Darf man die Fehlentschei­dun­gen der Poli­tik in Wirtschafts­fra­gen in Südafri­ka und in Deutsch­land miteinan­der ver­gle­ichen? Man sollte es sog­ar, sage ich – und bekomme sofort Zun­der. „Ich weiß gar nicht, was du hast. Der Laden hier brummt doch! Im Gegen­satz zu Südafri­ka!“ Solche und ähn­liche Aus­sagen bekommt man aber immer zu hören, wenn die heimis­che Wirtschaft The­ma von Gesprächen ist und man Zweifel an der Zukun­fts­fähigkeit Deutsch­lands äußert. Es ist in der Tat nicht so ein­fach, von struk­turellen Prob­le­men zu sprechen, wenn gle­ichzeit­ig von über­all­her schein­bar nur Jubelmel­dun­gen kom­men. Die Wirtschaft sucht hän­derin­gend nach Fachkräften und die Poli­tik spricht von „sprudel­nden Steuere­in­nah­men“. Doch ersteres zeigt eben nur, dass die Fachkräfte schlicht fehlen und das zweite ist ein ziem­lich vul­gär­er Euphemis­mus dafür, dass der Staat die Nadel im Arm sein­er Steuerzahler hat und kräftig am Kol­ben zieht. Von allein sprudelt da näm­lich nichts, man muss kräftig nach­helfen. Hinzu kommt, dass die deutsche Poli­tik sys­tem­a­tisch einen Indus­triezweig nach dem anderen erst in den Wahnsinn und dann in die Flucht treibt.

Die Energiewirtschaft ist nur noch ein Schat­ten und muss diesen Schat­ten auch noch fürcht­en, falls er zu einem ungün­sti­gen Zeit­punkt auf die Solaran­la­gen fall­en sollte und das Netz am Ende doch mal zusam­men­bricht. Die Autoin­dus­trie beerdigt man unter aber­witzi­gen Gren­zw­erten und Fein­staub­hys­terie, selb­st wenn dieser nur zu ca. 4% aus den Motoren kommt*. Die Gen­tech­nik haben wir aus Angst und Unken­nt­nis abgewürgt, den Woh­nungs­markt durch Bürokratie, Willkom­meri­tis und Miet­preis­bremse ruiniert und die Dig­i­tal­isierung wird abse­hbar in ein­er Daten­schutz- und Reg­ulierungspara­noia und der laten­ten Start-Up-Feindlichkeit in diesem Lande steck­en bleiben. Aber sie brummt noch, die deutsche Wirtschaft. Man hat kaum Gele­gen­heit, sich die Gesichter der Liefer­fahrer von DHL, UPS und Kon­sorten zu merken, so schnell wech­seln die. Und brum­men tun sie auch – vor allem dann, wenn man sie auf ihre Löhne anspricht. Die Per­son­al­lage spitzt sich über­all zu, auch wenn die Medi­en sich fast auss­chließlich auf den Pflegenot­stand kaprizieren. Es fehlen aber auch Lehrer, Ärzte, Ingenieure…eigentlich fehlen alle, die Kurve zeigt über­all nach unten. Die einzi­gen vakan­ten Stellen, die sich schein­bar wie von selb­st beset­zen, sind die des pro­fes­sionellen Asylbewerbers.

