Weil heu­te dank moder­ner Smart­pho­nes jeder nicht nur mehr Zeu­ge son­dern auch Pro­to­kol­lant sein kann, wenn irgend­wo die Hüt­te brennt, wis­sen jene, die die Nach­rich­ten ver­folg­ten, recht gut, was 2020 im „Sum­mer Of Love“ (Jen­ny Durkan, Bür­ger­meis­te­rin von Seat­tle) vor sich ging. Seit Wochen ver­fol­ge ich nun die gericht­li­che Auf­ar­bei­tung des Vor­falls in Keno­sha, mache mir Noti­zen und stöh­ne ange­sichts des Ber­ges an Infor­ma­tio­nen, die es zu beleuch­ten gilt. Wie erleich­tert war ich als ich sah, dass Oli­ver M. Haynold auf Ach­gut die­se Mam­mut­auf­ga­be bereits erle­digt hat und ich für alle, die gera­de von einem Marsur­laub zurück­ge­kom­men sind oder die Ein­sie­de­lei auf­ge­ge­ben haben, sei­nen Text nur ver­lin­ken muss. Ich möch­te mir hier also nicht mit dem gan­zen Her­gang der Ereig­nis­se befas­sen, son­dern in Stich­punk­ten her­aus­ar­bei­ten, mit wel­chem Abgrund von Medi­en- und Poli­tik­ver­sa­gen wir es hier zu tun haben, indem ich die Dar­stel­lung in ame­ri­ka­ni­schen und deut­schen Medi­en dem gegen­über­stel­le, was unter Eid im Pro­zess aus­ge­sagt und ermit­telt wurde.

