Je unbe­grei­flich­er ein Ver­brechen, desto wahrschein­lich­er wird es poli­tisch instru­men­tal­isiert. Die Reak­tio­nen auf den Mord an Kindern in ein­er Grund­schule in Uvalde, Texas, weicht aber in vie­len Details vom eigeübten Schuldzuweisungs­bin­go ab. Anders als noch kurz zuvor bei einem ver­gle­ich­baren Fall in Buf­fa­lo, wo als Motiv sehr schnell der offen­sichtliche Ras­sis­mus des Täters als ursäch­lich beze­ich­net wurde, waren Medi­en und Poli­tik schein­bar rat­los, was die Moti­va­tion des aktuellen Schützen ange­ht. Schließlich passte der Täter nicht in die üblichen Sch­ablo­nen des Ras­sis­mus. Seine Opfer waren zwar Lati­nos, er selb­st jedoch auch. Es gab auch keine wirren Man­i­feste, die der pathol­o­gis­chen Einord­nung helfen kön­nten. Die Rat­losigkeit in Poli­tik und Medi­en währte nur kurz, denn mit Wucht stürzte man sich fast sofort auf die „Waf­fen­lob­by“, die, ein­flussre­ich und mächtig und natür­lich von den Repub­likan­ern gedeckt, die Opfer zu ver­ant­worten habe.

„Wenn die USA jet­zt endlich vernün­ftige Beschränkun­gen für Schuss­waf­fen ein­führen, kön­nten wir in Deutsch­land doch endlich ein vernün­ftiges all­ge­meines Tem­polim­it bekom­men, oder?“ spekulierte etwa der Klimapro­fes­sor Ste­fan Rahm­storf. Im Unge­fähren bleibend, wie es seine Art ist, blieb Rahm­storf auch hier die Erk­lärung schuldig, wie eine „vernün­ftige Beschränkung“ ausse­hen mag. Ver­mut­lich hat es aber irgend etwas mit CO2 zu tun, son­st würde er Waf­fen­recht ja nicht mit Tem­polim­it zusam­men­rühren.

Dun­ja Hay­ali zeigt gle­ich mit dem Fin­ger auf Greg Abbott, den Gou­verneur von Texas und klagt an: „Das ist der Mann, der das Recht auf Waf­fenbe­sitz mit Freiheit/Selbstbestimmung begrün­det, während er diese Argu­mente Frauen, die abtreiben wollen, ver­wehrt“. Die Gericht­shöfe der Moral ken­nen bekan­ntlich keine Geschäft­sor­d­nung und nehmen es auch mit der Wahrheit nicht so genau. Denn die Begrün­dung für das Recht auf Waf­fenbe­sitz find­et Abbott in der zweit­en Ver­fas­sungszusatz, er muss ihn nicht begrün­den. Außer­dem „ver­wehrt“ Texas Abtrei­bun­gen nicht, son­dern hat eine Fris­ten­regelung einge­führt, die der in Deutsch­land nicht unähn­lich ist.

Den Vogel der Unwis­senheit schießt aber unsere Faeser-Nan­cy ab, wenn sie behauptet: „Die furcht­bare Blut­tat an ein­er Grund­schule in #Texas erschüt­tert mich sehr. Es ist entset­zlich, dass so viele Kinder und eine Lehrerin getötet wur­den. Und es ist schlimm, wie mächtig die Waf­fen­lob­by in den USA noch immer ist — trotz so viel­er schreck­lich­er Ver­brechen.“ Ich teile Fae­sers Erschüt­terung – welch­er denk­ende und füh­lende Men­sch tut das nicht? Die Mächtigkeit der Waf­fen­lob­by ist jedoch nur eine erah­nte, ger­ade, wenn man sie mit der Real­ität und dem Ein­fluss ander­er Ein­flussgrup­pen ver­gle­icht.

Gute Lobby, böse Lobby

Über­prüfen wir also mal Fae­sers Unter­stel­lung und schauen in die nack­ten Zahlen. Man find­et schnell die Sta­tis­tiken für die Beträge, welche Lob­by­or­gan­i­sa­tio­nen unter dem Label „Gun Rights“ für die poli­tis­che Land­schaft­spflege in den USA lock­er machen. 2021 war ein Reko­rd­jahr! Ins­ge­samt 15,7 Mil­lio­nen Dol­lar verteile die Waf­fen­lob­by. Die viel gescholtene NRA ist unter den Geldge­bern übri­gens nur auf Platz zwei. Stolze Sum­men, gewiss. Jedoch nicht mal unter den Top-20 der poli­tis­chen Ein­flussnah­men. Auf Platz 20 ste­ht übri­gens die Fil­min­dus­trie mit mehr als 58 Mil­lio­nen Dol­lar „Sup­port“ allein im Jahr 2021. Unange­focht­en und mit atem­ber­auben­den 356 Mil­lio­nen Dol­lar auf Platz eins ste­ht jedoch – Trom­mel­wirbel – die Phar­main­dus­trie. Und wer hätte je gehört, dass die ihren Ein­fluss für irgend­was schlimmes miss­braucht! Diese Infor­ma­tion wird ihnen präsen­tiert von: Pfiz­er!

