Betra­cht­en Sie die nach­fol­gen­den Zeilen bitte als Auf­forderung, mir zu wider­sprechen. Denn was Sie hier gle­ich lesen wer­den, wird Ihnen nicht gefall­en und auch mir gefällt es nicht. Sog­ar schreiben kann ich das nur mit Wider­willen. Von Zeit zu Zeit kann es aber ganz nüt­zlich sein, einen Schritt zurück zu treten und ein Prob­lem, das man offen­sichtlich jahre­lang verge­blich zu lösen ver­suchte, von einem anderen Stand­punkt aus zu betra­cht­en. Dieser andere Stand­punkt ist in diesem Fall nicht von Absicht­en und Zie­len deter­miniert, son­dern von Tat­sachen und sta­tis­tis­chen Über­legun­gen, die alle­samt in der Prax­is anschaubar existieren. Doch wie gesagt: gefall­en wird Ihnen das nicht und es gibt viele Men­schen, die einen schö­nen Traum der Wirk­lichkeit vorziehen und sich deshalb auch weit­er­hin weigern wer­den, aufzuwachen. Meine These: alle staatlich finanzierten Anstren­gun­gen zur Inte­gra­tion wer­den let­ztlich scheit­ern – und alle Beteiligten ahnen es bereits.

Es kommt nicht oft vor, dass eine Erken­nt­nis wie aus dem Nichts einem ger­adezu die Füße wegreißt, doch neulich hat­te ich einen solchen Moment. Für jeman­den, der wie ich dem Sarkas­mus zuneigt und es gewohnt ist, in eingeschla­ge­nen Wegen nach Stock und Stein zu suchen, ist es eigentlich wichtig, an die Men­schheit und deren prinzip­iellen Fortschritt zu glauben und es als irgend­wie aus­gemacht zu betra­cht­en, dass es trotz aller Torheit­en in let­zter Kon­se­quenz immer irgend­wie nach vorn geht, selb­st wenn schon ein ober­fläch­lich­er Blick in die Geschichte zeigt, dass es so ein­fach nicht ist. Die aktuelle Erken­nt­nis jedoch, von der ich nur hof­fen kann, dass sich in mein­er Betra­ch­tung darin ein mas­siv­er logis­ch­er Fehler eingeschlichen hat, lässt mich verzagen.

Eine verzweifelte Debatte

Der Islam und die Frage, ob er zu Deutsch­land gehöre, beschäftigt momen­tan das ganze Land. Abgeleit­et daraus auch die Debat­te um Kopf­tuch und Bur­ka. Da ich selb­st jede Art von Ver­schleierungszwang als patri­ar­chales Unter­drück­ungsin­stru­ment ablehne, müsste ich bei der Ver­bots­de­bat­te eigentlich klar eine geset­zliche Regelung unter­stützen. Für echte Vol­lver­schleierung lassen sich im All­t­ag, wo „Gesicht zeigen“ ange­sagt ist, auch leicht der­ar­tige Regelun­gen find­en und durch­set­zen. Ich fürchte nur, dass wir uns so sehr auf das Kopf­tuch als äußeres Sym­bol der Abgren­zung kaprizieren – was es mein­er Mei­n­ung nach natür­lich ist – dass wir ver­drän­gen, dass es nur ein Symp­tom ist und die weitaus fol­gen­re­ichere Ver­schleierung nicht auf dem Kopf, son­dern im Inneren der Köpfe stat­tfind­et. Enis­sa Amani zum Beispiel gilt als das, was man eigentlich als mod­ern, inte­gri­ert und „pro west­lich“ feiern kön­nte. Die Tochter iranis­ch­er Dis­si­den­ten, die vor Chome­nis Scher­gen nach Deutsch­land flo­hen, trägt wed­er ein Kopf­tuch, noch ist sie bish­er durch beson­deren Glauben­seifer aufgefallen.

Als sie jedoch am 9.4.2018 in der Sendung „Plas­berg“ jede Kri­tik am Islam mit einem Whataboutismus nieder­schrie, der aus dem Jahr 2001 zu kom­men schien, rieben sich die Zuschauer ver­wun­dert die Augen. So denkt sie? So kri­tik­los vertei­digt sie eine Reli­gion, mit deren extremeren Erschei­n­ungs­for­men sie auf­grund ihrer Lebensweise kaum in Kon­takt ste­ht, obgle­ich ihre Fam­i­lie vor eben diesen Extremen nach Deutsch­land getrieben wurde? War Amani nicht eigentlich ein Muster­beispiel für gelun­gene Inte­gra­tion? Sind Ober­fläch­lichkeit­en wie west­liche Klei­dung, Auftritte im deutschen Fernse­hen und ein abge­broch­enes Juras­tudi­um etwa kein aus­re­ichen­des Zeichen dafür, in unser­er Gesellschaft „angekom­men“ zu sein? Man staunt nicht schlecht, wenn im Fernsehstu­dio selb­st die Mus­li­ma neben Amani, die mit Kopf­tuch, dif­feren­ziert­ere Antworten zu geben im Stande ist, als die aufge­donnerte und unver­schleierte Com­e­dy-Tante. Kön­nen wir aus solchen Einzelfällen etwas für das Großpro­jekt deutsch­er Gründlichkeit namens „Inte­gra­tion“ ler­nen? Heißt „inte­gri­ert“ zu sein bere­its, kein Kopf­tuch zu tra­gen, während man unre­flek­tiert im geisti­gen Hin­ter­stübchen die Prinzip­i­en ein­er archais­chen Stammeskul­tur vertei­digt, wie Amani dies tut? Wie sind die Fortschritte dieses Großpro­jek­tes ohne Start und Ziel zu bew­erten und in welchem Ver­hält­nis ste­hen sie zu den Anstren­gun­gen, den Fehlschlä­gen und den Selbsttäuschungen?

Integration als linke Alibi-Veranstaltung

Während sich die „gesellschaftlichen Anstren­gun­gen“ zur Inte­gra­tion für Lib­erale und Kon­ser­v­a­tive let­ztlich als Selb­st­täuschung erweisen wird, sind sie für Linke und Grüne eigentlich ein Wider­spruch in sich. Denn wer die Ver­schieden­heit in allen Aspek­ten als „Wert an sich“ feiert, dem sollte der Zweck ein­er Inte­gra­tion, also das Anpassen von Ver­hal­tensweisen und Denkmustern an die Nor­men der Mehrheits­ge­sellschaft, als Wert­min­derung erscheinen und deshalb abzulehnen sein. Dem ste­ht aber die Tat­sache ent­ge­gen, dass sich beson­ders eher im linken Spek­trum behei­matete Men­schen in Bere­ichen umtun, die von der Inte­gra­tion als staatlich anerkan­nte Auf­gabe prof­i­tieren. Sozi­olo­gen, Sozialar­beit­er, Flüchtling­shelfer, Migra­tions­forsch­er, Integrationsbeauftragte…die Liste der Berufe, der Insti­tute und staatlich ali­men­tierten Ini­tia­tiv­en, von Vere­inen und den Min­is­te­rien nach­ge­ord­neten Organ­i­sa­tio­nen, die „Inte­gra­tion“ aktiv betreiben und ihre eigene Arbeit selb­st mit Lob und Bedeu­tung über­schüt­ten, ist lang. Während also die Inte­gra­tion von links betrom­melt und als „in progress“ dargestellt wird, bleibt sie wegen des ver­muteten Eigen­wertes der Inho­mogen­ität in Wirk­lichkeit zählbar aus.

Der kon­ser­v­a­tive Teil der Bevölkerung, der sich von der Inte­gra­tion eine Angle­ichung der Werte und Nor­men ver­spricht, täuscht sich deshalb über die Effek­tiv­ität der unter­nomme­nen Anstren­gun­gen und wird bezüglich der erre­ich­baren Ergeb­nisse eben­falls getäuscht. Zur Ver­i­fizierung dieser mein­er Ver­mu­tung müsste man für eine gewisse Zeit alle Anstren­gun­gen (ins­beson­dere die finanziellen) zur Inte­gra­tions­förderung kom­plett ein­stellen und die dann mess­baren Erfolge, die sich aus per­sön­lichen Entschei­dun­gen eigen­ver­ant­wortlich natür­lich den­noch ergeben wer­den, mit dem tat­säch­lich langfristi­gen Erfolg aller finanzierten Zwangs­maß­nah­men ver­gle­ichen. Auch wenn ein solch­es Exper­i­ment lei­der nie stat­tfind­en wird, ver­mute ich, dass der Weg­fall des gesamten steuer­fi­nanzierten Inte­gra­tionsweihrauch­es eher zu mehr als zu weniger Inte­gra­tionser­fol­gen führen würde. Nach­haltiger wäre dieser Erfolg ohne­hin, weil er zwar wohlwol­lend betra­chtet wer­den kann, let­ztlich aber auss­chließlich durch eigenes Han­deln jedes einzel­nen Migranten zus­tande käme. Noch wahrschein­lich­er würde sich nur eines durch den Weg­fall der großzügi­gen Finanzierun­gen ändern: man würde nicht mehr so viel Geld ver­schwen­den. Nur eigen­ver­ant­wortlich­es Han­deln kann über­haupt zu Inte­gra­tion führen, eine Bringschuld der aufnehmenden Gesellschaft existiert nur in den Köpfen der­er, die sich selb­st gern als Wasserträger der Inte­gra­tion betäti­gen und dabei staatlich ali­men­tieren lassen.

