Für gewöhn­lich falle ich nicht so mit der Tür ins Haus, aber heute muss ich Sie war­nen, liebe Leser. Die Lek­türe dieses Artikels wird Ihnen keine Freude machen oder Zer­streu­ung bieten. Zumin­d­est dann nicht, wenn Sie ein Fan der indi­vidu­ellen Frei­heit und der Selb­stver­ant­wor­tung sind. Sie kön­nen sich vor dem Lesen wapp­nen, indem Sie das deutsche Sprich­wort „Nichts wird so heiß gegessen, wie es gekocht wird“ bemühen oder angesichts meines bekan­nten Pes­simis­mus ein­fach abwinken. Sie kön­nen auch gegen meine Prog­nose wet­ten – wobei Ihnen nie­mand mehr die Dau­men drückt als ich selb­st. Denn hof­fentlich liege ich gründlich falsch mit meinen Annah­men und Schlussfol­gerun­gen, die durch Anse­hen der aktuell han­del­nden Per­so­n­en, der medi­alen Reflek­tion des Geschehens und angesichts der öffentlichen Gle­ichgültigkeit zus­tande kam. Soll­ten Sie trotz dieser War­nung weit­er­lesen, betra­cht­en Sie es doch bitte als Ihre Auf­gabe, mich vom Gegen­teil zu überzeu­gen und, was noch viel wichtiger ist, das Ein­treten der beschriebe­nen Entwick­lung aktiv zu ver­hin­dern. Ich wäre Ihnen sehr verbunden.

Deshalb stelle ich meine pes­simistis­che These gle­ich an den Anfang: Wir sind Zeu­gen und Akteure zugle­ich in einem erbit­terten Kul­turkampf, einem Kampf zwis­chen Indi­vid­u­al­is­mus und Kollek­tivis­mus, zwis­chen Demokratie und trib­aler Ord­nung, zwis­chen Frei­heit und Tyran­nei. Unsere Seite, die Seite der Frei­heit, ist im Begriff, den Kampf zu verlieren.

Wettlauf ins Verderben

Wir ver­lieren den Kul­turkampf. Aber die Sieger, die nach Unfrei­heit und Uni­for­mität streben, gewin­nen ihn nicht dank ein­er überzeugten Mehrheit, son­dern wegen ein­er indif­fer­enten, schweigen­den und indo­len­ten Mehrheit zwis­chen den Stühlen, die glaubt, dieser Kampf gin­ge sie nichts an, beträfe sie nicht und andere soll­ten ihn ausfechten.

Der Weg zu Ökosozial­is­mus und Man­gel­wirtschaft ist vorgeze­ich­net, die let­zten Lin­ien sind gezo­gen und die einzi­gen Unter­schiede der tonangeben­den Parteien bei der blind­en Ver­fol­gung dieses Weges beste­hen in Mar­gin­alien. Ob man etwa die Blu­men am Weges­rand rück­sicht­s­los niedertreten dürfe oder Rück­sicht nehmen müsse. Auch um das Marschtem­po gibt es Stre­it und darum, wer voraus­laufen darf. Hier bringt sich bere­its Markus Söder wort­ge­waltig in Stel­lung und fordert „Mark­t­führerschaft“ – was auch immer das bedeuten soll in ein­er durchreg­ulierten, staatlich gegän­gel­ten und von ide­ol­o­gis­ch­er Über­for­mung zer­fresse­nen Wirtschaft. Kaum noch jemand stellt prinzip­iell Rich­tung und Ziel dieses lan­gen Marsches in Frage.

Selb­st den Schwe­fel­buben von der Oppo­si­tion ist in diesem Spiel eine passende Rolle zugewiesen. Erst hat man sie mith­il­fe der Medi­en erfol­gre­ich in jene Ecke geprügelt, aus der nur die Prob­lemwölfe heulen. Dort ange­langt sind sie nun das nüt­zliche Sep­tikum für alle The­men, der­er man sich seit­ens des Poli­tik­be­triebs rasch und gründlich entledi­gen will. Denn nichts schadet einem Topos heute medi­al und in der öffentlichen Debat­te mehr, als wenn es wohlwol­lend von den Zun­gen der AfD bestrichen wird.

Das absichtsvolle „Out­sourc­ing“ rel­e­van­ter The­men funk­tion­ierte nie so zuver­läs­sig und endgültig wie heute, da man sie zum Nicht-The­ma erk­lärt, der AfD (und neuerd­ings auch der FDP) über­lässt, um dann mit dem Fin­ger darauf zu zeigen und dis­qual­i­fizierende Bemerkun­gen zu machen. „Seht, aus welch­er Ecke dies kommt, seht, wer sich damit befasst!“ Die Ver­suche, sich auf der Basis von Erken­nt­nis­sen oder The­o­rien mit Gegen­mei­n­un­gen zu befassen, schwindet, seit man sie durch „Berührung“ dele­git­imieren kann.

Neoliberale Geräusche

Für viele Jour­nal­is­ten wird die Arbeit kün­ftig noch ein­fach­er, denn wozu soll man sich mit dem drö­gen für-und-wider befassen, wenn ein flap­siger Spruch genügt, um alles auszu­drück­en, was das Pub­likum gerne hören will. Warum auch soll sich Son­ja Thomaser in der Frank­furter Rund­schau mit dem befassen, was ein Wolf­gang Kubic­ki bei „Maybrit Ill­ner“ zu sagen hat­te, wenn man ihn mit „Wolf­gang Kubic­ki macht noch ein paar neolib­erale Geräusche und damit haben dann alle, die nichts Frucht­bares zur Debat­te beizu­tra­gen haben, ihres dazu gesagt“ völ­lig frei von Argu­menten oder Fak­ten abqual­i­fizieren kann? (Das let­zte Kom­ma ist übri­gens ein Geschenk von mir.)

