Zerschlagung der Familie zugunsten einer Idee von Kommunismus, wie es ihn seit Mao und Pol Pot nicht mehr gegeben hat.„Alle Utopi­en haben ein Prob­lem gemein, sie enden an ein­er Gren­ze: der unseres Vorstel­lungsver­mö­gens.“ So begin­nt der Essay „Die eltern­lose Gesellschaft“ von Lukas Hermsmeier in der „Zeit“, welch­er dort in der Rubrik „Kap­i­tal­is­muskri­tik“ erschienen ist. Auch bei der Zeit beste­hen solche Kri­tiken neuerd­ings in Lobgesän­gen auf den Kom­mu­nis­mus, was doch etwas ver­störend ist für ein der Selb­st­wahrnehmung nach “Leitmedi­um” deutsch­er Medi­en­land­schaft und angesichts ver­schieden­er gescheit­ert­er sozial­is­tis­ch­er Exper­i­mente aller Far­ben in Deutsch­land.

Wir kön­nen nur die Bilder träu­men, die wir schon mal gese­hen haben, und selb­st solche Zukun­ftsvorstel­lun­gen, die uns heute max­i­mal radikal erscheinen, leit­en sich aus dem Bekan­nten ab, dem gegen­wär­tig Existieren­den. Bestes Beispiel dafür sind die Ideen ein­er postkap­i­tal­is­tis­chen und post­pa­tri­ar­chalen Gesellschaft, die sich, wie die Begriffe schon ver­rat­en, eben vor allem auf das beziehen, was sie über­winden möcht­en.“

Ja, ich alb­träume schon mal etwas vor. Bei dieser Ein­leitung stellen sich mir näm­lich instink­tiv die Nack­en­haare auf, denn hier bere­it­et der Autor seine Leser auf die aus­führliche Aus­bre­itung so unge­heur­er und radikaler Ideen vor, dass er glaubt, uns mit diesem Hin­weis vor­ab beruhi­gen zu müssen. Alles was nun folge, sei irgend­wie schon immer da gewe­sen und bekan­nt. Kein Grund zur Beun­ruhi­gung. Der Mann hat offen­bar keine Ahnung, mit welch kru­den gesellschaftlichen Exper­i­menten, die ange­blich auf Tradiertem beruhen, sich die Men­schheit schon gründlich den Tag ver­saut hat und wie alert viele Men­schen wer­den, wenn Gesellschaf­tumkrem­pler verkün­den ‚hat­ten wir schon mal, hat nicht funk­tion­iert, machen wir beim näch­sten mal wieder – nur dies­mal bess­er!’ Von welch­er Art die Axt ist, mit der es gle­ich ans Holz gehen soll, wird im näch­sten Satz deut­lich.

„Ein anderes Konzept, min­destens so ver­wurzelt wie Kap­i­tal­is­mus und Patri­ar­chat, ist das der Fam­i­lie.“

Der Autor schöpft seine Erken­nt­nis, so er sie nicht in sich selb­st find­et, vor allem aus ein­er Pub­lika­tion des amerikanis­chen Ver­so-Ver­lages und beeilt sich zu ver­sich­ern, dass mit dessen Wassern alles in bester Ord­nung sei, schließlich hät­ten schon Judith But­ler und Noam Chom­sky aus der­sel­ben Quelle gesprudelt. Das von Hermsmeier vorgestellte Buch scheint frem­den Glanz nötig zu haben, ver­spritzt es doch so übel­riechende kom­mu­nis­tis­che Jauche, dass es sog­ar But­ler und Chom­sky, selb­st ver­di­ente Par­fümeure des Sozial­is­mus, ekeln dürfte. Das bejubelte Buch, dessen Titel ins Deutsche über­set­zt etwa „All­ge­meine Leih­mut­ter­schaft jet­zt: Fem­i­nis­mus gegen die Fam­i­lie“ (bis­lang nur auf Englisch erschienen) lautet, wurde von Sophie Lewis geschrieben, ein­er britis­chen „The­o­retik­erin“ (irgend­was mit Gen­der) und pro­moviert­er Geografin, die laut Selb­st­beschrei­bung auf Twit­ter „Schwanger­schaft und Repro­duk­tion the­o­retisiert und die Abschaf­fung der Fam­i­lie“ fordert.

„Lewis skizziert in ihrem Buch eine Welt, in der die bis dato neokolo­nial-aus­beu­tende Prax­is der Lei­hel­tern­schaft obso­let würde, weil wir alle Lei­hel­tern wür­den; eine Welt, in der Kinder nie­man­dem mehr gehörten und sich deshalb auch keine Gebär­müt­ter mehr geliehen wer­den müssten. Lewis stellt sich vor, wie es wäre, wenn wir Fam­i­lien nicht mehr bräucht­en, weil die Gesellschaft aus­re­ichend Für­sorge und Nähe spendete, sie schreibt von “Poly­mut­ter­schaften” und “Schwanger­schaft­skom­mu­nis­mus”. Und ihre [Lewis] Haupt­forderung lautet: “Wir müssen Wege find­en, um der Exk­lu­siv­ität und Vor­ma­cht­stel­lung ‘biol­o­gis­ch­er’ Eltern im Leben von Kindern ent­ge­gen­zuwirken.”

Lewis ist nicht allein Zeuge dieser erzkom­mu­nis­tis­chen Aufer­ste­hung kranker Ideen. Auch Bini Adam­czak, der wir Büch­er wie „Kom­mu­nis­mus, kleine Geschichte wie endlich alles anders wird“ zu ver­danken haben, darf im Essay mit ein­er „bril­lanten“ – ich würde eher sagen: eiskalten – Idee zu Wort kom­men:

“Wenn Kinder von großen demokratis­chen und anti­au­toritären Insti­tu­tio­nen aufge­zo­gen wer­den, Essen nicht mehr in Kleinküchen, son­dern öffentlichen Kan­ti­nen zubere­it­et wird, Alte und Kranke nicht länger von soge­nan­nten Ange­höri­gen gepflegt wer­den und die Reini­gung der Woh­nun­gen nicht mehr pri­vat organ­isiert wird, dann ist die Fam­i­lie gän­zlich über­flüs­sig.

Multikulti und Gleichschaltung – gleichzeitig!

Ist es nicht selt­sam, dass jene, die am lautesten nach Mul­ti­kul­ti, Diver­sität und Vielfalt schreien, als Endziel ihrer Bemühun­gen aus­gerech­net eine möglichst homo­gene, gle­ichgeschal­tete Gesellschaft mit ster­ilen uni­ver­sal­is­tis­chen Ide­alen im Sinn haben?

Und um nichts weniger als das geht es diesen und vie­len anderen mod­er­nen „Abo­li­tion­is­ten“, die alle­samt Apos­tel ein­er möglichst queeren, neo­fem­i­nis­tis­chen, antikap­i­tal­is­tis­chen Ide­olo­gie sind, welche direk­ten Weges in einen Kom­mu­nis­mus führt, wie ihn sich Pol Pot, Mao Zedong oder Kim Il Sung nicht totaler hät­ten aus­denken kön­nen.

Ger­ade meine Leserin­nen mögen sich bitte fra­gen, ob etwa die Fest­stel­lung Hermsmeiers, schon Marx und Engels hät­ten „erkan­nt“, dass Frauen im Kap­i­tal­is­mus zu „bloßen Pro­duk­tion­sin­stru­menten“ degradiert seien, für Mit­teleu­ropa oder „den West­en“ ganz all­ge­mein heute stim­men kann. Blickt man über die Welt stellt man vielmehr fest, dass dies heute nur noch – und selb­st dort mit Abstu­fun­gen – für extrem theokratis­che islamis­che Staat­en oder Stammes­ge­sellschaften gilt. Unser Grundge­setz kann nicht Marx und Engels Lügen strafen, nur Linke Spin­ner wen­den heutige Maßstäbe auf die Ver­gan­gen­heit an. Aber dieses Grundge­setz und unsere Recht­sprax­is leg­en nahe, dass Hermsmeiers Argu­men­ta­tion im höch­sten Maße igno­rant, wenn nicht gar böswillig ver­fälschend ist.

