Es ist erst ein paar Monate her, dass Dis­ney in Flori­da seine Steuer- und Exeku­tivpriv­i­legien ein­büßte, was die linke Jour­nal­lie jedoch nicht als längst über­fäl­lige Gerechtigkeit und Stutzung von Konz­ern­priv­i­legien feierte, son­dern als düsteren Beginn eines „Krieges gegen die Maus“, wie sie nur einem Fin­ster­ling wie Ron de San­tis aka „Trump 2.0“ ein­fall­en könne. Denn Dis­ney, das ste­ht für die selb­ster­nan­nten „Pro­gres­siv­en“ seit kurzem fest, gehört zu den Guten! Dis­ney hat sich auf die Fah­nen geschrieben, den Zeit­geist von BLM, Diver­sität, Gle­ich­heit und die bunte Buch­staben­suppe mit Regen­bo­gengeschmack inhaltlich zur Blüte zu brin­gen und wirbelt nach Kräften Drehbüch­er und Beset­zungslis­ten durcheinan­der. Das ist natür­lich ein genereller Trend im soge­nan­nten West­en, egal ob es nun um europäis­che Film­förderung, das Nudg­ing im deutschen „Tatort“ oder Hol­ly­wood-Block­buster geht.

Stets wird „The Cur­rent Thing“ hergenom­men und dem Pub­likum um die Ohren gehauen und wenn bei den plump Belehrten Unmut laut wird – etwa in Form von unterirdis­chen Verkauf­szahlen (Beispiel: Ghost­busters 2016) oder ver­nich­t­en­den Pub­likum­skri­tiken bezüglich man­gel­nder Vor­la­gen­treue (Beispiel: Die Ringe der Macht) – greift man zur Beschimp­fung des Pöbels, der ein­fach nur von gestern sei und doch bitte endlich im 21. Jahrhun­dert ankom­men und „The Cur­rent Thing“ begeis­tert feiern möge.

Knif­flig wird es, wenn die Kri­tik auf die kün­st­lerische Leis­tung der Beset­zung zielt. Denn selb­st wenn hölz­erne Dialoge oder stumpf­sin­nige Schaus­piel­erei die eigentliche Ursache der Kri­tik sind und diese auf den Inhalt zielt, immu­nisieren sich die Pro­duzen­ten – so wie Dis­ney und Net­flix – gegen solche Frech­heit­en mit dem Hin­weis auf die Ver­pack­ung. Soll heißen: wenn das Pub­likum eine Film­fig­ur, die es seit Jahrzehn­ten ken­nt, plöt­zlich ablehnt, kann das nur an der Haut­farbe des Schaus­piel­ers liegen und was das über den Kri­tik­er aus­sagt, ste­ht ja wohl bolzen­fest: Ras­sis­ten, über­all!

Nun ist es ein Unter­schied, ob es sich bei der provozierten pro­gres­siv­en Ver­wirrung um eine Per­son der Zeit­geschichte han­delt (etwa eine schwarze Anne Boleyn im Net­flix-Dre­it­eil­er), eine kul­turell fest ver­ankerte Leg­ende (ein schwarz­er Achilles vor Tro­ja, auch Net­flix) oder die der Märchen­welt entsprun­gene Fig­ur der Arielle ist, der sich Dis­ney 1989 bekan­ntlich sehr erfol­gre­ich im Zeichen­trick annahm.

Colorblind Casting

Übri­gens: Jodie Turn­er-Smith, die schwarze Anne Boleyn ver­dankt ihr Engage­ment ein­er Beset­zung­sprax­is, die sich „Col­or­blind Cast­ing“ nen­nt. Der Let­ztvor­wurf an die Kri­tik­er lautet deshalb, dass bei der Beset­zung nur das Tal­ent zählen dürfe und eventuelle his­torische Unstim­migkeit­en mit der kor­rek­ten Szene gefäl­ligst überse­hen wer­den müssen. Im The­ater funk­tion­iere das schließlich auch, man betra­chte nur die Rei­he der über die Jahre sich verän­dern­den Insze­nierun­gen des „Rings“ in Bayreuth. Was ist also dein Prob­lem, Zuschauer? „Echt“ ist ja bei­des nicht, wed­er das The­ater noch der Film. Das gilt natür­lich nicht für den „Oth­el­lo“ eines Lau­rence Olivi­er, die „Kleopa­tra“ der Gal Gadot oder den „Win­netou“ des… ich breche hier ab, Sie ver­ste­hen das Prinzip von Empörung und Nor­mal­isierung, liebe Leser. Oder muss ich Sie erst „kul­turelle Aneign­er“ nen­nen?

Doch wenn es ein­er­seits bei den Schaus­piel­ern nicht auf solche Belan­glosigkeit­en wie die Haut­farbe ankommt, jedoch ander­er­seits wie in der Net­flix-Serie über Anne Boleyn bei Stil, Gestik, Req­ui­siten und Kostü­men der aller­größte Wert auf Details gelegt wird, spüren viele Zuschauer die Absicht und sind ver­stimmt. „Col­or­blind Cast­ing“ ist eine pri­ma Sache, wenn Lit­er­atur­vor­lage, Rolle und Tal­ent es erlauben.

Für die Film­rei­he „The Equal­iz­er“ ist Den­zel Wash­ing­ton die per­fek­te Wahl, Eddy Mur­phy ist „Bev­er­ly Hills Cop“, Halle Berry ist das wohl meistvergöt­terte Bond-Girl und kön­nte Mar­vel einen besseren Nick Fury gefun­den haben als Samuel L. Jack­son? Die Haut­farbe spielt keine Rolle, wo sie keine Rolle spielt. Im Film tut sie das aber manch­mal. Ein Christoph Waltz, so gut er auch sei, kann keinen Nel­son Man­dela mimen und Chris Rock wird trotz sein­er flinken Zunge im Film nie den Göbbels geben. Nur auf der Bühne wäre das alles sehr unter­halt­sam. „Col­or­blind Cast­ing“, das ste­ht fest, ist eine sehr ein­seit­ige, woke Filmver­anstal­tung und funk­tion­iert nach der ein­fachen Regel „Schwarz gut, Weiß böse“.

