Die einen lie­ben sei­ne Tex­te, die ande­ren has­sen sie – wobei ich von der letz­ten Grup­pe erst heu­te wirk­lich Kennt­nis erhielt, weil dort, wo besag­te Tex­te zu fin­den waren, sich fast aus­schließ­lich sei­ne Bewun­de­rer tum­mel­ten. Die Rede ist von Don Alp­hon­so, dem selbst­er­nann­ten „Steig­bü­gel­aus­rüs­ter der Rei­ter der Apo­ka­lyp­se“ und sei­nen Blogs bei der FAZ, die zum Ende des Monats ein­ge­stellt wer­den. Die Begrün­dung der FAZ kam per Twit­ter und es ist von „the­ma­ti­scher Neu­ord­nung“ und der „Blog­ger­platt­form als Expe­ri­men­tier­feld“, an ande­rer Stel­le auch von „Platz schaf­fen“ die Rede.

Nun ist die Per­so­nal­po­li­tik eines Unter­neh­mens prin­zi­pi­ell des­sen eige­ne Ange­le­gen­heit – oder soll­te es zumin­dest sein. Nie­mand stellt zum Bei­spiel in Fra­ge, wenn ein Bun­des­li­ga-Ver­ein nach zehn ver­lo­re­nen Spie­len in Fol­ge den Trai­ner austauscht…doch so ist es hier ja nicht. Don Alp­hon­so war in der Liga der FAZ-Blogs gewis­ser­ma­ßen „Bay­ern Mün­chen“, war­um soll­te man ein „win­ning Team“ für ein unge­wis­ses „Expe­ri­men­tier­feld“ ein­tau­schen? Der Zuspruch für die Tex­te von Don Alp­hon­so war enorm, die Klick­zah­len ein Blog­ger­t­raum und die Leser konn­ten mit guter Sicher­heit sogar davon aus­ge­hen, dass ihre Fra­gen vom Autor beant­wor­tet wer­den. Und was steht hin­ter dem Argu­ment, man wol­le „Platz schaf­fen“ für Neu­es? Platz schaf­fen wofür? Platz in einem Blog? Wir reden ja hier nicht von einer Print-Kolum­ne in einem von Papier­rän­dern begrenz­ten Medi­um, wir reden von digi­ta­ler Prä­senz, von einem Blog, einem Link, einer vir­tu­el­len Welt, die weder Platz braucht noch die­sen ande­ren Inhal­ten weg­neh­men kann – außer, man spricht von „Platz“, meint jedoch „Auf­merk­sam­keit“. Mein eige­nes Blog passt immer noch auf einen gro­ßen USB-Stick und ein sol­cher soll­te doch für Don Alon­so durch­aus bereit­ge­stellt wer­den kön­nen, oder?

Kurz­um, hier scheint ein Vor­wand vor­zu­lie­gen, um aus irgend­ei­nem Grund einen unbe­que­men Jour­na­lis­ten los­zu­wer­den. Um dies und die Scha­den­freu­de zu ver­ste­hen, die nun über ihm zusam­men­schlägt, muss man nur mal ver­su­chen, den Stand­punkt ein­zu­neh­men, von dem aus „Don Alon­so“ sei­ne Tex­te schreibt.

Fest im Stand­punkt, aber fle­xi­bel im Geis­te, ein Bohe­mi­en vom Tegern­see, mit einem Fuß immer in Ober­ita­li­en, mit dem ande­ren in baye­ri­schem Wohn­ei­gen­tum der bestän­di­gen Art, ein der Urba­ni­tät Ent­zo­ge­ner, der es sich leis­ten kann, über die hek­ti­sche Urba­ni­tät sei­ner Lands­leu­te so zu berich­ten, als schaue er einer Flie­ge dabei zu, wie sie immer wie­der ver­sucht, mit Anlauf durch die­sel­be Schei­be zu kom­men, hin­ter wel­cher er gemüt­lich und mit einem guten Glas Wein in der Hand über den Wert von Kunst oder die Qua­li­tät eines 50 Jah­re alten ita­lie­ni­schen Renn­rads sin­niert, um sich lang­sam aber unauf­hör­lich dem eigent­li­chen Gegen­stand sei­ner Betrach­tung zu nähern. Dabei bie­tet er kaum einen Angriffs­punkt, da sei­ne Inter­es­sen eher den Klas­si­kern in Kunst und Kul­tur gel­ten, als den Ver­lo­ckun­gen der indus­tri­ell über­steu­er­ten Shop­ping-Eli­te im Hoch­glanz-SUV – der Don fährt Fahr­rä­der, alte Fahrräder.

Er ver­kör­pert in sei­ner Blog­ger-Rol­le somit alles, was gewis­se links-grü­ne Krei­se abgrund­tief has­sen: die Kom­bi­na­ti­on aus bour­geoi­ser Gelas­sen­heit, die sich aus mate­ri­el­ler Sicher­heit und fun­dier­ter Bil­dung speist, gepaart mit öko­lo­gi­schem Prag­ma­tis­mus, der ganz ohne Ideo­lo­gi­sche Über­hö­hung und bren­nen­de Bar­ri­ka­den aus­kommt. Da schrieb ein Mensch, der sich aus jeder Abhän­gig­keit staat­li­cher Seg­nun­gen erfolg­reich befrei­te und die­se Frei­heit, die auch die Frei­heit ist, sich gewählt und unprä­ten­ti­ös aus­zu­drü­cken, öffent­lich zur Schau stell­te. Für Men­schen, die ihren Neid nicht unter Kon­trol­le haben und glau­ben, in einer per­fek­ten Gesell­schaft müs­se der Staat als Rasen­mä­her über alle und alles hin­weg­rol­len, um ein Höchst­maß an Gleich­heit unter den Gras­hal­men zu errei­chen – für sol­che Men­schen ist Don Alon­so offen­bar ein Feind, des­sen Abschal­tung man nun unge­niert feiert.