Im Par­forceritt sam­melt Hermsmeier seit­en­lang Pro­tag­o­nis­ten seines Welt­bildes ein, verknüpft alles mit allem, ruft Hor­ck­heimer, Adorno, Brecht, Wil­helm Reich und sog­ar die linke Ikone Angela Davis in seine rote Messe an und predigt: Im Schoß der Fam­i­lie lauert die Gewalt, deshalb lasst uns die Fam­i­lie zer­schla­gen! Er zitiert Sta­tis­tiken zu häus­lich­er Gewalt, als belegten diese nicht eben­falls, dass das Umfeld, in dem sich aus­nahm­s­los alle Men­schen am häu­fig­sten aufhal­ten, nun mal die Fam­i­lie ist. Die meis­ten Men­schen ster­ben übri­gens in ihren eige­nen Bet­ten und den­noch begeben wir uns ohne Angst oder verun­sichert von Ber­tels­mann-Stu­di­en fast jede Nacht in dieses gefährliche Gerät.

Der Wider­spruch in der Argu­men­ta­tion von Lewis und Hermsmeier ist offen­bar bei­den nicht klar. Denn wenn Fam­i­lie eine Form der Beziehung ist und – wie wir aus Krim­i­nal­sta­tis­tiken wis­sen – Beziehun­gen gefährlich wer­den kön­nen, wie ist dann Lewis Aus­sage „Fam­i­lien­abo­li­tion bedeutet für mich die Vervielfäl­ti­gung von Beziehun­gen und nicht der Abbau von Beziehun­gen“ einzuord­nen? Mehr Beziehun­gen, mehr Gefahr, mehr Gewalt? Oder doch weniger? Warum mal so und mal so? Die Mord­dro­hun­gen, die Lewis seit einiger Zeit erhal­ten soll, stam­men wohl nicht aus dem famil­iären Umfeld der Autorin. Die Absender ste­hen wahrschein­lich­er in anderen, „vervielfältigten Beziehun­gen“ zu ihr.

Leihmutterschaft für alle!

Eine Quelle dieser wahn­haften Vorstel­lung von der Zer­schla­gung von Fam­i­lie und Eltern­schaft, ja, genau genom­men die wichtig­ste Quelle über­haupt, in der bere­its all das aus­ge­sprochen war, was Lewis dar­legt und Hermsmeier beklatscht, bleibt im Zeit-Essay lei­der uner­wäh­nt. Aus Grün­den, möchte ich ver­muten. All diese kalten Gedanken wur­den näm­lich schon von Louis Antoine Saint-Just gedacht und aus­ge­sprochen – auch wenn diese nur frag­men­tarisch auf die Nach­welt gekom­men sind, weil das Fall­beil diese ger­ade noch rechtzeit­ig abkürzte. In seinem Manuskript zu den „Insti­tu­tio­nen“ beschreibt er präzise und bis ins peni­bel­ste Detail den Umbau Frankre­ichs in ein noch am ehesten dem antiken Spar­ta ver­gle­ich­bares Staats­ge­bilde, in dem die „Insti­tu­tio­nen“ über Moral und Tugend aller Men­schen wachen und richt­en, ja sog­ar die einzige Quelle von Moral und Tugend sind.

Bei diesen „Insti­tu­tio­nen“ han­delt es sich nicht um eine Art min­is­terielle Ein­rich­tung, wie wir sie heute ken­nen, son­dern um Gebilde, die unmit­tel­bare Kon­trolle über alle Aspek­te des Lebens jedes einzel­nen Bürg­ers haben und Fam­i­lien­struk­turen ganz im Sinne Lewis und Hermsmeiers voll­ständig erset­zen soll­ten. Sätze daraus wie „die Kinder gehören bis zum 6. Leben­s­jahr der Mut­ter und danach dem Staat“ sind das geistige Wachs, aus dem heute Saint-Justs Nach­fol­ger wieder ihre schiefen Kerzen ziehen. „Met­al­lene Träume“ nan­nte Friedrich Sieburg in seinem biografis­chen Roman „Robe­spierre“ die Frag­mente der „Insti­tu­tio­nen“ Saint-Juists und ich frage mich, was an den Ideen dieses größten aller Ter­ror­is­ten der franzö­sis­chen Rev­o­lu­tion ich erschreck­ender finde. Ihre Kon­se­quenz oder die Detail­vers­essen­heit.

Saint-Just wollte ein Volk staat­sun­mit­tel­bar­er Wesen schaf­fen, die in jedem Aspekt ihres Heloten­lebens abhängig sein soll­ten von den Entschei­dun­gen, Weisun­gen und Launen ein­er ewigen, die „absolute Wahrheit“ ver­wal­tenden Bürokratie, gegen deren Knüffe und Anschuldigun­gen man sich selb­st nur durch Kon­trolle, Mis­strauen und Denun­zi­a­tion zur Wehr set­zen kon­nte. George Orwell hat Saint-Just ver­standen und lit­er­arisch zu Ende gedacht.

Der Staat ist alles

Der Staat sorgt für alles, der Staat entschei­det alles, der Staat ist alles. Das Indi­vidu­um mit seinen Nei­gun­gen, Tal­en­ten und Unzulänglichkeit­en ist fehlbar, ein Nichts. So das Cre­do von Lewis und der Ide­olo­gie, die sie ver­tritt.

Die Fam­i­lie, beson­ders eine große, kann sich durch Selb­stor­gan­i­sa­tion und die Poten­zierung von Ressourcen dem Zugriff des Staates entziehen – ein Effekt, den die Berlin­er Jus­tiz im neg­a­tiv­en Sinne der Bedeu­tung im Umgang mit ara­bis­chen Groß­clans nur zu gut ken­nt. Je klein­er also eine Fam­i­lie, umso mehr Anknüp­fungspunk­te der Abhängigkeit ergeben sich für den Staat und seine Lakaien. Der einzelne Men­sch, erzo­gen von staatlich bestell­ten Erziehern, durch staatliche Schulen geformt und vom Staat auf einen Platz geset­zt, den er als alter Men­sch ver­lässt, um den Rest sein­er Tage eine kleine Rente zu beziehen, deren Wert der Staat nach Gus­to, Kassen­lage und Gesin­nung fes­tle­gen kann – dieser Men­sch bildet im Kom­mu­nis­mus eine Fam­i­lie von ide­al­er Größe: Eins! Und ganz eins mit dem Staat.

Vom Staat abhängige Men­schen muck­en sel­tener auf und goutieren bere­itwillig materielle Zuwen­dun­gen mit Loy­al­ität. Der Hund beißt nicht die Hand, die ihn füt­tert. Er begrüßt sein Hun­deleben und hofft, das Hals­band kratze ihn nicht so arg und die Rich­tung, in die der ferne Herr ihn zer­rt, könne er dem eige­nen Rest­gewis­sen ger­ade noch als eine selb­st­gewählte verkaufen.

