„Was ging wirk­lich schief, wer war über­for­dert und wel­che Ver­ant­wor­tung trägt die Bun­des­kanz­le­rin“ – so die Anmo­de­ra­ti­on von Anke Plätt­ner für die Phoe­nix-Run­de „Der BAMF-Skan­dal – Streit um die Flücht­lings­po­li­tik“ vom 5.6.2018 und weil außer dem anwe­sen­den Robin Alex­an­der nie­mand eine Ahnung davon zu haben vor­gab, wer letzt­lich für das Cha­os ver­ant­wort­lich sein kön­ne, ging es vor allem um die Fra­ge, ob und wenn ja wozu es einen par­la­men­ta­ri­schen Unter­su­chungs­aus­schuss dazu geben sol­le. Das Fazit vor­weg: weder Kon­stan­tin von Notz (Grü­ne) noch Phil­ipp Amt­hor (CDU) sehen dafür eine Not­wen­dig­keit, bestrei­ten jedoch, prin­zi­pi­ell etwas gegen einen sol­chen zu haben. Das ist Aus­wei­che delux, denn wenn es doch einen geben soll­te, könn­te man bruch­los in die vor­ders­te Front der Auf­klä­rer wech­seln. Brem­sen und Beschleu­ni­gen zur glei­chen Zeit, so geht Poli­tik in Deutsch­land. WDR-Autorin Julia Barth fin­det hin­ge­gen, Unter­su­chungs­aus­schüs­se bräch­ten ohne­hin nie alles ans Licht, wür­den jedoch gute Arbeit leis­ten – zum Bei­spiel in dem, der den Anschlag vom Breit­scheid­platz unter­su­che. Dass sich Barths Aus­sa­gen gegen­sei­tig wider­spre­chen fällt nur Robin Alex­an­der auf. Die zehn Minu­ten zwi­schen den Aus­sa­gen Barths reich­ten offen­bar nicht ganz aus, um den Wider­spruch zu „ver­sen­den“. Amt­hor und von Notz sit­zen übri­gens bei­de im Innen­aus­schuss, und den hal­ten bei­de für das per­fek­te Gre­mi­um zur Auf­klä­rung von Poli­tik­ver­sa­gen. Genervt denkt jetzt sicher der eine oder ande­re, „Innen- oder Unter­su­chungs­din­gens – Haupt­sa­che Aus­schuss und Auf­klä­rung! Doch so leicht soll­te man das Ablen­kungs­ma­nö­ver nicht schlucken.

Die meis­te par­la­men­ta­ri­sche Arbeit fin­det – und das wis­sen die wenigs­ten – nicht im Ple­num, son­dern in soge­nann­ten Aus­schüs­sen statt. Die gibt es für Außen­po­li­tik, für Finan­zen, Peti­tio­nen, Arbeit und Sozia­les und vie­le wei­te­re Berei­che, dar­un­ter eben auch für Inne­res. Die Bun­des­tags­frak­tio­nen sind pro­por­tio­nal in den Aus­schüs­sen ver­tre­ten. Ein Unter­su­chungs­aus­schuss hat sehr viel spe­zi­fi­sche­re Auf­ga­ben und arbei­tet zu einem klar umris­se­nen The­ma. Er kann Zeu­gen vor­la­den, ver­ei­di­gen, gegen Falsch­aus­sa­ge vor­ge­hen und vie­les mehr, was der Innen­aus­schuss nicht kann. So auch öffent­lich ver­han­deln. Das kön­ne der Innen­aus­schuss zwar auch, meint Amt­hor auf Nach­fra­ge, aber in öffent­li­chen Sit­zun­gen erhal­te man nicht so vie­le „sen­si­ti­ve Infor­ma­tio­nen“ und ich fra­ge mich, was das im Fall des Asyl-Skan­dals für Staats­ge­heim­nis­se sein könn­ten, die die Öffent­lich­keit bes­ser nicht erfah­ren soll­te. Wir reden doch nicht von der Sicher­heits­tech­nik des Bun­des­ta­ges oder dem Geheim­dienst­aus­schuss. Das geflü­gel­te Wort des ehe­ma­li­gen Innen­mi­nis­ters Tho­mas de Mai­ziè­re kommt einem in den Sinn, dem­zu­fol­ge „Tei­le der Wahr­heit die Bevöl­ke­rung ver­un­si­chern könnten“.