Es ist also nicht eine ein­flussre­iche Lob­by mit viel Geld, die den Waf­fenbe­sitz vertei­digt, son­dern in erster Lin­ie die Ver­fas­sung selb­st, auch wenn das eini­gen Poli­tik­ern ein Dorn im Auge ist. Und der zweite Ver­fas­sungszusatz definiert nun mal die Abwehrrechte des Bürg­ers gegen den Staat und nicht, was der Staat dem Bürg­er ges­tat­tet.

Ich kann die Ohn­macht und die Wut ver­ste­hen, die sich angesichts schreck­lich­er Tat­en wie der in Uvalde ein Ven­til sucht. Spätestens nach eini­gen Tagen muss sich aber wieder Ratio­nal­ität ein­stellen, um die Vorgänge so sach­lich zu unter­suchen, dass man sin­nvolle Schlussfol­gerun­gen für die Zukun­ft ziehen kann. Deutsches Poli­tik­erge­heul dringt glück­licher­weise nicht bis nach Texas und während Faeser und Rahm­storf längst weit­erge­zo­gen sind mit ihrem Aufmerk­samkeit­szirkus, vielle­icht zu Waf­fen­liefer­un­gen an die Ukraine oder CO2-neu­traler Kriegs­führung, däm­mert den Amerikan­ern ger­ade, dass der erste Reflex, alle Schuld der „Waf­fen­lob­by“ zuzuschieben, ver­früht war.

Der Täter erfüllte alle psy­chol­o­gis­chen Merk­male eines amok­laufend­en Außen­seit­ers. Eltern getren­nt, Mut­ter mit Dro­gen­prob­le­men, er selb­st lebte bei der Groß­mut­ter. In der Klasse wegen eines Sprach­fehlers und der Armut der Fam­i­lie gehänselt, ohne Fre­unde und let­ztlich auch ohne Schu­la­b­schluss arbeit­ete er bei ein­er Burg­er-Kette. Die Waf­fen hat­te er völ­lig legal gekauft und für 2.000 Dol­lar gle­ich ger­adezu ein Luxu­s­mod­ell eines hal­bau­toma­tis­chen Kara­bin­ers erwor­ben. Als „emo“ beze­ich­neten ihn seine Mitschüler, also emo­tion­al gestört, was vielle­icht in ein­er Gruppe schwarz gek­lei­de­ter Jugendlich­er mit Kajal um die Augen Iden­titätss­tif­tend sein mag, ihn aber vere­inzelte und dem Spott aus­set­zte. Genügte das, um im Back­ground­check des FBI, der jedem Waf­fenkauf in den USA voraus­ge­ht, irgend­wie aufz­u­fall­en? Offen­bar nicht.

Allen Forderun­gen nach Ver­schär­fung des Waf­fen­rechts liegt fol­glich entwed­er die Unwis­senheit zugrunde, wie scharf das Gesetz in dieser Hin­sicht bere­its ist, oder aber dem Fehlschluss, je schär­fer das Gesetz sei, desto sicher­er sei man vor solchen Schul­mas­sak­ern. Eine seit 1950 geführte Sta­tis­tik zeigt jedoch auf, dass 94% aller dieser Vor­fälle in soge­nan­nten Gun-Free-Zones stat­tfind­en und schaut man in die von Staat zu Staat unter­schiedlich aus­gestal­teten lokalen Regeln zum Waf­fenbe­sitz, müssten Kali­fornien, Illi­nois, New Jer­sey und New York dank schärf­ster Geset­ze auch die sich­er­sten Gegen­den sein. Offen­sichtlich ist das Gegen­teil der Fall.

Was macht eigentlich die Polizei?

Wom­it wir bei der Rolle der­er sind, deren Beruf es ist, Waf­fen zu tra­gen: der Polizei. Der Täter von Uvalde kon­nte die Schule betreten, weil ein Lehrer die Tür nicht geschlossen hat­te. Nur zwei Minuten nach dem Schützen war auch die Polizei vor Ort und bin­nen weniger Minuten wuchs die Stärke der Polizei in der Schule an. Um 12:03 Uhr waren 19 bewaffnete Polizis­ten im Gebäude und warteten. Und warteten. Und warteten noch bis 12:50 Uhr, bis sie endlich die Tür auf­brachen und den Schützen töteten. In der Zwis­chen­zeit gin­gen bei der Polizei min­destens fünf Anrufe aus dem Klassen­raum ein. 12:16 Uhr sagte der Anrufer, es lebten wohl noch acht oder neun Schüler. Das Minuten­pro­tokoll ist schock­ierend. 47 Minuten ver­strichen ungenutzt. Siebe­nund­vierzig Minuten, in denen der Täter etwa 100 Schuss abfeuerte. Die Polizei kon­nte leicht mitzählen, denn sie stand ja vor der Tür. Man stelle diese Zahl und die ver­strich­ene Zeit in Rela­tion zu Bidens Aktion­is­mus, etwa „High Capac­i­ty Mag­a­zines“ (was auch immer er darunter ver­ste­ht) zu ver­bi­eten, wenn der Wech­sel eines Mag­a­zins kaum eine Sekunde dauert. In 47 Minuten kann man eine Menge Mag­a­zine wech­seln!

