Die einen lieben seine Texte, die anderen hassen sie – wobei ich von der letzten Gruppe erst heute wirk­lich Kennt­nis erhielt, weil dort, wo besagte Texte zu finden waren, sich fast aus­schließ­lich seine Bewun­de­rer tum­mel­ten. Die Rede ist von Don Alp­honso, dem selbst­er­nann­ten „Steig­bü­gel­aus­rüs­ter der Reiter der Apo­ka­lypse“ und seinen Blogs bei der FAZ, die zum Ende des Monats ein­ge­stellt werden. Die Begrün­dung der FAZ kam per Twitter und es ist von „the­ma­ti­scher Neu­ord­nung“ und der „Blog­ger­platt­form als Expe­ri­men­tier­feld“, an anderer Stelle auch von „Platz schaf­fen“ die Rede.

Nun ist die Per­so­nal­po­li­tik eines Unter­neh­mens prin­zi­pi­ell dessen eigene Ange­le­gen­heit – oder sollte es zumin­dest sein. Niemand stellt zum Bei­spiel in Frage, wenn ein Bun­des­liga-Verein nach zehn ver­lo­re­nen Spielen in Folge den Trainer austauscht…doch so ist es hier ja nicht. Don Alp­honso war in der Liga der FAZ-Blogs gewis­ser­ma­ßen „Bayern München“, warum sollte man ein „winning Team“ für ein unge­wis­ses „Expe­ri­men­tier­feld“ ein­tau­schen? Der Zuspruch für die Texte von Don Alp­honso war enorm, die Klick­zah­len ein Blog­ger­t­raum und die Leser konnten mit guter Sicher­heit sogar davon aus­ge­hen, dass ihre Fragen vom Autor beant­wor­tet werden. Und was steht hinter dem Argu­ment, man wolle „Platz schaf­fen“ für Neues? Platz schaf­fen wofür? Platz in einem Blog? Wir reden ja hier nicht von einer Print-Kolumne in einem von Papier­rän­dern begrenz­ten Medium, wir reden von digi­ta­ler Präsenz, von einem Blog, einem Link, einer vir­tu­el­len Welt, die weder Platz braucht noch diesen anderen Inhal­ten weg­neh­men kann – außer, man spricht von „Platz“, meint jedoch „Auf­merk­sam­keit“. Mein eigenes Blog passt immer noch auf einen großen USB-Stick und ein solcher sollte doch für Don Alonso durch­aus bereit­ge­stellt werden können, oder?

Kurzum, hier scheint ein Vorwand vor­zu­lie­gen, um aus irgend­ei­nem Grund einen unbe­que­men Jour­na­lis­ten los­zu­wer­den. Um dies und die Scha­den­freude zu ver­ste­hen, die nun über ihm zusam­men­schlägt, muss man nur mal ver­su­chen, den Stand­punkt ein­zu­neh­men, von dem aus „Don Alonso“ seine Texte schreibt.

Fest im Stand­punkt, aber fle­xi­bel im Geiste, ein Bohe­mien vom Tegern­see, mit einem Fuß immer in Ober­ita­lien, mit dem anderen in baye­ri­schem Wohn­ei­gen­tum der bestän­di­gen Art, ein der Urba­ni­tät Ent­zo­ge­ner, der es sich leisten kann, über die hek­ti­sche Urba­ni­tät seiner Lands­leute so zu berich­ten, als schaue er einer Fliege dabei zu, wie sie immer wieder ver­sucht, mit Anlauf durch die­selbe Scheibe zu kommen, hinter welcher er gemüt­lich und mit einem guten Glas Wein in der Hand über den Wert von Kunst oder die Qua­li­tät eines 50 Jahre alten ita­lie­ni­schen Renn­rads sin­niert, um sich langsam aber unauf­hör­lich dem eigent­li­chen Gegen­stand seiner Betrach­tung zu nähern. Dabei bietet er kaum einen Angriffs­punkt, da seine Inter­es­sen eher den Klas­si­kern in Kunst und Kultur gelten, als den Ver­lo­ckun­gen der indus­tri­ell über­steu­er­ten Shop­ping-Elite im Hoch­glanz-SUV – der Don fährt Fahr­rä­der, alte Fahr­rä­der.

Er ver­kör­pert in seiner Blogger-Rolle somit alles, was gewisse links-grüne Kreise abgrund­tief hassen: die Kom­bi­na­tion aus bour­geoi­ser Gelas­sen­heit, die sich aus mate­ri­el­ler Sicher­heit und fun­dier­ter Bildung speist, gepaart mit öko­lo­gi­schem Prag­ma­tis­mus, der ganz ohne Ideo­lo­gi­sche Über­hö­hung und bren­nende Bar­ri­ka­den aus­kommt. Da schrieb ein Mensch, der sich aus jeder Abhän­gig­keit staat­li­cher Seg­nun­gen erfolg­reich befreite und diese Frei­heit, die auch die Frei­heit ist, sich gewählt und unprä­ten­tiös aus­zu­drü­cken, öffent­lich zur Schau stellte. Für Men­schen, die ihren Neid nicht unter Kon­trolle haben und glauben, in einer per­fek­ten Gesell­schaft müsse der Staat als Rasen­mä­her über alle und alles hin­weg­rol­len, um ein Höchst­maß an Gleich­heit unter den Gras­hal­men zu errei­chen – für solche Men­schen ist Don Alonso offen­bar ein Feind, dessen Abschal­tung man nun unge­niert feiert.