Wom­it wir beim aktuellen Aufreger wären, dem neuen Dis­ney-Streifen „The Lit­tle Mer­maid“, von dem bish­er nur ein kurz­er Trail­er zu sehen ist. Der Film kommt 2023 in die Kinos und wir wollen mal unter­stellen, dass die Post-Pro­duk­tion noch einiges verbessern wird, was die Kri­tik­er bemän­geln – etwa die düstere Bild­sprache. CGI braucht eben viel Zeit. Die über­wälti­gende neg­a­tive Reak­tion auf den Trail­er führen Dis­ney und die woke Medi­en­blase jedoch auf die Tat­sache zurück, dass die Rolle der Arielle mit Halle Bai­ley beset­zt wurde, ein­er 22-jähri­gen Sän­gerin, deren dun­kle Haut so ganz anders aussieht als die der ble­ichen Gestalt aus jen­em Zeichen­trick­film, den jedes Kind ken­nt.

Der Rolle gewachsen

Zunächst das Pos­i­tive: wie in allen Dis­ney-Pro­duk­tio­nen, die sich an die Ziel­gruppe „Kinder“ richtet, wird auch in „The Lit­tle Mer­maid“ viel gesun­gen und nie­mand wird bestre­it­en, dass Bai­leys Stimme ihrer Rolle mehr als gewach­sen ist! Der mar­itime Halb­back­fisch und Frischluft­fan ist außer­dem keine his­torische Per­son und das wachs­ble­iche Ausse­hen aus dem Zeichen­trick ist nicht hand­lungs­bes­tim­mend – anders als die offen­sichtliche Jugend der Fig­ur. Auch hier: check für Bai­ley! Die aufge­blasene Entrüs­tung über die kri­tis­chen Stim­men im Pub­likum, die sich doch nur empören wür­den, weil eine Afroamerikaner­in eine weiße Märchen­fig­ur spielt, sieht deshalb puren Ras­sis­mus am Werk, trifft aber eher einen wun­den Punkt bei Dis­ney selb­st – wenn man genauer hin­sieht.

Das sei kein wokes Spek­takel oder der Ver­such des „Black­wash­ings“, sagen die Vertei­di­ger des Haus­es mit der Maus. Dis­ney habe in Bai­ley eben die beste Beset­zung für die Rolle gefun­den und über­haupt: wer auf sowas wie kor­rek­te Farbe beste­he, sei ja wohl ein ganz schlim­mer Fin­ger! Die Beset­zung sei zufäl­lig und mit Anwen­dung des „Col­or­blind Cast­ing“ zus­tande gekom­men!

Das ist in der Kon­se­quenz hof­fentlich richtig und man kann Bai­ley nur den besten und schön­sten Erfolg mit dem Film wün­schen. Da Auge und Sinn bei mir sowieso nicht son­der­lich an Pig­menten inter­essiert sind, habe ich kein Prob­lem damit, dass es ab sofort auch eine weniger blasse, aber „echte“ Arielle gibt.

Ich frage mich nur, wenn Farbe wirk­lich keine Rolle spielt, warum hat Dis­ney der neuen, schwarzen Arielle dann die Haare rot gefärbt wie dem blassen Gin­ger-Orig­i­nal im Zeichen­trick? Ist die Haar­farbe kon­sti­tu­ierend für die Rolle, die Haut­farbe jedoch nicht? Und warum? Was stimmte nicht mit den schwarzen Haaren Bai­leys? Da ist es wieder, das mul­mige Gefühl: Unter der ver­meintlich pro­gres­siv­en Poli­tik und dem gold­e­nen Glanz von Hol­ly­wood tritt die Schein­heiligkeit her­vor, sobald man an der Ober­fläche kratzt: Ras­sis­ten, über­all!

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23 Kommentare

  1. Zum engeren The­ma noch: Nach den Kon­tro­ver­sen habe ich mir die “Ringe der Macht” dann doch ein­mal einge­zo­gen. Leicht ueber­be­lichteter Elb, Gal­adriel als “starke Frau” und Kriegerin, schwarze Zwer­gin ohne Bart mit Hosen an — fand ich aus unerfind­lichen Gru­en­den ertraeglich. Werde ich schwach?

    Im Gegen­satz dazu rollt allerd­ings jede aktuelle Pro­duk­tion aus den Uni­versen Star Trek oder ‑Wars mir bei aeusser­lich densel­ben Stereo­typen genau wegen diesen die Fuss­naegel auf. Sei es Dis­cov­ery oder die Ent­man­nung des Obi-Wan oder des alten Picard. Kaum ertraeglich und let­ztlich habe ich auch alle diese Serien nicht zu Ende gese­hen.

  2. Eigentlich beruht­ja der Film auf den Geschicht­en über die kleine Meer­jungfrau von H. C. Ander­sen, der sich sein­er­seits wiederum an den nordis­chen Leg­en­den über die Undi­nen ori­en­tierte.
    So gese­hen muss man bei der Beset­zung, von den Sangeskün­sten der guten Frau mal abge­se­hen, bei­de Augen fest zudrück­en.
    Naja, egal…
    Ich warte dann mal auf einen Herkules im Roll­stuhl und auf eine blauäugige Mulan mit blonden Zöpfen.
    Das wäre dann schön poli­tisch Kor­rekt.

  3. @Michael B.