Die Zerstörung der Familie als Fundaments der Freiheit

Die Stasi in der DDR hat­te den Wert der Fam­i­lie als Schut­zort vor dem Staat und sein­er Ide­olo­gie erkan­nt und sich ger­adezu darauf spezial­isiert, Oppo­si­tionelle an dieser Stelle durch Ver­leum­dung und andere „oper­a­tive Maß­nah­men“ zu tre­f­fen und von ihren Fre­un­den und Fam­i­lien zu ent­frem­den. Wer heute glaubt, „mul­ti­ple“, auf die „Gemein­schaft“ bezo­gene Beziehun­gen kön­nten famil­iäre Bindun­gen von Eltern, Kindern, Geschwis­tern, Großel­tern usw. erset­zen, muss in meinen Augen ein ern­sthaftes psy­chol­o­gis­ches Prob­lem oder vielle­icht selb­st keine Kinder haben oder hat zu viel Zeit mit den Heroen sow­jetis­ch­er lit­er­arisch­er Rev­o­lu­tion­ser­bau­ung wie Pavel Kortscha­gin ver­bracht.

Die Tiefe der Reg­u­la­tio­nen, die bei Saint-Just schon im Frag­ment zu erken­nen sind, zeigt eine der wichtig­sten Schwach­stellen dieser Utopi­en, von welchen die queer-fem­i­nis­tis­chen Kom­mu­nis­ten unser­er Tage wieder träu­men. Wenn der Staat oder eine „Insti­tu­tion“ Kon­trol­linstanz und Sinns­tifter für alle Aspek­te des Lebens ist, muss er oder sie sich auch um jedes Detail küm­mern. Zur ökonomis­chen Plan­wirtschaft kommt die gesellschaftliche hinzu und die erstreckt sich bis ins Kinder kriegen und großziehen. Eigen­ver­ant­wor­tung? Fehlanzeige! Jede Ver­ant­wor­tung lässt sich stets nach oben delegieren und diese Art pas­siv­er Wider­stand gegen die Hier­ar­chie ist es, die das Sys­tem träge und inef­fek­tiv macht.

Eine weit­ere Schwach­stelle in Lewis Utopie ist die fehlende „Redun­danz des Sys­tems“, um mal einen eher tech­nis­chen Aus­druck zu ver­wen­den. Fam­i­lien scheit­ern mitunter, das ist wahr. Aber es scheit­ern nie alle. Um richtig und im großen Maßstab Katas­tro­phen zu pro­duzieren, bedarf es ein­er zen­tralen Lenkung.

Fundamentalirrtum der Linken

Noch entschei­den­der erweist sich ein Fakt, den kom­mu­nis­tis­che Utopis­ten aller Far­ben seit über 220 Jahren nicht erken­nen. Die Men­schen wollen kein Prinzip ver­wirk­lichen, sie wollen leben! Sieburg schrieb, dass Rev­o­lu­tio­nen und Umwälzun­gen aller Art (heute würde er den Kli­maak­tivis­mus sich­er mit auf die Liste set­zen) stets Bewe­gun­gen sind und der Men­sch auf Dauer nun mal nicht in der Bewe­gung leben könne – und sei sie noch so groß und erhaben. Von den kleingeisti­gen und schmutzi­gen ganz zu schweigen! Der Men­sch kann auf Dauer nur im Zus­tand leben.

Utopis­che kom­mu­nis­tis­che Bewe­gun­gen haben zudem das Prob­lem, dass sie mit all ihren kristal­lenen The­o­rien stets das Aus­gangs­ma­te­r­i­al ihrer Über­legun­gen umfor­men und verbessern müssen: den Men­schen selb­st. Er soll gut wer­den, edel han­deln, selb­st­los sein und vor­bildlich. Er tren­nt nicht nur seinen Müll, er tren­nt ihn per­fekt! Und statt CO2 atmet er stets nur gute Laune aus. Um frei zu sein von Zweifeln und Schwächen, Begier­den und Nach­läs­sigkeit­en – dafür müsse man ihn ändern, ger­ade­biegen und erziehen, den Men­schen.

Mit den Gen­er­a­tio­nen “Y“ und “Z”, die sich teil­weise weigern, erwach­sen zu wer­den und tat­säch­lich Ver­ant­wor­tung zu übernehmen, zum Beispiel als Eltern für ein eigenes Kind, scheint die Linke offen­sichtlich leichteres Spiel zu haben. Für diese Ziel­gruppe wird Ver­ant­wor­tung abstrahiert und ins Über­mor­gen ver­schoben, indem man von ein­er fer­nen Zukun­ft oder der abzuwen­den­den Kli­makatas­tro­phe schwafelt. Im hier und jet­zt bleibt jede Ver­ant­wor­tung in Sym­bol­en steck­en.

Der perfekte linke Staat

Der für­sor­gliche Nan­ny-Staat, der diesem per­fek­ten, ewig adoleszen­ten Citoyen unter­stützend zur Seite gestellt wer­den soll, ist ein per­fek­ter, fehler­los­er Staat, der die Rich­tung ken­nt und nie fehl geht, nie kor­rumpiert oder miss­braucht wird und unter­schied­s­los alle Men­schen gle­ich behan­delt. Doch hier gerin­nt eine Idee, die natür­lich immer per­fekt ist, zu einem Ergeb­nis, dass nur in der The­o­rie existiert! Das sehen natür­lich auch die Kom­mu­nis­ten. Kurioser­weise gilt deren Vor­denkern seit vie­len Jahrzehn­ten die größte Aufmerk­samkeit der Frage, wie The­o­rie und Prax­is bess­er zueinan­der find­en kön­nten. Mit anderen Worten: der Kom­mu­nis­mus hat ein Prob­lem mit der Real­ität, wom­it eigentlich alles gesagt wäre.

Doch wenn es diese „per­fek­ten Men­schen“ gar nicht gibt, wie kom­men dann solche Utopi­en zus­tande? Nun, das wür­den Lewis und ihre Spießge­sellen zwar nie zugeben, aber sie selb­st hal­ten sich für diese Art „neue Men­schen“, der alle Voraus­set­zun­gen für die eigene Utopie erfüllt. Sie benutzen die eigene Elle zur Ver­mes­sung des eige­nen geisti­gen Hor­i­zonts! Kein Wun­der, dass da nur ganz­zahlige, har­monis­che Ergeb­nisse zu erwarten sind, die sich gut zwis­chen zwei Buchdeck­eln machen!

Ich hinge­gen glaube wed­er an die Exis­tenz des per­fek­ten Men­schen noch an die ein­er per­fek­ten Insti­tu­tion. Ich mis­straue ja sog­ar mir und meinem eige­nen Urteilsver­mö­gen, was glauben sie, wie abso­lut ich das Urteilsver­mö­gen ander­er set­ze? Mir ist deshalb ein fehler­tol­er­antes Sys­tem tausend­mal lieber, tausend­mal glaub­würdi­ger. Die Men­schen sind wie sie sind. Gut und schlecht, selb­st­los und eigen­nützig, faul und voller Taten­durst. Es gibt Ver­brech­er und Heilige (und Schein­heilige) und jede gesellschaftliche oder soziale Utopie, die sie gle­ich machen will, wer­den sie über kurz oder lang als unerträglich empfind­en und abschüt­teln.

Der Aufstand der Indifferenten

Bish­er zogen sich Men­schen, die sich für unpoli­tisch erk­lärten, ein­fach in ihr Pri­vatleben zurück. Man küm­merte sich um Fam­i­lie, Haustiere, Urlaub, Auto, Freunde…was schert einen die Poli­tik! Man ging nicht wählen, es ändere sich doch sowieso nichts. Aus­gerech­net an dieser Stelle greift Lewis nun an und verkün­det, es gäbe nichts Pri­vates mehr, die Fam­i­lie sei abgeschafft. Dieser Rück­zugsraum sei ab sofort staatlich requiri­ert. Also mehr noch als bish­er, wo Tagess­chau und Co. die infor­ma­tive Hin­ter­grundbeschal­lung besor­gen.