Bekam eine Wer­beagen­tur noch vor zehn Jahren regelmäßig aufwendi­ge und kreative Bewer­bun­gen von Abi­turi­en­ten, unter­bi­eten heutige Bewer­ber das Niveau müh­e­los. Ein paar Zeich­nun­gen von Prinzessin­nen auf glub­schäugi­gen Ein­hörn­ern, ange­fer­tigt auf Karopa­pi­er, das aus einem Ring­buch her­aus­geris­sen wurde, sollen heute oft bere­its als hin­re­ichende Belege für Eig­nung und Begabung gel­ten. Heute lacht man noch über der­lei man­gel­hafte Selb­stein­schätzung, doch die Empfehlun­gen kom­men aus­gerech­net von Lehrern, die offen­bar auch nicht mehr zu der Erken­nt­nis in der Lage sind, worin die Eig­nung für bes­timmte Berufe beste­ht. Das Lachen wird uns allen aber sehr schnell im Halse steck­en bleiben, und wir wer­den das Anforderungsniveau auch weit­er­hin Stück für Stück dem Ange­bot­sniveau anpassen müssen, um die vie­len kleinen und großen Räd­chen, die Deutsch­land am Laufen hal­ten, per­son­ell auch nur halb­wegs beset­zen zu kön­nen. Ich weiß, dass der Lieblingsphilosoph der Deutschen, ein gewiss­er Precht, schon das Ende der Arbeit dräuen sieht, weil die Robot­er und die Dig­i­tal­isierung uns alle bald über­flüs­sig machen wer­den. Doch da sehe ich das Ende der Wirtschaft, wie wir sie gewohnt sind, noch weitaus schneller kom­men. Denn die Erhal­tung unser­er Infra­struk­tur, auf der sämtliche Robotik und Dig­i­tal­isierung auf­bauen muss, kostet uns bere­its heute extreme Anstren­gun­gen und wir scheit­ern immer häu­figer an dieser Auf­gabe. Wenn die let­zte Brücke mar­o­de ist, der let­zte Wasser­hahn tropft, die let­zte Fliese von der Wand gefall­en und der let­zte Chemiein­ge­nieur Deutsch­land ver­lassen hat, wer­den wir fest­stellen, dass auch Elek­troau­tos Straßen und Brück­en brauchen und auch IT-Nerds gele­gentlich die Toi­lette benutzen müssen bzw. Deos benutzen sollten.

Gute Kon­junk­tur haben indes Ver­wal­tung, Poli­tik­be­trieb sowie Europadies und Europadas. Dort wird das Gift zusam­mengerührt, dass die Wirtschaft stran­guliert oder lähmt. Gen­der­stud­ies, Gerechtigkeits-Summ­summ und Größen­wahnsinn in Sachen Reg­ulierung sor­gen für die rechtliche und medi­ale Begleit­musik, an die wir uns schon so sehr gewöh­nt haben, dass wir kaum noch in Frage stellen, was uns da als fortschrit­tlich und fol­glich zwin­gend richtig präsen­tiert wird. Dabei kann es bis zum Crash in der Tat noch eine ganze Weile dauern, was vor allem davon abhängt, wie lange sich der Euro noch wird hal­ten kön­nen, der keine Währung ist, son­dern ein ide­ol­o­gis­ches Groß-Exper­i­ment mit Ihnen und mir als Labor­rat­ten. Bis es soweit ist, schauen wir vielle­icht mal auf ein anderes Land, das den Weg von einem hoff­nungsvollen Auf­bruch hin zu einem Failed-State mit beina­he Bürg­erkrieg in atem­ber­auben­der Geschwindigkeit geht und nun fast am Ziel ist. Die Mech­a­nis­men, die in Deutsch­land am Werk sind, erleben wir in Südafri­ka eben­falls. Nur um ein Vielfach­es beschleunigt.

Rainbow-Nation

Als ich 1988 wie geban­nt das „Trib­ute Con­cert“ in Wem­b­ley zu Ehren Man­de­las im Fernse­hen ver­fol­gte, kon­nte ich mir nicht vorstellen, dass Man­dela etwa 20 Monate später ein freier Mann sein würde. Aber dass die deutsche Teilung auch nur noch 28 Monate dauern würde, ahnte ja auch nie­mand. Als Man­dela 1994 Präsi­dent wurde, stellte sich nur die eine Frage: Würde ihm genug Zeit bleiben, um aus den Struk­turen eines Apartheitsstaates, ein­er recht­losen 90%-Mehrheit und der mil­i­tan­ten Unter­grund­be­we­gung ANC ein zukun­fts­fähiges Land zu machen? Es sieht im Moment ger­ade nicht danach aus, als sei ihm das gelun­gen. Doch dass der poli­tis­chen und rechtlichen Gle­ich­stel­lung von Schwarzen und Weißen Südafrikan­ern nicht auch unmit­tel­bar die materielle fol­gte, ist eigentlich logisch. Eine Ökonomie, die für eine priv­i­legierte Schicht von 10% funk­tion­ierte, soll nun für alle funk­tion­ieren. Dazu kann man nicht ein­fach ein Gesetz unterze­ich­nen und mit einem Fed­er­strich Ungle­ich­heit­en beseit­i­gen – hier gibt es den langsamen Weg, der über Chan­cen­gle­ich­heit führt, welche wiederum nur das Bil­dungssys­tem schaf­fen kann, und den schnellen Weg, der über eine staatlich ali­men­tierte und koor­dinierte Umverteilung und erneuter Aus­gren­zung führt.