Bei Twit­ter ent­wi­ckel­te sich dar­auf­hin ein veri­ta­bler Shit­s­torm, es wur­de „ent­folgt“ und mit Abo-Kün­di­gung gedroht. Es ist tat­säch­lich anzu­neh­men, dass die­se Ent­schei­dung der FAZ eini­ges an Lesern kos­ten wird. Ande­rer­seits waren nun end­lich auch mal die Stim­men zu ver­neh­men, die sich nie in den Kom­men­ta­ren der Blogs fan­den. Tenor: „Ein Nazi und Hate-Speech-Ver­brei­ter weni­ger“. Ich ver­such­te dar­auf­hin, anhand eini­ger der letz­ten Blog­tex­te fest­zu­stel­len, wor­an sol­che Anwür­fe fest­zu­ma­chen sei­en, konn­te aber auch beim schlech­tes­ten Wil­len kei­ne ein­zi­ge For­mu­lie­rung oder auch nur einen Anflug von Hass fin­den. Es sei denn, elo­quen­te Nicht­ach­tung ist jetzt auch schon ins Hass­la­ger hin­über­de­fi­niert wor­den. Wenn nun aber bereits die Tex­te von Don Alp­hon­so unter Nazi­ver­dacht gera­ten kön­nen, hat das Wort „Nazi“ trau­ri­ger­wei­se über­haupt kei­ne Bedeu­tung mehr. „Nazi“ ist dann ein Haus am Tegern­see oder ein 200 Jah­re alter Bil­der­rah­men, „Nazi“ ist dann eben­so, wenn man lie­ber mit dem Rad durch die Hügel über Man­tua als durch das Mul­ti­kul­ti von Kreuz­berg bei Nacht radelt.

Du bist, was du liest

Fragt sich nur – und soviel Spe­ku­la­ti­on erlau­be ich mir – wem die Blogs Don Alp­hon­sos ein der­ar­ti­ger Dorn im Auge waren, dass man sich zu sol­chen radi­ka­len Schrit­ten ver­an­lasst sieht. Das schritt­wei­se „Out­sour­cing“ kon­ser­va­ti­ver Stim­men darf in den deut­schen Leit­me­di­en als bei­na­he abge­schlos­sen gel­ten. Selbst gele­gent­li­che Op-Eds, wie sie frü­her selbst in SZ und TAZ häu­fig anzu­tref­fen waren, wer­den immer sel­te­ner. Es ist des­halb wohl nur eine Fra­ge der Zeit, bis auch Fleisch­hau­er beim Spie­gel abge­schal­tet wird. Bereits heu­te ist es mir zur Rou­ti­ne gewor­den, Mel­dun­gen der deut­schen Medi­en­land­schaft mit dem abzu­glei­chen, was das „West­fern­sehn“ – also Schwei­zer Medi­en – dazu berich­tet. Die fast durch die Bank ins boden­lo­se fal­len­den Auf­la­gen der deut­schen Print­me­di­en sor­gen für lan­ge Gesich­ter in den Chef­re­dak­tio­nen und Büros der Her­aus­ge­ber. Man kann sich das schein­bar nicht erklä­ren, obwohl mitt­ler­wei­le fast alle Häu­ser an der­sel­ben, schö­nen, rund­ge­feil­ten „Wahr­heit“ stri­cken. Neid­voll schaut man auf die Gold­pa­läs­te der GEZ-ali­men­tier­ten öffent­lich-recht­li­chen Medi­en, bei denen Reich­wei­te und Auf­la­ge nicht über Wohl und Wehe ent­schei­den. Dort möch­te man hin, dort flie­ßen medi­al Milch und Honig, dort hat man sich voll­stän­dig vom Kon­su­men­ten eman­zi­piert, der über eine Zwangs­um­la­ge den­noch zahlt. Fast unbe­merkt von der Öffent­lich­keit sind des­halb in den letz­ten Jah­ren Kon­struk­te wie der „Recher­che­ver­bund“ ent­stan­den. In die­sem arbei­ten zum Bei­spiel NDR, WDR und Süd­deut­sche Zei­tung zusam­men und es braucht nicht all­zu viel Phan­ta­sie sich vor­zu­stel­len, von wo nach wo dort Geld fließt. Dabei bezweif­le ich nicht ein­mal, dass sich auf die­se Wei­se kom­pe­ten­te Teams bil­den kön­nen. Die Abhän­gig­keit jedoch, in die sich pri­va­te Ver­la­ge auf die­se Wei­se vom staat­lich orga­ni­sier­ten Gebüh­ren­sys­tem bege­ben, macht mir Angst. Wes‘ Brot ich ess, des Lied ich sing‘ wuss­te schon der Min­ne­sän­ger Oswald von Wol­ken­stein. Don Alp­hon­so könn­te sich für eine der­ar­ti­ge Koope­ra­ti­on als ein kon­ser­va­ti­ver Bal­ken erwie­sen haben, der quer im Was­ser lag. Wir wer­den sehen, wie unge­hin­dert das Was­ser für die FAZ zukünf­tig fließt.

Am Tag nach sei­nem Raus­wurf per Twit­ter schrieb Don Alp­hon­so: „Macht euch um mich kei­ne Sor­gen. Echt. Aber hört bit­te mit dem Shit­s­torm gegen die FAZ auf, das bringt nie­man­dem etwas, und es waren mei­ne wirk­lich guten 9 Jah­re dort. Die sol­len nicht mit sowas enden.“ – klar, dass sol­che Rede, die nicht zur tota­len Ver­nich­tung und auf die Bar­ri­ka­de ruft, auch „voll Nazi“ ist. Wir wer­den jeden­falls noch vom „Don“ hören. Sowohl aus Man­tua, als auch aus Kreuzberg.

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34 Kommentare

  1. Die Abschal­tung von Don Alphonso’s Blog hat sicher­lich auch damit zu tun, dass den Ver­ant­wort­li­chen des zum lin­ken Hetz­me­di­um ver­kom­me­nen Blat­tes sein gro­ßer Erfolg uner­träg­lich gewor­den ist. 

