einem Zug zu fahren, andere Men­schen neben mir spüren zu müssen…die Eisen­bahn ist das 19. Jahrhun­dert, ist der Traum vom Kollek­tivis­mus, ist das Gegen­teil der Frei­heit, die wir im Auto­mo­bil ver­spüren…
    Ist es bloß Zufall, dass die Deutsche Bahn einen ihrer “ICE” genan­nten Bum­melzüge nach dem Kul­tur­marx­is­ten Theodor “W” Adorno benan­nte?
    Ich denke, nicht…

    • Gut geschrieben , Vor allem was nützt mir die Bahn wenn deren Hal­tepunkt 30km von der Arbeit ent­fer­nt ist, da bringt auch der ÖPV nichts weil die Zeit vonA nach B zu kom­men Stun­den in Anspruch nimmt, ger­ade auf dem­Land

    • ich fahre gerne mit dem Zug (zumin­d­est fuhr ich gerne bevor ich den dep­pat­en Pap­pen­fet­zen auf­set­zen musste)
      wenn es prak­tik­a­bel ist (als ich noch vom tief­sten Hin­ter­tupf­ing nach Wien pen­delte, fuhr ich lieber mit dem Zug als mit dem Bus, aber lei­der wurde der dann auch abgeschafft)

      fahre aber auch mit dem Auto, klar, in der Stadt kann ich es mieten (bzw sharen, aber auch nur in der Umge­bung der inneren Stadt, weil es außer­halb ein­er gewis­sen Gren­ze keine Rück­gabe­möglichkeit gibt, warum wohl?)

      ich komme ja vom Land und kenne daher die Prob­lematik gut, also sehe ich abso­lut nicht ein, warum man den Men­schen aufzwin­gen will, wie sie sich bewe­gen müssen

    • Ich finde es auch immer hanebüchen, wie die links­grü­nen Ökokrieger auf den ange­blichen Zusam­men­hang von Indi­vid­u­alverkehr und “Kli­mawan­del” meinen hin­weisen zu müssen. Da, wo ich wohne, gibt es zur Zeit viele Kahlschläge im Wald. Das hat aber mit dem Borkenkäfer­be­fall zu tun. Ich habe noch nie einen Borkenkäfer gese­hen, der einen VW Tuareg (tolles TöffTöff, auch für kleinere Spritz­touren zum Tanken) steuerte.

  2. Die Grü­nen sind für denk­fähige und frei­heit­sliebende Men­schen völ­lig unwählbar. Ide­ol­o­gisch sind sie zutief­st marx­is­tisch, sie sind total­itär und autoritär und ver­steck­en das hin­ter ein­er Fas­sade aus Phrasen und Heuchelei. Big­ot­terie kann man zu ihrem Marken­na­men machen. Egal, wie sehr sie gegen Hass und Het­ze wet­tern, sie set­zen dem stets noch eins drauf. Sie sind selb­st­ge­fäl­lig, igno­rant, arro­gant, welt­fremd. Gegenüber den eige­nen Land­sleuten sind sie voller Ver­ach­tung. Sie ver­acht­en alles, Sprache, Kul­tur, Geschichte und Iden­titäten. Sie haben vielfach offen bekun­det, dass sie Deutsch­land mit­samt den Deutschen abschaf­fen wollen. Dafür braucht man einen Kan­zler, der das, was Merkel nicht zu Ende bringt, erledigt.
    Wenn ich dieser Tirade Fak­ten anfüge, wird das hier ein Jahrhun­der­twerk. Aber eines will ich noch zufü­gen. Es gibt zum Glück auch anständi­ge Grüne auf der lokalen und regionalen Ebene. Da gehören sie auch hin. Aber niemals in eine Regierung, niemals!

    (musste ich mal los wer­den)

  3. Es ist völ­lig unwichtig, was im Parteipro­gramm ste­ht, wichtig ist, was tat­säch­lich getan wird.
    Und wenn wir bei CDU und SPD ein­mal das Parteipro­gramm weglassen, so bleiben hier nur zwei weit­ere Grüne Parteien übrig. Also, wer auch immer sich im kom­menden Herb­st an den Fleis­chtöpfen bre­it macht — es wird Grüne Poli­tik betrieben: Steuern und Ver­bote rauf, Frei­heit­en runter — also alles ‚wie gehabt, eventuell nur stark beschle­u­nigt!

