Der deutsche Ethikrat spielte in den Jahren 2020–2022 die Rolle des Stich­wort­ge­bers der Poli­tik für restrik­tive Maß­nah­men wie Lock­downs, Masken- und Impf­pflicht. Die Zeit­punk­te sein­er Kehrtwen­den passten stets per­fekt mit weit­eren Grun­drecht­sein­schränkun­gen zusam­men. Als Vor­sitzende des Ethikrates trug Ale­na Buyx alle Engschei­dun­gen mit und hat­te offen­bar keine Ein­wände, als fre­undlich­es Gesicht des Nan­nys­taates immer genau jene Entschei­dun­gen „ethisch“ zu umk­lin­geln, die Lauter­bach und Kon­sorten tre­f­fen woll­ten. Mir ist zumin­d­est keine Buyx-Rede erin­ner­lich, in der sie dem Gesund­heitsmin­is­ter, der Kanzlerin,dem Kan­zler, den „Experten“ oder einem maß­nah­me­naffinen Min­is­ter­präsi­den­ten ver­bal in die Parade gefahren wäre. Ethik, so scheint es, ist für den Ethikrat etwas für ruhige Zeit­en, das man, wenn es zur Krise kommt, als erstes über Bord wirft.

Ich habe das immer genau ander­sherum und offen­bar falsch ver­standen und Ethik als etwas solides wie ein Sturm­segel betra­chtet, als das let­zte Mit­tel, mit dessen Hil­fe man einen Orkan abwet­tern kann, in dem alle alltäglichen Regeln und jede Ratio­nal­ität ver­sagen. Jet­zt erleben wir nach drei Jahren Dauer­pan­demiemodus, wie sich ein Steuer­mann nach dem anderen abset­zt und dabei ver­sucht, gle­ichzeit­ig vor­wärts und rück­wärts zu laufen. Denn ein­er­seits möchte man die eige­nen gut doku­men­tierten Aus­sagen und Entschei­dun­gen nicht in Frage stellen und ander­er­seits so tun, als hätte man sie nie vertreten. Ale­na Buyx hat der ZEIT ein langes und wie ich finde ver­stören­des Inter­view gegeben und ich hat­te die Gele­gen­heit, kurz hin­ter die Bezahlschranke zu schauen. „Eine von Wut getriebene Suche nach Schuldigen hil­ft über­haupt nicht“, meint Buyx. Doch lei­der wün­scht Frau Buyx auch keine sach­liche und fak­ten­basierte Suche nach den Schuldigen. Hätte ich den Artikel bloß nie gele­sen!

ZEIT ONLINE: „Wur­den dem Gesund­heitss­chutz zu viele Frei­heit­en geopfert?“

Buyx: „Weil ich diese Gegenüber­stel­lung nicht gut finde, kann ich die Frage nicht so umfassend beant­worten. Ich würde mir ein solch­es Urteil außer­dem niemals anmaßen, und das gilt auch für uns im Ethikrat. Wir haben auf einzelne Dinge hingewiesen, etwas dass unser Rechtsstaat und die par­la­men­tarisch-demokratis­che Kon­trolle im Großen und Ganzen gut und belast­bar funk­tion­iert haben. Auch das Bun­desver­fas­sungs­gericht hat meines Eracht­ens nicht in dieser Abso­lutheit geant­wortet, genau­so wenig wie der Sachver­ständi­ge­nauss­chuss beim Infek­tion­ss­chutzge­setz.“

Schon die Frage enthält einen Kat­e­goriefehler. Denn sie unter­stellt, dass die Opfer­ung von Frei­heit­en dem Gesund­heitss­chutz tat­säch­lich zuträglich war. Die Antwort ist ein­er der weni­gen Momente im Inter­view, in denen Buyx die Deck­ung fall­en lässt. Denn die Frage bein­hal­tet den Vor­wurf ein­er miss­lun­genen Güter­ab­wä­gung und den find­et die Vor­sitzende des Ethikrates nicht gut.

Buyx: „Unsere Gesellschaft hat ständig über das beste Ver­hält­nis zwis­chen Frei­heit und Gesund­heit disku­tiert – und zwar in ein­er Art und Weise wie nie zuvor seit dem Zweit­en Weltkrieg. Live und in Farbe. Zweiein­halb Jahre lang. Und das hat uns belastet. Das hat die öffentliche Diskus­sion belastet. Sie ist nach­weis­lich rup­piger, gereizter und polar­isiert­er gewor­den. Trotz­dem ist meine Ein­schätzung, dass wir das ins­ge­samt als Gesellschaft, als Land ern­sthaft getan haben, immer wieder. Das zeigt sich auch darin, dass die Maß­nah­men bei uns im inter­na­tionalen Ver­gle­ich nicht die strik­testen waren, aber sicher­lich auch nicht die lock­er­sten. Zudem wurde ständig nachjustiert. Das war quälend, ist aus ethis­ch­er Per­spek­tive aber richtig, weil es eben darum geht, die Ver­hält­nis­mäßigkeit zu wahren in der Bal­ance von Frei­heit, Gesund­heit und all den anderen wichti­gen Gütern wie Kul­tur- und Par­tizipa­tion­srecht­en.“

Buyx find­et zurück in den Vertei­di­gungsmodus und argu­men­tiert, als seien Frei­heit und Gesund­heit – wie in der Frage unter­stellt – kom­mu­nizierende Röhren und wenn man das eine verbessern wolle, müsse man zwangsläu­fig das andere ver­schlechtern. Wenn sie von „wir ins­ge­samt als Gesellschaft“ spricht, sind einige näm­lich nicht mit­ge­meint, wie wir noch lesen wer­den.