    Ich habe mir heu­te mal die 9 unter „Blog“ genann­ten Autoren mit ihren letz­ten Bei­trä­gen und die Reso­nanz erkenn­bar an den ‚Leser­mei­nun­gen‘ ange­se­hen. Hier das Ergebnis:
    1. „Flüs­si­ges Brot allein ist auch kei­ne Lösung“
    10. März 2018 von Uwe Ebbing­haus | 0 Lesermeinungen
    2. „Sex in der frü­hen Bun­des­re­pu­blik: „his­to­ri­sche Sittenbilder““
    10. März 2018 von Hans Ulrich Gum­brecht [hier gibt es kei­ne Mög­lich­keit zum kommentieren]
    3. „29. Lesung: Wer ist Gesi­ne Cresspahl?“
    10. März 2018 von Bir­te Förs­ter | 0 Lesermeinungen
    4. „Sofort mehr im Kopf“
    9. März 2018 von Ste­fan Löff­ler | 0 Lesermeinungen
    5. „Woh­nen müs­sen ja alle“
    9. März 2018 von Kor­ne­li­us Friz | 0 Lesermeinungen
    6. „Kopf­tuch­ver­bot auf der Richterbank“
    8. März 2018 von Corin­na Bud­ras und Con­stan­tin van Lijn­den | 1 Lesermeinung
    [Die­se eine Leser­mei­nung ist lus­tig ent­lar­vend und lau­tet: „Was soll man dar­auf ant­wor­ten? Der Arti­kel hat mit der Über­schrift nichts zu tun.“]
    7. „Das Mäd­chen mit der Essstörung“
    7. März 2018 von Andre­as Platt­haus | 0 Lesermeinungen
    8. „Was Öko­no­men gegen Grip­pe empfehlen“
    6. März 2018 von Johan­nes Pen­ne­kamp | 2 Lesermeinungen
    9. „Fei­ne Leu­te, von denen man viel erzählt“
    6. März 2018 von Don Alp­hon­so | 1.292 Lesermeinungen

    Wir sehen also 8 Main­stream-kor­rek­te Blog­ger mit ins­ge­samt 3 Reak­tio­nen (‚Leser­mei­nun­gen‘) und dane­ben Don Alp­hon­so mit 1.292 Leser­mei­nun­gen. Selbst unter Berück­sich­ti­gung der Tat­sa­che, dass Don Alp­hon­so der­zeit natür­lich vie­le Sym­pa­thie­be­kun­dun­gen bekommt, ich habe in den letz­ten Jah­ren bei ihm immer zwi­schen 500 und 1.000 Leser­mei­nun­gen gesehen.

    Und nun stel­le man sich die Ver­ant­wort­li­chen der FAZ vor, wie sie all­wö­chent­lich die­se Zugriffs­zah­len auf dem ‚Blog‘ zur Kennt­nis neh­men müs­sen. Eine sol­che Quo­ten-Sta­tis­tik (‚Leser­mei­nun­gen‘ spie­geln rela­tiv die all­ge­mei­nen Zugriffs­zah­len auf den jewei­li­gen Arti­kel wie­der) ist wie die Faust ins Gesicht. Da sie ler­n­un­wil­lig sind, muss­ten sie ihr ver­lo­ge­nes Kon­strukt zerstören.
    Wie ver­rot­tet ein Sys­tem ist, das einen Erfolgs­au­tor Don Alp­hon­so abschal­tet, kann man erahnen.

    • Die Macht der Ideo­lo­gie. You­tube baut sich ja auch frei­wil­lig zurück. Face­book und Twit­ter sowie­so. Ideo­lo­gie hebelt die nor­ma­len Markt­ge­set­ze aus. 

      Sehr kon­train­tui­tiv ist ja auch die Ehr­lich­keit im Inter­net­zeit­al­ter. Je ein­fa­cher wir die Lügen der Medi­en auf­de­cken kön­nen und je öfter sie über­führt wer­den, des­to dreis­ter lügen die. Da wäre man ja auch nicht direkt drauf­ge­kom­men. Die Macht der Ideologie.

      • Das Impe­ri­um (bis­her füh­ren­de Medi­en und die Spit­zen der Poli­tik) hat die exis­ten­zi­el­le Gefahr durch Face­book, Twit­ter und Co. erkannt. Des­halb wird nun zuneh­mend eine gesetz­li­che Zen­sur ein­ge­führt, um die eige­ne Macht­po­si­ti­on abzusichern.

  2. Lie­ber Herr Letsch,

    mit gros­ser Besorg­nis muss ich sehen,Ihr Blog lei­det nun an „TDV“.Das ist eine uner­freu­li­che para­si­tä­re Infektion.
    So etwas springt leicht von einem waid­wund geschos­se­nen Platz­hirsch auf einen ver­gleich­bar saf­ti­gen neu­en Wirt
    über.
    Sei­en Sie auf der Hut.

    • Die Infek­ti­on mach­te sich bei mir durch Erbre­chen bemerk­bar, wes­halb sich nun aus­rei­chend Anti­kör­per gebil­det haben. Sein anti­se­mi­ti­sche Geblub­ber, dass ich hier nicht mehr auf die Welt los­ge­las­sen habe, sorg­te letzt­lich für sei­nen Aus­schluss. Trau schau wem, wie man sagt. 😉

  3. Die Leh­ren des Don Alp­hon­sos. Eine ande­re Wirklichkeit.

    Poli­tisch Kor­rekt. Schon das Wort an sich ist Eti­ket­ten­schwin­del. Der Deck­man­tel wird zum Ali­bi. Der Betrug zum Mit­tel. Und der Zweck hei­ligt die Mittel. 

    Selbst­stän­di­ges Den­ken ist den Mäch­ti­gen an sich schon zu gefähr­lich gewor­den. Media­le Gleich­schal­tung. Poli­ti­sche Gleich­schal­tung. Das Niveau muss aus Sicht der Mäch­ti­gen abge­senkt wer­den. So weit, dass selbst die gröbs­te Dumm­heit als poli­ti­sche Weis­heit ver­kauft wer­den kann.