Bei Twitter ent­wi­ckelte sich dar­auf­hin ein veri­ta­bler Shit­s­torm, es wurde „ent­folgt“ und mit Abo-Kün­di­gung gedroht. Es ist tat­säch­lich anzu­neh­men, dass diese Ent­schei­dung der FAZ einiges an Lesern kosten wird. Ande­rer­seits waren nun endlich auch mal die Stimmen zu ver­neh­men, die sich nie in den Kom­men­ta­ren der Blogs fanden. Tenor: „Ein Nazi und Hate-Speech-Ver­brei­ter weniger“. Ich ver­suchte dar­auf­hin, anhand einiger der letzten Blog­texte fest­zu­stel­len, woran solche Anwürfe fest­zu­ma­chen seien, konnte aber auch beim schlech­tes­ten Willen keine einzige For­mu­lie­rung oder auch nur einen Anflug von Hass finden. Es sei denn, elo­quente Nicht­ach­tung ist jetzt auch schon ins Hass­la­ger hin­über­de­fi­niert worden. Wenn nun aber bereits die Texte von Don Alp­honso unter Nazi­ver­dacht geraten können, hat das Wort „Nazi“ trau­ri­ger­weise über­haupt keine Bedeu­tung mehr. „Nazi“ ist dann ein Haus am Tegern­see oder ein 200 Jahre alter Bil­der­rah­men, „Nazi“ ist dann ebenso, wenn man lieber mit dem Rad durch die Hügel über Mantua als durch das Mul­ti­kulti von Kreuz­berg bei Nacht radelt.

Du bist, was du liest

Fragt sich nur – und soviel Spe­ku­la­tion erlaube ich mir – wem die Blogs Don Alp­hon­sos ein der­ar­ti­ger Dorn im Auge waren, dass man sich zu solchen radi­ka­len Schrit­ten ver­an­lasst sieht. Das schritt­weise „Out­sour­cing“ kon­ser­va­ti­ver Stimmen darf in den deut­schen Leit­me­dien als beinahe abge­schlos­sen gelten. Selbst gele­gent­li­che Op-Eds, wie sie früher selbst in SZ und TAZ häufig anzu­tref­fen waren, werden immer sel­te­ner. Es ist deshalb wohl nur eine Frage der Zeit, bis auch Fleisch­hauer beim Spiegel abge­schal­tet wird. Bereits heute ist es mir zur Routine gewor­den, Mel­dun­gen der deut­schen Medi­en­land­schaft mit dem abzu­glei­chen, was das „West­fern­sehn“ – also Schwei­zer Medien – dazu berich­tet. Die fast durch die Bank ins boden­lose fal­len­den Auf­la­gen der deut­schen Print­me­dien sorgen für lange Gesich­ter in den Chef­re­dak­tio­nen und Büros der Her­aus­ge­ber. Man kann sich das schein­bar nicht erklä­ren, obwohl mitt­ler­weile fast alle Häuser an der­sel­ben, schönen, rund­ge­feil­ten „Wahr­heit“ stri­cken. Neid­voll schaut man auf die Gold­pa­läste der GEZ-ali­men­tier­ten öffent­lich-recht­li­chen Medien, bei denen Reich­weite und Auflage nicht über Wohl und Wehe ent­schei­den. Dort möchte man hin, dort fließen medial Milch und Honig, dort hat man sich voll­stän­dig vom Kon­su­men­ten eman­zi­piert, der über eine Zwangs­um­lage dennoch zahlt. Fast unbe­merkt von der Öffent­lich­keit sind deshalb in den letzten Jahren Kon­strukte wie der „Recher­che­ver­bund“ ent­stan­den. In diesem arbei­ten zum Bei­spiel NDR, WDR und Süd­deut­sche Zeitung zusam­men und es braucht nicht allzu viel Phan­ta­sie sich vor­zu­stel­len, von wo nach wo dort Geld fließt. Dabei bezweifle ich nicht einmal, dass sich auf diese Weise kom­pe­tente Teams bilden können. Die Abhän­gig­keit jedoch, in die sich private Verlage auf diese Weise vom staat­lich orga­ni­sier­ten Gebüh­ren­sys­tem begeben, macht mir Angst. Wes‘ Brot ich ess, des Lied ich sing‘ wusste schon der Min­ne­sän­ger Oswald von Wol­ken­stein. Don Alp­honso könnte sich für eine der­ar­tige Koope­ra­tion als ein kon­ser­va­ti­ver Balken erwie­sen haben, der quer im Wasser lag. Wir werden sehen, wie unge­hin­dert das Wasser für die FAZ zukünf­tig fließt.

Am Tag nach seinem Raus­wurf per Twitter schrieb Don Alp­honso: „Macht euch um mich keine Sorgen. Echt. Aber hört bitte mit dem Shit­s­torm gegen die FAZ auf, das bringt nie­man­dem etwas, und es waren meine wirk­lich guten 9 Jahre dort. Die sollen nicht mit sowas enden.“ – klar, dass solche Rede, die nicht zur totalen Ver­nich­tung und auf die Bar­ri­kade ruft, auch „voll Nazi“ ist. Wir werden jeden­falls noch vom „Don“ hören. Sowohl aus Mantua, als auch aus Kreuz­berg.

34 Kommentare

  1. Die Abschal­tung von Don Alphonso’s Blog hat sicher­lich auch damit zu tun, dass den Ver­ant­wort­li­chen des zum linken Hetz­me­dium ver­kom­me­nen Blattes sein großer Erfolg uner­träg­lich gewor­den ist.