Außer­dem will Amt­hor „kei­ne rück­wärts­ge­wand­te Debat­te füh­ren, son­dern in die Zukunft schau­en, was kön­nen wir bes­ser machen.“ Das ist aller­dings dreist und man stel­le sich die­se Wor­te vor, wie sie aus dem Mund eines Ange­klag­ten vor Gericht kom­men. Wer nicht zurück schau­en will, betreibt kei­ne Auf­klä­rung, son­dern Ver­tu­schung und Ver­harm­lo­sung. Bei deut­scher Ver­ant­wor­tung für die Gräu­el des Zwei­ten Welt­krie­ges ist es für uns selbst­ver­ständ­lich, bei der Betrach­tung der Ursa­chen zurück in die Geschich­te zu gehen, aber bei der Auf­klä­rung poli­ti­scher Skan­da­le, an denen wir erst drei oder vier Jah­re stri­cken, dür­fen kei­ne „rück­wärts­ge­wand­ten Debat­ten“ geführt wer­den? Was für Klit­te­rei und Dop­pel­stan­dards sind denn hier bit­te schön am Werk?

Von Notz, immer­hin ein Ver­tre­ter der grü­nen Oppo­si­ti­on im Bun­des­tag, möch­te einer­seits immer nur nach Bre­men schau­en, als ob es nicht längst Mel­dun­gen über ähn­lich hane­bü­che­ne Zustän­de über­all im Land gäbe und wäh­rend er immer nur Bre­men, Bre­men, Bre­men sagt, ver­sucht er ande­rer­seits eine Mit­wis­ser­schaft See­hofers zu kon­stru­ie­ren. Der hät­te schon damals mal genau­er hin­se­hen müs­sen. Als Minis­ter­prä­si­dent in Bay­ern im Bre­mer BAMF (denn nur um die­ses geht es von Notz) – das ergibt lei­der über­haupt kei­nen Sinn.

Wäh­rend Robin Alex­an­der, der durch die Recher­che zu sei­nem Buch „Die Getrie­be­nen“ schon tie­fer in den Skan­dal (der ein poli­ti­scher Skan­dal ist) ein­tau­chen konn­te, fin­den Barth, Amt­hor und von Notz immer ver­rück­te­re Attri­bu­te für das Instru­ment Unter­su­chungs­aus­schuss, wobei sie ihn gleich­zei­tig baga­tel­li­sie­ren wie ver­göt­tern. Hier eine klei­ne Aus­wahl: Ein Unter­su­chungs­aus­schuss ist offen­bart zugleich ein schar­fes Schwert, stark, lang­sam, klein­tei­lig, behä­big, hat vie­le Rech­te, arbei­tet gut, fin­det nicht alles her­aus und ist ein fra­gi­les Instru­ment. Dia­gno­se: mit Skep­ti­zis­mus zu Tode gelobt! Alex­an­ders Argu­ment, dass man es aktu­ell immer nur mit einer scheib­chen­wei­sen Auf­klä­rung zu tun habe, aber die Kern­fra­ge der poli­ti­schen Ver­ant­wor­tung nicht gestellt wer­de, ver­hallt im Raum und wird meter­dick unter Selbst­lob von CDU und Grü­nen begra­ben. Den Grab­stein auf die­se Schüt­te zu set­zen ver­sucht Julia Barth: die Bevöl­ke­rung habe ohne­hin die Nase voll von Flücht­lings­the­men. Da könn­te ein öffent­li­cher Unter­su­chungs­aus­schuss natür­lich ein zu viel an Infor­ma­tio­nen bieten.

Schwamm drüber?

Man möch­te doch gern, dass es ein lokal begrenz­tes, Bre­mer Pro­blem blei­be und nicht, dass jemand am Ende womög­lich der Kanz­le­rin Ver­ant­wor­tung für ihr eige­nes Han­deln zuschrie­be. Ich möch­te hier nicht jedes Manö­ver kom­men­tie­ren, mit denen von Notz und Amt­hor ver­mie­den, genau erklä­ren zu müs­sen, war­um genau sie nicht selbst einen Unter­su­chungs­aus­schuss for­dern wür­den. Der Ver­such, einen Pud­ding an die Wand zu nageln, ist erbau­li­cher, als der Debat­te zu fol­gen. Doch der logisch den­ken­de Beob­ach­ter fragt sich ver­wun­dert zwei­er­lei. Ers­tens: kann man nicht bei­des haben, den Innen­aus­schuss und den Unter­su­chungs­aus­schuss? Aber klar kann man. Der Innen­aus­schuss exis­tiert ja nicht nur, um Unter­su­chun­gen anzu­stel­len, der hat noch jede Men­ge ande­rer Auf­ga­ben und schon aus die­sem Grund wäre es doch eine gute Idee, ihm nicht noch eine wei­te­re Auf­ga­be zuzu­mu­ten. Zwei­tens: wenn die Grü­nen in der Oppo­si­ti­on sind, wäre es dann nicht erst recht ihre Pflicht, Regie­rungs­ver­sa­gen auf­zu­klä­ren – und zwar ohne, dass die Regie­rung dies behin­dern könn­te, also in einem Unter­su­chungs­aus­schuss, der in alle Rich­tun­gen ermit­teln kann? Ver­mut­lich liegt genau hier des Pudels Kern.