Die Ver­ant­wortlichen räu­men ein, die Polizei habe „die falschen Entschei­dun­gen getrof­fen“. Welch­er Lob­by kön­nte man das wohl in die Schuhe schieben? Oder sind nach zwei Jahren „defund the police“ vielle­icht nicht mehr die besten Cops übrig? Ver­sanden drin­gende Polizeire­for­men vielle­icht in poli­tis­chen Spiegelfechtereien? Wir kön­nen nur Mut­maßun­gen anstellen. Gewis­sen poli­tis­chen Kreisen ist es jeden­falls ein Ärg­er­nis, dass die Bevölkerung mit­tler­weile bis an die Zähne bewaffnet ist. Die Sorge ist nicht unbe­grün­det, fußt aber auf einem Kat­e­gorien­fehler. Die Men­schen bewaffnen sich nicht aus niederen Beweg­grün­den, son­dern weil sie ihren Regierun­gen und mit­tler­weile auch der Polizei nicht mehr über den Weg trauen. Nach dem Mas­sak­er von Uvalde sich­er noch weniger.

Und während die Poli­tik – zumin­d­est unter­halb der Prä­sidi­alebene ­– im Jahr 2020 die gewalt­samen Auss­chre­itun­gen von Black Lives Mat­ter feierte, bewaffneten sich in bish­er ungekan­ntem Maße selb­st Bürg­er in vorge­blich fortschrit­tlich-demokratisch tradierten Gegen­den wie New Jer­sey und New York. Man stimmt gewis­ser­maßen mit den Kred­itkarten ab. Auch die Bun­desstaat­en schaf­fen in ungekan­nter Geschwindigkeit Fak­ten und vere­in­fachen ihr Waf­fen­recht auf „con­sti­tu­tion­al car­ry“, also das unbeschränk­te Recht, Waf­fen auch bei sich zu führen, 31 Staat­en sind es bish­er, das ist die Majorität.

Den Rest der ger­ade wieder aufkochen­den Diskus­sion hat längst der 3D-Druck abgeräumt. Und wenn es auch keine legalen Waf­fen sind, die sich per Druck­er her­stellen lassen, so herrscht doch nie ein Man­gel an krim­ineller Energie und fak­tis­ch­er Gele­gen­heit, ille­gal in den Besitz ein­er Waffe zu kom­men. Daran wer­den auch schreck­liche Ver­brechen wie das in Texas nichts ändern kön­nen. Der Unbe­waffnete ist immer der Dumme, egal ob gegenüber dem Ver­brechen oder einem Staat, der seine Auf­gaben entwed­er schlecht erfüllt oder seine Kom­pe­ten­zen über­schre­it­et.

Epilog

In der Nähe ein­er Schul-Abschlussfeier mit 30–40 Teil­nehmern in West Vir­ginia geri­et vor weni­gen Tagen (ich glaube, es war der 26.5.22) ein Mann in eine Verkehrskon­trolle. Er war zu schnell gefahren und hat­te offen­sichtlich auch son­st ein langes Strafreg­is­ter. Eine halbe Stunde später park­te er sein Auto in der Nähe der Schüler­par­ty, holte ein Gewehr von der Rück­bank und begann, in die Men­schen­menge zu schießen. Eine Frau, die zufäl­lig in der Nähe stand, bemerk­te das Tun des Schützen, zog ihre Pis­tole und ging auf die Gefahr zu, statt davon zu ren­nen. Sie gab mehrere Schüsse auf den Atten­täter ab und stoppte ihn so. Sie hat­te ihre Waffe übri­gens genau­so legal erwor­ben wie der Täter in Uvalde.

Stellt sich also die Frage, wie oft in den USA Waf­fen in Vertei­di­gungssi­t­u­a­tio­nen einge­set­zt wur­den und Leben ret­ten halfen. Es sind laut Sta­tis­tik allein für 2021 etwa 1,67 Mil­lio­nen Fälle. Sicher­lich ist nicht jed­er Ein­satz so spek­takulär wie der in West Vir­ginia, aber die Zahl der pos­i­tiv­en Episo­den, die es in lan­desweite Nachricht­en oder gar in die Twit­ter­pro­file deutsch­er Poli­tik­er und Medi­en­vertreter schaf­fen, liegt bei ziem­lich genau Null. Warum? Wenn Bürg­er ihre Sicher­heit in die eige­nen Hände nehmen, brauchen sie doch die Poli­tik­er nicht mehr, die ihnen Sicher­heit ver­sprechen. Oder die Medi­en­vertreter, die ihnen ver­sich­ern, wie gut ihre Sicher­heit bei der Poli­tik aufge­hoben ist. Und das kann ja nun nie­mand wollen in Deutsch­land, dem Land der Messer­stechereien. Frei­heit oder Sicher­heit, so lautet der Deal, den die Poli­tik anbi­etet. Die Amerikan­er wollen bei­des und bewaffnen sich. Ich kann es ihnen nicht verü­beln.

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13 Kommentare

  1. Beson­ders lächer­lich wird das “Legalen Waf­fenbe­sitz verun­möglichen” Gehabe übri­gens, wenn man sich verge­gen­wär­tigt, wieviele der Befür­worter ein­er strik­ten Geset­zge­bung gle­ichzeit­ig “offene Gren­zen” wollen. Nach Mexiko zum Beispiel, einem min­destens n Teilen Kartell­be­herrscht­en Land mit 6–8 fach höher­er Mor­drate als den USA. Natür­lich fände über diese Gren­ze kein Waf­fen­schmuggel in großem Stil statt.…

  2. Ich bin auch für ein vernün­ftiges Waf­fen­recht.

    Da es häu­figer School-Shoot­ings gibt, kann man das Konzept der Schule als Gun-Free-Zone als gescheit­ertes Boomerkonzept betra­cht­en. Stattdessen wäre ich dafür, Lehrer verpflich­t­end zu bewaffnen, und diese auch zu ermuntern, regelmäßig sowas wie Com­bat Shoot­ing zu trainieren, indem man diejeni­gen feuert, die in diesem Sport eine gewisse Leis­tungs­gren­ze unter­schre­it­en. Lehrer mögen zwar ihre Schüler has­sen, aber man kann wenig­stens davon aus­ge­hen, dass das Pack ver­suchen wird, sich sein­er eige­nen Haut zu erwehren, sobald jemand Amok läuft.

