Gre­ta Thun­berg hat wieder zugeschla­gen, dies­mal bei ihrer Rede auf der Zukun­ft­skon­ferenz in Brüs­sel. Wieder ein­mal zeigt sich, dass die Welt neben den Indif­fer­enten, denen es völ­lig egal ist, was poli­tisierte Teenag­er von sich geben, in drei Grup­pen eingeteilt ist. Da sind die Bewun­der­er, nicht nur die gle­ichal­tri­gen Mit-Schulschwänz­er, die ihre Hoff­nun­gen auf Gre­ta pro­jizieren. Dann natür­lich die Spöt­ter, die das alles für einen Mar­ket­ing-Gag hal­ten und dem laut­en aber ober­fläch­lichen Aktivis­mus einen Vogel zeigen und dann noch die Mit­füh­len­den, die die Eindi­men­sion­al­ität von Gre­tas Agen­da und ihre Instru­men­tal­isierung unter dem Aspekt des Kinder­schutzes bekla­gen. Ich selb­st bin schon auf die religiöse Kom­po­nente in Gre­ta Thun­bergs Bewe­gung und die Selb­ster­mäch­ti­gung einge­gan­gen, die ent­fer­nt an Jeanne d’Arcs erin­nert. Doch richtete sich deren Wirken auf die Restau­ra­tion eines Herrscher­tums, während Gre­ta heutige Herrschaftsstruk­turen in Toto abwatscht und mit ihren Forderun­gen nach schla­gar­tiger voll­ständi­ger Decar­bon­isierung keine restau­ra­tive, son­dern in der Kon­se­quenz eine kul­turpes­simistis­che Grund­hal­tung zeigt: Alles ist schlecht, alles muss enden. Die Abgründe, in die solch­es Denken führen kann, kamen mir schla­gar­tig bekan­nt vor, als ich bei der Rede in Brüs­sel sah, was für einen aufmerk­samen Zuhör­er Gre­ta in dem hin­ter ihr sitzen­den Jean Claude Junck­er hat­te. Es gibt wohl neben Igno­ran­ten, Jüngern, Spöt­tern und Beschützern Gre­tas noch eine weit­ere Gruppe – und der wird langsam Angst und Bange.

Ich glaube nicht, dass Gre­ta von Jean-Jacques Rousseau bish­er mehr als nur gehört hat, so viel His­torisches lässt sich in vier Schul­t­a­gen gar nicht unter­brin­gen (und heute war erst Don­ner­stag und dank Brüs­sel-Auftritt war der auch Schul­frei). Aber vieles in Gre­tas Bes­timmtheit und dem Abso­lutheit­sanspruch, der in all ihren Reden zum Aus­druck kommt, erin­nert mich an eben jenen Weg­bere­it­er der Aufk­lärung, dessen Ideen in höher­er Dosierung aber auch Weg­bere­it­er der dun­klen Seit­en der franzö­sis­chen Rev­o­lu­tion wur­den. Während gesellschaftlichem und tech­nis­chem Fortschritt zugeneigte Denker neben sich ein­stel­len­den pos­i­tiv­en Entwick­lun­gen auch immer Neben­ef­fek­te und Neben­wirkun­gen ins Kalkül zogen, ver­stand Rousseau die men­schliche Geschichte als einen fortwähren­den Nieder­gang, der nur durch ein in jed­er Hin­sicht neues Denken und Han­deln aufzuhal­ten sei. Hand­lun­gen, die nicht zu per­fek­ten Ergeb­nis­sen führen, seien let­ztlich schlechte Hand­lun­gen. Es gelte fol­glich, das per­fek­te Staatswe­sen zu erricht­en, in dem der einzelne Men­sch nicht mehr als fehlbares, indi­vidu­elles aber auch mit uni­versellen recht­en aus­ges­tat­tetes Wesen zu gel­ten hat, auf das sich die Poli­tik beziehen muss, son­dern in dem der Men­sch nur Echoraum ein­er absoluten Idee ist. Zu abstrakt? Dann stellen Sie sich ein­fach einen Bienen­staat vor, dort wirkt die Idee Rousseaus per­fekt – inklu­sive der Tat­sache, dass die einzelne Biene keine Ahnung davon hat, wie die Idee eigentlich lautet. “Bess­er für die Biene”, würde der alte Meis­ter aus Genf wohl sagen.