Wenden wir uns also rückwärts…

Dazu schau­en wir uns kurz die Zusam­men­set­zung des Innen­aus­schus­ses der vor­an­ge­gan­ge­nen 18. Legis­la­tur an und ver­glei­chen sie mit der des aktu­el­len 19. Bun­des­ta­ges. Ich nen­ne hier der Ein­fach­heit hal­ber nur die Abge­ord­ne­ten, die im letz­ten wie im aktu­el­len Aus­schuss sit­zen: CDU: Andrea Lind­holz, Armin Schus­ter, Mari­an Wendt. SPD: Lars Castel­luc­ci, Uli Grötsch, Sebas­ti­an Hart­mann, Mah­mut Özde­mir. Lin­ke: Ulla Jel­pke und last but not least die Grü­nen: Lui­se Amts­berg und (Tusch!) Kon­stan­tin von Notz. Genau der.

Es ist unum­strit­ten, dass die Zustän­de in der Bun­des­be­hör­de BAMF nicht erst in die­ser, son­dern schon in der Legis­la­tur­pe­ri­ode davor außer Kon­trol­le gera­ten waren, also in die Zeit des 18. Innen­aus­schus­ses von 2013–2017 fie­len. Inter­es­sant ist auch, mit wel­cher Art von Anträ­gen und Emp­feh­lun­gen wer genau die Bun­des­re­gie­rung beson­ders in der Zeit zwi­schen 2014 und 2016 gera­de­zu vor sich her trieb. Auch hier eine klei­ne Auswahl:

  • 19.3.2014: 18/846 – Antrag: Ver­ant­wor­tung über­neh­men – Zügig mehr syri­sche Flücht­lin­ge auf­neh­men (Die Grünen)
  • 12.11.2014: 18/3154 – Antrag: Soli­da­ri­tät zei­gen – Auf­nah­me von syri­schen und ira­ki­schen Flücht­lin­gen aus­wei­ten (Die Grünen)
  • 28.1.2015: 18/3839 – Antrag: Flücht­lin­ge will­kom­men hei­ßen – Für einen grund­le­gen­den Wan­del in der Asyl­po­li­tik (Die Linke)
  • 22.4.2015: 18/4694 – Für eine fai­re finan­zi­el­le Ver­ant­wor­tungs­tei­lung bei der Auf­nah­me und Ver­sor­gung von Flücht­lin­gen (Die Grünen)
  • 14.10.2015: 18/6185 – Ent­wurf eines Asyl­ver­fah­rens­be­schleu­ni­gungs­ge­set­zes (CDU/CSU/SPD, Ergän­zun­gen von Lin­ken und Grünen)
  • 14.10.2015: 18/3646 – Ent­wurf eines Geset­zes zur Ent­kri­mi­na­li­sie­rung von Men­schen ohne Auf­ent­halts­sta­tus (Die Grünen)
  • 11.11.2015: 18/6652 – Antrag: Uner­laub­te Ein­rei­se von Flücht­lin­gen ent­kri­mi­na­li­sie­ren (Die Linke)
  • 26.04.2017: 18/12099 – Antrag: Abschie­bun­gen nach Afgha­ni­stan aus­set­zen (Die Grünen)

Die Lis­te ist kei­nes­falls voll­stän­dig. Nun soll­te man aber nicht den­ken, dass sich für die Oppo­si­ti­on aus einer Flut von Anträ­gen, Beschluss­vor­la­gen und Geset­zes­ent­wür­fen, die alle­samt für ein „schnell schnell“, „lasst alle rein“ und „guck nicht so genau hin“ ein­tra­ten, eine unmit­tel­ba­re Ver­ant­wor­tung erge­ben kann. Aber es wird deut­lich, dass die­sel­ben Abge­ord­ne­ten, die sich heu­te selbst­ge­recht auf die Schul­tern klop­fen wie Herr von Notz und sich bei der Auf­klä­rung des Skan­dals selbst „gutes Stre­cke machen“ attes­tie­ren, wes­halb man kei­nen Unter­su­chungs­aus­schuss brau­che, Frö­sche in eben dem Teich sind, den sie nun rück­halt­los tro­cken zu legen ver­spre­chen. Weder Grü­nen noch Lin­ken konn­te es schnell genug gehen, Deutsch­land in eine Art Not­stands­mo­dus hin­ein zu manö­vrie­ren. Oppo­si­ti­on gab es also de fac­to nicht, statt­des­sen schwelg­te man auf per­ver­se Art in einer mora­li­schen Scho­ko­la­den­so­ße und genoss es, eine unfä­hi­ge Regie­rung mit einer situa­tiv über­for­der­ten und rhe­to­risch unbe­schenk­ten Kanz­le­rin durch immer schnel­le­re Vol­ten zur  poli­ti­schen Geis­ter­fahrt zu bewegen.