  • Zunächst der Anlass. In Keno­sha hät­te die Poli­zei einen unbe­waff­ne­ten Schwar­zen erschos­sen, so wird berich­tet und geglaubt. Jacob Bla­ke wur­de jedoch nicht erschos­sen und unbe­waff­net war er auch nicht. Die Poli­zei wur­de von sei­ner Exfrau geru­fen, denn nach einem Streit habe er sie in ihrer Woh­nung ein­ge­sperrt und wol­le mit ihrem Auto ihr Kind ent­füh­ren. Das Kind befand sich im Auto, als die Poli­zei ein­traf, Bla­ke wider­setz­te sich sei­ner Fest­nah­men, zog ein Mes­ser und wand­te sich in Rich­tung Auto, in dem das Kind saß. Die Poli­zei feu­er­te, offen­sicht­lich ver­hin­dernd, dass Bla­ke sich mit Auto und Kind aus dem Staub macht. Bla­ke über­lebt schwer ver­letzt und ist heu­te gelähmt.
  • Nach die­sem Vor­fall roll­te die Gewalt schon den drit­ten Tag in Fol­ge über die Stadt. Gan­ze Stra­ßen­zü­ge brann­ten, unter­schieds­los wur­den Geschäf­te geplün­dert und ange­zün­det, Autos brann­ten, Müll­ton­nen brann­ten. Ein Zustand, den CNN gern als „most­ly peace­ful pro­tests“ bezeich­net. Die Poli­zei hielt sich vor­nehm zurück, die Losung „defund the poli­ce“ hat­te schließ­lich Fahrt auf­ge­nom­men und wur­de an vie­len Orten schon umge­setzt. Als Teil der Metro­pol­re­gi­on Chi­ca­go hat­te die Poli­zei von Keno­sha sicht­lich wenig Nei­gung, sich in einer so unüber­sicht­li­chen Lage zu expo­nie­ren. Und berich­te­ten die Medi­en nicht fast ein­stim­mig über die „unge­hör­ten Stim­men“, die sich da Luft und Recht verschafften?
  • Zag­haft ver­such­ten die Geschäfts­in­ha­ber von Keno­sha, sich selbst zu schüt­zen. Rit­ten­house, von einem befreun­de­ten Laden­in­ha­ber gefragt, ob er hel­fen kön­ne, fuhr die 20 Mei­len von sei­nem Wohn­ort nach Keno­sha zu sei­nem Freund, der ihm auch die AR-15 über­ließ, von der noch die Rede sein wird. Gra­fit­ti ent­fer­nen, Feu­er löschen, ers­te Hil­fe leisten…so sah der Abend für Rit­ten­house aus. Er wur­de dabei inter­viewt und mehr­fach gefilmt. Ein selt­sa­mes Ver­hal­ten für einen „acti­ve shoo­ter“, wie ihn die Staats­an­walt­schaft gern bezeichnete.
  • Der Vor­fall selbst wur­de von meh­re­ren Kame­ras fest­ge­hal­ten. Die Hetz­jagd, der Schuss in die Luft, Gegen­stän­de flo­gen in Rich­tung Rit­ten­house, ein geschleu­der­tes Skate­bord traf ihm zwei­mal am Kopf, er stürz­te, er war umzin­gelt, jemand griff nach sei­ner Waf­fe, er schoss, traf ins­ge­samt drei sei­ner Ver­fol­ger, er stand wie­der auf und ging zur Polizei.
  • Ich wer­de mich hier nicht damit befas­sen, wie sehr die zwei nun toten Män­ner es ver­dient hät­ten, zu ster­ben. Das Vor­stra­fen­re­gis­ter ist irrele­vant, denn auch Rit­ten­house konn­te davon nichts wis­sen. Außer­dem ist ein 17-jäh­ri­ger nicht vom Gesetz befugt, ein mora­li­sches Urteil an Päd­eras­ten zu voll­stre­cken. Es ging im Pro­zess auch nur um die Fra­ge, ob Rit­ten­house in Not­wehr gehan­delt hat, nicht dar­um, ob es bedau­er­lich sei, dass nun zwei Men­schen tot und einer fürs Leben gezeich­net ist, denn bei­des liegt auf der Hand.
  • Doch nun kom­men die Medi­en ins Spiel und die Vor­ver­ur­tei­lung nahm ihren Lauf. Rit­ten­house habe eine Staats­gren­ze mit einer Waf­fe über­schrit­ten die er gar nicht hät­te haben dür­fen und hat­te außer­dem in Keno­sha nichts zu suchen. Falsch! Rit­ten­house arbei­te­te in Keno­sha, sein Vater lebt dort, sein Freund lebt dort, sei­ne hal­be Fami­lie lebt dort. „Er habe dort nichts zu suchen“ ist, als wol­le man einem Neu-Ulmer sagen, er habe in Ulm nichts ver­lo­ren. Auch hat­te er die AR-15 nicht über die Staats­gren­ze gebracht, son­dern vor Ort von sei­nem Freund erhal­ten und es klingt wie ein schlech­ter Witz, wenn die­sel­ben Medi­en, die die Gren­ze zu Mexi­ko am liebs­ten abschaf­fen wol­len, sich über die man­geln­de Fes­tig­keit von Gren­zen zwi­schen Bun­des­staa­ten auf­re­gen. Bleibt der Vor­wurf des uner­laub­ten Waf­fen­be­sit­zes (Ankla­ge­punkt 6). Vor Gericht wur­de knapp ent­schie­den, indem man in die Geset­ze des Lan­des