Wir wis­sen, sie lügen.
Sie wis­sen, sie lügen.
Sie wis­sen, dass wir wis­sen, sie lügen.
Wir wis­sen, dass sie wis­sen, dass wir wis­sen, sie lügen.
Und trotz­dem lügen sie weit­er.
(Alexan­der Solsch­enizyn)

Hören Sie es auch, liebe Leser? Dieses dröh­nende Schweigen, diese beredte Stille, wenn es um das geht, was Twit­ter in Zusam­me­nar­beit mit ein­er Hand­voll unab­hängiger Jour­nal­is­ten seit eini­gen Tagen häp­pchen­weise ans Tages­licht befördert? Natür­lich bericht­en die soge­nan­nten neuen Medi­en, natür­lich ist die Aufmerk­samkeit auf Twit­ter groß, wenn Bari Weiss, Matt Taib­bi und Michael Shel­len­berg­er das näch­ste Knäul Unge­heuer­lichkeit­en anhand der inter­nen Kom­mu­nika­tion auf­dröseln, aber son­st? Kein Bren­npunkt, keine Son­der­sendung, keine Empörung, nir­gends. Skan­dal? War da wirk­lich was? Aber sich­er doch! Der Spiegel weiß zu bericht­en, dass Musk auf Twit­ter gegen die Alpha­bet-Leute und den über alle Zweifel erhabenen US-Lauter­bach Fau­ci „het­zt“, wenn er twit­tert „Meine Pronomen sind: stellt ihn vor Gericht/Fauci“. Auf die Idee, der Tweet könne eine Andeu­tung in Rich­tung weit­er­er Enthül­lun­gen sein, kommt der Spiegel nicht. Son­st ist wenig Rel­e­vantes über die Veröf­fentlichung von Twit­ter-Inter­na zu find­en im Ham­burg­er Hal­tung­sor­gan. Und nicht nur dort.

Zwar berichtet man über­all gern über die erratis­che Per­son­alpoli­tik Musks bei Twit­ter. Auch darüber, dass die US-Regierung angekündigt hat, mal genauer (und ohne Anlass außer dem Offen­sichtlichen) in Musks sämtliche Unternehmen zu schauen und auch dazu, dass „Rock­et Man“ Elton John Twit­ter wegen dieses anderen „Rock­et Man“ den Rück­en kehrt, find­et man was. Auch die Dro­hung der EU-Kom­mis­sion, Twit­ter in der EU auszuknipsen, sollte man sich dort nicht wieder auf den recht­en Pfad – also zu Überwachung und Unter­drück­ung unlieb­samer Mei­n­un­gen ­– zurück­begeben, wird genüsslich filetiert. Die Macht zeigt die Instru­mente und unsere Medi­en beschreiben lieber deren kaltschauern­des Blinken, statt sich über Lügen und die Ver­let­zung von Bürg­er­recht­en aufzure­gen.

Was bisher geschah

Fasst man zusam­men, was bish­er bekan­nt wurde, haben sich bei Twit­ter über die Jahre bes­timmt Mech­a­nis­men etabliert, die sich schon aus der Struk­tur des Per­son­als fast zwangsläu­fig ergeben. Es brauchte also keine Kon­spir­a­tion, keine steuernde Instanz, um mit poli­tis­ch­er Schlag­seite zu löschen, zu unter­drück­en und zu sper­ren. Man dachte gle­ich, man stellte einan­der ein, hielt die gle­ichen Dinge für rel­e­vant oder gefährlich.

Also unter­drück­te man aktiv die Geschicht­en über das Lap­top von Hunter Biden, obwohl man wusste, dass es echt und keineswegs ein „Russ­ian Hack“ war. Man „mod­erierte“ aktiv ins­beson­dere kon­ser­v­a­tive Stim­men und benutzte dazu Werkzeuge wie „von der Suche auss­chließen“ oder „Sicht­barkeit fil­tern“ – let­zteres als Euphemis­mus für das medi­al grif­figere, aber stets geleugnete „Shad­ow­ban­ning“. Es gab Schwarze Lis­ten und die Prax­is, dass Geheim­di­en­ste und Bun­de­spolizei im Twit­ter-Haup­tquarti­er ein und aus gin­gen. Min­destens ein ehe­ma­liger FBI-Anwalt, Jim Bak­er, arbeit­ete auch gle­ich dort und ver­suchte noch bis zulet­zt, brisantes Mate­r­i­al zurück­zuhal­ten, das aus­gerech­net er an Matt Taib­bi und Bari Weiss weit­er­leit­en sollte. Man sper­rte beson­ders reich­weit­en­starke Accounts ohne Angabe von Grün­den, nur weil dem Mod­er­a­tionsteam die Mei­n­un­gen nicht passten. Manche Ein­griffe waren so exk­lu­siv, dass das SIP-PES Team (Site Integri­ty Pol­i­cy, Pol­i­cy Esca­la­tion Sup­port) nicht mal Spuren im Pro­tokoll hin­ter­lassen musste. Es gab also Mitar­beit­er bei Twit­ter, die qua­si im „God Mode“ unter­wegs sein kon­nten. Kurz, und um ein Bild zu ver­wen­den, das dem ÖRR-Zwangszahler geläu­fig ist: Man kann die Redak­tio­nen nicht zu 90% mit linken Aktivis­ten beset­zen und eine Talk­show zur besten Sendezeit erwarten, in der die Vorzüge des Kon­ser­vatismus erörtert wer­den.

