Es hat eine Weile gedauert, bis die ARD geruhte, auf die Empörung des fram­ing-gewöh­n­ten Pub­likums zu reagieren, welch­es erst nur vom Hören­sagen, dann aber durch aus­führlich gewürdigte Zitate (etwa hier, hier und hier [Teil 3, wird nachgere­icht]) von ein­er Studie erfuhr, welche die ARD-Geschäfts­führung (damals unter dem Vor­sitz von Karo­la Wille, MDR) bei der Lin­guistin Dr. Elis­a­beth Wehling in Auf­trag gab. Nun meldete sich am Son­ntag, den 17.2.2019 um 14 Uhr die aktuelle ARD-Gen­er­alsekretärin Dr. Susanne Pfab zu Wort, was an sich schon ein ungewöhn­lich­er Vor­gang ist, aber die Dringlichkeit nahm keine Rück­sicht auf das Woch­enende. Teil zwei des dre­it­eili­gen Artikels in der Welt erschien schließlich nur wenige Stun­den später, es war also Eile geboten.

Der Ton­fall des halb­herzi­gen Demen­tis der ARD schwankt zwis­chen Trotz, Beschwich­ti­gung und Rel­a­tivierung, was bis in die Typografie geht. Da spricht Frau Pfab vom „so genan­nten Fram­ing Man­u­al“ und set­zt Fram­ing Man­u­al in Anführungsze­ichen. So genan­nt wird das Pam­phlet jedoch, weil es exakt so genan­nt wurde – und zwar bere­its im Titel selb­st und in gold­e­nen Ver­salien! Ich möchte mich an dieser Stelle aber gar nicht inhaltlich mit dem Man­u­al auseinan­der­set­zen, das haben Don Alphon­so für „Die Welt“ (siehe oben) und Alexan­der Wendt auf Pub­li­co bere­its aus­führlich getan. Die Stel­lung­nahme der ARD-Gen­er­alsekretärin ist es jedoch, die die Unver­schämtheit noch auf die Spitze treibt und exakt in die Kerbe trifft, in die schon das Fram­ing-Man­u­al selb­st geschla­gen hat: die Unmündigkeit der Bürg­er.

Zunächst ein­mal, liebe Frau Pfab, ist der Titel des Man­u­als nicht missver­ständlich. Die beauf­tragte Lin­guistin ken­nt ihr Handw­erk und ihr zu unter­stellen, der Titel sei missver­ständlich, scheint mir doch eher eine plumpe Ablenkung zu sein. Es han­delt sich bei der vor­liegen­den Arbeit ja nicht um einen unverbindlichen Entwurf, son­dern um das fer­tige Ergeb­nis. Auch hätte eine diag­nos­tizierte Missver­ständlichkeit doch sich­er zu Nachbesserungs­forderun­gen seit­ens der ARD geführt – ger­ade wenn man „tagtäglich mit Sprache arbeit­et“, wie Sie ihrer ARD im Artikel ja selb­st attestierten. Man kauft doch kein Gutacht­en, in dem bere­its der Titel “unklar” for­muliert ist. Falls doch, müssen wir uns drin­gend darüber unter­hal­ten, wie sor­g­los die ARD „unser gemein­sames Rund­funkkap­i­tal (f)“ ver­schwen­det.

Pfab behauptet, das Papi­er sei wed­er Hand­lungsan­weisung noch Kom­mu­nika­tion­sstrate­gie, son­dern diene lediglich den „Teil­nehmenden ARD-intern­ern Work­shops im Vor­feld als Diskus­sion­s­grund­lage und Denkanstoß“ und sei deshalb „zur Weit­er­gabe völ­lig ungeeignet“. Das bedeutet jedoch im Umkehrschluss, dass es zur inter­nen Schu­lung geeignet sei – und das obgle­ich es bere­its im Titel „missver­ständlich“ ist. Frau Pfab legt großen Wert auf Kon­tex­tu­al­isierung, um das Papi­er abzuschwächen. Ich frage mich allerd­ings, welch­er Kon­text rel­a­tivierend auf ein Papi­er wirken kön­nte, das für den inter­nen Gebrauch bes­timmt ist und in dem externe Fak­toren pauschal entwed­er ver­teufelt (pri­vate Medi­en) oder durch geschick­tes Word­ing und Nudg­ing (Zuschauer) infan­til­isiert wer­den. Es tut mir leid, aber mir will dazu kein Beispiel ein­fall­en. Vielle­icht fehlt mir aber auch die nötige Phan­tasie oder ein­fach auch nur die Zeit, mich mit Sand­kas­ten­spielchen zu befassen, für die die ARD in ihren inter­nen Work­shops offen­bar reich­lich Zeit und Mit­tel find­et.

