Eine Rezension wider Willen

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Da liegt es nun auf meinem Schreibtisch, Katrin Göring-Eckardts neuestes Werk „Ich entschei­de mich für Mut“. Bevor Sie jet­zt denken, ich hätte in let­zter Zeit eine selt­same Lei­den­schaft zu Buchrezen­sio­nen entwick­elt, muss ich Ihnen erk­lären, wie es zu dieser (unwillkomme­nen) Auf­gabe kam.

Ich fand es ger­adezu verblüf­fend, dass viele unser­er Poli­tik­er trotz ihres erwiesen­er­maßen vollen Tage­s­planes neuerd­ings immer wieder die Zeit find­en, ihre Gedanken zwis­chen zwei Buchdeck­el zu pressen. Dabei fragte ich mich ger­ade angesichts eines Videos von Mar­tin Schulz, der aus seinem neuen Buch „Was mir wichtig ist“ vor­las, ob er es an diesem Tag vielle­icht zum ersten Mal gese­hen hat­te und somit wohl eher schreiben ließ, als dies selb­st zu tun. Heiko Maas hat­te für seine radikalen Ideen zumin­d­est einen Coau­tor, mit dem er sich die zahlre­ichen Ver­risse und hämis­chen Kom­mentare nun brüder­lich teilen kann. Aber was war mit dem Buch von Katrin Göring-Eckardt los? Ende Mai erschienen, bis­lang nur eine einzige Bew­er­tung, die dem Buch allerd­ings her­vor­ra­gende Eigen­schaften bei der Reparatur eines kip­pel­nden Tis­ches bescheinigte. Schein­bar will es nie­mand lesen, was ich angesichts der schillern­den Per­son der Autorin und deren Weltbe­deu­tung für die schrul­li­gen Anhänger ein­er schrul­li­gen Partei in ihrem kleinen Wahlkreis in Thürin­gen so gar nicht nachvol­lziehen kon­nte. Also, dachte ich mir, frag doch mal beim Ver­lag nach und drei Tage später lag das Buch tat­säch­lich vor mir. Damit hat­te ich nicht gerech­net! Nun muss ich wohl das tun, was ich sich­er nie vorhat­te: es tat­säch­lich lesen und ein paar ehrliche Worte darüber ver­lieren.

Das pos­i­tive zuerst: Dem Ver­lag, dem Lay­outer, der Druck­erei und dem Buch­binder ist nichts vorzuw­er­fen. Hard­cov­er, angenehmes, saugfähiges Vol­u­men­pa­pi­er aus „ver­ant­wor­tungsvollen Quellen“ (was son­st), angenehme Typo. Außer­dem hat Göring-Eckardt, die laut Buch als Kind „Feuer­wehrfrau oder Ein­horn­spezial­istin“ wer­den wollte (und let­zteres bekan­ntlich ja auch wurde), es höchst­wahrschein­lich wirk­lich selb­st geschrieben. Der Stil, der sich irgend­wo zwis­chen einem Schu­lauf­satz der Kat­e­gorie „Mein Feri­en­tag“ und Kirchen­tagsvolon­tari­at (ich bin soo aufgeregt) bewegt, taucht auch in jed­er ihrer Reden und Inter­views auf, im Buch ist allerd­ings das Lek­torat spür­bar. Danke dafür. Am inter­es­san­testen ist noch der Teil, der Biografis­ches ver­rät. Denn die Autorin und ich haben tat­säch­lich einiges gemein­sam: Ich bin nur ein Jahr jünger, wuchs nur etwa 100km von Gotha ent­fer­nt auf und ver­lor meine Mut­ter etwa im sel­ben Alter wie sie – nur nicht durch einen Autoun­fall, son­dern durch DDR-Medi­z­inpfusch. Allerd­ings bestand meine Fam­i­lie aus stramm gläu­bi­gen Kom­mu­nis­ten, während der Vater Katrin Göring-Eckardts ein verkappter Nazi war, der sein Exem­plar von „Mein Kampf“ zur Tar­nung in das Zeitungspa­pi­er des „Neuen Deutsch­land“ ein­schlug. Aus der his­torischen Dis­tanz betra­chtet, lag er damit gar nicht mal so falsch. Spätestens jedoch nach dieser kleinen Beichte wird die Lek­türe zur Bibel­stunde: Die Kirche und Katrin – gestern, heute, mor­gen. Nichts liegt mir fern­er, als mich über die religiösen Ver­stiegen­heit­en ander­er Men­schen wer­tend zu erheben – es sein denn, sie wer­den zur Bedro­hung, weil sie sich der Gewalt zuwen­den oder wie im Fall der Autorin zu „gestal­tender Poli­tik“ verk­lumpen! Und das ist hier der Fall, schließlich kan­di­diert Frau Göring-Eckardt nicht für ein Pfar­ramt, son­dern als Spitzenkan­di­datin ihrer Partei für den Bun­destag.