    Der Fall Uvalde ist eben­falls das beste Beispiel dafür, weshalb die Polizei kon­trapro­duk­tiv ist, und “Defund the Police” schon in die richtige Rich­tung geht. Es ist näm­lich nicht so, dass nie­mand die Schule stür­men wollte, während die Bullen dumm rum­standen. Es standen draußen eben­falls (ich glaube) Eltern rum, die selb­st stür­men woll­ten, die dann jedoch von der Polizei davon abge­hal­ten wur­den. Der Gedanke mit dem Gewalt­monopol, und der Idee, dass die Polizei für Sicher­heit sorgt, und nicht die Bevölkerung selb­st, hat in dem Fall Leben gekostet.

    Jeden­falls bin ich dafür, dass die USA ihre logis­tis­chen Kapaz­itäten übt und ihre eigene Waf­fenin­dus­trie eben­so wie den Welt­frieden fördern, indem sie sich weltweit für das Recht Waf­fen zu tra­gen ein­set­zen, und von ihren ganzen Mil­itär­basen aus Ama­zon-Drohnen auss­chickt, die M4 Stur­mgewehre und 40mm Granat­en an zufäl­lige Zivilis­ten verteilen, damit diese ihre Poli­tik­er von den Vorteilen ein­er bewaffneten Bevölkerung überzeu­gen wollen. In der Ukraine sieht man ja ger­ade, welche Nachteile es hat, wenn sich nicht jed­er­mann für lange Zeit zur per­sön­lichen Erbau­ung mit bil­lig massen­pro­duzierten Infantriewaf­fen ein­deck­en kon­nte. Sobald es darauf ankommt, fehlt es an allem was gebraucht wird, wenn man sich auf den Staat ver­lässt.

    Jeden­falls bleibt zu hof­fen, dass die ganzen Waf­fen, mit denen jet­zt in der Ukraine Inva­soren getötet wer­den, später im West­en lan­den. Wenig­stens ein Teil davon.

    • In den USA gibt es das Gewalt­monopol-Konzept nicht. Was auch immer die Polizis­ten davon abhielt, einzu­greifen oder ein­greifen zu lassen, hat­te ver­mut­lich nichts mit dem deutschen Nur-der-Staat-darf-x-Denken zu tun.

      Ursprünglich stammt der Begriff “Gewalt­monopol” von Max Weber und war rein beschreibend und nicht nor­ma­tiv gemeint (also: Er beschreibt ursprünglich gar kein Sollen). Weber argu­men­tierte, dass “Staat” de fac­to alles sei, wo jemand herumkom­mandiert und bei Regelüber­schre­itun­gen mit Gewalt straft. Es ist also “Staat”, wenn Gewalt monop­o­lisiert wird. Unter­schiede gibt es dahinge­hend, wie viel eine Herrschaft regelt und bestraft. Eine Abwe­sen­heit von Men­schen, die anderen Vorschriften machen und mit Gewalt strafen wollen, ist auf Dauer nicht möglich, weil die men­schliche Natur einen Webfehler hat. Die Ein­sicht der amerikanis­chen Grün­dungsväter und einiger europäis­ch­er Autoren vor und nach ihnen war, dass bei strenger Beach­tung weniger, geschickt gewählter Regeln — wie z.B. Leute auch reden zu lassen, wenn man sie nicht hören will — die Frei­heit des einzel­nen Men­schen max­imiert wird. Das Prob­lem unser­er Zeit ist, dass die Regeln jet­zt so oft für Unsinn gebrochen wur­den — z.B. Wer­be­ver­bot für Zigaret­ten — dass die Men­schen ihre Bedeu­tung nicht mehr ver­ste­hen und die Prinzip­i­en nicht mehr vertei­di­gen. Damit übernehmen wieder diejeni­gen, die sich selb­st an keine Regeln hal­ten, aber dafür um so mehr neck­ische Ver­botsvorschläge für andere haben.

      • >In den USA gibt es das Gewalt­­mo­no­pol-Kon­zept nicht.

        Das sieht der Herr Oba­ma anders. Der sagt, dass das Monopol auf Gewal­tausübung das ist, was einen Nation­al­staat von anderen Entitäten abgren­zt:

        https://www.youtube.com/watch?v=H7ilSNa0Cgs

        Es scheint im selb­stver­ständ­nis des amerikanis­chen Staats also dur­chaus eine Rolle zu spie­len.