So gese­hen sind die Abläufe, die zur spek­takulären Sper­rung von Trump auf Twit­ter führten, für die Beteiligten abso­lut fol­gerichtig. Ganz im Neusprech-Stil von „1984“ war Vijaya Gadde, die ehe­ma­lige Chefin der Rechtsabteilung von Twit­ter, in Teil fünf der Twit­ter­saga dabei, Recht zu beu­gen, als im Ver­lauf des 8. Jan­u­ar 2021 der Twit­ter­ac­count des amtieren­den US-Präsi­den­ten „endgültig“ ges­per­rt wurde. Das Prob­lem war, dass man nicht wusste, wie man das begrün­den sollte. Trump hat­te am 8.1.2021 zwei Tweets abge­set­zt. Im ersten adressiert er die „Patri­oten“, seine 75 Mil­lio­nen Wäh­ler, die auch in der Zukun­ft eine „gigan­tis­che Stimme“ haben würde und im zweit­en ver­sicherte er, am 20. Jan­u­ar nicht der Inau­gu­ra­tion Bidens bei­wohnen zu wollen. Übertrei­bun­gen und Anze­ichen, dass er ein schlechter Ver­lier­er ist, kön­nte man sagen. Aber eben nichts, was gegen Geset­ze oder Twit­ter-Regeln ver­stößt.

Seit dem 6. Jan­u­ar war der Druck auf Twit­ter von innen wie von außen gestiegen, Trump zu sper­ren. Doch selb­st intern regte sich noch Wider­stand im Team: „Vielle­icht, weil ich aus Chi­na komme“, sagte ein Mitar­beit­er am 7. Jan­u­ar, „ich ver­ste­he zutief­st, wie Zen­sur den öffentlichen Diskurs zer­stören kann.“ Doch solche Stim­men waren in der Min­der­heit. Es komme darauf an, das richtige zu tun und das sei die Sper­rung von Trumps Twit­ter­ac­count. Wenn man ihm nur irgend­was nach­weisen kön­nte, was nach Aufwiegelung zur Gewalt aussieht. Zwar ließ man direk­te Gewal­tan­dro­hun­gen in der Ver­gan­gen­heit gern durchge­hen, wenn sie etwa von Aya­tol­lah Khamenei, dem Präsi­den­ten von Nige­ria oder den Pre­mier­min­is­tern von Äthiopi­en und Indi­en ging, an Trump jedoch sollte ein Exem­pel sta­tu­iert wer­den. Lei­der fand das Mod­er­a­tionsteam rein gar nichts, nicht mal „codierte Sig­nale“, die man irgend­wie in diese Rich­tung hätte deuten kön­nen.

Die Chefe­tage musste helfen und Vijaya Gadde half. Nutze Trump nicht Begriffe wie „amerikanis­che Patri­oten“ und „unfair behan­delt“? Lässt sich da nicht was kon­stru­ieren? Dem Mitar­beit­er gefiel der Hin­weis, er wolle gle­ich sein Team zurate ziehen und eine Umfrage starten, doch Gadde hielt das nicht für nötig. Warum diese Sache nach außen tra­gen, Zeit ver­lieren und schlafende Hunde weck­en? Außer­dem weiß man ja nicht, wie solche Umfra­gen aus­ge­hen… Also arbeit­ete man mit dem, was man hat­te: wer „Patri­ot“ sagt, führt übles im Schilde! Denn wenn man die „75 Mil­lio­nen“ in Trumps Tweet ein­fach aus­blendet, bezog sich der Begriff „Patri­oten“ ja vielle­icht auf die Ran­dalier­er im Kapi­tol und nicht auf die Wähler…kann das nicht „Ver­her­rlichung von Gewalt“ sein? Das war die Lösung! Nur kon­nte man das nach außen schlecht als Regelver­stoß verkaufen. Man entsch­ied sich also, den Tweet nicht so zu inter­pretieren, wie er geschrieben, son­dern so, wie man ihn ver­standen wis­sen wollte, um die Löschung des Accounts zu recht­fer­ti­gen. Die öffentliche Begrün­dung war aben­teuer­lich, aber geschickt for­muliert:

„Nach einge­hen­der Prü­fung der jüng­sten Tweets des @realDonaldTrump-Accounts und des Kon­textes, in dem sie ste­hen — ins­beson­dere wie sie auf und außer­halb von Twit­ter aufgenom­men und inter­pretiert wer­den — haben wir den Account auf­grund des Risikos ein­er weit­eren Auf­s­tachelung zur Gewalt dauer­haft ges­per­rt.“