    Ich soll zugeben, dass es andere Gründe für die DDR gab außer mil­itärischen Oppor­tunis­mus? Warum sind dann auch die baltischen Staat­en hin­ter dem eis­er­nen Vorhang ver­schwun­den? Warum hat Honeck­er denn auf Moskaus Geheiß Wal­ter Ulbricht zum Rück­tritt gezwun­gen? Wenn sich die Amerikan­er doch genau­so auf­führen wie die Russen, warum gab es dann keinen analo­gen BRD-Putsch? Warum sind die Russen dann nicht ein­fach aus der Ost­zone ver­schwun­den, wenn sie die DDR nach Ihren Worten “zehrte”? Sie wollen keinen Nutzen für die Russen darin sehen, dass die sich hier wieder aus­bre­it­en. Wirk­lich?

    Die haben die Ukraine über­fall­en, das wegen der wirren sow­jetis­chen Sied­lungspoli­tik voller Ver­wandter und ehe­ma­liger Kol­le­gen ist. Jemand, der so knall­hart gegen die eigene Ver­wandtschaft und Bekan­ntschaft vorge­ht, soll Ihrer Mei­n­ung nach aber Deutsch­land scho­nen. Aber wozu? Lieben die uns ein­fach mehr? Ach, nein, hier gibt es ja nichts zu holen, hier “zehrt” ja alles nur.

    “Patri­oten” sind jet­zt auf dem Niveau zu behaupten, dass wir deshalb keine Vertei­di­gung und keine Bünd­nisse brauchen, weil das Land eh nur an den Beherrschen­den zehre.

    Und Ihre zweite Posthälfte nimmt lei­der diesen Antifa-Ton an, dieses unles­bare Gestelzte. Beispiel: “Ziel­lose (cui bono!)”. Cui bono ist eigentlich eine FRAGE, über­set­zt mit “Wem nützt es?” Sie verse­hen es mit einem Aus­rufeze­ichen, um zu implizieren, dass es offen­sichtlich sein müsse, dass Ziel­losigkeit jeman­dem nützt.

    Ein Tipp: Wenn Sie irgend­was ana­lytis­ch­er haben wollen, bietet es sich an, klar zu for­mulieren.

    Ich kann höch­stens noch ent­nehmen, dass sie irgend­was am indis­chen Ver­hal­ten gut find­en. Den Jungs dort kann ich jet­zt schon ein bös­es Kar­ma prophezeien. So eine füt­ternde Hand, in die man beißt, kann einem auch mal eine scheuern. Von Ihrem dif­fusen Bipo­lar-Gerede kann ich able­sen, dass sie die wirtschaftlichen und mil­itärischen Kräftev­er­hält­nisse falsch ein­schätzen und die Kon­flik­te nicht ken­nen. Indi­en wird sich noch wun­dern, wie es ist, im Kon­flikt mit Pak­istan und Chi­na dann auch im Regen ste­hen gelassen zu wer­den. So viel zu ihrer dif­fusen “ver­mit­tel­nden Rolle”.

    Wir ste­hen jet­zt vor einem Lun­genentzün­dungswin­ter, der von einem Düngemit­telk­nap­pheit-Früh­jahr abgelöst wird (weil Atom­kraft gefährlich und die Förderung fos­siler Energien umweltschädlich seien), und die deutsche Antwort ist ein wirres Sek­tengeschwurbel nach dem andern!

    Die Prophezeiun­gen der Linken haben sich jet­zt selb­st erfüllt. Statt dass man mal Unsinn aus­räumt, ren­nen wir bald auf die Straße und fordern “Marx jet­zt! Jesus! Mah­di! Ufos! Amis raus!” Die AfD schaut auf Umfra­gen und sagt, ach, wenn der Höcke in der Talk­show sitzen kön­nte, kön­nte er auch endlich sagen, dass er Patri­ot ist und dass das Land so scheiße ist, dass es kein­er Geschenkt haben will, weshalb wir keine Vertei­di­gung und keine Ver­bün­de­ten brauchen.” Dann fliegen alle Herzen zur AfD!

    Übri­gens hat die britis­che Pre­mier­min­is­terin angekündigt, die Energiewende, die es dort auf niedriger­er Flamme auch gab, abzuwick­eln. Komisch, dass die Amerikan­er das zulassen. Vielle­icht liegt es daran, dass die Briten ein Wahlsys­tem haben, dass Kur­swech­sel nicht nur möglich, son­dern auch üblich macht. Wis­sen Sie, was die Deutschen hin­dert? Deutsche! Die Russen haben übri­gens unser Wahlsys­tem und das gle­iche Parteienkartell­szenario.

    Wenn sich nicht langsam mal eine vernün­ftige Kraft formiert, hin­ter der sich die Men­schen ver­sam­meln, wird dieses Land in einen Bürg­erkrieg nach libane­sis­chem Vor­bild stürzen. AUFWACHEN!

    • @Ben Gold­stein

      Ich weiss nicht, was Ihre Aggres­siv­i­taet fuer diesen Run­dum­schlag trig­gert. Bei dem angeschla­ge­nen Ton ergibt eine Unter­hal­tung kein­er­lei Sinn. Aber damit sind Sie nicht der Erste in diesen Zeit­en und nicht der Let­zte. Das

      > Wenn sich nicht langsam mal eine vernün­ftige Kraft formiert

      funk­tion­iert nur mit ver­nu­en­ftig agieren­den (hier, disku­tieren­den) Leuten. Will man das nicht, kann man selb­st nicht Teil ein­er solchen Kraft sein. Sie muessen also nicht schreien um damit laut­stark festzustellen, dass cui bono eine Frage ist. Das wis­sen sich­er die Leser hier. Ihr Welt­bild muss sehr zart sein, wenn es sich durch ein min­i­males rhetorisches Ele­ment in Form eines Aus­rufeze­ichen schon der­art her­aus­ge­fordert sieht.

  4. Die Russen hat­ten ja auch schon ein­mal die Pro­tokolle vom Prager Fried­hof geleakt. Die Weisen von Zion hat­ten diese Marotte, ihre Fried­hofs­be­suche abtip­pen zu lassen und schon hat­te man den Salat.