Allgemeiner Wille, guter Wille?

Rousseau leit­ete daraus seine Idee vom „All­ge­meinen Willen“ ab, der „volon­té générale“, den er in seinem Hauptwerk „Vom Gesellschaftsver­trag oder Prinzip­i­en des Staat­srechts“ als abso­lut, unfehlbar und gerecht definierte und dem sich alle frei­willig und von ein­er anony­men Ver­nun­ft beseelt unterord­nen wür­den. In der The­o­rie klingt das vernün­ftig und utopisch zugle­ich, geht man mit dieser Idee des Absoluten jedoch auf die Prax­is los, in der man es ja nun mal nicht mit eine dif­fusen Anzahl indif­fer­enter Men­schen, son­dern mit höchst unter­schiedlichen Indi­viduen zu tun bekommt, gleit­et die schöne Idee schnell in den Total­i­taris­mus ab. Denn die Frage, wer im Besitz der absoluten Wahrheit ist, die zur Aus­führung (um nicht von Exeku­tion zu sprechen) gelangt, ist nicht Ergeb­nis eines müh­samen Erken­nt­nis­prozess­es und von Ver­such und Irrtum, son­dern wird ‘ex cathe­dra’ verkün­det. Wer die Idee for­muliert, hat einen Vor­sprung, den er beson­ders wirk­sam durch die Ver­fol­gung und Diskred­i­tierung abwe­ichen­der Ideen bewahren kann. Der Kli­mawan­del und die Vorstel­lung, dass nur der Men­sch als Ver­ant­wortlich­er dafür in Frage komme und das jede Debat­te darüber zu unterbleiben habe, ist eine solche Idee.

Philosophie wird Politik, Politik wird Tod

Die poli­tis­chen Erben Jean-Jacques Rousseaus, etwa Robe­spierre oder Saint-Just, die seine Ideen in prak­tis­che Poli­tik ver­wan­del­ten, sich im Besitz der absoluten Wahrheit wäh­n­ten und somit den „all­ge­meinen Willen“ for­mulieren und ausle­gen zu dür­fen glaubten, gin­gen den Weg des Total­i­taris­mus bis fast zum Ende, dem zum Glück noch deren eigenes Ende voraus­ging. Die Vorstel­lung, man könne die Men­schen durch eine Idee in einen unschuldigen Naturzu­s­tand zurück­ver­set­zen, in dem alle Unter­schiede und Ungerechtigkeit­en enden wür­den und die Kor­rup­tion ein­er aris­tokratis­chen Ober­schicht durch die Tugend erleuchteter Män­ner abgelöst würde, schnitt mehr als nur Ideen und Gedanken ab. Sie tren­nte auch Köpfe von Hälsen, die außer zum Kopf­schüt­teln zu kein­er weit­erge­hen­den Kri­tik in der Lage waren oder sich für gän­zlich unpoli­tisch und damit unbeteiligt hiel­ten.

Der Men­sch an sich sei gut, meinte Rousseau, aber er vergesse es im Laufe seines Lebens und sein­er Erziehung und Anpas­sung an das Sys­tem immer wieder. In diesen „Naturzu­s­tand des Guten“ jedoch durch prak­tis­che Maß­nah­men der Gle­ich­macherei, Enteig­nung, Zwangskollek­tivierung und Sprachzen­sur tat­säch­lich zurück­find­en zu können…diesen Wahn kann man Rousseau nicht anlas­ten, wohl aber denen, die – bewusst oder unbe­wusst – als seine Voll­streck­er ange­treten waren und glauben, ihren Meis­ter in ihrer Kon­se­quenz noch über­flügeln zu kön­nen. Je ein­fach­er und glat­ter eine Idee, umso leichter lässt sie sich abso­lut set­zen. In der Zeit des Tugendter­rors der franzö­sis­chen Rev­o­lu­tion waren die Ideen glat­ter als der Stahl, der seinen Kri­tik­ern deren Köpfe vor die Füße legte und auch heute geht es – wenn auch (noch) weniger blutig – um nichts weniger als das physis­che Ende dessen, was der glat­ten Idee der Kli­maret­tung im Weg ste­ht. Indus­trie: weg, Indi­vid­u­alverkehr: weg, sichere Stromver­sorgung: weg. Kennze­ich­nend für den blind­en Eifer ist zudem, dass man sich sog­ar der Erörterung der möglichen Fol­gen dieser Poli­tik kon­se­quent ver­schließt. Hätte man ver­sucht, mit Robe­spierre über die Dekrete zu dis­putieren, die tausenden Fran­zosen das Leben kosteten, würde das Wort “Ver­rat” mit Sicher­heit schon im ersten Satz sein­er Antwort aus­ge­sprochen.