ZEIT ONLINE: „Es gibt die Kri­tik, dass rote Lin­ien über­schrit­ten wur­den. Als Beispiel wird oft die 2G-Regelung genan­nt, die Ungeimpfte zeitweise aus vie­len Bere­ichen des öffentlichen Lebens aus­geschlossen hat. Kön­nen Sie diese Kri­tik nachvol­lziehen?“

Buyx: „Ja. An der meis­ten Kri­tik, die man hört, kann ich etwas find­en – weil es wirk­lich schwierige Entschei­dun­gen waren. Kri­tik zeigt, dass wir eine lebendi­ge Gesellschaft sind. Und es wurde in der Pan­demie alles immer und auch oft sofort kri­tisiert. Nehmen Sie die berühmten Min­is­ter­präsi­den­tenkon­feren­zen: Die waren noch nicht zu Ende, da hagelte es schon Kri­tik, weil irgendw­er die Unter­la­gen durchgestochen hat­te.“

Ob die Entschei­dun­gen schwierig waren, ist uner­he­blich. Sie waren falsch!

ZEIT ONLINE: „Und die 2G-Regelung – war die aus ethis­ch­er Sicht, aus heutiger Per­spek­tive frag­würdig?“

Buyx: „Ich finde es sehr schwierig, Maß­nah­men und Entschei­dun­gen rück­blick­end so zu bew­erten.“

Ich nicht. Schon weil ich das nicht nur rück­blick­end so sehe, son­dern von Anfang an.

„Wer das unbe­fan­gen tut, macht es sich zu leicht. Das Wis­sen, das wir heute haben, färbt unsere Bew­er­tung mas­siv ein.“

Das Wis­sen hat­ten wir auch damals schon, doch es wurde aus­ge­blendet und unter­drückt.

„Deshalb darf man nie ahis­torisch auf die Dinge blick­en.“

Aber afak­tisch und ein­seit­ig ist erlaubt?

„Das heißt nicht, dass man nicht hin­ter­fra­gen, analysieren und kri­tisieren darf. Aber es ver­fes­tigt sich ger­ade ein wenig das Nar­ra­tiv, dass die ganze Coro­na-Poli­tik prob­lema­tisch war. Und das stimmt nicht. Bei aller Kri­tik muss man redlich bleiben.“

Doch man durfte nicht hin­ter­fra­gen, die ganze Coro­na-Poli­tik war prob­lema­tisch und den Kri­tik­ern sprach man von Anfang an jede Redlichkeit ab! Buyx fordert hier, was den Kri­tik­ern ver­weigert wurde.

„Nun aber zu 2G. Das ist eine schwierige Maß­nahme. Ich habe damals gesagt, dass staatlich­es und flächen­deck­endes 2G wenn, dann nur maßvoll und so kurz wie irgend möglich einge­set­zt wer­den sollte, auch andere Ethikratsmit­glieder haben das betont. Dabei habe ich immer wieder unter­strichen, dass grund­sät­zlich 3G, also dass auch Getestete Zugang bekom­men, bess­er ist, weil es mehr gesellschaftliche Teil­habe erlaubt. Ich glaube trotz­dem, dass es gerecht­fer­tigt war, 2G phasen­weise einzuführen. Denn die Alter­na­tive war, alles für alle dichtzu­machen, auch für diejeni­gen mit deut­lich weniger Risiken. Da war dann 2G im Ver­gle­ich die mildere Maß­nahme. Wir dür­fen nicht vergessen, dass 2G zu ein­er Zeit einge­führt wurde, in der die Imp­fun­gen die Trans­mis­sion des Virus noch deut­lich reduzierten, näm­lich in der Delta-Welle. Und ein Test ist nun ein­mal kein Schutz. 2G war übri­gens auch keine krasse deutsche Erfind­ung, son­dern galt zeitweise in vie­len Län­dern, auch in der ver­hält­nis­mäßig lib­eralen Schweiz.“

Buyx war dafür, Maß­nah­men „hocheskalieren“ zu lassen. Der Ethikrat war auch für die Impf­pflicht. Ob die kurz oder lang gel­ten solle, ist so uner­he­blich wie die Dauer ein­er Verge­wal­ti­gung. Das klingt so gar nicht nach Teil­habe, son­dern nach eiskalter Folter. Wo ste­ht geschrieben, dass die Alter­na­tive zu 2G „alles dicht­machen“ ist? Und seit wann genügt es als Begrün­dung für Grun­drecht­sein­schränkun­gen, dass andere Län­der genau­so ver­fahren? Zu der Geschichte mit der Delta-Welle komme ich gle­ich noch.

ZEIT ONLINE: „2G ist nur ein Beispiel: Haben Medi­en, Poli­tik und Gesellschaft zu viel Druck auf Ungeimpfte aus­geübt?“

Buyx: „Meine Wahrnehmung war, dass wir zunächst, also Anfang bis Mitte 2021, über die Geimpften gesprochen haben: Wie toll es ist, geimpft zu sein; wer die Imp­fung schon hat und wer sie als Näch­stes bekommt. Aber das hielt nicht lange: Par­al­lel zur Delta-Welle im frühen Herb­st 2021, als es in den Kranken­häusern bald richtig unan­genehm wurde und wieder Maß­nah­men erörtert wur­den, ging es plöt­zlich ganz ver­stärkt um die Per­spek­tive der ungeimpften Men­schen und was wir denen mit den Maß­nah­men zumuten. Das hat mich damals erstaunt. Ich habe das nicht als direk­ten Druck emp­fun­den. Aber wahrschein­lich hat es indi­rekt Druck erzeugt, weil auf ein­mal diese unglaubliche Aufmerk­samkeit und medi­ale Kraft auf diese Gruppe gerichtet wur­den. Da hat­ten die Medi­en tat­säch­lich einen Anteil dran. Ich habe in Vorge­sprächen zu Inter­views immer wieder gesagt: Wir soll­ten viel mehr erk­lären, dass sich die Risiken zwis­chen geimpften und ungeimpften Men­schen so stark unter­schei­den. Dass es nicht um ein Bestrafen geht, son­dern um Schutz und um eine faire Verteilung von Risiken und Belas­tun­gen. Und wir soll­ten viel pos­i­tiv­er über das Geimpft­sein reden. Aber die Medi­en haben damals in mein­er Wahrnehmung vornehm­lich über ungeimpfte Men­schen reden wollen.“