    Ich habe mir heute mal die 9 unter „Blog” genann­ten Autoren mit ihren letzten Bei­trä­gen und die Reso­nanz erkenn­bar an den ‚Leser­mei­nun­gen’ ange­se­hen. Hier das Ergeb­nis:
    1. „Flüs­si­ges Brot allein ist auch keine Lösung”
    10. März 2018 von Uwe Ebbing­haus | 0 Leser­mei­nun­gen
    2. „Sex in der frühen Bun­des­re­pu­blik: „his­to­ri­sche Sit­ten­bil­der“”
    10. März 2018 von Hans Ulrich Gum­brecht [hier gibt es keine Mög­lich­keit zum kom­men­tie­ren]
    3. „29. Lesung: Wer ist Gesine Cress­pahl?”
    10. März 2018 von Birte Förster | 0 Leser­mei­nun­gen
    4. „Sofort mehr im Kopf”
    9. März 2018 von Stefan Löffler | 0 Leser­mei­nun­gen
    5. „Wohnen müssen ja alle”
    9. März 2018 von Kor­ne­lius Friz | 0 Leser­mei­nun­gen
    6. „Kopf­tuch­ver­bot auf der Rich­ter­bank”
    8. März 2018 von Corinna Budras und Con­stan­tin van Lijnden | 1 Leser­mei­nung
    [Diese eine Leser­mei­nung ist lustig ent­lar­vend und lautet: „Was soll man darauf ant­wor­ten? Der Artikel hat mit der Über­schrift nichts zu tun.”]
    7. „Das Mädchen mit der Ess­stö­rung”
    7. März 2018 von Andreas Platt­haus | 0 Leser­mei­nun­gen
    8. „Was Öko­no­men gegen Grippe emp­feh­len”
    6. März 2018 von Johan­nes Pen­ne­kamp | 2 Leser­mei­nun­gen
    9. „Feine Leute, von denen man viel erzählt”
    6. März 2018 von Don Alp­honso | 1.292 Leser­mei­nun­gen

    Wir sehen also 8 Main­stream-kor­rekte Blogger mit ins­ge­samt 3 Reak­tio­nen (‚Leser­mei­nun­gen’) und daneben Don Alp­honso mit 1.292 Leser­mei­nun­gen. Selbst unter Berück­sich­ti­gung der Tat­sa­che, dass Don Alp­honso derzeit natür­lich viele Sym­pa­thie­be­kun­dun­gen bekommt, ich habe in den letzten Jahren bei ihm immer zwi­schen 500 und 1.000 Leser­mei­nun­gen gesehen.

    Und nun stelle man sich die Ver­ant­wort­li­chen der FAZ vor, wie sie all­wö­chent­lich diese Zugriffs­zah­len auf dem ‚Blog’ zur Kennt­nis nehmen müssen. Eine solche Quoten-Sta­tis­tik (‚Leser­mei­nun­gen’ spie­geln relativ die all­ge­mei­nen Zugriffs­zah­len auf den jewei­li­gen Artikel wieder) ist wie die Faust ins Gesicht. Da sie ler­n­un­wil­lig sind, mussten sie ihr ver­lo­ge­nes Kon­strukt zer­stö­ren.
    Wie ver­rot­tet ein System ist, das einen Erfolgs­au­tor Don Alp­honso abschal­tet, kann man erahnen.

    23
    • Die Macht der Ideo­lo­gie. Youtube baut sich ja auch frei­wil­lig zurück. Face­book und Twitter sowieso. Ideo­lo­gie hebelt die nor­ma­len Markt­ge­setze aus.

      Sehr kon­train­tui­tiv ist ja auch die Ehr­lich­keit im Inter­net­zeit­al­ter. Je ein­fa­cher wir die Lügen der Medien auf­de­cken können und je öfter sie über­führt werden, desto dreis­ter lügen die. Da wäre man ja auch nicht direkt drauf­ge­kom­men. Die Macht der Ideo­lo­gie.

      • Das Impe­rium (bisher füh­rende Medien und die Spitzen der Politik) hat die exis­ten­zi­elle Gefahr durch Face­book, Twitter und Co. erkannt. Deshalb wird nun zuneh­mend eine gesetz­li­che Zensur ein­ge­führt, um die eigene Macht­po­si­tion abzu­si­chern.

  2. Lieber Herr Letsch,

    mit grosser Besorg­nis muss ich sehen,Ihr Blog leidet nun an „TDV”.Das ist eine uner­freu­li­che para­si­täre Infek­tion.
    So etwas springt leicht von einem waid­wund geschos­se­nen Platz­hirsch auf einen ver­gleich­bar saf­ti­gen neuen Wirt
    über.
    Seien Sie auf der Hut.

    5
    1
    • Die Infek­tion machte sich bei mir durch Erbre­chen bemerk­bar, weshalb sich nun aus­rei­chend Anti­kör­per gebil­det haben. Sein anti­se­mi­ti­sche Geblub­ber, dass ich hier nicht mehr auf die Welt los­ge­las­sen habe, sorgte letzt­lich für seinen Aus­schluss. Trau schau wem, wie man sagt. 😉

  3. Die Lehren des Don Alp­hon­sos. Eine andere Wirk­lich­keit.

    Poli­tisch Korrekt. Schon das Wort an sich ist Eti­ket­ten­schwin­del. Der Deck­man­tel wird zum Alibi. Der Betrug zum Mittel. Und der Zweck heiligt die Mittel.

    Selbst­stän­di­ges Denken ist den Mäch­ti­gen an sich schon zu gefähr­lich gewor­den. Mediale Gleich­schal­tung. Poli­ti­sche Gleich­schal­tung. Das Niveau muss aus Sicht der Mäch­ti­gen abge­senkt werden. So weit, dass selbst die gröbste Dumm­heit als poli­ti­sche Weis­heit ver­kauft werden kann.