Verantwortungsvoller Umgang mit Sprache?

Richtig deut­lich wird Frau Pfab hinge­gen, wenn sie von Ver­ant­wor­tung spricht. „Die Arbeit­sun­ter­lage macht unter anderem darauf aufmerk­sam, dass es sin­nvoll sei, über sprach­liche For­mulierun­gen auch die dahin­ter­ste­hen­den Werte offen­zule­gen.“

Nie ist sie ehrlich­er und klar­er, als in diesem Satz. Um die Werte geht es und darum, dass diese als Ober­welle und Hin­ter­grund­strahlung immer mitzusenden sind. Die rechtliche Stel­lung der ARD und deren Begrif­fliche For­mulierung ist kein Wert, son­dern schlicht eine juris­tis­che Tat­sache – zudem eine, die sich auch ändern kann, eben­so wie sich andere geset­zliche Regelun­gen tagtäglich ändern. Ein Fahrver­bot hier, eine Kraftwerksab­schal­tung dort – auch die Ein­rich­tung und rechtliche Stel­lung der ARD ist nicht in Stein gemeißelt und nicht nur unter dem Gesicht­spunkt der ener­getis­chen Effek­tiv­ität frag­würdig. Die Angst vor dieser Real­ität dürfte für das Bestreben der ARD mitver­ant­wortlich sein, sich weg von wirtschaftlich­er Ver­ant­wor­tung und hin zu ein­er ver­ab­so­lu­tierten moralis­chen Meta-Ebene zu bewe­gen.

„Die For­mulierung „öffentlich-rechtlich­er Rund­funk“ enthält beispiel­sweise kein­er­lei inhaltliche Aus­sage, außer die rechtliche Organ­i­sa­tions­form zu benen­nen. “Unser gemein­samer freier Rund­funk” weist hinge­gen auf den gemein­wohlo­ri­en­tierten Auf­trag der ARD für die gesamte Gesellschaft hin.“

Die For­mulierung enthält sog­ar sämtliche inhaltlich rel­e­van­ten Infor­ma­tio­nen, weil sie daran erin­nert, dass die ARD eine von der Öffentlichkeit finanzierte Ein­rich­tung ist, die sich rechtlich mit allen Mit­teln – auch mit Zwang – Gel­tung ver­schafft. Diesen Zwang als das neue „frei“ zu beze­ich­nen, ist nun nicht mehr nur eine interne Eige­nart eines unverbindlichen und aus dem Kon­text geris­se­nen und blöder­weise an die Öffentlichkeit gelangten Papierchens, das ist nun offizieller Press­esprech der ARD-Gen­er­alsekretärin. Für die Klarstel­lung und Unter­stre­ichung danken die Gebühren­zahler sehr, Frau Pfab! Zumin­d­est bei Ihnen war das Fram­ing der Studie erfol­gre­ich.

Etwas ver­steck­ter und verk­lausuliert hat uns Frau Pfab auch ein klares Bild von ihrer inneren poli­tis­chen Ver­fas­sung gegeben. In der For­mulierung „Medi­en­an­bi­eter, die ein kom­merzielles Geschäftsmod­ell ver­fol­gen, auch als “kom­merziellen Rund­funk” zu beze­ich­nen, ist für mich kon­se­quent und stim­mig“ schwingt eine kaum ver­hoh­lene Ver­ach­tung für mark­twirtschaftlich ori­en­tierte Medi­en mit, auch wenn Pfab sich anschließend  aus­drück­lich von Begrif­f­en wie „Prof­itzen­sur“ dis­tanziert. Das Selb­stver­ständ­nis der ARD, per Geset­zeskraft und prinzip­iell mark­twirtschaftlich arbei­t­en­den Medi­en über­legen zu sein, speist sich näm­lich im Wesentlichen aus jenen finanziellen Mit­teln, die in der (teil­weise) noch vorhan­de­nen Mark­twirtschaft hierzu­lande erwirtschaftet wer­den. Und natür­lich auch aus dem Fakt, dass es dem Bürg­er im Rah­men sein­er „Eigen­für­sorge (f)“ nicht freigestellt ist, die 17,50 Euro „Exzel­lenz statt Umsatz (f)“ für „die ARD als ver­längerten Arm des Bürg­ers“ auszugeben, oder wahlweise in Whiskey, Whiskas und Woll­sock­en zu investieren.