Greta Thunberg fordert: sofort alles abschalten

Junck­er, der sich Gre­tas Rede samt Poli­tik­er­schelte lächel­nd anhörte und auch an den Stellen artig applaudierte, an denen Poli­tik­ern wie ihm ordentlich die Leviten gele­sen wurde, erin­nert ein wenig an die Salons in der Mitte des 18. Jahrhun­derts, als der Adel den Ideen Rousseaus und sein­er Adlat­en begeis­tert applaudierte und wie die Poli­tik­er von heute den Schaud­er dop­pelt genoss – näm­lich gle­ichzeit­ig im Pub­likum zu sitzen und im aufge­führten Stück erdolcht zu wer­den. Denn was die Aktivistin Thun­berg fordert, ist nichts weniger als das sofor­tige Ende ein­er Zivil­i­sa­tion, die sie – ähn­lich wie die Rousseau nacheifer­n­den Poli­tik­er des 18. Jahrhun­derts – auf dem völ­lig falschen Weg sieht. Da ist nichts umzubauen und zu verän­dern, da muss abgeschal­tet, ver­boten, umer­zo­gen und ver­nichtet wer­den. Nicht das bei Poli­tik und Medi­en so beliebte Nudg­ing, das san­fte Schub­sen oder das Ver­lock­en mit Teil­habe an der sicheren Mehrheitsmei­n­ung oder Vergün­s­ti­gun­gen für Wohlver­hal­ten ist Gre­tas Mit­tel, ihres hört angesichts der Forderung nach sofor­tiger 80%-iger Emis­sion­sre­duzierung auf den Namen „Cut­ting“. Erst wenn Indus­trie, Verkehr und Zivil­i­sa­tion diesen Hair­cut unter der Decar­bon­isierung-Guil­lo­tine ver­passt bekom­men haben, könne die Men­schheit gerettet sein. Das ist die Forderung nach Selb­st­mord aus Angst vor dem Tod.

Technologiefeindlichkeit ist kein Fortschritt

Jede tech­nis­che oder gesellschaftliche Errun­gen­schaft wird, weil sie nicht per­fekt ist, kri­tisiert und ver­wor­fen. Dass dieses Denkmuster, das uns Atom­ausstieg, Veg­an­is­mus, Gren­zw­erthys­te­rien, Impfgeg­n­er und Energiewende beschert hat, sich aus­gerech­net in einem Land wie Deutsch­land wie Grippe ver­bre­it­et, dass doch erwiesen­er­maßen ger­ade von der Per­fek­tion­ierung von beste­hen­der Tech­nik seit Jahrzehn­ten lebt und prof­i­tiert, statt diese wie ander­swo auf der Welt ein­fach durch kom­plett neue und vielle­icht bessere Erfind­un­gen zu erset­zen, erstaunt mich immer wieder aufs Neue. Jede Notwendigkeit der tech­nis­che Per­fek­tion­ierung, die sich im Betrieb und nach einiger Anfangse­uphorie bei der Benutzung ein­er beliebi­gen Tech­nolo­gie zeigt, wäre ein gen­uin deutsches Betä­ti­gungs­feld. Die let­zten Male, dass uns das gelang, waren die Druck­tech­nik, tech­nis­che Anla­gen wie Gas­tur­binen und die Auto­mo­bilin­dus­trie. Die Weit­er­en­twick­lung der Kernen­ergie hin zu pas­siv sicheren Anla­gen ohne Jahrmil­lio­nen gefährlichen Abfall erfol­gt in Chi­na und Rus­s­land, statt die CO2-Abschei­dung bei kon­ven­tionellen Kraftwerken (falls man das tat­säch­lich für wichtig hält) zu verbessern, steigen wir kom­plett aus der Tech­nolo­gie aus, unsere Gaskraftwerke, die die effek­tivsten der Welt sind, laufen auf­grund der Energiepoli­tik defiz­itär und wer­den von Sub­ven­tio­nen statt von Inno­va­tio­nen am Laufen gehal­ten und die Auto­mo­bilin­dus­trie treiben wir auch ger­ade in den Ruin (Elek­tro-Autos) oder gle­ich ins Aus­land.