Haustiere belas­ten das Kli­ma, Auto und Urlaub nicht min­der, Fre­unde müssen auf Ein­stel­lung und Hal­tung über­prüft wer­den und Fam­i­lie wird zukün­ftig dank staatlich­er „Brutpflege“ obsolet…mehr Zeit also, Schul­ter an Schul­ter mit den gle­ichgeschal­teten Kindern und den Vertretern der Insti­tu­tio­nen gegen rechts und den Kli­mawan­del zu marschieren. Wie lange wird es wohl dauern, bis unter diesen Vorze­ichen staatlich organ­isierten Pri­vatlebens die Men­schen gegen das Sys­tem auf die Straße gehen? Alle Punk­te außer der Fam­i­lie ste­hen bere­its im Feuer bedeu­tungsaufladen­der Poli­tik, die Menge ist ohne­hin schon auf Krawall gebürstet  – wer also ohne Furcht vor dieser Menge ist, ihr Gen­der­clowns und Fam­i­lien-Abo­li­tion­is­ten, der werfe den ersten Molo­tow­cock­tail und hoffe das Beste.

Ausnahmsweise Optimist

Mein Pes­simis­mus, der angesichts der Volten und Ver­stiegen­heit­en in diesem Land des Öfteren nach Depres­sion­ien auswan­dern möchte, muss hier allerd­ings einem heit­eren Opti­mis­mus Platz machen. Denn, liebe Leser, so weit wird es nicht kom­men! Noch ist Deutsch­land nicht ver­loren, die linke Rev­o­lu­tion hinüber ins kom­mu­nis­tis­che “Paradies” ver­ant­wor­tungslos­er Eltern­schaft und staatlich­er Kinder­aufzucht­sta­tio­nen, aus denen dann die Jan­nitscharen der Gre­ta­ju­gend rekru­tiert wer­den, wird nicht kom­men.

Nicht nur, weil der Auf­s­tand der schweigen­den Mehrheit samt aller laut­en Min­der­heit­en ins Haus stünde, die man sich in inter­na­tion­al­is­tis­ch­er Verblendung als “Kampfgenossen” ins Haus geholt hat (aus­gerech­net!).

Die „Bewe­gung“ wird am Gewicht ihrer eige­nen Bedeu­tungsaufladung zugrunde gehen. Man schaue sich zur Beruhi­gung des eige­nen Gemütes die Parteitage der Grü­nen oder Linken an, oder die Kon­gresse der Kli­ma­ju­gend oder der amerikanis­chen Sozial­is­ten und man ver­ste­ht, warum die Ein­hal­tung des „1,5°-Ziels“ so exis­ten­ziell wichtig für diese Leute ist. Bere­its ein halbes Grad mehr Raumtem­per­atur, ein lautes Klatschen oder ein falsch sitzen­des Pronomen bringt die Ärm­sten zum Schmelzen!

Vielle­icht sollte jede halb­wegs intak­te Fam­i­lie in Deutsch­land einen dieser armen, linken, geistig zer­rüt­teten Aktivis­ten adop­tieren. Lassen wir sie spüren wie es sich anfühlt, ohne ide­ol­o­gis­ches Hals­band spazieren zu gehen!

#adop­tAleft­ie

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23 Kommentare

  1. An @rolf da draußen, der belei­digt abzog, weil ich seinen Kom­men­tar nicht durchge­hen ließ: das ist die Gren­ze anonymer Kom­mu­nika­tion, bei der Du nach Herzenslust senden, aber nichts emp­fan­gen willst. Ich hätte Dir gern erk­lärt, was ich an dem Post auszuset­zen hat­te, aber es gibt mit Dir lei­der keine gle­ich­berechtigte Kom­mu­nika­tion, nicht mal inof­fiziell. Ich finde es aber bedauer­lich, dass Du Dich auf diese Weise verkrümeln willst, aber so ist es halt.

  2. Sehr geehrter Roger Lesch,
    auch ich hat­te mich wegen dieses Artikels nach langer Zeit mal wieder auf ZON “verir­rt”. Oliv­er Janich hat­te diesen auf seinem Telegram-Kanal gepostet.
    Ich muss aber sagen, dass, um meinen Energiehaushalt auf einem möglichst für mich pos­i­tiv­en Lev­el zu hal­ten, ich lediglich die erste Seite ertra­gen habe. Danach habe ich mich gle­ich den Kom­mentaren gewid­met und war ges­pan­nt… und etwas erle­ichtert, was auch mit Ihrem Opti­mis­mus kor­re­spondiert. Allerd­ings tum­meln sich auch dort genug schräge Vögel, die sich gerne als Exper­i­men­tier­ma­te­r­i­al zur Ver­fü­gung stellen (wollen)! Es wäre inter­es­sant, zu wis­sen, welch­er Alters­gruppe die Beklatsch­er als auch die vie­len Skep­tik­er und Warn­er ange­hören. Und schon in dem Moment, in welchem ich die Frage hier tippe, weiß oder ahne ich zumin­d­est die sehr wahrschein­liche Antwort: dass näm­lich die übereifrig mit zu vie­len ver­schiede­nen offe­nen Lego-Wel­ten Infil­tri­erten (“Alles ist dir möglich!”, “Kon­stru­iere dir deine Welt!”…) in Kon­takt Gekom­men, dh die Jün­geren unter uns die Befür­worter bzw. ahnungs- und kri­tik­lose Mitläufer sind.
    Und da schwindet lei­der mein Opti­mis­mus. Denn das deckt sich mit meinen Erfahrun­gen in meinem Umfeld: unsere uni-geschädigten großen Kinder, die jün­geren Kol­le­gen, die State­ments eigentlich aller Neu-Experten zu diversen Fra­gen in Funk und Fernse­hen… Alle (Rühm­liche Aus­nah­men bestäti­gen die Regel!) bejubeln den neuen Baukas­ten-Men­schen, der geläutert von jeglich­er Geschichte, Tra­di­tion und son­stiger Anbindung ein­er glanzvollen gle­ich­heitlichen Zukun­ft ent­ge­gen­strebt. Hmmm!?
    Für mich stellt sich immer mehr die Frage: Den Kampf aufnehmen, noch ver­stärk­ter (siehe obiger Kom­men­tar, Stich­wort Schw­ert!…?…)? Doch mit wem eigentlich, wenn es in der Fam­i­lie schon ständig knirscht und kracht ob eines Reiz­wortes, eines kri­tis­chen State­ments… Let­ztlich läuft das doch auf eine Opfer­ung hin­aus, wenn wir es real­is­tisch betra­cht­en. Und nein, ich bin nicht Jesus! So voll­ständig ver­ste­he ich die Nach­folge nun doch nicht.
    Noch ein Wort zu den kom­mu­nis­tis­chen Exper­i­menten im Artikel: Mir fiel beim Lesen die Kib­buz-Bewe­gung ein. Ich habe vor jet­zt auch schon wieder etlichen Jahren rel­a­tiv spät in meinem Leben erst­ma­lig davon gehört. Und ich war damals ziem­lich irri­tiert ob dieser ganzheitlichen LPG-Prax­is, die ich in einem frei­heitlichen Land niemals ver­mutet hätte. Wenn ich richtig informiert bin, ist auch diese Genossen(!)schaftsform doch mit­tler­weile großflächig gescheit­ert. Oder?
    Her­zliche Grüße, auch in die Runde hier
    S.T.