Selbstbetrug staatlich alimentierte Integration

Drei Dinge gehen mit der Beto­nung der Inte­gra­tionsanstren­gun­gen ein­her. Erstens sind sie Teil des „Deals“ mit den Kon­ser­v­a­tiv­en und Skep­tik­ern, denen man immer wieder sagt, dass Men­schen, egal woher sie kämen, prinzip­iell gle­ich seien und die weni­gen offen­sichtlichen Unter­schiede durch staatlich ali­men­tierte Ange­bote und staatliche Förderung mit der Zeit ver­schwän­den. Zweit­ens sorgt das in Aus­sicht gestellte Ziel der Inte­gra­tion dafür, dass davon abwe­ichen­des Ver­hal­ten kri­tis­ch­er kom­men­tiert wird, weil es im krassen Gegen­satz zu beste­hen­den sozialen Nor­men in der Mehrheits­ge­sellschaft ste­ht. Es ist schw­er möglich, von gelun­genen Inte­gra­tions­be­mühun­gen zu sprechen, während es gle­ichzeit­ig immer häu­figer zu sex­uellen Über­grif­f­en, Mess­er-Attack­en oder ara­bis­chen Hochzeits­feiern auf Auto­bah­nen kommt. Drit­tens sorgt der Erwartungs­druck bei den „Mach­ern“ der Inte­gra­tion zur selek­tiv­en Wahrnehmung, bei der Erfolge über­höht, Mis­ser­folge weggeschoben und die eigene Rolle hero­isiert wird. Ich erin­nere hier nur stel­lvertre­tend an die Berlin­er Nach­wuch­spoli­tik­erin der Linken, Selin Gören, die im Jan­u­ar 2016 von mehreren Migranten verge­waltigt wurde und dies zunächst ver­schwieg. Später gab sie als Grund für die Lüge an, dass sie ver­hin­dern wollte, dass „Rechte den Vor­fall instru­men­tal­isieren“. Auf die Idee, dass der tief­ere Grund für die Lüge sein kön­nte, dass das Eingeständ­nis des Scheit­erns der eige­nen naiv­en Nar­ra­tive zu schmer­zlich für ihr linkes Ego sein könne, kam sie nicht.

Stellt sich noch die Frage, wie sich Inte­gra­tion für diejeni­gen anfühlt, die Objekt all dieser Bemühun­gen sind. Eine Erfol­gskon­trolle wird sich kaum im sub­jek­tiv­en Empfind­en ein­stellen kön­nen und ist somit unmöglich von den „Inte­gri­erten“ selb­st zu beurteilen. Kom­men diese Bemühun­gen zudem nicht aus den Men­schen selb­st und wer­den vielmehr fremdbes­timmt durch­laufen, stellt sich den „Objek­ten der Für­sorge“ vielle­icht irgend­wann die Frage: geht’s nicht auch ohne Inte­gra­tion? Und in der Tat ist dies möglich! Man kann sich dem Inte­gra­tions­druck ohne weit­eres entziehen und auch in Deutsch­land längst in ein­er aus­re­ichend großen Com­mu­ni­ty der Herkun­ft­skul­tur „abtauchen“ und dort so leben, wie man es gewohnt ist oder für richtig hält. Dieses Phänomen heißt Par­al­lelge­sellschaft und ist nicht typ­isch deutsch, das gibt es über­all. Typ­isch deutsch ist allerd­ings, solche Tat­sachen zu leug­nen und an der Idee festzuhal­ten, durch Inte­gra­tion eine offen­sichtlich aus dem Gle­ichgewicht ger­atene Homogen­ität wieder her­stellen zu können.

Weltweit betra­chtet haben wir zwei Extreme. Auf der einen Seite sehen wir Gesellschaften wie Chi­na oder Japan, die ihre Homogen­ität dadurch zu erhal­ten suchen, indem sie jede Ein­wan­derung ver­hin­dern. Auf der anderen Seite das Extrem USA, wo man Bil­dung von Par­al­lelge­sellschaften akzep­tiert. Deutsch­land hinge­gen ste­ht gle­ichzeit­ig in bei­den Booten und wun­dert sich über die Anstren­gung, die es kostet, bei­des zu wollen: Ein­wan­derung und Homogen­ität, die man durch Inte­gra­tion her­stellen möchte – und das kostet mehr als nur Kraft.

Eine „kritische Masse“ ist längst erreicht

Kann es eigentlich in dieser Hin­sicht immer so weit­er gehen in Deutsch­land? Wenn es um Kli­mawan­del und CO2-Ausstoß geht, liegen die Zei­tho­r­i­zonte gern mal im Jahr 2050 oder 2100. Bei Entwick­lung und Zusam­menset­zung der Bevölkerung ist jedoch „jährlich“ bere­its die langfristig­ste poli­tis­che Vok­a­bel für Zuwan­derung. Ich möchte jedoch bei mein­er Betra­ch­tung alle Zuwan­derun­gen ausklam­mern, ganz gle­ich, ob sie legal oder ille­gal sind. Vielmehr gehe ich von den Zahlen aus, wie wir sie heute in den Sta­tis­tiken vorfind­en. Da ist zunächst die Frage nach der Wirtschaft­skraft des Lan­des ins­ge­samt und worauf der aktuell immer noch anhal­tende Boom basiert. Nul­lzin­spoli­tik, Schulde­naufkauf­pro­gramme der EZB, galop­pierende deutsche Tar­get II-Salden…die Liste der behelf­s­mäßig einge­zo­ge­nen Balken ist lang, die unsere gemein­same Währung sta­bil­isieren sollen und für sich betra­chtet alle­samt undemokratisch, bürg­er­feindlich und gelinde gesagt dubios sind. Wie tragfähig das Sys­tem deshalb wirk­lich ist, kann ich nicht sagen. Doch alle Ökonomen, die ich kenne, wür­den nicht die Prädikate „sta­bil“ und „zukun­fts­fähig“ vergeben. Außer­dem nimmt in Deutsch­land die Zahl der Net­to-Steuerzahler von Jahr zu Jahr ab, im Moment sind es noch etwa 15 Mil­lio­nen. Wenn wir uns Deutsch­land als Club vorstellen, der pro Mit­glied laufende Kosten für Ver­wal­tung, Jus­tiz, Vertei­di­gung, Infra­struk­tur, Poli­tik, Bil­dung und Gesund­heit sein­er Mit­glieder hat, kann man die Summe ermit­teln, die jed­er jährlich in Form von Club-Beiträ­gen (Steuern und Abgaben) zahlen müsste. Ist ihre per­sön­liche Zahlung geringer als diese Summe, sind sie kein Net­tozahler und einen Teil der eige­nen Club-Gebühren müssen andere zahlen – ganz zu schweigen von denen, die direkt für den Club namens Staat arbeit­en und gar nichts zu den Kosten beitra­gen kön­nen, weil sie Teil der Kosten sind.

Die Gen­er­a­tion der Baby­boomer geht dem­nächst in Rente, was einen weit­eren erhe­blichen Ein­schnitt darstellen wird und selb­st die opti­mistis­chsten Prog­nosen gehen nicht davon aus, dass die uns bish­er „Geschenk­ten“ diese Lücke auf­grund ihrer Qual­i­fika­tion wer­den füllen kön­nen. In der Wet­tbe­werb­s­fähigkeit ist Deutsch­land bere­its seit Jahren auf dem Abstieg, aktuell noch auf Platz 13. Egal, welche Büchse der Pan­do­ra wir also öff­nen, die Wahrschein­lichkeit, dass wir uns bei Staat­saus­gaben stark wer­den ein­schränken müssen, ist recht hoch.

Doch welche Seg­nun­gen der Umverteilung wer­den als erste gestrichen? Kön­nen wir auf Polizei oder Jus­tiz verzicht­en oder aufhören, Straßen instand zu hal­ten, oder wird man sich daran erin­nern, dass schon Gerd Schröder erkan­nt hat­te, dass der Baum des Sozial­staates die größten Äpfel trägt? Dort wird man anset­zen und vielle­icht zunächst Pro­jek­te auf den Prüf­s­tand stellen, deren Kosten in krassem Missver­hält­nis zum Nutzen ste­hen: Die Inte­gra­tion mit all ihren Nebenprojekten.

Was wird das für ein Erwachen sein, wenn durch den steigen­den Kos­ten­druck ein Inte­gra­tionspro­jekt nach dem anderen abgewick­elt und auch die let­zte steuer­fi­nanzierte Mul­ti­kul­ti-Begeg­nungsstätte, geschlossen und aufgegeben wird. Die Erken­nt­nis, dass es ohne diese Pro­jek­te genau­so gut oder schlecht läuft, wie mit ihnen, wird den bit­teren Nachgeschmack ver­schwen­de­ter Mil­liar­den hin­ter­lassen. Inte­gra­tion wird es dann zwar immer noch geben, aber nur in Eigenini­tia­tive und als Holschuld. Mit dieser Erken­nt­nis wer­den auch die Par­al­lelge­sellschaften, die ja de fac­to bere­its heute beste­hen, nur noch an deren Rän­dern kleinere Dif­fu­sio­nen zulassen und anson­sten fes­tere For­men nach innen und außen annehmen. Aus „No-go-zones“ wer­den dann irgend­wann „No-want-to-go-zones“ und die Frage wird nicht mehr laut­en, ob der Islam zu Deutsch­land gehört, son­dern zu welchem.

