Die Spur des Geldes und die hassle barrierSpricht man am Ran­de der Kli­ma-Demos mit Teil­neh­mern, ist man oft über­rascht von der inhalt­li­chen Ahnungs­lo­sig­keit und Nai­vi­tät. Hal­tung und Moral sit­zen zwar per­fekt, sind jedoch bis oben­hin gefüllt mit Phra­sen, Über­trei­bun­gen oder gar absur­den Ideen von der völ­li­gen Abschaf­fung des CO2. In gewis­ser Wei­se benei­de ich die Teil­neh­mer. Denn wäh­rend ich den gan­zen Tag mit Zwei­feln und Beden­ken kämp­fe, ist ihr Tag ange­füllt mit Gewiss­hei­ten. Es geht eben nichts über ein kla­res Feind­bild. Nichts von all dem, was Vor­red­ner und Ein­peit­scher ihnen vor­ge­ben, stel­len sie in Fra­ge. Ande­rer­seits leben sie natür­lich in der unbe­que­men „Gewiss­heit“, dass in elf Jah­ren die Welt unter­ge­hen wird, wor­an ich natür­lich auch so mei­ne Zwei­fel habe. Das macht mir den Blick nach vorn ange­neh­mer, lässt mich aber an der Gegen­wart ver­zwei­feln. Es ist natür­lich sinn­los, sich mit den Demons­tran­ten in ihrem Habi­tat, an Frei­ta­gen auf der Stra­ße unter Schil­dern mit CO2-Kil­ler­mo­le­kü­len und wei­nen­den Eis­bä­ren inhalt­lich aus­ein­an­der­zu­set­zen. Die Kin­der sind nur das lau­tes­te Glied in einer gan­zen Ket­te von Akteu­ren und ihre Jugend ist ein per­fek­ter Schutz­schild gegen Kri­tik. Ein Blick hin­ter die Kulis­sen, dort­hin, wo die Ängs­te der Kin­der gepäp­pelt wer­den, wo man ihnen den Weg frei macht und für ange­mes­se­ne media­le Auf­merk­sam­keit sorgt, ist des­halb loh­nen­der. Fol­gen wir also dem Geld und den Argu­men­ten, mit denen die Skep­ti­ker zum Schwei­gen gebracht wer­den sollen.

Die Spur der Scheine

Die Anzahl der Play­er auf den Fel­dern Ener­gie­wen­de, Ver­kehrs­wen­de und Kli­maalar­mis­mus ist groß, die Ver­knüp­fun­gen sind zahl­reich und teil­wei­se unüber­sicht­lich. Die NGOs, Ver­bän­de, Ver­ei­ne und Initia­ti­ven sor­gen schon durch ihre Anzahl dafür, dass ihnen der größ­te Teil der Medi­en­auf­merk­sam­keit gewiss ist. Zum Bei­spiel grün­de­ten die Euro­pean Cli­ma­te Foun­da­ti­on (ECF) und die Mer­ca­tor-Stif­tung gemein­sam die „Ago­ra Ener­gie­wen­de“. Die Mer­ca­tor-Stif­tung ist auch Grün­der der Euro­pean Cli­ma­te Foun­da­ti­on selbst, eben­so wie der Rocke­fel­ler Bro­thers Fund. Die „schmut­zi­gen“ Öl-Gel­der flie­ßen also nicht wie gern behaup­tet an die „Leug­ner“, son­dern in brei­ten Strö­men in die Ener­gie­wen­de­töpf­chen, aus denen sich dann Dritt- und Viert­mit­tel­ver­wer­ter bedie­nen. Zu nen­nen sind hier Schwer­ge­wich­te wie WWF, NABU, DUH (Deut­sche Umwelt­hil­fe), „Green Bud­get Ger­ma­ny“, die Kli­ma-Alli­anz und vie­le mehr. Auch die Web­sei­te „klimafakten.de“, von der noch die Rede sein wird, ist ein Kind der ECF. Es ist des­halb auch kaum ver­wun­der­lich, dass die Deut­sche Umwelt­hil­fe den von ihr gestif­te­ten „Umwelt­me­di­en­preis 2017“ aus­ge­rech­net an die Web­sei­te klimafakten.de ver­gab. Man kennt sich, man zitiert sich, man steht wech­sel­sei­tig im Impres­sum oder bei den För­de­rern, man finan­ziert sich, man hängt sich gegen­sei­tig Prei­se um den Hals. So bleibt alles hübsch in der Fami­li­en­bub­ble. Clan­wirt­schaft mal anders.