Möchte da jemand seine Spuren ver­wis­chen? Es lief längst nicht mehr Delta, son­dern die „Omikron-Welle, als Buyx bei Lanz fol­gen­des sagte: „Diese freie Entschei­dung, sich nicht zu impfen, die hat eben Effek­te auf uns alle. […] Das, was man jet­zt machen muss, ist, dass man schrit­tweise schaut, dass man es so grun­drechtss­cho­nend wie möglich hinkriegt, aber den­noch genug Maß­nah­men ein­führt. Und da muss man die sozusagen schrit­tweise hocheskalieren.“  Scho­nen ist nicht ver­scho­nen, biegen ist nicht brechen und dem „schrit­tweise hocheskalieren“ auszuwe­ichen ist nicht das­selbe wie eine Entschei­dung frei von rechtswidri­gen Erpres­sun­gen zu fällen. Aber wenn Frau Buyx das nicht als direk­ten Druck empfind­et – dem sie ja selb­st nicht aus­ge­set­zt war – muss mir das als Recht­fer­ti­gung nicht genü­gen.

ZEIT ONLINE: „Der Druck war nicht nur indi­rekt. Ungeimpfte wur­den ver­bal ange­gan­gen – Karl Lauter­bach sagte: “Das ganze Land wird in Geisel­haft dieser Men­schen sein.” Und 2G etwa zielte erk­lärter­maßen darauf, dass sie sich impfen lassen.“

Buyx: Sätze wie diesen habe ich damals viel aus Kranken­häusern gehört, von wahnsin­nig frus­tri­erten Ärzten und Pflegekräften. Und klar, die Maß­nah­men soll­ten wohl auch ein Anreiz sein. Das hat die Poli­tik ja gesagt. Ich will also gar nicht abstre­it­en, dass da auch ein sozialer Druck ent­standen ist. Was man aber nicht vergessen darf, wenn man jet­zt 3G und 2G ver­gle­icht: Es ging um Schutz. Ein Test ist kein indi­vidu­eller Schutz, eine Imp­fung schon, damals sowohl vor Ansteck­ung als auch vor schw­er­er Erkrankung. In der Zeit, als die Maß­nah­men gal­ten, lagen vor allem ungeimpfte Men­schen auf der Inten­sivs­ta­tion. Und der Druck ent­stand auch, weil viele die dur­chaus nachvol­lziehbare moralis­che Intu­ition teil­ten: Wer sich jet­zt nicht impfen lässt, ist unsol­i­darisch.“

Nochmal zum Mitschreiben, Frau Buyx: diese Imp­fung schützt nicht vor Covid. Auch nicht vor der Über­tra­gung. Die Her­steller haben diesen Aspekt nicht mal getestet, wie Pfiz­er vor dem EU-Par­la­ment unlängst zugab. Und hätte die Poli­tik die kri­tis­chen Stim­men nicht aus­geknipst, würde sich diese Erken­nt­nis deut­lich schneller durchge­set­zt haben. Wir reden hier ja nicht vom Nebel der Unken­nt­nis, in dem wir uns bis Mitte 2020 noch befan­den, son­dern von ein­er Phase, in der die Poli­tik auf alle Fra­gen und Prob­leme nur eine Antwort zuließ: impfen, boost­ern, auf­frischen! Wer diesen Druck als „Anreiz“ verkauft, kann genau­so gut Schulden zu „Son­derver­mö­gen“ erk­lären!

ZEIT ONLINE: „Eine kür­zlich erschienene Studie zeigt, dass in ver­schiede­nen Län­dern Geimpfte diskri­m­inierende Ein­stel­lun­gen gegenüber Ungeimpften haben: Sie wollen nicht, dass sie in die Fam­i­lie ein­heirat­en oder in ihre Nach­barschaft ziehen.“

Buyx: „Ja, das kam lei­der von bei­den Seit­en. Nicht alle, die sich nicht impfen lassen wollen, sind Impfgeg­n­er. Aber aus dem radikalen Impfgeg­n­er­lager, einem laut­en Völkchen, kamen die absur­desten Sachen. Keine Blut­spenden von Geimpften und keinen Sex mit ihnen, da gab es Angst, dass geimpfte Men­schen irgendwelche Par­tikel ver­bre­it­en, die gefährlich sein kön­nen. Da gab es auch eine Selb­stab­gren­zung. Es ist wichtig, sich zu verge­gen­wär­ti­gen, dass dies kein neues Phänomen ist. Lei­der zeich­net es uns Men­schen auch aus, andere ein­fach auf­grund bes­timmter Eigen­schaften abzulehnen.“

Da kommt der kleine ABC-Schütze zur Schule und wird vom großen Fün­ftk­lässler ver­prügelt, damit er sein Essens­geld raus­rückt und die Lehrerin Frau Buyx tritt zwis­chen bei­de und sagt „Ver­tragt euch wieder und gebt euch die Hand! Es wur­den Fehler auf bei­den Seit­en gemacht!“ Es geht hier aber darum, dass jene mit Macht, gegen jene ohne Macht zu ver­schiede­nen Stufen der Gewalt grif­f­en. Da gibt es keine „zwei Seit­en“! Spricht Buyx an ander­er Stelle noch ver­söhn­lich davon, dass nicht jed­er ein Impfgeg­n­er sei, der die Prä­parate von Pfiz­er und Mod­er­na ablehnt, fällt sie hier wieder zurück ins Aus­gren­zungs­vok­ab­u­lar der let­zten Jahre: „radikales Impfgeg­n­er­lager“, „lautes Völkchen“, „absur­deste Sachen“.