Gin­ge es mark­twirtschaftlich zu in Deutsch­lands Medi­en­land­schaft, gäbe es ein Gle­ichgewicht aus Kosten und Nutzen für jeden Bürg­er und zudem die echte freie Wahl des Medi­enkon­sums oder Nichtkon­sums. Dass etwa 10% der Bürg­er ver­suchen, sich dem Zwang des „freien Rund­funks (f)“ zu entziehen, spricht nicht ger­ade für dessen Unbe­den­klichkeit. Man darf wohl annehmen, dass wed­er die Frei­willigkeit sug­gerieren­den Fram­ing-Begriffe ein­er sich­er nicht bil­li­gen Unter­suchung noch das kurz ange­bun­dene Demen­ti ein­er ARD-Gen­er­alsekretärin diese Zahl verklein­ern wer­den.

(f) Fram­ing-Begriffe aus dem Gutacht­en

Die Seite Netzpolitik.org hat das Gutacht­en nun endlich auch als PDF zugänglich gemacht. Lesen und genießen Sie diese PDF hier.

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18 Kommentare

  1. Lieber Rolf,

    danke für deinen wirk­lich her­vor­ra­gen­den Kom­men­tar!
    Ein Zitat hier­aus:
    “Dies ist, neben­bei bemerkt, vol­lkom­men kon­trär zum christlichen Moralver­ständ­nis, das einen freien Willen – und keinen manip­ulierten Willen oder erzwun­ge­nes Han­deln – als Grund­vo­raus­set­zung moralis­chen Han­delns voraus­set­zt.”

    “Christlich­es Moralver­ständ­nis” zielt wahrschein­lich auf meinen Kom­men­tar ab, in welchem ich die Meta­moral der ARD mit dem Auf­trag der christlichen Kirchen ver­glich.
    Keines­falls wollte ich hier­durch die Kirchen her­ab­würdi­gen und auf eine Stufe mit dem Sender ARD stellen. Meine Inten­tion war: Sendeanstal­ten wie ARD und ZDF sollen uns in ihren Nachricht­ensendun­gen durch Fak­ten informieren, uns aber nicht durch eine wie auch immer geart­ete Meta­moral ver­suchen zu erziehen, umzuerziehen oder zu manip­ulieren.
    Ich als Katho­lik meine, dass Moral (und auch Gefüh­le) schw­er­punk­t­mäßig in die Kirche gehören.
    Natür­lich dür­fen ARD und ZDF auch moralisch tätig wer­den (und Gefüh­le zeigen); dann müssen sie dies aber in bes­timmte Sende­for­mate unter­brin­gen und als Mei­n­ung oder Kom­men­tar kennze­ich­nen und kein Man­u­al her­aus­brin­gen, wo alles miteinan­der ver­mis­cht wird, um die geplante Gebühren­er­höhung und poli­tis­che Dinge vorzu­bere­it­en und zu recht­fer­ti­gen.

    Für meinen missver­ständlichen Ver­gle­ich möchte ich mich entschuldigen.

    • Nee, das zielte auf den Anar­chris­ten, der sich hier ja mal als “irgend­wie christlich” hin­stellte, wenn ich das richtig in Erin­nerung habe.

      Es geht darum, dass die Annahme des freien Wil­lens im christlichen Men­schen­bild von grundle­gen­der Bedeu­tung ist (nach dem Eben­bild Gottes erschaf­fen), und eine Hand­lung, nach christlich­er Morallehre, über­haupt nicht moralisch sein KANN, wenn dieser keine frei­willige Entschei­dung voraus­ge­ht. Zwang oder Manip­u­la­tion nimmt den freien Willen, und zer­stört damit die Fähigkeit des Men­schen, die Resul­tate sein­er Hand­lun­gen als sein Eigenes zu beanspruchen, wodurch er über­haupt nicht mehr gut han­deln KANN. Tat­säch­lich geht das Ganze noch nen Schritt weit­er, weil man annimmt, dass Men­schen von Natur aus sündig sind, und sie diese Sünd­haftigkeit über­winden müssen, um zu Gott zu find­en. Wenn sie keine Wil­lens­frei­heit mehr haben, weil sie manip­uliert oder gezwun­gen wer­den, kön­nen sie dies nicht mehr. Ich denke, dass es, aus christlich­er Sicht, ne ziem­lich große Sache ist, Men­schen ihren freien Willen zu nehmen, weil man ihnen dadurch die Möglichkeit nimmt, erlöst zu wer­den, und man ihre Seele dadurch ver­dammt.