Diese Entwick­lung zu ver­mei­den war ursprünglich das Ziel aller Inte­gra­tions­the­o­rien. Und doch zeigt ein Blick in die Wirk­lichkeit etwa an den Schulen, dass die Ideen ein­fach nicht funk­tion­ieren, weil die Zahlen­ver­hält­nisse nicht stim­men. Inte­gra­tion ist näm­lich kein demokratis­ch­er Prozess, son­dern ein­er der Anpas­sung an ein Prinzip, eine Ide­olo­gie oder Sprache, die von der Mehrheit getra­gen wird. Es ste­ht zum Beispiel außer Frage, in welche Rich­tung eine „Inte­gra­tion“ erfol­gt, wenn 80% der Schüler ein­er Schulk­lasse arabisch/türkische Mut­ter­sprach­ler sind oder wenn von acht mus­lim­is­chen Mäd­chen sieben ein Kopf­tuch tragen…am Ende des Schul­jahres wer­den es sehr viel wahrschein­lich­er acht als sechs oder fünf sein. Die prak­tis­che Antwort darauf ist eine schub­weise Seg­re­ga­tion, erst in Schulen, dann in ganzen Quartieren und Stadtvierteln. Dieser Prozess ist in vie­len Städten in Deutsch­land in vollem Gange, denn die Men­schen stim­men „mit den Füßen ab“, auch wenn das nicht immer von lautem Gek­lin­gel begleit­et wird. Man schickt die eige­nen Kinder auf weit­er ent­fer­nte Schulen, zieht um, passt sein Bewe­gung­spro­fil in der Stadt der Sicher­heit­slage an. Wer es sich leis­ten kann, zieht in „gat­ed com­mu­ni­ties“ oder ver­lässt das Land ganz. Auch diese Trends wer­den nicht von Schalmeien begleit­et, son­dern vol­lziehen sich abseits der medi­alen Wahrnehmung und damit in großer Stille. Nur an den Stellen, wo die neue Teilung Deutsch­lands blutig ver­läuft, ertönt von Zeit zu Zeit ein lauter Schrei.

Die Zukunft der Integration

War bei Plas­berg die Zukun­ft zu sehen? War es der Ruf der „inte­gri­erten Mus­lime“, die, erfol­gre­ich in ihren Berufen und auch ökonomisch leis­tungs­fähig den­noch bere­itwillig den Humus bilden für ihre Reli­gion, die sie vielle­icht nicht aktiv leben, deren soziale Milieus sie jedoch jed­erzeit dem Kartof­felack­er säku­lar­er Deutsch­er vorziehen wer­den? Derzeit leben zwis­chen 4,8 und 6 Mil­lio­nen Mus­lime in Deutsch­land, die Zahlen sind nicht sehr zuver­läs­sig. Das ist natür­lich eine extrem het­ero­gene Gruppe, von „den Mus­li­men“ zu sprechen wäre unterkom­plex. Und den­noch sind die Struk­turen, die sie sich mit der Zeit in Deutsch­land geschaf­fen haben, sta­bil, tragfähig und sicht­bar, wenn man nur genau hin­schaut. Dass sich solche Struk­turen bilden, ist nichts Ver­w­er­flich­es. Alle Men­schen bauen solche Struk­turen auf Grup­peneigen­schaften und Grup­pen­zuge­hörigkeit­en auf. Das man aber damit Erfolg haben kön­nte, eine Gruppe zu „inte­gri­eren“, die sich selb­st genügt und ihre Iden­tität bewahrt, ist eine Illusion.

Das man eine gesellschaftliche Auf­gabe daraus kon­stru­iert, Men­schen zu Mün­deln staatlichen Han­delns zu machen, und ihnen einen großen Teil der Eigen­ver­ant­wor­tung abzunehmen, ist hinge­gen eine Anmaßung. Im Fall des Scheit­erns der eige­nen Inte­gra­tion wer­den fol­gerichtig die man­gel­haften Ange­bote ver­ant­wortlich gemacht, denen man pas­siv aus­ge­set­zt war. Außer­dem kann man prob­lem­los in die Milieus zurück­kehren, aus denen die miss­lun­gene Inte­gra­tion her­aus­führen sollte. Natür­lich trifft dies nicht für alle zu, es gibt auch Beispiele für gelun­gene Inte­gra­tion, inclu­sive der kri­tis­chen Betra­ch­tung his­torisch­er Vorgänge, wozu auch die expan­sive, kriegerische Seite des Islam gehört. Ich kenne selb­st Men­schen, die es geschafft haben, sich die spir­ituelle Seite des Islam zu bewahren und gle­ichzeit­ig den ide­ol­o­gis­chen Teil über Bord zu wer­fen. Deren Iden­tität speist sich deshalb aus den Kat­e­gorien Fre­und, Nach­bar, Kol­lege, Deutsch­er… erst dann kommt „Moslem“.

Da zeichne ich also ein Bild aus min­destens zwei „Deutschlän­dern“, die sich irgend­wann nicht mehr viel zu sagen haben wer­den, sich mis­strauisch „belauern“ und nur an den Rän­dern noch kon­trol­liert miteinan­der in Kon­takt treten. Dieser Zus­tand ist typ­isch für Ein­wan­derungs­ge­sellschaften und birgt Prob­leme in sich, wie wir sie an manchen Orten in den Vere­inigten Staat­en sehen kön­nen. Jedoch fehlt den Deutschen eine Kom­po­nente, die in Ameri­ka dafür sorgt, dass sich all diese Par­al­lelge­sellschaften an einem Punkt immer noch tre­f­fen: man sam­melt sich unter ein­er Flagge und pflegt einen auf Außen­ste­hende oft kitschig und naiv wirk­enden Nation­al­stolz. Und sollte Ameri­ka je wieder „unter attack“ sein, wür­den die meis­ten wohl ohne zu zögern in dieselbe Rich­tung schießen.

Keine positive Identifikation in Deutschland

Im Falle Deutsch­lands und der Herkun­ft­slän­der manch­er Ein­wan­der­er ist es schon schwieriger zu entschei­den, welchem Land im Zweifels- oder gar Ern­st­fall die Loy­al­ität gel­ten würde. Als vor den türkischen Präsi­dentschaftswahlen in deutschen Städten Erdo­gan-Bilder hochge­hoben und begeis­tert türkische Flaggen geschwenkt wur­den, macht­en die Teil­nehmer der­ar­tiger Demos sehr deut­lich, welch­er der bei­den Präsi­den­ten – Stein­meier oder Erdo­gan – der ihre sei. Ist das vielle­icht auch ein Grund dafür, dass die Inte­gra­tions-Geld­pumpe weit­er auf Hoch­touren läuft, weil man lieber nicht wis­sen möchte, wieviel Loy­al­ität und Iden­ti­fika­tion sich unter­halb des Geldes wirk­lich ange­sam­melt hat? Selb­st auf kartof­feldeutsch­er Seite gab es nie ern­sthafte Anstren­gun­gen dazu, jen­seits materieller Seg­nun­gen so etwas wie ein tragfähiges Nation­al­be­wusst­sein zu entwick­eln, nach­dem man mit dem braunen aus 33–45 und dem roten aus 49–89 so jäm­mer­lich ver­sagt hat­te. Stattdessen hoffte man auf die vielbe­sun­gene „europäis­che Iden­tität“, die sich jedoch außer­halb der Brüs­sel­er Bürokratie nie so richtig ein­stellen wollte. Die Europäer wollen zwar gern die Vorteile des friedlichen Zusam­men­lebens in der EU genießen, aber den­noch nicht davon lassen, Polen, Ital­iener oder Spanier zu sein. Oft sog­ar noch Klein­teiliger Kata­la­nen und Madrile­nen, Tirol­er und Sizil­ian­er, Bay­ern und Sachsen.

Zugegeben, das ist ein düsteres Bild und ich kann nur hof­fen, dass ich mit meinem Blick in die Glaskugel gewaltig irre. Denn vor allem habe ich die Rech­nung ohne jene Reformer gemacht, die den Mus­li­men helfen kön­nten, endlich einen Weg der Säku­lar­isierung einzuschla­gen. Das es also doch anders kommt, dazu kön­nten Bas­sam Tibi, Necla Kelek oder Hamed Abdel Samad beitra­gen. Doch ger­ade dessen Büch­er, so erfuhren wir bei Plas­berg, lesen nicht ein­mal jene Mus­lime, die ich bis­lang als inte­gri­ert beze­ich­net hätte.

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24 Kommentare

  1. Es han­delt sich nicht um Inter­gra­tion, son­der speziell um Inte­gra­tion von Mus­li­men. Die kann nicht gelin­gen in eine human­is­tis­che Gesellschaft hinein. Weil Islam im Wesen men­schen­feindlich ist.

    Der Ver­weis auf andere Grup­pen hier ist nicht sachtlich. Ich kenne Beispiele von Inte­gra­tion. Aber eben nicht von Mus­li­men. Wie hier Beispiel “die Ital­iener, die Polen” ver­wen­det wird als Beleg, dass “inte­gra­tion” eben doch nicht möglich sei, ist ein­fach nur unsach­lich und wertlos.