Die Pro­to­kol­le zei­gen, womit sich der Innen­aus­schuss die letz­ten vier Jah­re haupt­säch­lich befasst hat: Flücht­lings­po­li­tik! Es wird deut­lich, wer das Heft der Initia­ti­ve in der Hand hielt und dass sowohl das Han­deln der Koali­ti­on als auch die sekun­die­ren­den Ideen und For­de­run­gen von Lin­ken und Grü­nen zu genau dem Zustand des Cha­os, des Durch­win­kens, der Über­las­tung und womög­lich noch wei­te­ren Phä­no­me­nen füh­ren muss­te. Die Kau­sal­ket­te der Ver­ant­wort­lich­kei­ten führt immer von der loka­len BAMF-Stel­le die poli­ti­sche Lei­ter nach oben. Zum Behör­den­lei­ter, zum Innen­mi­nis­ter, zur Kanz­le­rin, und auch ins Par­la­ment und zum Innen­aus­schuss. Wer da an eine qua­si inter­ne lücken­lo­se Auf­klä­rung glaubt, wenn man die­se aus­ge­rech­net dem Innen­aus­schuss über­lässt, in dem zehn Abge­ord­ne­te bereits am Zustan­de­kom­men des Cha­os nach Kräf­ten mit­ge­wirkt haben, der ist im Wort­sinn das, was die alten Grie­chen einen unpo­li­ti­schen Men­schen schimpf­ten: ein Idiot.

Es ist des­halb nur logisch, dass die Anträ­ge auf Ein­rich­tung eines Unter­su­chungs­aus­schus­ses aus­ge­rech­net und aus­schließ­lich von den bei­den Par­tei­en kom­men, die im 18. Bun­des­tag nicht ver­tre­ten waren und des­halb auch nicht mit im Sumpf saßen. Eben­so logisch sind die Abwehr­re­fle­xe ins­be­son­de­re der Abge­ord­ne­ten, die schon im 18. Innen­aus­schuss dabei waren. Frau Jel­pke von den Lin­ken sag­te im DLF, einen Unter­su­chungs­aus­schuss brau­che es nicht. Frau Amts­berg von den Grü­nen wirft der Bun­des­re­gie­rung „ideo­lo­gisch betrie­be­ne Poli­tik“ und Spal­tung vor, ver­ges­send, dass auch sie vier Jah­re lang die Muni­ti­on dafür gelie­fert hat und es auch nicht Auf­ga­be der Oppo­si­ti­on ist, im Gleich­schritt mit der Regie­rung zu mar­schie­ren. Herr Castel­luc­ci sieht die SPD in Sachen Unter­su­chungs­aus­schuss noch ein „Biss­chen auf der Brem­se“, weil er „mehr will“: schnel­le Auf­klä­rung und schnel­le Kon­se­quen­zen. Da ist er schon wie­der, der Poli­ti­ker, der gleich­zei­tig auf Gas und Brem­se steht und uns das als cle­ve­re Tak­tik zum Errei­chen der Pole-Posi­ti­on ver­kau­fen will.

Den dicks­ten Bock erlegt jedoch der Innen­ex­per­te der CDU, Armin Schus­ter, wie die ande­ren genann­ten sowohl Mit­glied des alten wie des neu­en Innen­aus­schus­ses, der nun die „Ermitt­lun­gen“ vor­an­treibt. Schus­ter sieht den Antrag der FDP auf einen Unter­su­chungs­aus­schuss als „poli­ti­sche Insze­nie­rung“, denn von der FDP hät­te er 2015 auch kei­nen Wider­spruch gehört und des­halb käme der jetzt doch etwas spät. Ver­ges­sen wir für einen Moment, dass die FDP 2015 weder im Bun­des­tag noch im Innen­aus­schuss sit­zen konn­te und fra­gen uns, was Schus­ter denn genau meint. Will er damit andeu­ten, dass, wenn es Wider­spruch gege­ben hät­te, man 2015 anders hät­te han­deln kön­nen? Ging man den fal­schen Weg, weil Wider­spruch fehl­te? Das wür­de ja bedeu­ten, dass Deutsch­land tat­säch­lich nicht durch fins­te­re Mäch­te, eine Ver­schwö­rung oder blo­ßes Pech in die Kata­stro­phe schlit­ter­te, son­dern weil es eine ori­en­tie­rungs­lo­se Regie­rung und eine Oppo­si­ti­on im Gleich­schritt gab und das Par­la­ment sei­ne ers­te Pflicht, die Kon­trol­le der Regie­rungs­ar­beit, nicht wahr­neh­men konn­te, weil alle Abge­ord­ne­ten durch die­sel­be rosa­ro­te Bril­le schauten.