Der ANC hat mit ver­heeren­den Kon­se­quen­zen seit Man­de­las Abgang den zweit­en Weg eingeschla­gen und auch der neue Präsi­dent Ramaphosa scheint nicht in der Lage, daran etwas zu ändern. Das BEE-Pro­gramm (Black Eco­nom­ic Empow­er­ment) sorgt seit langem durch ein Quotierungs- und Punk­tesys­tem dafür, dass Fir­men, wenn sie zu viele weiße Angestellte haben (es gilt der Pro­porz der Gesamt­bevölkerung, also etwa 10%), mit Sank­tio­nen zu rech­nen haben und zum Beispiel bei Auss­chrei­bun­gen benachteiligt wer­den. Das führt zu teils absur­den Prob­le­men, wenn zum Beispiel in Frage ste­ht, wie schwarz ein Mitar­beit­er tat­säch­lich ist oder ob etwa Men­schen indis­ch­er oder chi­ne­sis­ch­er Abstam­mung, die eben­falls etwa 10% der südafrikanis­chen Bevölkerung aus­machen, als „schwarz“ gel­ten. Die gute Nachricht der Regierung Südafri­ka für alle Inder und Chi­ne­sen: sie sind schwarz – zumin­d­est in Bezug auf das Punk­tesys­tem. Bezo­gen auf die Par­al­lelität zu Deutsch­land bedeutet dies, dass es hier wie dort prak­tisch und von Vorteil ist, zu ein­er bes­timmten Gruppe zu gehören, weil diese Gruppe staatlich gefördert und sub­ven­tion­iert wird. Die Sys­teme „Quotierung“ und „Leis­tung“ schließen einan­der jedoch aus.

Am ein­fach­sten lässt sich diese absurde Quote, die ja nicht nach Fähigkeit, son­dern nach Haut­farbe ord­net, in staatlichen und halb­staatlichen Fir­men und in Behör­den umset­zen. Und das geschieht dann auch. So darf man wohl annehmen, dass der sich abze­ich­nende Man­gel an qual­i­fiziertem Per­son­al in der Wasserver­sorgung die extreme Wasserk­nap­pheit Anfang des Jahres ger­ade in der Mil­lio­nen­metro­pole Kap­stadt nicht ger­ade gün­stig bee­in­flusst hat. Eben­so darf man annehmen, dass die ANC-Regierung bei der Abhil­fe der Wasser­prob­leme Kap­stadts nicht ger­ade mit großem Eifer ans Werk gin­gen, wird die Stadt doch nich vom ANC regiert, son­dern von der mit­tler­weile parteilosen Patri­cia de Lille (ehe­mals Demokrat­ic Alliance).

Das BEE-Pro­gramm bet­rifft aber nicht nur ein­heimis­che Unternehmen, son­dern in beson­der­er Weise auch Inve­storen aus dem Aus­land. Auf dem Reise­por­tal „kapstadt.de“ heißt es denn auch diplo­ma­tisch verk­lausuliert: In Bezug auf die Quan­tifizierung der benötigten Fachkräfte in Südafri­ka, kann es dur­chaus zu Unklarheit­en kom­menDie vorgeschla­ge­nen Kri­te­rien wer­den poten­tielle Inve­storen entmutigen.“ 