    “Da ich selb­st jede Art von Ver­schleierungszwang als patri­ar­chales Unter­drück­ungsin­stru­ment ablehne”
    Das trifft nicht den Kern des Islam. Er ist inhu­man, Fraue­nun­ter­drück­ung und Zwang sind da nur Teilaspekte.

    Schade, dass Leute, die für viele Leser schreiben, oft so wenig Durch­dacht­es pro­duzieren und andere nicht zu Wort kom­men. Das hil­ft nicht der Debatte.

  2. Gebe es doch wenig­stens eine Würdi­gung jen­er 15 Mil­lio­nen Net­tos­teuerzahler in Form von Dankbarkeit.….

    • …und jedes Jahr fast 300.000 davon weniger, da diese Leute leicht einen Job im Aus­land find­en, und sich nicht mehr länger vom deutschen Beamte­nap­pa­rat melken lassen.

      Kann sich jed­er selb­st aus­rech­nen, wie lange das gut­ge­hen wird (“erset­ze Steuerzahler durch Han­daufhal­ter und Daueralimentierte”).

  3. Da Du Deine Leser aufge­fordert hast, Dir zu wider­sprechen, will ich dies tun, und werde ver­suchen, die Farbe Dein­er Kristal­lkugel von einem fre­undlichen Hellschwarz in stim­mungsvolles Pentablack oder Black-Hole-Schwarz umzuwan­deln. Außer­dem wirds lang, und ich hoffe auf eine baldige Ver­fil­mung (Ange­bote für den Kauf der Film­rechte sind erwünscht).

    Ich fange mit eini­gen Ein­wür­fen an:

    “Da ich selb­st jede Art von Ver­schleierungszwang als patri­ar­chales Unter­drück­ungsin­stru­ment ablehne, müsste ich bei der Ver­bots­de­bat­te eigentlich klar eine geset­zliche Regelung unterstützen.”

    Davon würde ich abrat­en, da geset­zliche Regeln in der Regel auf lange Sicht das Gegen­teil bewirken, und zudem Alle schlechter stellen. Als Beispiel dafür bringe ich gerne die Dro­gen­pro­hi­bi­tion an. Ums kurz zu fassen: Bevor Dro­gen ver­boten wur­den, kon­nte man diese beim fre­undlichen Apothek­er um die Ecke zu einem gün­sti­gen Preis und in hoher Qual­ität kaufen. Die Apothek­er hiel­ten sich an die Geset­ze, und wer kör­per­lich dazu in der Lage war, kon­nte auch mit Sucht ein nor­males Leben führen. Hun­dert Jahre später kann man Dro­gen noch immer kaufen, jedoch hat sich die Siti­a­tion dahinge­hend gewan­delt, dass die Dro­gen auf­grund man­gel­nder Qual­ität­skon­trollen viel gefährlich­er gewor­den sind, und sie zudem viel teur­er wur­den. Dadurch, dass sie teur­er wur­den, ist eine Dro­gen­sucht nichts mehr, wom­it man ein­fach so leben kann, und süchtige Teenag­er kön­nen sich dur­chaus in der Sit­u­a­tion wiederfind­en, zwis­chen Beschaf­fungskrim­i­nal­ität und Zwang­spros­ti­tu­tion wählen zu müssen. Die Rate der­jeni­gen, die im Lauf ihres Lebens ern­sthaft süchtig wer­den, kön­nte mitler­weile sog­ar höher sein, als zu Beginn der Pro­hi­bi­tion, als Hero­in noch frei erwerblich war. Aber das ist eine sehr kom­plexe The­matik, die ich hier­mit ausklam­mere. Ver­stärkt man die Strafver­fol­gung, bewirkt man durch Selek­tion eine Auslese der Anbi­eter hin zu straff geführten Ver­brecheror­gan­i­sa­tion, in deren Ver­w­er­tungs­kette Gewalt und Zwang­spros­ti­tu­tion vorkom­men, und in deren Liefer­kette Ter­ror­is­ten steck­en. Von der all­ge­meinen Ein­schränkung, die durch eng­maschige Kon­trollen der Gren­zen und aller möglichen Liefer­ket­ten, sowie der erweit­erten Befug­nisse der Behör­den her­vorgerufen wird, will ich gar nicht anfan­gen. Repres­sion ver­lagert Prob­leme lediglich in Bere­iche, die schw­er kon­trol­lier­bar sind, und radikalisiert die Betrof­fe­nen dort. Von Apothek­ern zu organ­isierten Krim­inellen mit Kon­takt zu Ter­ror­is­ten in hun­dert Jahren. Ein Kopf­tuchver­bot ist in 100 Jahren kein Kopf­tuchver­bot mehr, son­dern ein Bürg­erkrieg, wenn es nicht wieder abgeschafft wird.

    # Frau Amani

    Ich kenne Deine Frau Amani nicht, da ich den deutschen Medi­en schon lange abgeschworen habe, aber nach dem, was Du beschreib­st, han­delt es sich bei der Dame um eine etwas bitchige Perserin in Design­erk­lam­ot­ten, die zumin­d­est intel­li­gent genug ist, um zu einem Juras­tudi­um zuge­lassen zu wer­den, und die eine ten­den­ziell abge­fuck­te Sichtweise äußert, die in ihrem Kul­turkreis eher der Norm entspricht, und die sich weigert, sich mal mit den Kri­tik­ern ihrer Welt­sicht auseinan­derzuset­zen. Du fragst, ob das schon das Ende der Fah­nen­stange ist, und ich sage “Ja, ist es”. 

    1. ist die Dame auf dem Kon­tin­u­um zwis­chen Jihadist und Kufar bere­its sehr nah bei den Kufar ange­langt. Sie hat noch sehr viel Entwick­lungsspiel­raum in Rich­tung der­jeni­gen, die ihre Reli­gion Ernst nehmen, und nur sehr wenig Spiel­raum in Rich­tung der Ungläu­bi­gen. Wenn sie ihre Iden­tität als Gläu­bige behal­ten will, braucht sie etwas Abgren­zung, aber das ist bere­its so wenig, dass sie für diejeni­gen, die ihre Reli­gion ernst nehmen, eine Ungläu­bige wäre. 

    2. Men­schen beschäfti­gen sich nicht mit Argu­menten, die ihren Grun­dan­nah­men wider­sprechen. Men­schen neigen dazu, ihre Grun­dan­nah­men als “Wahrheit” zu betra­cht­en, und was dieser Wahrheit wider­spricht, das hal­ten sie für eine Lüge. Man nen­nt das “Con­fir­ma­tion Bias”. Das Welt­bild der meis­ten Men­schen würde zusam­men­brechen, wenn sie etwas anderes täten, weil Men­schen ihre Grun­dan­nah­men nicht anhand ein­er ratio­nalen Abwä­gung auswählen. Grun­dan­nah­men wer­den größ­ten­teils im Kinde­salter anhand von Nachah­mung geprägt. Im Erwach­se­nenal­ter funk­tion­iert dies in gerin­gerem Umfang, indem Men­schen ein­er­seits schauen, welche Annah­men in ihrer Peer-Group als akzep­tiert gel­ten, welche dieser Grun­dan­nah­men all­ge­mein mit der größten Entschlossen­heit und dem größten Nach­druck für “Wahr” erk­lärt wer­den. Der­jenige, der seine “Wahrheit” am entschlossen­sten ver­tritt, ist der­jenige, dem die meis­ten Men­schen glauben. Die meis­ten Men­schen sind über­haupt nicht dazu imstande, es anders zu machen, weil ihnen die Fähigkeit fehlt, Infor­ma­tio­nen zu ord­nen und kom­plexe Sachver­halte selb­st zu denken.

    Naja, und kon­ser­v­a­tive Mus­lime sind schon sehr überzeugt von ihrer Wahrheit, und vertreten diesen Wahrheit auch sehr entschlossen. Deshalb brauchen die von Dir genan­nten Leute auch Polizeis­chutz, wenn sie in die Öffentlichkeit gehen, Frau Amani hinge­gen nicht. Warum sollte man seine Grun­dan­nah­men wegen jeman­dem über den Haufen wer­fen, der damit offen­sichtlich so schlecht fährt?

    # Kopf­tuch­mäd­chen

    Du schrieb­st, dass Inte­gra­tion kein demokratis­ch­er Prozess ist, weil sie die Anpas­sung an ein Prinzip ist, das von der Mehrheit getra­gen wird. Dann schrieb­st Du, dass von ins­ge­samt acht Mäd­chen, von denen sieben ein Kopf­tuch tra­gen, und eins nicht, die Inte­gra­tionsleis­tung wahrschein­lich von dem Mäd­chen ohne Kopf­tuch erbracht wer­den wird.

    Das ist doch ein demokratis­ch­er Prozess. Die Mehrheit bes­timmt in demokratis­chen Prozessen, woran sich die Min­der­heit zu hal­ten hat. Im vor­liegen­den Fall bes­timmt die Mehrheit halt, dass Mäd­chen ohne Kopf­tuch ehrlos­es Frei­wild sind, das durch Über­griffe aller Art zu keuschem Ver­hal­ten, wie es im Buche ste­ht, gedrängt wer­den soll. Das passt vielle­icht nicht ins west­liche Welt­bild, aber es ist demokratisch, beziehungsweise, es entspricht dem Ergeb­nis, das man in ein­er formellen Wahl hätte.