Ich fin­de, genau das soll­te ein Unter­su­chungs­aus­schuss wirk­lich mal näher unter die Lupe nehmen.

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10 Kommentare

  1. …übri­gens, wenn man BAMF goo­gelt und sich in einem nicht-deutsch­spra­chin­gen Land befin­det, erfährt man, dass es unter anderm für „bad-ass mother-fucker“ steht (Kicher!) Sor­ry, ich weiss, für deut­sche Ohren ist das viel zu vul­gär, aber ich fand es witzig.

  2. Und da nun alle Augen straff nach links gerich­tet sind…

    Ist eigent­lich mal jeman­dem auf­ge­fal­len, wie vie­le Son­der­rech­te sich der Staat in letz­ter Zeit zuschanzt, und wie vie­le Frei­hei­ten und Schutz­rech­te er abschafft, wäh­rend die Bevöl­ke­rung sich über­legt, ob sie sich über den kal­ten Kaf­fee von vor drei Jah­ren echauf­fie­ren möch­te, oder sich lie­ber auf die Fuß­ball-WM vor­be­rei­tet? Die Poli­zei will sich mit­ler­wei­le wie ein Geheim­dienst ver­hal­ten, und auch ohne Anfangs­ver­dacht gegen Jeder­mann ermit­teln, und jeder­mann ohne vor­aus­ge­hen­de Straf­tat ein­sper­ren kön­nen, und sie möch­te nun auch noch das Recht haben, in frem­de Woh­nun­gen ein­zu­bre­chen, und Kin­der­por­nos zu ver­tei­len. Jawohl, Kin­der­por­nos. Por­nos mit Kin­dern als Dar­stel­ler. Möch­te die Poli­zei ver­tei­len. Damit sie bes­ser spit­zeln kann. Die Poli­zei, Dein Ein­bre­cher und Kinderpornodealer. 

    Hier dazu eini­ge Quellen:

    https://www.heise.de/newsticker/meldung/Hessens-Justizministerin-fuer-Darknet-Ermittlung-mit-echten-Kinderporno-Fotos-4068015.html
    https://www.heise.de/newsticker/meldung/Staatstrojaner-Polizei-soll-in-Wohnungen-einbrechen-duerfen-4075115.html
    https://netzpolitik.org/2018/ab-sommer-in-bayern-das-haerteste-polizeigesetz-seit-1945/

    Ich weiß, dass das The­ma Off-Topic ist, aber es ist schon inter­es­sant, wie links und rechts Hand in Hand zusam­men­ar­bei­ten. Links sorgt für die Sozi­al­in­dus­trie, indem man sich um das Cha­os küm­mert, das Rechts benö­tigt, um die Exis­tenz einer immer wei­ter wach­sen­den Sicher­heits­in­dus­trie sicher­zu­stel­len, die dann nichts am eigent­li­chen Pro­blem ändert, wegen dem die jewei­li­gen Poli­ti­ker gewählt wur­den. Wenn gera­de alle Augen nach Links gerich­tet sind, weil die es vor drei Jah­ren arg über­trie­ben haben, dreht Rechts frei, und setzt jetzt alles durch, was die letz­ten 70 Jah­re viel zu weit gegan­gen wäre, nun jedoch durch­setz­bar ist.

    Es ist schon wit­zig, mit­an­zu­se­hen, wie die Bevöl­ke­rung stän­dig zwi­schen den poli­ti­schen Lagern hin und her getrie­ben wird, und nicht rea­li­siert, dass sie von bei­den Sei­ten miss­han­delt wird, und die poli­ti­schen Lager nur auf gegen­über­lie­gen­den Sei­ten der sel­ben Wei­de sind. Bei­de Lager legen Fut­ter aus, damit sie ein Paar Scha­fe zum Miss­han­deln haben, weil Miss­hand­lung nun­mal geil ist, und trei­ben den Rest der Gegen­sei­te zu, die das sel­be tut. Irgend­wie erin­nert mich das an die Bücher des Mar­quis de Sade, in denen er sei­nen Prot­ago­nis­ten mit­tels der Metho­de „Ler­nen durch Schmerz“ bei­gebracht hat, dass Hirn­ge­spinns­te in der Rea­li­tät kei­nen Platz haben, die Prot­ago­nis­ten dies jedoch par­tout nicht ler­nen woll­ten, was die Ant­ago­nis­ten nur umso gei­ler mach­te. Mei­ne liebs­te Jugendliteratur.