    Wer es wagt oder ver­sucht, hier noch einen Rest an Dif­fe­ren­ziert­heit zu wagen oder anzu­mah­nen, wird aus allen Rohren beschos­sen. Selbst in pri­va­ter Runde ver­stum­men schon die Stimmen, wenn jemand es wagt, an der poli­ti­schen Macht in diesem Land Kritik zu üben. Mir sind schon (wieder) weit in diesem Land.

    Schwarz, Rot, Gold ist bald ohne wert. Noch 23 Tage Don Alp­hon­sos Stützen und Deux – dann ist Zeit los­zu­las­sen. Nur eines zum Schluss. Was bisher in Deutsch­land (und auch anderen Ländern) pas­sierte wird nicht der letzte Schritt sein. Niemand wird sich dem ent­zie­hen können. Ausser man lebt auf einer sehr abge­le­ge­nen Insel.

    Man darf nie ver­ges­sen: Angst ist das beste Herr­schafts­in­stru­ment.
    Und Angst geht um, auf diesem kleinen Pla­ne­ten.

    14
    2
  4. ganz einfach, Nazi ist alles, was nicht ins Endziel der Grünen/Linken, nämlich ein glo­ba­les Nord­ko­rea, passt

    12
    2
  5. Der veri­ta­blen Ver­schwö­rungs­theo­rie, die FAZ schiele auf eine Koope­ra­tion mit den öffent­lich-recht­li­chen Sendern (statt, wie bisher, sich durch die Anzei­gen des Kapi­tals zu finan­zie­ren), wider­spricht der Blogger selbst: „Manch­mal klappt der Über­gang, manch­mal klappt er nicht, das hat nichts mit Links oder Rechts oder Sym­pa­thie zu tun, sondern einfach mit der Frage der Führung und der Ziele. Es reicht in einem der­ar­ti­gen Umfeld schon aus, wenn in der Lei­tungs­ebene keiner mehr ist, der sich expli­zit dafür stark macht und es auf seine Kappe nimmt: Dann ist es halt vorbei.” (https://​rebell​markt​.blogger​.de/​s​t​o​r​i​e​s​/​2​6​7​8​8​43/)
    Im selben Beitrag drohte die „Kom­bi­na­tion aus bour­geoi­ser Gelas­sen­heit, (…), gepaart mit öko­lo­gi­schem Prag­ma­tis­mus”, der „Mensch, der sich aus jeder Abhän­gig­keit staat­li­cher Seg­nun­gen erfolg­reich befreite”, der „kon­ser­va­tive Balken (…), der quer im Wasser lag”, oder, wie ich ihn nennen möchte, der Lang­wei­ler mit der Macke für Räder und Torten, übri­gens damit, es gehe „irgendwo weiter”. Was die ganze Auf­re­gung ebenso lächer­lich macht wie die Texte von Herrn Meyer.

    1
    17
    • Danke für den Link.
      Im Übrigen habe ich deut­lich gemacht, dass meine Inter­pre­ta­tion ein nur meine eigene und Spe­ku­la­tion ist. Machen Sie nicht gleich eine Ver­schwö­rungs­theo­rie daraus, das ist albern. Meyers Schil­de­rung beinhal­tet auch keine neuen Infos über die Inten­tio­nen der Abschal­tung. Er spe­ku­liert gleich mal gar nicht. Ihr Urteil über die Qua­li­tät seiner Text bleibt Ihnen unbe­nom­men.

      12
      1
    • Ich wage zu bezwei­feln, dass die Anzei­gen noch viel Gewinn abwer­fen. Das ist ver­mu­tich der Grund für den Nie­der­gang des Jour­na­lis­mus. Die junge Genera­tion ist nicht mehr so wer­be­wirk­sam wie die Vor­gän­ger­ge­nera­tion. Die wer­be­wirk­same Alters­gruppe schrumpft auf Teen­ager bis Mitt­zwan­zi­ger und hat nicht mehr die gleiche Wirkung. Es gibt eine Anzei­gen­ge­wöh­nung plus tech­ni­scher Ad-Blocker für den Browser. Auch die Fern­seh­wer­bung hat von Jahr zu Jahr weniger Wirkung. Die FAZ rettet sich teil­weise mit Pay­walls, aber das wird nicht reichen. Das sie nach Inves­to­ren oder staat­li­chen Sub­ven­tio­nen, ver­deckt oder offen, suchen ist nun wirk­lich keine Ver­schwö­rungs­theo­rie. Man sieht das bei Medien welt­weit. Und die Inves­to­ren sowie die Spit­zen­po­li­ti­ker sind schon auch ein sozia­les Milieu, dessen Ideo­lo­gie man bespie­len will.

      10
      • Hallo…
        Die junge Genera­tion nicht mehr so wer­be­wirk­sam?
        Ich nehme an, Sie meinen „nicht mehr so „wer­bungs­an­fäl­lig“ und damit
        könnten Sie recht haben. Bei jeder Seuche fängt das Immun­sys­tem
        langsam, aber sicher, an zu reagie­ren.