Es mag den beteiligten Schulschwänz­ern nicht klar sein, aber um Deutsch­lands CO2-Emis­sio­nen um 80% zu senken, dürfte man hierzu­lande die Win­dräder noch nicht ein­mal zusam­men­schrauben, die sich an Stelle der kohle- und kernkraft­be­triebe­nen Dampf­tur­binen drehen sollen. Auch die chemis­che Indus­trie, Maschi­nen­bau, Auto­mo­bilin­dus­trie, Bauin­dus­trie, Handw­erk und Verkehr kämen voll­ständig zum Erliegen und mit all dem auch die Arbeit­splätze mit der größten Wertschöp­fung und Export­poten­zial. Ganz unab­hängig davon darf die Frage nach möglicher­weise sog­ar pos­i­tiv­en Effek­ten des leicht höheren CO2-Gehalts der Luft und berechtigten physikalis­chen Zweifeln an den Mod­ellen des IPCC kaum noch gestellt wer­den, will man sich nicht der Auf­forderung aus­set­zen, sich an einen klin­is­chen Psy­cholo­gen zu wen­den. Momen­tan gibt es noch eine gewisse Anzahl an Poli­tik­ern, die trotz aller medi­en­wirk­samen Ver­sprechen und Strö­men von Tinte unter Kli­maabkom­men und Absicht­serk­lärun­gen davor zurückschreck­en, der Men­schheit gle­ich mor­gen den Steck­er zu ziehen. Für die nähere Zukun­ft muss das aber nicht so bleiben.

Nach den Scheinheiligen kommen nicht die Heiligen, sondern die Inquisitoren

So unerträglich grüne Morala­pos­tel wie zum Beispiel Katha­ri­na Schulze auch sein mögen, die Bah­n­card predi­gen aber selb­st ein Flug­meilenkon­to im sechsstel­li­gen Bere­ich haben und dann auch noch die Chuzpe besitzen, stolz von ihren Aus­gle­ich­szahlun­gen bei atmos­Fair zu bericht­en, die sie nur deshalb leis­ten kön­nen, weil sie vom Steuerzahler aus­re­ichend ali­men­tiert wer­den – diese Poli­tik­er ste­hen zumin­d­est noch teil­weise in der Real­ität, auch wenn sie es gar nicht gern haben, wenn das Licht der Öffentlichkeit darauf fällt. Die Gen­er­a­tion „Gre­ta“ jedoch kön­nte, sofern sie nicht noch rechtzeit­ig von der Real­ität des echt­en Lebens „kor­rumpiert“ wird, die näch­ste Poli­tik­erkaste stellen und die wird keine Kom­pro­misse mehr mit der Real­ität schließen und die „reine Idee“ von der zur Unschuld und ins vortech­nis­che Zeital­ter zurück­zuführen­den Men­schheit mit Gebot und Ver­bot exeku­tieren.