  4. Wenn die Grü­nen mal eben bes­tim­men dür­fen, daß biol­o­gis­che Geschlechter nur Ein­bil­dung seien („gesellschaftlich­es Kon­strukt“), warum sollen sie dann nicht auch die physikalis­chen Geset­ze außer Kraft set­zen dür­fen? Habe ger­ade gele­sen, das Baer­böckchen habe angekündigt, „der Strom“ bezahle in Zukun­ft die Steuern. Ist kein Witz, das hat sie tat­säch­lich gesagt. Finde ich per­sön­lich geil, freu mich schon drauf. Vielle­icht kann „der Strom“ dann auch meine Steuer­erk­lärung machen? Oder das Gas meinen näch­sten Urlaub finanzieren? Oder das CO2 meine Einkäufe erledi­gen oder so? Mal ehrlich: Dumm­schwätzer wird es immer geben. Auch wenn die Grü­nen da etwas über­repräsen­tiert sind: die einzi­gen unter der sel­ten… intel­li­gen­ten­heuti­gen Poli­tik­er­gen­er­a­tion sind sie nicht. Nur sind sie die einzi­gen, die von den sog. „Leitme­di­en“ und dem staatlichen Pro­pa­ganda­funk kri­tik­los gehypt wer­den. Auch wenn sie mor­gen erzählen, daß auch Fleisch oder Getrei­de oder so nur „gesellschaftliche Kon­struk­te“ seien. Was wiederum eine Menge über die heutige Jour­nal­is­ten­gener­a­tion und die Sub­stanz in den Hir­nen der Angestell­ten von SZ, SPIEGEL, FAZ, ARD und so aus­sagt.

    • Richtig. Halt geistig irre Bek­loppte. Die Dummheit hat eine Farbe, grün. Noch düm­mer sind meines Eracht­ens die, die diese geis­teskranken Nullen wählen.

  5. Die Kom­mu­nal­re­form NRW hat bei uns 1972 stattge­fun­den. Ich war noch ein Kind, mir sind als erstes nur die neuen Num­mern­schilder aufge­fall­en. Bis zu der Zeit gab es Zugverbindun­gen prak­tisch bis zur näch­sten Milchkanne. Im Ort gab es Post, Polizei, Arzt, Schule, Rathaus, Einkauf­s­möglichkeit­en, Jobs. Die Wege waren kurz. Man hätte und hat vieles mit „der Bahn“, die Busse hießen auch so, erledi­gen kön­nen. Autos waren aber stark im kom­men. Wer sich eines leis­ten kon­nte, hat­te eins. Die Höfe waren rel­a­tiv autark. Ich kann mich gut erin­nern, außer Brot hat­ten wir alles selb­st. Die Grü­nen hät­ten es vielle­icht gut gefun­den. 1972 hat­ten wir neben einem Trak­tor sog­ar noch ein Pferd zum Ack­ern.

    In den fol­gen­den 30 Jahren sind alle Insti­tu­tio­nen Zen­tral­isiert wor­den. Rathaus 20 km weit weg, Kranken­haus 30, Post — keine Ahnung wo noch eine ist — macht jet­zt der Bäck­er 5 km ent­fer­nt, Polizei 20, Schule 20, Ede­ka 20. ALLE Bahn­schienen wur­den raus­geris­sen. Busverbindun­gen nur noch Mor­gens und Mit­tags zur Schule. Gear­beit­et wird 40–50 km ent­fer­nt. 95% der Höfe sind als Erwerb­szweig weg. Das Land ist an die restlichen 5% ver­pachtet. Alles was früher vor Ort präsent war ist in die Kreis­stadt ver­legt wor­den.

    Es wohnt sich allerd­ings ganz nett und ruhig. Muß man für geboren sein. Manche drehen durch und wollen weg. Ohne Auto geht aber gar nichts mehr. Nichts. Wenn eine Fam­i­lie aus 7 Per­so­n­en beste­ht — Opa, Oma, Vater, Mut­ter, drei Kinder über 17 — ste­hen 6 Autos vor der Tür.