    Um mal auf den Artikel wieder einzuge­hen … Wenn Rus­s­land nicht beständig durch fin­stere Mächte aus­ge­blutet würde, hät­ten wir längst Wakan­da. Statt Erdgas kön­nten die heute schon Wasser­stoff-Flug­taxis an die eigentlich weisen Grü­nen liefern. Aber da ste­ht der Ami dage­gen. Der will seine Schrottmühlen hier loswer­den und ein ökol­o­gis­ches Flug­taxi wäre eine Gefahr für deren Herrschaft­sanspruch. Die wer­den ja auch ihr dreck­iges Frack­ing-Gas nicht anders los außer durch unseren Ruin. Nichts schre­it “Nach­frage erhöhen” wie “Abnehmer wirtschaftlich ruinieren”.

    Die Lesen auch ihren Joseph Schum­peter so wie ihn Deutsche lesen. Dem­nach freut sich immer der Chi­nese, wenn ger­ade was kaputt geht. Der Amerikan­er freut sich umso mehr, wenn er es ist, der was kaputt macht. Dol­lar­dol­lar­doller. Bling bling!

    Nie­mand sieht, wie bess­er wir es mit den Russen hät­ten. Obwohl die Sank­tio­nen gegen die nichts nützen und nur uns schaden, wollen die uns mit ein­er Gas­drosselung dazu nöti­gen, sie aufzuheben. Dann gin­ge es uns zwar bess­er, aber denen schlechter! Selb­st­los, hero­isch, rus­sisch! Wann haben die Amerikan­er das let­zte mal darum gebet­telt, dass wir Sank­tio­nen gegen sie aufheben, damit es uns bess­er und denen schlechter geht? Eben. Da sieht man mal, wie unl­o­gisch und niederträchtig die sind.

    • @Ben Gold­stein

      Man kann aus ein­er pro-amerikanis­chen Hal­tung her­aus iro­nisieren, meinetwe­gen. Allerd­ings gibt es nat­uer­lich nicht fehlzudeu­tende ver­gle­ich­bare amerikanis­che Aus­sagen die Realpoli­tik spiegeln, wie sie in Deutsch­land schon lange nicht mehr oef­fentlich — und ich befuer­chte auch in zu vie­len Koepfen zu viel­er Polit­darsteller selb­st — existiert. Z.B Fried­man 2015: https://www.youtube.com/watch?v=QeLu_yyz3tc.

      Soll und kann jet­zt nichts beweisen, aber die Ebene illus­tri­eren auf der hierzu­lande eben ueber­haupt nicht auch nur ange­fan­gen wird, zu disku­tieren. Das macht das RAND paper viel weniger spek­taku­laer, son­dern stellt es eher in eine Kon­ti­nu­itaet. Und solange man eine Bevoelkerung hat, die nicht wil­lens gehal­ten wird, reale Inter­essen zu erken­nen (nicht zulet­zt auch nicht ihre eige­nen) bleibt es halt schw­er.

      • @Michael B.
        Ist es nicht komisch, dass es soviel ein­fach­er ist, aus der “proamerikanis­chen Ecke” zu iro­nisieren als aus der Weit-Herge­holten-Speku­la­tio­nen-Ecke? Haben Sie mal daran gedacht, dass es daran liegt, dass es gen­uin lächer­lich ist, so zu tun, als müsste man Ursu­la von der Leyen oder Olaf Scholz eine Knarre an den Kopf hal­ten, damit die sinnlose Scheiße labern?

        Warum geht es uns denn nichts an, wenn sich die rus­sis­che Armee zurück in Rich­tung Deutsch­land gräbt? Die standen auch mal in Ost­deutsch­land mit bekan­nten Fol­gen. Ich lese die Kom­mentare von etlichen Leuten, die am lieb­sten die Ukraine sofort an die Russen aus­geliefert hät­ten und Polen als näch­stes; die in der Schw*nzlutscherei die einzige Vor­sorge gegen einen heißen Krieg in Deutsch­land sehen. Was genau würde denn die Russen aufhal­ten, wenn der böse Ami weg wäre und die Ostlän­der aus­geliefert wer­den? Opfert sich dann Björn Höcke? Wirft sich Alice Wei­del ins Gefecht? Wollen die “Patri­oten” Rus­sisch ler­nen? Rus­sisch für den Frieden? Plus frieren? Glauben Sie, die Russen haben noch nie gefroren, weil die eine kom­pe­tente Führungss­chicht hät­ten? Idioteneliten sind auch den Russen nicht fremd.

        Kann es vielle­icht sein, dass die Wei­del, der Chru­pal­la und der Höcke sehr wohl wollen, dass die Polen, die Ukrain­er, die Briten, die Amerikan­er und Him­mel und Hölle die rus­sis­chen Trup­pen aufhal­ten? Ist es nicht merk­würdig, dass man behauptet, die NATO-Erweiterung sei ein Fehler, obwohl man genau weiß, dass die Bun­deswehr vor den Russen kom­plett blank daste­hen würde, wenn die NATO sich nicht in den Weg leg­en würde? Natür­lich will man NATO-Län­der zwis­chen sich und den Russen, aber man kann ja ein­fach Scheiße labern. In Deutsch­land hat das näm­lich keine Kon­se­quenz, weil alle ein­fach nebeneinan­der herre­den und kein­er auf etwas einge­ht. Man will noch nicht ein­mal miteinan­der gese­hen wer­den. Dann kann man behaupten, Verkehr, Heizung und Dig­i­tales mit Wind­mühlen flächen­deck­end betreiben zu kön­nen oder man kann behaupten, dass eine Mini­wirtschafts­macht wie Rus­s­land wichtiger sei als fast der kom­plette Rest der Welt. Man kann das alles behaupten, weil man nie ein offenes Gespräch führen muss.