    Wer es wagt oder ver­sucht, hier noch einen Rest an Dif­fe­ren­ziert­heit zu wagen oder anzu­mah­nen, wird aus allen Roh­ren beschos­sen. Selbst in pri­va­ter Run­de ver­stum­men schon die Stim­men, wenn jemand es wagt, an der poli­ti­schen Macht in die­sem Land Kri­tik zu üben. Mir sind schon (wie­der) weit in die­sem Land. 

    Schwarz, Rot, Gold ist bald ohne wert. Noch 23 Tage Don Alp­hon­sos Stüt­zen und Deux - dann ist Zeit los­zu­las­sen. Nur eines zum Schluss. Was bis­her in Deutsch­land (und auch ande­ren Län­dern) pas­sier­te wird nicht der letz­te Schritt sein. Nie­mand wird sich dem ent­zie­hen kön­nen. Aus­ser man lebt auf einer sehr abge­le­ge­nen Insel.

    Man darf nie ver­ges­sen: Angst ist das bes­te Herrschaftsinstrument.
    Und Angst geht um, auf die­sem klei­nen Planeten.

  4. ganz ein­fach, Nazi ist alles, was nicht ins End­ziel der Grünen/Linken, näm­lich ein glo­ba­les Nord­ko­rea, passt

  5. Der veri­ta­blen Ver­schwö­rungs­theo­rie, die FAZ schie­le auf eine Koope­ra­ti­on mit den öffent­lich-recht­li­chen Sen­dern (statt, wie bis­her, sich durch die Anzei­gen des Kapi­tals zu finan­zie­ren), wider­spricht der Blog­ger selbst: „Manch­mal klappt der Über­gang, manch­mal klappt er nicht, das hat nichts mit Links oder Rechts oder Sym­pa­thie zu tun, son­dern ein­fach mit der Fra­ge der Füh­rung und der Zie­le. Es reicht in einem der­ar­ti­gen Umfeld schon aus, wenn in der Lei­tungs­ebe­ne kei­ner mehr ist, der sich expli­zit dafür stark macht und es auf sei­ne Kap­pe nimmt: Dann ist es halt vor­bei.“ (https://rebellmarkt.blogger.de/stories/2678843/)
    Im sel­ben Bei­trag droh­te die „Kom­bi­na­ti­on aus bour­geoi­ser Gelas­sen­heit, (…), gepaart mit öko­lo­gi­schem Prag­ma­tis­mus“, der „Mensch, der sich aus jeder Abhän­gig­keit staat­li­cher Seg­nun­gen erfolg­reich befrei­te“, der „kon­ser­va­ti­ve Bal­ken (…), der quer im Was­ser lag“, oder, wie ich ihn nen­nen möch­te, der Lang­wei­ler mit der Macke für Räder und Tor­ten, übri­gens damit, es gehe „irgend­wo wei­ter“. Was die gan­ze Auf­re­gung eben­so lächer­lich macht wie die Tex­te von Herrn Meyer.

    • Dan­ke für den Link.
      Im Übri­gen habe ich deut­lich gemacht, dass mei­ne Inter­pre­ta­ti­on ein nur mei­ne eige­ne und Spe­ku­la­ti­on ist. Machen Sie nicht gleich eine Ver­schwö­rungs­theo­rie dar­aus, das ist albern. Mey­ers Schil­de­rung beinhal­tet auch kei­ne neu­en Infos über die Inten­tio­nen der Abschal­tung. Er spe­ku­liert gleich mal gar nicht. Ihr Urteil über die Qua­li­tät sei­ner Text bleibt Ihnen unbenommen.

    • Ich wage zu bezwei­feln, dass die Anzei­gen noch viel Gewinn abwer­fen. Das ist ver­mu­tich der Grund für den Nie­der­gang des Jour­na­lis­mus. Die jun­ge Genera­ti­on ist nicht mehr so wer­be­wirk­sam wie die Vor­gän­ger­ge­nera­ti­on. Die wer­be­wirk­sa­me Alters­grup­pe schrumpft auf Teen­ager bis Mitt­zwan­zi­ger und hat nicht mehr die glei­che Wir­kung. Es gibt eine Anzei­gen­ge­wöh­nung plus tech­ni­scher Ad-Blo­cker für den Brow­ser. Auch die Fern­seh­wer­bung hat von Jahr zu Jahr weni­ger Wir­kung. Die FAZ ret­tet sich teil­wei­se mit Pay­walls, aber das wird nicht rei­chen. Das sie nach Inves­to­ren oder staat­li­chen Sub­ven­tio­nen, ver­deckt oder offen, suchen ist nun wirk­lich kei­ne Ver­schwö­rungs­theo­rie. Man sieht das bei Medi­en welt­weit. Und die Inves­to­ren sowie die Spit­zen­po­li­ti­ker sind schon auch ein sozia­les Milieu, des­sen Ideo­lo­gie man bespie­len will.

      • Hal­lo…
        Die jun­ge Genera­ti­on nicht mehr so werbewirksam?
        Ich neh­me an, Sie mei­nen „nicht mehr so „wer­bungs­an­fäl­lig“ und damit
        könn­ten Sie recht haben. Bei jeder Seu­che fängt das Immunsystem
        lang­sam, aber sicher, an zu reagieren.