Wis­con­sin schau­te – was die Medi­en offen­bar ver­säumt hat­ten, weil das gel­ten­de Recht nicht zu ihrem Nar­ra­tiv pass­te. Rit­ten­house war min­des­tens 16 Jah­re alt und durf­te also eine Lang­waf­fe (mind. 16 Zoll Län­ge des Laufs) wie besag­te AR-15 tra­gen. Den Punkt strich der Rich­ter also kur­zer­hand aus der Ankla­ge. Bis heu­te jedoch twit­tern sich Medi­en und Poli­ti­ker um Kopf und Kra­gen, indem sie noch NACH dem Frei­spruch behaup­ten, Rit­ten­house hät­te ille­gal eine Waf­fe beses­sen. Kom­men­tar der Medi­en auf die Strei­chung des Ankla­ge­punk­tes 6: wenn sowas erlaubt sei, sei das Gesetz eben falsch. So ein­fach kann die Welt sein!
  • Im Ver­lauf des Pro­zes­ses schramm­te die Ankla­ge immer wie­der haar­scharf am Abbruch der Ver­hand­lun­gen vor­bei. Dem Rich­ter platz­te mehr als ein­mal der Kra­gen, weil die ver­fas­sungs­mä­ßi­gen Rech­te des Ange­klag­ten in Fra­ge gestellt wurden.
  • Das FBI trug zur „Auf­klä­rung“ bei, indem es ein aus gro­ßer Höhe auf­ge­nom­me­nes Infra­rot-Video vor­leg­te. Die­ses half zwar der Ankla­ge über­haupt nicht, wirft aber ein selt­sa­mes Licht auf die Bun­des­po­li­zei, die offen­bar taten­los zusah, als die Stadt in Flam­men stand. Nicht einer der Brand­stif­ter und Plün­de­rer wur­de bis heu­te angeklagt.
  • Der Spie­gel, fest ver­zurrt in den eige­nen Kate­go­ri­sie­run­gen, ora­kel­te noch am 12.11.2021, die Anwäl­te von Rit­ten­house könn­ten die Schwie­rig­kei­ten des Rich­ters mit moder­ner Bild­tech­nik aus­nut­zen, wenn sie Bewei­se vor­le­gen. Es kam genau anders­her­um. Nach­dem Staats­an­walt Bin­ger unfrei­wil­lig noch im Gerichts­saal demons­trier­te, wie wenig Ahnung er vom Umgang mit Waf­fen hat, indem er das Gewehr von Rit­ten­house in Rich­tung Jury anleg­te und dabei den Fin­ger am Abzug hat­te, leg­te die Staats­an­walt­schaft in letz­ter Minu­te ein wei­te­res über­ra­schend auf­ge­tauch­tes Droh­nen­vi­deo als „Beweis“ dafür vor, dass Rit­ten­house bereits vor dem Vor­fall sei­ne Waf­fe auf jeman­den gerich­tet hat­te, der als „Unknown Man“ bezeich­net wur­de. Der Ver­tei­di­gung schick­te man aller­dings nur eine stark kom­pri­mier­te Ver­si­on des Vide­os, auf dem nichts zu erken­nen war. Zudem wies das Sei­ten­ver­hält­nis des Vide­os dar­auf hin, dass es zuge­schnit­ten, also bear­bei­tet wur­de. Die Pro­tes­te der Ver­tei­di­gung, man kön­ne im Video nichts erken­nen, beant­wor­te­te der Staats­an­walt mit den Wor­ten „Unse­re Ver­si­on ist kla­rer, eurer Ehren“. Die Staats­an­walt­schaft hat­te offen­sicht­lich ver­sucht, das Video zu mani­pu­lie­ren. Erneut war der Rich­ter kurz davor, den Pro­zess plat­zen zu lassen.
  • Der „Unknown Man“ war der Staats­an­walt­schaft übri­gens sehr wohl bekannt. Der „Unbe­kann­te“ woll­te aber nicht aus­sa­gen und berief sich auf den 5. Ver­fas­sungs­zu­satz. Dum­mer­wei­se war er es, auf den Rit­ten­house angeb­lich sei­ne Waf­fe gerich­tet hat­te. War­um ihn also nicht in den Zeu­gen­stand rufen? Wegen der Aus­sa­ge­ver­wei­ge­rung? Der Staats­an­walt­schaft steht hier ein Mit­tel zur Ver­fü­gung, das die Ver­tei­di­gung nicht hat. Sie kann dem Zeu­gen Straf­frei­heit zusi­chern, wenn er vor Gericht aus­sagt. Wenn man sei­ne Ankla­ge auf der Behaup­tung auf­baut, Rit­ten­house habe kein Recht auf Selbst­ver­tei­di­gung, weil er mit den Bedro­hun­gen ange­fan­gen habe, soll­te das wohl drin sein. In Wahr­heit haben sämt­li­che Zeu­gen der Ankla­ge unter Eid die Ver­si­on der Ver­tei­di­gung bestä­tigt, „Unknown Man“ wäre da sicher kei­ne Aus­nah­me gewesen.
  • Frei­spruch in allen fünf Punk­ten! Punkt sechs (uner­laub­ter Waf­fen­be­sitz) wur­de ja schon vor­her gestri­chen. Für Gai­ge Groß­kreuz, den Rit­ten­house an jenem Abend mit einem Schuss in den Arm schwer ver­letz­te, dürf­te es ein ernüch­tern­der Tag gewe­sen sein, denn er hat die Stadt Keno­sha auf 10 Mil­lio­nen Dol­lar Schmer­zens­geld ver­klagt. Da sei­ne Sei­te den Pro­zess ver­lo­ren hat, kann er die nun vergessen.