Sich­er, es gab absurde Vor­würfe. Doch was ist mit absur­den Behaup­tun­gen wie „die Imp­fung ist prak­tisch neben­wirkungs­frei“ angesichts der Tat­sache, dass mit einem Fall ern­ster Neben­wirkun­gen auf 800 Verabre­ichun­gen (Dr. John Camp­bell, Neu­a­nalyse der mRNA-Ver­suchs­dat­en) zu rech­nen ist? Was ist mit „die Imp­fung ver­hin­dert die Über­tra­gung“? Doch Buyx wiegelt ab. So ist er eben, der Men­sch! Er gren­zt andere auf­grund bes­timmter Eingeschal­ten aus. Zufäl­lig ist dies wörtlich Bestandteil jed­er Def­i­n­i­tion für Ras­sis­mus. Nun ist es zutr­e­f­fend, dass es Ras­sis­ten gibt und immer gab. Doch wenn ein Staat sich dieses Mit­tel zu eigen macht, ist es sys­temisch und damit ein Prob­lem.

ZEIT ONLINE: „Trotz­dem ist ein neuer Riss in der Gesellschaft ent­standen, oder?“

Buyx: „Dieses Gerede von ein­er ges­pal­te­nen Gesellschaft halte ich für Quatsch, weil es impliziert, wir wür­den kom­plett auseinan­der­fall­en. Trotz­dem gibt es natür­lich Spal­tungsphänomene. Wir sehen nach­weis­lich eine stärkere Polar­isierung in der öffentlichen Diskus­sion, die Leute bud­deln sich stärk­er in ihren Gräben ein. Es entwick­eln sich neue Ein­stel­lun­gen und For­men der Abw­er­tung, die uns Sor­gen machen müssen. Das hat einen Effekt auf das Ver­trauen und die Resilienz der Gesellschaft, ins­beson­dere in den Krisen, in denen wir bere­its sind und auch in denen, die noch vor uns liegen. Der wahrgenommene gesellschaftliche Zusam­men­halt hat mess­bar abgenom­men.“

Spal­tung? Quatsch! Es gibt nur Spal­tungsphänomene und der Zusam­men­halt nimmt ab. Das sind seman­tis­che Hütchen­spiele mit bedeu­tungs­gle­ichen Aus­sagen, wie wir sie von soge­nan­nten „Fak­tencheck­ern“ nur zu gut ken­nen.

ZEIT ONLINE: „Was kann man dage­gen tun?“

Buyx: „Alles fängt damit an zu sagen: Wir haben keine mono­lithis­chen Blöcke in der Gesellschaft, die sich gegenüber­ste­hen. Wir vom Ethikrat haben immer betont: Sieh den Men­schen, lehne Ander­s­denk­ende nicht sofort ab, son­dern frag, warum sie anders denken.“

Ihr habt „Ander­s­denk­ende“ zum Schimpf­wort gemacht. Nie­mand hat gefragt, warum Ander­s­denk­ende anders denken, auch der Ethikrat nicht. Die Aus­gren­zung war pauschal, umfassend und falsch.

ZEIT ONLINE: „Wie genau soll das gehen?“ [Frage auf die Aus­sage, nicht nur die Poli­tik, die ganze Zivilge­sellschaft müsse bei der Ver­söh­nung mithelfen. Anmerkung des Autors]

Buyx: „Mit weniger Lust an der Empörung. Wir soll­ten in den öffentlichen Diskus­sio­nen viel mehr beto­nen, was uns verbindet. Gegen­wär­tig beto­nen wir lustvoll die Unter­schiede: Las­ten­rad ver­sus SUV, Elon-Musk-Jünger ver­sus Social-Media-Ver­weiger­er, Kli­mak­le­ber gegen Atom­kraft-Fan. Da sind auch die Medi­en gefragt. Es braucht mehr Geschicht­en darüber, dass es auch WGs gibt, in denen geimpfte und ungeimpfte Men­schen entspan­nt zusam­men­leben. Und dass es nicht nur Fam­i­lien gibt, die zer­rüt­tet sind, weil es einen Quer­denker-Onkel gibt, son­dern auch Fam­i­lien, die wieder zusam­menkom­men. So etwas sieht man kaum.“

„Ich mag hier keine Medi­enkri­tik ver­anstal­ten, das ist nicht meine Kom­pe­tenz, aber ich wün­sche mir dur­chaus ein biss­chen mehr Ver­ant­wor­tungs­ge­fühl und Blick auf das große Ganze. Medi­en gestal­ten die öffentliche Diskus­sion, entsprechend beste­ht auch die Ver­ant­wor­tung, darüber zu reflek­tieren, welche Auswirkun­gen diese Arbeit hat. Das passiert natür­lich auch, aber angesichts der aktuellen gesellschaftlichen Entwick­lun­gen muss vielle­icht noch stärk­er in den Blick genom­men wer­den, dass es direkt zur Polar­isierung beiträgt, wenn Aus­sagen zu sehr pointieren und verkürzen. Der Ein­druck der gesellschaftlichen Spal­tung, der in den let­zten zweiein­halb Jahren ent­standen ist, kommt auch daher. Ver­stärkt wird das noch von Social-Media-Plat­tfor­men, die spal­tenden und polar­isieren­den Con­tent hochranken, weil Men­schen häu­figer draufk­lick­en und länger auf der Plat­tform bleiben, wenn der Algo­rith­mus so funk­tion­iert. Auch da soll­ten wir gesellschaftlich gegen­s­teuern.“

Natür­lich ist nach wie vor der „Quer­denker-Onkel“ das Prob­lem. Allein schon die Ver­wen­dung dieses Begriffs als Konzen­trat von Aus­gren­zung und Ressen­ti­ment zeigt, dass Buyx schein­bar noch immer nicht ver­standen hat, wie Spal­tung durch Vorurteile funk­tion­iert. Wir sollen das Verbindende sehen, nicht das Tren­nende. Und dass nach­dem drei Jahre lang das Tren­nende das Verbindende zu sein hat­te! Es mag ja Aus­gren­zung und Denun­zi­a­tion gegeben haben, aber sich­er hat­te der eine oder andere auch Ungeimpfte im Keller ver­steckt und das müsse doch auch in die Waagschale!