Zwis­chen der Fam­i­liengeschichte und eini­gen weni­gen Seit­en poli­tis­ch­er Textbausteine am Ende liegen größ­ten­teils Seit­en bemühter Bibel-Exegese zwis­chen schreiend naiv und Größen­wahn. Dieser Teil war beson­ders schw­er zu lesen. Nicht, weil er inhaltlich so kom­plex und fordernd war, son­dern weil die Sätze nur aus Worthülsen beste­hen, die von Plat­titü­den und Selb­stver­ständlichkeit­en zusam­menge­hal­ten wer­den, welche von den eingestreuten Nul­laus­sagen ein­fach nicht aufzu­lock­ern sind. Am Ende viel­er Sätze hat­te ich oft schon deren Anfang vergessen. Kirchen­tagssprech gefol­gt von Parteitagssprech, bei­des ist abseits von Predigt und Parteitag nur schw­er erträglich.

Religiöse Eifer­er und Frömm­ler neigen dazu, auch alle pri­vat­en Regun­gen und Hand­lun­gen religiös zu deter­minieren und pauschal in Gut und Böse einzuteilen. Da wird das Streben nach Glück bei Göring-Eckardt schnell zu Ego­is­mus erk­lärt und von dort ist es nur noch ein Halb­satz zum „Neolib­er­al­is­mus“, der AfD und den Pforten der Hölle. Oder zu Tagträu­men der Art „…die Regeln des ökonomis­chen All­t­ags [mal] ein biss­chen außer Kraft zu set­zten“. Und was im „frei­willi­gen Engage­ment“ möglich sei – warum sollte das vor der Wirtschaft halt­machen? Regeln? Ja bitte, aber mit Ermessensspiel­raum! Auch hat Katrin Göring-Eckardt ihre eigene Def­i­n­i­tion von „Inte­gra­tion“, mit der nicht nur Migran­tinnen und Migranten so ihre Prob­leme hät­ten, son­dern auch andere. Gemeint ist natür­lich die Inte­gra­tion der schon länger hier Leben­den, die ein­fach nicht akzep­tieren wollen, dass die Regeln, die sie selb­st so müh­sam aufgestellt hat­ten, von Kirchen­tagshelferin­nen wie Katrin Göring-Eckardt lächel­nd und „nach Ermessen“ außer Kraft geset­zt wer­den dür­fen.

Simplizissima Maxima Gothaensis

Wenn Göring-Eckardt sich mitreißen lässt und ihr Kirchen­tagsh­erz aufge­ht, schreibt sie im eige­nen Urteil Bedeu­tungsvolles nieder. Wer erin­nert sich nicht an ihre Ode an den Zitro­nen­fal­ter im Bun­destag 2013 oder „Ein­mal in der Woche Spinat mit Ei“ in der­sel­ben Rede. In diesem kindlichen Erbe ste­hen im Buch Sätze wie „Wenn Rana als Kind syrisch­er Flüchtlinge ein Start-Up grün­det und eine tech­nis­che Rev­o­lu­tion auf den Markt bringt“ oder „…wenn Kevin aus dem Wed­ding als erstes Kind sein­er Fam­i­lie studiert…“ das sind jedoch alles keine Dinge, die die Regierung oder gar die Grü­nen Rana und Kevin schenken. Im besten Fall stand die Regierung ein­fach nur nicht im Weg, Rana kon­nte der all­ge­gen­wär­ti­gen Gän­gelung der Fam­i­lie ent­fliehen und „Kevin“ ist eben doch nicht immer eine Diag­nose, son­dern manch­mal auch eben nur ein Name. Heute haben lei­der viele Poli­tik­er die Ange­wohn­heit, von sich selb­st das Bild eines Apoll zu zeich­nen, durch dessen helden­hafte Tat­en die Sonne Tag für Tag gut von Ost nach West kommt. Und dabei ist noch Kraft übrig, das Böse abzuwehren, das auch Göring-Eckardt Tag für Tag wack­er bekämpft. Sie selb­st sagt, sie sehe dann ihren Vater, der sein Exem­plar von „Mein Kampf“ im „Neuen Deutsch­land“ ver­steck­te. Und deshalb bekämpft sie tapfer die Drachen der AfD, der Recht­en, Recht­spop­ulis­ten und der Kon­ser­v­a­tiv­en gle­ich mit, die alle den bösen Hitler wieder an die Macht brin­gen woll­ten. Das was heutzu­tage an faschis­toi­der Ide­olo­gie in das “Neue Deutsch­land eingewick­elt” wird, sieht sie lei­der nicht. Und sie tut dies natür­lich alles im Namen der Tol­er­anz! „Diejeni­gen, die keine Tol­er­anz gegenüber Ander­s­seien­den ver­spüren, bekom­men auch von mir keine.“ So enthält der Kos­mos von Göring-Eckardt let­ztlich nur eine einzige Hal­tung, näm­lich die der gren­zen­losen Tol­er­anz, die Intol­er­anz muss draußen bleiben. Eine geträumte ide­ale Gesellschaft, ein Organ­is­mus ohne Antikör­p­er, den man gnädig der Evo­lu­tion über­lassen kön­nte, steck­te man nicht selb­st mit­ten drin.