Nachbetrachtung

Die Lügen hören nicht auf. Ange­fan­gen bei Joe Biden bis zu den Kom­men­ta­to­ren bei CNN oder MSNBC und den Demons­tran­ten vor Ort hal­ten immer noch vie­le (nicht alle) an ihrem Nar­ra­tiv fest, es han­de­le sich um einen Fall von „white supre­ma­cy“ gegen „black lives mat­ter“. Es wird berich­tet und immer noch geglaubt, dass Rit­ten­house im Som­mer 2020 zwei fried­li­che Schwar­ze Demons­tran­ten erschos­sen habe. Der Bür­ger­meis­ter von New York erzählt noch nach dem Urteil die Lüge von ille­ga­lem Waf­fen­be­sitz und Grenz­über­schrei­tung weiter.

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Wird es nun erneut zu Brand­stif­tung und Ver­wüs­tun­gen in Keno­sha kom­men? Nicht in dem Maße wie im letz­ten Jahr, den­ke ich. Im Gegen­satz zu 2020 nützt es den Demo­kra­ten nicht, die­se Unru­hen anzu­hei­zen und Cha­os in „Trumps Ame­ri­ca“ zu stif­ten. Es ist nun näm­lich das Ame­ri­ka des gro­ßen Ver­söh­ners Biden mit den kata­stro­pha­len Zustimmungswerten.

Als sie 2020 noch bei der New York Times arbei­tet, ging Repor­te­rin Nel­lie Bow­les nach Keno­sha, um über die Unru­hen zu berich­ten. Was sie vor­fand, war nicht ganz das, das die Medi­en gern gese­hen hät­ten. Es waren die ärms­ten Vier­tel der Stadt, die ver­wüs­tet wur­den und die Läden klei­ner Leu­te ohne Anse­hen ihrer Haut­far­be, die geplün­dert wur­den und in Flam­men auf­gin­gen. Bow­les Bericht war erschüt­ternd, doch die NYT woll­te ihn nicht brin­gen. Erst nach der Wahl, wenn der Arti­kel kei­nen Scha­den mehr am Nar­ra­tiv anrich­ten kann.

Das Recht auf Selbst­ver­tei­di­gung ist ein Natur­recht, das einem weder von einer Ver­fas­sung noch von einem Medi­en­ver­tre­ter oder Poli­ti­ker zuge­bil­ligt oder abge­spro­chen wer­den kann. Der Pro­zess gegen Kyle Rit­ten­house war jedoch maß­geb­lich für die Fra­ge, ob man sich im Ame­ri­ka des Jah­res 2020 noch mit Waf­fen ver­tei­di­gen darf, oder sich wider­stands­los vom Mob der Stra­ße erschie­ßen las­sen muss. Die­se Fra­ge ist nun beant­wor­tet. Vor­läu­fig. Es mag einem durch­schnitt­li­chen Deut­schen nicht ein­sich­tig sein, war­um die Ame­ri­ka­ner so auf ihrem zwei­ten Ver­fas­sungs­zu­satz bestehen, dem Recht, Waf­fen zu besit­zen. Die Fra­ge des „ob“ ist jedoch längst ent­schie­den, immer mehr Bun­des­staa­ten beschlie­ßen, das Recht dies­be­züg­lich nicht mehr ein­zu­schrän­ken – nicht ganz das, was wir in der Tages­schau über den Stand der Din­ge erfah­ren, oder? In gro­ßen Städ­ten sieht das viel­leicht noch etwas anders aus und es gibt sicher gute Grün­de dafür, in New York oder Chi­ca­go den Waf­fen­be­sitz zu reglementieren.