        Und das ist ein Prob­lem. Unsere Eliten sind so was von reif für eine Ablö­sung, aber in der Oppo­si­tion kopiert man wild jeden denkbaren Fehler, statt sich in Posi­tion zu brin­gen. Man gibt der Regierung ein­fach recht, dass der Ukrainekrieg die Schuld am Wirtschaftss­chaden habe, der durch die Covid-Maß­nah­men und die Energiewende vorher schon kom­plett abse­hbar war. Trotz der weit­eren “tech­nis­chen Prob­leme” tut man so, als wür­den die Russen jeden Moment sprin­gen, wenn wir die Ukrain­er nur ordentlich ans Mess­er liefern. Das kön­nen wir nur dum­mer­weise gar nicht, weil wir gar nicht viel für die machen. Aber unser Leid und die AfD-Pro­pa­gan­dav­er­stärkung kann ein weit­eres Druck­mit­tel sein gegen andere west­liche Staat­en. Es sei denn, dass sich die Polen und Tschechen und so weit­er genau­so asso äußern wie die Deutschen gegenüber den Ukrain­ern. “Lasst sie frieren! Ist nicht unser Prob­lem!” Das wäre dann deren Vertei­di­gung, wenn wir hier meinen, uns kom­plett isolieren zu kön­nen.

        Wir sind näm­lich mit­nicht­en “zu moralisch”. Wir haben eine Asso-Elite, die das Geld ander­er rauss­chmeißt, weil es ihnen am Heck vor­bei geht und nicht weil wir zu moralisch sind. Wir haben v.a. ein Asso-Prob­lem. Und der Boomerang kommt dum­mer­weise zurück. Das wer­den sowohl die Russen als auch unsere Eliten merken. Will die AfD jet­zt mit aller Gewalt das Asso-Prob­lem kopieren und damit provozieren, dass den Osteu­ropäern und — wenn wir blank sind, dem­nächst auch den Südeu­ropäern — egal ist, was mit uns passiert? Die verbinden mit “deutsch” näm­lich nur die elitäre Schul­meis­terei um Homo-Rasse-Ökolo­gie. Inter­essiert sich die AfD dafür, nach außen zu zeigen, dass es auch noch ein anderes Deutsch­land gibt?

        Der ganze Rus­sia-Today-Scheiß hat jet­zt so abge­lenkt, dass viel zu wenig Druck auf die Regierung aufge­baut wurde. Die sehen zwar den Unmut der Bevölkerung, wis­sen aber, dass das Volk konkret nur Strun­z­dumm ver­sus Strun­z­dumm wählen kann. Der Druck ist also min­i­mal. Und das hat die AfD ver­pen­nt. Achgut und Tichy kön­nen näm­lich auch nicht alles alleine stäm­men.

        Vielle­icht sollte Broder Alice Wei­del ein­mal ein­laden. Ich kann mich an ein sehr soft­es Inter­view mit Klaas Heufer-Umlauf erin­nern, in dem sie schon heil­los abgekackt war. Ger­ade weil sie mal nicht mit einem gren­zde­bilen Krawallinter­view­er kon­fron­tiert war, son­dern frei reden musste, war sie abgekackt. Sie hat ihre Stärken und find­et vielle­icht ihre Rolle im The­men­feld Steuern, Abgaben und Bud­getierung, aber wind­fest argu­men­tieren kann sie nicht.

      • @Ben Gold­stein

        (Kein Antwortlink unter Ihrem let­zten post­ing, also hier extra)

        Fand Ihr erstes post­ing gut (ich wuerde das auf den Punkt so beurteilen wie fuzzer:) und will mich gar nicht tief in Argu­men­ta­tion bzgl. pro oder con­tra US ein­graben.

        Nur soviel, ich sehe kein­er­lei Nutzen fuer Rus­s­land darin, dass es sich “zurück in Rich­tung Deutsch­land gräbt”. Hier zu sein, davon haben sie nichts. Sie wer­den wohl auch zugeben muessen, dass das let­zte Mal ganz andere Gru­ende dafuer bestanden. Und was sie daraus auch gel­ernt haben ist, dass das zehrt.
        Dage­gen kann es fuer Europa generell sehr wohl Gru­ende geben, sich bei der sich m.E. jet­zt langsam konkret abze­ich­nen­den min­destens bipo­laren Welt aehn­lich wie z.B. Indi­en als extra — auch ver­mit­tel­nder in viel­er­lei Hin­sicht — Block zu posi­tion­ieren. Nur ist das ger­ade durch den amerikanis­chen Ein­fluss schwierig.

        Wesentlich ist, dass wir diesen extrem brem­senden Schleim aus ide­ol­o­gis­ch­er Rhetorik ent­fer­nen koen­nen (ein Zeit­geist der m.E. gezielt geschaf­fen wurde) und endlich real disku­tieren. Ob Sie aus ein­er pro-US Hal­tung oder ich mit anderem Hin­ter­grund ist dage­gen voel­lig belan­g­los. Das auss­chliesslich Empo­erte ist der Stand jet­zt, es ste­ht in sein­er ganzen Charak­ter­is­tik und depres­siv­en Art und Weise ger­ade fuer die Stag­na­tion und das Ziel­lose (cui bono!). Auch das real Ana­lytis­che ist dem im Moment nahezu voll­staendig unter­ge­ord­net (im Prinzip ver­har­rt die kom­plette sog. alter­na­tive Oef­fentlichkeit dort), ohne jede unbe­d­ingt erforder­liche fol­gende syn­thetis­che Kom­po­nente, die endlich daraus fliessen muss.

  5. Ich höre da schon die Glock­en läuten, …nur aber die Kasse nicht mehr klin­geln. ..
    Net­flix ist abgeschmiert, Dis­nee schmiert ab, …alle gehen sodann den Weg von Ben’s & Jerry’s…
    Tschü ‑üs

  6. Erst, wenn wir George Clooney als MLK jr. und Lucy Liu den König von Wakan­da verkör­pert, nehme ich Dis­ney dieses Col­or­blind-Cast­ing ab.

      • Oder wenn Oprah Win­frey die junge Twig­gy spie­len wird. Ah, so viel Glam­our der Sechziger immer so!