Doch wir wis­sen längst, welch­er Con­tent in den Medi­en­plat­tfor­men unter­drückt, und welch­er hochge­fiedelt wurde. Es war auch kein Algo­rith­mus, der das tat. Die Kat­e­gorie „polar­isieren­der Inhalt“ kann die KI näm­lich noch nicht sin­nvoll erken­nen, wohinge­gen sich die offizielle Lin­ie von Poli­tik und Medi­en durch „manuellen Druck“ auf die Sozialen Net­ze durch­set­zen ließ.  Das wis­sen wir spätestens, seit Elon Musk interne Twit­ter-Doku­mente unter­suchen lässt. Hier hän­gen Buyx‘ Argu­mente also gefährlich in der Luft.

Buyx: Es gibt ein tiefes, umfassendes Bedürf­nis, diese Pan­demie zu bear­beit­en. Und offen­bar auch, irgendwelche Schuldigen zu find­en. Und zwar für ganz unter­schiedliche Aspek­te. Schuldige für einzelne Entschei­dun­gen oder die gesamte Poli­tik. […] Ich per­sön­lich habe kein Prob­lem damit, um Entschuldigung zu bit­ten dafür, dass wir vom Ethikrat die Jun­gen nicht genug in den Fokus genom­men haben. Aber dieses Bedürf­nis, Schuldige zu find­en, hat zum Teil etwas Unstill­bares, da scheint es gele­gentlich eher um Rachege­füh­le, um Sühne zu gehen. Eine von Rache und Wut getriebene Suche nach Schuldigen ist eine gefährlich ein­fache, also keine Lösung, die hil­ft über­haupt nicht weit­er.“

[…]

„Wir brauchen eine Trias: analysieren, ler­nen, heilen. Das muss man nach ein­er Krise machen, aber das haben wir als Gesellschaft nie gemacht und kon­nten wir auch nicht machen. Erst, weil die Krise noch nicht vor­bei war. Und dann, weil der Krieg und die anderen Krisen kamen. Wobei man bedenken muss, dass die Pan­demiepoli­tik auch eine Pro­jek­tions­fläche gewor­den ist für alles Mögliche, das in der Gesellschaft nicht gut ist. Also darf man sich auch nicht zu viel von so einem Prozess ver­sprechen.“

Die einen möcht­en die Pan­demie bear­beit­en, während andere sie noch beack­ern. Auch Buyx argu­men­tiert noch mit der Wirk­samkeit der Covid-Imp­fun­gen und die „Entschuldigung“ des Ethikrates bezog sich auf einen zwar wichti­gen, aber nur kleinen Teilaspekt: Kinder und Schulschließun­gen. Auch gab es bish­er keine Kon­se­quen­zen, wed­er per­son­eller noch strafrechtlich­er Art.

Zu dumm aber auch, dass die Krisen ger­ade so dicht aufeinan­der fol­gen, dass keine Zeit für Aufar­beitung oder „Heilung“ bleibt! Von Ver­ant­wor­tung ist erst gar nicht die Rede, weil sowas doch nur benutzt würde, um „alles Mögliche“ mit auf die Rech­nung zu set­zen. Und nun ist sowieso Krieg, also Klappe hal­ten! Ich frage mich ger­ade, in welchem zeitlichen Abstand zur Krise man dere­inst von „vergessen“ auf „erin­nern“ umschal­ten wird. Ver­mut­lich wird es mit wach­sen­dem Abstand zu ein­er ähn­lichen Ver­mehrung von Maß­nah­menkri­tik­ern kom­men, wie erst lange nach dem zweit­en Weltkrieg die Antifaschis­ten immer zahlre­ich­er wur­den.

„Damit etwas heilen kann, muss man innehal­ten und den Schmerz spüren. Wir müssen anerken­nen, was wir alle in dieser Pan­demie ver­loren haben. Diese vie­len Ver­luste zu benen­nen und festzuhal­ten, ist total wichtig für den Heilung­sprozess. Wenn das nicht passiert, dann gärt es, dann eit­ert die Wunde und heilt nicht. Dann wer­den Men­schen wütend und wollen einen Schuldigen haben. Die Suche nach dem Schuldigen entzün­det sich ja häu­fig an konkreten Ver­lus­ten. Dieses Bedürf­nis ist nachvol­lziehbar, aber wahnsin­nig tox­isch. Es hat einen tiefen Effekt auf die Polar­isierung der Gesellschaft. Und es ist demokratiege­fährdend. Denn Men­schen mit unver­ar­beit­eter Wut neigen nach­weis­lich stärk­er zu Gewalt und extremen poli­tis­chen Posi­tio­nen.“

Der bere­its gespürte und absichtlich zuge­fügte Schmerz zählt jedoch nicht. Man kann aber kein Mess­er aus ein­er Wunde ziehen, ohne zu fra­gen, wie es dor­thin kam. „Wir haben alle ver­loren“ ist in mehrfach­er Hin­sicht ver­logen. Denn einige haben mehr ver­loren als andere und so manch­er ist bei all dem Ver­lieren ziem­lich reich gewor­den. Die Suche nach Schuldigen entzün­det sich auch nicht an konkreten Ver­lus­ten, son­dern an Schuld. Buyx ver­sucht, die staatlichen Über­griffe in den drei Pan­demie­jahre als eine Art „opfer­los­es Ver­brechen“ hinzustellen, so als sei jemand um drei Uhr nachts über eine ein­same rote Ampel gefahren.