    • Nun, Herr „Thomas ex Gotha”,
      ich ant­worte ja nun nicht gerne auf Bei­träge anony­mer Zeit­ge­nos­sen. Ihr Kom­men­tar reizt mich denn dann doch, Ihnen zu wider­spre­chen.
      Ich habe die Bei­träge Herrn Meyers sehr gerne und mit Genuss und Gewinn gelesen, auch wenn ich manchen Ein­stel­lun­gen kri­tisch begegne. Ich habe die beiden Blogs als „Leucht­türme” im Meer der m.M.n. „Ein­heits­suppe” der Medien (heuer auch zutref­fend als „Lücken­presse” bezeich­net) emp­fun­den. Auch manche Leser­kom­men­tare offen­bar­ten mir Zeit­ge­nos­sen, die nach­denk­lich und teil­weise unsi­cher sich tiefe Gedan­ken um unser Hier-und-Jetzt und die Zukunft unserer Kinder machen . Das treibt mich als Vater nämlich auch um.
      Es ist Ihr gutes Recht, die Bei­träge unqua­li­fi­ziert „lächer­lich” zu finden und den Autor als „Lang­wei­ler mit der Macke für Räder und Torten”.
      Mich rührt beides an und ich mag Ihnen das auch begrün­den: Als Kind habe ich die selbst­ge­ba­cke­nen Kuchen und Torten meiner Groß­mutter schät­zen gelernt und von ihr ver­sucht, mög­lichst alle Rezepte zu erfah­ren. Das ist in Ihren Augen viel­leicht lächer­lich, aber ich finde, mit der Auswahl und dem Aner­bie­ten von Köst­lich­kei­ten erweist man seinen Mit­men­schen Achtung. Es ging und geht darum, sich und anderen Freude zu berei­ten und ist im Übrigen Ausweis von Geschmack und Lebens­art – beides Tugen­den, welche ver­lo­ren gegan­gen zu sein schei­nen.
      Dazu gehören m.E. auch die Nippes-Figuren des Don, die im sicher weniger meinem Geschmack ent­spre­chen.
      Fahr­rä­der: Ich habe als Jugend­li­cher und später gerne und mit Stolz Fahr­rä­der selbst gebaut bzw. restau­riert. Herr Meyer hat mir jetzt dazu einen ange­neh­men Rahmen geboten und ich habe mich ent­schlos­sen, einen Old­ti­mer wieder fit zu machen.
      Im Übrigen halte ich mich an Evelyn Bea­trice Hall: „Ich ver­achte Ihre Meinung, aber ich gäbe mein Leben dafür, dass Sie sie sagen dürfen.”
      Viel­leicht denken Sie mal darüber nach, wie Sie sich fühlten, wenn Sie zum Schwei­gen gebracht werden sollten.
      Zum Schluss: Es ist das gute Recht der FAZ, Autoren zu beschäf­ti­gen oder zu ent­las­sen, die in ihr „Welt­bild” passen. Aber: Es ist (noch) mein gutes Recht, aus­zu­wäh­len, was ich kaufe und lese.

      16
  6. Sie ver­ste­hen die Ver­bin­dung zwi­schen dem „Platz schaf­fen für Neues“, und dem „Nazi Gekeife“ anschei­nend nicht.
    Don beschreibt in seine Texten Rea­li­tät mit seinen Worten, und seinen Werten, die einem Leser das selber Denken ermög­li­chen und wege seiner Wei­ge­rung zu zen­sie­ren auch erlau­ben.
    Eine Zeitung am Abgrund, wie die FAZ, die sich gern als kon­ser­va­tiv ver­kauft, aber seit sehr, sehr vielen Jahren nichts anderes als ein wei­te­res Mit­glied der Lügen– und Lücken­presse ist, kann von den stets weniger wer­den­den die selber denken nicht leben.
    Auch wenn es die sich für beson­ders schlau Hal­ten­den nicht bemer­ken können, die Trenn­li­nie in der Politik ver­läuft auch auf dem Medi­en­markt schon längst nicht mehr zwi­schen links und rechts, sondern zwi­schen dem pri­mi­ti­ven Mit­tel­mass der Poli­tisch Kor­rek­ten, das Schrei­ber­linge wie sie pein­li­cher­weise für links/grün halten, und der Trump Frak­tion, die der Wahr­heit und den Fakten jeg­li­che Bedeu­tung abstrei­tet, wie das die Reak­tio­näre aller Zeiten immer schon getan haben.
    Das kleine Häuf­lein der selber Den­ken­den ist derzeit kein Markt­seg­ment mehr um das es sich lohnen würde zu strei­ten, es ist so eine Art Kurio­si­tät, wie die Pferde Wagen beim Einzug des Okto­ber­fes­tes, die Bier­fäs­ser trans­por­tie­ren obwohl das Bier längst nur mehr aus Con­tai­nern über Pipe­lines in die Mass­krüge kommt.

    DESHALB trennt sich die FAZ wohl vom mit gewal­ti­gem Abstand erfolg­reichs­ten Blogger des Landes.
    Man ist fort­schritt­lich bei der FAZ und will mit Ver­al­te­tem, wie dem Denken nichts zu tun haben. Selbst der Anschein des Denkens schadet nur dem Ruf… bei der hof­fent­lich künftig zah­len­den Kund­schaft….

    5
    4
    • Mit Ihrer Defi­ni­tion der Trenn­li­nie bin ich durch­aus ein­ver­stan­den, auch wenn ich ein­wen­den möchte, dass das pri­mi­tive Mit­tel­maß der Poli­tisch Kor­rek­ten eben genau jenen Zielen hin­ter­her­läuft und genau die Mittel ein­setzt, die man all­ge­mein in linken oder grünen Utopias findet – selber denken: uner­wünscht. Das dazu nötige „Terra-Forming” der mensch­li­chen Gesell­schaft, das Schaf­fen von bes­se­ren, wil­li­ge­ren Men­schen, die aus­ge­ge­bene Ziele nicht in Frage stellen und ihren Indi­vi­dua­lis­mus zuguns­ten einer grö­ße­ren Meta-Idee auf­ge­ben, kommt in allen Werken linker Vor­den­ker und Ideo­lo­gen vor, auf die man sich in solchen Kreisen immer wieder bezieht. Wider­setzt sich einer wie „Don” dieser „Arbeit hin zur bes­se­ren Gesell­schaft”, wird er als kon­ser­va­tiv emp­fun­den, aber nicht im Wort­sinn, als Bewah­rer, in diesem Fall des Indi­vi­dua­lis­mus, sondern als krampf­haft am Alten klebend und dem Neuen ableh­nen gegen­über­ste­hend.
      Ihr Bild mit dem Bier­wa­gen ist übri­gens sehr tref­fend: ein „Poli­tisch Kor­rek­ter” würde die Pfer­de­kut­sche abschaf­fen mit dem Hinweis auf die Fein­staub­be­las­tung durch Pfer­de­mist. Ein prag­ma­ti­scher Kon­ser­va­ti­ver würde zwar erken­nen, dass das Bier zwar ohnehin und besser aus der Pipe­line kommt, aber diesen einen Wagen, der die „ersten Fässer” bringt, den würde er hegen und pflegen.