Man schafft dies jedoch immer nur für den lega­len Teil, dem Kri­mi­nel­len dürf­te es egal sein, was das Gesetz zu sei­ner Waf­fe zu sagen hat. Die Ver­ein­ba­rung zwi­schen Bür­ger und Staat sieht in den Städ­ten bis­her etwa so aus: du brauchst kei­ne Waf­fe, denn die Poli­zei passt auf dich auf. Doch nun heißt es „defund the poli­ce“ und der Bür­ger steht am Ende ohne Schutz da – ohne Waf­fe und ohne Poli­zei. Der Pro­zess in Keno­sha hat gezeigt, dass man auf eines von bei­den ver­zich­ten kann, aber bes­ser nicht auf bei­des. Und auch die Fra­ge, was ein 17-jäh­ri­ger in dem Infer­no von Keno­sha zu suchen hat­te ist damit beant­wor­tet. Er war dort, weil die Poli­zei nicht da war und Kri­mi­nel­le sich nicht dar­um küm­mern, ob sie mit ille­ga­len Waf­fen Staats­gren­zen und Geset­ze überschreiten.

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18 Kommentare

  1. Kann mich dem Gesag­ten nur anschlie­ßen. Wie­der mal läßt es mich extrem zynisch und fast sprach­los zurück, mit wel­cher Dreis­tig­keit vom größ­ten Teil der Pres­se und Medi­en gelo­gen wird.

    Den Rit­ten­house — Fall hat­te ich seit Beginn spo­ra­disch ver­folgt, (glau­be das ers­te Mal über den „Tat­um Report“ mit­be­kom­men) , das das media­le Nar­ra­tiv nichts mit der Rea­li­tät zu tun hat­te, war von Anfang an klar.
    Auch das lega­le Waf­fen in kei­ner Wei­se das Pro­blem sind, ist mir seit lan­gem klar. Lott’s „More Guns, less crime“ habe ich zwar lei­der bis­her nur zur Hälf­te etwa geschafft (ist schon see­ehr tro­cke­ner Stuff) aber die Schluß­fol­ge­run­gen sind recht klar.

    Der Gast­va­ter mei­ner Toch­ter, die der­zeit für ein Aus­lands­schul­jahr in San Anto­nio ist, hat­te mich vor der Abrei­se mei­ner Toch­ter dar­über unter­rich­tet, daß er sowohl ein AR-15 (mit HK-416 Recei­ver) hat, als auch eine Glock 17, die er stän­dig (unge­la­den) mit sich füh­re. Unge­la­den zur zusätz­li­chen Sicher­heit, er ist aller­dings im schnel­len, kampf­mäs­si­gen Laden gut ausgebildet. 

    Ich war dar­über nicht unglücklich. 

    Die Repu­bli­cans hat­ten das Pro­blem, das sie mit Trump einen mit­un­ter wirr und rea­li­täts­fern wir­ken­den Kopf hat­ten (auch wenn ich den Mann für weit bes­ser als Vor­gän­ger und Nach­fol­ger halte).
    Die Demo­crats haben das Pro­blem, das sie mit Biden einen (frü­her) halb­wegs ratio­na­len Kopf haben und einen kom­plett irren und rea­li­täts­fer­nen Ober- und Mit­tel­bau. Teils auch ras­sis­tisch-para­si­tär, wie Ibram X Ken­di etc.