      Zumin­d­est ist das meine Inter­pre­ta­tion der christlichen Morallehre.

      P.S.
      ich has­se dieses Captcha

  2. Die Studie gibt all­ge­mein betra­chtet wenig neues Preis. Die beschriebe­nen Fehler des ARD in sein­er Wort­wahl sind stim­mig. Mit Gehirn­wäsche hat das über­haupt nichts zu tun und das Gutacht­en ist auch nicht als Hand­buch zu betra­cht­en. Das einzige was zählt ist, dass die Wahrheit gesprochen wird. Erst wenn Lügen oder Luftschlöss­er durch emo­tionales Fram­ing zu etwas akzept­ablem umge­formt wer­den sollen, ist das abzulehnen.

    Die Wahrheit ist ein Geschenk, dass auch gut ver­packt wer­den muss. Das erfordert näm­lich die von den Massen gelebte — lei­der sehr flüchtige — Aufmerk­samkeit­sökonomie und unser aus Assozi­a­tio­nen aufge­bauter Denkap­pa­rat.

    “Ist ja eh alles gel­o­gen bei der ARD…” incom­ing in 3, 2, 1 .…

    • [[ Die Wahr­heit ist ein Geschenk, dass auch gut ver­packt wer­den muss. Das erfor­dert näm­lich die von den Massen gelebte – lei­der sehr flüch­tige – Auf­merk­sam­keits­öko­no­mie und unser aus Asso­zia­tio­nen auf­ge­bau­ter Denkap­pa­rat. ]]

      Blödsinn. (Ver­di­ent noch nicht ein­mal ein Aus­ru­fungsze­ichen!)

    • Definiere “Wahrheit”.

      Nor­maler­weise schließen “Wahrheit” und “Gefüh­le” einan­der aus. Unser Gehirn ist nicht dafür gemacht, logisch oder empirisch zu denken, weshalb es erforder­lich ist, die eige­nen Gefüh­le und Vor­ein­genom­men­heit­en best­möglich auszuschließen, um zu einem ratio­nalen Ergeb­nis zu kom­men, und die meis­ten Men­schen sind dazu über­haupt nicht in der Lage. Es gibt mitler­weile ton­nen­weise Lit­er­atur über die ganzen Fehlfunk­tio­nen des men­schlichen Gehirns, die Ratio­nal­ität und Wahrheits­find­ung im Weg sind.

      Das was die Dame in ihrem Gutacht­en gemacht hat, nen­nt sich “Neu­rolin­guis­tis­che Pro­gram­mierung”. Die hat ver­sucht, die Fehlfunk­tio­nen des men­schlichen Gehirns gezielt dahinge­hend auszunutzen, dass die Men­schen zum von ihr gewün­scht­en Ergeb­nis kom­men. Sie will nicht, dass Men­schen die Wahrheit find­en, wie auch immer diese ausse­hen mag, son­dern sie will Men­schen dahinge­hend manip­ulieren, dass diese für wahr hal­ten, was die Dame will. Dies allein mag kein Beweis für Unwahrheit sein, aber darum geht es nicht.

      Es ist ver­w­er­flich, Men­schen auf manip­u­la­tive Weise fernzus­teuern, und ihren freien Willen wegzu­ma­nip­ulieren. Dies ist, neben­bei bemerkt, vol­lkom­men kon­trär zum christlichen Moralver­ständ­nis, das einen freien Willen — und keinen manip­ulierten Willen oder erzwun­ge­nes Han­deln — als Grund­vo­raus­set­zung moralis­chen Han­delns voraus­set­zt. Im vor­liegen­den Fall kommt erschw­erend hinzu, dass die Akzep­tanz eines Geset­zes her­beima­nip­uliert wer­den soll, was die Anwen­dung von Zwang und Gewalt gegen diejeni­gen, die mit diesem Gesetz nicht ein­ver­standen sind, impliziert. Es ist eine Manip­u­la­tion, die zusät­zliche Gewalt bewirken soll. Zweck dieses Geset­zes ist es, eine Infra­struk­tur aufrecht zu erhal­ten, dessen Exis­tenz weit­ere solch­er Manip­u­la­tio­nen in anderen Bere­ichen zur Folge haben wird, die eben­falls zusät­zliche Gewalt in Geset­zes­form erzeu­gen sollen.