Nun ist es halt da, das Mess­er im Rück­en und zu fra­gen, wer es dort hineingestoßen hat, ist tox­isch und demokratiege­fährdend. Den Schmerz zu ver­ar­beit­en, bedeutet nach dieser Logik im Umkehrschluss, ihn zu ignori­eren und zu vergessen, weil son­st die Demokratie in Gefahr sei. Oder noch kürz­er: Demokratie bedeutet, schweigend Schmerz zu erlei­den und das ist auch gut so. Wer möchte da nicht ein guter Demokrat sein? Heute ist erst der zweite Jan­u­ar und ich habe jet­zt schon genug Buyx und Ethikrat für ein ganzes Jahr gele­sen.

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19 Kommentare

  1. Dieses Inter­view…. Ich frage mich immer, wie Roger es erträgt, mehr als drei Zeilen von diesem Geschwurbel zu lesen ohne sich zu übergeben. Ich tue mir diese per­vertierte Form von „Dialek­tik“, den größten Schwachsinn noch irgend­wie zu recht­fer­tigten, Ursache und Wirkung umzu­drehen und zum Schluß immer wieder die anderen schuldig zu sprechen, seit Jahren nicht mehr an. Die Bruch­fet­zen aus dem Inter­view, die ich gele­sen habe, bestäti­gen mich in der Auf­fas­sung, in dem „Ethikrat“ Eine Reinkar­na­tion der „Abteilung Agi­ta­tion und Pro­pa­gan­da des Zen­tralkomi­tees der SED“ ent­deckt zu haben. Kein Wun­der, denn die SED (heute LINKSPARTEI) gibts ja noch, und so auch ihre Agi­ta­toren: Faeser, Bar­ley, Habeck, Esken… und all ihre Ableger wie die von Ex-Stasi Kahane gegrün­dete „Anto­nio Amadeo Stiftung“ und eben auch diesen lächer­lichen „Ethikrat“, dessen Auf­gabe so sim­pel wie aus Sicht der Herrschen­den ein­leuch­t­end ist: Alles, was die Ziele der aktuellen Regierung dient, als „ethisch“ zu klas­si­fizieren. In der DDR war dies 1:1 das­selbe: Ethisch (in der DDR nan­nte man es „moralisch“) ist, was der „Arbeit­erk­lasse“ nützt. Für Wes­sis: Die selb­stre­dend von sog. „Parteiar­beit­ern“ wie Honeck­er, Krenz und Mielke vertreten wurde. Kom­pli­ment an Genossin Angela (die diesen „Ethikrat“ ins Leben gerufen hat): Mis­sion (in der DDR „Klasse­nauf­trag“ genan­nt) erfüllt.

  2. Thanks for a thought­ful arti­cle! I think the author might do a much bet­ter job as the ethics com­mit­tee head as @alena_buyx.

    After con­sid­er­a­tion, I’m adding her onto #WallOf­Shame for
    1) speak­ing “apolo­getic open­ness” but not actu­al­ly apol­o­giz­ing,
    2) tar­get­ing crit­i­cism as “revenge”,
    3) rid­ing a high-horse with­out account­abil­i­ty.

    Here’s my tweet about it:
    https://twitter.com/TRetrospective/status/1610935583043461120

    Here’s my video about Germany’s Failed Strat­e­gy:
    https://youtu.be/QA0iVZb4ZoY

    I’ll prob­a­bly van­ish from this plat­form now. Take care, all the best for truth seek­ers!

  3. Immer­hin hat ZEIT online 2G nicht unter den Tisch fall­en lassen in dem Inter­view. Denn das war die deutscheste und übel­ste aller Maß­nah­men gewe­sen, selb­st als die sog. Impf­durch­brüche schon an jed­er Straße­necke zu sehen waren.

    Beim Anne-Frank-Zen­trum find­et sich eine inter­es­sante Auflis­tung von früheren deutschen Maß­nah­men, die wie eine Blau­pause zu 2G wirken::

    Jüdin­nen und Juden dür­fen nicht mehr in allen Geschäften einkaufen.
    Sep­tem­ber 1939

    Jüdin­nen und Juden dür­fen in ihrer Freizeit nicht mehr über­all hin gehen.
    Dezem­ber 1938

    Jüdin­nen und Juden müssen im Win­ter ab 20 Uhr zu Hause bleiben, im Som­mer ab 21 Uhr.
    Sep­tem­ber 1939

    Jüdin­nen und Juden dür­fen nicht mehr in großen Grup­pen spazieren gehen. Jüdin­nen und Juden dür­fen auch kein Zelt­lager mehr besuchen.
    Sep­tem­ber 1935

    Jüdin­nen und Juden dür­fen nicht mehr ins The­ater gehen. Auch nicht ins Kino oder in ein Muse­um.
    Novem­ber 1938

    Jüdin­nen und Juden dür­fen nicht mehr in den Sportvere­in gehen.
    April 1933

    Jüdin­nen und Juden dür­fen nicht mehr mit Bus oder Bahn fahren
    April 1942

    Jüdin­nen und Juden dür­fen nicht mehr in ein anderes Land gehen, nicht reisen, nicht umziehen oder fliehen
    August 1941

    Jüdin­nen und Juden müssen immer einen gel­ben Stern tra­gen. Auf dem Stern ste­ht „Jude“.
    Sep­tem­ber 1941

    Jüdin­nen und Juden müssen auf gekennze­ich­neten Park­bänken sitzen.
    April 1935

    Jüdin­nen und Juden müssen auf eine jüdis­che Schule gehen.
    Novem­ber 1938

    Jüdin­nen und Juden dür­fen nicht mehr in allen Berufen arbeit­en: Nicht bei der Polizei oder im Gericht. Nicht als Ärztin oder Arzt.
    April 1933

    Aus: https://www.annefrank.de/fileadmin/Redaktion/Themenfelder/Antisemitismus_entgegenwirken/Dokumente/arbeitsmethoden-antisemitismus_7‑2.pdf

    Das hätte defin­i­tiv nicht noch mal passieren dür­fen. Und ein deutsch­er Ethikrat vertei­digt dieses staatliche Vorge­hen.
    Er gehört abgeschafft — und zwar sofort.