    • Nun, Herr „Tho­mas ex Gotha“,
      ich ant­wor­te ja nun nicht ger­ne auf Bei­trä­ge anony­mer Zeit­ge­nos­sen. Ihr Kom­men­tar reizt mich denn dann doch, Ihnen zu widersprechen.
      Ich habe die Bei­trä­ge Herrn Mey­ers sehr ger­ne und mit Genuss und Gewinn gele­sen, auch wenn ich man­chen Ein­stel­lun­gen kri­tisch begeg­ne. Ich habe die bei­den Blogs als „Leucht­tür­me“ im Meer der m.M.n. „Ein­heits­sup­pe“ der Medi­en (heu­er auch zutref­fend als „Lücken­pres­se“ bezeich­net) emp­fun­den. Auch man­che Leser­kom­men­ta­re offen­bar­ten mir Zeit­ge­nos­sen, die nach­denk­lich und teil­wei­se unsi­cher sich tie­fe Gedan­ken um unser Hier-und-Jetzt und die Zukunft unse­rer Kin­der machen . Das treibt mich als Vater näm­lich auch um.
      Es ist Ihr gutes Recht, die Bei­trä­ge unqua­li­fi­ziert „lächer­lich“ zu fin­den und den Autor als „Lang­wei­ler mit der Macke für Räder und Torten“.
      Mich rührt bei­des an und ich mag Ihnen das auch begrün­den: Als Kind habe ich die selbst­ge­ba­cke­nen Kuchen und Tor­ten mei­ner Groß­mutter schät­zen gelernt und von ihr ver­sucht, mög­lichst alle Rezep­te zu erfah­ren. Das ist in Ihren Augen viel­leicht lächer­lich, aber ich fin­de, mit der Aus­wahl und dem Aner­bie­ten von Köst­lich­kei­ten erweist man sei­nen Mit­men­schen Ach­tung. Es ging und geht dar­um, sich und ande­ren Freu­de zu berei­ten und ist im Übri­gen Aus­weis von Geschmack und Lebens­art - bei­des Tugen­den, wel­che ver­lo­ren gegan­gen zu sein scheinen.
      Dazu gehö­ren m.E. auch die Nip­pes-Figu­ren des Don, die im sicher weni­ger mei­nem Geschmack entsprechen.
      Fahr­rä­der: Ich habe als Jugend­li­cher und spä­ter ger­ne und mit Stolz Fahr­rä­der selbst gebaut bzw. restau­riert. Herr Mey­er hat mir jetzt dazu einen ange­neh­men Rah­men gebo­ten und ich habe mich ent­schlos­sen, einen Old­ti­mer wie­der fit zu machen.
      Im Übri­gen hal­te ich mich an Eve­lyn Bea­tri­ce Hall: „Ich ver­ach­te Ihre Mei­nung, aber ich gäbe mein Leben dafür, dass Sie sie sagen dürfen.“
      Viel­leicht den­ken Sie mal dar­über nach, wie Sie sich fühl­ten, wenn Sie zum Schwei­gen gebracht wer­den sollten.
      Zum Schluss: Es ist das gute Recht der FAZ, Autoren zu beschäf­ti­gen oder zu ent­las­sen, die in ihr „Welt­bild“ pas­sen. Aber: Es ist (noch) mein gutes Recht, aus­zu­wäh­len, was ich kau­fe und lese.

  6. Sie ver­ste­hen die Ver­bin­dung zwi­schen dem „Platz schaf­fen für Neu­es“, und dem „Nazi Gekei­fe“ anschei­nend nicht.
    Don beschreibt in sei­ne Tex­ten Rea­li­tät mit sei­nen Wor­ten, und sei­nen Wer­ten, die einem Leser das sel­ber Den­ken ermög­li­chen und wege sei­ner Wei­ge­rung zu zen­sie­ren auch erlauben.
    Eine Zei­tung am Abgrund, wie die FAZ, die sich gern als kon­ser­va­tiv ver­kauft, aber seit sehr, sehr vie­len Jah­ren nichts ande­res als ein wei­te­res Mit­glied der Lügen– und Lücken­pres­se ist, kann von den stets weni­ger wer­den­den die sel­ber den­ken nicht leben.
    Auch wenn es die sich für beson­ders schlau Hal­ten­den nicht bemer­ken kön­nen, die Trenn­li­nie in der Poli­tik ver­läuft auch auf dem Medi­en­markt schon längst nicht mehr zwi­schen links und rechts, son­dern zwi­schen dem pri­mi­ti­ven Mit­tel­mass der Poli­tisch Kor­rek­ten, das Schrei­ber­lin­ge wie sie pein­li­cher­wei­se für links/grün hal­ten, und der Trump Frak­ti­on, die der Wahr­heit und den Fak­ten jeg­li­che Bedeu­tung abstrei­tet, wie das die Reak­tio­nä­re aller Zei­ten immer schon getan haben.
    Das klei­ne Häuf­lein der sel­ber Den­ken­den ist der­zeit kein Markt­seg­ment mehr um das es sich loh­nen wür­de zu strei­ten, es ist so eine Art Kurio­si­tät, wie die Pfer­de Wagen beim Ein­zug des Okto­ber­fes­tes, die Bier­fäs­ser trans­por­tie­ren obwohl das Bier längst nur mehr aus Con­tai­nern über Pipe­lines in die Mass­krü­ge kommt.

    DESHALB trennt sich die FAZ wohl vom mit gewal­ti­gem Abstand erfolg­reichs­ten Blog­ger des Landes.
    Man ist fort­schritt­lich bei der FAZ und will mit Ver­al­te­tem, wie dem Den­ken nichts zu tun haben. Selbst der Anschein des Den­kens scha­det nur dem Ruf… bei der hof­fent­lich künf­tig zah­len­den Kundschaft….

    • Mit Ihrer Defi­ni­ti­on der Trenn­li­nie bin ich durch­aus ein­ver­stan­den, auch wenn ich ein­wen­den möch­te, dass das pri­mi­ti­ve Mit­tel­maß der Poli­tisch Kor­rek­ten eben genau jenen Zie­len hin­ter­her­läuft und genau die Mit­tel ein­setzt, die man all­ge­mein in lin­ken oder grü­nen Uto­pi­as fin­det - sel­ber den­ken: uner­wünscht. Das dazu nöti­ge „Ter­ra-Forming“ der mensch­li­chen Gesell­schaft, das Schaf­fen von bes­se­ren, wil­li­ge­ren Men­schen, die aus­ge­ge­be­ne Zie­le nicht in Fra­ge stel­len und ihren Indi­vi­dua­lis­mus zuguns­ten einer grö­ße­ren Meta-Idee auf­ge­ben, kommt in allen Wer­ken lin­ker Vor­den­ker und Ideo­lo­gen vor, auf die man sich in sol­chen Krei­sen immer wie­der bezieht. Wider­setzt sich einer wie „Don“ die­ser „Arbeit hin zur bes­se­ren Gesell­schaft“, wird er als kon­ser­va­tiv emp­fun­den, aber nicht im Wort­sinn, als Bewah­rer, in die­sem Fall des Indi­vi­dua­lis­mus, son­dern als krampf­haft am Alten kle­bend und dem Neu­en ableh­nen gegenüberstehend.
      Ihr Bild mit dem Bier­wa­gen ist übri­gens sehr tref­fend: ein „Poli­tisch Kor­rek­ter“ wür­de die Pfer­de­kut­sche abschaf­fen mit dem Hin­weis auf die Fein­staub­be­las­tung durch Pfer­de­mist. Ein prag­ma­ti­scher Kon­ser­va­ti­ver wür­de zwar erken­nen, dass das Bier zwar ohne­hin und bes­ser aus der Pipe­line kommt, aber die­sen einen Wagen, der die „ers­ten Fäs­ser“ bringt, den wür­de er hegen und pflegen.