      13
      • Sehen sie, genau das ist der Denk­feh­ler. Poli­tisch Kor­rek­tes gibt es bei genaue­rem Hin­se­hen eben­so­viel bei rechten Spies­sern, wie bei Linken.
        Dumm­heit ist nicht an Par­teien oder Ideo­lo­gien gebun­den.

        Ich per­sön­lich glaube ja, dass es kei­nes­wegs Don Alp­hon­sos Texte waren die ihn in den Chef­eta­gen unbe­liebt gemacht haben, was ja ohne­dies nur nach Schirr­ma­chers zu frühem, trau­ri­gen Abgang möglich war…

        Die banalen Wahr­hei­ten die er zur Flücht­lings­frage bereits ganz zu Anfang geschrie­ben hat, deckten sich ja zB mit den Worten Wagen­knechts. Es waren dann die Pri­mi­tiv­linge der Rechten, der BILD und Stamm­tisch Frak­tion, die mit ihren abgrund­blö­den Kom­men­ta­ren die tat­säch­lich Kon­ser­va­ti­ven Kom­men­ta­to­ren bald aus demn beiden Foren nach und nach ver­trie­ben hatten.

        Und „das Schaf­fen von bes­se­ren, wil­li­ge­ren Men­schen, die aus­ge­ge­bene Ziele nicht in Frage stellen und ihren Indi­vi­dua­lis­mus zuguns­ten einer grö­ße­ren Meta-Idee auf­ge­ben” finden sie genauso gut in rechten Ideo­lo­gien, wie in linken… Die Tren­nung die sie sich ein­re­den, ist albern, ober­fläch­lich und exis­tiert in der Form einfach nicht.

        Das sieht zB auch dan diesem wirk­lich arg däm­li­chen Satz: „…ein “Poli­tisch Kor­rek­ter” würde die Pfer­de­kut­sche abschaf­fen mit dem Hinweis auf die Fein­staub­be­las­tung durch Pfer­de­mist”. Keiner (der mir ver­hass­ten) poli­tisch Kor­rek­ten würde solchen Unsinn denken. Pfer­de­mist stärkt das Immun­sys­tem, würde der völlig zutref­fend sagen, aber sich halb tot lachen über den Ernst, mit dem rechte Spies­ser meinen, das erste Fass Bier sei ein zu pfle­gen­des Kul­tur­gut, ang­sichts der all­abend­li­chen Bier­lei­chen an den Hängen der Bavaria und den voll­kge­kotz­ten Tor­ein­gän­gen der Anwoh­ner.

        Und im Unter­schied zum Pfer­de­mist ver­ur­sa­chen zu viele Autos nun mal tat­säch­lich zu vielen Fein­staub, der eine unnötig grosse Zahl Men­schen tötet, die weiter leben könnten, wenn sich Kon­zerne an die Gesetze halten würden. Bzw wenn deren Vor­stände, die die Kunden betrü­gen, die Strafen aus ihren eigenen Taschen bezah­len müssten, statt aus der Steu­er­kasse .… poli­tisch korrekt oder nicht.

        Ich habe als links­ra­di­ka­ler Anar­chist viele Jahre in Dons Blog mit ihm und anderen kon­ser­va­ti­ven Foris­ten dis­ku­tiert, seine Texte deu­te­ten stets so vieles mehr nur an, dass man immer einen Bezug zur Tages­po­li­tik fand, bzw zur letzten Sau die gerade durchs Dorf getrie­ben wird, und auf eine Art und Weise besprach, die man sonst nir­gends in der Medi­en­land­schaft mehr findet.

        4
        10
        • Trock­nen­der Pfer­de­mist, soviel nur neben­bei zur Fein­staub­de­batte, sorgte in ame­ri­ka­ni­schen Groß­städ­ten am ende des 19. Jahr­hun­derts für sehr viel schlech­tere Luft, als es der dann begin­nende Auto­ver­kehr je geschafft hätte. Dass Pfer­de­mist das Immun­sys­tem stärke, möchte ich in Anleh­nung an Ihre Wort­wahl deshalb auch mal als däm­li­che Aussage bezeich­nen. Die New Yorker emp­fan­den das Auto auch in dieser Hin­sicht als Segen. Das Groß an Fein­staub wird heute in den Städten nicht durch Diesel oder Benzin, sondern durch Brems­ab­rieb ver­ur­sacht. Tech­ni­sche Lösun­gen zu dessen Rück­hal­tung gibt es, doch niemand redet darüber. Aber wir schwei­fen ab…es geht ja um Dons Abschal­tung, die Sie ja offen­bar genauso bekla­gen und ver­ur­tei­len, wie ich. Auf diesen Punkt kann ich mich mit einem links­ra­di­ka­len Anar­chis­ten einigen.