  2. Black-Lives-Mat­ter wird ja bekannt­lich von der Anti­fa für ihre Zwe­cke gepu­shed. Der Jour­na­list Andy Ngo („Unmas­ked“) wun­dert sich all­ge­mein über die wohl­wol­len­de Bericht­erstat­tung gegen­über der Anti­fa, selbst wenn die­se zeit­wei­se gan­ze Stadt­vier­tel besetzt hält.

  3. Auch wenn Kyle Rit­ten­house sei­ne Waf­fe wohl schon wegen der Län­ge offen geführt hat, ist das ver­link­te „Open Car­ry“ immer noch eine Ein­schrän­kung. Vie­le Bun­des­staa­ten erlau­ben auch das ver­deck­te Tra­gen („Con­cea­led Car­ry“), ent­we­der ohne Waf­fen­schein oder den Waf­fen­schein kann jeder unter weni­gen Vor­aus­set­zun­gen bekom­men. John Lott und David Mus­tard haben in einer Panel-Ana­ly­se auf bezirks­ebe­ne sta­tis­tisch unter­sucht, wie unter­schied­lich hohe Hür­den beim ver­deck­ten Füh­ren sich aus­wir­ken. Sie kom­men zu dem Ergeb­nis, dass ver­deck­tes Füh­ren die Gewalt­kri­mi­na­li­tät eindämmt.

    • Über die­se Detail kann man strei­ten. Aber Du hast schon recht, es ist abschre­ckend für Gangs­ter, wenn sie über­all damit rech­nen müs­sen, auf bewaff­ne­te Opfer zu treffen.

    • Es gibt ledig­lich eine schwach nega­ti­ve Kor­re­la­ti­on zwi­schen Waf­fen­be­sitz und Gewalt­kri­mi­na­li­tät, jedoch eine stark Posi­ti­ve, zwi­schen Negern und Gewalt­kri­mi­na­li­tät. Neger haben auch in der ers­ten Welt eine mit Afri­ka ver­gleich­ba­re Kri­mi­na­li­täts­ra­te. Tat­säch­lich ist die Neger-Kri­mi­na­li­tät in US-Groß­städ­ten sogar über dem Afri­ka-Durch­schnitt. Dar­um sind die AIs, die sie zur Ver­bre­chens­be­kämp­fung ein­set­zen, auch alle­samt rassistisch.

      Stu­di­en, die sol­che Tat­sa­chen aus­blen­den, wur­den doch von Leu­ten geschrie­ben, die ihren Kopf nicht mehr aus dem Arsch krie­gen. Wahr­schein­lich wür­de es die Mord­ra­te tat­säch­lich sen­ken, wenn Neger nur Stö­cke und Stei­ne zur Ver­fü­gung hät­ten, mit denen sie sich gegen­sei­tig umbrin­gen kön­nen, ganz so, wie es die Natur vor­ge­se­hen hat. Wenn es also dar­um gin­ge, die Mord-Rate zu sen­ken, dann wäre das ein Argu­ment für ein weit­rei­chen­des Waffen-Verbot. 

      Aller­dings geht es beim Waf­fen­be­sitz weder um die Mord­ra­te, noch um Sport­schie­ßen, noch um die Jagd. Es geht dar­um, im Zwei­fels­fall Sic Sem­per Tyran­nis zu spie­len, und im Tali­ban-Style einen Ter­ror­krieg auch gegen den eige­nen Staat zu füh­ren, soll­te dies not­wen­dig wer­den. Und dies wird häu­fi­ger not­wen­dig, als man meint, nur feh­len meist die Waf­fen dazu.

  4. Mich erschüt­tert die Dreis­tig­keit die­ser Men­schen. Eigent­lich weiß ich gar nicht mehr, auf wel­cher Wer­te­ba­sis die Medi­en- und Poli­ti­keli­ten auf­bau­en. Kama­la Har­ris sag­te, dass der Fall für sich sprä­che und sie schon immer auf eine glei­che­re Straf­jus­tiz hin­ge­ar­bei­tet hät­te („make the cri­mi­nal jus­ti­ce sys­tem more equitable“).
    https://twitter.com/thehill/status/1461822460970549259
    Soll das hei­ßen, dass Ver­ur­tei­lun­gen im Straf­pro­zess nach Pro­porz ver­hängt wer­den sol­len? Was geht denen durch den Kopf? Was ver­bin­det mich noch mit die­sen Menschen?