    Aber sein wir ehrlich: Im End­ef­fekt läuft es auf Gewalt­bere­itschaft hin­aus, und demokratisch ists nur, wenn alle gle­icher­maßen gewalt­bere­it sind. Mit etwas Gewalt­bere­itschaft ists auch drin, die Ver­hält­nisse umzukehren, und von der Mehrheit Appease­ment und Anpas­sung zu fordern. Oder etwa nicht?

    # Das Erwachen nach den Integrationsbemühungen

    “Was wird das für ein Erwachen sein, wenn durch den steigen­den Kos­ten­druck ein Inte­gra­tionspro­jekt nach dem anderen abgewick­elt und auch die let­zte steuer­fi­nanzierte Mul­ti­kul­ti-Begeg­nungsstätte, geschlossen und aufgegeben wird.”

    Lass mich diese Frage beant­worten: Diejeni­gen, die in größerem Umfang Kohle abgreifen kon­nten, wer­den sich entwed­er grüneren Wei­den wid­men oder pleite gehen. Diejeni­gen, die lediglich einen Arbeit­splatz fan­den, wer­den hartzen. Diejeni­gen die betreut wur­den, wer­den sich darüber freuen, dass sie nun endlich in Ruhe gelassen wer­den. Das ist doch alles langweilig.

    Inter­es­sant wird es sein, zu erleben, was passiert, wenn die sozialen Leis­tun­gen gestrichen wer­den. Was auf die eine oder andere Weise passieren wird, sobald die Wirtschaft das näch­ste Mal kon­trahiert. Was würdest Du tun, wenn Du drei kleine Kinder hättest, Du es lebenslang nicht für nötig befun­den hast, Dir mark­t­gängige Fähigkeit­en anzueignen, weil man auch ohne durch kommt, fast alle Low-Skill-Jobs wegau­toma­tisiert wur­den, und Dir plöt­zlich mit­geteilt wird, dass man Dir Dein Grun­deinkom­men, von dem Du Dein Leben lang gelebt hast, weg­n­immt, und Du ab sofort Miete, Essen, und medi­zinis­che Hil­fe für Dich und Deine Kinder selb­st zahlen musst, wenn Du diese Dinge haben willst. Denk dran, Arbeit ist aus­sicht­s­los, weil Du keine mark­t­gängi­gen Fähigkeit­en hast. Diese Aus­gangslage klingt doch inter­es­sant, oder? Ich würde sog­ar wet­ten, dass das, was daraus fol­gt, ver­filmt wer­den wird.

    # Poli­tik

    Du schreib­st aus­führlich, wie die Poli­tik ver­sagt, und hast auch die wirk­lich lobenswerte Erken­nt­nis, dass man den Wert eines poli­tis­chen Pro­gramms über­haupt nicht bew­erten kann, so lange man keinen Zugriff auf eine alter­na­tive Real­ität hat, in der dieses Pro­gramm nicht imple­men­tiert wurde. Diese Erken­nt­nis alleine halte ich für riesig, und würde Dich gerne auf eine Weise dafür loben, die nicht arro­gant klingt. Da mir jedoch kein Weg ein­fällt, tu bitte so, als hätte ich dies getan. 😉

    Was mir jedoch fehlt, ist eine Erk­lärung, weshalb dies so ist. Ich will mal ver­suchen, die Sit­u­a­tion zu beschreiben, die, mein­er Mei­n­ung nach, über­haupt nichts mit Poli­tik zu tun hat, son­dern mit Mark­tkräften, sowie der Bere­itschaft, Gewalt zu eskalieren und diese Eskala­tion zu tolerieren. Die Aus­gangslage ist Folgende:

    1. Der Staat hat ein Gewaltmonopol
    2. Mit diesem Gewalt­monopol nimmt er den Ein­wohn­ern zusam­men­gerech­net unge­fähr 70% ihrer Ressourcen weg.
    3. Diese 70% wer­den mit den poli­tis­chen Mit­teln umverteilt.
    4. Alle Ein­wohn­er und Inter­es­sen­grup­pen scharen sich um den Staat, um ein möglichst großes Stück vom Kuchen abzukriegen.
    5. Eine Bee­in­flus­sung der Verteilung des Kuchens kostet.

    Bezüglich Punkt 1 kann man ein­wen­den, dass es mitler­weile kein Gewalt­monopol mehr gibt, son­dern sich bere­its Duo­p­o­le her­aus­bilden. In den No-Go-Zones hat man bere­its mit mehreren Akteuren zu tun, die zur Durch­set­zung ihrer Mei­n­un­gen und Regeln Gewalt ein­set­zen, die dort gesellschaftlich so fest ver­ankert zu sein scheint, dass man diese nicht mehr ohne offene Repres­sion unter­drück­en kann. Sobald eine aus­re­ichend große Gruppe von Men­schen bere­it ist, sich auch der Strate­gie des Staats zu bedi­enen, und ihre Mei­n­ung mit über­wälti­gen­der Gewal­teskala­tion zu erzwin­gen, knickt unser Staat ein. Keine hässlichen Bilder.

    Allerd­ings ist dies egal, weil es aus­re­icht, wenn die braven Men­schen aus Punkt 2 keine Eskala­tion­sstrate­gie fahren, son­dern brav ihre Strafzettel und Steuer­forderun­gen begle­ichen. Das Gewalt­monopol gegenüber diesen Men­schen aufrecht zu erhal­ten, genügt, weil die andere Gruppe nicht zur Finanzierung beitra­gen, und Con­tain­ment bil­liger ist. Con­tain­ment ist beson­ders für Poli­tik­er ide­al, weil die Aufrechter­hal­tung eines durch die Poli­tik verur­sacht­en Miss­standes für Poli­tik­er vorteil­haft ist, während dessen Besei­t­i­gung dazu führt, dass die Kar­riere der Ver­ant­wortlichen been­det wird, und die Hand­lungs­frei­heit des Staats an sich in Zukun­ft beschnit­ten wer­den wird. Wenn die Hand­lungs­frei­heit des Staats an sich in einem Punkt beschnit­ten wird, ist mit einem Schlag der Großteil der aktuellen Pläne hin­fäl­lig und muss angepasst wer­den, und führt dazu, dass ein Großteil bish­er imple­men­tiert­er Pläne an die neuen Gegeben­heit­en angepasst wer­den muss. Dies führt dazu, dass staatlich­es Han­deln eine sehr starke Nei­gung dazu hat, immer weit­er aus­geweit­et, und fast niemals reduziert zu werden.

    Die Inter­essen­lage der Poli­tik­er geht sog­ar noch viel weit­er, und ist nicht deck­ungs­gle­ich mit der Inter­essen­lage der All­ge­mein­heit. Poli­tik­er wer­den in Beliebtheitscon­tests gewählt. In Beliebtheitscon­tests geht es darum, ob jemand beliebt ist, und nicht darum, ob er gut ist. Aus diesem Grund alleine fall­en unbe­liebte Wahlkampfthe­men kom­plett weg, selb­st, wenn diese den opti­malen Weg darstellen, und es ist im Inter­esse der Poli­tik­er, sich von diesen unbe­liebten max­i­mal The­men abzu­gren­zen. Sollte daraus fol­gen, dass sich eine Sit­u­a­tion nach Ablauf der Amtspe­ri­ode drastisch ver­schlechtert, hat dies kein­er­lei neg­a­tive Auswirkun­gen auf einen Poli­tik­er. Es existiert also die Ten­denz, dass pop­uläre Poli­tik betrieben wird, während wed­er Nach­haltigkeit noch die tat­säch­liche Qual­ität eine Rolle spielen. 

    Es existiert sog­ar die Ten­denz, dass Poli­tik­er aus wahlkampf­s­trate­gis­chen Grün­den am Ende genau das imple­men­tieren, das die wenig­sten Wäh­ler haben wollen. Poli­tik funk­tion­iert über Iden­titäts­bil­dung, also über ein “Wir gegen Die”, also über Polar­isierung. Poli­tik­er sind für ihre Wäh­ler sehr viel motivieren­der, wenn es ein Feind­bild gibt, das man nicht an die Macht kom­men lassen darf. Das heißt, dass die meis­ten Wäh­ler die meiste Zeit über entwed­er ganz sehr für etwas, oder ganz sehr gegen etwas sind, während Poli­tik­er die meis­ten Stim­men erhal­ten, während sie ihre Poli­tik am Medi­an der Wäh­ler­wün­sche aus­richt­en, weil sie dadurch für die meis­ten Men­schen als das kleinere Übel gel­ten. Der Medi­an heißt, dass die Hälfte drüber, und die andere Hälfte drunter ist. Wenn Du eine polar­isierte poli­tis­che Land­schaft hast, hast Du, was den Wäh­ler­willen ange­ht, eine konkave Kurve, bei der der Medi­an exakt die Posi­tion ist, die die wenig­sten Wäh­ler wollen. Darum ist es für Poli­tik­er im Regelfall opti­mal, die Poli­tik anzu­bi­eten, die die ger­ing­ste Anzahl der Wäh­ler wün­scht, sobald sie im Wahlkampf sind. Das ist der Grund, weshalb Du in einem demokratis­chen Sys­tem niemals die Poli­tik kriegen wirst, die Du haben willst.