        Bezüglich der Notwendigkeit von Herumkom­mandier­erei und Gewalt würde ich ja zus­tim­men, ich glaube aber, dass der Men­schheit eine erhe­bliche Organ­i­sa­tion­skraft innewohnt, und das ganze auch dezen­tral hin­haut. Als Beweis dafür genügt ja ein Blick in die Geschichte. In der Antike haben die Leute es in dünn besiedel­ten Gegen­den hingekriegt, Riesen­heere auf die Beine zu stellen, während sie in ein­er Gesellschaft lebten, in der die Macht defac­to von Fam­i­lien­pa­tri­archen aus­geübt wurde, die ihre Fam­i­lien wie Unternehmen führten. Das hat auch geklappt.

        Wahrschein­lich wirst Du als Gegen­beispiel aus der Antike Rom anführen, wo die Macht der Fam­i­lien­pa­tri­archen zwar immer noch nahezu abso­lut und die Zen­tral­ge­walt ver­gle­ich­sweise klein war, Let­ztere ersteren selb­st jedoch immer größere Verpflich­tun­gen gegenüber dem Staat aufer­legte, die es diesem wiederum ermöglicht­en, ein großes Heer zu unter­hal­ten, das dann alle Nach­barn genozi­dierte, oder ver­sklavte, und anson­sten mit­tels Steuern und Fiat-Geld aus­plün­derte, um so sein weit­eres Wach­s­tum zu finanzieren. Sil­bergeld das am Schluss zu 2% aus Sil­ber bestand, und so. Ins­ge­samt wur­den die Römer ziem­lich mod­ern. Jeden­falls: Rom stronk, Stämme lame. Darum: SPQR.

        Am Ende gen­odizi­dierten die Römer dann jedoch nicht nur ihre Nach­barn, son­dern auch ihre eigene Kul­tur, und erset­zten diese durch die Wüsten­re­li­gion. Mein­er Mei­n­ung nach gewollt und als direk­te Folge ihres impe­ri­al­is­tis­chen Strebens, in der die Zen­tral­ge­walt nach immer mehr Macht strebte.

        Am Ende von impe­ri­al­is­tis­chem Wach­s­tum wer­den immer innere Wider­sprüche ste­hen, weil jed­er Impe­ri­al­is­mus dadurch lim­i­tiert wird, dass er am Ende über Men­schen herrscht, denen ihre eigene Herkun­ft wichtiger ist, als das Imperi­um, und das traf am Ende genau so auf die ursprünglichen Römer zu, wie auf alle anderen, die Erstere unter­wor­fen hat­ten. Die Schwierigkeit liegt ja nicht im Erobern, son­dern in der Inte­gra­tion des Eroberten, dessen eigene Iden­tität im Gegen­satz zu der des Nutzviehs ste­ht, das sich fürs Imperi­um aufopfert. Am Ende von erfol­gre­ichem Impe­ri­al­is­mus ste­ht also eine große Herde von Nutzvieh, die kein Iden­ti­fika­tion­s­merk­mal mehr hat, außer, dass alle am gle­ichen Schwanz lutschen und auf Auf­forderung bere­itwillig die Arschback­en spreizen. Das ist das Opti­mum für ein Imperi­um, die Essenz der Zivil­i­sa­tion, und das Resul­tat christlich­er Moral.

        Dazu noch ein Spaß­fakt: Es gibt doch diese Prophezeiung von Jesu Wiederkehr und der Endzeit und diesem ganzen Kram. Kannstu in der Bibel nach­le­sen. Diese Prophezei­hung passt in die römis­che Geschichte und wurde bis ins let­zte Detail noch zu Lebzeit­en der Urchris­ten erfüllt, wenn man annimmt, dass der Kaiser Ves­pasian der wiederkehrende Erlös­er ist. Die ältesten beweis­baren Quellen für das neue Tes­ta­ment stammten auch aus der Zeit nach Ves­pasian, und diese Prophezei­hung beschrieb zum Zeit­punkt ihrer erst­ma­li­gen Beleg­barkeit die damals ger­ade einige Jahrzehnte zurück­liegende römis­che Geschichte, und legt nahe, dass der Kaiser nun Gott, und das Imperi­um Romanum nun das Reich Gottes ist. Als das Chris­ten­tum dann zur Staat­sre­li­gion wurde, wurde es von römis­chen Staats­beamten aus­gelegt, niedergeschrieben, nur dadurch über­haupt erst geformt, und hat­te dann kaum noch etwas mit Neros mes­si­ah­nis­chen Juden zu tun.

        Ich halte das jet­zt mal für einen deut­lichen Hin­weis darauf, von wem und in wessen Inter­esse das, was heute als christliche Glaubenslehre gilt, geschaf­fen wurde.

        Jeden­falls ist diese römis­che Staat­sre­li­gion, die seit knapp zweitausend Jahren darin fortwirkt, für ein längst nicht mehr existieren­den Imperi­um immer weit­eres entwurzeltes Nutzvieh nachzuzücht­en, mitler­weile ein­er der wichtig­sten Ein­flüsse in der europäis­chen Kul­tur gewor­den. Natür­lich hal­ten diese Leute es mitler­weile für eine längst spir­ituell gewor­dene Wahrheit und einen Grün­dungsmythos, dass es eine Zen­tral­ge­walt braucht, deren Unter­tan sie sein kön­nen. Und natür­lich wer­den diese Leute sich immer neue Instanzen der Zen­tral­ge­walt erschaf­fen, und in dieser das Gute, Wahre, Göt­tliche erblick­en. Das, was ihr spir­ituelles Bedürft­nis erfüllt. Sei es nun der von Gott gewollte Abso­lutismus, die von aufk­lärerisch­er Weisheit geformte Repub­lik, Kom­mu­nis­mus, Impe­ri­al­is­mus, Nation­al­sozial­is­mus (als Reak­tion zum Kom­mu­nis­mus), Demokratie, oder son­st was heißt, nach über tausend Jahren der Zucht und Zivil­isierung sind die Leute nur noch zum Sklaven zu gebrauchen, und suchen in let­zter Instanz immer nur einen Her­rn, dessen Schwanz sie lutschen kön­nen. Wenn mans aus dieser Warte betra­chtet, dann kapiert man auch, weshalb sie aus den unter­schiedlich­sten Grün­den immer wieder zum sel­ben Schluss kom­men, und alle Lehren, die sie aus ver­gan­genen Fehlern ziehen, immer nur diesen einen Schluss bestärkt.