Die dafür notwendi­ge staatliche All­macht mit umfassen­dem Durch­griff auf alle Aspek­te des Lebens jedes Einzel­nen, für den dann alles geregelt, alles fest­gelegt und durchge­plant ist, wird bere­its errichtet. Hier schließt sich der Kreis zu Rousseau, für dessen Idee des „all­ge­meinen Wil­lens“ bedurfte es auch eines völ­lig bindungslosen Men­schen, eines staat­sun­mit­tel­baren Wesens, der keine Herkun­ft, keine Kul­tur, keine pri­vate Sphäre und keine Fam­i­lie ken­nt und nur ein­er absoluten Idee verpflichtet ist. Linke beze­ich­nen diesen Zus­tand gern als Frei­heit, weil sie den Zwang darin nicht sehen wollen, der zur Ver­wirk­lichung angewen­det wird. Hat man für diejeni­gen, die sich dem Gle­ich­schritt entziehen, aktuell noch aus­gren­zen­den Spott zur Hand, indem man sie als „Kli­maleugn­er“ oder schlim­meres beze­ich­net, gibt es keine Garantie dafür, dass in Zukun­ft nicht die recht wirkungsarme Stig­ma­tisierung ein­er wie weit auch immer gehen­den “Exeku­tierung” Platz machen muss. Erste Forderun­gen, „Kli­maleug­nung“ unter Strafe zu stellen, wur­den bere­its erhoben.

In Soyen­ers Roman „Der Chirurg Napoleons“ heißt es „Der gefährlich­ste Men­sch ist der­jenige, der nur eine einzige Idee hat. Und Robe­spierre hat­te nur eine einzige Idee.“ Doch das ist nicht ganz voll­ständig. Die Welt ist schließlich voll von Erfind­ern, Weltverbesser­ern, Kün­stlern und Unternehmern, die genau­so auf eine Idee fix­iert sind. Das muss also nichts Schlecht­es sein und führt beim Scheit­ern auch nicht immer in Katas­tro­phen. Die Idee muss schon eine poli­tis­che sein und die wird erst gefährlich, wenn zwei weit­ere Bedin­gun­gen erfüllt sind. Wenn sich die Idee näm­lich als etwas präsen­tiert, das noch nie gewagt wurde, deren Zeit aber nun gekom­men sei und ihr zudem die Hebel der Macht eher nachge­tra­gen wer­den, als dass die diese erobern müsste.

Heute Schulschwänzer, übermorgen vielleicht Kommissionspräsidentin

Die kom­pro­miss­losen Schulschwänz­er und Decar­bon­isier­er von heute haben nur diese eine Idee und wenn sie, vom poli­tis­chen und medi­alen Applaus getra­gen, in fünf bis zehn Jahren an poli­tis­che Man­date gelan­gen soll­ten, träfen sie ger­ade in der EU (falls die dann in ihrer aktuellen Form noch existiert) auf einen zen­tral­isierten Super­staat mit max­i­maler Hand­lungskom­pe­tenz, der sich jed­er Kon­trolle durch die Mit­gliedsstaat­en oder deren Bürg­er längst ent­zo­gen hat. Das wollen wir alle mal nicht hof­fen aber spätestens dann kön­nte Junck­er das joviale Applaudieren und uns das mitlei­di­ge Lächeln und der Spott angesichts solch­er halsab­schnei­derischen Reden wie der von Gre­ta in Brüs­sel gründlich verge­hen.

Vorheriger ArtikelDie ARD-Generalsekretärin spricht nicht gern vom Framing
Nächster ArtikelÖkostrom verbrauchen oder sparen – ja was denn nun?

17 Kommentare

  1. Ein stark­er Text. Der Suizidal­is­mus ver­fol­gt die Dop­pel­strate­gie, zugle­ich den Ast abzusä­gen, auf dem man sitzt, während man noch die Gans schlachtet, die gold­ene Eier legt. Dieser galop­pierende ide­ol­o­gis­che Wahn kön­nte seine Recht­fer­ti­gung find­en, wenn denn eine echte Gefahr ein­er Kli­makatas­tro­phe adressiert würde. Nur ist diese nicht durch Fak­ten zu erken­nen, son­dern nur durch GIGO-Mod­elle, deren Anspruch der Wis­senschaftlichkeit uner­füllt bleibt.
    Aber selb­st wenn die fiebri­gen Hor­rorvi­sio­nen zutr­e­f­fend sein soll­ten, so wür­den doch die angestrebten Maß­nah­men nut­z­los bleiben und das Prob­lem nicht wirk­sam bekämpfen kann. Es bleibt der kollek­tive Wahnsinn, unter welchem Aspekt man ihn auch betra­chtet.