Den Ein­wand „wer liest schon die FR“ kann ich lei­der nicht gel­ten lassen. Man macht es sich zu ein­fach, wenn man Reich­weite und Rel­e­vanz gle­ich­set­zt. Besagtes Schmieren­stück in der FR set­zt näm­lich den Ton der Debat­te, wie er uns kün­ftig noch häu­figer als jet­zt schon ent­ge­gen­schla­gen wird. Als Tak­tik, den poli­tis­chen Geg­n­er lächer­lich zu machen, um sich nicht mit ihm auf der Sachebene herum­schla­gen zu müssen. Als SPD-Gewächs sollte die FR bess­er als manch anderes Blatt noch Archivwis­sen darüber haben, wie die unfre­undliche Presse 1919 in der „Bade­ho­se­naf­färe“ mit dem Reich­spräsi­den­ten Friedrich Ebert umging. Nun fehlt Kubic­ki zum Ebert mehr als nur eine unvorteil­haft sitzende Bade­hose, aber das „neolib­erale Geräusch“ ist von einem Argu­ment kaum weniger weit ent­fer­nt als diese. Nur die Rich­tung, aus der die Desavouierung heute kommt, hat sich gedreht. Lib­erale und kon­ser­v­a­tive Äußerun­gen ger­at­en – sofern sie medi­al über­haupt noch vorkom­men – unter einen Recht­fer­ti­gungs­druck, dem sich selb­st die ver­spon­nen­sten grü­nen Utopi­en nie stellen müssen.

Die Debat­te übri­gens, zu der Kubic­ki „nichts Frucht­bares“ beizu­tra­gen hätte, näm­lich jene um die Aktion von Liefers und seinen Schaus­piel­erkol­le­gen, zeigt einige der Mech­a­nis­men sehr deut­lich, die ich hier wortre­ich beklage. Erstens die über­wälti­gende aber unsich­bare Zus­tim­mung, die „alles­dicht­machen“ beim Pub­likum hat­te. Die Zahl der Aufrufe und Likes auf YouTube war riesig, die Zuschauer stimmten hier gewis­ser­maßen mit „den Füßen“ ab. Doch wie Christoph Süß von „Quer“ (BR) übergin­gen die meis­ten Medi­en die deut­liche aber so ganz und gar unzweck­mäßige Mehrheit der­er, die „alles­dicht­machen“ sehr wohl lustig fand, mit dem Hin­weis, dass „viele die Aktion nicht lustig fan­den“. Wer und wieviele diese Vie­len waren, die laut und reich­weit­en­stark ihr Miss­fall­en aus­drück­ten und wie wenig diese „vie­len“ im Ver­gle­ich zu den tat­säch­lich vie­len sind, die die Videos nicht nur vom Hören­sagen ken­nen, erfuhr der Zuschauer nicht.

Die Aus­sage „viele fan­den die Aktion nicht lustig“ ist so natür­lich wed­er wahr noch gel­o­gen, son­dern nur ein irrel­e­van­ter Leer­satz mit Gel­tungsanspruch, dem absichtsvoll die Maßstäbe ver­rutscht waren. Zweit­ens ste­ht die Laut­stärke der­jeni­gen weni­gen, die sich von dieser Aktion ver­let­zt, empört, ver­rat­en oder zynisch ver­arscht fühlen, im Kon­trast zur schweigsamen Mehrheit. Nur die Laut­sprech­er wer­den gehört, nur sie dür­fen ihre ver­let­zten Gefüh­le vorzeigen, nur deren moralis­che Integrität ste­ht außer­halb der Kri­tik. Wer sich für ver­let­zt erk­lärt, hat immer recht. Die Linke hat gut erkan­nt, dass Kon­ser­v­a­tive und Lib­erale nicht zu solchen Egotrips neigen.

Wenn nichts mehr hilft…

…wer­den neue Wun­der­waf­fen in Stel­lung gebracht und schon deren Namen machen deut­lich, dass man sich davor hüten möge, ins Fadenkreuz dieser medi­alen Son­derkom­man­dos zu ger­at­en. Denn mit wem sich das eilig aus dem Ei gepellte „Recherch­enet­zw­erk Anti­s­chwur­bler“ befasst, der muss ja per Def­i­n­i­tion ein Schwur­bler sein, mit dessen Argu­menten man sich deshalb bess­er gar nicht erst befassen sollte. Hören Sie da nicht auch schon vor dem Lesen von fak­ten­freien Anschmutzungsar­tikeln wie diesem hier im Tagesspiegel ein „neolib­erales Geräusch“, dass sich schon durch seine Exis­tenz ganz von selb­st dele­git­imiert, liebe Leser? Debat­te kann ja so ein­fach sein! Doch zu „alles­dicht­machen“ und den aus­gelösten Fak­to­sein­tol­er­anzen ist schon fast alles gesagt, nur eine Frage scheint noch unbeant­wortet: warum war die Reak­tion so heftig?

…hilft die Kultur

An den Inhal­ten kann es kaum gele­gen haben, nicht mal am Stil. Ver­gle­ich­bar äußerten sich schon Poli­tik­er, Wis­senschaftler und viele eher Unbekan­nte. Der eigentliche Sprengsatz ist, dass sich da Vertreter der mei­n­ungs­bes­tim­menden Kul­tur abseits der für sie vorge­se­henen Rollen bewegten. Die Frage aller Fra­gen ist näm­lich die des Pri­mats von Poli­tik und Kul­tur. Die Poli­tik möchte keinen Zweifel zulassen, dass sie die gestal­tende Kraft ist. Ich bin ander­er Mei­n­ung und denke, die Poli­tik fol­gt der Kul­tur mehr und wird mehr von ihr bee­in­flusst, als es ihr bewusst ist. Es ist eine Frage von Reich­weite und Dosis und hier ver­liert die Poli­tik gegen die Kul­tur. Musik, Film, Lit­er­atur, TV…und über die Medi­en bes­tim­men Kul­tur und deren Milieus sog­ar die Art und Weise, wie über Poli­tik berichtet, wie sie trans­portiert wird. Poli­tik braucht die Kul­tur als Res­o­nanzraum, als Souf­fleur, als Bühne und Verstärker.