Beschäftigung der nächsten Jahre

„So ist die Inte­gra­tion des Islam in das beste­hende Gefüge von Staat und Reli­gion­s­ge­mein­schaften eine Her­aus­forderung, die uns in den näch­sten Jahren beschäfti­gen wird.“ – Das ist er wieder, „der Islam“. In Göring-Eckardts „beste­hen­dem Gefüge“ kom­men die Bürg­er, ger­ade solche, die mit aller Reli­gion nichts zu tun haben wollen, gar nicht vor. Staat und Reli­gion, das sind ihre Kat­e­gorien und sie selb­st ist gewis­ser­maßen bei­des: Kirche und Staat. Was die Byzan­ti­ner nicht schafften, die Reiche der Franken, Staufer, Hab­s­burg­er, all die Kaiser, Könige, Zaren und Imper­a­toren all die Demokra­tien und Despoten – das schafft der eilige Geist von Göring-Eckardt, auch wenn ihn das „einige Jahre“ beschäfti­gen wird. Nach „dem Islam“ sind übri­gens Grippe, Fußpilz und Hepati­tis A mit Inte­gra­tion dran. Fieber ist die neue gesellschaftliche Wärme, Juck­reiz die neue sex­uelle Frei­heit und gel­bäugig das neue „Peo­ple of Col­or”.

Fazit

Dieses Buch wurde zurecht mis­sachtet und es dauert mich, es wegen ein­er schnö­den Wette („Wet­ten, ger­ade DIR schickt der Ver­lag das Buch nicht …?“) aus dem Orkus des Vergessens geris­sen zu haben. Es verkör­pert wie kaum ein anderes die „Kun­st“ der poli­tis­chen Leer­stelle, die fast unserem gesamten poli­tis­chen Spitzen­per­son­al mit­tler­weile in Fleisch und Blut überge­gan­gen ist und von der sie auch beim Büch­er­schreiben ein­fach nicht lassen kön­nen. Schon aus diesem Grund ist es hof­fentlich das let­zte Buch eines derzeit aktiv­en Poli­tik­ers, dass ich jemals lesen muss. Ich glaube jeden­falls, solche Wet­ten gehe ich tat­säch­lich nie mehr ein.

Die Autorin meint ja, „Glaube ist nicht Besitz und Leis­tung, son­dern Geschenk“ und mit Geschenken ken­nt sie sich bekan­nter­maßen aus. Jedoch ist die Ein­falt eben­falls eines. Geschenke kann man übri­gens auch ablehnen. Sollte man öfter machen.

–*–

Missglückte Aphorismen

Wer noch nicht genug hat, dem möchte ich hier einige Zitate in los­er Rei­hung aus dem Buch zur Erbau­ung und Argu­men­ta­tion­s­gym­nas­tik anbi­eten. Ich kann ver­sprechen: in jedem steckt eine Enzyk­lopädie, ach was: ein Par­al­lelu­ni­ver­sum! Also los, Satz kopieren und mit schar­fem Mess­er wohlbe­grün­det filetieren. Der beste Kom­men­tar gewin­nt das Buch — allerd­ings sind da jet­zt jede Menge Anmerkun­gen und Käsekästchen drin. Viel Spaß!

„Ich will gern vieles wis­sen kön­nen, aber ich will nicht gewusst wer­den.”

„Unser alltäglich­es Ver­hal­ten bestätigt, dass die Macht von außen kommt.“

„Die Mit­tel der Kon­trolle und Überwachung sind zugle­ich Mit­tel der Frei­heit.“

„Macht und Schön­heit der Dig­i­tal­isierung kom­men von unten.“

„Wir brauchen Reg­ulierung bei den großen ökonomis­chen Play­ern.“

„Vielle­icht geht es um so etwas wie Müll­tren­nung im Netz […] die durch Selb­stverpflich­tung und Überzeu­gungsar­beit funk­tion­ieren.“

„Was wir brauchen, ist eine säende Bürg­er­be­we­gung im Netz, für die Aneig­nung des dig­i­tal­en Gemein­wohls und gegen die Kon­trolle unseres Lebens durch bekan­nte Unbekan­nte.“

„Kirche muss poli­tisch sein.“

„Werte wie Sol­i­dar­ität und Miteinan­der, Gerechtigkeit und Frieden sind nicht vom Staat allein gener­ier­bar“

„Sonne, Wind und Wass­er kön­nen uns allen genug Energie liefern, ohne Zer­störung und Luftver­schmutzung.“

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28 Kommentare

  1. Nun ja, ein Buch ein­er Poli­tik­erin ein­er Partei, die ahnt, dass sie derzeit weniger gebraucht wird als es zu Schröderzeit­en noch der Fall gewe­sen sein mag. In ein­er solchen Zeit kann man sich entwed­er, wie die Her­ren Palmer und Kretschmann, neu posi­tion­ieren, oder man wartet ein­fach noch ein wenig ab, was geschieht. Dass dabei Büch­er wie dieses entste­hen, liegt in der Natur der Sache: Harm­los­er Unfug, Wort­gek­lin­gel, das in den näch­sten Jahren die Papier­con­tain­er füllen wird. Aber immer noch bess­er solch ein Unfug als dieser hier: “Die Juden (…) bauen heute ihren ermorde­ten Volksgenossen in aller Welt Gedenkstät­ten, in denen nicht nur den Opfern die Kraft der moralis­chen Über­legen­heit, son­dern auch den Tätern und ihren Sym­bol­en die Kraft ewiger Ver­wor­fen­heit zugeschrieben wird.” Anti­semi­tis­ch­er Dreck, keine Frage. Um so befremdlich­er, dass der Autor, der um G‑E’s Geschwalle ein solch­es Gewese macht, dem Autor des Drecks (RP Siefer­le) “richtige Diag­nosen” und “bril­lante Beweise” bescheinigt und die Frage, ob es sich um ein anti­semi­tis­ches Werk han­delt, verneint: https://unbesorgt.de/finis-germania-die-these-ist-nur-das-vorzimmer-der-gewissheit/.