Das ist natür­lich alles nicht ille­gal und wofür pri­va­te Stif­tun­gen wie Mer­ca­tor und Rocke­fel­ler-Bro­thers ihr Geld aus­ge­ben, ist deren Sache. Doch an vie­len Stel­len fließt direkt und indi­rekt auch Steu­er­geld in die­ses beein­dru­ckend dich­te Netz, so dass der Bür­ger nicht nur die fort­wäh­ren­de Pro­pa­gan­da ertra­gen muss, son­dern auch noch dafür zahlt. Nur ein Bei­spiel: Das Bun­des­um­welt­amt ist einer der För­de­rer des ICCT (inter­na­tio­nal coun­cil on clean trans­por­ta­ti­on), als ein­zi­ge staat­li­che Orga­ni­sa­ti­on neben vie­len Privaten.

Ein Blick in die Tie­fen die­ses Kli­ma-Netz­wer­kes, etwa in die Lis­te der Kli­ma-Alli­anz-Mit­glie­der, offen­bart eine wich­ti­ge Stra­te­gie, wel­che uns noch oft begeg­net. Die schie­re Mas­se an Ver­bän­den, Lob­by­or­ga­ni­sa­tio­nen, Insti­tu­ten, Stif­tun­gen, Kir­chen, cari­ta­ti­ven Ein­rich­tun­gen, Islam­ver­bän­den, Bewe­gun­gen und Gewerk­schaf­ten soll beein­dru­cken und über­wäl­ti­gen. Man muss für die Recher­che müh­sam jeder Spur fol­gen und die Anknüp­fungs­punk­te auf­zei­gen. Gibt es Ver­trä­ge? Bei­tritts­er­klä­run­gen? Mit­glieds­bei­trä­ge? Was ver­bin­det zum Bei­spiel den Isla­mic Reli­ef Deutsch­land e.V. tat­säch­lich mit dem Netz­werk Berg­bau­ge­schä­dig­ter? Und gibt es in die­sem Land noch Jour­na­lis­ten, die sich aus­ge­rech­net mit die­sen Net­zen kri­tisch aus­ein­an­der­set­zen? In einem The­men­um­feld, das gera­de­zu sakro­sankt ist?

Das alles wird man ohne viel Zeit­ein­satz und die Rücken­de­ckung eines sol­ven­ten Ver­la­ges nie her­aus­fin­den und das soll man auch nicht. Denn hier ist eine so genann­te „hass­le bar­ri­er“ auf­ge­türmt, die nur unter gro­ßem Auf­wand über­wun­den wer­den kann. Es ist ein­fach sehr zeit­auf­wän­dig, all den Ver­äs­te­lun­gen und Abhän­gig­kei­ten zu fol­gen, zumal vie­le davon im Nichts enden. Die Akteu­re begra­ben gewis­ser­ma­ßen die wich­ti­gen Fak­ten unter einem Berg von Belang­lo­sig­kei­ten. Als Kri­ti­ker soll man vor einer Wand ste­hen, die mög­lichst unüber­wind­lich, all­um­fas­send und mäch­tig erscheint. Eine äußerst erfolg­rei­che Strategie.

Nun ist es in die­sem Land kein Ver­bre­chen, Geld für poli­ti­sche Zwe­cke anzu­neh­men, solan­ge es trans­pa­rent zugeht. Dass die Lob­by­ver­bän­de von Wind und Solar auf allen Ebe­nen in die Pro­tes­te invol­viert sind, kann des­halb kaum über­ra­schen. Es ist jedoch merk­wür­dig, dass den Kri­ti­kern der Kli­ma­hys­te­rie oft vor­ge­wor­fen wird, nur bezahl­te Pro­vo­ka­teu­re der Kohle‑, Öl- und Gas­in­dus­trie zu sein, obwohl ganz offen­sicht­lich das Gegen­teil der Fall ist. Wäre es anders, hät­ten sich die „Leug­ner“ sicher längst eine ver­gleich­ba­re Medi­en­prä­senz zusam­men­ge­trom­melt und wären ein ähn­lich attrak­ti­ver Magnet für ange­hen­de oder in den Ver­la­gen ent­las­se­ne Jour­na­lis­ten, die als Refe­ren­ten, Pres­se­spre­cher und Redak­teu­re auf der Sei­te der Kli­ma­pa­nik­ma­cher wie­der auftauchen.