Wenn ein Tatort-Kom­mis­sar wieder mal ein recht­es Net­zw­erk aufdeckt und einen flach­hirni­gen Naz­imörder zur Strecke bringt, sorgt das für mehr Endor­phine beim Zuschauer als eine Rede von Peter Alt­maier für Sät­ti­gung. In der Kul­tur wird per Sim­u­la­tion das vor­weg genom­men, was die Poli­tik in Geset­ze gießt. Das ist ander­er­seits auch die Voraus­set­zung für die Akzep­tanz ein­er Tagess­chau-Mel­dung, dass wieder mal soundso­viel Geld für den Kampf gegen rechts bewil­ligt wurde. Je größer die imag­inierte Bedro­hung, desto geringer der Wider­stand. Und für die Imag­i­na­tion ist stets die Kul­tur zuständig.

Es ist ein sym­bi­o­tis­ch­er Kreis und auf der starken, der Gefühls­seite, arbeit­et immer die Kul­tur, nicht die Poli­tik. Ein Blick auf die Zahlen und Ereignisse genügt hier, um festzustellen, dass dieser Kul­turkampf im Begriff ist, entsch­ieden zu wer­den – trotz kleiner­er Rückschläge wie „alles­dicht­machen“. Das „Verge­hen“ der Schaus­piel­er als Vertreter des Pri­mats Kul­tur lag ger­ade darin, dass sie anders als etwa die „Quer­denker“ nicht auf The­o­rien, Mei­n­un­gen und teil­weise auch auf sehr selt­same Ver­schwörun­gen zurück­grif­f­en, son­dern direkt auf der Gefühlsebene ein­stiegen, obwohl dieser Kanal doch den ver­meintlich guten und richti­gen Wahrheit­en vor­be­hal­ten ist. Dort, wo man den Men­schen am näch­sten kommt, dort, wo Tagess­chau, Tagesspiegel und das „Recherch­enet­zw­erk Anti­s­chwur­bler“ zwangsläu­fig nur „Blinde Kuh“ spie­len kön­nen. Daher die Wirkung. Daher die Ver­wirrung. Daher die Wut ver­let­zter Haltungsschäden.

Viel bess­er ins Arse­nal gewün­schter Mei­n­ungsäußerun­gen passen da Aktio­nen wie dieser offene Brief von Kün­stlern und Intellek­tuellen an die Bun­desregierung, in dem eine „stärkere Besteuerung von Reich­tum und mehr Verteilungs­gerechtigkeit“ gefordert wird. Dies­mal im Namen der Coro­n­afol­gen­bekämp­fung, aber son­st natür­lich auch! Alle Klin­gel­worte west­deutsch­er Sozial­is­mus­nos­tal­gie gehen darin spazieren. Proteste, die Kün­stler wür­den hier weit jen­seits ihrer Fachkom­pe­tenz agieren, blieb im Gegen­satz zu „alles­dicht­machen“ gän­zlich aus. Auch dass sie Worte sagen wür­den, die „andere für die geschrieben haben“, ist hier offen­bar kein Thema.

Der Liberalismus verstummt

Eigentlich wie immer, wenn es gegen lib­erale und kon­ser­v­a­tive Werte geht. Dabei wäre es kinder­le­icht, die dampfnudel­dum­men Behaup­tun­gen zu wider­legen, auf denen das hin­ter der Aktion steck­ende Bünd­nis „Wer hat der gibt“ seinen Aktion­is­mus grün­det. Im Gegen­satz zu „alles­dicht­machen“ hält sich aber auch die jour­nal­is­tis­che Neugi­er in Gren­zen, wenn es darum geht, mal nachzufra­gen, wer genau hin­ter den „…ver­schiede­nen linken Grup­pen und Einzelper­so­n­en“ (Zitat „über uns“) steckt. Will man wohl nicht so genau wis­sen. Nicht alle Forderun­gen von „Was wir wollen“ sind pauschal falsch, aber es find­et schon lange keine ehrliche Debat­te mehr darüber statt, wohin die geforderten mas­siv­en staatlichen Ein­griffe let­ztlich führen wür­den. Eben­so wenig wie über die Forderun­gen, die die Grü­nen und „Fri­days for Future“ stellen.

Stattdessen der Pauken­schlag in Gestalt eines Urteils des Bun­desver­fas­sungs­gerichts, welch­es die Gültigkeit unseres Grundge­set­zes in Kli­mafra­gen fak­tisch auf die ganze Welt aus­dehnt und den Mod­ell­rech­nun­gen ein­er kleinen Gruppe von Kli­ma­tolo­gen den Kon­junk­tiv nahm. Die Wel­tret­terei ist jet­zt deutsch, hat Ver­fas­sungsrang und ver­langt nach verbindlichen 30-Jahres-Plä­nen – die Pla­nungskom­mis­sion der DDR hat­te schon mit fünf Jahren so ihre Prob­leme. Kri­tik am soge­nan­nten „2°-Ziel“ von Paris kann nun als ver­fas­sungs­feindlich­er Akt gel­ten. Das Eis auf Grön­land und in der Antark­tis mag dick­er wer­den. Das, auf dem Kri­tik­er der aus­gegebe­nen Losun­gen unser­er unfehlbaren Regierung ihre wenig beachteten Pirou­et­ten drehen, wird dünner.

Aber der Laschet, der wird uns doch retten, oder?