    • Tja, so unter­schiedlich kön­nen die Diag­nosen aus­fall­en, wenn ein­er die bek­lin­gel­ten Büch­er gele­sen hat und der andere nicht.

    • Sehr geehrter Herr Schweighäuser,

      Ihre prononcierte Wortwahl(“Dreck”, “Geschwalle”, “Gewese”) bezeugt,
      dass Sie ohne Zweifel ein Human­ist und Men­schen­fre­und sind, denn
      böse Men­schen wür­den solche edle Perlen des guten Geschmacks
      niemals in den Mund nehmen.

  2. Vorschläge für weit­ere Poli­tik­erIn­nen-BücherIn­nen, die unbe­d­ingt geschrieben gehören, also für weit­ere geschmar­rnte Schriften­fluten der Carin Göring Eckard, der Käß­mann, usw. usf.:

    „Ich entschei­de mich für Mut im Herzen“
    „Was mir wichtig ist“
    „Ich und mein Feri­en­tag im Kirchen­herz”
    „Mein Kampf für gestal­tende Poli­tik des Stalls”
    “Mein Sprech. Über den Fun­da­men­tal­is­mus von Zwangsin­te­gra­tion und rechter Kri­tik”
    „Das schwest­er­liche WIR im Neuen Deutsch­land“
    “Grüne Pfar­rereien hes­tern, geute, gor­men”
    “Der Islam als Men­schengeschenk des Friedens”
    “Ich, Ich, Ich. Warum?”

  3. Gle­ich vor­ab: Ich will das Buch nicht.

    Auch und ins­beson­dere, weil es mich nichts ange­ht. Denn KGE richtet zwar das Wort an den Leser, meint aber sich selb­st.

    Das Buch — mehr als die vor­ge­nan­nte Rezen­sion ist dafür nicht zu wis­sen — ist der Ver­such von Gespräch­s­ther­a­pie in schriftlich­er Form. Es ist eine Abrech­nung mit dem über­mächti­gen Vater, der voll von boshaftem Sarkas­mus war. Schließlich hätte er “Mein Kampf” auch ein­fach mit dem Titel nach unten in eine Schublade leg­en kön­nen. Tat­säch­lich wollte er aber sein­er Ohn­macht gegenüber dem DDR-Sys­tem mit dem wider­ständ­lerischen öffentlichen Zurschaustellen des Teufels in neuem Gewande machtvoll begeg­nen. Ich nehme an, die Buch-Szenen des liebevollen, für­sor­glichen Vaters hal­ten sich in Gren­zen. Zu allem Über­fluss ver­liert die kleine K. auch noch ihre weib­liche Iden­ti­fika­tions­fig­ur, von der sie hätte erler­nen kön­nen, den Vater gut zu find­en. Usw.

    Ein solch­es, im Grunde intime Buch zu lesen/ lesen zu müssen wäre mir zu voyeuris­tisch. Außer­dem: wer möchte schon die Gedanken ein­er KGE in seinem Kopf aus­for­mulieren müssen? Beim Hören kann man wenig­stens abschal­ten und an die Reden von Wern­er Schulz (Wern­er! Nicht: Mar­tin…) denken. Man muss ja nicht mögen, was er sagt. Eher wie er es sagt…

    Wenn es aus dem KGE-Buch denn doch etwas für den Leser zu erfahren gibt, dann wohl dass die kleine K. sich noch immer in einem steten Kampf mit ihrem Vater(-Komplex) befind­et. Wenig­stens fügen sich alle Zitate in diesen Rah­men. Irgen­det­was Bedeut­sames muss es ja gegeben haben, wenn das Kind eines Tan­zlehrers und heim­lichen Hard­core-Nazis in der DDR(!) ein The­olo­gi­es­tudi­um begin­nt. Oder war das nur der Ver­such ein­er Fort­set­zung der Fun­da­men­talop­po­si­tion des Vaters? Nur etwas angepasster mit der Chris­ten-Bibel statt der Nazi-Bibel?

    Ich will es gar nicht wis­sen, aber erhel­lend ist die “Mein-Kampf”-Anekdote dur­chaus. Ich hat­te mich schon immer gewun­dert, wie man im demokratis­chen West­en von “Men­schengeschenken” sprechen kann. Die Schenkung ist eine unent­geltliche Eigen­tum­süber­tra­gung. Auf Men­schen bezo­gen hat KGE sin­ngemäß gesagt “Toll, uns Deutscben laufen ger­ade jede Menge Sklaven zu, die wir für alle möglichen Dreck­sar­beit­en gut gebrauchen und für den Aus­gle­ich der miesen deutschen Fam­i­lien­förderung kräftig aus­beuten kön­nen.”
    Da hat­te die kleine K. vielle­icht mehr als ein­mal (bzw. ein­mal zu viel) zwis­chen dem “ND”-Einband geschmök­ert…

    Beim Lesen der Rezen­sion kam mir eine Szene aus dem Film “Kali­for­nia” in den Sinn: Der Jour­nal­ist Bri­an Kessler (David Duchovny) schre­it dem ger­ade mor­den­den Ear­ly Grayce (Prad Pitt) an “Das ist nicht dein Vater!!!” worauf Ear­ly ihm debil gelallt und halb belei­digt erwidert “Ich weiß.” (o.s.ä.). (Eine der besten Szenen von Brad Pitt über­haupt.)