    Ich fra­ge mich, ob sich unse­re Poli­ti­ker gezielt vor­ge­hen, und sie sich pri­vat über die kur­ze Auf­merk­sam­keits­span­ne der Bevöl­ke­rung amü­sie­ren, oder ob es eher eine unbe­wuss­te Dyna­mik ist, die auch die­sen Schwarm steu­ert. Wahr­schein­lich Letz­te­res, den­ke ich.

    • Ich gebe dir dar­in Recht, dass der Staat immer mehr Auf­ga­ben an sich reißt und das beob­ach­te ich mit gro­ßer Sor­ge. „Long Therm“ ist dies viel­leicht die größ­te über­haupt. Aber die Vor­komm­nis­se von vor drei Jah­ren sind des­halb kein kal­ter Kaf­fee, im Gegen­teil! Sie sind ein Sym­ptom für genau das, was wir beob­ach­ten: Staatswirtschaft.

      • Ich gebe Dir Recht, dass die Ereig­nis­se vor drei Jah­ren kein kal­ter Kaf­fee waren, und ich per­sön­lich hal­te die Umset­zung der Repla­ce­ment-Migra­ti­on (die es schon län­ger gibt) für etwas, für das man am Strang lan­den soll­te. Wenn Popu­la­ti­ons­grup­pen durch Migra­ti­ons­be­we­gun­gen ver­drängt wer­den, ist das eine Sache. Die Ver­dräng­ten jedoch dazu zu zwin­gen, ihre eige­ne Ver­drän­gung in einer Wei­se zu finan­zie­ren, die ihren Nie­der­gang beschleu­nigt, und sie von klein auf dar­auf abzu­rich­ten, dies hin­zu­neh­men, über­schrei­tet die Gren­ze zum Ver­bre­che­ri­schen. Das mei­ne ich nicht als Stil­mit­tel, son­dern genau so, wie ich es sage.

        Dar­aus ergibt sich natür­lich auch, dass wich­ti­ge Erkennt­nis­se dar­in lie­gen, zu ver­ste­hen, wie sich die Situa­ti­on im Detail ent­wi­ckelt hat. Der gegen­wär­ti­ge Umgang damit wird als Prä­ze­denz­fall für die Zukunft gel­ten, und es ist wich­tig, was man macht, und wie die Sache aus­geht. Als die Tür­ken vor 100 Jah­ren ihren Geno­zid an den Arme­ni­ern durch­führ­ten, wur­de dem inter­na­tio­nal kaum Beach­tung geschenkt. Die Tür­ken selbst waren nicht inter­es­siert an einer Auf­klä­rung, die inter­na­tio­na­le Auf­klä­rung wur­de schon allei­ne dadurch zum Ent­glei­sen gebracht, dass die Tür­ken eini­ge Gei­seln nah­men, und mit einer Ver­schlech­te­rung der diplo­ma­ti­schen Bezie­hun­gen droh­ten. Abge­se­hen davon, war „Geno­zid“ damals nach inter­na­tio­na­lem Recht nicht klar gere­gelt. Eine klei­ne Anzahl von durch Vigi­lan­ten ohne Zukunft durch­ge­führ­ten Atten­ta­ten war alles, was die Welt auf­zu­brin­gen hat­te, um die­sen Geno­zid zu ahn­den. Die­ser Tat­sa­che wid­me­te ein gewis­ser Herr Hit­ler in sei­nem Lebens­werk „Mein Kampf“ gro­ße Beach­tung, und er schloss in die­sem Buch dar­aus, dass ein der­ar­ti­ges Vor­ge­hen ohne ernst­haf­te Kon­se­quen­zen mach­bar ist. Die­ser wird nicht der Ein­zi­ge gewe­sen sein, der die­sen Schluss zog, und ich wür­de davon aus­ge­hen, dass man in der Kau­sal­ket­te damals das Leben eini­ger hoch­ran­gi­ger Gei­seln gegen einen mehr­stel­li­gen Mil­lio­nen­be­trag an Men­schen­le­ben ein­ge­tauscht hat.