Das ist wohl noch sehr gelinde for­muliert für die Tat­sache, dass sich der südafrikanis­che Staat hier direkt in die Per­son­alpla­nung pri­vater Fir­men ein­mis­cht und dafür, dass durch diese Quotierung die Haut­farbe eines Mitar­beit­ers von ein­er eigentlichen Neben­säch­lichkeit zur Haup­tqual­i­fika­tion umdefiniert wird. Das Ende der Apartheit war so gese­hen nur der Beginn ein­er anderen. Beson­ders absurd wirkt das Quoten­sys­tem übri­gens dort, wo es nach Ansicht jedes Beobachters wie kaum in einem anderen Bere­ich auss­chließlich um Leis­tun­gen gehen sollte: dem Sport. Selb­st das südafrikanis­che Crick­et-Team muss nun eine Quote erfüllen. Min­destens sechs schwarze Spiel­er müssen in der National­mannschaft sein. Das war 2016! Vielle­icht müssen es heute schon sieben sein? Warum eigentlich nicht fünf oder zehn?

Ein weit­eres Prob­lem sind die Struk­turen aus Kor­rup­tion und Vet­tern­wirtschaft, die der vorherrschende ANC geschaf­fen hat. Beson­ders deut­lich wird dies bei Escom, dem größten Energiev­er­sorgung­sun­ternehmen Südafrikas.

Zu 100% in Staats­be­sitz kon­nte die Regierung jahre­lang in einem soge­nan­nten „cadre deploy­ment“, dem „Kad­er-Ein­satz“ aus­ge­di­ente ANC-Funk­tionäre auf Ver­sorgungsposten bei Escom schieben und gle­ichzeit­ig weiße Tech­niker ent­lassen. Seit 2008 kommt es immer wieder zu Net­zaus­fällen und Energieeng­pässen und dass es bish­er noch nicht zum total­en Kol­laps kam, ist der Tat­sache zu „ver­danken“, dass die südafrikanis­che Wirtschaft stag­niert und der Strombe­darf sinkt. Die Par­al­le­len zu Deutsch­land mit seinen Stadtwerken, die früher so gern als End­lager für abgewählte Poli­tik­er dien­ten und seinem auf Kante genäht­en Strom­netz, dem die Energiewende jed­erzeit den Rest geben kön­nte, (weshalb man sich im Stillen über jedes geschlossene Stahlw­erk und jede ver­lagerte Chemiefab­rik freut) sind mit Hän­den zu greifen. In Südafri­ka schre­it­et die De-Indus­tri­al­isierung nur etwas schneller voran, und wird, weil es nicht so viel Indus­trie gibt, schneller sichtbar.

Land issue

Südafri­ka hat inner­halb weniger Jahre den Weg von „black life mat­ters“ über „black life first“ bis hin zu „black life only“ zurück­gelegt und nir­gends ist dies so deut­lich zu sehen, wie in der Frage des Landbe­sitzes. Sim­bab­we hat vorgemacht, wie schnell man eine pros­perierende Land­wirtschaft, die stark expor­to­ri­en­tiert war, durch Raub und Mord in ein Trüm­mer­feld ver­wan­delt. In Südafri­ka, so dachte man, würde man aus den neg­a­tiv­en Erfahrun­gen des nördlichen Nach­barn ler­nen. Man lernte in der Tat, wenn auch anders, als gedacht. Man begriff, dass die über­fal­l­enen Farmer in Sim­bab­we kein gutes Echo in der inter­na­tionalen Öffentlichkeit bewirk­ten. Auch die Serie von bes­tialis­chen Mor­den an weißen Farmer­fam­i­lien in Südafri­ka dro­hte das Bild der „Rain­bow-Nation“ zu beschädi­gen, weshalb der ANC, getrieben von der linksradikalen „Eco­nom­ic Free­dom Fight­ers“ und der marx­is­tis­chen Ultra­gruppe „Black First Land First“ nun den stärk­sten Ver­bün­de­ten ins Feld schick­en will: Das Gesetz! Enteig­nung ohne Entschädi­gung heißt das Pro­gramm, über das im Sep­tem­ber abges­timmt wer­den soll und derzeit sieht es nicht so aus, als sei diese kalte Enteig­nung auf dem Verord­nungsweg noch abzuwen­den. Fraglich bleibt indes die Aus­gestal­tung, viele Farmer machen sich Hoff­nung, dass es sie vielle­icht nicht tre­f­fen werde, weil ihr Land zu klein und unbe­deu­tend sei. Kommt es jedoch dazu, wird sich der ANC auf ein Gesetz berufen. Man han­dele ja nicht ille­gal, man voll­strecke lediglich das Gesetz. Ein ANC-Mit­glied bringt es im Inter­view so auf den Punkt:

„Es ist nicht die Absicht des ANC irgen­det­was ille­gal wegzunehmen, wir tun das im Ein­klang mit den Geset­zen dieses Lan­des. Und wenn es nötig ist, schaf­fen wir die geset­zliche Grund­lage, die uns das erlaubt. Wenn es Gesetz ist, kann kein Farmer, kann nie­mand kom­men und sagen „ich beuge mich dem Gesetz nicht“. Das tut er dann auf eigene Gefahr!“

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Wenn es nötig ist, schafft der Staat eben die Geset­ze, die er braucht, um an das Eigen­tum sein­er Bürg­er zu kom­men. Dabei geht es vor­dringlich nicht ein­mal um die Enteig­nung als solche – auch andere Staat­en nehmen sich solche „Frei­heit­en“ her­aus. Zugute kommt solchem Treiben, wenn die Lan­desver­fas­sung keine Anschau­ung davon liefert, was Eigen­tum eigentlich bedeutet. Auch das deutsche Grundge­setz bleibt vage. Es behauptet zwar, Eigen­tum verpflichte (zu was eigentlich), definiert aber nicht, was das eigentlich ist, ob es unver­let­zlich sein kann oder ob dem Staat im Grunde der ganze Laden gehört, wenn ihm danach gelüstet. Doch nur in wirk­lichen Unrechtsstaat­en kann dies auch ohne Entschädi­gung geschehen. Bei uns undenkbar? Über­legen sie kurz: Wieviele Städte denken bere­its darüber nach, Woh­nun­gen zu requiri­eren und wird „Fehlnutzung“ nicht bere­its teils bestraft? Auf der Web­seite des „Amtes für Enteig­nun­gen“ in Berlin heißt es lap­i­dar: „Durch eine Enteig­nung wird in das Grun­drecht auf Eigen­tum gemäß Art. 14 Grundge­setz eines Betrof­fe­nen einge­grif­f­en. Enteig­nung bedeutet dabei verkürzt aus­ge­drückt Entzug oder Belas­tung von Recht­en an einem Grund­stück.“ Und was ist es anderes als eine Enteig­nung, wenn unsere Regierung eine medi­ale Kam­pagne gegen den Diesel­mo­tor fährt, und durch völ­lig nut­zlose Maß­nah­men wie Fahrver­bote für einen ekla­tan­ten Wertver­lust ihres Eigen­tums sorgt?

Tritt das Gesetz zur „Enteig­nung ohne Entschädi­gung“ tat­säch­lich in Kraft, wer­den inter­na­tionale Inve­storen kün­ftig einen noch größeren Bogen um Südafri­ka machen. Denn wo keine Rechtssicher­heit herrscht, weil der Staat sich die Geset­ze bastelt, die seine Raubzüge juris­tisch legit­imieren sollen, fehlt das Ver­trauen in die Zukun­ftssicher­heit jed­er Investi­tion. Man darf sich aber auch fra­gen, wie lange noch Deutsch­land Inve­storen anlock­en kann, wenn auch hierzu­lande Fachkräfte­man­gel, Energie­un­sicher­heit und man­gel­hafte Rechtssicher­heit für Investi­tio­nen immer stärk­er um sich greifen. Im Moment ist es noch die Regierung, die zur Durch­set­zung ihrer Ziele die Geset­ze bricht. Wir müssen genau im Auge behal­ten, wann die Geset­ze so geän­dert wer­den sollen, dass der Rechts­bruch legit­imiert wird.

* Der ver­link­te Artikel bezieht sich allerd­ings auf Berlin­er Fein­staub. Die Fein­stäube in Stuttgart und Ham­burg sind selb­stre­dend von ganz ander­er Natur! Der in Stuttgart beste­hen zum größten Teil aus den in Rauch aufge­gan­genen Ver­sprechen grün­er Lan­despoli­tik­er, der in Ham­burg aus der Asche, die beim finanzieren der Elphi und von den bren­nen­den Bar­rikaden beim G20-Gipfel in die Luft geblasen wurde.