    Wenn also jemand die kleine K. von ihrem unbe­wussten Kom­pen­sa­tionsver­hal­ten heilen kön­nte, erhielte sie die Chance, wie ein lang­weilig wer­den­der Rock­star, mit sich zufrieden und glück­lich zu sein. Vielle­icht würde sie ja dann auch gle­ich “by the way” “ent­naz­i­fiziert”..?

    Wieviel leichter wäre dann die Welt für die kleine K. ohne diese Last — und wieviel leichter wäre es der Welt, ohne die Last der noch belasteten KGE auf ihren Schul­tern…

    PS: Lieber Herr Letsch, nichts gegen ihre Glossen, aber soll­ten Sie das Büch­lein nicht dem Kreis­laufwirtschaft­sun­ternehmer Ihres Ver­trauens übergeben? Das müsste doch auch im Sinne der Autorin als “Grüne” sein.

    PPS: Man kann den (christlichen) Glauben gerne vor sich her­tra­gen. Der Maßstab aber für den echt­en ehrlichen Glauben ist das Hohe­lied der Liebe (1 Kor 13,1–13). Kurz gesagt, “Gott liebt jeden” — egal was er/sie/es tut oder sagt oder denkt. Das trifft Ter­ror­is­ten, Pädophile, Die­selfahrer und die Antifa genau­so wie Mörder, Verge­waltiger, Poli­tik­er oder Otto Nor­malver­brauch­er. Was Ter­ror­is­ten ange­ht, ist z.B. Fr. Käß­mann mit der “Fein­desliebe” ganz auf fes­tem Bibel­bo­den. Wenn sie nun auch noch “Nazis”, ob mit oder ohne Glatze/ Baseballschläger/ AfD-Parteibuch genau­so liebt, dann darf sie sich entspan­nt eine aufrichtige Christin nen­nen. Vor­be­haltlich der Möglichkeit, dass die Evan­gelien “Nazis” aus der Pflicht, seine Feinde zu lieben, aus­drück­lich ausgenom­men hät­ten. Oder Die­selfahrer, um den Hak­en zu KGE zurück­zuschla­gen.

    (Nun vol­lkom­men “off top­ic”… Selb­sttest Fein­desliebe: Im Super­markt ein­fach mal den Men­schen, der es viel weniger eilig hat, aber seine Gemütlichkeit VOR mir auslebt, BEDINGUNGSLOS LIEBEN. Das ist die hohe Schule. Wer das kann, der wäre nicht nur Christ, son­dern bess­er als Chris­tus — sh. “Ver­fluchung des Feigen­baums”. Diese Bibel­stellen zu ken­nen lohnt sich übri­gens, wenn man mal einem “Was würde Jesus tun”-Jünger in die Arme läuft… Aber nicht übertreiben. Son­st endet der arme noch wie die Mar­sian­er in “Mars Attacs”.)

    • Ja.
      Nur eins nicht, um präzise zu sein: Das Hohe­lied, hebräisch Schir HaSchir­im (שיר השירים), Lied der Lieder, ste­ht selb­stver­ständlich im Tanach, der jüdis­chen Bibel (für Chris­ten das alte Tes­ta­ment). Es stammt aus der jüdis­chen Antike.
      Und es ist kein “Maßstab für jeden ehrlichen Glauben”. Im Schir HaSchir­im so wie in der ganzen Tojre (Torah) geht es nicht um Glauben. Es geht im Schir HaSchir­im um Schön­heit und um Ethik.

      • Ob es an regres­siv­er Bil­dung liegt oder der (inof­fizielle) Titel “Hohe­lied der Liebe” ein­fach zu gut ist..? Google(-treffer) und die deutsche Wikipedia tren­nen es begrif­flich vom “Hohe­lied Salo­mos” oder nen­nen es “Hohes­lied” [sic].

        Lei­der habe ich Deu­tungsver­suche in Rich­tung eines anno dazu­mal prak­tizierten Astarte-Kultes gele­sen, aber im Übri­gen stimme ich Ihnen voll und ganz zu.

    • @M.K.

      Eine sehr inter­es­san­ter Kom­men­tar. Nur denke ich, Sie liegen bei der psy­chol­o­gis­chen Analyse von Frau Göring-Eck­hardt etwas verkehrt. Sie gehen näm­lich im Kern von ein­er trau­ma­tis­chen Prä­gung, bsw. ein­er schädlichen Erziehung und Sozial­i­sa­tion des Kindes Katrin aus. Das allerd­ings glaube ich nicht. Warum? Ich hole mal rhetorisch etwas aus: Die größte Angst der Kinder von Serien­mördern ist, dass ein Teil dieses bes­tialis­chen Ver­lan­gens ihres Erzeugers(allermeist sind die Killer ja Män­ner) auch ganz tief in ihnen steckt. Und die größte Angst von Söh­nen und Töchtern ehe­ma­liger und verkappter Nazis ist, dass sie von ihrem Vater oder ihrer Mut­ter den Hang zum Faschis­mus, also zum abso­lut Bösen geerbt haben. Dage­gen kämpft man anschließend als belasteter Abkömm­ling lebenslang an: Dass am Ende das Böse nicht eines Tages in einem hochkommt und Besitz von einem ergreift.