    Aus­ge­rech­net Ana Kas­pa­ri­an von ‚The Young Turks‘ hat­te vor dem Urteil bereits ein­ge­räumt, dass sie Kyle unrecht getan hat­te. Man könn­te mitt­ler­wei­le CNN/MSNBC/Washington Post/New York Times usw. mit den Leu­ten von ‚The Young Turks‘ flu­ten und wäre hin­ter­her boden­stän­di­ger, ehr­li­cher und poli­tisch mit­ti­ger als jetzt. Grotesk!
    https://www.youtube.com/watch?v=DRPsXhErQA8

    Ann Coul­ter macht Screen­shots von Tweets, die sie zukünf­ti­gen Dif­fa­mie­rungs­an­wäl­ten im Fall zukom­men las­sen wür­de. Gut so!

    • Ja, an Kas­pa­ri­an dach­te ich auch als ich ein­schrän­kend „fast alle“ sag­te. Und Fakt ist, für die TYT ist es ein wei­ter Weg zu die­ser Erkenntnis!

    • Lässt sich Kla­my­dia Har­ris‘ bizar­res Dik­tum „more equi­ta­be“ mit dem Kom­pa­ra­tiv „glei­cher“ über­set­zen?, ich den­ke ja. Weil das Wort „glei­cher“ ja eine absurd anti­lo­gi­sche Unmög­lich­keit ist, so wie der Kom­pa­ra­tiv von schwan­ger, noch schwan­ge­rer, am Allerschwangersten.
      „Equi­ty“ gehört zu den neu­en Unsinns­vo­ka­beln der Lin­ken, so wie „sys­temic“. Damit sol­len die Köp­fe mit Irrea­li­tät ver­kleis­tert wer­den. Die­se orwell­sche New­speak erin­nert voll an die Dik­ti­on der Nazis.

      • LTI bei­sei­te hast Du recht: der wich­ti­ge Unter­schied zwi­schen „equal“ und „equi­ta­ble“ ist mir in genau dem Kom­men­tar auch auf­ge­fal­len. Dass das stän­dig falsch über­setzt wird, auch.
        Im Deut­schen frei­lich, wo wir uns für „equal“, „equi­ta­ble“, „equi­va­lent“, „same“, „ich bin in fünf Minu­ten fer­tig!“, und eine gan­ze Rei­he ande­rer Voka­beln mit dem einen Wort „gleich“ begnü­gen müs­sen, hat sich nun aus­ge­rech­net das (deut­sche) Bun­des­ver­fas­sing­s­ge­richt ele­gant um die Ambi­va­lenz her­um­na­vi­giert. Zu Zei­ten, als noch fast alle gele­sen hat­ten wie sich Orwell über den Unter­schied von „same“ und „equal“ aus­mährt und das deut­sche Modell gleich (jau, ist Absicht!) fürs New­speak über­nimmt — da beschied das Gericht in einer Urteils­be­grün­dung, Män­ner und Frau­en sei­en „gleich­wer­tig, aber nicht gleich­ar­tig“. Unge­schickt und höl­zern, sicher; aber es erfüllt sei­nen Zweck.
        Nur: weiß das in der all­ge­mei­nen Gleich­ma­che­rei heu­te noch jemand? Nein! Und so kommt es zu diver­sen Fehlübersetzungen.
        „Sameness“ ist Gleich­ar­tig­keit, „equa­li­ty“ Gleich­wer­tig­keit, und „equi­ty“ ist Gleich­ma­che­rei. Klingt komisch, ist aber so.
        … und in fünf Minu­ten bin ich mit dem Kom­men­tar hier auch gleich fertig.