  4. @Ich habe das immer genau anders­her­um und offen­bar falsch ver­stan­den
    das ist doch er Zweck dieser Organ­i­sa­tio­nen wie Ethikrat, STIKO, UNO, Völk­er­recht, Wirtschaftsweisen, ..

    Sie sollen den Mächti­gen eine Legit­i­ma­tion geben für ihre Mach­tausübung, die sie anson­sten nicht vertreten kön­nen.
    Sie haben geholfen zu legit­imieren und damit den Wider­stand reduziert. In Wirk­lichkeit “hal­ten” sich die Mächti­gen nur dann daran, wenn es ihren Inter­essen nützt.

    Beispiel : Zwang zur Staub­schutz­maske !
    Wer erin­nert sich noch an die Ein­führung — dem Volk wurde der Gessler-Hut des Regimes mit Polizei- und Jus­tizge­walt aufgezwun­gen — während­dessen geht die Kan­z­lerin der Herz­schä­den in ein Regierungstr­e­f­fen EU oder so — schön demon­stra­tiv mit Maske — und kaum sind die Kam­eras der Staatsme­di­en aus, da fliegt auch die Maske und man trifft sich mit Umar­mung und Küßchen!
    Das Volk wurde mit aller Kraft ver­ar…. !

    Und eben diese Insti­tu­tio­nen wie Ethikrat, DIVI, STIKO, FSK, … sind nichts anders als Feigen­blät­ter, mit denen sie ihre Willkür ver­steck­en — real völ­lig über­flüs­sig.
    Die “Pan­demie” ist eine poli­tisch willkür­liche Entschei­dung, um genetis­che Exper­i­mente mit Men­schen zu machen — und diese ganzen Vere­ine sind nur Pro­pa­gan­daor­gan­i­sa­tio­nen um die Willkür zu tar­nen und zu ver­steck­en!

    • Lei­der ver­nicht­en Sie mit dem let­zten Satz Ihren ganzen Beitrag… ohne Sinn und ohne Not. “Genetis­che Exper­i­mente”, was für ein Schwachfug, par­don. Reichen Ihnen die gespen­stis­che Quas­sel­strip­pen-Aggres­siv­ität der Frau Buyx, die geplante Kopflosigkeit der Regierungs-Seuchen­hys­terie und die Demon­stra­tion totaler Macht noch nicht hin?

      Seien Sie sich­er, dass die Covi­dokrat­en schon die näch­ste ‘Pan­demie’ her­bei­wün­schen, lieber heute als mor­gen. Wegen der Macht, und weil sie es kön­nen. Das ist alles; ist es Ihnen denn nicht genug?

      • “„Genetis­che Exper­i­mente“, was für ein Schwachfug…”
        Welche Kom­pe­tenz brin­gen Sie mit, um dies behaupten zu kön­nen?
        Die Impf­stoffe sind bis heute nicht endgültig zuge­lassen. Wichtige Fragestel­lun­gen wur­den nicht durchge­führt, klin­is­che Zulas­sungsstu­di­en vorzeit­ig abge­brochen. Insofern sind sie exper­i­mentell.
        Die gängig­sten Impf­stoffe basieren auf mRNA. Es kann nicht aus­geschlossen wer­den, dass dieses genetis­che Mate­r­i­al durch das Enzym reverse Tran­skrip­tase in die DNA der Zielzelle inte­gri­ert wird.

  5. Mit einem einzi­gen Satz hat die Frau allerd­ings recht:

    „Es entwick­eln sich neue Ein­stel­lun­gen und For­men der Abw­er­tung, die uns Sor­gen machen müssen.“

    Während der Pan­demie hat sich bei mir dur­chaus eine neue Ein­stel­lung dem soge­nan­nten Ethikrat gegenüber entwick­elt, die ihr Sorge machen muss, wenn sie von vie­len geteilt wird. Die würde näm­lich dazu führen, dass sie unver­mit­telt auf der Straße säße und für sich selb­st sor­gen müsste, anstatt, von öffentlichen Geldern gemästet, unerträglich hohles und nach oben willfähriges Geschwätz abzu­son­dern, das einen Bogen um alles, was wirk­lich mit Ethik zu tun hat, macht.

  6. Hat­te jemand etwas anderes erwartet? Die Alter­na­tive ist immer dieselbe: Entwed­er Du wirst von Schwätzern regiert oder von Dik­ta­toren. Wobei die Schwätzer auch gern zu ihrem eige­nen Vorteil schwätzen. In bei­den Fällen geht’s immer nur darum, die Massen im Zaum zu hal­ten. Die Medi­en spie­len die Rolle der Sys­tem­sta­bil­isatoren. Demokratie ist nur ein Wort. Die richti­gen Fra­gen wer­den, außer in solchen Blogs für die denk­ende Mini-Min­der­heit, fast nie gestellt und schon gar­nicht beant­wortet. Den­noch erscheint vie­len Men­schen „Demokratie“, trotz all ihrer Fehler und Wider­sprüche, das erträglichere Sys­tem zu sein. In ein­er „Demokratie“ kannst du fast alles sagen und nichts ändert sich. In ein­er Dik­tatur nicht. Deshalb sind die meis­ten für „Demokratie“, das Sys­tem der Organ­isierten Ver­ant­wor­tungslosigkeit. Dafür müssen sie Leute wie Frau Buyx in Vielzahl ertra­gen. Was echt schw­er ist. Die alten Bürg­erge­sellschaften waren anders. Aber dort durften nur die mitbes­tim­men die kom­pe­tent waren, es war eine Exk­lu­sions-Gesellschaft. Seit 1789 regiert sich der Pöbel sel­ber. Und, ist irgend etwas bess­er gewor­den?