      Dieser Sachver­halt hat die Gren­ze unmoralis­chen Han­delns weit über­schrit­ten, und deshalb regen sich die Leute auf.

      BTW, das, was Ihr über “Demokratie”, die BRD, und das Grundge­setz denkt, und eigentlich das ganze gesellschaftliche Over­ton Win­dow, basiert auf solchen Gehirn­wäschetech­niken. Dass diese Tech­niken einge­set­zt wer­den, um Euch monatlich rund 20€ aus der Tasche zu ziehen, ist noch eines der harm­los­es­ten Ein­satzge­bi­ete. “Man­u­fac­tured Con­sent” von Naom Chom­sky ist ein lesenswertes Buch.

      P.S.

      @Roger:

      Ich möchte an dieser Stelle noch erwäh­nen, dass ich nicht der hier pos­tende “Adolf” bin. Ich fühlte mich beim Wort “Anonym” verdächtigt. Ich würde aber gerne mehr von ihm lesen, weil ich selb­st auch gerne das “What would Adolf Hitler say”-Spiel spiele. Ich glaube, der ver­sucht zu sagen, dass nicht Hitler böse ist, son­dern Total­i­taris­mus, und Total­i­taris­mus ganz und gar nicht tot ist. Zumin­d­est ist das meine Inter­pre­ta­tion.

  3. Die ARD hat eine GENERALSEKRETÄRIN? Aha. So wie die NATO? Oder die ehe­ma­lige SOWJETUNION? In welch­er verfi*ten Staatssim­u­la­tion lebe ich eigentlich?

      • An dem Begriff Gen­er­alsekretärin würde ich mich auch nicht stören, auch wenn halb- oder ganzs­taatliche Ein­rich­tun­gen dazu neigen, ihre Hier­ar­chie nach mil­itärischen oder parteilichen zu benen­nen. Die ARD ist allerd­ings KEIN Zusam­men­schluss ver­schieden­er Medi­enun­ternehmen und auch kein Ver­band. Schon der Begriff “Unternehmen” führt in die Irre und ver­schieden sind die schon mal über­haupt nicht. Es find­et auch kein Wet­tbe­werb inner­halb des “Ver­ban­des” statt, wenn man den Wet­tbe­werb um die besten und höch­st­dotierten Posten inner­halb der Hier­ar­chie nicht als solchen nimmt.
        Eine Stadtver­wal­tung oder den Bun­destag würde man ja auch kaum als Unternehmen beze­ich­nen. Was die ARD ist, ist eine hor­i­zon­tal und ver­tikal extrem bre­it aufgestellte Behörde, die gemein­sam mit dem ZDF eine mark­tverz­er­rende und mark­t­be­hin­dernde Posi­tion in der Medi­en­branche ein­nimmt.

  4. Wenn ich schon allein nur solche Begriffe wie “unser gemein­samer freier Rund­funk” lese, ste­hen mir die Nack­en­haare zu Berge und ich kriege grüne Pick­el.
    Schönred­erei ver­ab­scheue ich zutief­st.

    Das merkt doch ein Blind­er, wie manip­u­la­tiv solche Phrasen sind. Ich glaube, das stößt die Leute eher ab, als dass sie es sym­pa­thisch find­en.

    • Für einen steuer­fi­nanzierten “öffentlich-rechtlichen” Sender sicher­lich gren­zw­er­tig.
      Manip­u­la­tiv sind aber alle anderen Sender auch, egal ob pri­vat oder nicht. Da gibt´s keine Aus­nahme.
      Vielle­icht sollte man es aber genau deswe­gen nicht so heiß essen wie es gekocht wird,
      denn in wie weit man sich manip­ulieren lässt, liegt immer noch an jedem selb­st!

    • Ist doch die Wahrheit.

      Wir alle bezahlen ihn gemein­sam und daher ist er auch ins­ge­samt sehr frei (Nicht abhängig von Wer­beein­nah­men und Verkauf­szahlen). Die offe­nen Kanäle wer­den auch vom ARD-Bud­get finanziert.

      Es kann auch nie­mand ein­fach sagen: “So der Laden wird verkauft!” oder “Nicht mehr rentabel, daher wird der Betrieb eingestellt.”