        • Echt cool­er Beitrag, Rolfie — vor allem die ‘Sex and Crime’-Abschnitte.

          Abge­se­hen ‘mal von der seman­tisch reizvollen Idee, in dünn besiedel­ten Gebi­eten Riesen­heere aufzustellen, räume ich unumwun­den ein:

          In ein­er rhetorischen Eier­schlacht zur Umge­hung des heißen Breies bist Du mir deut­lich über­legen — auch in der Masse. In diesem Fall ver­mut­lich zwin­gend notwendig, um ein ggf. über­raschen­des Auf­tauchen zen­tral­ge­waltlich­er, inzwis­chen möglicher­weise auch ver­mehrt entwurzel­ter Fachkräfte in Dein­er näheren Umge­bung zuver­läs­sig zu ver­mei­den…

          Liebe Grüße

        • @Wisdom-Rolf-Off-The-Mount Bevor ich Barak Oba­ma als Stel­lvertreter Amerikas akzep­tiere, will ich seine Geburt­surkunde sehen. Und — wenn wir schon dabei sind — auch die sein­er “Frau”.

          Scherz bei­seite … Er benutzt Gewalt­monopol hier mit­nicht­en auf die typ­isch neudeutsche Weise als Qua­si-Ver­fas­sungskonzept, wonach nur der Staat Gewalt anzuwen­den habe. Er sagt nur, dass eine Nation ohne Gewalt­monopol nicht denkbar sei. Was mitschwingt, ist, dass die Nation ihre Macht ver­lieren würde, wenn peu a peu Söld­ner und andere pri­vate Akteure Rollen der Gewal­tausübung übernehmen. Es ist der Machtver­lust an sich, an dem er sich stört.

          Extrem weit gedacht, hätte er damit eine gewisse Berech­ti­gung, wenn ein Macht­vaku­um dro­ht, das von skru­pel­losen Ver­brech­ern gefüllt würde. Ger­ade Oba­ma hat aber selb­stre­dend selb­st Söld­ner weit­er beschäftigt und benutzt weit­er­hin auch pri­vates Sicher­heitsper­son­al für seinen Per­so­n­en­schutz. Oba­ma und sein Umfeld haben selb­st mit der Unter­stützung von BLM und fehlen­den Rück­endeck­ung für die Polizei Nis­chen geschaf­fen, in denen gezielt Lück­en im Gewalt­monopol geschaf­fen wur­den, in die pass­ge­nau Ver­brech­er vorstoßen kon­nten. Für Weber zählt zum Gewalt­monopol auch die Del­e­ga­tion der Gewalt durch den Monop­o­lis­ten , weshalb Söld­ner eigentlich gar kein Prob­lem darstellen. Oba­ma benutzt den Aus­druck also auch falsch, aber nicht ganz so falsch wie er typ­is­cher­weise im jün­geren deutschen Sprachge­brauch ver­wen­det wird.

          Typ­isch in Ameri­ka ist die Hal­tung, dass alle Gewalt vom Volk aus­ge­ht. Die Grün­derväter waren eher unglück­lich mit der Idee ein­er ste­hen­den Armee, wie man sie typ­is­cher­weise ver­ste­ht. Der zweite Zusatzartikel klingt deshalb auch etwas kryp­tisch: “Eine ste­hende Miliz, notwendig für die Sicher­heit eines freien Staates, [sowie/d.h.] das Recht der Bürg­er Waf­fen zu besitzen und zu tra­gen, dürfen/darf nicht eingeschränkt wer­den.”

          Die ste­hende Miliz existiert hier als Grundzu­s­tand. Es ist keine Kampftruppe eines Herrschaft­sor­gans, was man son­st unter ste­hen­dem Mil­itär ver­ste­hen würde, son­dern die Miliz sind die Bürg­er. Der Bürg­er ist schon das Mil­itär und der Ver­fas­sungskon­sens schützt die Bürg­er vor ein­er bösar­tig wer­den­den Regierung, die den Bürg­er ent­mil­i­tarisieren will. Die Democ­rats sind v.a. eine Ein­wan­derungspartei und vertreten nicht ger­ade typ­is­che amerikanis­che Ein­stel­lun­gen.