        Michael Moore in der Haup­trol­le im Film über das Leben von Bar­ry White (der Soul­man nach Liebe jam­merte so lang er sang, ja und das war lang) wäre auch as colour­blind as colour­blind could pos­si­bly be.

  7. Zur Qual­i­fika­tion von Hol­ly­wood-Leuten fällt mir ein Witz ein, den der Komik­er Adam Car­ol­la gegenüber den Schaus­piel­ern Dustin Hoff­man und Gene Hack­man erzählt hat (mein Gedächt­nis­pro­tokoll):
    “Ich weiß, dass ihr ganz schön gut seid in dem, was ihr tut, aber seit der Har­vey-Wein­stein-Affäre wun­dere ich mich immer, warum das in anderen Branchen nicht so läuft. ‘Ich will Herzchirurg wer­den!’ Kein Prob­lem. Lutsch den Schwanz von dem fet­ten Juden!‘Und ich will eine Pas­sagier­mas­chine fliegen.’ Auch kein Prob­lem! Lutsch den Schwanz von dem fet­ten Juden!”

    Zur Qual­i­fika­tion unser­er Poli­tik­er wird oft ange­merkt, dass sie manch­mal keine Beruf­saus­bil­dung haben. Wie Bankkauf­frau Ulrike Her­mann im let­zten Post oder Diplom BWLerin Sabine Fritz mit ihrem “der Staat muss auch mal nehmen”-Tagesschaukommentar deut­lich gemacht haben wäre damit noch nicht die Kuh vom Eis. Man muss zu der Idee, die Beruf­ser­fahrung als Zugangsvo­raus­set­zung für ein Amt irgend­wie zer­ti­fizieren oder fest­stellen zu kön­nen, wis­sen, dass man sich an einem Symp­tom abar­beit­et, dass ohne­hin ver­schwindet, wenn man die rel­e­van­ten Kor­rek­turen vorn­immt. Das Prob­lem der beruf­s­losen Poli­tik­er gibt es in der franko­pho­nen oder anglo­pho­nen Welt über­haupt nicht und der Grund dafür ist, dass man schon ein so grauen­haftes Wahlsys­tem wie das deutsche haben muss, um diesen Schaden zu haben.

    Es gibt tausend Dinge, die es sich lohnen zu ändern, aber die Hölle naht und deshalb will ich auf den Kern ein­häm­mern. Genau­so wie die Grü­nen mit ihrer Energiespre­ich­er-Win­drad-Son­nen-Tech­nik den Fak­tor Zeit vol­lkom­men ignori­ert, ignori­eren Lib­er­al-Kon­ser­v­a­tive ihn bei der dro­hen­den poli­tisch-ökonomis­chen Bruch­landung.

    1. Die AfD wird nicht vor der Energiekrise-Insol­venz-Börsen­crash-Infla­tions-und so weit­er-Welle die absolute Mehrheit im Bun­destag errin­gen und alle Ämter mit Genies beset­zen.
    2. Keine Abspal­tung der AfD wird eine absolute Mehrheit errin­gen und Wun­der wirken.
    3. Keine Parteineu­grün­dung wird aus dem Blauen eine absolute Mehrheit errin­gen und Wun­der wirken.
    4. Keine der alten Parteien wird Fehler ein­räu­men und umkehren.
    5. Das einzige einiger­maßen real­is­tis­che Szenario ist, dass (hof­fentlich friedliche) Proteste die Regierung zum Rück­tritt drän­gen, Scholz G’tt im Herzen hat und abtritt und Neuwahlen unter besseren Bedin­gun­gen stat­tfind­en. Diese besseren Bedin­gun­gen müssen bere­its in den Protesten geäußert wer­den, damit wir nicht wieder mit pseu­do-tak­tis­chen Über­legun­gen an die Wahlurne schre­it­en wie “Ja, die CDU ist oppor­tunis­tisch, aber wenn wir den Merz nicht wählen, gewin­nt der Lind­ner und dann wird alles noch viel, viel oppor­tunis­tis­ch­er.”

    Wir brauchen direkt wählbar­er Ämter für die wichtig­sten Krisen­felder. Es gäbe noch tausende andere wichtige Stellschrauben, aber das Wichtig­ste, was die Leute ver­ste­hen müssen, ist, dass es beim Wählen nicht nur auf die Mei­n­ung ankommt, son­dern auch auf das Know-How. Ich will z.B., dass wir die Öl- und Gaskonz­erne ermuti­gen, die För­der­menge zu erhöhen, während wir uns um den Bau von Kernkraftwerke bemühen. Ich bin aber defin­i­tiv nicht die kom­pe­ten­teste Per­son dafür. Ich will, dass jemand von einem Kaliber wie Frank Hen­nig, Fritz Vahren­holt oder vielle­icht ein Unbekan­nter, der sich um eine solche Auf­gabe bemüht, das macht. Fern­er wäre es sin­nvoll, wie bei eini­gen Richter­wahlen in den USA üblich, auf die Nen­nung von Parteina­men auf den Wahlzetteln zu verzicht­en. Nie­mand sollte sich an der Beset­zung aller öffentlich­er Ämter beteili­gen und bei der Wahl der Repräsen­tan­ten für die Auf­gaben, von denen man etwas ver­ste­ht, ken­nt man ohne­hin den Namen des favorisierten Kan­di­dat­en. Wenige informierte Wäh­ler ver­lei­hen eine höhere Legit­im­ität als viele Meine-Gruppe-um-jeden-Preis-Anhänger­schaften.