Ich musste mir einiges an Kri­tik anhören, weil ich in meinem kurzen Aus­blick auf die Bun­destagswahlen nicht nur mein Miss­fall­en an der Grü­nen Spitzenkan­di­datin kund­getan, son­dern auch kein gutes Haar am Kan­di­dat­en der Union gelassen hat­te. Ich täte ihm unrecht, er könne die Wende schaf­fen und werde den rund und klein gelutscht­en Markenkern der CDU wieder dazu brin­gen, zu wach­sen und Kan­ten auszu­bilden. Doch abge­se­hen von der Zer­ris­senheit der Partei, die aus­gerech­net von Laschets poli­tis­chen Ziehkindern wie Ser­ap Gün­er anek­do­tisch verdeut­licht wer­den, ist da ja immer noch sie. Sie, die Frau im Kan­z­lerin­nenamt, welch­es sie auch erst nach der Wahl im Sep­tem­ber ver­lassen wird. Wie soll also die drin­gend nötige Rich­tungsko­r­rek­tur ablaufen, wenn sie von der Tage­spoli­tik tor­pediert und abgelehnt wird? Gelingt Laschet der Spa­gat zwis­chen Abkehr vom Merke­lis­mus und der dro­hen­den Spal­tung der Partei? Ich bezwei­fle, dass von der Union ein Kur­swech­sel zu erwarten ist, selb­st wenn Laschet die Umfra­gen noch wird drehen können.

Wom­it wir wieder beim Anfang des Artikels und der Tat­sache wären, dass nach mein­er Mei­n­ung die Rich­tung fest­ste­ht, in die sich Deutsch­land unbeir­rt weit­er­be­wegt. Wahlen wer­den daran lei­der wenig ändern, es sei denn zum Schlechteren, wie 1933. Blickt man in die Geschichte, fällt auf, dass es hierzu­lande meist Kriege waren, die Kur­swech­sel oder grundle­gende Verän­derun­gen her­beiführten. 1871 durch einen gewonnenen, 1918 und 1945 durch ver­lorene. Erfreulicher­weise war 1989 mal eine friedliche Rev­o­lu­tion dabei, deren Errun­gen­schaften durch Aushöh­lung der Grun­drechte ger­ade Stück für Stück abgeräumt wer­den. Die näch­ste Regierung, ob nun Grün-Schwarz oder Schwarz-Grün, kön­nte angesichts Wel­tret­tungsethos und der Zer­störung der wirtschaftlichen Basis Deutsch­lands wieder einen Krieg ver­lieren – dies­mal wird es wohl der Krieg gegen die Real­ität sein.

Mit einem Urteil des Ver­fas­sungs­gerichts im Rück­en träumt F4F schon mal vom am Hor­i­zont aufziehen­den „Grü­nen Okto­ber“ und fragt: „Was würdet ihr gern als erstes ökol­o­gisch enteignen?“ und fügt wenn schon nicht beruhi­gend, so doch erk­lärend hinzu: „Spoil­er: Enteig­nun­gen sind nicht bös­es link­sex­tremes Teufel­szeug, son­dern ein wichtiges Mit­tel auf dem Weg Rich­tung Klim­agerechtigkeit.“ (Kom­maspende wie üblich von mir)

Und während die FDP noch über­legt, wie sie den Weg in den Klimag­u­lag mark­twirtschaftlich gestal­ten kön­nte – mit dieser Prinzip­i­en­losigkeit kann man einen Schwarz­markt organ­isieren, aber nicht die Feinde der Mark­twirtschaft zur Rai­son brin­gen –, zeigt das Ver­fas­sungs­gericht dem coro­na­trainierten Deutschen die Instru­mente: „Kün­ftig kön­nen selb­st gravierende Frei­heit­sein­bußen zum Schutz des Kli­mas ver­hält­nis­mäßig und ver­fas­sungsrechtlich gerecht­fer­tigt sein; ger­ade deshalb dro­ht dann die Gefahr, erhe­bliche Frei­heit­sein­bußen hin­nehmen zu müssen.”

Nein, mit diesem Per­son­al ist auf diesem Weg kein Staat zu machen. Jeden­falls kein­er, in dem man gut und gerne leben möchte. Stattdessen halte ich es für ange­bracht, sich auf einen hefti­gen Auf­prall vorzu­bere­it­en und gle­ichzeit­ig hoffe ich inständig, dass ich nur mal wieder meinem inneren schwarzen Hund hin­ter­herge­laufen und in die Pes­simis­mus­falle ger­at­en bin. Ich bin ein schwarzse­herisch­er Schreiber­ling, holt mich hier raus!

Vorheriger ArtikelDas Sterben der Anderen
Nächster ArtikelGeld für Garnichts, Inflation und das beste Pastrami der Welt

38 Kommentare

  1. „Doch zu „alles­dicht­machen“ und den aus­gelösten Fak­to­sein­tol­er­anzen ist schon fast alles gesagt, nur eine Frage scheint noch unbeant­wortet: warum war die Reak­tion so heftig?“

    Kurzge­fasste Erklärung:

    „Was trifft, trifft auch zu.“ (Karl Kraus, angeblich)

  2. Der Opti­mist glaubt, er lebt in der besten aller moeglichen Wel­ten. Der Pes­simist befuer­chtet, dass der Opti­mist damit Recht hat.

  3. Und dann noch die echte Natur.…
    Der Vulkan Sinabung auf der indone­sis­chen Insel Suma­tra ist erneut aus­ge­brochen und hat eine fast drei Kilo­me­ter hohe Aschesäule in die Luft gespuckt. Und wieder schleud­ert die Natur ihren Dreck und gifti­gen Gase in unsere MENSCHLICHE Umwelt. Der fün­fte Vulkan dieses Jahr, der UNSERE WELT mit gifti­gen Gasen und Fein­staub ver­schmutzt. Und wir uns redlich abmühen, mit tausende Ton­nen Beton unseren Wind­stro­min­dus­triean­la­gen einen fes­ten Stand auf unserem Plan­eten zu geben, damit wir wenig­stens Glauben kön­nen, keinen Dreck in die Land­schaft zu wer­fen. Obwohl, man kön­nte mit diesem Beton auf die 2 % Baden-Würt­tem­ber­gis­che Fläche, immer­hin 700 Quadratk­ilo­me­ter eine Menge Wohn­raum .….….….….… Aber beson­ders die Flach­denk­ende Poli­tik unsere Qual­ität­sex­perten haben natür­lich wirkungsneu­tralen Vorrang.