  3. Sehr geehrter Herr Letsch,

    als bish­er stiller Leser Ihres Blogs, möchte ich nun auch ein­mal ein biss­chen per­sön­lichen Mei­n­ungs-Senf beitra­gen.

    Sie haben die Mis­eren des linken Han­delns und Denkens her­vor­ra­gend offen gelegt.
    Ich empfehle im Fre­un­des- und Bekan­ntenkreis jedem, der die Mei­n­ung äußert, der “wahre” Sozialismus/Kommunismus sei noch nicht aus­pro­biert wor­den, zwei Werke der Weltlit­er­atur: “Die Farm der Tiere” und “Der Archipel Gulag”. Dort ste­ht alles drin, was ein Men­sch zur Wirk­lichkeit dieser men­schen­ver­ach­t­en­den Ide­olo­gien wis­sen muss.

    Solche Hin­weise inter­essieren allerd­ings nie­man­den! Jeden­falls nicht die Mehrheit der Deutschen.

    Ich teile daher Ihren Opti­mis­mus nicht (mehr), dass dieses Land noch zu ret­ten ist. Bitte schauen Sie sich doch nur das Wahlver­hal­ten der Mehrheit an. Die Mehrheit der Wäh­ler geht entwed­er nicht zur Wahl oder wählt mit CDU/CSU, SPD, Grü­nen und Linken (mit Abstrichen auch die FDP) Parteien, die alle den Rechtsstaat aushöhlen und den Nan­nys­taat fördern. Wobei der Nan­nys­taat auch nur eine Form von Plan­wirtschaft und Sozial­is­mus darstellt. Lib­er­al­is­mus, Frei­heit und Selb­stver­ant­wor­tung liegen dem Durch­schnitts­deutschen nicht am Herzen.

    Ich sehe keine gute Zukun­ft mehr für dieses Land. Noch liegen rund 10 Arbeit­s­jahre vor mir, bevor ich in Rente gehen kann. Die werde ich auf jeden Fall noch hier bleiben. Für die Zeit mein­er Rente habe ich noch keine Pläne, aber mich beschle­icht immer häu­figer der Gedanke, dass es vielle­icht eine gute Idee wäre, hier alles zu ver­scher­beln und den Lebens­abend in einem Land mit weniger linken Spin­nern, weniger Mul­ti­kul­ti, Gen­der­ga­ga, Klimahys­terie oder son­sti­gen Blödsinn zu ver­brin­gen.

    Mal schauen…

    Fre­undliche Grüße
    Olaf Weiss

    • Ja, Deutsch­land ist nicht mehr zu ret­ten. Das ergibt sich doch ein­fach aus ein­er objek­tiv­en, wun­schfreien Analyse der Lage. Die zu diesem Ergeb­nis gekom­men sind, sind Real­is­ten, keine Pes­simis­ten. Opti­mist bin ich nur in der Hin­sicht, daß der Unter­gang Deutsch­land nicht gle­ichbe­deu­tend ist mit dem Unter­gang des West­ens. Und ich glaube auch, dass die her­aus­ra­gen­den Werte deutsch­er Kul­tur, allem voran die der Musik, unsterblich sind. Schwach­er Trost, aber immer­hin mehr als Nichts.
      Die von Ihnen emp­fohle­nen Büch­er sind wichtig, ich habe aber die Erfahrung gemacht, daß ein Wes­si, die nie in ein­er kom­mu­nis­tis­chen Dik­taturselb­st gelebt hat, das gar nicht richtig ver­ste­ht, nicht inter­es­sant find­et und, weil das alles über­haupt nichts mit sein­er eige­nen Wel­ter­fahrung zu tun haben scheint, die Büch­er unge­le­sen bei­seit­elegt.
      Der His­torik­er Karl­heinz Weiß­mann, der auch Gym­nasiallehrer ist, verdeut­licht die qua­si Unmöglichkeit, einen jun­gen Men­schen gegenüber sozial­is­tis­chen Ideen zu immu­nisieren, mit einem Gespräch: „Was bedeutet Kom­mu­nis­mus?“ — „Da sind alle Men­schen gle­ich“ — „Und ist das gut?“ – „Ja“. Dem kann man zwar etwas ent­ge­gen­hal­ten, sog­ar so, dass es unwider­stehlich überzeu­gend ist. Das Prob­lem dabei ist nur, daß Stun­den, Tage, Wochen oder sog­ar Monate dafür nicht aus­re­ichend sein wer­den – und wer hat diese Zeit?

      • Herr Wauer, Sie stellen mein­er Mei­n­ung nach die richtige Frage: Schulen und Uni­ver­sitäten müssten sich eigentlich diese Zeit nehmen.

        Während mein­er Schulzeit hat man sich lock­er ein halbes Schul­jahr im Fach Geschichte mit dem römis­chen Reich auseinan­derge­set­zt; die Zeit des Nation­al­sozial­is­mus wurde inner­halb von zwei Wochen abge­hakt und die Ver­brechen des Sozial­is­mus und Kom­mu­nis­mus, die ganzen linken Massen­mörder von Lenin, Stal­in, Mao bis hin zu Ulbricht und Honeck­er fan­den mit kein­er einzi­gen Silbe Erwäh­nung, obwohl deren Ide­olo­gien über 100 Mil­lio­nen Opfer forderten. Diese Schweigekartell ist ein riesiges Prob­lem!

        Ich hat­te als “Wes­si” das Glück , in Frieden und Frei­heit geboren zu wer­den. Zu meinem Kol­le­genkreis gehört glück­licher­weise eine ehe­ma­lige Bürg­erin der DDR, so dass ich in Gesprächen mit ein­er Augen­zeu­g­in zumin­d­est ein paar Dinge des realen Sozial­is­mus ver­mit­telt bekomme. Die genan­nte Lit­er­atur ergänzt dieses Bild.

        Für mich ist es vol­lkom­men unver­ständlich, warum die Nach­fol­gepartei der SED nicht ver­boten wurde, son­dern heute bere­its auf Kom­mu­nal- und Lan­desebene mit in der Regierungsver­ant­wor­tung sitzt. Deutsch­land hat ein gewaltiges Aufar­beitung­sprob­lem. Das kommt davon, wenn alle mit dem Kampf gegen Rechts beschäftigt sind, während links kom­plette Blind­heit vorherrscht.

  4. Sehr guter Artikel! Vie­len Dank dafür!! Ich empfehle jedem klar denk­enden Men­schen das Buch: “Poli­tis­che Ponerolo­gie”!!! Damit ist alles gesagt bzw. geschrieben!

  5. Ein her­vor­ra­gen­der Artikel. Mir standen die Haare zu Berge! Wie verquast kann man sein?! Allerd­ings teile ich Ihren Opti­mis­mus im let­zten Absatz nicht. Ich fürchte, das wird dies­mal (wieder) böse enden.

  6. Die Fam­i­lie ste­ht schon lange im “Feuer der bedeu­tungsaufge­lade­nen Poli­tik”. Die Diskus­sion um die Kinder­rechte ist nur ein weit­er­er Schritt, das Erziehungsrecht von Eltern zu beschnei­den. Seit den sechziger Jahren wird die Fam­i­lie desta­bil­isiert und wir sind schon auf halbem Weg in die Utopie des Her­rn Hermsmeier. Die Kul­tur­rev­o­lu­tion find­et in erster Lin­ie in der Fam­i­lie statt.