    Aber es wird bess­er. Es existiert sog­ar die Ten­denz, dass Poli­tik­er ziel­ge­nau kon­trapro­duk­tive Mit­tel wählen, wenn sie zur Lösung eines Prob­lems gewählt wur­den, weil sie das näch­ste Mal wieder gewählt wer­den, wenn das Prob­lem beste­ht, und die Poli­tik­er den Anschein erweckt haben, entschlossen an dessen Lösung zu arbeit­en. Der Opti­mal­fall für einen Poli­tik­er ist, dass er nach außen hin Berge bewegt, die ein Prob­lem zu lösen, diese Berge jedoch ziel­ge­nau so posi­tion­iert, dass sie das Prob­lem ver­größern. Schau Dir zum Beispiel mal die Linken an: Die Linken beziehen den Großteil ihrer Wäh­ler aus Habenicht­sen, deren Leben sie erle­ichtern sollen. Die Linken erre­ichen dies dadurch, dass sie soziale Pro­gramme ausweit­en, die Geld in Rich­tung der Habenichtse umverteilen, und gle­ichzeit­ig Geset­ze erlassen, die die Posi­tion der Habenichtse am Markt verbessern sollen. Sie bewirken damit ziel­sich­er ein Ansteigen der Habenichtse. Durch Umverteilung wird es für die Habenichtse beque­mer im sozialen Netz, und ihr Anreiz, daran etwas zu ändern, sinkt. Eben­falls steigt durch Umverteilung der Steuer­satz, wodurch es für Habenichtse schwieriger wird, dem sozialen Netz zu entkom­men. Man muss 100% mehr arbeit­en, um zum gle­ichen Ergeb­nis zu kom­men, wenn der Steuer­satz bei 50% liegt, und nicht bei 0%, und es gibt eine Unter­gren­ze, die man erre­ichen muss, um leben zu kön­nen. Je höher der Steuer­satz, desto mehr Leis­tung muss man in der Lage sein zu erbrin­gen, um durch Arbeit ein höheres Einkom­men als durch Sozial­hil­fe zu haben. Und dann gibts da noch solche Leg­is­latur wie den Min­dest­lohn, den Linke lieben, weil er dazu führt, dass jed­er, dessen Arbeit weniger wert ist, als der Min­dest­lohn, einen schlecht bezahlten Job gegen gar keinen Job ein­tauscht. Durch eine solche Poli­tik verbessert sich die Posi­tion der­jeni­gen, die vom Wäh­ler damit beauf­tragt wur­den, ein bes­timmtes Prob­lem zu lösen. Sie tun so, als wür­den sie es lösen wollen, und machen es dabei schlimmer.

    Aber ich will gar nicht so klin­gen, als wären nur Poli­tik­er die Schuldigen. Wäh­ler sind auch nicht bess­er. Denk mal ratio­nal nach. Du hast eine Stimme. Nehmen wir an, es gibt 50 mio Wahlberechtigte. Deine Stimme entspricht also 0.00002% des gesamten Wahlergeb­niss­es. Das ist der Anteil, um den Du mit Dein­er Stimme ein Wahlergeb­nis in eine bes­timmte Rich­tung bewe­gen kannst. Nehmen wir an, dass es Dich eine Woche Deines Lebens kostet, um die Pro­gramme der ver­schiede­nen Parteien durchzule­sen, und auf ihre Anwend­barkeit hin zu analysieren. Würdest Du das tun? Oder wäre Dein per­sön­lich­er Nutzen größer, in dieser Zeit Geld zu ver­di­enen, um in den Urlaub fahren zu kön­nen? Ich meine: Let­zteres. Also bringt nur eine kleine Min­der­heit der Wäh­ler die Mühe auf, zu tun, was nötig ist, um eine ratio­nale Wahlentschei­dung zu tre­f­fen — übri­gens zu ihrem per­sön­lichen Nachteil — während die absolute Mehrheit irra­tional wählt. Die Fähigkeit zu ratio­nalen Abwä­gun­gen kostet, und eine ratio­nal abgewägte Stimme ist nicht mehr wert, als eine Irra­tionale. Deshalb ist es für Poli­tik­er über­haupt nicht sin­nvoll, Pro­gramme zu schreiben, die ein­er ratio­nalen Betra­ch­tung stand­hal­ten müssen. Viel bess­er ist es, sie schreiben Pro­gramme, die den irra­tionalen Wün­schen und Bedürft­nis­sen der Wäh­ler entsprechen, egal, ob sich daraus nach Ablauf ihrer Amt­szeit Prob­leme ergeben, oder ob es bessere Alter­na­tiv­en gäbe. Wäh­ler sind irra­tional, und Pro­pa­gan­da, Polar­isierung, und per­sön­liche Ausstrahlung reichen.

    Dann hast Du noch das Prob­lem mit Inter­es­sen­grup­pen, die Min­der­heit­en­po­si­tio­nen regelmäßig zum Nachteil der Mehrheit durch­set­zen. Wenn eine Min­der­heit etwas haben will, ist die Sit­u­a­tion nor­maler­weise so, dass die Min­der­heit es unbe­d­ingt und um jeden Preis haben will, während es der Mehrheit egal ist, da es für jeden Einzel­nen zu viel Arbeit bedeuten würde, sich in die The­matik einzuar­beit­en. Poli­tik­er sehen dann eine hochmo­tivierte und sehr präsente Min­der­heit, und eine gle­ichgültige Mehrheit, die, in dem Augen­blick, in dem man damit begin­nt, ihr zu erk­lären, worums eigentlich geht, das Fernseh­pro­gramm umschal­tet. Natür­lich will man als Poli­tik­er keinen unnöti­gen Stress mit der laut­en Min­der­heit bekom­men, und gibt ihr deshalb nach.

    Wie viel Stress man sich damit ein­han­deln kann, bekommt man, wenn man sich verge­gen­wär­tigt, dass die Min­der­heit­en nor­maler­weise Inter­essen­ver­bände sind, die Mil­liar­den­be­träge durch eine Verän­derung in ihrem Sinne erre­ichen kön­nen. Die Sum­men, die man durch die Bee­in­flus­sung des Staats gewin­nen oder ver­lieren kann, sind so enorm, dass jed­er wirtschaftliche und son­stige Akteur dazu gezwun­gen ist, diese Bee­in­flus­sung zu ver­suchen, wenn er ver­hin­dern will, dass ein Ander­er damit Erfolg hat, den Staat zum eige­nen Nachteil zu bee­in­flussen. Der Staat ver­mag es, den Mark­tzu­gang von Konkur­renten zu unterbinden, wodurch ein etabliert­er Akteur ein Qua­si-Monopol erhält. Der Staat ver­mag es, 70% der gesamten Wertschöp­fung in die eine oder die andere Rich­tung umzu­verteilen, was bedeuten kann, dass man durch Sub­ven­tio­nen reich wird, oder durch die Sub­ven­tion­ierung der Konkur­renz pleite geht. Die Sum­men, und damit Kräfte, die durch die große Macht des Staats frei wer­den, sind so enorm, dass sie nicht kon­trol­liert wer­den kön­nen. Mal ein ganz popeliges Beispiel, das Jed­er aus seinem Leben ken­nt. Die poli­tis­chen Mark­tkräfte ein­er Schulklasse:

    Eine durch­schnit­tliche Schulk­lasse oder Kinder­garten­gruppe erwirtschaftet jährlich unge­fähr 330.000€ an Umverteilungs­geldern, von denen 20.000€ bis 40.000€ als Net­to-Lohn aus­gezahlt wer­den. Mate­r­i­al- und Immo­bilienkosten kann sich jed­er anhand seines lokalen Miet­spiegels selb­st aus­rech­nen, diese dürften aber jährlich nicht über 15.000€ pro Klasse oder Kinder­garten­gruppe liegen. Das sind 275.000€ jährlich­er Gewinn pro Schulk­lasse oder Kinder­garten­gruppe, bei ein­er jährlichen Investi­tion von max­i­mal 55.000€. Diese Gewinnspanne ist keine Aus­nahme, son­dern nor­mal, wenn der Staat etwas macht. Sollte die poli­tis­che Forderung erhoben wer­den, eine Schulk­lasse zu stre­ichen, entste­hen bei den Prof­i­teuren dieser Schulk­lasse Schä­den in Höhe von 275.000€. Soll­ten diese Prof­i­teure die Möglichkeit zum Lob­by­is­mus haben, stün­den der Schulk­lassen-Lob­by 275.000€ zur Ver­fü­gung, die sie als Bestechungs­gelder, Wahlkampf­spende, für den Medi­enkon­takt, zur Ver­bre­itung von Wer­bung und Pro­pa­gan­da ver­wen­den kön­nten. Erst nach­dem sie 275.000€ aus­gegeben haben, um dir Schulk­lasse zu erhal­ten, würde es für sie unprof­ita­bel, den Wider­stand aufrecht zu erhal­ten. Eben­so ist jede weit­ere Schulk­lasse, die geschaf­fen wird, für diese Men­schen 275.000€ wert. Natür­lich hat eine einzelne Schulk­lasse keine organ­isierte Lob­by, aber die Zahlen stim­men, und hier gehts nur um eine popelige Schulk­lasse, und nicht um so etwas wie den größten Arbeit­ge­ber des Lan­des (die Sozialin­dus­trie) oder ein multi­na­tionales Pharmaunternehmen.