Mein Ein­druck ist, dass sich in dem Maße, in dem sich die Redak­tio­nen der Zei­tun­gen lee­ren, die gut bezahl­ten Rei­hen der Kli­ma­ak­ti­vis­ten-NGOs fül­len. Wenn Sie also das nächs­te Mal einen ARD-Kom­men­tar des Inhalts „Ver­bie­tet uns end­lich irgend etwas“ sehen, lie­be Leser, ist das viel­leicht nicht nur Aus­druck einer lupen­rei­nen Gesin­nung des Kom­men­ta­tors. Sie könn­ten auch gera­de Zeu­ge eines Bewer­bungs­ge­sprächs gewor­den sein. So ver­hee­rend ich dies für die Mei­nungs­frei­heit in die­sem Land hal­te, so ver­ständ­lich ist es auf der per­sön­li­chen Ebe­ne. Wer möch­te schon gern recht behal­ten, wäh­rend man ver­hun­gert. Um die Anschluss­be­schäf­ti­gung zahl­rei­cher Ent­las­se­ner in der Auto­mo­bil- und Zulie­fe­rer­in­dus­trie ist es da schon deut­lich schlech­ter bestellt.

Die „hassle barrier” der Argumente

Fol­gen wir im nächs­ten Schritt eini­gen Argu­men­ten. Und zwar denen der Skep­ti­ker. Mit deren am häu­figs­ten geäu­ßer­ten befasst sich näm­lich die Sei­te Klimafakten.de, um die­se mög­lichst gründ­lich und nach­hal­tig unter dem Geröll einer „hass­le bar­ri­er“ zu begraben.

Argument: Die Erde wird immer grüner.

Dem stellt Klimafakten.de fol­gen­des gegenüber:

„Fakt ist: Ein Dün­ge­ef­fekt von CO2 aufs Pflan­zen­wachs­tum in der Land­wirt­schaft wird von nega­ti­ven Aus­wir­kun­gen der Erd­er­wär­mung mehr als wettgemacht“

Teilen leicht gemacht. Text markieren und ab mit dem "Fakt" zu Twitter und Facebook
Tei­len leicht gemacht. Text mar­kie­ren und ab mit dem „Fakt” zu Twit­ter und Facebook

Viel­leicht ist Ihnen auf­ge­fal­len, dass hier der Begriff „wett­ge­macht“ ver­wen­det wird, ganz so, als sei hier ein Rück­stand auf­zu­ho­len gewe­sen oder ein Malus aus­ge­gli­chen wor­den. Das wäre ja auch noch schö­ner, wenn man einen posi­ti­ven Effekt einer leicht erhöh­ten CO2-Kon­zen­tra­ti­on ein­fach so hin­neh­men wür­de! Vie­len Akti­vis­ten wird bereits die­se Head­line als Beweis genü­gen, fan­gen deren Sät­ze doch auch gern mit „Fakt ist…“ an. Für ganz beque­me haben die Sei­ten­be­trei­ber gleich noch eine schi­cke Tei­len-Funk­ti­on ein­ge­baut. Ein­fach den gewünsch­ten „Fakt“ als Text mar­kie­ren und es ist nur noch ein Klick zu Twit­ter oder Face­book, um dort einen Kli­ma­l­eug­ner zu erschla­gen. Lasst Fak­ten spre­chen! Im nächs­ten Satz des Arti­kels dann noch eine „wis­sen­schaft­li­che Begründung“:

„Ein höhe­res CO2-Ange­bot führt in den meis­ten Fäl­len nicht zu mehr Wachs­tum, weil die Pflan­zen wich­ti­ge Nähr­stof­fe aus dem Boden bezie­hen (z.B. Phos­phor) – und das Ange­bot die­ser Stof­fe nimmt ja nicht par­al­lel zum Koh­len­di­oxid zu (Ells­worth et al. 2017). Auch Was­ser­man­gel und über­höh­te Tem­pe­ra­tu­ren kön­nen das Wachs­tum begrenzen.“

Der Satz ist ein Meis­ter­werk und lädt zum Ver­wei­len ein. „In den meis­ten Fäl­len“ rela­ti­viert, erklärt aber nichts. Höher als was? Höher als Null oder 300 ppm? 800 ppm? Man legt sich aber bei der Quan­ti­tät fest: die meis­ten Fäl­le (also Pflan­zen) hät­ten davon nichts, weil es ihnen an Nähr­stof­fen man­ge­le, die Tem­pe­ra­tu­ren höher wer­den und auch Was­ser­man­gel herr­sche. Kurz: die meis­ten Pflan­zen pro­fi­tier­ten nicht, son­dern lit­ten unter dem Klimawandel.