      • Sehen sie, genau das ist der Denk­feh­ler. Poli­tisch Kor­rek­tes gibt es bei genaue­rem Hin­se­hen eben­so­viel bei rech­ten Spies­sern, wie bei Linken.
        Dumm­heit ist nicht an Par­tei­en oder Ideo­lo­gien gebunden.

        Ich per­sön­lich glau­be ja, dass es kei­nes­wegs Don Alp­hon­sos Tex­te waren die ihn in den Chef­eta­gen unbe­liebt gemacht haben, was ja ohne­dies nur nach Schirr­ma­chers zu frü­hem, trau­ri­gen Abgang mög­lich war… 

        Die bana­len Wahr­hei­ten die er zur Flücht­lings­fra­ge bereits ganz zu Anfang geschrie­ben hat, deck­ten sich ja zB mit den Wor­ten Wagen­knechts. Es waren dann die Pri­mi­tiv­lin­ge der Rech­ten, der BILD und Stamm­tisch Frak­ti­on, die mit ihren abgrund­blö­den Kom­men­ta­ren die tat­säch­lich Kon­ser­va­ti­ven Kom­men­ta­to­ren bald aus demn bei­den Foren nach und nach ver­trie­ben hatten.

        Und „das Schaf­fen von bes­se­ren, wil­li­ge­ren Men­schen, die aus­ge­ge­be­ne Zie­le nicht in Fra­ge stel­len und ihren Indi­vi­dua­lis­mus zuguns­ten einer grö­ße­ren Meta-Idee auf­ge­ben“ fin­den sie genau­so gut in rech­ten Ideo­lo­gien, wie in lin­ken… Die Tren­nung die sie sich ein­re­den, ist albern, ober­fläch­lich und exis­tiert in der Form ein­fach nicht.

        Das sieht zB auch dan die­sem wirk­lich arg däm­li­chen Satz: „…ein “Poli­tisch Kor­rek­ter” wür­de die Pfer­de­kut­sche abschaf­fen mit dem Hin­weis auf die Fein­staub­be­las­tung durch Pfer­de­mist“. Kei­ner (der mir ver­hass­ten) poli­tisch Kor­rek­ten wür­de sol­chen Unsinn den­ken. Pfer­de­mist stärkt das Immun­sys­tem, wür­de der völ­lig zutref­fend sagen, aber sich halb tot lachen über den Ernst, mit dem rech­te Spies­ser mei­nen, das ers­te Fass Bier sei ein zu pfle­gen­des Kul­tur­gut, ang­sichts der all­abend­li­chen Bier­lei­chen an den Hän­gen der Bava­ria und den voll­k­ge­kotz­ten Tor­ein­gän­gen der Anwohner.

        Und im Unter­schied zum Pfer­de­mist ver­ur­sa­chen zu vie­le Autos nun mal tat­säch­lich zu vie­len Fein­staub, der eine unnö­tig gros­se Zahl Men­schen tötet, die wei­ter leben könn­ten, wenn sich Kon­zer­ne an die Geset­ze hal­ten wür­den. Bzw wenn deren Vor­stän­de, die die Kun­den betrü­gen, die Stra­fen aus ihren eige­nen Taschen bezah­len müss­ten, statt aus der Steu­er­kas­se .… poli­tisch kor­rekt oder nicht. 

        Ich habe als links­ra­di­ka­ler Anar­chist vie­le Jah­re in Dons Blog mit ihm und ande­ren kon­ser­va­ti­ven Foris­ten dis­ku­tiert, sei­ne Tex­te deu­te­ten stets so vie­les mehr nur an, dass man immer einen Bezug zur Tages­po­li­tik fand, bzw zur letz­ten Sau die gera­de durchs Dorf getrie­ben wird, und auf eine Art und Wei­se besprach, die man sonst nir­gends in der Medi­en­land­schaft mehr findet.

      • Trock­nen­der Pfer­de­mist, soviel nur neben­bei zur Fein­staub­de­bat­te, sorg­te in ame­ri­ka­ni­schen Groß­städ­ten am ende des 19. Jahr­hun­derts für sehr viel schlech­te­re Luft, als es der dann begin­nen­de Auto­ver­kehr je geschafft hät­te. Dass Pfer­de­mist das Immun­sys­tem stär­ke, möch­te ich in Anleh­nung an Ihre Wort­wahl des­halb auch mal als däm­li­che Aus­sa­ge bezeich­nen. Die New Yor­ker emp­fan­den das Auto auch in die­ser Hin­sicht als Segen. Das Groß an Fein­staub wird heu­te in den Städ­ten nicht durch Die­sel oder Ben­zin, son­dern durch Brems­ab­rieb ver­ur­sacht. Tech­ni­sche Lösun­gen zu des­sen Rück­hal­tung gibt es, doch nie­mand redet dar­über. Aber wir schwei­fen ab…es geht ja um Dons Abschal­tung, die Sie ja offen­bar genau­so bekla­gen und ver­ur­tei­len, wie ich. Auf die­sen Punkt kann ich mich mit einem links­ra­di­ka­len Anar­chis­ten einigen.