  4. Lieber Roger, aus diesem schwarzen Loch kann Sie kein­er her­aus­holen: Es trifft zu , daß es einen Kul­turkampf gibt, und es trifft zu, daß diejeni­gen, die n i c h t von Stütze, Diäten, staatlich finanzierten Jobs (NGO und so) oder vom Salär gle­ichgeschal­teter Medi­en leben, dabei sind, diesen zu ver­lieren. Es trifft auch zu, daß kein­er in der als Kan­zler gehan­del­ten Riege der Kan­di­dat­en Wille und Zeug dazu hat, das Rud­er herumzureisen: Söder: Der Mann ist nicht nur mit dem denkbar bizarrsten Charak­ter aus­ges­tat­tet, er ist — glaube ich — auch schlicht zu dumm, zu begreifen, daß er auf Wegen von SPD und CDU wan­delt und dabei ist, seine Partei zu zer­legen. Laschet: Null Ahnung von nix, ins­beson­dere von Wirtschaft, laviert sich ein­fach nur durch und ver­sucht, sich selb­st und sein­er Partei den A.… zu ret­ten. Baer­bock: Wie alle Linken ide­ol­o­gisch ver­nagelt und in ihrer ahnungslosen Ein­fältigkeit hochge­fährlich. Die roten Khmer (Kam­bod­scha der 70 er) lassen grüßen. Da gab es schon ein­mal eine „Dekar­bon­isierung“ der Volk­swirtschaft. Nach Schätzun­gen hat die sog­ar drei Vier­tel der Bevölkerung über­lebt. Deutsch­land wird weit­er absteigen und mit ihm die trau­rige Rest-EU. Stich­wort: „Wieder­auf­bau­fonds“. Ich sehe ein­fach weit und bre­it keinen, der den Wahnsinn der Ver­nich­tung Hun­dert­er Mil­liar­den von Volksver­mö­gen unter dem Label des „Kampfes gegen das Kli­ma“ und die Wieder­errich­tung der sozial­is­tis­chen Plan­wirtschaft stoppt. Der FDP fehlt der unbe­d­ingte Wille dazu. Schre­it ein­er der Linken­garde „neolib­er­al“ sind die Höschen der FDP-Oberen nass. Und der AfD fehlt (neben anderem) die Macht­per­spek­tive . Das aller­schlimm­ste ist: Die große Mehrzahl der Leute merkt noch nicht ein­mal, was ger­ade passiert. Weil sie sich von der rot-grü­nen Pro­pa­gan­da durch Jour­nal­is­ten, die eben­so ahnungs­los wie sie selb­st und meist noch ein bißchen unge­bilde­ter sind, ein­lullen läßt. Meine Fam­i­lie hat die Entschei­dung getrof­fen: Rette sich wer kann.

  5. Herr Letsch, ich bin so pes­simistisch wie Sie. Ich frage mich, ob nicht alle Voraus­set­zun­gen für Art. 20.4 Grundge­setz gegeben sind. Die frei­heitliche Grun­dord­nung wird aufgelöst, dem Bürg­er ste­hen keine Rechtsmit­tel mehr zur Ver­fü­gung (4. Ermäch­ti­gungs­ge­setz) , neue Parteien zu grün­den ist aus­sicht­s­los (AfD, Die Basis), und das BVG urteilt, dass die die Grun­drechte not­falls „gravierend“ eingeschränkt wer­den kön­nen, wenn die Exeku­tive willkür­lich irgendwelche Werte fes­tlegt (Inzi­denz, CO2-Gehalt, Durch­schnittstem­per­atur, Leben­sraum im Osten).

    Mir wäre wohler, wenn wir den Feind endlich mal Feind nen­nen dürften.

  6. Na ja, es gibt einen passenden Spruch, der da heisst: „Der­weil die Weisen grü­beln, stür­men die Dum­men die Fes­tung!“ Was sich heute, beson­ders in der Bun­desre­pub­lik abspielt, ist sehr schwierig, weil jed­er immer „ein bißchen Recht hat!„Wenn wir eines Tages, unter vie­len kollek­tiv­en und per­sön­lichen Opfern Co2 frei, bzw. neu­tral sind, was kommt dann? Die noch verbliebe­nen Gletsch­er schmelzen weit­er vor sich hin, weltweit und auch alle zuvor angeprangerte Mißstände geschehen auf die eine oder andere Art eben­falls weit­er! Wer ist dann ver­ant­wortlich und wer hat dann so eine Art „ord­nende Hand — Europa aus vie­len gemacht­en Erfahrun­gen wohl kaum?“ Deutsch­land, wird es, in welch­er Form auch immer, nicht mehr geben — aber es ist kli­makon­form! Die Reichen hierzu­lande, wer­den das Exper­i­men­tieren nicht mehr mit entsprechend hohen Abgaben bezahlen kön­nen, weil es sie schlichtweg nicht mehr gibt! Egal, wie man es betra­chtet (wer wird denn so neg­a­tiv denken?) man muss sich jet­zt, ja beson­ders jet­zt ein­brin­gen, son­st kommt man irgend eines schlecht­en Tages da raus, wo man nicht hin wollte!!! Also nicht ewig disku­tieren, jam­mern oder tolle „Zukun­fts­blasen“ her­vor­brin­gen — nein sich demokratisch ein­brin­gen, sach­lich, wenn´s geht, und mit Lei­den­schaft, son­st ist es aus — wie sagt man heute? mit der „mut­maßlichen Frei­heit“ — aber vielle­icht haben sich die meis­ten von uns dann schon daran gewöh­nt — und das wäre wahrhaftig schade!

    • CO2 frei? Das wäre eine Katas­tro­phe! Ist auch, neben­bei gesagt, völ­lig unmöglich. Viele Worte schreiben Sie. Ahnung haben Sie keine und damit sind Sie nicht mal alleine. Ich habe fertig.