      Ich bin fest davon überzeugt, dass es nicht so etwas wie ein “Nazi-Gen” oder ein “Kom­mu­nis­ten-Gen” gibt. Und auch das Ver­brecher­tum ist nicht erblich. Das aber Charak­tereigen­schaften dur­chaus vererbt wer­den kön­nen, sehe ich an mir und meinen Eltern. Ich erkenne mich oft in ihnen und sie oft in mir wieder. Vielle­icht geht es Ihnen ja manch­mal genau­so. Und das die poten­tielle Nei­gung zur Rig­orosität und zum Fanatismus offen­bar von den Eltern zum Kind weit­ergegeben wer­den kann, beweist Frau Katrin Göring-Eck­hardt. Der Vater der Poli­tik­erin war eine Per­sön­lichkeit, der ‑als Nazi- auf radikale Weise starke, über­legene Men­schen bewun­dert und ver­her­rlicht hat­te und seine Tochter ist eine Per­sön­lichkeit, die ‑als Christin- auf nicht min­der radikale Weise die schwachen und unter­lege­nen Men­schen bewun­dert und ver­her­rlicht. Die Inhalte und Objek­te ihrer Anschau­un­gen kön­nten nicht kom­plett gegen­sät­zlich­er sein, die Art und Weise aber, wie Vater und Tochter sich bezüglich gegenüber ihrer eige­nen Weltan­schau­ung bzw. Ide­olo­gie ver­hal­ten, die ist abso­lut gle­ich! Näm­lich rig­oros, unduld­sam, intol­er­ant, fanatisch, eng­stirnig, unbelehrbar, real­itäts­blind, selb­st­be­trügerischr, radikal-extrem­istisch und zudem im “Feind-Freund”-Denken ver­har­rend!! Zudem ist die grüne Dame in der Angele­gen­heit auch nicht die einzig­ste Per­son in der bun­desre­pub­likanis­chen Gesellschaft, bei der eine der­ar­tige Übere­in­stim­mung auf­fällt. Soweit ich weiß, waren die Eltern und Großel­tern etlich­er RAF-Ter­ror­is­ten zwis­chen 1933 und 1945 eben­falls überzeugte Nazis gewe­sen. Und da gibt es noch viele, viele andere Beispiele.

      • Ps. Kinder kön­nen sich niemals mit den Ver­brechen ihrer Eltern, Großel­tern oder Urgroßel­tern iden­ti­fizieren, wenn sie nicht Parias in der Gesellschaft und Völk­er kön­nen sich niemals mit den Ver­brechen ihrer Altvorderen iden­ti­fizieren, wenn sie nicht Parias in der Welt sein wollen. Deswe­gen wer­den sie immer sagen: “Oh. Seht her! Ich mache das genaue Gegen­teil wie meine Vor­fahren, um zu beweisen, dass ich ich reinen Herzens bin und mit jenen Schand­tat­en über­haupt nichts zu tun habe. Siehe K.G.E.

  4. “… ich will nicht gewußt wer­den” ver­ste­he ich als pro­phy­lak­tis­che, sprach­lich als Pseu­do-Tief­sinn getarnte Abwehr eines jeden Urteils, dessen sich ein ander­er über sie erfrechen zu dür­fen glaubt.
    Denn wie lautet ein unaus­ge­sproch­enes Gebot unser­er Vielfalts- und Ver­bun­tungs­ge­sellschaft? “Du sollst nicht urteilen!” Du sollst “neugierig” sein, “offen für Neues” etc. pp., du kannst auch hin­ter­fra­gen, am besten bis du schwarz wirst oder alt gewor­den bist und in die Grube fährst, aber urteilen, das sollst du nie, nie und niemals nicht! Da sei die Empathie vor. Da sei der Geist des “Ich bin okay, du bist okay” vor.

    Wer noch intak­te Tis­chbeine hat, wird für so ein Buch keins absä­gen wollen. 😉

  5. “Kirche muss poli­tisch sein” — hier reißt KGE ihre schein­heilige Maske vom Gesicht und ent­larvt sich vol­lends als Feind unser­er demokratisch-säku­laren Grun­dord­nung!
    KGE oder ihr Gost­writer haben dieses Gedankengut von Aya­tol­lah Khome­i­ni abgekupfert oder sie haben die gle­iche Denke wie er. Khome­i­ni sagte sin­ngemäß “Jed­er Islam der nicht poli­tisch ist, hat keinen Wert” — ich denke ich habe das bei Scholl-Latour oder in ein­er Zitate-Samm­lung über Khome­i­ni ganz am Anfang mein­er Islam-Stu­di­en gele­sen.
    Wer auf Google Zitate von Poli­tik­ern der Grü­nen über Deutsch­land oder die Deutschen recher­chiert, wird erschreck­ende Ver­ach­tung find­en. Daher soll­ten wir “Kirche muss poli­tisch sein” dur­chaus ernst nehmen!