    Das Ergeb­nis ist, dass unser Sys­tem eine sehr starke Nei­gung dazu hat, Poli­tik zugun­sten organ­isiert­er Min­der­heitsin­ter­essen umzuset­zen. Die Sozialin­dus­trie ist eine riesige und extrem ein­flußre­iche Inter­es­sen­gruppe, die Vorteile dadurch erhält, die Poli­tik zu ein­er Ausweitung der Umverteilung zu bee­in­flussen. Die Inte­gra­tionsin­dus­trie ist das neueste Expan­sions­feld der Sozialin­dus­trie, das deren Unter­stützung erhält. Ich würde behaupten, dass die Sozialin­dus­trie heutzu­tage der mächtig­ste Akteur ist, der in der Poli­tik aktiv ist, und bezüglich sein­er poli­tis­chen Macht Phar­maun­ternehmen und die Autoin­dus­trie über­ragt. Möven­pick-Hote­liers liegen von ihrem Ein­fluss her um Größenord­nun­gen darunter.

    Ich würde behaupten, dass ich ger­ade die absolute Mehrheit des poli­tis­chen Han­delns der Gegen­wart erk­lärt habe, ohne auch nur ein einziges Mal irgendwelche poli­tis­chen Inhalte zu bemühen. Und ich würde abschließend behaupten, dass sich das Sys­tem selb­st­ständig gemacht hat, und längst kein­er Kon­trolle mehr unter­liegt. Wahlen sind über­flüs­sige Spek­takel, die keinen Ein­fluss mehr auf das Ergeb­nis haben, son­dern die nur noch dazu dienen, priv­i­legierte Posten zu verteilen. Es lohnt nicht, sich mit Poli­tik­ern und deren Posi­tio­nen über­haupt noch zu beschäftigen.

    • Danke für den Essay, Pen­taschwarz gefällt mir schon mal gut. Ich kam ger­ade nur zum quer­lesen, aber das ver­tiefe ich noch. Einige Sachen sehe ich genau so, hätte mich aber gern eines „besseren“ belehren lassen…nach mein­er ersten Ein­schätzung müsstest Du übri­gens Oliv­er heußen, nicht Rolf. Aber mein richtiger Name ist ja auch Kassandra… 😉

      • Gern geschehen. Ich freue mich jedes Mal wieder, wenn ich meine Gehirn­viren ver­bre­it­en kann. Allerd­ings muss ich Dich ent­täuschen, liebe Kas­san­dra, ich heiße wed­er Oliv­er noch Rolf. Ich hoffe, Du siehst es mir nach, wenn ich etwas auf meine Anonymität achte.

    • Und, wie siehts aus? Hat jemand Fehler in mein­er kusche­lig Event-Hori­zon-Schwarzen Welt­sicht gefun­den? Ich hab mich darin zwar schon gut ein­gelebt, aber vielle­icht irre ich mich ja dennoch. 

      Der Ein­fach­heit hal­ber würde ich jedoch fre­undlich darum bit­ten, auf Moral- und Glaubens­beken­nt­nisse zu verzicht­en, und zu berück­sichti­gen, dass Über­schlagswerte das Ver­ständ­nis erle­ichtern, und der Real­ität Genüge tun, so lange Größenord­nun­gen und Rela­tio­nen stimmen.

  4. Lieber Herr Letsch, Sie haben mich, den Leser ja expliz­it zur Gegenrede aufge­fordert. Also haben ich Ihren Artikel aufmerk­sam gele­sen und bin auf die Suche gegan­gen, nach The­sen, die es ver­di­ent hät­ten, wider­sprochen zu wer­den. Ich frage mich ob das nun als “gut” oder “schlecht” beze­ich­net wer­den kann, dass ich nicht fündig gewor­den bin. Nun, “gut” ist einzig und allein, dass es Men­schen gibt, die sich die gle­ichen Sor­gen über die Zukun­ft machen wie ich und diese pub­lizieren. Als schlecht kön­nte man den Umstand beze­ich­nen, dass wir alle wohl in einem Auto sitzen, auf eine Wand zu fahren und der rech­ner­ische Brem­sweg nicht mehr aus­re­icht, um unbeschadet zum ste­hen zu kom­men. Wis­sen Sie, was mich aber wirk­lich umtreibt und mir schon schlaflose Nächte beschert hat, ist das Gefühlt, dass die Damen und Her­ren hin­ter dem Lenkrad weit­er auf das Gaspedal drück­en, anstatt zu brem­sen und den Auf­prall zumin­d­est glimpflich aus­fall­en zu lassen. Trotz aller Prob­leme mit der Inte­gra­tion, lassen sie die Gren­zen offen. Trotz dem Euro-Debakel wollen sie die Euro­zone weit­er ver­tiefen. Trotz, dass es Nachts keine Sonne und manch­mal auch keinen Wind gibt, soll alles fos­sile abgeschal­tet wer­den. Und was mach unsere “Volks­ge­mein­schaft”? Sie lässt sich von Bun­desli­ga und Dschun­gel­camp berieseln und lässt Mut­ti schön machen. Warum ??? Weil es so bequem ist? Weil man wie beim unheil­baren Tumor das Ende ken­nt, aber in der Zeit bis zum Ende nicht immer an das Ende denken will? Es ist doch grotesk. Noch nie in der Men­schheits­geschichte kon­nte sich das einzelne Indi­vidu­um so umfassend informieren, wie im Jahre des Her­rn 2018. Also bitte, warum lässt sich die Mehrheit von den Slomkas und Kle­bers so der­ar­tig ein­lullen? Ich weiß es ein­fach nicht. Bitte helfen Sie mir!

  5. wozu ich diese soge­nan­nte europäis­che Iden­tität brauche, wenn eh alle Welt nach Europa kom­men soll, ist mir sowieso schleierhaft

    Als die Vertrei­bung der Rohyn­gia (oder wie man diese auch schreibt) in die Medi­en kam, hat­te ich ern­sthaft den Ver­dacht, dass die Deutschen darauf vor­bere­it­et wer­den soll­ten, auch diese armen Men­schen aufzunehmen.…..

    hat­te die Sache mit Erdo­gan doch was Gutes, wenig­stens weiß ich jet­zt mit ziem­lich­er Sicher­heit, was bei der näch­sten Türken­be­lagerung (ja, ich bin aus Wien) die Mehrheit der hier leben­den Türken wohl tun wird (echte Wiener gibt’s ja sowieso nicht, auch wenn der “Mundl” behauptet, ein­er zu sein)
    zum Glück habe ich keine Kinder.….…

  6. Die Wahrheit musste endlich ein­mal gesagt werden.
    Genau so ist es.
    Wenn Deutsch­land es wie Neusee­land machen würde (siehe Hol­ger Jahn) , hät­ten wir kein Prob­lem — und deut­lich weniger Muslime!
    Aber die Deutschen wollen ja in ihrer großen Mehrheit fre­undlich­er und sozialer als alle anderen sein. Und dabei vergessen sie sich selbst.

    • So ein­fach liegen die Dinge lei­der nicht. 😉

      Punkt Eins: Neusee­land beste­ht aus mehreren Inseln. Der Abstand zur näch­sten Küste beträgt 1600km (Aus­tralien). Der South­ern Ocean ist eines der gefährlich­sten Gewäss­er der Welt — mit einem Boot von Indone­sien hier­her schip­pern gle­icht also einem Todeswun­sch, der mit ein­er hohen Wahrschein­lichkeit auch erfüllt wer­den wird. Die einzig sin­nvolle Ein­reise geschieht also per Flugzeug, und dieses Trans­port­mit­tel ist leicht zu kon­trol­lieren. Faz­it: NZ hat fast keine ille­galen Ein­wan­der­er (aber dur­chaus ille­gale “Over­stay­ers”).

      Punkt Zwei: NZ begin­nt allerd­ings auch, zunehmend mit Mus­li­men aneinan­der zu ger­at­en. Es leben wohl etwa 30.000 im Land (davon 10.000 aus Fiji, mit denen es anscheinend keine Prob­leme gibt), aber die ara­bis­chen Imame, die in den Moscheen ihren Dreck zum Besten geben, sind erstk­las­sige Radikalin­skis vor dem Her­rn. Die neuseeländis­che Bevölkerung hat allerd­ings NULL Tol­er­anzschwelle für der­ar­tige Reli­gions­fa­natik­er, und deshalb bin ich davon überzeugt, dass diese Arschlöch­er hier nicht dauer­haft Fuss fassen wer­den können.

      Punkt Drei: Mit Ihrem let­zen Satz hauen Sie natür­lich dem Nagel auf den Kopf. 😉 Die Deutschen müssen heute moralisch bess­er als bess­er, und per­fek­ter als per­fekt, und guter als gut sein… — nur um der Welt zu beweisen, dass sie sich von ihren Grossel­tern “emanzip­iert” haben.

  7. Hat die deutsche Gesellschaft Inte­gra­tionss­chwierigkeit­en mit Ein­wan­der­ern aus Chi­na, Viet­nam, Rus­s­land, oder son­st woher? Nein, der Islam ist der Grund für die Ver­weigerung der Inte­gra­tion i.S. der Assim­i­la­tion. Einen nicht unwesentlichen Beitrag zu diesem Sachver­halt leis­tet allerd­ings auch ein Großteil der deutschen (häu­fig gehobe­nen) Gesellschaft, der dem eige­nen Land kri­tisch-ablehnend bis has­svoll gegenüber ste­ht. Eine der­art ges­pal­tene Gasellschaft ist nicht fähig zu inte­gri­eren son­dern erzeugt Par­al­lelge­sellschaften und implodiert irgendwann.