  2. “Die Idee muss schon eine poli­ti­sche sein und die wird erst gefähr­lich, wenn zwei weit­ere Bedin­gun­gen erfüllt sind. Wenn sich die Idee näm­lich als etwas prä­sen­tiert, das noch nie gewagt wurde, deren Zeit aber nun gekom­men sei und ihr zudem die Hebel der Macht eher nach­ge­tra­gen wer­den, als dass die diese erobern müsste.”

    Nation­al­sozial­is­mus und Sovi­et-Kom­mu­nis­mus wur­den hart erkämpft. Beim “ara­bis­chen Früh­ling” und der iranis­chen Rev­o­lu­tion ging es ursprünglich um “Demokratie” und “soziale Gerechtigkeit”, wie sie ander­norts bere­its “imple­men­tiert” waren. Selb­st, wenn man annimmt, dass es um “Islamis­mus” oder “Islamis­mus auf dem Umweg der Demokratie” ging, waren diese Dinge nicht neu. Ein­fach wars auch nicht, die Her­ren abzuset­zen, die zuvor am Drück­er waren. Andern­falls müsste es ja laut­en “Je autoritär­er, desto ein­fach­er wird mans wieder los”, was nicht unbe­d­ingt logisch klingt. Wobei ich mir da nicht sich­er bin. Nen allmächti­gen Got­tkaiser kann man erschießen, dann ist er weg. Erschießt man ne Ang­ie, rückt eine AKK nach, und macht genau so weit­er. Aber einen Got­tkaiser zu erschießen klingt nicht so leicht, dass man sagen kann, man bekäme das Resul­tat nachge­wor­fen. Wobei, vielle­icht sind die Got­tkaiser auch lib­eraler als Ang­ie, und ein Dik­ta­tor übt ins­ge­samt weniger Ein­fluss inner­halb seines Gebi­ets aus, als eine Ang­ie. Demokra­tien sind abso­lutis­tis­ch­er als Monar­chien, weil selb­st der All­macht eines Lud­wig Xiv durch Kirche, Adel, und Com­mon Law Gren­zen geset­zt waren, während man in ein­er Demokratie die All­macht des Staats vol­lkom­men unstrit­tig ist, und schon in der Ver­fas­sung fest­geschrieben wird. Müsste man mal nachrech­nen. Aber egal, was dabei raus kommt, die zwei Bauern­regeln sind nicht halt­bar.

    Ist nicht schon Poli­tik an sich ein Ding, das Katas­tro­phen verur­sacht, ein­fach nur deshalb, weil dort die Grund­vo­raus­set­zun­gen dafür bere­it liegen? Mir erscheint diese Aus­sage nahe­liegen­der, als die Unterteilung in “Gute Poli­tik” und “Böse Poli­tik” mit­tels einiger Bauern­regeln. Klar, stellt man damit das eigene Gut/Böse Bild auf den Kopf. Aber wer denkt schon von sich, dass er nicht auf Seit­en des Guten ste­ht. Ich würde bezweifeln, dass diejeni­gen, die in der Ver­gan­gen­heit die wirk­lich großen Katas­tro­phen aus­gelöst haben, sich selb­st für die Bösen hiel­ten, oder sie nicht auch über einige Bauern­regeln ver­fügten, anhand der­er sie definierten, was gefährlich ist. Vielle­icht gibt es in dem Spiel keine “Gute” Seite.

    • “Erschießt man ne Ang­ie, rückt eine AKK nach, und macht genau so weit­er.”

      Ich möchte kurz einen Fehler kor­rigieren. AKK soll natür­lich KGE heißen. Keine Ahnung, wie ich auf AKK komme. Möglicher­weise dachte ich während des Schreibens an die Fake-Pornos mit Alexan­dria Oca­sio-Cortez als arschgefick­te Haupt­darstel­lerin, die es zuweilen auf 4chan gibt. Die fängt zumin­d­est mit A an, und hat zwei K‑Laute im Nach­na­men.