      • Es ist tat­säch­lich eine Ver­kleis­te­rung der Köp­fe mit Irra­tio­na­li­tät. Frau Har­ris weiß bestimmt selbst nicht, was sie mein­te und will es auch nicht wis­sen. Sie will ein paar Text­bau­stei­ne vor sich hin­plap­pern, egal wel­che Kon­se­quen­zen sie haben, danach will sie in den Flie­ger stei­gen und Sachen machen, egal wel­che Kon­se­quen­zen sie haben. Igno­ranz ist eine Funk­ti­on der Gleich­gül­tig­keit. Frag­ten Sie Frau Har­ris nach einer Bedeu­tung von „more equi­ta­ble“, wür­de die Sie glatt ausglucksen. 

        Wir als Zuhö­rer sind dann gezwun­gen nach­zu­prä­zi­sie­ren. Meint sie Ver­ur­tei­lun­gen nach Pro­porz oder ran­do­mi­sier­te Ver­ga­be von 50% Schuld­sprü­chen? Oder bedeu­tet „more equi­ta­ble“, dass das Ergeb­nis aller Ange­klag­ten gleich sein soll­te, also ein­fach alle schul­dig sprechen? 

        Neben­bei funk­tio­niert der Gleich­heits­fe­tisch, weil zu vie­le Men­schen bar jeder Mathe­kennt­nis­se for­mal hohe Abschlüs­se erzie­len und sich super klug füh­len. Die meis­ten Din­ge in der Welt fol­gen nicht der Gleich­ver­tei­lung. Wer bei Beob­ach­tun­gen böse Schur­ken wit­tert, wenn immer die Beob­ach­tung der Erwar­tung der Gleich­ver­tei­lung nicht ent­spricht, macht Ärger.
        https://de.wikipedia.org/wiki/Gleichverteilung
        https://de.wikipedia.org/wiki/Zentraler_Grenzwertsatz
        https://de.wikipedia.org/wiki/Normalverteilung

  5. Exzel­len­ter Arti­kel wie immer :-), dazu schön kurz. 

    Nur die­ses: „… es gibt sicher gute Grün­de dafür, in New York oder Chi­ca­go den Waf­fen­be­sitz zu regle­men­tie­ren.“ Also: Nir­gend­wo anders ist Waf­fen­be­sitz so extrem regle­men­tiert, sprich unmög­lich für nor­ma­le Bür­ger. Das heißt, dass Waf­fen­be­sitz dort qua­si das Mono­pol von Kri­mi­nel­len ist, denn die sche­ren sich bekannt­lich nicht um Gesetze.
    Resul­tat: In Chi­ca­go ermor­den an jedem Wochen­en­de schwar­ze Gangs ande­re Schwar­ze ohne Rück­sicht auf Ver­lus­te, wäh­rend die unfä­hi­ge Lokal­po­li­tik über „white supre­macists“ jam­mert, die frei­lich nie dort real gese­hen wurden.
    Wäh­rend in New York tät­li­che Über­grif­fe gegen jüdi­sche Pas­san­ten an der Tages­or­dung sind. Die Täter sind selvst­ver­ständ­lich wie­der kei­ne „white supre­macists“, die dor­ten nie erblickt wer­den; es sind von Lou­is Farr­ak­han auf­ge­hetz­te Schwar­ze, BLM, isla­mi­sche Gangs, und lili­en­wei­ße Antifanten.

    Schluss­fol­ge­rung: Extre­me Waf­fen­ge­set­ze der Lin­ken garan­tie­ren eine enor­me Zunah­me der Ban­den­kri­mi­na­li­tät, und sie garan­tie­ren dass der nor­ma­le Bür­ger sich nicht ver­tei­di­gen kann. Wir sehen es an der Rhe­to­rik gegen Kyle Rit­ten­house, der sich bloß gegen bewaff­ne­te Angrei­fer ver­tei­digt hat, und dem des­we­gen von den übli­chen Schrei­ern vor­ge­wor­fen wird, ein „white supre­macist“ zu sein.

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