Als „Beweis“ ist ein Paper von Ells­worth ver­linkt, von dem wir lei­der nur das Abs­tract sehen kön­nen. Doch wer sich nicht blen­den lässt und die „hass­le bar­ri­er“ an die­ser Stel­le über­win­det um die Aus­sa­ge zu über­prü­fen, liest bei Ells­worth Erstaunliches:

„Stei­gen­des atmo­sphä­ri­sches CO2 sti­mu­liert die Pho­to­syn­the­se und Pro­duk­ti­vi­tät der Wäl­der und gleicht die CO2-Emis­sio­nen aus. Expe­ri­men­te mit erhöh­tem CO2-Aus­stoß in gemä­ßig­ten Wäl­dern erga­ben in den ers­ten Jah­ren eine Stei­ge­rung der Pro­duk­ti­vi­tät um 23%. Ob eine ähn­li­che CO2-Sti­mu­lie­rung in aus­ge­wach­se­nen immer­grü­nen Laub­wäl­dern auf Böden mit nied­ri­gem Phos­ph­or­ge­halt auf­tritt, ist weit­ge­hend unbe­kannt, da kei­ne expe­ri­men­tel­len Bewei­se vorliegen.“

Ells­worth und Kol­le­gen unter­such­ten in einer gro­ßen Stu­die immer­grü­ne Euka­lyp­tus­wäl­der, deren Pho­to­syn­the­se zwar um 19% zunahm, das Baum­wachs­tum aber nicht.

„Die Ergeb­nis­se legen nahe, dass die Ver­füg­bar­keit von Phos­phor die CO2-gestei­ger­te Pro­duk­ti­vi­tät in Wäl­dern mit P‑Begrenzung mög­li­cher­wei­se einschränkt.“

Wäl­der mit „P‑Begrenzung“ meint Pflan­zen, die offen­bar mehr Phos­phor als ande­re, etwa borea­le Pflan­zen, brau­chen. Aus dem Test­ob­jekt Euka­lyp­tus jedoch eine „Mehr­heit“ zusam­men­zu­fie­deln, wie bei „kli­ma­fak­ten“ gesche­hen, ist schon ein star­kes Stück! Nichts der­glei­chen behaup­tet die Stu­die. Dort plä­diert man nur dafür, die unter­schied­li­che Phos­phor-Abhän­gig­keit der Pflan­zen bei der Abschät­zung künf­ti­ger Koh­len­stoff­sen­ken (in die­sem Fall Wäl­der) zu berück­sich­ti­gen. Für die Wäl­der in den gemä­ßig­ten Zonen ist eine Stei­ge­rung der Pro­duk­ti­vi­tät bei erhöh­ter CO2-Zufuhr sogar unstrit­tig. Ells­worth bestä­tigt also das, was Kli­ma­fak­ten leugnet.

Das stär­ke­re Pflan­zen­wachs­tum könn­te man sich also durch­aus zunut­ze machen, aber das zu beto­nen wäre nicht im Sin­ne des Kli­ma­zir­kus, für den CO2 der Feind schlecht­hin blei­ben muss. Übri­gens: Pho­to­syn­the­se gibt es in vie­len Ver­schie­de­nen For­men. Jede Pflan­ze arbei­tet ein wenig anders. Bei Nutz­pflan­zen am ver­brei­tets­ten sind die soge­nann­ten C3- (die meis­ten unse­rer Getrei­de, Grä­ser usw.) und C4-Pflan­zen (Mais, Zucker­rohr, Hir­se). Die Bezeich­nun­gen C3 und C4 lei­ten sich übri­gens aus der Anzahl der Koh­len­stoff-Ato­me im Mole­kül des ers­ten sta­bi­len Zwi­schen­er­geb­nis­ses der Pho­to­syn­the­se ab. Über C4-Pflan­zen schreibt Wiki­pe­dia die­sen viel­sa­gen­den Satz:

Die Evo­lu­ti­on des C4-Stoff­wech­sels ist eine bio­che­mi­sche Anpas­sung auf die sin­ken­de CO2-Kon­zen­tra­ti­on der Atmosphäre.“