  6. Als Antwort auf einen Kom­men­tar dieses Artikels auf achgut.com möchte ich antworten:
    Ja, der Ver­lag versendet Büch­er zu Rezen­sion­szweck­en kosten­los. Alle Ver­lage machen das. Manch­mal. Dieses Buch kostet fast 17 Euro! Das in Donuts, Brief­marken oder Park­stun­den umgerech­net, hätte eine unüber­windliche moralis­che Hürde für mich dargestellt, zumal ich keinen inhaltlichen Gegen­wert erwarten kon­nte.

    • Hmm, also entwed­er sagen­hafte 17 Euro fuer dieses Buch — das wohl nicht ein­mal im Bere­ich der Koer­per­hy­giene ver­wen­det wer­den koen­nte — aus­geben, ODER statt dessen unter Aufwen­dung des­sel­ben Kap­i­talein­satzes eine gute Flasche Rotwein kaufen?

      Ver­dammt! Immer diese schwieri­gen Entschei­dun­gen…

  7. Lieber Herr Letsch, dass Sie sich das ange­tan haben! Das Buch zu lesen, wäre wohl zu ver­buchen unter Ver­schwen­dung von Leben­szeit, wenn nicht so ein amüsan­ter Artikel dabei her­aus­gekom­men wäre. Welchen Satz zer­lege ich nun? Die Auswahl fällt schw­er. Meine erste Auswahl „ich will gern vieles wis­sen kön­nen…“ lege ich wieder bei­seite, weil ich genau diesen Satz im Buch „Tech­nol­o­gis­ch­er Total­i­taris­mus“ von Frank Schirrma­ch­er gefun­den habe und es sich wohl um ein Zitat han­delt. Dann also „Die Mit­tel der Kon­trolle und Überwachung sind zugle­ich Mit­tel der Frei­heit.“ Dieser Satz passt zu Göring-Eck­hard wie auch zu den meis­ten Grü­nen wie die Faust aufs Auge. Ange­fan­gen vom aut­ofreien Tag, bis hin zum Veg­gie-Day, eine nicht prak­tik­able Energiewende und dem Ver­bot von Ver­bren­nungsmo­toren gibt es nichts, was diese Partei gern regle­men­tieren, vorschreiben und überwachen möchte. Auch unser­er Sprache ver­suchen sie mit grausamen Gen­der­rneusprech den Garaus zu machen. Sie acht­en auch streng auf Polit­i­cal Cor­rect­ness, wenn es andere bet­rifft. Ja, die Grü­nen hät­ten gern ein Wahrheitsmin­is­teri­um á la George Orwell und ver­suchen, es in Deutsch­land zu imple­men­tieren. Frei nach 1984 ist nun also aus GE´s Sicht Kon­trolle und Überwachung Frei­heit. Wenn jet­zt Unwis­senheit Stärke ist, stellt sich die Frage, warum die Grü­nen aktuell in den Umfra­gen vor sich hin düm­peln, denn Unwis­sen gibt es in dieser Partei reich­lich.

  8. Beim Gedanken an Frau KGE fiel mir son­der­bar­erweise eine Geschichte von Gus­tav Meyrink, “Das Wachs­fig­urenk­abi­nett”, ein. Hier ein Auszug, der mir aus den unerk­laer­baren Tiefen des Gedaecht­niss­es ger­ade ins Bewusst­sein gestiegen ist:

    “Ich habe eine ganze Schnur von Pas­toren­weib­sen belauscht, wie sie rast­los sich „nüt­zlich machen”, Ver­samm­lun­gen abhal­ten „zur Aufk­lärung von Dien­st­boten”, für die armen Negerkinder, die sich der göt­tlichen Nack­theit freuen, warme scheußliche Strümpfe strick­en, Sit­tlichkeit verteilen und protes­tantis­chbaum­wol­lene Hand­schuhe; — und wie sie uns arme, geplagte Men­schheit belästi­gen: man solle doch Stan­niol sam­meln, alte Korke, Papier­schnitzel, krumme Nägel und anderen Dreck, damit — „nichts verkomme”! —

    Und gar als ich sah, daß sie sich anschick­ten, neue Mis­sion­s­ge­sellschaften auszuheck­en und mit den Abwässern „moralis­chen” Aufk­lärichts die Mys­te­rien der heili­gen Büch­er zu verdün­nen, da war die Schale
    meines Grimmes voll.”

    Ja, meine auch! 🙂

  9. Ger­ade eben habe ich mit den Rezen­sion­s­stand des Buch­es auf Ama­zon ange­se­hen. Es sind einige hinzu gekom­men, alle mit heutigem Datum, die mir sämtlich in gewiss­er Weise von mein­er Rezen­sion inspiri­ert erscheinen. Natür­lich muss ich pflichtschuldigst auf das heftig­ste protestieren, dass bei Ama­zon die Wände vom Hören­sagen vollgeschmiert wer­den — jedoch kann ich dort gle­ichzeit­ig inhaltlich keine Fehler in der Inter­pre­ta­tion mein­er Aus­sagen find­en. Deshalb ziehe ich meinen Protest umge­hend zurück und beobachte augen­zwinkernd, wie lange die bis­si­gen Lon­eS­tar-Bew­er­tun­gen dort wohl noch ste­hen wer­den. 😉

  10. Danke, dass Sie es auf sich genom­men haben. Wer dieser “Gothais­chen Sim­plizis­si­ma” auch nur für Minuten zuge­se­hen oder ‑gehört hat, muss Wet­ten ver­lieren oder masochis­tis­chen Regun­gen fol­gen, um sich ihrem ken­nt­n­is­freien, moralin­sauren Gesülze auszuset­zen. Sie schreibt sich damit zweifel­los in die Geschichte deutschen Poli­tikver­sagens ein.