    • Ja, ein sehr net­ter Artikel mit ein­er noch viel net­teren Liste von Koranz­i­tat­en. Großar­tiges Buch, so lieb. Es müsste den Bam­bi-Inte­gra­tionspreis ver­liehen bekom­men. Wenn nicht!, wär das doch voll rassistisch.

  8. Enis­sa Amani kann man — ohne dabei zu erröten — mit dem gle­ichen Attrib­ut bele­gen, wie das bere­its Hen­ryk Broder mit Frau Kad­dor tat: “gen­uin dumm!”

  9. [[ Meine These: alle staatlich finanzierten Anstren­gun­gen zur Inte­gra­tion wer­den let­ztlich scheit­ern – und alle Beteiligten ahnen es bereits. ]]

    Nach diesem Satz hätte ich eigentlich bere­its aufhören kön­nen weiterzulesen. 😉

    Das Scheit­ern hat in diesem Fall sog­ar erst ein­mal nichts mit dem toll­wüti­gen Islam zu tun, son­dern ist von gener­isch­er Natur.

    Warum bilde ich mir ein, mir dies­bezüglich eine feste Mei­n­ung erlauben zu dür­fen? Weil ich, seit 14 Jahren, selb­st ein Ein­wan­der­er bin. In Neuseeland.

    Was gibt es hier für staatliche Unter­stützung für offizielle (!) Ein­wan­der­er? Abso­lut nichts. Keine bezahlten Sprachkurse, kein Handgeld, keinen sub­ven­tion­ierten Wohn­raum, etc.

    Warum sollte die NZ-Regierung solch­es auch anbi­eten? Wer hier ein­wan­dern will, muss zuvor per IELTS-Test seine Sprach­be­herrschung nach­weisen, und wer nicht einen Job mit einem gewis­sen Min­desteinkom­men vor­weisen kann, der kommt eben­so nicht ins Land hinein. Unter dem Strich soll das LAND schliesslich durch die Ein­wan­der­er bere­ichert, und nicht der Ein­wan­der­er auf Staatskosten gepam­pert wer­den. Wer es nicht schafft, sich hier erfol­gre­ich einzufü­gen, der muss NZ eben wieder ver­lassen. Extrawürste gibt es nicht.

    Da in Deutsch­land nur 0,7% der Ein­wan­der­er offiziell anerkan­nte Asy­lanten sind, müssten die restlichen 99,3% eigentlich als Ein­wan­der­er betra­chtet, und densel­ben Regeln unter­wor­fen wer­den. Wenn diese dem Land auf Dauer keinen Mehrw­ert brin­gen, son­dern das Sozial­sys­tem schwächen, dann müssen die Leute Deutsch­land eben wieder verlassen.

    Schnor­rer und Schmarotzer kann kein Land der Erde brauchen — nur in Deutsch­land scheint sich dieser — an sich ein­fache — Gedanke noch nicht ver­bre­it­et zu haben. Wohl­standsverblö­dung eben.

    Ach ja, zum eigentlichen The­ma Inter­gra­tion. Diese liegt AUSSCHLIESSLICH in der Ver­ant­wor­tung des Immi­granten! Auch die Neuseelän­der haben bere­its ein eigenes Leben, und sind nicht ger­ade scharf darauf, einen Englisch-holpern­den Neubürg­er an der Hand zu nehmen, und ihm zu erk­lären, wie die Wasser­spülung am Klo funk­tion­iert. Wer nicht zivil­i­sa­tion­stauglich ist, der hat hier eben auch nichts ver­loren. Anpas­sung an die lokal gelebte Kul­tur ist das Stich­wort, und die muss vom Immi­grat­en erbracht wer­den. Aus­nahm­s­los! Das kann und wird niemals Sache der Gesellschaft sein — und das sehen übri­gens die Bevölkerun­gen aller klas­sis­chen Ein­wan­derungsstaat­en so (USA, CAN, AUS, NZ).

    Doch bring’ das mal einem Deutschen bei, der denkt, dass Deutsch­land der Nabel der Welt sei…

    • Die meis­ten deutschen Gehirne sind ao was von weichge­spült. Mit­tler­weile denke ich wirk­lich, dass es sich um Degen­er­a­tion handelt.

    • “Schnor­rer und Schmarotzer kann kein Land der Erde brauchen – nur in Deutsch­land scheint sich dieser – an sich ein­fache – Gedanke noch nicht ver­bre­it­et zu haben. Wohl­standsverblö­dung eben.”
      Damit ist alles gesagt. Die “Gas­tar­beit­er” und ihre Nachkom­men der 50er und 60er Jahre aus Ital­ien, Spanien und Por­tu­gal erken­nt man heute nur noch an ihrem Namen — DAS ist Inte­gra­tion — weil die es eben wollten.

  10. Also ehrlich, wenn die Amani pro-west­lich ist, dass war es Honeck­er auch. Die Frau ist athe­is­tis­che Sozial­istin. Sie bewirbt auch nicht unkri­tisch den Islam, son­dern den Sozialismus.

    Oh weih, ich hab nie mit dem Wort Inte­gra­tion groß rumge­hangen. Wenn das Juden­tum im Wesentlichen in der byzan­ti­nis­chen Gefan­gen­schaft her­aus­ge­bildet wurde und sich im Kern über Jahrtausende in der Dias­po­ra, ohne Inter­net, erhal­ten kon­nte, dann macht ein McDon­alds Job einen Araber nicht zum Dackelherrschen.

    Davon abge­se­hen, muss man eine gemein­same Iden­tität auch anbi­eten. Soll die Eth­nie keine Rolle spie­len, muss es die Nation tun. Kom­mu­nis­mus allein reicht nicht, auch wenn die Linke genau das will.

    In der Schule muss ein Beken­nt­nis einge­sprochen wer­den, ein Pledge of Alle­giance. “Ich schwöre Deutsch­land und seine Ide­ale zu vertei­di­gen und die Frei­heit mein­er Mit­bürg­er zu fördern. Jed­er hat ein Recht auf Rede, auf Besitz, auf Rechtsstaatlichkeit, auf Pri­vat­sphäre und Autonomie über seine Familie.”

    Aber schon so ein Beken­nt­nis birgt Sprengstoff. Die Linke hätte gerne:
    “Ich schwöre dieses Land vom Faschis­mus zu reini­gen, dem Ras­sis­mus ein Ende zu set­zen, die Gesellschaft zu verän­dern sowie Habgi­er und Krieg abzuwen­den. Jede*r (Aussprache muss in einem Gremi­um gek­lärt wer­den) hat ein Recht zur freien Wahl sein­er Identität.”

      • Allerd­ings. Die Grun­daus­sagen dieses Kom­men­tars sind kor­rekt, allein es hapert gewaltig z.B. an dem nicht ganz unwesentlichen Détail “byzan­ti­nis­che Geefan­gen­schaft”, und indem das so daste­ht, wird der Rest ja relativiert.
        Fern­er erschließt sich nicht, weshalb da aus­gerech­net das Juden­tum in eine Argu­men­ta­tion über Inte­gra­tion einge­baut wird. Juden hat­ten nie das Prob­lem, sich irgend­wo pos­i­tiv zu inte­gri­eren, voraus­ge­set­zt man ließ sie. Es hat seit ca. 3000 Jahren nir­gend­wo staatliche Inte­gra­tionspro­gramme für Juden gegeben. Nicht ‘trotz­dem’ oder ‘deswe­gen’ hat jüdis­che Inte­gra­tion seit baby­lonis­chen, hel­lenis­tis­chen, römis­chen, christlichen, aufgek­lärten und amerikanis­chen Zeit­en immer funk­tion­iert, son­dern das lag auss­chließlich an den Werten des Juden­tums: Pro­duk­tiv­ität, Gelehrsamkeit, Fleiß, Selb­stver­ant­wor­tung, Ehrlichkeit.
        Hinge­gen der Islam als seel­is­ch­er Über­bau ver­tritt diese Werte dur­chaus nicht. Ja ganz im Gegenteil.

  11. Bas­sam Tibi hat sich wohl ver­ab­schiedet vom Traum, dass der Islam reformier­bar sei. Dazu muß man sagen, dass der Islam wohl ca. 600 jünger ist als das Chris­ten­tum. Wir sehen nichts von ein­er Ref­or­ma­tion, die Kopf­tuch­mäd­chen und ‑frauen beherrschen stärk­er denn je das Bild unser­er Städte! Beto­nung auf unser­er! Unser­er christlich-jüdisch geprägten Welt. Ich habe neulich den Arzt gewech­selt, auch in den Praxen/Krankenhäusern sind sie mit­tler­weile zu find­en, die Kopf­tuchträgerin­nen. Ich möchte dem Ganzen nicht noch Vorschub leis­ten, wohl wis­send, dass es wohl kaum ein­er bemerken wird. Wenn der Staat keine Regeln set­zt, dann geht das Nar­ren­schiff Deutsch­land irgend­wann unter, spätestens dann, wenn kein Geld mehr da ist für die Ver­wirk­lichung link­er Ide­olo­gien. Kraft­strotzende Män­ner aus archais­chen Struk­turen kom­mend greifen deutsche Polizis­ten an! Und der Staat, der schaut zu.….…, und der Michel schläft weit­er, bis es an SEIN Eingemacht­es geht? Es muß wohl wirk­lich erst so weit kommen!!

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