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10 Kommentare

  1. Es ist eine sozial­is­tis­che Illu­sion, man müsse nur die vorhan­de­nen Güter anders verteilen und schon sei die Zukun­ft gesichert. Der Lib­erale oder Kap­i­tal­ist hinge­gen stellt sich die Frage, wer diese Güter erar­beit­et. Er weiß, dass die Güter sehr viel knap­per sind als der Sozial­ist meint.

    Wir haben erst dann eine Zukun­ft, wenn wir wieder ler­nen Nein zu sagen zur bedin­gungslosen Verteilung von Wohltat­en. Nein zum Ein­wan­der­er, der unsere Kri­te­rien nicht erfüllt, nein zum Schul­be­wer­ber, der die nöti­gen Leis­tun­gen nicht mit­bringt, nein zum Mark­tschreier, der mit heißer Luft um unsere Wäh­ler­stimme buhlt.

    Statt dessen beste­ht seit fün­fzig Jahren Kon­sens darüber, Stück für Stück die Anforderun­gen zu senken. Fremd­sprachen, Welt­geschichte, Kopfrech­nen und Dreisatz – alles was eine Kul­tur­na­tion aus­gemacht hat, wird geopfert, nur damit auch die faulsten Luschen ein Abitur bekom­men kön­nen. Auch son­st wer­den ein­fach die Hür­den gesenkt, nur um nie­man­den ablehnen zu müssen.

    Andere Län­der wer­den von aus­ge­bilde­ten Staatsmän­nern geleit­et; Deutsch­land von pubertären Träumern und Ponyhof-Damen.

    • “Wir haben erst dann eine Zukun­ft, wenn wir wieder ler­nen Nein zu sagen zur bedin­gungslosen Verteilung von Wohltaten.”

      Statt bedin­gungslosen Wohltat­en mit frem­dem Geld bed­ingte Wohltat­en mit frem­dem Geld zu fordern, erscheint mir nicht min­der sozial­is­tisch. Zudem ergibt sich daraus das Prob­lem, dass irgend­je­mand die Bedin­gun­gen definieren muss, zu denen fremdes Geld für wohltätige Zwecke ver­schenkt wird. Was bringt Dich auf die Idee, dass sich daraus etwas anderes entwick­eln würde, als eine sehr Machtbe­sessene Min­der­heit, die ihr Eigen­in­ter­esse fördert indem sie die Bedin­gun­gen dik­tiert, zu denen fremdes Geld ver­schenkt wird? Also in etwa das, was wir haben?

      Mal abge­se­hen davon, wenn Du diejeni­gen fra­gen würdest, die ger­ade an den Schalthe­beln sitzen, wür­den die Dir eben­so sagen, dass sie Geld nicht bedin­gungs­los ver­schenken, son­dern daran zahlre­iche Bedin­gun­gen in Form von Scheinen, Berech­ti­gun­gen, Anforderun­gen, etc. geknüpft sind. Kön­nte es sein, dass wir das, was Du forder­st, bere­its haben, es Dir aber den­noch zu sozial­is­tisch ist? In diesem Fall würde ich empfehlen, Dich mehr auf den Teil mit dem “frem­den Eigen­tum” zu konzen­tri­eren, und weniger darauf, wie dieses einge­set­zt wer­den soll. Da liegt die Lösung.

  2. “hier gibt es den langsamen Weg, der über Chan­cen­gle­ich­heit führt, welche wiederum nur das Bil­dungssys­tem schaf­fen kann,”

    Ich denke, dass diese Aus­sage falsch ist. Mit “Bil­dungssys­tem” meint man in der Regel “Schule”, während man mit “Chan­cen­gle­ich­heit” die Möglichkeit­en beschreibt, die jemand zum Geld­ver­di­enen hat. 