    • Au ja, die Unfrei­heit! Das wurde ihr bewusst, als sie im Früh­jahr ’89 mal in den West­en fahren durfte. (Kas­sel war so hässlich…) Wie das vor Novem­ber ’89 für jeman­den ging, der ger­ade mal 20 war und nicht Kata­ri­na Witt hieß? Ich habe nicht die leis­es­te Ahnung!

  11. “Ich will gern vieles wis­sen kön­nen, aber ich will nicht gewusst wer­den.”
    Das ist ein Druck­fehler, richtig sollte es heißen: “BEwusst”. “Ich will gern vieles wis­sen kön­nen, aber ich will [mir] nicht [b]ewusst wer­den” was ich eigentlich sage, oder sagen will.

    Ob ich das Buch mit dem schön saugfähi­gen Papi­er will? Wenn der Drogeriemarkt meines Ver­trauens von der Antifa wahlweise geplün­dert oder angezün­det wurde — oder aus Angst davor tage­lang geschlossen hat — sage ich nicht nein. Gerne auch ohne Buchdeck­el.

    Da der G20-Gipfel vor­bei ist, kommt dieser Wet­tbe­werb also etwas spät — wenn Leute wie Katrin Göring-Eckardt das Sagen haben, kom­men solche Gele­gen­heit­en aber vielle­icht öfter. Auf die Art von weis­er Vor­raus­sicht beim schreiben des Buchs kann ich gern verzicht­en, und auf Frau Göring-Eckardt im Bun­destag auch.

  12. Her­rlich das feine Flo­rett. Die KGE drischt Stroh, deshalb fehlen die Körn­er. Da die Dame ihr Studi­um abge­brochen hat, muss sie statt von der Kanzel, mit dem Red­ner­pult des Bun­destages vor­lieb nehmen. So kom­men auch die Agnos­tik­er in den Genuss ihrer Plat­titü­den.
    Mich erin­nert das an den — mit­tler­weile als sehr wahren Spruch — der Friedens­be­we­gung von einst: Frieden schaf­fen mit immer weniger Pfaf­fen, oder wie es jet­zt heißt Pfaff*Innen.
    Danke Roger für das Durch­hal­ten.

  13. Da ich diesen Wet­tbe­werb auf Grund mein­er über­ra­gen­den Sprachge­walt, erfüllt von Klarheit im Denken, schöpferisch­er Phan­tasie und bestechen­der Schön­heit, mit Sicher­heit gewin­nen würde, verzichte ich auf eine Teil­nahme. Bitte informieren Sie mich, sobald es einen Schoko­riegel zu gewin­nen gibt.

    Anmerken möchte ich nur, daß es mich über­aus freut, weil Sie die Wette ver­loren haben. So wurde uns näm­lich eine großar­tige Rezen­sion “geschenkt”, die so wun­der­bar den fatal­en Zeit­geist beschreibt, welch­er unser Land, unsere Gesellschaft, ja unsere gesamte west­liche Zivil­i­sa­tion zu ver­nicht­en dro­ht.
    Es ist ja nicht so, dass irgen­dein­er dieser lächer­lichen Phrasendresch­er auch nur eine Silbe wert wäre. Sie alle wer­den ver­di­en­ter­maßen im Nichts ver­schwinden, sollte es ihnen nicht vorher gelin­gen, doch noch eine massen­mörderische Apoka­lypse à la Hitler, Stal­in, Mao, Idi Amin … just name them… auszulösen.

    Nur sind es eben die Men­schen dieser Gesellschaft sel­ber, die sich aus der Real­ität ver­ab­schiedet haben und den süßen Flö­ten­tö­nen dieser Polit­i­cal-Cor­rect­ness-Rat­ten­fänger hin­ter­her ren­nen.

    Wie prim­i­tiv die ganze Wort­drescherei abläuft, haben Sie hier ein­drucksvoll beschrieben, Dankeschön auch für die vie­len eingestreuten humor­vollen Bemerkun­gen.
    Erschreck­end ist, dass eine der­maßen leicht durch­schaubare Manip­u­la­tion so erfol­gre­ich ver­läuft, aber kein Ende des Wahns abzuse­hen ist.

  14. „Kirche muss poli­tisch sein.“

    “Je mehr der Men­sch an Reli­gion hängt, desto mehr glaubt er. Je mehr er glaubt, desto weniger weiß er. Je weniger er weiß, desto düm­mer ist er. Je düm­mer er ist, desto leichter kann er regiert wer­den! — Dieser Gedanken­gang war den Tyran­nen aller Län­der und Zeit­en geläu­fig, daher standen sie auch stets mit den Pfaf­fen im Bunde.”

    Den Preis bitte an Her­rn Johannes Most, z. Zt. Cincin­nati

    • Hm. Der Ein­wand gilt aber nur für Reli­gions-Ver­sio­nen, die sich Argu­menten und über­haupt der Wis­senschaftlichkeit ver­weigern, nicht?

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