          Deine Aus­führun­gen zur Antike sind etwas schwammig. Roms mythis­che Grün­dungs­da­tum war 753 v. Chr. Der let­zte König Lucius Tar­quinius Super­bus wurde 509 ver­trieben, nur ein Jahr nach­dem der Athen­er Tyrann Hip­pias ent­machtet wurde. Von da an lebten die Römer in ein­er Repub­lik. Die römis­che Repub­lik war lange ein Ver­bundsys­tem von Socii-Städten. Der Bun­desgenossenkrieg 91 bis 88 v. Chris­tus drehte sich nicht darum, dass die anderen Völk­er unab­hängiger wer­den woll­ten, son­dern darum, dass sie Bürg­er der römis­chen Repub­lik wer­den woll­ten. Die Repub­lik war ein benei­detes Mod­ell. Julius Cae­sar zer­störte die Repub­lik und wurde Dik­ta­tor und Gott. Ja, Gott. Man beachte, dass Machtkonzen­tra­tion immer, ja, immer, zu Schwachsinn führt. Ves­pasian regierte 69 bis 79 n. Chr. und er ste­ht da längst in ein­er lan­gen, lan­gen Rei­he hei­d­nis­ch­er Herrsch­er, die zu Got­theit­en und Erlösern verk­lärt wur­den. Der Haup­tun­ter­schied zwis­chen dem Juden­tum und dem Hei­den­tum ist die jüdis­che Abkehr vom Per­so­n­enkult. Eigentlich gel­ten fast alle Könige in hei­d­nis­chen Kul­turen als Göt­ter. Ich kann also nicht wirk­lich sagen, welche Rolle du Ves­pasian zuschreib­st. Entkrim­i­nal­isiert wurde das Chris­ten­tum jeden­falls erst mit dem Edikt von Milan (313 n.Chr.) und zur Staat­sre­li­gion wurde es mit dem Edikt von Thes­sa­loni­ki, auch Drei-Kaiser-Edikt genan­nt.

          Jesus hat ganz gewiss keinen römis­chen Kaiser als Mes­sias anvisiert. Damals liefen aller­hand Wel­tun­ter­gang­spropheten rum. Die frühen Chris­ten dacht­en, sie seien die let­zte Gen­er­a­tion vor einem Reich Gottes und dass ein mys­tis­ches Tier den Wel­tun­ter­gang ankündi­gen wird. Heute, 2000 Jahre später, wis­sen wir, dass das alles Quatsch ist, das Reich Gottes nicht kam und eine Zin­ser­höhung der EZB die Endzeit ein­läutet.

          Mit der Rolle als Staat­sre­li­gion änderte sich das Chris­ten­tum. Da hast du recht. Eine Sache, die mich immer abstößt, ist, wenn die katholis­che Kirche “Frei­heit” als “Befreiung von Sünde” umdefinieren will. Also im Juden­tum ist Sklaverei bit­ter und schlecht und alles dreht sich darum, daran zu erin­nern und die Befreiung zu feiern. Frei­heit und Dankbarkeit ist zen­tral in der Reli­gion­sprax­is. Ich ver­let­ze jet­zt ver­mut­lich wieder alle, aber das sehe ich so in anderen formellen Reli­gio­nen nicht. Das west­liche Chris­ten­tum hat ein informelles frei­heit­sori­en­tiertes Glaubenssys­tem her­aus­ge­bildet, aber es ste­ht unver­bun­den zu den Äußerun­gen der evan­ge­lis­chen Unter­wür­figkeit­skirche und der katholis­chen Macht­sicherungslehre.

          Wenn ich zu sehr auf Niet­zsches Sklaven­hal­tungsver­for­mungsvor­wurf an die west­lichen Reli­gio­nen abstelle, wird der Kom­men­tar zu lang. Frei­heitswertschätzung ist auf jeden Fall lei­der eine Aus­nahme. Man kann ein gewiss­es Maß an Dezen­tral­isierung durch Gewal­tenteilung, auch ver­tikaler, also regionaler Natur, erre­ichen. Aber ich glaube, dass du dich ver­rennst, wenn du Wilde auf Pfer­den für ein Mod­ell hältst, das “funk­tion­iert”. In welch­er Hin­sicht denn? Lebenser­wartung, Gesund­heit, Wohl­stand, Entschei­dungs­frei­heit…? Was hat denn in prim­i­tiv­en Stammeskul­turen funk­tion­iert? Du nennst die Organ­i­sa­tion ein­er Armee. Selb­st Annale­na Baer­bock würde diese Gäule heute weg­bomben.

    • … lol … ? … was bist du du fuer ein­er? als boomer wirst du dich nicht einord­nen lassen, also musst du wohl aus dem Mit­te­lal­ter stam­men. In der Jet­ztzeit find­est du dich nicht zurecht. Also wieder zurueck in die Hoehle und weit­er­malen …

      • Yo Adam,

        Du ver­fällst diesem logis­chen Fehlschluss, bei dem man das was man ger­ade hat stärk­er berück­sichtigt, als die Gesamtheit der Zeitlin­ie.

        Darum hoff mal lieber, dass das Sys­tem, das Dich am Leben hält, noch ne Weile läuft. Zivil­i­sa­tion ist die Aus­nahme, Bar­barei der Nor­malzu­s­tand, unter dem sich die Men­schheit entwick­elt hat, und dieser Nor­malzu­s­tand ist nur einige aus­ge­bliebe­nen Mahlzeit­en weit ent­fer­nt.