    Schon heute wer­den Min­is­te­rien vom Bun­destag geschaf­fen, aufgelöst, bud­getiert und umge­baut. Nur die Beset­zung des Leit­ers, des Min­is­ters, sollte schnell zum Wahlakt gemacht wer­den. Ein bösar­tiger Bun­destag kön­nte ein Min­is­teri­um nach ein­er unlieb­samen Wahl zwar rapi­de wieder abräu­men, aber vielle­icht beherrscht man sich in der Krise jet­zt auch mal. Wie gesagt, wären noch andere Stellschrauben wichtig, aber für den Anfang muss die direk­te Wählbarkeit tra­gen­der Rollen, also der Min­is­ter, her. Der Fokus muss jet­zt darauf liegen, kom­pe­tente Leute einzubrin­gen. An der Stelle muss ich noch ein­schieben, dass ich für Plebiszite bin, aber nur als Ergänzung. Mein­er Mei­n­ung nach wer­den sie über­schätzt und man braucht auch und vor allem Leute, die sich in Sachen tief einar­beit­en.

    Neben den Krisen, die mehr und mehr Leute bere­its jet­zt auf dem Schirm haben, dro­hen weit­ere externe Schocks. Chi­na ist pleite und die Führung kön­nte zur Ablenkung ein mil­itärisches Aben­teuer gegen Tai­wan starten. Der Iran kann mit seinem Kern­waf­fen­furor Israel zum Präven­tivschlag nöti­gen. Azer­bai­jan und Arme­nien sind ständig im Krach. Die Türkei ist zwar ger­ade mit sein­er Bayrak­tar in der Ukraine für den West­en stark, aber Erdo­gan ist ins­ge­samt sehr insta­bil und kön­nte über­raschend die Fah­nen wech­seln. Es kriselt beständig mit Griechen­land und der Sek­tenkult um Erdo­gan ste­ht dem um Putin in nichts nach. Die EU-Staatss­chuldenkrise und die Ret­tungss­chir­mverpflich­tun­gen sind mit­nicht­en gelöst. Wir brauchen ver­mut­lich einen Bun­des­bankpräsi­dent, der den Euro­raum entkop­peln kann. Es ist jet­zt also vieles aufge­laufen und wir wer­den es mit den bish­eri­gen Arrange­ments nicht stem­men kön­nen. Wir haben zu lange zu tief ver­schlafen.

    Nun wer­den Zyniker sagen, dass eine solche Änderung zum Besseren unwahrschein­lich sei und sie haben recht. Es ist aber der am wahrschein­lich­sten gang­bare Pfad. Ich lasse mich gerne kor­rigieren und bin auf Vorschläge ges­pan­nt, aber alle anderen Optio­nen wirken auf mich noch unre­al­is­tis­ch­er. Ich bin nicht Mis­ter Alter­na­tiv­los. Wir kön­nten auch Har­vey Wein­stein an den Ein­gang des Bun­destags stellen und alle mal lutschen.

    • Hmmm, es geht hier aber um Kul­tur und um deren Def­i­n­i­tion als Kampf gegen irgend Ras­sis­mus der bösen Weißen, so definiert von linken Aktivis­ten; es geht hier jedoch grad nicht so sehr um Poli­tik.

      “Pol­i­tics is down­stream from the cul­ture”, sagt Ben Shapiro.

    • Danke ein­mal fuer den sim­plen Fakt des Ver­suchs eines Entwurfs ohne ein­fach nur zu Herumzumeck­ern. Das ist sehr sel­ten hier im Land der Nichtre­al­analy­se/-poli­tik und Empoerungswelt­meis­ter. Ich werfe hier ein­mal etwas Fut­ter zu den Ein­fluessen ein, ver­linkt im schwedis­chen “Nya Dag­bladet”:

      https://nyadagbladet.se/utrikes/shocking-document-how-the-us-planned-the-war-and-energy-crisis-in-europe/

      Das wesentliche dort betra­chtete Doku­ment:

      https://nyadagbladet.se/wp-content/uploads/2022/09/rand-corporation-ukraina-energikris.pdf

      Also wenn das echt ist (ich bezwei­fle es fast, weil eigentlich schon zu gut passend — aber RAND nimmt oefter kein Blatt vor den Mund), dann weiss ich auch nicht…

      An den Betreiber: Bitte nicht als Anfang des Abwurfs von Ver­schwoerungs­the­o­rien inter­pretieren. Ich bin dahinge­hend eher vor­sichtig. Aber das hat mich gle­ichzeit­ig fasziniert und abgestossen. Wie der sprich­woertliche Unfall, von dem man nicht die Augen abwen­den kann.

  8. Wenn Afrikan­er einen Konz­ern wie Dis­ney auf die Beine stell­ten, also ein gewiss­er afrikanis­ch­er Fun­dus an Über­liefer­un­gen und Stof­fen bestünde, und dann darin Haup­trollen mit Weißen beset­zten, würde ich dies (“Weißer Kaukasi­er”), und ich glaube beileibe nicht nur ich, als falsch und vol­lkom­men degoutant empfind­en.
    Gibt es im spiegel­bildlichen Fall (also in der Real­ität), Stim­men aus dem “bevorzugten Lager”, die dies entsprechend so sehen? Diesen Men­schen gehört(e) meine Sym­pa­thie!

    • Ann Boleyn höch­st­per­sön­lich, also sofern sie etwas später noch gelebt hätte um Shake­spear­es The­ater­stücke zu erleben, hätte das freilich so gese­hen, aber aus ganz anderen Grün­den. Sie hätte es unge­fähr so aus­ge­drückt, als Kind ihrer Zeit:
      “Ähm, skin-colour-?, was soll das sein?, ja beset­zt doch den Mac­beth mal mit einem stro­hblonden Hünen anstatt mit einem schwarzhaari­gen Düster­ling der aussieht als käme er aus Sizilien oder Kon­stan­tinopel, und beset­zt den Oth­el­lo mal so, dass es zu dem passt was er sagt. Wenn ihr keinen find­et der rgend­wie dun­kler aussieht als ich, ja dann schminkt ihn halt. Ich schminke mich ja auch wenn ich tanzen gehe!”