  7. Wenn die Mit­glieder eines Ethikrates in der eige­nen moralis­chen Entwick­lung nur das kon­ven­tionelle Sta­di­um erre­ichen, kön­nen ihre Entschei­dun­gen sich nicht an Prinzip­i­en ori­en­tieren, die erst im postkon­ven­tionellen Sta­di­um abstrahiert wer­den kön­nen.
    Ein Zitat zur moralis­chen Entwick­lung beschreibt die Rei­hen­folge:
    ‘Erst muss ein Gesellschaftsmit­glied seine Inter­essen ver­ste­hen, bes­tim­men und durch­set­zen wollen, bevor es in die Lage ver­set­zt wird, die Inter­essen ander­er einzubeziehen’ Quelle: Lawrence Kohlberg, Wikipedia
    Es bedeutet: die Würde eines anderen Men­schen wird erst geachtet, wenn kollek­tivis­tis­chen Erwartun­gen nicht mehr blind gefol­gt wird.
    Da die Verknüp­fung unab­hängig von der Intel­li­genz des Einzel­nen ist, reicht es nicht, akademis­che Eliten im Ethikrat zu ver­sam­meln.
    Der Ethikrat hat jed­er Sek­te die Ehre erwiesen, weil sie den Unter­schied (Teamgeist gegenüber Grup­pen­denken) nicht mal im Ansatz nachvol­lziehen kön­nen.

  8. Ich wohne in der Schweiz und kann mich nicht daran erin­nern, dass es 2G gab.
    Entwed­er habe ich ein schlecht­es Gedäch­nis oder sie lügt.

  9. Frau Buyx hat also auch ein schlecht­es Gedächt­nis, nicht nur frag­würdi­ge ethis­che Grund­sätze.

    Wie viele Jour­nal­is­ten Claqeure der herrschen­den Schicht ist, liefern Leute wie Frau Buyx — wie auch die Kirchen­vertreter — die Recht­fer­ti­gung der grausamen Tat­en und den Freis­pruch dazu.

    Hin­ter­her was alles nicht so gemeint.

    Das erin­nert mich an Carl Schmitts Artikel “Der Füher schützt das Recht” vom August 1934. Er recht­fer­tigte Hitlers Dik­tatur und feierte die Ermor­dung von SA-Funk­tionären sowie etlich­er lästeiger Poli­tik­er im soge­nan­nten Röhm-Putsch.

    Frau Buyx ver­harm­lost und recht­fer­tigt Unmen­schlichkeit­en und Rechts­brüche bei den sog. “Coro­na-Maß­nah­men”. Wider­lich.

  10. Buyx ist das beste Beispiel dafür, daß so etwas wie ein Ethikrat über­flüs­sig wie ein Kropf ist. Der­er Geschwaller ist schi­er unerträglich.

    Der abschließende Satz “Heute ist erst der zweite Jan­u­ar und ich habe jet­zt schon genug Buyx und Ethikrat für ein ganzes Jahr gele­sen.” umgreift das gesamte Elend vortr­e­f­flich.

  11. Ich möchte mich Mar­tin anschließen. Mein Gott, was für ein quälen­des Gelaber! Und Sie haben es auf sich genom­men, das alles zu lesen. Eigentlich frag ich mich, ob die neben dem Erler­nen des gestelzten Redens auch noch Medi­zin studiert hat oder ihre Pro­fes­sur im Lot­to gewon­nen hat. Warum ist die eigentlich nicht evan­ge­lis­che Pfar­rerin?

    • Ich hab eben noch auf Wikipedia geschaut, ob sie über­haupt Medi­z­in­pro­fes­sorin ist. Aber das ist sie nicht. Ihre Habil­i­ta­tion und Pro­fes­sur liegen im Bere­ich “Ethik, Geschichte und The­o­rie der Medi­zin”. Also das ist so das Niveau von Eckart von Hirschhausen. Man hat Medi­zin studiert, weil die Eltern einen vielle­icht schub­sten, wollte das aber nicht und kann jet­zt man­gels echt­en Inter­ess­es eigentlich nur noch schwätzen. Kön­nen wir als Gesellschaft mal wieder in die Pro­duk­tion gehen? Diese Orchideeisierung* muss ein Ende haben.
      *Bevor Par­a­sitisierung als Unwort strafrechtlich ver­fol­gt wird.

  12. Speziell zu den total­itären Auss­chre­itun­gen in der Causa Twit­ter & Co. wurde die gute Frau nicht befragt?!
    Ist dies für eine Demokratie etwa kein hand­fester, mark­er­schüt­tern­der Skan­dal?! Gibt es denn da noch Wichtigeres für einen “Ethik”-Rat zu bekakeln?! Aber der scheint sich in sein­er “lim­i­tierten Sprunghöhe” selb­st treu zu bleiben. Über das hier aufge­führte “per­sön­liche Rück­zugs­ge­fecht” hin­aus, ist und war gar nichts zu erwarten!
    BTW — bin es so leid hin­ter die Fichte geführt zu wer­den, während sich z. B. bes­timmte Kurz-Videos von Anti-Maß­nah­men-Demon­stra­tio­nen via Mail (freenet), als Anhang, ein­fach nicht versenden lassen. Es ist höch­ste Zeit, über die Dimen­sio­nen dieses dig­i­tal­en, gesellschafts­feindlichen, partei­is­chen Ein­flusses, konz­ertiert Klage zu hal­ten!

  13. Erst­mal muss ich sagen es erfordert Stahl harte Ner­ven so ein Inter­view zu lesen , und meinen höch­sten Respekt dafür!
    Unterm Strich sind das alle Poli­tik­er die in ein­er par­al­lel Welt leben. Von selb­st kön­nen die keinen Fehler erken­nen, ne ne…

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