    Um die Aus­sage für wahr zu hal­ten, müsste man annehmen, dass in der Schule Fähigkeit­en ver­mit­telt wer­den, die sich zum Gelder­werb eignen, oder zumin­d­est später, auf den dort ver­mit­tel­ten Fähigkeit­en auf­bauend, Fähigkeit­en erwor­ben wer­den, die sich zum Gelder­werb eignen. Bei den meis­ten Men­schen ist dies jedoch nicht der Fall. Die meis­ten Men­schen kom­men mit “Lesen, Schreiben, Grun­drechenarten” vol­lkom­men aus, und benöti­gen weit­eres Schul­wis­sen in ihrem Beruf nicht, beziehungsweise sie kön­nen es sich bequem neben­bei aneignen, während sie einen Beruf erler­nen. So viel ist das in der Regel näm­lich nicht. Tiefer­ge­hen­des Grund­wis­sen braucht man erst, wenn man ein STEM-Feld studieren will. Und auch da zeigt sich, dass Stu­den­ten, die bere­its eine the­men­ver­wandte Aus­bil­dung genossen haben, die bessere Stu­di­en­ab­schlüsse schaf­fen. Kranken­schwest­ern wer­den, im Ver­gle­ich zu Abi­turi­en­ten, die besseren Ärzte. Pro­gram­mier­er wer­den die besseren Infor­matik­er, und so weiter.

    Was ein “Bil­dungssys­tem” schafft, ist eine Sit­u­a­tion, in der jed­er Einzelne mit­tels seines Bil­dungsab­schlusses nach­weisen kann, dass der Staat unge­fähr 100000€ in seine Bil­dung gepumpt hat. Wer diesen Bil­dungsnach­weis nicht hat, in den wur­den keine 100000€ investiert. Deshalb hat es sich bei Arbeit­ge­bern eing­bürg­ert, diejeni­gen, in die von frem­dem Geld 100000€ investiert wurde, zu bevorzu­gen. Chan­cen­gle­ich­heit — Also Mer­i­tokratie abhängig von den vorhan­de­nen Fähigkeit­en — wird dadurch nicht befördert, und es wer­den durch dieses Sys­tem sog­ar aktiv diejeni­gen aus­ge­gren­zt, die sich ihre benötigten Fähigkeit­en auf anderem Wege angeeignet haben, weshalb es kaum einen Anreiz gibt, sich außer­schulisch Bil­dung anzueignen — was übri­gens ziem­lich tragisch ist. Alles, was das Bil­dungssys­tem erre­icht, ist es, Men­schen einem min­destens zehn Jahre andauern­den, und 100000€ kos­ten­den, Intel­li­gen­ztest zu unter­w­er­fen, für den ein Psy­chologe heutzu­tage 90 Minuten braucht, und der dabei noch ein aus­sagekräftigeres Ergeb­nis erreicht.

    In Afri­ka ist es zudem absurd, vom Bil­dungssys­tem zu erwarten, die Voraus­set­zun­gen zu Wohl­stand zu schaf­fen, weil die wichtig­ste Voraus­set­zung von Wohl­stand die Nutzung von Tech­nolo­gie ist. Die Nutzung von Tech­nolo­gie erfordert ein hohes Maß an Intel­li­genz. Intel­li­genz ist erblich, region­al unter­schiedlich verteilt, und Schwarze haben im Schnitt beson­ders wenig davon abbekom­men. Auch, wenn es nie­mand hören will, gibt es bere­its so viele Forschun­gen zu dem The­ma, dass diese Aus­sagen als belegt gel­ten müssen, und auch nicht von Einzel­beispie­len wider­legt wer­den kön­nen. Und der Men­schheit ist kein Weg bekan­nt, daran etwas zu ändern, so lange es keine Designerba­bies gibt. Schwarze in den USA schaf­fen, nach Jahrhun­derten des Aufen­thalts in einem der reich­sten Län­der der Welt­geschichte, im Schnitt 85 IQ Punk­te, und dieser Wert verän­dert sich nicht, egal, ob man sie inten­siv betreut, wie man es in den let­zten Jahrzehn­ten ver­sucht, oder über­haupt nicht betreut, wie man es vor 100 Jahren tat. Wenn man sich die kul­turellen Verän­derun­gen anschaut, die mit inten­siv­er Betreu­ung ein­hergin­gen, also zum Beispiel die Zahlen, wie viele schwarze Kinder in einem Haushalt mit bei­den Eltern­teilen aufwach­sen, oder wie hoch die Delin­quenten­rate ist, kön­nte es sog­ar sein, dass Betreu­ung unterm Strich neg­a­tive Auswirkun­gen hat.