      Wom­it Ann Boleyn, also höch­st­per­sön­lich jet­zt und nicht als Rolle, voll die Anti­ras­sis­mus-Kat­e­gorie des selt­samen 21. Jahrhun­derts ver­passt hat, denn ‘Rasse’ hat die Leute im 16. Jahrhun­dert so was von über­haupt nicht inter­essiert. Warum nicht: Weil es völ­lig irrel­e­vant war. Es gab ja ‘weiße’ Sklaven en masse, fast jed­er Ire von der Küste kon­nte bericht­en wie Araber und Sarazenen seit Jahrhun­derten die Iren an den Küsten wegfin­gen um sie auf ihren Sklaven­märk­ten zu verkaufen. Hat­te das irgend was mit ‘Rasse’ zu tun?, nichts und wieder nichts.
      Erst die zeitlich und örtlich sehr lim­i­ti­tierte Erfahrung der USA mit Sklaverei hat daraus etwas mit ‘Rasse’ gemacht. Weswe­gen uns heute die Moral­is­ten mit dem sat­test Falschesten des Aller­falschesten die Köpfe zuk­leis­tern.

      À pro­pos!, der Darstel­lerin der Meer­jungfrau Arielle ste­hen diese hen­naroten Harre ja so über­haupt gar nicht. Ah wie schlimm; man hat einen Hip­pie aus ihr gemacht.

      • Da sind wir uns ja ein­mal ziem­lich eins Roger.
        Vor ein paar Tagen hat­te ich diesen post dazu auf FB geschrieben.

        “Much ado about noth­ing
        In den USA und auch jet­zt hier in Ger­money ist offen­bar eine Art “Krieg um Arielle die kleine Meer­jungfrau” ent­standen
        Mir per­sön­lich geht dieser ganze “wok­e­ness” Kram ein wenig auf den Senkel. Man kann alles (auch Dinge, die eigentlich vom Prinzip her OK sind, wirk­lich auch übertreiben.
        Ich bin auch kein Dis­ney Fan und eigentlich kön­nte es mir ja ziem­lich egal sein.
        Disney’s neue “Arielle” wird von der afroamerikanis­chen Sän­gerin Halle Bai­ley dargestellt und das löste offen­bar Ver­stim­mung bei den einen und Begeis­terung bei anderen aus.
        Man muss sich hier­bei aber auch im Klaren sein, dass es in den USA noch immer (vor allem im Süden) ein enormes ras­sis­tis­ches Poten­tial gegenüber POCs gibt. Die USA sind nicht über­all so wie in NYC oder Frisco, es gibt da auch noch ganz andere Gegen­den.
        Da ich sehr viele Amerikan­er kenne und auch die dor­ti­gen Medi­en lese, weiß ich, dass diese eigentlich doch recht harm­lose Angele­gen­heit, fast schon eine Art von kleinem medi­alen Bürg­erkrieg aus­gelöst hat­te.
        Es ist wahr, dass Hans Chris­t­ian Ander­ssen die Orig­i­nalgeschichte wohl in Däne­mark platziert hat­te. Ander­ssen war Däne und weiß. Ob er beim Schreiben seines Märchens über­haupt irgen­deine Haut­farbe der kleinen Meer­jungfrau im Sinn hat­te ist mir nicht bekan­nt. Da Ander­ssen selb­st weiß war und im kolo­nialen Europa lebte, kön­nte es sein, dass sich ihm diese Frage gar nicht stellte, denn die meißten Men­schen der damli­gen Zeit in Europa kan­nten ver­mut­lich keine Afrikan­er. Auch in den meis­ten Kinder­buchillus­tra­tio­nen sowie in dem ersten Dis­ney-Zeichen­trick­film war Arielle weiß. Das mag wohl so sein.
        Aber es gab ja auch schon genug weiße Arielles und deswe­gen finde ich es wirk­lich keinen Wel­tun­ter­gang, wenn die kleine Meer­jungfrau jet­zt mal schwarz ist.
        Man hat­te sich ja auch nicht über den schwarzen Vulka­nier „Tuvok“ aufgeregt, obwohl die Vulka­nier in den ersten Star Trek Serien alle weiß waren. Nie­mand hat­te sich ereifert und darauf bestanden, dass Vulka­nier als Weiße dargestellt wer­den müssen.
        Viele afroamerikanis­che Kinder haben in Kinder­fil­men und ‑büch­ern nicht genü­gend pos­i­tive Iden­ti­fika­tions­fig­uren. Manche bekom­men noch heute im Schu­lall­t­ag, die ganze Zeit von ihren weißen Klassenkam­er­aden den ganzen Schul­t­ag nichts anderes erzählt, als dass sie häßlich wären. Man kann sich die daraus resul­tierende Ein­samkeit und Aus­ge­gren­ztheit von vie­len schwarzen amerikanis­chen Kids (vor allem dann, wenn sie nicht in mul­ti­kul­tur­alen Großstädten aufwach­sen) gar nicht vorstellen.
        Ich hat­te auch ein Video gese­hen, auf dem man sehen kon­nte, wie sehr sich ein kleines afroamerikanis­ches Mäd­chen darüber gefreut hat­te, dass Arielle mal aus­nahm­sweise ihre Haut­farbe hat­te. Das strahlende Gesichtchen der Kleinen (und ich denke auch von vie­len anderen afroamerikanis­chen Kids). als sie „ihre“ Arielle sah, die ihre Haut­farbe hat­te, ist eigentlich bere­its ein guter ja sog­ar sehr guter Grund dafür, dass Arielle auch dur­chaus mal schwarz sein kann zudem Halle Bai­ley eine wirk­lich wun­der­schöne Frau mit ein­er wun­der­vollen Singstimme ist.” Meer­jungfrauen sind ja auch eigentlich mys­tis­che Wesen, nie­mand hat je eine gese­hen (und daran wird sich ver­mut­lich auch nichts ändern) und vielle­icht entspricht die Haut­farbe bei solch mys­tis­chen Wesen, sowieso nicht der­jeni­gen von Men­schen. Deshalb: A black Ariel? Why not!”

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