          11
        • Das Fein­staub­pro­blem ist nicht DAS Problem der Autos, sondern vieler Ursa­chen, die früher (noch vor 50 Jahren) wesent­lich dra­ma­ti­scher waren. Wie haben die Städter damals den Fein­staub aus Tau­sen­den von Schorn­stei­nen überr­lebt?
          Aber viel­leicht ist es ja auch gar kein Problem sondern wurde dazu gemacht, um die Ideo­lo­gie der auto­freien Innen­stadt vor­an­zu­brin­gen.

  7. Das klingt leider nicht nach guten Aus­sich­ten für die FAZ, denn nichts geschieht ohne Grund. Man wird genau beob­ach­ten müssen, wohin die weitere Reise dieses Blattes nun geht.
    Um den Don mache ich mir keine Sorgen. Die Zeiten, in denen man einen kri­ti­schen Geist einfach zum Schwei­gen bringen konnte, sind glück­li­cher­weise vorbei. Wenn er will (und ich hoffe sehr, dass er will), hat er schon in Kürze einen eigenen Blog. Oder er ver­öf­fent­licht zukünf­tig bei der Achse oder bei Tichy. Man wird sehen..

  8. Eine wun­der­schöne Euloge. Traurig, dass Don von uns gegan­gen ist.

    Oh, halt, Moment, er ist nicht tot! Mein Fehler. Aber irgend­et­was stirbt gerade.

    Roland Tichy, Bettina Röhl, Kai Diek­mann, Mat­thias Matussek…es sind viele pro­mi­nente Jour­na­lis­ten in den letzten Jahren in der Ver­sen­kung ver­schwun­den und immer wurden sie von links ersetzt.

    ARD Chefin Karola Wille hat eine knall­harte Ver­gan­gen­heit als Dik­ta­tur­stütze in der DDR. Die ist eine 100%ige und keiner redet drüber.

    Peter Hahne irr­lich­tert im Nacht­pro­gramm und hat sich inner­lich von den großen Debat­ten eh ver­ab­schie­det. Broder darf als letzter Kon­ser­va­ti­ver (der sich selbst als links sieht) bei N24 und Welt Kurz­auf­tritte und Kolum­nen absol­vie­ren. Alice Schwar­zer lässt man nur noch ungern vor die Kamera und dann nur noch bei Con­chita-Wurscht-Tratsch. Pro­sti­tu­tion? Keine Rede­zeit dafür. Tichy hockt ab und an beim Pres­se­club mit Fuchs und Hase.

    Kon­ser­va­tive machen sich auch was vor, wenn sie meinen, dass der Strei­sand­ef­fekt zuschlägt und Zensur eh nicht wirke. Zensur wirkt blen­dend (Terror, Folter, Mauern und die Todes­strafe sind auch so Sachen, die doch funk­tio­nie­ren). Deut­sche würden nicht bei jeder ein­zel­nen US-Prä­si­dent­schafts­wahl den linken Kan­di­da­ten zu kuba­ni­schen Traum­zah­len von über 95% wählen, wenn Zensur/Einseitigkeit nicht funk­tio­nie­ren würde. Die funzt gaaaaaa­anz prima.

    Now, I had my rant.

    12
  9. Libe­rale Denk­wei­sen, unab­hän­gi­ger Intel­lekt, feine Ironie usw., hat alles in deolo­gisch fest­ge­fah­re­nen Gesell­schaf­ten keinen Platz, werden suk­zes­sive zurück gedrängt. Viele kri­ti­sche Bür­ger­li­che machen sich Illu­sio­nen bezüg­lich der Zukunft nur weil es Beruf­lich noch gut läuft. Das ist mir schon bei Tichys Ein­blick auf­ge­fal­len, das die Autoren sich wun­der­ten, das die Antifa auch gut­bür­ger­li­che Kri­ti­ker phy­sisch an geht, die Presse diese als „Rechts­ex­trem” dif­fa­miert, wenn sie mal ein Schild­chen „Merkel muss Weg” in die Höhe halten, das den Orga­ni­sa­to­ren die Reifen zer­sto­chen und die Schei­ben ein­ge­wor­fen werden mit dem Hinweis, das könnte auch ein Moli werden. Selbst die bür­ger­li­chen Kri­ti­ker der eta­blier­ten Par­teien leben in ihrer eigenen Wirk­lich­keit, wo sie sich nach wie vor Sicher fühlen, daran glau­bend, das werde schon alles wieder.

    Das Deutsch­land den Kampf um eine frei­heit­li­che Gesell­schaft schon ver­lo­ren hat, ist mir durch Sar­ra­zin klar gewor­den. Ein Bür­ger­tum, das dem pol­ti­schen Estab­lish­ment solch exem­pla­ri­sche gesell­schaft­li­che Exe­ku­tion einer der ihren durch gehen lässt, zwi­schen Buckeln und hämi­schen Nach­ru­fen schwan­kend, das ist schlicht­weg unfähig die plu­ra­lis­ti­sche, demo­kra­ti­sche Grund­ord­nung weiter zu ver­tei­di­gen, längst dem Pater­na­lis­mus erlegen oder in der Kar­riere ver­fan­gen. Die wenigen, die gegen den Strom schwim­men werden nun langsam unter Wasser gedrückt. Das ist alles. Aus meiner Sicht hat das Deut­sche Bür­ger­tum (mal wieder) total versagt.

    19
  10. Ne, echt ey, wie kann man nur auf die Idee kommen, dass es in diesem Land, wo wir gerne und sicher leben, sowas wie ne Gleich­schal­tung in den Medien geben soll…?
    Ist doch voll Ver­schwö­rung, so a la Trumpist, nein eher doch schon Puti­nist!