    Ich würde inge­samt sog­ar so weit gehen, zu behaupten, dass Schwarzafri­ka mit Enteig­nung und Umverteilung eine bessere Chance hat, “Gle­ich­heit” herzustellen, als mit­tels Bil­dungspoli­tik. Wenn man Gle­ich­heit in der Kör­per­größe her­stellen will, und klein­wüch­sige Kinder auch bei zusät­zlich­er Nahrung nicht wach­sen wollen, so ist eine Unter­ernährung der Großwüch­si­gen auch ein möglich­es Mit­tel, um diese Gle­ich­heit herzustellen. Ich glaube, in dieser Denkweise liegt des Pudels Kern.

    Das ist mal wieder so ein langer Text, der ziem­lich gründlich einen Punkt wider­legt, und das, was aus diesem Punkt fol­gt, gle­ich mit angreift. Darüber hin­aus füh­le ich mich dazu ange­hal­ten, nun aus­drück­lich zu erwäh­nen, dass ich finde, dass Du einen ziem­lich guten Text geschrieben hast, und ich es gut finde, dass Du die darin erwäh­n­ten Infor­ma­tio­nen ver­mit­telt hast. 

    P.S.

    “Enteig­nung bedeutet dabei verkürzt aus­ge­drückt Entzug oder Belas­tung von Recht­en an einem Grundstück.”

    Das ist eine ziem­lich gute Def­i­n­i­tion von “Enteig­nung”, wenn man das Wort “Grund­stück” weglässt. Es wun­dert mich, dass diese Def­i­n­i­tion von einem Amt kommt. Ich hätte mehr Schön­fär­berei nach dem Mot­to “Denn sie wis­sen nicht, was sie tun”-Heuchelei erwartet.

    “Wir müssen genau im Auge behal­ten, wann die Geset­ze so geän­dert wer­den sollen, dass der Rechts­bruch legit­imiert wird.”

    Die neuen Polizeige­set­ze und die Änderun­gen im BND-Gesetz, im Beson­deren, und die Überwachungs­ge­set­ze im All­ge­meinen, sowie die Anpas­sun­gen des Waf­fen­rechts während der let­zten Jahrzehnte, erfüllen diese Def­i­n­i­tion wohl nicht? “Aus ille­galer Ein­wan­derung legale Ein­wan­derung machen” klingt eben­falls nach ein­er Absichts­bekun­dung. Geset­ze zu ändern, damit man Dinge tun darf, die man vorher nicht tun durfte, ist doch busi­ness as usual.

  3. Das in Deutsch­land nen­nt man den Dun­ning-Kruger Effekt. Aus mein­er Sicht kollek­tiv! Heute ste­hen wir am Rand des Abgrunds. Mor­gen sind wir ein Schritt weiter!

  4. Na ja, soweit sind wir noch nicht, dass Mus­lime per Gesetz nur etwa 5% ein­er jeden Belegschaft aus­machen dür­fen und nicht mehr, entsprechend dem Bevölkerungsan­teil. So ein Gesetz würde aber Linke freuen, weil es den Hartz IV Anteil noch plan­bar­er macht.

    • …aber jet­zt, wo Özil weg ist, kön­nte die türkische Gemeinde eine Quote in der National­mannschaft fordern. Als Zeichen der Wertschätzung und gegen “Ras­sis­mus” gewis­ser­maßen. Was denkt ihr, wie lange solche Forderun­gen noch auf sich warten lassen? 😉

      • Darauf ließen sich die Poli­tik­er nie ein, weil die sich selb­st ins Bein schießen wür­den, wenn sie ihre Mannschaft durch eine Quoten­regelung weniger leis­tungs­fähig machen wür­den. Während Fußball ist, schaut nie­mand hin, was die Poli­tik macht, und man kann unbe­liebte Geset­zesvorhaben ein­fach so durchwinken.

  5. Was gibt es hier noch zu kom­men­tieren? Es macht nur noch unendlich trau­rig, auf welchem Abstieg sich die Gesellschaft begeben hat.

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