  7. Das Pen­dant zu „viele fan­den die Aktion nicht lustig“ ist das schon vor vie­len Jahren im Staats­funk in wirk­lich fast jedem Zusam­men­hang gebrauchte „immer mehr Menschen..blabla“. Ich habe noch nie eine konkrete Zahl gehört, wieviele denn diese „immer mehr“ eigentlich sind.

  8. Die Piranas.
    Die Grue­nen UND die Linken UND die ’nor­malen‘ Poli­tis­chen Kraefte — Wer ein wenig Natur- und Kul­tur inter­essiert ist wird wis­sen, dass es im Ama­zonas Fis­che gibt die das entwick­elt haben was man gemein­hin ken­nt als eine der unan­genehm­sten Tode­sarten, die endgueltige Art des Todes … die dich bis auf die Knochen abnagt.
    Dieser Tod wird durch kleine, aber im Kollek­tiv arbei­t­ende und mit den dafuer aus­ges­tat­te­nen erforder­lichen Werkzeu­gen vorgenommen.
    Gemeint sind die Piranas.
    Genau­so arbeit­en die Grue­nen und die Linken sowie die anderen, gewis­senlosen Poli­tik­er aller Parteien.
    Sie sind die Piranas der Buerg­er­lichen Ord­nung, die Piranas, die Deutsche Bun­des­buerg­er zerfleischen.
    Die Bun­des­buerg­er, die sich unwissentlich in die Untiefen der soge­nan­nten demokratis­chen Grun­dord­nung hin­aus­gewagt haben weil sie den Worten der Poli­tik­er glaubten, ohne zu erken­nen, dass dies die Fall­en, die Untiefen der Poli­tik sind, die erschaf­fen wur­den, um Macht zu errin­gen, zu behal­ten und auszubauen.
    Auss­chliesslich zum nur eige­nen Vorteil. Damit hat sich seit Jahrtausenden nichts geaendert.
    Der Dumme ist der Buerg­er, der erzo­gen wurde, dem ‚Hoe­hergestll­ten‘ zu ver­trauen, seinen Ver­sprechun­gen Glauben zu schanken, ihm zu folgen …
    Auch wieder, wie viele vor ihm, und unzweifel­haft noch Gen­er­a­tio­nen nach ihm, beschreibt der Autor, wenn auch nur sehr im Ansatz, zaghaft und viel zu wenig deut­lich, was viele zur Zeit bedrueckt.
    Es wird nie eine Zeit kom­men, in der die Zweifel­nden, die Kri­tis­chen nicht bestraft wer­den fuer das, was sie aeussern, was sie anzweifeln …
    Wir haben uns die Piranas selb­st gezuechtet und solange das Wass­er, in dem sie leben, fliesst, wer­den sie immer wieder Opfer find­en und diese bis auf die Knochen abna­gen … es ist ja so einfach …

  9. Sor­ry — aber ich kann nicht anders. Wir haben 7 bis 8 Mil­liar­den Men­schen auf dem Plan­eten, der bei gutem Willen kaum 2 Mil­liar­den tra­gen kann. Nicht dass es die „bösen“ Weißen wären, die sich ganz unanständig ver­mehrt hät­ten. Nein — die Weißen haben nur die Voraus­set­zun­gen erar­beit­et, dass nun kul­turelle Low-Per­former vol­len­dete Tat­sachen schaf­fen kon­nten. Nor­maler­weise dürfte man so ein Ver­hal­ten als Kriegserk­lärung inter­pretieren — aber weit gefehlt! Die weißen Eliten gefall­en sich darin dies Geschehen erst gar nicht zu hin­ter­fra­gen, und die Fol­gen frem­den Han­delns durch Selb­stkasteiung, Kon­sumverzicht und Frei­heits­ber­aubung der eige­nen Klien­tel auf ein, für die Erde, erträglich­es Gesamt­maß zu reduzieren. Ein dur­chaus edler Zug, doch wed­er in Peking, noch in Mek­ka wird dieser Altru­is­mus gewürdigt werden.

      • Drum kön­nen wir nur hof­fen, dass deren Zug bald ähn­lich ent­gleist wie der von einem Her­rn Schulz. …oder war’s Schultz, Schulze… (vergessen)

    • wie kom­men Sie darauf, dass der Plan­et nur 2 Mil­liar­den Men­schen aushal­ten kann? Völ­lig absurd. Leute wie Sie sind das Prob­lem und haben nie ein Lösung für die Prob­leme, die über­haupt nicht existieren.

      • Nun ja, der Plan­et kann noch mehr Men­schen „ver­tra­gen“… die Frage ist doch: wie wollen diese Men­schen leben? In Knap­pheit? In räum­lich­er Enge? So wie es im Moment läuft, sind 8 Mrd. Defin­i­tiv zu viele. Daher finde ich die Aus­sage des OP nicht absurd. 2 Mrd. Men­schen kön­nen sich die begren­zten Ressourcen viel bess­er teilen. Es entstünde kein „Migra­tions­druck“ der ja auch in der Regel mit Über­bevölkerung ein­herge­ht. Die Nutzung von Boden, Wass­er, Luft wäre auch kein Prob­lem mehr. Die Men­schen kön­nten dann auch einen hohen Lebens­stan­dard anstreben — auch in den weniger entwick­el­ten Gebi­eten der Erde. Wenn alle den US oder wes­teu­ropäis­chen Stan­dard anstreben, würde das der Plan­et nicht lange mitmachen.

        • @Dr. Stephan: Ich weiß nicht recht, was es soll, hier von „Über­bevölkerung“ zu reden. Das ist doch — wenn über­haupt- das Prob­lem der betr­e­f­fend­en Staat­en der Drit­ten Welt. Wir reden hier von Deutsch­land und Europa, die dabei sind, sich auf den Weg des Ziv­i­liza­tion­srückschrittes zu begeben, indem Sie sich 1 . weigern, Ihre natür­lichen Ressourcen zu nutzen und 2. eine Ord­nung, von der man vor drei Jahrzehn­ten dachte, sie sei ein für alle Male gescheit­ert, wieder aufzubauen.