        Vielle­icht erleb­st Du es ja noch, wie das eine ins andere umschlägt, und Dein Dasein erlangt einen völ­lig neuen Sinn als Spender eines mit Mustern beritzten Heloten­schädels, der zusam­men mit tausend anderen ein Hügel­grab schmückt, oder so. Du weißt schon, damit Du dem Bestat­teten ins näch­ste Leben fol­gst, um ihm dort als Sklave zu dienen. Wer weiß, vielle­icht stimmt die These mit der Reinkar­na­tion, und Du ver­di­en­test Dir Deine jet­ztige Exis­tenz, als Du Dich im let­zten Leben zu einem solchen Heloten­schädel machen ließest. Kek.

  3. Aus deutsch­er Sicht ist in Ameri­ka alles Scheiße, bis die ihr Sys­tem 1:1 dem deutschen Parteikartell­sys­tem angepasst haben.
    — Selb­stvertei­di­gung? Schnelle Elek­tro-Streifen­wa­gen reichen
    — Wahlmän­ner? Unsinn, denn dort gibt es eh nur ein 2‑Parteien-2-Kan­di­dat­en-Sys­tem (übri­gens falsch).
    — Mei­n­ungs­frei­heit? Es führt eine ger­ade Lin­ie von Mohammed-Karika­turen über Clau­dia-Roth-Witzen bis nach Auschwitz 2.0.

    Der Deutsche weiß halt alles bess­er. Erst wenn der “Tatort” in Ameri­ka aus­ges­trahlt wird, hätte das Land noch eine Chance auf Demokratie.

    Dun­ja Hay­alis Gle­ich­set­zung von Abtrei­bung mit Frei­heit geht auf die kanadis­che Autorin Mar­garet Atwood (“The Handmaid’s Tale”) zurück. Die behauptet allen Ern­stes, dass Dik­taturen dadurch entste­hen, dass ver­hü­tungsüber­forderten Frauen an der Abtrei­bung gehin­dert wür­den. Es ste­ht also die Abtrei­bung als Akt der Befreiung auf ein­er Stufe mit dem poten­tiellen bewaffneten Wider­stand gegen eine Dik­ta­tor. Damit will ich nicht sagen, dass Frau Hay­ali zu blöd wäre, selb­st so eine steile These aufzustellen, aber genau so ist es.

    • Ja eben. Es wird in jed­er Hin­sicht unfass­bar viel Mist gequas­selt, je mehr Mist draußen passiert; und indem derzeit recht bis sehr viel Mist draußen passiert, wird um so mehr und mehr Mist darüber gequas­selt. Als ob das ein Naturge­setz wäre. Wahrschein­lich ist es ja eins.

      Wobei “passiert” ja auch nicht zutrifft. Gun-Free-Zones fall­en nicht ein­fach vom Him­mel, son­dern irgendw­er denkt sich diesen Mist aus und quas­selt darüber, und schon wieder ist aus dem schieren Nichts ein­fach so ein Brock­en Mist ent­standen, weil der dann wirk­lich entste­ht da draußen!, indem man eine und noch eine und dann viele Gun-Free-Zones schafft und dann über immer noch zu viel Waf­fen weint, weil Ver­brech­er und Irre es selb­stver­ständlich aus­nutzen, dass die Guten keine Waf­fen haben dür­fen.

      Oder die Abtrei­bungswut, der Abtrei­bungskult, dieser mörderische Mist, der auf die Frei­heit des Tötens pocht — als ob es so was je gäbe.

      Oder der Amerika­hass seit so etwa 1850, denn so lang grassiert der hierzu­lande schon, und jede Gen­er­a­tion erfind­et ihn neu und addiert zum großen Mist einen noch größeren Mist.

      Oder, dass der Autor Uwe Tel­lkamp ger­ade offiziell vom Bayrischen Rund­funk hin­gerichtet wird. Ja den Tel­lkamp nervt halt zunehmend die hiesige staatliche Hatz gegen Mei­n­ungsab­we­ich­ler, denn die ken­nt er ja auch aus der DDR noch ganz gut, nein?, und da richtet der GEZ-mil­liar­den­schwere Bayrische Rund­funk ihn regel­recht hin mit vie­len kleinen schwarzen Buch­staben, weil der der Leser und Hör­er den sel­ben Mist wie der Staats­funk zu denken habe.

    • Vielle­icht sollte man den Fem­i­nistIn­nen vorschla­gen, man werde sich für ihr das Recht ein­set­zen, dass jede Frau ihr Kind bis zum 21 Schwanger­schaftsmonat legal abtreiben kann — falls sie doch nicht mit dem Geschrei klar kom­men — wenn sie sich als Gegen­leis­tung dafür ein­set­zen, dass jed­er Mann ohne Prü­fung und ID-Check per Mailorder Infantriewaf­fen kaufen kann. Am besten weltweit, denn die US-Importbeschränkun­gen suck­en derbe.

      Das wäre doch mal ein nettes quid pro quo, bei dem diese ganzen “emanzip­ierten” Weiber zur Abwech­slung mal einen Mehrw­ert hät­ten.

    • Die Deutschen sind von Wesen und Rei­fung galt eine Mis­chung aus Kinder­gartenkindern (hal­tet Euch alle an den Hän­den, spielt nix­ht mit Abwe­ich­lern und wartet das Mut­ti das regelt) und der pro­to­typ­isch pas­siv-aggres­siv­en evan­ge­lis­chen Kindergärt­ner­in. Bei der “Ich kann auch ohne Alko­hol fröh­lich sein” bedeutet: Was ich nicht mag, brauche oder will, hat gefäl­ligst auch kein ander­er zu mögen, braucben oder wollen.….

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