  11. Die Abschal­tung Don Alp­hon­sos kor­re­spon­diert mit der gedämpf­ten Trend-Ver­schie­bung der FAZ in Rich­tung Gen­de­ris­mus­sym­pa­thie, Israel­kri­tik und „Hessenhitler”-Etikett für ex-MP Roland Koch.

    14
  12. Lieber Roger,

    Frank Schirr­ma­cher ist nun bald vier Jahre tot – damit sind wohl irgend­wel­che Scham­fris­ten end­gül­tig abge­lau­fen. Jetzt wird Früh­jahrs­putz ver­an­stal­tet, denn der erhoffte wirt­schaft­li­che Erfolg, zu dem die durch zusätz­li­che „Schnell­boote” ange­lock­ten Neu­le­ser mit ihrem Deckungs­bei­trag ver­hel­fen sollten, ist für das „Schlacht­schiff” ( v.gd/73o1vy ) nicht ein­ge­tre­ten.

    Der mit­ge­schasste „Digital/Pausen”-Autor ist Schirr­ma­chers Dok­tor­va­ter…

    12
    • Blieb dem „bür­ger­li­chen Lager” von damals noch das Mittel der Bestechung, um miss­lie­bige Kon­tra­hen­ten vom Zündeln abzu­hal­ten, hat der heutige links­do­mi­nierte Main­stream einfach nichts anzu­bie­ten, was seine Prot­ago­nis­ten extrem dünn­häu­tig und ver­bies­tert macht. Zum Glück macht solche „poli­ti­sche Land­schafts­pflege” die Stimmen nur lauter, die man abschal­ten wollte.

      • So ist es! Das Inter­es­sante wird sein, zu sehen, wohin sich die Faz in den nächs­ten Monaten ent­wi­ckeln wird.
        So etwas geschieht nicht ohne Grund.

        3
        1
      • Warum werden die Medien immer linker, inkom­pe­ten­ter usw.?

        Unsere Medi­en­land­schaft, beson­ders die sog. Leit­me­dien, prä­fe­rie­ren junge Leute mitvei­ner soliden Links­ge­sin­nung. Vgl. dazu Jan Fleisch­hauer „Unter Linken” 
        Unter diesen jungen Leuten befin­det sich ein außer­or­dent­lich hoher Anteil von Stu­di­en­ab­bre­chern. Eine solide beruf­li­che Aus­bil­dung ver­misst man häufig ebenso. Als Anhän­ger des Leis­tungs­prin­zips würde mich das nicht weiter stören, wenn diese jungen Leute sich dann auch fach­lich ein­ar­bei­ten und fort­bil­den würden. Statt dessen findet man inzwi­schen nicht nur Gruppen-Inkom­pe­tenz in der ZEIT, z.B. beim Thema Block­chain, sondern auch im Han­dels­blatt, wo Redak­ti­ons­mit­ar­bei­ter und -mit­ar­bei­te­rin­nen noch nicht einmal die Grund­re­chen­ar­ten, den Drei­satz und die Pro­zent­rech­nung beherr­schen, von Plau­si­bi­li­täts­über­prü­fun­gen der eigenen Recher­chen ganz zu schwei­gen. 

        Damit kommen wir zum dritten Punkt: Die finan­zi­el­len Rah­men­be­din­gun­gen. Schon allein unter Kos­ten­ge­sichts­punk­ten ent­steht so ein Pre­ka­riat, dessen Erfah­run­gen in der eigenen Berufs­welt auto­ma­tisch die Grund­lage zur Beur­tei­lung von Wirt­schaft und Politik dar­stel­len.

        Nicht zuletzt mutie­ren die großen Pres­se­agen­tu­ren zu den eigent­li­chen Mei­nungs­ma­chern, indem Mel­dun­gen pro­du­ziert und in Umlauf gesetzt werden, die nur ein Ziel haben, nämlich Ent­rüs­tung zu pro­du­zie­ren. Bei­spiel: „Kran­ken­schwes­ter wegen eines Bröt­chens raus­ge­wor­fen!” Auf­grund der mas­sen­haf­ten Mul­ti­pli­ka­tion dieser ver­stüm­mel­ten Meldung ist es dann kaum noch möglich, den wahren Hin­ter­grund her­aus­zu­fin­den.

        Man sieht also: 
        Die sog. Qua­li­täts­presse hat sich selbst her­un­ter­ge­wirt­schaf­tet. Da viele junge Frauen wie Motten in den Medi­en­sek­tor streben und dies natür­lich deren Über­le­bens­druck in den Redak­tio­nen erhöht, könnte sich daraus eine weitere Me-Too-Welle ergeben. Einen kleinen Vor­ge­schmack dazu konnte man bereits in der 70-Jahre-Jubi­lä­ums­aus­gabe der ZEIT erleben.

    • Ich glaube nicht, daß unter Schirr­ma­cher hier irgend etwas anders ablau­fen würde. Durch bür­ger­lich-kon­ser­va­tive Ein­stel­lun­gen war der mit nicht auf­ge­fal­len, eher im Gegen­teil.

  13. Schade dass man Welt TAZ FAZ & Spiegel & Focus nur 1x kün­di­gen kann
    MFG SMAD

    20
  14. Lieber Roger, ich liebe Deine Aus­drucks­kunst, die auch schlechte Nach­rich­ten ver­dauen lässt. Das „Aus” hat System in einem Schland, das bunter werden soll und damit ist dann ein Stra­ßen­bild gemeint, das nur noch aus schwar­zen Säcken mit Seh­schlit­zen besteht. Im Feuil­le­ton zieht diese Bunt­heit kon­se­quen­ter­weise jetzt auch ein. Mich wundert nichts mehr!

    21

Comments are closed.