Beson­ders C3-Pflan­zen pro­fi­tie­ren dem­nach sehr von einer leicht erhöh­ten CO2-Kon­zen­tra­ti­on. Schaut man sich die Kar­te mit den Vege­ta­ti­ons­zu­wäch­sen an, fällt neben Indi­en und Chi­na – wo jeweils gro­ße Wie­der­auf­fors­tun­gen im Gan­ge sind – beson­ders die Rand­la­ge der Wüs­ten durch Zuge­win­ne auf. Die an Tro­cken­heit ange­pass­ten Pflan­zen dort pro­fi­tie­ren auf ande­re Wei­se vom CO2-Über­schuss, indem sie die Blatt­spal­ten für den Gas­aus­tausch näm­lich nicht so oft öff­nen müs­sen, um CO2 her­ein und O2 hin­aus zu las­sen. Dadurch ver­rin­gert sich auch der Was­ser­ver­lust, was in hei­ßen, tro­cke­nen Umge­bun­gen ent­schei­dend sein kann.

Unter dem Strich gibt es also sehr wohl einen posi­ti­ven Effekt höhe­rer CO2-Kon­zen­tra­tio­nen auf Pflan­zen, ganz gleich wie sehr man sich auch bemüht, ihn für irrele­vant zu erklä­ren. Der Effekt mag durch einen Man­gel an Was­ser und Phos­phor begrenzt sein, er ist aber immer vor­han­den. Und Phos­phor und Was­ser, lie­be Kli­ma­fak­tis, kann man sogar noch dazu­ge­ben, damit so rich­tig die Post abgeht.

Argument: Die Zahl der Eisbären nimmt trotz Klimawandel zu.

Dem stellt Klimafakten.de fol­gen­des gegen­über: Fakt ist: Der Kli­ma­wan­del bedroht die Lebens­grund­la­gen von Eis­bä­ren – wie auch etli­che ande­re Tier­ar­ten kön­nen sie sich nicht ein­fach auf ein ver­än­der­tes Kli­ma einstellen“

Tagesspiegel, Spiegel, Süddeutsche, DLF, Guardian. Klimafakten.de muss für Surftipps die eigene Informationsbubble nicht verlassen. Empfohlen werden nur Artikel, die perfekt in die hassle barrier passen. Die Bemerkungen auf der rechten Seite sind natürlich von mir.
Tages­spie­gel, Spie­gel, Süd­deut­sche, DLF, Guar­di­an. Klimafakten.de muss für Surf­tipps die eige­ne Infor­ma­ti­ons­bub­ble nicht ver­las­sen. Emp­foh­len wer­den Arti­kel, die per­fekt in die hass­le bar­ri­er pas­sen. Die Bemer­kun­gen auf der rech­ten Sei­te sind natür­lich von mir.

Eine Nicht-Ant­wort, denn über die tat­säch­li­che Anzahl der Eis­bä­ren wird nichts mit­ge­teilt. Im wei­te­ren Ver­lauf des Arti­kels hat man eini­ge Mühe, die Beant­wor­tung der Ein­gangs­fra­ge zu umschif­fen. Der Clou ist die Aus­sa­ge, bei den meis­ten Teil­po­pu­la­tio­nen wis­se man schlicht nicht genug über die Bestän­de, weil man frü­her nur unzu­rei­chend gezählt habe. Doch wie will man wis­sen, dass die Zahl der Eis­bä­ren abnimmt, wenn man angeb­lich kei­ne aus­rei­chen­den Daten über sie hat?

Die exak­te Zahl der Eis­bä­ren, die in der ark­ti­schen Wild­nis leben, ist nicht bekannt. Aber es gibt kla­re Bele­ge dafür, dass schon heu­te der Kli­ma­wan­del die Gesund­heit der Bestän­de beeinträchtigt.“ 