    Wil­helm Reich hat hier eine zen­trale Rolle, da er die Möglichkeit eröffnet hat, die Kinder bei ihrer sex­uellen Iden­tität zu pack­en. ‑Wil­helm Reich: „Die patri­ar­chalis­che Fam­i­lie ist die struk­turelle und ide­ol­o­gis­che Repro­duk­tion­sstätte aller gesellschaftlichen Ord­nun­gen, die auf dem Autorität­sprinzip beruhen. Wir disku­tieren nicht die Exis­tenz oder Nicht –Exis­tenz Gottes, wir eli­m­inieren ein­fach die sex­uelle Repres­sion und lösen die infan­tilen Bindun­gen an die Eltern auf.“ Sex­uell aktive Kinder sind natür­liche Rev­o­lu­tionäre, die gegen jede Autorität rebel­lieren. Es geht Reich darum, die „sex­u­alverneinende Erziehung“ abzuschaf­fen und Kinder und Jugendliche durch Sex­u­al­isierung aus dem Fam­i­lien­ver­band zu lösen.- Aus „Die glob­ale sex­uelle Rev­o­lu­tion“, Gabriele Kuby

    Das kommt alles immer so schön als Frei­heit, Rechte und Stolz daher, seien es die Kinder­rechte, das Recht auf Abtrei­bung, die Rechte der LGBT und wie man jet­zt lesen kann, soll es bald Schwanger­schafts­gerechtigkeit geben. Unsere Kinder wis­sen schon jet­zt nicht mehr wo ihnen der Kopf ste­ht, ob sie Männlein oder Weiblein sind und sex­uelle Beziehun­gen sind auch nur noch beliebig und haben nicht mehr viel mit Ver­ant­wor­tung zu tun. Die Gren­zen der Nor­mal­ität sind längst gefall­en und Werte wie Anstand und Moral durch eine Vielfalt von Neusprech ‑Vok­a­beln erset­zt wor­den.

    Man stelle sich nur mal den Nutzen der Abschaf­fung der Fam­i­lie für den Staat vor, wenn es um die Erb­schaftss­teuer geht. Das Ganze wird uns dann noch erle­ichtert durch unser “Recht auf einen würde­vollen Tod” auf Kosten der Krankenkasse.

    Und bitte: Nicht nach Depres­sion­ien auswan­dern! Ein Kämpfer stirbt mit dem Schw­ert in der Hand und lässt sich nicht von seinen Kindern den Gift­bech­er reichen.

  7. Dank für diese Artikel und ins­beson­dere Dank Her­rn Wauer, der nochein­mal diesen Fun­da­men­talir­rtum Rousseaus beleuchtet hat. Hat bei mir eine Kette von Ideen aus­gelöst. Danke!8

    • Alles was man über Rousseau wis­sen muß, ist daß er seine fünf Kinder alle­samt ins Waisen­haus gesteckt, und ein Buch über Kinder­erziehung geschrieben hat. Der Pro­to­typ des linken The­o­ris­ten.

      • Rousseau zeigt sich hier als per­fek­ter Vor­läufer der Zeit-Schreiber­linge.
        Ver­ant­wor­tungslosigkeit und Bequemlichkeit(auf Kosten ander­er Leute) waren ohne­hin sein Ding.
        Wie schon seine Zeitgenossen wussten,waren die Über­leben­schan­cen der Kinder in diesen
        “Waisen­häusern” sehr gering.Ein Alter von 15 erre­icht­en etwa 6–8% der Kinder lebend.
        Es war also eine Form der Kind­stö­tung.

      • Das wußte ich zwar, aber trotz­dem geht mir, da Sie das schreiben, ein Licht auf. Ich habe mich näm­lich gewun­dert, warum bei den “Marx­is­ten” Hegel viel mehr als Vor­läufer von Marx gefeiert wird als Rousseau. Rousseau ste­ht Marx viel näher als Hegel. (Anson­sten liegen bei­de im Schreiben von Unsinn auf gle­ich­er Höhe.)
        Der Grund ist also ganz ein­fach: Die Biografie von Rousseau ist, im Gegen­satz zu der von Hegel, nicht vorzeig­bar.

  8. Solche Träumer und Apolo­geten wird es wohl immer geben. Mit schlechter Bil­dung und dem ominösen Kampf gegen das immer ominösere „Rechts“ ist ein guter Nährbo­den dafür aus­gelegt; gestern (13.August) schafften es diverse Behör­den und Poli­tik­er aller Couleur, an den Mauer­bau in Berlin zu erin­nern, ohne dabei die Worte Sozial­is­mus, Unrechtsstaat, SED oder DDR zu ver­wen­den. Eine reife Leis­tung.

    Aber manche Leute kann man mit der Nasen­spitze auf etwas stoßen, und sie ignori­eren es trotz­dem. Der inves­tiga­tive Jour­nal­ist Lin­coln Stef­fens reiste während der lenin­is­tis­chen Säu­berun­gen nach Ruß­land, und schrieb begeis­tert „I have seen the future, and it works!“.
    In einem detail­liert­eren Bericht über die Vorzüge des Kom­mu­nis­mus räumte er allerd­ings ein, das Sys­tem kranke an ein­er unge­sun­den Phase („a tem­po­rary con­do­tion of evil“), die jedoch erträglich gemacht würde durch das zu erwartende Endergeb­nis („hope and a plan“).

  9. Ich hat­te den Artikel auch gele­sen und genau­so emp­fun­den. Bei der ZEIT ist schon seit Jahren eine Marxverk­lärung am Laufen und das Wort “Kap­i­tal­is­muskri­tik” wird vol­lkom­men unkri­tisch rumge­wor­fen. Das Brave-New-World-Textchen ist nur ein weit­er­er Tief­punkt. Mich schüt­telt es nur noch. Vor dem Haus von Mar­tin Sell­ner ste­ht ein Van vom Ver­fas­sungss­chutz. Ich bin gegen den Ver­fas­sungss­chutz, aber wenn ich einen ihrer Vans wo hin­parken sollte, dann vor der Hütte von Gio­van­ni di Loren­zo.