        Ich glau­be, deut­li­cher als in den letz­ten zwei Absät­zen kann man gar nicht for­mu­lie­ren, dass die Auf­ar­bei­tung der Gescheh­nis­se der jüngs­ten Ver­gan­gen­heit wich­tig sind. Aller­dings, und hier wirds zum kal­ten Kaf­fee, fin­det gera­de eine Lawi­ne von Ereig­nis­sen statt. Wäh­rend man sich damit beschäf­tigt, dass die Lin­ken es mit der inter­na­tio­na­len Soli­da­ri­tät über­trie­ben haben, wan­deln die Rech­ten das Land wei­ter­hin in ein gro­ßes Kon­zen­tra­ti­ons­la­ger um, und erwei­tern ihre Mit­tel, mit denen eine Min­der­heit in Uni­form eine poten­zi­ell wider­spens­ti­ge Mehr­heit belie­big unter Kon­trol­le hal­ten kann. Was die Funk­ti­on eines Kon­zen­tra­ti­ons­la­gers ist. Natür­lich begrün­det man die­ses Vor­ge­hen mit Ter­ro­ris­mus, Kin­der­por­no­gra­fie und Dro­gen­han­del, und neu­er­dings auch mit Fake-News sowie desta­bi­li­sie­ren­den Hass-Fak­ten, sowie den Urhe­ber­rech­ten und der Pri­vat­sphä­re, und ver­spricht hoch und hei­lig, die­se Mit­tel nie­mals (inner­halb der nächs­ten vier Jah­ren) zu miss­brau­chen. Was nach Ablauf der vier Jah­re pas­siert, ist offen­sicht­lich. Das ist etwas, das man in zehn Jah­ren in Tei­len auf­ar­bei­ten wird, wäh­rend wie­der ein ande­rer Teil des Staats und poli­ti­schen Spek­trums frei dreht, und in sei­nen Berei­chen genau das Sel­be macht.

        Es gesche­hen so vie­le Din­ge gleich­zei­tig, dass nur ein Bruch­teil des­sen jemals auf­ge­ar­bei­tet wer­den wird, und die meis­ten Din­ge unwi­der­spro­chen hin­ge­nom­men wer­den. Das ist sys­tem­im­ma­nent, und ergibt sich schon allei­ne dar­aus, dass der BRD im Grund­ge­setz zu vie­le Auf­ga­ben und Pri­vi­le­gi­en zuge­spro­chen wer­den, und die Welt ein chao­ti­sches Sys­tem ist, das sich in nicht vor­her­seh­ba­rer Wei­se ent­wi­ckelt, und man nur sicher sein kann, dass die Fehl­ent­wick­lun­gen sich nicht aus­glei­chen, son­dern sum­mie­ren, sobald ein sys­te­ma­ti­sches Ungleich­ge­wicht in der Berech­nungs­grund­la­ge vor­han­den ist. Man könn­te zum Bei­spiel eine Kau­sal­ket­te zwi­schen der Ren­ten­re­form aus den 1950ern und Angies Ent­schei­dung von 2015 her­stel­len, die frü­hes­tens seit den 1990ern abseh­bar ist, und in die­sen durch huma­ni­tä­re Hilfs­ak­tio­nen beschleu­nigt wur­de. Die­se Kau­sal­ket­te ist ein­fluss­rei­cher, als alle poli­ti­schen Strö­mun­gen der Gegen­wart. Der Staat, in dem wir leben, ist eine Fehl­kon­struk­ti­on, die die Nei­gung hat, allen­orts Resul­ta­te zu gene­rie­ren, die so zahl­reich sind, dass man mit der Auf­ar­bei­tung nicht mehr hin­ter­her­kommt, und die so kom­plex sind, dass sie nicht auf­ge­ar­bei­tet wer­den, weil nie­mand sie begreift. Das ist der hei­ße Kaffee.

  3. Her­vor­ra­gen­der Arti­kel. Ein paar sehr inter­es­san­te Details die man zwar ahnt aber nur schwer selbst zusam­men­tra­gen kann.

  4. „Eine Krä­he hackt der ande­ren doch kein Auge aus!“ – möch­te ich hier­zu anmerken.

    Dabei han­deln das Volk, näm­lich etwa 80%, und die Regie­rung in har­mo­ni­scher Über­ein­stim­mung. Die einen sind zu des­in­ter­es­siert, um sich an der Poli­tik zu betei­li­gen, und die ande­ren sind zu des­in­ter­es­siert, um gute Poli­tik zu machen. Ein weit­ver­brei­te­tes „Ver­fol­gen von Par­ti­ku­lar­in­ter­es­sen“ nennt sich das wohl.

    Mit 18 Mil­lio­nen Migran­ten, dar­un­ter geschätzt ein Vier­tel, die die west­li­che Zivi­li­sa­ti­on ableh­nen, und die­se nur als Geld­au­to­mat betrach­ten (wohl als indi­rek­te Dhim­mi-Steu­er auf­fas­sen), wird sich das Land sehr zum Schlech­te­ren ver­än­dern. Ja, hat es sich eigent­lich schon.