Gesund­heit­li­che Beein­träch­ti­gung statt Eis­bä­renster­ben, das soll es also sein? Lächer­lich! Die Bestän­de erho­len sich vor allem, weil sie nicht mehr bejagt wer­den und weil auch die Bestän­de ihrer Haupt­nah­rungs­quel­le, der Rob­ben, sich durch Schutz­maß­nah­men erholt haben. Die Bären fol­gen den Rob­ben, nicht dem Eis. Auch in die­sem Kli­ma­fak­ten-Arti­kel wur­den, um eine kla­re Ant­wort zu ver­mei­den, Stu­di­en, Fach­be­grif­fe und Links zu einer „hass­le bar­ri­er“ aus Pack­eis auf­ge­türmt, nur um einen Fakt nicht bestä­ti­gen zu müs­sen: Dem Eis­bä­ren geht es im Gro­ßen und Gan­zen gut. Das ist eigent­lich eine gute Nach­richt, die man jedoch so nicht gel­ten las­sen will, weil sie den „Leug­nern“ in die Kar­ten spie­len könn­te. Um die Panik auf­recht und die Kas­sen der Regie­run­gen offen zu hal­ten, darf es ein­fach kei­ne posi­ti­ve Mel­dun­gen aus der Natur geben.

Es ist oft nicht ein­fach, auf Klimafakten.de unter Ber­gen von respek­ta­blen aber zweck­ent­frem­de­ten und falsch inter­pre­tier­ten wis­sen­schaft­li­chen Arbei­ten und zwei­fel­los rich­ti­gen Aus­sa­gen die absichts­vol­le Ver­dre­hung zu ent­de­cken. Plum­pe Lügen ver­mei­det man, von Pro­pa­gan­da im Dienst in der ver­meint­lich guten Sache jedoch kann man die Fin­ger nicht las­sen. Die errich­te­te „hass­le bar­ri­er“ soll dem Leser sagen, dass sei­ne Suche nach Ant­wor­ten bei Klimafakten.de enden soll. Gra­be nicht wei­ter, Netz­wan­de­rer, denn hier fin­dest du alles, was du je gesucht hast. Dass es sich jedoch nicht um eine unab­hän­gi­ge wis­sen­schaft­li­che Platt­form, son­dern um ein poli­ti­sches Pro­jekt mit Agen­da han­delt, soll­te man beim Lesen nie ver­ges­sen. Wo Kli­ma­fak­ten drauf steht, sind Kli­ma­be­haup­tun­gen drin.

Schlussbemerkung

Im ers­ten Teil die­ses Arti­kels ging es um die Fra­ge, war­um man das „Pro­blem“ CO2 nicht direkt angeht. Dazu bräuch­te man die tech­no­lo­gi­sche Kraft der Indus­trie­staa­ten und könn­te dar­auf ver­zich­ten, die drit­te Welt an der eige­nen Ent­wick­lung zu hin­dern. Doch das geschieht nicht. Statt­des­sen zer­schla­gen wir die Fähig­kei­ten der Indus­trie­staa­ten und neh­men die Mög­lich­keit, uns durch Anpas­sung an ver­än­der­te kli­ma­ti­sche Bedin­gun­gen zu hel­fen, völ­lig aus dem Blick. Kein Plan „B“. Zu den glo­bal ablau­fen­den Pro­zes­sen, von denen wir die meis­ten bis­her nur unzu­rei­chend ver­ste­hen, gehö­ren auch die seit der letz­ten Eis­zeit stei­gen­den Pegel (im Mil­li­me­ter pro Jahr Bereich) und Pha­sen der glo­ba­len Erwär­mung und Abküh­lung. Nicht nur ich hal­te das für natür­li­che Pro­zes­se, auf die der Mensch nur sehr wenig Ein­fluss hat. Es war schon deut­lich wär­mer und auch deut­lich käl­ter in der Ver­gan­gen­heit. So etwas wie ein Opti­mum für die Glo­ba­le Durch­schnitts­tem­pe­ra­tur gibt es nicht. Es zeugt von Grö­ßen­wahn zu glau­ben, das Kli­ma habe gefäl­ligst an einem sta­bi­len Ide­al­zu­stand, den eine Hand­voll Men­schen defi­niert, Halt zu machen.

Der Schrift­stel­ler Fried­rich Sieburg sag­te (bezo­gen auf die Fran­zö­si­sche Revo­lu­ti­on, passt aber auch hier), der Mensch kann im beschei­dens­ten Zustand, aber nicht in der hoch­tra­bends­ten Bewe­gung leben und glück­lich sein. Die im Zeit­maß­stab rela­tiv neue Erkennt­nis, dass es neben Wet­ter auch so etwas wie Kli­ma gibt und dass sich auch die­ses ändern kann, fin­det die Mensch­heit offen­bar uner­träg­lich. Schmel­zen­de Glet­scher, laue Win­ter, hei­ße Sommer…unwillkürlich pro­ji­ziert der Ver­stand sol­che Ereig­nis­se in die Zukunft, wo sie schein­bar immer schlim­mer und schlim­mer werden.