      Ich finde, man sollte Poli­tik­ern Num­mern geben, mit denen sie dann ange­sprochen wer­den. Man kann mit Num­mern eine Heap-Struk­tur adressieren, und auch Baum­struk­turen, und das ist aus­sagekräftiger, als zusam­mengewür­felte Namen. Für beson­dere Ver­di­en­ste, wie zum Beispiel Alexan­drias Mimik, die so wun­der­bar zu riesi­gen, rek­tal wüten­den Negerschwänzen passt, kann man Poli­tik­er auch mal beim Namen ansprechen, aber im Nor­mal­fall wäre eine Num­mer vorzuziehen, finde ich. Namen sind redun­dant.

      • Nun lese ich, dass AKK doch die kor­rek­te Abkürzung war. Wie pein­lich. Ich bleibe aber dabei, dass man Poli­tik­er numerieren, und nicht mehr mit ihrem Namen ansprechen sollte.

  3. Das Prob­lem ist nicht nur die Gre­ta. Das viel größere Prob­lem ist eine Mehrheit in diesem Land, der das poli­tis­che Geschehen egal ist oder sich von den Main­stream-Medi­en zu sehr leit­en lässt. Zu bequem, einen Wider­stand zu leis­ten oder gar nachzu­denken. Es geht uns allen ja (noch) zu gut. Deshalb nochmals danke für Ihre tollen Beiträge, die wenig­stens die Gehirnzellen von ein paar von uns noch anstren­gen.

  4. Mir geht das The­ma langsam auch auf den Geist. Es ist gut hier kon­tro­verse Mei­n­un­gen lesen zu kön­nen; merke ich doch das ich nicht alleine da ste­he.
    Auch merke ich eine gewisse Bock­igkeit an mir. Selb­stver­ständlich bin ich für eine saubere Umwelt. Protestieren ist auch in Ord­nung, halt nicht mein Ding, aber wer mag..
    Dieses medi­al gehypte Ober­lehrerhafte, von ein­er jet­zt 16jährigen gehandy­capten Schwedin, bringt allerd­ings das Fass zum über­laufen.
    Gute Lust enfach mal ein paar Reifen oder Kröten zu ver­bren­nen und die Fri­teuse im Garten auszuwaschen. Und Gre­ta wäre mein Frustab­bau dann schuld. Und ich schreibe ihr, das diesem Protest viele in Deutsch­land fol­gen wer­den und es mir gle­ich­tun. In alter Tra­di­tion mon­tags.
    Dann ist hof­fentlich Ruhe.

  5. Müssen wir wirk­lich warten bis die kleine Gre­ta EU-Kom­mis­sion­spräsi­dentin gewor­den ist? Schon jet­zt möchte ich vie­len Poli­tik­ern gern zurufen: “Ganz schön viel Mei­n­ung bei so wenig Ahnung.” In ein­er Zeit in der Hal­tung wichtiger als Wis­sen und Kön­nen ist und Kam­pag­nen für oder gegen jeden Unsinn gefahren wer­den, brauchen wir wohl nicht mehr so lange zu warten. Schon unsere jet­zi­gen Poli­tik­er sind doch dabei ganze Indus­triezweige abzuschaf­fen. Und was ler­nen die Demo-Kids? Man muss nichts ler­nen und kön­nen und ein abge­broch­enes Studi­um ist nicht hin­der­lich wenn man einen Posten in ein­er Partei anstrebt. Ja mit dieser Gen­er­a­tion wird es bes­timmt nicht bess­er wer­den, aber vielle­icht ist ja auch nichts mehr da was sie kaputtmachen kön­nen.

  6. Es wird immer unerträglich­er Beiträge zu ein­er indokrinierten und völ­lig real­itäts­fer­nen Klein- Kli­ma- Pipi und deren medi­ale Instru­men­tal­isierung zur Wel­tret­tungs- Ikone lesen zu müssen! Denken ist nicht mehr das Ding dieser Gen­er­a­tion — pos­tuliert wird nur noch rein emo­tion­al. Das ganze erin­nert mit­tler­weile an eine Kli­ma- Inqui­si­tion, die sich nicht mehr an Fak­ten ori­en­tiert und das ganze zu einem Wel­tret­tungs- Hap­pen­ing stil­isiert!

  7. Dieser Artikel mag vielle­icht geistre­ich sein, noch bess­er wäre es allerd­ings, wenn er über­haupt nicht geschrieben wor­den wäre. Ich warte auf den Tag, an dem man das Kind ein­fach keines Kom­men­tars mehr würdigt. Denn das ist der einzige Weg, diesem hanebüch­enen Unsinn ein Ende zu bere­it­en. Über Argu­mente wird es näm­lich nicht gehen!