  10. Her­vor­ra­gen­der Artikel. Einen Punkt würde ich noch etwas detail­liert­er aus­führen Es bet­rifft einen von Ihnen tre­f­fend als solchen erkan­nten Fun­da­men­talir­rtum der Linken Ide­olo­gie, zu dem Sie schreiben: „Utopis­che kom­mu­nis­tis­che Bewe­gun­gen haben zudem das Prob­lem, dass sie mit all ihren kristal­lenen The­o­rien stets das Aus­gangs­ma­te­r­i­al ihrer Über­legun­gen umfor­men und verbessern müssen: den Men­schen selb­st.“
    Dazu ist zu sagen, dass das Prob­lem von den Klas­sik­ern des Marx­is­mus gar nicht als solch­es erkan­nt wurde. Die marx­is­tis­che Lehre fußt auf dem Men­schen­bild von Rousseau, wonach der Men­sch ursprünglich als „Edler Wilder“ ein herzensguter Men­sch war. Er wurde später durch geän­derte gesellschaftliche Ver­hält­nis erst zu dem, was er heute ist. Die Änderung der Ver­hält­nisse bestand darin, daß eine Min­der­heit bös­er Men­schen („die herrschende Klasse“) die Mehrheit der übri­gen für ihre ego­is­tis­chen Zwecke benutzte, sie „unter­drück­te“ und „aus­ge­beutete“. Und das hat­te wiederum neg­a­tive Auswirkun­gen auf deren Men­tal­ität, denn nach Marx bes­timmt das „Sein das Bewusst­sein“.
    Eine nor­male Ord­nung, ohne Unter­drück­ung und Aus­beu­tung, wieder herzustellen, ist nach Marx ganz ein­fach. Das Stich­wort heißt „Rev­o­lu­tion“, und bein­hal­tet die physis­che Liq­ui­dierung der „herrschen­den Klasse“ durch die „unter­drück­ten Pro­le­tari­er“. Wie es dann weit­erge­ht, das beschreibt Lenin so:
    „Erst in der kom­mu­nis­tis­chen Gesellschaft, wenn der Wider­stand der Kap­i­tal­is­ten schon endgültig gebrochen ist, wenn die Kap­i­tal­is­ten ver­schwun­den sind, wenn es keine Klassen (d.h. keinen Unter­schied zwis­chen den Mit­gliedern der Gesellschaft in ihrem Ver­hält­nis zu den gesellschaftlichen Pro­duk­tion­s­mit­teln) mehr gibt – erst dann „hört der Staat auf zu beste­hen, und es kann von Frei­heit die Rede sein“. Erst dann ist eine tat­säch­lich vol­lkommene Demokratie, tat­säch­lich ohne jede Aus­nahme, möglich und wird ver­wirk­licht wer­den. Und erst dann begin­nt die Demokratie abzuster­ben, infolge des ein­fachen Umstands, daß die von der kap­i­tal­is­tis­chen Sklaverei, von den ungezählten Greueln, Bru­tal­itäten, Wider­sin­nigkeit­en und Gemein­heit­en der kap­i­tal­is­tis­chen Aus­beu­tung befre­it­en Men­schen sich nach und nach gewöh­nen wer­den, die ele­mentaren, von alters her bekan­nten und seit Jahrtausenden in allen Vorschriften gepredigten Regeln des gesellschaftlichen Zusam­men­lebens einzuhal­ten, sie ohne Gewalt, ohne Zwang, ohne Unterord­nung, ohne den beson­deren Zwangsap­pa­rat, der sich Staat nen­nt, einzuhal­ten.“ (Staat und Rev­o­lu­tion. 1917)
    D.h. ein „Neuer Men­sch“ muss für den Kom­mu­nis­mus nicht extra gezüchtet werde, denn weil das Sein das Bewußt­sein“ bes­timmt, besin­nen die Men­schen sich im Kom­mu­nis­mus rel­a­tiv schnell wieder auf ihre (nach Rousseau) ursprünglichen edlen Eigen­schaften.
    Mir fällt dazu nur ein Zitat von Niet­zsche ein: „Das ist eine Spaß- oder After­philoso­phie, die da glaubt, dass durch ein poli­tis­ches Ereig­nis die Men­schen ein für alle Mal glück­lich gemacht wer­den kön­nen.“
    Später musste man dann in der bolschewis­tis­chen Sow­je­tu­nion der Erfahrung machen, dass die Men­schen sich nicht so von selb­st ändern. Von zen­traler Bedeu­tung im Agit­prop wurde der „Neue Men­sch“ der aber erst gezüchtet wer­den müsse. Und den Kom­mu­nis­ten nach geht das so: Lyssenko, ein Agrar“wissenschaftler“ und enger Ver­trauter Stal­ins, bestritt den Ein­fluss der Gene auf die Vererbung. Son­dern es vererben sich die im Laufe des Lebens erwor­be­nen Eigen­schaften. Man muss dem­nach also nichts weit­er tun als eine Gen­er­a­tion ein­er inten­siv­en Gehirn­wäsche zu unterziehen, und schon ist der „Neue Men­sch“ ein für alle Mal gezüchtet.

    • Wun­der­voll Herr Wauer,wie Sie hier die Betrieb­s­ge­heimnisse des nationalen/internationalen Sozial­is­mus
      lüften, incl.einer sein­er fatal­sten Wurzeln bei dem Pseudoaufk­lär­er Rousseau,einem bigotten,parasitären Psy­chopa­then.
      Aber der und alle anderen Fig­uren die Sie nen­nen gel­ten immer noch als Licht­gestal­ten.
      Wie viele Men­schen in diesem Land wis­sen schon was Sie wis­sen oder wären auch nur bere­it sich dem zu stellen?

      Danke für ihren klu­gen Beitrag.

    • Danke. Lyssenko & Mitschurin haben über lange Zeit und auch noch in der Anfangsphase der DDR die biol­o­gis­che Forschung, speziell die Genetik, enorm behin­dert; man ver­lor seinen Lehrstuhl und ggf. seine Frei­heit oder mehr, wenn man diesen Lehren nicht anhing. Die Ironie liegt darin, dass die bei­den ver­mut­lich einige epi­genetis­che Effek­te (d.h. die tran­siente, sich wieder ver­lierende „Vererbung erwor­ben­er Eigen­schaften“) ent­deckt haben, ohne deren Bedeu­tung zu erfassen und ohne zu ver­ste­hen, dass es sich um wiederum vererbte, sehr spezielle Adap­ta­tion­s­mech­a­nis­men han­delt. Die Meth­o­d­en waren in der Tat voll-stal­in­is­tisch, und z.B. die berüchtigte „Deutsche Physik“, die in der Prax­is keine wesentliche Bedeu­tung gewann, ver­gle­ich­sweise harm­los. Siehe dazu Shores A. Med­wed­jew: Der Fall Lyssenko. Eine Wis­senschaft kapit­uliert, dtv 1974.

      Men­schen brin­gen eine große Zahl ange­boren­er Dis­po­si­tio­nen mit, wie man den Ergeb­nis­sen der Humanetholo­gie leicht ent­nehmen kann, und deren Aus­bil­dung bedarf ein­er auf die jew­eilige Entwick­lungsphase angepassten Umge­bung, wenn nicht Krüp­pel her­auskom­men sollen. Die eth­nol­o­gis­che Forschung bestätigt das. Diese Entwick­lung bedarf über lange Zeit der per­sön­lichen Beziehung, wie sie die Fam­i­lie bietet, nicht der NAPOLA oder der SOPOLA oder ÖKPOLA. Die Kon­fab­u­la­tio­nen des H. und sein­er Stich­wort­ge­ber fundieren so offenkundig auf Igno­ranz und Verblendung, dass sie mich ICD10-Zif­fern aus den Bere­ichen F20, F70 und F90 ff. assozi­ieren lassen. Und nicht umson­st find­en sich der­ar­tige purga­men­ta men­tis in einem Zen­tral­blatt für den Typus des geistiger Führung bedürfti­gen nanus men­tis furio­sus.