Drei Tage im Juli über 30°C und der ver­un­si­cher­te Deut­sche glaubt, er wer­de nie wie­der wei­ße Weih­nach­ten erle­ben. Doch wenn die zurück­wei­chen­den Glet­scher in den Alpen Baum­stümp­fe frei­ge­ben, die, noch in der Erde ste­ckend, zu einst hun­dert­jäh­ri­gen Bäu­men gehör­ten, kann das Abschmel­zen der Glet­scher dann zwin­gend mensch­li­che Ursa­chen haben? Doch statt mit Ver­än­de­run­gen zu leben, träu­men wir von einer Art all­mäch­ti­gen Geo-Engi­nee­ring, um das Kli­ma auf einen für uns geneh­men kon­stan­ten Wert ein­zu­stel­len. Dass wir dies zukünf­tig wohl nur mit­tels Holz­löf­fel und Wün­schel­ru­te tun kön­nen, weil wir gleich­zei­tig unse­re indus­tri­el­len Fähig­kei­ten ver­teu­feln und ver­nich­ten, blen­den wir aus.

Und die Eis­bä­ren? Die hat­ten Glück, dass der Mensch auf­grund sei­ner tech­no­lo­gi­schen Ent­wick­lung seit eini­gen Jahr­zehn­ten in der Lage ist, sich mit den Fol­gen des beden­ken­lo­sen Raub­baus an der Natur aus­ein­an­der­zu­set­zen und die­se zu ver­mei­den. Der Eis­bär ist kein Nah­rungs­kon­kur­rent und kein gefähr­li­cher Nach­bar mehr, er genießt den Schutz des Men­schen. Das hat sei­nen Bestän­den offen­bar gut getan. Tech­no­lo­gie ist nicht der Feind der Natur, son­dern deren Ret­ter – sofern die Tech­no­lo­gie wirk­lich exis­tiert und nicht durch poli­ti­sche Beschlüs­se her­bei­ge­re­det wird. Dass es heu­te z. B. noch Wale gibt, ver­dankt sich der Ent­de­ckung der Anwen­dungs­mög­lich­kei­ten und der indus­tri­el­len För­de­rung von Erd­öl. Ande­ren­falls wären sie schon vor der Grün­dung von Green­peace zur Gewin­nung von Lam­pen­öl, Schmier­stof­fen und „Fisch­bein” aus­ge­rot­tet worden.

Und weil heu­te Frei­tag ist und vie­ler­orts wie­der Kin­der unter­wegs sind, um die Eis­bä­ren zu ret­ten, zum Abschluss ein wenig Lyrik. Ich hof­fe, Eugen Gom­rin­ger wird mir verzeihen.

Kin­der
Kin­der und Eisbären

Eis­bä­ren
Eis­bä­ren auf Schildern
Kin­der mit Eis­bä­ren auf Schildern

Schil­der
Schil­der mit Eis­bä­ren mit Tränen
Kin­der mit Schil­dern mit Eis­bä­ren mit Tränen 

und kei­ne Zweifel.

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15 Kommentare

  1. Die Spin-Dok­to­ren den­ken sich die Sto­rys aus, die Spruch­kör­per set­zen sie in die Rea­li­tät um und die Poli­ti­ker sind die Ham­pel­män­ner, die die Sto­rys für ihre Zwe­cke nut­zen. Die Wahr­heit fin­det man, wenn man der Spur des Gel­des folgt. Auch hier funk­tio­niert der Kapi­ta­lis­mus ganz gut, der eigent­lich der erklär­te Feind der Kli­ma­ret­ter ist. Auto­fah­rer wer­den durch absur­de Grenz­wer­te ent­eig­net und weil es so lang­sam eini­gen däm­mert, dass die Ener­gie­wen­de uns ins Abseits führt, wer­den wir auf Trapp gehal­ten mit einer Ver­kehrs­wen­de in Form eines „gro­ßen Sprungs nach vorn“. Wenn das nicht klappt (wie sei­ner­zeit in Chi­na) gehen wir halt wie­der auf die Fel­der und leben öko­lo­gisch (wie sei­ner­zeit in China).
    Die Umwelt­ver­bän­de und NGOs sind ja auch ein prak­ti­sches Tool sich Märk­te und Ein­fluss zu sichern. Zuge­ge­ben, Toyo­ta hat die Unter­stüt­zung der DUH been­det. Sie ver­kau­fen auch kei­ne Die­sel in Deutsch­land, wäh­rend man die schi­cken Toyo­ta Die­sel SUVs über­all in Indi­en rum­fah­ren sieht. Unse­re Auto­mo­bil­in­dus­trie geht so lang­sam in die Knie aber wenigs­tens ist ein chi­ne­si­scher Küchen­ge­rä­te­her­stel­ler bei Daim­ler eingestiegen.
    An alle, die sich nicht so ein­fach über den Tisch zie­hen las­sen wol­len: Auto­kor­so und Demo gegen Fahr­ver­bo­te in Stutt­gart. Am Sams­tag 19.10 ab fünf vor zwölf ab Park­platz Weissenhof.
    Dieseldemo.de