      • Das Fein­staub­pro­blem ist nicht DAS Pro­blem der Autos, son­dern vie­ler Ursa­chen, die frü­her (noch vor 50 Jah­ren) wesent­lich dra­ma­ti­scher waren. Wie haben die Städ­ter damals den Fein­staub aus Tau­sen­den von Schorn­stei­nen überrlebt?
        Aber viel­leicht ist es ja auch gar kein Pro­blem son­dern wur­de dazu gemacht, um die Ideo­lo­gie der auto­frei­en Innen­stadt voranzubringen.

  7. Das klingt lei­der nicht nach guten Aus­sich­ten für die FAZ, denn nichts geschieht ohne Grund. Man wird genau beob­ach­ten müs­sen, wohin die wei­te­re Rei­se die­ses Blat­tes nun geht.
    Um den Don mache ich mir kei­ne Sor­gen. Die Zei­ten, in denen man einen kri­ti­schen Geist ein­fach zum Schwei­gen brin­gen konn­te, sind glück­li­cher­wei­se vor­bei. Wenn er will (und ich hof­fe sehr, dass er will), hat er schon in Kür­ze einen eige­nen Blog. Oder er ver­öf­fent­licht zukünf­tig bei der Ach­se oder bei Tichy. Man wird sehen..

  8. Eine wun­der­schö­ne Eulo­ge. Trau­rig, dass Don von uns gegan­gen ist. 

    Oh, halt, Moment, er ist nicht tot! Mein Feh­ler. Aber irgend­et­was stirbt gerade.

    Roland Tichy, Bet­ti­na Röhl, Kai Diek­mann, Mat­thi­as Matussek…es sind vie­le pro­mi­nen­te Jour­na­lis­ten in den letz­ten Jah­ren in der Ver­sen­kung ver­schwun­den und immer wur­den sie von links ersetzt. 

    ARD Che­fin Karo­la Wil­le hat eine knall­har­te Ver­gan­gen­heit als Dik­ta­tur­stüt­ze in der DDR. Die ist eine 100%ige und kei­ner redet drüber. 

    Peter Hah­ne irr­lich­tert im Nacht­pro­gramm und hat sich inner­lich von den gro­ßen Debat­ten eh ver­ab­schie­det. Bro­der darf als letz­ter Kon­ser­va­ti­ver (der sich selbst als links sieht) bei N24 und Welt Kurz­auf­trit­te und Kolum­nen absol­vie­ren. Ali­ce Schwar­zer lässt man nur noch ungern vor die Kame­ra und dann nur noch bei Con­chi­ta-Wurscht-Tratsch. Pro­sti­tu­ti­on? Kei­ne Rede­zeit dafür. Tichy hockt ab und an beim Pres­se­club mit Fuchs und Hase. 

    Kon­ser­va­ti­ve machen sich auch was vor, wenn sie mei­nen, dass der Strei­sand­ef­fekt zuschlägt und Zen­sur eh nicht wir­ke. Zen­sur wirkt blen­dend (Ter­ror, Fol­ter, Mau­ern und die Todes­stra­fe sind auch so Sachen, die doch funk­tio­nie­ren). Deut­sche wür­den nicht bei jeder ein­zel­nen US-Prä­si­dent­schafts­wahl den lin­ken Kan­di­da­ten zu kuba­ni­schen Traum­zah­len von über 95% wäh­len, wenn Zensur/Einseitigkeit nicht funk­tio­nie­ren wür­de. Die funzt gaaaaaa­anz prima. 

    Now, I had my rant.

  9. Libe­ra­le Denk­wei­sen, unab­hän­gi­ger Intel­lekt, fei­ne Iro­nie usw., hat alles in deolo­gisch fest­ge­fah­re­nen Gesell­schaf­ten kei­nen Platz, wer­den suk­zes­si­ve zurück gedrängt. Vie­le kri­ti­sche Bür­ger­li­che machen sich Illu­sio­nen bezüg­lich der Zukunft nur weil es Beruf­lich noch gut läuft. Das ist mir schon bei Tichys Ein­blick auf­ge­fal­len, das die Autoren sich wun­der­ten, das die Anti­fa auch gut­bür­ger­li­che Kri­ti­ker phy­sisch an geht, die Pres­se die­se als „Rechts­ex­trem“ dif­fa­miert, wenn sie mal ein Schild­chen „Mer­kel muss Weg“ in die Höhe hal­ten, das den Orga­ni­sa­to­ren die Rei­fen zer­sto­chen und die Schei­ben ein­ge­wor­fen wer­den mit dem Hin­weis, das könn­te auch ein Moli wer­den. Selbst die bür­ger­li­chen Kri­ti­ker der eta­blier­ten Par­tei­en leben in ihrer eige­nen Wirk­lich­keit, wo sie sich nach wie vor Sicher füh­len, dar­an glau­bend, das wer­de schon alles wieder.

    Das Deutsch­land den Kampf um eine frei­heit­li­che Gesell­schaft schon ver­lo­ren hat, ist mir durch Sar­ra­zin klar gewor­den. Ein Bür­ger­tum, das dem pol­ti­schen Estab­lish­ment solch exem­pla­ri­sche gesell­schaft­li­che Exe­ku­ti­on einer der ihren durch gehen lässt, zwi­schen Buckeln und hämi­schen Nach­ru­fen schwan­kend, das ist schlicht­weg unfä­hig die plu­ra­lis­ti­sche, demo­kra­ti­sche Grund­ord­nung wei­ter zu ver­tei­di­gen, längst dem Pater­na­lis­mus erle­gen oder in der Kar­rie­re ver­fan­gen. Die weni­gen, die gegen den Strom schwim­men wer­den nun lang­sam unter Was­ser gedrückt. Das ist alles. Aus mei­ner Sicht hat das Deut­sche Bür­ger­tum (mal wie­der) total versagt.

  10. Ne, echt ey, wie kann man nur auf die Idee kom­men, dass es in die­sem Land, wo wir ger­ne und sicher leben, sowas wie ne Gleich­schal­tung in den Medi­en geben soll…?
    Ist doch voll Ver­schwö­rung, so a la Trumpist, nein eher doch schon Putinist!