        • Wir im West­en kön­nen uns, stel­lvertre­tend sei ein­mal der CO²-Ausstoß genan­nt, auf ein Niveau selb­st kasteien, das den Lebens­stan­dard eines Lager- oder Gefäng­nisin­sassen gle­icht, ohne für den Plan­eten das ger­ing­ste zu erre­ichen, da in der III.-Welt zeit­gle­ich jemand meint sein vierzehntes Kind gebären zu müssen. Let­zterem kann man zynis­ch­er weise wenig­stens noch (wie allen Bar­baren) den Willen zur Machtüber­nahme zu Gute hal­ten. Was in unseren Gefilden allerd­ings mit­tels veg­an­er Ernährung, Tod des Indi­vid­u­alverkehrs, des Ein­fam­i­lien­haus­es etc. an Real­itätsver­weigerung zugun­sten ein­er ver­meintlichen Scho­nung von Ressourcen (Stich­wort: Über­bevölkerung) betrieben wird, ist bizarres Wunschdenken.

  10. Zum Beispiel ‚Kom­maspenden‘:
    Diese Leute beherrschen zwar nicht die Sprache, sagen uns aber, wo genau wir langzuge­hen haben.
    .
    Den Pes­simis­mus hab ich eben­falls. Ich träume jede Nacht schlecht. Und ich tröste mich damit, dass ich zumin­d­est den Großteil meines Lebens (über 70 Jahre) friedlich und in Frei­heit erleben kon­nte; welche Gen­er­a­tion zuvor kon­nte das schon?
    Die let­zten paar Jahre, tja … wom­öglich lach‘ ich mich auch tot (?)

  11. „Erfreulicher­weise war 1989 mal eine friedliche Rev­o­lu­tion dabei, “

    So erfreulich ist das im Rück­blick gar nicht. Wäre das Ganze blutig gelaufen und dabei ein guter Teil der jet­zt in Amt und Wür­den poli­tisch und medi­al täti­gen SED Pro­pa­gan­dis­ten getötet oder zumin­d­est in Schimpf und Schande aus aus dem Land getrieben wor­den, sähe die Sit­u­a­tion jet­zt evtl. viel bess­er aus.

    • Das halte ich für eine falsche Annahme. (Über die moralis­che Seite schweigt man lieber.)

      Die DDR-Bürg­er, die mit den Demon­stra­tio­nen und Ver­net­zun­gen die SED in die Knie gezwun­gen haben, sind im vere­in­ten Deutsch­land an den Rand gedrängt wor­den. Nie­mand der Bürg­er­rechtler hat offen­sichtlich die Eigen­schaften gehabt, die zum Auf­stieg in die (erst Bon­ner, dann Berlin­er) Führungsebene hil­fre­ich sind: Schleimen und Lügen.

      Aufgestiegen sind Per­so­n­en, die schon der DDR in den unteren Rän­gen gedi­ent haben. Die obere DDR-Nomen­klatu­ra hat sicher­lich Geld aus dem Parteiver­mö­gen und anderen Gele­gen­heit­en abgezweigt, aber in der sog. „Berlin­er Repub­lik“ keine Funk­tio­nen bekommen.

      (Mit am höch­sten stieg Gysi, der das SED-Parteiver­mö­gen über die Wende geschafft hat und in — heute für die LINKEN sicher­lich hil­fre­iche — Kanäle leit­ete. Die Linken haben aber prak­tisch keinen Ein­fluss in der Bundespolitik.)

      Ein von Ihnen nachträglich her­beige­sehntes Blut­bad 1989 oder 1990 hätte auf der Seite der DDR-Oppo­si­tion nie­mand getrof­fen, der an unser­er heutige Merkel-Mis­ere beteiligt ist. Die oberen auf der SED-Seite sind oder waren auch nicht am Dilem­ma der let­zten 16 Jahre beteiligt.

      • Ach über die moralis­che Seite braucht man da nicht zu schweigen. Spätestens als ich in mein­er Jugend im Anhang von Kogons „Der SS-Staat“ lesen musste, wieviele selb­st der übel­sten Täter bere­its nach kurz­er Zeit wieder aus eigentlich lebenslanger Haft ent­lassen wur­den, war mir klar, das es weit unmoralis­cheres gibt, als Massen­mörder oder daran Mitwirk­ende zu töten. Näm­lich sie wieder mitwirken zu lassen.
        Das „die Linken“ prak­tisch keinen Ein­fluß hät­ten, halte ich für völ­lig falsch. Wo das nicht direkt in der Bun­de­spoli­tik geschieht, geschieht es halt über die Ver­hin­derung der Aufar­beitung und Aufk­lärung usw. usf. .
        Zudem hätte ein deut­lich­es ‑Nie wieder- in dieser Form ver­mut­lich den Enthu­si­as­mus sozial­is­musaffin­er „Sozialdemokrat­en“ und „Grün­er“ deut­lich gebremst. Und die ehe­ma­lige FDJ-lerin hätte nie eine Macht­po­si­tion in der CDU erlangt.

  12. Sie haben ja so furcht­bar recht. Jede Diskus­sion wird heute mit Bran­dreden oder Totschla­gar­gu­menten abgewürgt. Als gel­ern­ter DDR Bürg­er (worauf ich nicht stolz bin, es war aber nicht zu ver­hin­dern) hat man offen­sichtlich noch feinere Anten­nen für Entwick­lun­gen, die nichts Gutes bedeuten. Selb­st im weit­eren Fre­un­deskreis hält man heutzu­tage lieber mal den Mund als sich sel­bi­gen zu verbrennen.
    Auch ich habe über Auswan­dern nachgedacht. Lei­der wird mein Abschluss außer­halb der EU nir­gends anerkan­nt. Ob ich diesen Irrsinn hier bis zur Rente ertrage ist nicht sicher.