    • Die Poli­tik hat über­haupt keine Prob­leme, über die Köpfe der­jeni­gen hin­weg Entschei­dun­gen zu tre­f­fen, die sich von solchen Kapri­olen abgewen­det haben. Ist wie mit den Bienen: bess­er, wenn die keine Fra­gen stellen. Ich fürchte deshalb, ohne mas­siv­en Wider­stand wird es nicht gehen. Gre­ta ist im Moment noch so “genau”, uns einen Count-Down zu liefern. Let­ztes Jahr sprach sie noch (genau wie ihre Sis­ter-in-small-Mind Oca­sio-Cortez) von den let­zten 12 Jahren der Men­schheit, nun ist sie mit dem Jahreswech­sel auf 11 Jahre run­terge­gan­gen, was bedeutet, dass sie mit einem kalen­darisches Ereig­nis des Wel­tun­ter­gangs rech­net. Das Jahr 2030 kön­nte sehr unter­halt­sam wer­den. 😉

      • 🙂 2030 wäre sie dann 27. Ich 72. Ich glaub’ ich zieh’ in ein ein­sames Gebirgstal im Schat­ten der hohen Tauern. Vielle­icht gibt’s da keine Volk­sempfänger?

  8. Auf der einen Seite ein durchgek­nalltes Kind, das meint, der Welt sagen zu müssen wo es lang geht und auf der anderen Seite ein abge­halfteter, immer wieder mal ‘abge­füll­ter’, jovial applaudieren­der Junck­er — in was für ein­er kopf­ste­hen­den Welt leben wir inzwis­chen?? Den grü­nen Morala­pos­teln und linken ‘Gle­ich­schrit­ti­gen’ kann man auch nur sagen:” Geht raus, spie­len. Zu ern­sthaften, vernün­fti­gen Din­gen seid ihr ohne­hin nicht zu gebrauchen”.Das Umwelt­bun­de­samt liegt mit sein­er Studie, die zur Begrün­dung der Die­selfahrver­bote dient, völ­lig falsch. Ich sehe zur Zeit keinen einzi­gen Bere­ich, der Pos­i­tives ver­bre­it­et. Wann machen sich die Deutschen endlich auf, um gründlich aufzuräu­men?

    • Früher hätte man der kleinen Göhre mal so richtig den Hin­tern ver­sohlt, damit sie im Kopf wieder klar kommt.
      Was kommt als näch­stes? Ein Zehn­jähriger mit Sitzblock­ade wegen Emis­sio­nen auf der A7 ?
      Was ist nur aus dieser Welt gewor­den?

  9. Lieber Roger,

    danke für diesen geistre­ichen, gut recher­chierten, geschicht­strächti­gen und mit Humor gespick­ten Artikel!

    Deine poli­tis­chen Schlussfol­gerun­gen im let­zten Kapi­tel sind ganz und gar nicht unre­al­is­tisch: Wenn wir uns an die 68er erin­nern – die und ihre geisti­gen Nachkom­men sitzen heute in den Par­la­menten.

    Kom­mis­sion­spräsi­dentin Thun­berg – das riecht nach ganzjähri­gen Fahrver­boten und 4,50 € je kWh.

    Gnade vor Recht! Hof­fentlich bin ich bis dahin schon decar­bon­isiert.

    Nur eine Frage: Wie ist unsere Gre­ta eigentlich nach Brüs­sel gekom­men?

      • Sie meinen, die süße Gre­ta hat sich qua­si selb­st nach Brüs­sel gebeamt- kli­ma­neu­tral ver­ste­ht sich.
        Alter Schwede…!
        Danke jeden­falls für diesen wieder so glasklaren, wuchti­gen und span­nend zu lesenden Artikel.
        Solange solche Kom­mentare noch erscheinen und dem Zugriff der Kli­ma-Großin­qui­si­tion ent­ge­hen, beste­ht vielle­icht doch noch ein Fünkchen Hoff­nung…?

Kommentarfunktion ist geschlossen.