  2. Habe bei TE einen Arti­kel über den Umwelt­mi­nis­ter von BW Unter­stel­ler (Grü­ne) gefun­den. Herr Unter­stel­ler möch­te in BW 20.000 (in Wor­ten zwan­zig­tau­send) neue Wind­rä­der auf­stel­len las­sen. Dafür muss der Umwelt­schutz und Vogel­schutz zurückstehen.
    Das heißt, wir ret­ten die Welt solan­ge bis die Tem­pe­ra­tur stimmt, aber die Erde kein lebens­wer­ter Ort mehr ist. Pflan­zen und Tie­re haben kei­nen Lebens­raum mehr, weil über­all WKA und PVA rum­ste­hen. Dann hat sich auch das The­ma: Pflan­zen brau­chen CO2 zum Leben, end­lich erle­digt. Denn ohne Pflan­zen braucht es auch kein CO2.
    Schö­ne neue Welt. Wer stoppt die­se Idioten?

  3. „Nichts von all dem, was Vor­red­ner und Ein­peit­scher ihnen vor­ge­ben, stel­len sie in Fra­ge. Ande­rer­seits leben sie natür­lich in der unbe­que­men „Gewiss­heit“, dass in elf Jah­ren die Welt unter­ge­hen wird […]”.
    Das ist genau wie bei einer reli­giö­sen Sek­te. Dis­kus­sio­nen unmöglich.

    Haben Ells­worth und Kol­le­gen pro­tes­tiert, dass sie von klimafakten.de falsch zitiert wur­den und auf Rich­tig­stel­lung bestanden?

  4. Klas­se Arti­kel. Das oben ver­link­te Video „von der völ­li­gen Abschaf­fung des CO2” wirkt wie der extrem pein­li­che Ver­such, an den Erfolg der Gos­pel-Sin­ger anzu­knüp­fen. Rich­tig mit­rei­ßend, ich hät­te bei­na­he ange­fan­gen, im Ryth­mus zu klat­schen, die Fremd­scham war dann aber doch stär­ker. Es wird immer unan­ge­neh­mer, zu so einem Volk zu gehören. 🙁

    • Um Ambro­se Bier­ce zu bemü­hen, man könn­te auch sagen „Alle sind irre, doch wer sei­nen Wahn­sinn zu begrün­den ver­steht, wird Kli­ma­schüt­zer genannt“.

  5. Eis­bä­ren jagen über­wie­gend an Land und nicht im Meer. CO2 ist ein für Plan­zen lebens­not­wen­di­ges Gas, Sie neh­men es auf und schei­den Sauer­stoff aus. Des­we­gen sind vie­le Wis­sen­schaft­ler der Mei­nung, es sei zumin­dest zu über­den­ken, ob es sinn­voll ist, den CO2 Aus­stoß gegen Null zu sen­ken. Was den Kli­ma­wan­del und die „Treib­haus­ga­se” angeht, hat Prof. Klaus Thü­ne, einst „Wet­ter­frosch” im ZDF bereits 1992 in sei­nem Buch „Der Treib­haus­schwin­del” dar­ge­legt, dass die Erde kein „Treib­haus” ist. Ein Treib­haus ist nach oben geschlos­sen, die CO2-Decke hin­ge­gen ist durch­läs­sig. Da nach den Geset­zen der Phy­sik Warm immer nach Kalt fließt, ist eine dau­er­haf­te Erwär­mung der Erde ergo unmög­lich. Aber was nut­zen die­se Fak­ten gegen Igno­ranz, Dumm­heit und Unwissenheit?

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