      • Das ist auch die Def­i­n­i­tion von Zwang, weil es diejeni­gen nicht aus­lässt, die nicht mit­machen wollen. Übri­gens ist die Tat­sache, dass ein Laden nicht rentabel sein kann und deshalb unter geht, die gesün­deste Sache der Welt. Passiert irgend­wann sowieso — wenn man es den Markt nicht regeln lässt, muss man eben immer wieder auf den Unter­gang des Sozial­is­mus und der Staatswirtschaft warten. Dauert eben unter­schiedlich lange, passiert aber IMMER. Radio Bre­men ist im Grunde seit 30 Jahren Pleite aber nie­mand zieht den Steck­er. Wie wichtig ist Radio Bre­men?

        • Wenn es danach geht ist Deutsch­land auch pleite, so über­schuldet wie wir sind.
          Wer zieht den Steck­er?
          Unrentabel heißt noch lange nicht sinn­los!

    • “das stößt die Leute eher ab, als dass sie es sym­pa­thisch find­en.”
      .
      Sich­er, so deut­lich & deshalb doof wie hier im FRAMING MANUAL ist diese Manip­u­la­tion sel­ten zu beobacht­en.
      Und deshalb wer­den sie beim näch­sten Mal die gle­iche Sache geschick­ter anpack­en.

  5. Beschäftigte kom­men bei der ARD nicht weit, wenn sie das Man­u­al nicht verin­ner­licht und zusät­zlich die richtige poli­tis­che Gesin­nung haben.

    Das Man­u­al hat etwas von Gehirnwäsche/Umerziehung.

    So nette Dinge aus dem Inhalt, wie z. B. The­men zu moral­isieren, um Kri­tik­er gezielt ins Unrecht zu set­zen oder Moral­predigten erset­zen Fak­ten oder Moral ste­ht über Wahrheit.

    Zitat: „Und dann beim drit­ten, vierten, fün­ften Mal ergeben sich Ein­schleif-Prozesse im Gehirn und ein Wieder­erken­nungsef­fekt – egal, ob die Sache wahrhaft ist oder eine Lüge. Und dann sagt das Gehirn irgend­wann: Ist mir viel zu anstren­gend, das ist für mich jet­zt eine Wahrheit.“

    Kommt uns das nicht bekan­nt vor? Ken­nen wir das nicht alle seit unge­fähr 2015?

    Liebes ARD-Team!
    Hier nun endlich mein klein­er Tipp für euch zur Umgestaltung/Anpassung eures Cor­po­rate Design; damit sich dieses zukün­ftig bess­er in euer Cor­po­rate Iden­ti­ty (ARD-Man­u­al) ein­fügt, kleine Änderun­gen: Statt der futur­is­tis­chen, edlen, sehr ele­gan­ten und sicher­lich richtig teuren Ein­rich­tun­gen eur­er Nachricht­en­stu­dios empfehle ich euch eine hohe, aber schlichte Kanzel. Darauf kön­nt ihr dann ggf. euren Moralkrams ein­ritzen oder malen lassen.
    Und bei der Klei­dung der Sprech­er und Mod­er­a­toren (m/w/s) bitte einen ein­fachen schwarzen Talar. Nähere Infor­ma­tio­nen dazu erhal­tet ihr bei den Kirchen.
    Dann kommt das Ganze mit der Moral noch bess­er rüber. Denn ihr wisst ja, wir ein­fachen Bürg­er (m/w/s) kapieren ein­fach nix – wie war das noch mal mit den Ein­schleif-Prozessen im Gehirn?
    Bei euren Gehäl­tern und Pen­sio­nen müssten wir dann auch noch etwas (stärk­er) feilen.
    Wohl dann – ans moralis­che Werk!
    Auf, auf, sagt es auch gle­ich euren Schwest­ern und Brüdern vom ZDF!

  6. Lieber Roger, ich hat­te heute Vor­mit­tag schon ein­mal die Gele­gen­heit, das Orwellsche Werk kurz zu über­fliegen, nur davon ist mir schon die Spucke wegge­blieben und habe mich hin­reißen lassen, der ARD schon mal ein kurzes State­ment per Mail zu senden. Darin habe ich mich für die Offen­heit bedankt, mit der die “Anstalt” nun­mehr ihre Kon­sumenten nugdet und bevor­mundet, mit “Bedi­enungsan­leitung” sozusagen. Der ganze Wisch steckt voller Unge­heuer­lichkeit­en und Frech­heit­en, schon bei kurzem Über­flug überdeut­lich sicht­bar. Bin ges­pan­nt auf die öffentliche Mei­n­ung in den Freien Medi­en, die wohl noch heute über die ARD kom­men wird. Viele Grüße und danke für den Beitrag.

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