    Von den schät­zungs­wei­se 12–15 Mil­lio­nen Net­to­steu­er­zah­lern ver­las­sen jähr­lich etwa 300.000 das Land; der Steu­er­aus­fall dürf­te gewal­tig sein. Das Resul­tat dürf­ten wei­te­re direkt und indi­rek­te Steu­er­erhö­hun­gen sein – die wie­der­um die Zahl der Aus­wan­de­rer anschwel­len las­sen wer­den (es sind ja nicht ALLE Tei­le der Bevöl­ke­rung ver­blö­det). Dazu noch die Glo­ba­li­sie­rung, ins­be­son­de­re die Ver­la­ge­rung von gut­be­zahl­ten Indus­trie­ar­beits­plät­zen nach Chi­na, und dann darf man sich die Gret­chen­fra­ge stel­len: wer soll denn die gan­zen Staats­aus­ga­ben in Zukunft finanzieren?

    Fazit: Solan­ge sich in den Köp­fen in der Bevöl­ke­rung, und in denen der meis­ten Poli­ti­ker, nichts Grund­le­gen­des ändert, solan­ge sehe ich Deutsch­land als ein zukünf­ti­ges Armen­haus – und als Aus­wan­de­rungs­land – an.

  5. „Wer bis heu­te nicht begrif­fen hat ( ich mei­ne nicht Dich per­sön­lich), dass wir es hier mit einem all­um­fas­sen­den Kar­tell aus Par­tei­en, Medi­en, “Wis­sen­schaft­lern”, “Künst­lern” , Kir­chen und nicht zuletzt der Wirt­schaft zu tun haben, hat seit Sep­tem­ber 15 sehr fest geschla­fen oder will es nicht begreifen.“

    Zu Dei­ner Lis­te gehört noch die angeb­lich so unab­hän­gi­ge Justiz!!!
    Und alle oben genann­ten sind z.B. für sowas verantwortlich:
    https://www.welt.de/vermischtes/article177125702/Vermisste-14-jaehrige-Susanna-aus-Mainz-ist-tot-Polizei-veroeffentlicht-Fahndungsfoto.html
    Zitat daraus:
    „Ali B. war der Poli­zei bereits vor­her bekannt: Er soll an einer Schlä­ge­rei zwei­er Grup­pen, die vor­her eine Frau ange­pö­belt haben, betei­ligt gewe­sen sein. Außer­dem soll er an einem Fall betei­ligt gewe­sen sein, bei dem ein Mann geschla­gen wur­de. In einem drit­ten Fall soll er eine Poli­zis­tin ange­rem­pelt und gespuckt haben. Dann soll er ein elf­jäh­ri­ges Mäd­chen in einer Flücht­lings­un­ter­kunft ver­ge­wal­tigt haben und an einem Über­fall mit einem Mes­ser betei­ligt gewe­sen sein.
    Sei­ne Fami­lie reis­te ver­mut­lich im Okto­ber 2015 über den Irak, die Tür­kei und Grie­chen­land nach Deutsch­land ein, sag­te der Prä­si­dent des Poli­zei­prä­si­di­ums West­hes­sen, Ste­fan Müller.“

  6. Sehr span­nen­der Bei­trag! Fra­ge: war­um klopft der Mode­ra­tor in so einer Fern­sehrun­de nicht mal auf den Busch und fragt nach, ob und wie das The­ma im Innen­aus­schuss in den ver­gan­ge­nen Jah­ren dis­ku­tiert wur­de? Das ist eigent­lich sein Job, oder? Aber selbst unan­ge­neh­me Fra­gen zu stel­len, ist den Öffi-Sen­dern wohl zu viel. Da lässt man den ein oder ande­ren Poli­ti­ker zu bil­lig davonkommen.

    • Weil der „Mode­ra­tor“ genau so ein Ideo­lo­ge ist wie die , die im genann­ten Sumpf sit­zen. Einer der­je­ni­gen, die seit 2015 von Berei­che­run­gen, Gold­stü­cken und der­glei­chen mehr faseln.
      Die sit­zen alle im glei­chen Boot, respek­ti­ve im von Herrn Letsch beschrie­be­nen Sumpf.

      Wer bis heu­te nicht begrif­fen hat ( ich mei­ne nicht Dich per­sön­lich), dass wir es hier mit einem all­um­fas­sen­den Kar­tell aus Par­tei­en, Medi­en, „Wis­sen­schaft­lern“, „Künst­lern“ , Kir­chen und nicht zuletzt der Wirt­schaft zu tun haben, hat seit Sep­tem­ber 15 sehr fest geschla­fen oder will es nicht begreifen.

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