    • Danke, Ich bin gerührt über die pos­i­tive Res­o­nanz mein­er Zuschrift. Ich habe in der DDR mehr als mein halbes Leben als unfrei­williges Ver­such­skan­inchen für das sozial­is­tis­che Exper­i­ment ver­bracht, aber dass der Marx­is­mus auf der illu­sionären Anthro­polo­gie von Rousseau fußt, weiß ich erst seit 10 Jahren. Es war das Buch von Jan Fleis­chhauer „Unter Linken. Von einem der aus Verse­hen kon­ser­v­a­tiv wurde“, dass mich aufgek­lärt hat Von den Rezen­sio­nen und vom Coverde­sign kommt es als Spaßbuch daher. Wahr daran ist aber nur, daß es sehr gut geschrieben ist. Anson­sten stimmt es nicht: das Taschen­buch enthält ca. 200 Lit­er­aturhin­weise und ein eben­so aus­führlich­es Per­so­n­en- und Sachreg­is­ter. Hat man so etwas bei einem Spaßbuch? Bei den Marx­is­ten gilt übri­gens weit mehr Hegel als eine Art Vor­läufer von Marx. Rousseau wird nur gele­gentlich mal mit erwäh­nt.
      Eben­so bedeu­tend war für mich ein anderes Buch. Es han­delt von der Natur des Men­schen, über die Willy Brandt sagte: „Der Schnitt zwis­chen Gut und Böse geht mit­ten durch das Herz jedes einzel­nen Men­schen“. Der Ver­fass­er ist Eugen Sorg, ein Psy­chother­a­peut, der in vielem Krisen­ge­bi­eten der Welt gear­beit­et hat. Der Titel ist: „Die Lust am Bösen. Warum Gewalt nicht heil­bar ist“. Aber Vor­sicht: Was er über den Bürg­erkrieg in Jugoslaw­ien schreibt, verträgt nicht jed­er.
      Wem ich noch auf etwas Anderes hin­weisen darf, weshalb die sozial­is­tis­chen Exper­i­mente regelmäßig schief gehen. Weil Karl Marx das „Kap­i­tal“ schrieb, denken etliche, die Kom­mu­nis­ten müssten zumin­d­est etwas von Wirtschaft ver­ste­hen. Das ist ein Irrtum, sie ver­ste­hen davon abso­lut nichts, das Einzige, was sie über­haupt wis­sen ist, wen sie zu liq­ui­dieren haben. Als die Kom­mu­nis­ten 1918 in Rus­s­land ihre Rev­o­lu­tion macht­en und Betriebe und Land­wirtschaften enteigneten, glaubten sie, weil ja nun alles in der „Hand des Volkes“ war, dass damit nahezu unvorstell­bare „Pro­duk­tivkräfte“ freige­set­zt seien und daß dadurch wie von selb­st die Pro­duk­tion in kürzester Zeit um min­destens den Fak­tor 10 gesteigert würde. Das funk­tion­ierte natür­lich nicht, und sie sucht­en dafür Sün­den­böcke, denn sie selb­st waren ja immer im Besitz der absoluten Wahrheit und macht­en alles richtig. Als Sün­den­böcke wur­den die Inge­nieure gefun­den, die das zu organ­isieren hat­ten. Es gab schon unter Lenin die ersten „Inge­nieur­prozesse“. Sie kamen in den Gulag, den es, wie Solsch­enizyn schreibt, eben­falls schon unter Lenin, und nicht erst seit Stal­in gab. Wie man jet­zt in Venezuela beobacht­en kann, hat sich bis dato an der kom­mu­nis­tis­chen Wirtschaftsweise nichts geän­dert.

    • Apro­pos Lyssenko unter Stal­in:
      Die Anwen­dung der Konzepte Lyssenkos in der sow­jetis­chen Land­wirtschaft führte zu Mis­sern­ten und zur Ver­schär­fung der Hunger­snot.

  11. Meinen Dank für den her­vor­ra­gen­den Artikel. Der “West­en”, ehe­mals kon­ser­v­a­tiv und mark­to­ri­en­tiert, hat kom­plett ver­sagt, indem er das Emporkom­men dieser unsäglichen Ide­olo­gie zuge­lassen hat. Sei es aus Schwäche, aus als Tol­er­anz getarn­ter Selb­stauf­gabe oder auch aus Bequem­lichkeit und Trägheit. Das Ergeb­nis sehen wir jet­zt, bru­tal, unmen­schlich, kalt und berech­nend. Hier sprechen die Geis­ter von Stal­in, Beri­ja und Gue­vara. Die rote Flut über­schwemmt mit­tler­weile alle Bere­iche unseres Lebens. Fam­i­lie, Reli­gion, Tra­di­tion, Geschichte, mod­erne Pro­duk­tionsver­fahren, selb­st die natür­lichen Geschlechter. Alles wird von durchgek­nall­ten Ide­olo­gen in Zweifel gezo­gen, bis zur physis­chen Ver­nich­tung aller Nichtlinken. Hier wer­den Par­la­mente, gle­ich wie sie zusam­menge­set­zt sind, nichts mehr aus­richt­en. Hier hil­ft nur der geschlossene Wider­stand aller “Bewahrer”. Mein Gott, was ist auf dieser Welt nur geschehen.

  12. Danke für dieses her­vor­ra­gende Essay.

    Ich hab mir auch mal den Zeit Artikel ange­tan. Sel­ten so einen him­melschreien­den Blödsinn gele­sen. Mein High­light:

    Kinder, die in der Fam­i­lie aufwach­sen, wer­den also zu angepassten Staats­bürg­ern geformt, die dann — ogot­to­gott! — wom­öglich auch noch AfD wählen kön­nten. Deswe­gen wach­sen also Kinder bess­er ohne Fam­i­lie gle­ich in staatlich/gesellschaftlicher Obhut auf. Die ziehen dann offen­bar sein­er Ansicht nach freie Men­schen und eben keine angepassten Staats­bürg­er her­an.

    Klar doch, sehr ein­leuch­t­end. Eine richtige Intel­li­genzbestie, dieser Hermsmeier. Kaum zu glauben, mit was für einem Müll man zu Pub­liz­ität kommt.

  13. Nach­dem ich mir die Mühe gemacht habe den Beitrag in der “Zeit” voll­ständig zu lesen wurde mir kurzzeit­ig schlecht. Was für ein Schwachsinn, was für ein hirn­ver­bran­nter Unsinn. Allerd­ings habe ich auch schnell erkan­nt, wie dumm die “Bewe­is­führung” von Lukas Hermsmeier eigentlich ist. Man sollte ihn ein­mal mit der Nase in ein Geschichts­buch stoßen. Und muss dazu nicht ein­mal bis zur franzö­sis­chen Rev­o­lu­tion zurück­ge­hen. Eines sein­er Argu­mente lautet ja, die Recht­en wür­den die kon­ser­v­a­tive Idee der Fam­i­lie hochhal­ten. Hat Herr Hermsmeier schon mal etwas von den NAPOLA’s in der Zeit des Nation­al­sozial­is­mus gehört. Natür­lich ging es damals um eine Führungselite. Doch hät­ten die Nazion­al­sozial­is­ten genü­gend Zeit gehabt, hätte das über kurz oder lang auf alle Kinder zugetrof­fen. Lukas Hermsmeiers Idee ist also, wir verteilen wieder “Mut­terkreuze” und den Rest übern­immt Vater Staat. Was für eine krude kom­mu­nis­tisch, nation­al­sozial­is­tis­che Idee.
    P.S. Inter­es­sant auch das Forum unter dem Artikel der “Zeit”, indem einige das für eine gute Idee hal­ten.

  14. Wow Herr Letsch,Ihre Essays zählen ja immer zu dem Besten was in diesem Land des(ansonsten) Nieder­gangs noch zu lesen ist,aber hier haben Sie sich wieder mal selb­st übertrof­fen.

    Nur ihren Opti­mis­mus teile ich lei­der nicht.
    Schon Schopen­hauer erfüllte die Dummheit und Obrigkeit­shörigkeit sein­er deutschen Land­sleute mit Hoff­nungslosigkeit und Scham.
    Sie wer­den wieder ver­suchen “den Plan­eten zu retten”,wie sie es schon unter dem FÜHRER ver­sucht­en.
    Das “Narrativ“vom leb­los durchs All torkel­nden Plan­eten bedi­ent er in seinem Hauptwerk regelmäßig.

    Rettung:1.Totale Hingabe an den Willen von Mut­ter Natur unter Anleitung ein­er tatkräfti­gen Priesterkaste.
    2.Eliminierung des Indi­vidu­ums .Slogan:Du bist nichts,dein Volk ist Alles!
    Der grüne “Sozial­is­mus” ist nur eine Variante.Slogan schon in der DDR: Du bist nichts ohne dein Kollek­tiv!

    Auch dies­mal wird nur eine Katas­tro­phe die gläu­bige Mehrheit unser­er Mitbürger(vorübergehend) aufhal­ten.

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