  13. Herr Letsch, Sie sind beileibe KEIN schwarzse­herisch­er Schreiber­ling, der irgend­wo her­aus­ge­holt wer­den muss. Sie haben die Zeichen der Zeit nicht erst seit diesem Artikel erkan­nt und die kom­mende Apoka­lypse ein­mal mehr tre­f­fend beschrieben. Sie soll­ten vielle­icht mit dem Auswan­dern nicht mehr allzu lange warten. Meine Frau und ich wer­den das noch in diesem Jahr tun, denn in Kürze kön­nten die Woh­nun­gen und Häuser im benach­barten Aus­land knapp wer­den. Mein Mit­ge­fühl gilt den­jeni­gen, die aus ver­schiede­nen Grün­den in diesem Failed State bleiben müssen und sich möglicher­weise in nicht so fern­er Zukun­ft mit ein­er neuen Art von Mauer kon­fron­tiert sehen. Das Leben war schon unter Merkel kein großer Spaß mehr — unter der näch­sten Regierung dürfte es mit Sicher­heit grauen­haft und sehr, sehr teuer werden.

  14. Sehe das noch etwas „Einge­bet­teter“. Aber nicht, um hier mit abge­hobeneren Argu­menten zur Weltherrschaft glaen­zen zu wollen, son­dern ganz prak­tisch. Vor 10 Jahren habe ich ein­mal eine Auswan­derung aktiv angestossen (NZ). Ich habe schon dort gelebt, die ganzen Ver­fahren waren durch oder in Arbeit. Ist dann aus ganz pri­vat­en Gru­en­den nicht gewor­den, das soll nur sagen: hier spricht kein The­o­retik­er, son­dern jemand fuer den das auch heute eigentlich eine Option ist.

    Eigentlich…

    Denn die Dinge sind ja nicht nur in D so. Auch inter­na­tion­al gibt und gab es jede Menge ver­rueck­te Dinge. „Down Under“ sind die aktuellen Mass­nah­men haert­er, in Frankre­ich sind oder waren sie es auch. In Israel wird noch — Stand heute — ganz anders „durchgeimpft“, eben­so wie im UK. Die Straf­masse ander­er Laen­der fuer Verge­hen sind dur­chaus auch von aehn­lich­er Haerte.
    Ob die Boe­sar­tigkeit der Imple­men­tierung in Geset­ze spez­i­fisch deutsch ist, kann ich nicht beurteilen. Die Schritte scheinen mir aber meist aehn­lich. Wohin also? Und was passiert hier zumin­d­est durch alle west­lichen Gesellschaften hindurch?

    • Vor 10 Jahren wäre Neusee­land noch ein Traumziel für die Auswan­derung für mich gewe­sen. Heute schreck­te mich der Jacin­da-Sozial­is­mus fast noch stärk­er als die dys­funk­tionale EU.

      • Genau das meine ich. Und auch in diesem speziellen Beispiel — die Ardern ist WEF wie Baer­bock, wie Macron. Alles ein Stall.

        Einzig irgend­wie pos­i­tiv­er Punkt — mit langem Trae­nen­tal davor — der Druck ist hoe­her, Prob­leme hier zu loe­sen. Die Illu­sion auch bei den Kri­tik­ern an hoe­here Wesen wie Grundge­setz und generell „andere moe­gen es loe­sen“ ist aber noch tief ver­ankert. Siehe die Diskus­sion zu einem poten­tiellen Mil­i­taer­putsch in Frankre­ich, durch den ein paar Ver­schiebun­gen hier erhofft wer­den, ohne sich die Haende schmutzig machen zu muessen.

    • Nicht ganz : ich bin vor einiger Zeit in die schöne Schweiz „aus­ge­wan­dert“ und schätze die hier gelebte direk­te Demokratie sehr. Natür­lich sind auch hier die Grü­nen auf dem Vor­marsch, aber es wird doch mit sehr viel weniger Ide­olo­gie und sehr viel mehr gesun­dem Men­schen­ver­stand, sprich : Ver­nun­ft, agiert.

      • Und so wie es aussieht, macht ihr auch nicht den Fehler, das Rah­menabkom­men, was ja ein Ein­rah­mungsabkom­men wäre, zu unter­schreiben. Gut so!

        • Es gibt auch hier die soge­nan­nten „Euro-Tur­bos“, aber die Schweiz­er haben ihren Ver­stand noch nicht so weit ver­loren, dass sie als kün­ftige Net­tozahler sich dem EUGH unter­w­er­fen wür­den. Die EU macht es einem leicht : sieht man sich das desas­tröse Führungsper­son­al und das daraus fol­gende nicht min­der desas­tröse Agieren an, ist das let­ztlich abschreck­end. Auch sind die Schweiz­er sehr sen­si­bel, wenn es um (europ. und, vor allem, deutsche) Bevor­mundung geht.

          • Machen andere Län­der mit vernün­fti­gen Kri­te­rien nie anders. Das sind aber prak­tis­che, keine prinzip­iellen Probleme.

          • Wer arbeit­et, hat in der Regel keine Prob­leme, eine Aufen­thalts­be­wil­li­gung zu bekom­men; Rent­ner eben­falls nicht, falls sie nach­weisen kön­nen, dass sie finanziell autark sind.

            • Wie ste­ht die Schweiz zu Selb­staendi­gen mit nach­weis­bar sta­bilem und auch bei Wohn­sitz dort aufrechter­halt­barem Einkom­men (in meinem Fall IT in inter­na­tionalen Projekten) ?

  15. Ein exzel­len­ter Artikel, Herr Letsch. Lei­der teile ich Ihren Pes­simis­mus, er begleit­et mich seit Jahren.
    Aber „dampfnudel­dumm“ war doch ein Lach­er. Darf ich mir das auslei­hen? Ach nee, doch lieber nicht, ich habe mir fest vorgenom­men, mit nie­man­dem mehr über die Lage zu disku­tieren. Son­st rutsche ich vom Pes­simis­mus noch in die Depression.

Comments are closed.