    Rück­kehr zur Sub­sis­ten­zwirtschaft wäre eine Möglichkeit. Back to the Roots, Zurück ins 19. Jahrhun­dert.
    Bei über 80 Mil­lio­nen Ein­wohn­ern?

      • … es ist ganz ein­fach: Je mehr Regierun­gen ver­suchen, Dinge zu regeln, um so mehr scheit­ern sie. Das heißt ganz lin­ear: Je mehr Regelun­gen, um so mehr Scheit­ern.
        Ja so ist das.

        Prob­lem: Hierzu­lande will davon kein­er was wis­sen, denn tra­di­tionell liebt man das Regieren und die Regierun­gen und die Regen­ten — von links ohne­hin, von rechts ver­stärkt, und von der Mitte lei­der auch. Es gab hierzu­lande seit dem dreißigjähri­gen Krieg buch­stäblich noch NIE eine Regierung, die weniger regieren wollte. Denn alle wollen immer mehr regieren und am Besten alles totreg­ulieren.
        eswe­gen die Deutschen halt seit vier­hun­dert Jahren oder so ihre Dauerkrise haben — und meist auch die Anderen mit hineinziehen. Ich denke, die brauchen das.
        Soll nochmal ein­er behaupten, Men­schen wären ratio­nale Wesen-.

  6. > in Vorschlag gebrachte Erhöhung der Ben­z­in­preise um 16 Cent

    Im sel­ben Zug (s.link oben) sprach sie von “Sechs Cent Preis­er­höhung habe es bere­its zum Jahres­be­ginn gegeben”.

    Also meine Dieseltanken in ver­schiede­nen Teilen des Lan­des sprechen von etwas ueber einem Euro auf 1,23 — 1,30 EU. Also das ca. 3- bis 4‑fache davon. Die 16 Cent duerften sich schnell­stens aehn­lich real­isieren.

  7. Ich würde die Mobil­ität auf dem Land nicht so hoch hän­gen.
    Nach­dem uns Frau Baer­bock ger­ade erst bewiesen hat, dass man aus Tiefkühlhüh­n­ern Strom gewin­nen kann, wird sie auch für dieses Prob­lem eine Lösung haben.
    Sie, die ja bekan­ntlich über Wass­er gehen kann, wird aus diesem, wenn schon nicht Wein, dann zumin­d­est Kraft­stoff her­stellen kön­nen.
    Und wenn nicht, so muss man eben für das E Auto die Tiefkühltruhe im Keller von ‑18 Grad auf — 16 Grad ein­stellen und schon hat man Strom im Über­fluss.

    Was nun den Umstieg auf öffentliche Verkehrsmit­tel bet­rifft, so hat die Bahn ger­ade fest­gestellt, es müssten mehr, am besten alle Güter von der Straße auf die Schiene. Und da Fir­men kaum auf ihre Waren warten möcht­en kann das nur heißen, im Zweifels­fall ste­hen mehr Men­schen auf zugi­gen, ver­sifften Bahn­steigen um auf den Zug zu warten.

    • Sie wer­den in Zukun­ft noch länger dort ste­hen und frösteln. Die Grü­nen arbeit­en daran. Tem­po 30 in Ortschaften, grund­sät­zlich. Wenn also im Bahn­hof X eine Weichen­störung für Still­stand sorgt, so bedeutet das bish­er 20 Minuten Zugver­spä­tung. Weil der Weichen­mechaniker zur Entstörung dann nur noch mit Mofa-Tem­po auf einem Drit­tel der Strecke unter­wegs ist, wer­den Sie noch ein akademis­ches Viertele länger im Regen ste­hen müssen. Fluchen Sie nicht über den armen Tech­niker! Der hat nur ein ganz nor­males Auto ohne Son­der­sig­nal. Lassen Sie Ihren Schimpf ab über die Knaller, die uns ins Bie­der­meier zurück­bomben wollen. Gerd Har­tung, gel­ern­ter Ossi, Weichen­schloss­er A.D. Beruf­szyniker.

  8. Ja, “nutzen statt besitzen”. Denn Besitz ist Frei­heit und nicht in dem Maß fremd­kon­trol­liert, wie die Benutzung.
    Die Grü­nen sind halt durch- und durch total­itär.

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