  11. Die Abschal­tung Don Alp­hon­sos kor­re­spon­diert mit der gedämpf­ten Trend-Ver­schie­bung der FAZ in Rich­tung Gen­de­ris­mus­sym­pa­thie, Israel­kri­tik und „Hessenhitler“-Etikett für ex-MP Roland Koch.

  12. Lie­ber Roger,

    Frank Schirr­ma­cher ist nun bald vier Jah­re tot - damit sind wohl irgend­wel­che Scham­fris­ten end­gül­tig abge­lau­fen. Jetzt wird Früh­jahrs­putz ver­an­stal­tet, denn der erhoff­te wirt­schaft­li­che Erfolg, zu dem die durch zusätz­li­che „Schnell­boo­te“ ange­lock­ten Neu­le­ser mit ihrem Deckungs­bei­trag ver­hel­fen soll­ten, ist für das „Schlacht­schiff“ ( v.gd/73o1vy ) nicht eingetreten.

    Der mit­ge­schass­te „Digital/Pausen“-Autor ist Schirr­ma­chers Doktorvater…

    • Blieb dem „bür­ger­li­chen Lager“ von damals noch das Mit­tel der Bestechung, um miss­lie­bi­ge Kon­tra­hen­ten vom Zün­deln abzu­hal­ten, hat der heu­ti­ge links­do­mi­nier­te Main­stream ein­fach nichts anzu­bie­ten, was sei­ne Prot­ago­nis­ten extrem dünn­häu­tig und ver­bies­tert macht. Zum Glück macht sol­che „poli­ti­sche Land­schafts­pfle­ge“ die Stim­men nur lau­ter, die man abschal­ten wollte.

      • So ist es! Das Inter­es­san­te wird sein, zu sehen, wohin sich die Faz in den nächs­ten Mona­ten ent­wi­ckeln wird.
        So etwas geschieht nicht ohne Grund.

      • War­um wer­den die Medi­en immer lin­ker, inkom­pe­ten­ter usw.?

        Unse­re Medi­en­land­schaft, beson­ders die sog. Leit­me­di­en, prä­fe­rie­ren jun­ge Leu­te mitvei­ner soli­den Links­ge­sin­nung. Vgl. dazu Jan Fleisch­hau­er „Unter Linken“ 
        Unter die­sen jun­gen Leu­ten befin­det sich ein außer­or­dent­lich hoher Anteil von Stu­di­en­ab­bre­chern. Eine soli­de beruf­li­che Aus­bil­dung ver­misst man häu­fig eben­so. Als Anhän­ger des Leis­tungs­prin­zips wür­de mich das nicht wei­ter stö­ren, wenn die­se jun­gen Leu­te sich dann auch fach­lich ein­ar­bei­ten und fort­bil­den wür­den. Statt des­sen fin­det man inzwi­schen nicht nur Grup­pen-Inkom­pe­tenz in der ZEIT, z.B. beim The­ma Block­chain, son­dern auch im Han­dels­blatt, wo Redak­ti­ons­mit­ar­bei­ter und -mit­ar­bei­te­rin­nen noch nicht ein­mal die Grund­re­chen­ar­ten, den Drei­satz und die Pro­zent­rech­nung beherr­schen, von Plau­si­bi­li­täts­über­prü­fun­gen der eige­nen Recher­chen ganz zu schweigen. 

        Damit kom­men wir zum drit­ten Punkt: Die finan­zi­el­len Rah­men­be­din­gun­gen. Schon allein unter Kos­ten­ge­sichts­punk­ten ent­steht so ein Pre­ka­ri­at, des­sen Erfah­run­gen in der eige­nen Berufs­welt auto­ma­tisch die Grund­la­ge zur Beur­tei­lung von Wirt­schaft und Poli­tik darstellen.

        Nicht zuletzt mutie­ren die gro­ßen Pres­se­agen­tu­ren zu den eigent­li­chen Mei­nungs­ma­chern, indem Mel­dun­gen pro­du­ziert und in Umlauf gesetzt wer­den, die nur ein Ziel haben, näm­lich Ent­rüs­tung zu pro­du­zie­ren. Bei­spiel: „Kran­ken­schwes­ter wegen eines Bröt­chens raus­ge­wor­fen!“ Auf­grund der mas­sen­haf­ten Mul­ti­pli­ka­ti­on die­ser ver­stüm­mel­ten Mel­dung ist es dann kaum noch mög­lich, den wah­ren Hin­ter­grund herauszufinden.

        Man sieht also: 
        Die sog. Qua­li­täts­pres­se hat sich selbst her­un­ter­ge­wirt­schaf­tet. Da vie­le jun­ge Frau­en wie Mot­ten in den Medi­en­sek­tor stre­ben und dies natür­lich deren Über­le­bens­druck in den Redak­tio­nen erhöht, könn­te sich dar­aus eine wei­te­re Me-Too-Wel­le erge­ben. Einen klei­nen Vor­ge­schmack dazu konn­te man bereits in der 70-Jah­re-Jubi­lä­ums­aus­ga­be der ZEIT erleben.

    • Ich glau­be nicht, daß unter Schirr­ma­cher hier irgend etwas anders ablau­fen wür­de. Durch bür­ger­lich-kon­ser­va­ti­ve Ein­stel­lun­gen war der mit nicht auf­ge­fal­len, eher im Gegenteil.

  13. Scha­de dass man Welt TAZ FAZ & Spie­gel & Focus nur 1x kün­di­gen kann
    MFG SMAD

  14. Lie­ber Roger, ich lie­be Dei­ne Aus­drucks­kunst, die auch schlech­te Nach­rich­ten ver­dau­en lässt. Das „Aus“ hat Sys­tem in einem Schland, das bun­ter wer­den soll und damit ist dann ein Stra­ßen­bild gemeint, das nur noch aus schwar­zen Säcken mit Seh­schlit­zen besteht. Im Feuil­le­ton zieht die­se Bunt­heit kon­se­quen­ter­wei­se jetzt auch ein. Mich wun­dert nichts mehr!

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