Kein Regelver­stoß also, son­dern ein nicht quan­tifiziertes Risiko, dass es in Zukun­ft einen solchen geben könne. Twit­ter arbeit­ete mit selb­st geschnitzten „Minor­i­ty Reports“ und begrün­dete die daraufhin ver­hängte Zen­sur eines im Amt befind­lichen Präsi­den­ten mit Tat­en, die der zwar nie began­gen hat­te, die man ihm aber müh­e­los zutraute. Wie tief viele die Aus­dün­stun­gen des eige­nen Geistes inhaliert hat­te, erken­nt man in der Ret­ro­spek­tive auch an For­mulierung wie jen­er im Spiegel, wo man die Argu­men­ta­tion Twit­ters wider­spruch­s­los über­nahm:

„…Trumps Hin­weis, dass er selb­st nicht an der Verei­di­gungsz­er­e­monie teil­nehme, könne für jene, die möglicher­weise Gewalt­tat­en in Betra­cht zögen, als Ermu­ti­gung dienen, »dass die Verei­di­gung ein ›sicheres‹ Ziel sei«, weil Trump selb­st dort nicht anwe­send sei.“ Trump kann sich also aus­suchen, ob er durch An- oder Abwe­sen­heit für Aufruhr sorgt und der Kon­junk­tiv – son­st bei allen aktivis­tis­chen Presse­heraus­bla­sun­gen längst ver­pönt – feierte seine absichtsvolle Wieder­aufer­ste­hung.

Natür­lich wussten wir das alles. Wussten von Shad­ow­ban, Vorurteilen und Aktivis­mus mit poli­tis­ch­er Schlag­seite. Aber nun liegen Beweise dafür vor, dass vieles von dem, was leichthin als Ver­schwörungs­the­o­rie abge­tan wurde, sich tat­säch­lich so abge­spielt hat. Doch lei­der gewin­nt hier nur der Trotz des „ich hab’s euch doch gesagt“, ohne dass sich daraus für den Zus­tand der Mei­n­ungs­frei­heit langfristig etwas zum Besseren wen­den muss. Das ist zumin­d­est meine Befürch­tung.

Alles schon tausendfach gehört

Man muss sich nur die Reak­tio­nen anse­hen, denn die bleiben zumin­d­est bis­lang weit­ge­hend aus. Wo es sie gibt, reichen sie von „Alles schon tausend­fach gehört!“ (Ja, von uns!) bis „was soll daran schlimm sein?“. Nur bestätigt dür­fen sich nun bei­de Seit­en fühlen. Die einen, weil sie geah­nt hat­ten, wie sie zen­siert wur­den, die anderen, weil sie gehofft hat­ten, dass so zen­siert wird und nicht ein wild gewor­den­er Algo­rith­mus dafür ver­ant­wortlich ist. Gewusst hat es am Ende jed­er und weil die Ahnung gewon­nen hat und die Hoff­nung starb, sind bei­de Seit­en ent­täuscht. Keine Hand streckt sich über den Graben zur anderen Seite, kein „wir lagen falsch“ oder „jede Zen­sur ist eine Riesen­sauerei“ leit­et Ver­ständ­nis ein. Die Fron­ten sind viel zu ver­härtet. So hart, dass nicht ein­mal die Reste ein­er jour­nal­is­tis­chen Sorgfalt­spflicht oder die lock­ende gute Sto­ry es schaf­fen, dass sich die soge­nan­nten Leitme­di­en ern­sthaft mit dem Sumpf befassen, zu dem Twit­ter her­abge­sunken war.

Man möge sich übri­gens keine Illu­sio­nen darüber machen, dass es bei anderen Tech-Unternehmen frei­heitlich­er zuge­ht. Face­book, YouTube, Google und Microsoft ste­hen unter der­sel­ben Kura­tel wie Twit­ter und Tik­Tok sog­ar direkt unter dem Stiefel der Kom­mu­nis­tis­chen Partei Chi­nas. Die Frage ist also, was geschieht jenen Net­zw­erken, die solche poli­tis­chen Ein­flüsse abzuschüt­teln ver­suchen, wie Twit­ter dies ger­ade tut?

Die Dro­hun­gen sind aus­ge­sprochen und die Lügen gehen weit­er. Als sei Twit­ter nicht schon immer ein Höl­len­loch gewe­sen, wo sich Aufmerk­samkeits­de­fiz­it und Per­sön­lichkeitsstörung gegen­seit­ig nieder­brüllen, erk­lären Poli­tik und Medi­en die Plat­tform nun zum ver­lore­nen Safe­space, den man umge­hend ver­lassen müsse. Kün­stler und Poli­tik­er über­bi­eten sich mit drama­tis­chen Abgän­gen, weil bei­de dem Trugschluss unter­liegen, es würde nicht über sie gere­det, wenn sie nicht die The­men set­zen. In ihrem Bestreben, die Bedeu­tung der Plat­tform auszutrock­nen, wer­den sie aber selb­st Bedeu­tungsver­luste erlei­den und entwed­er zurück­kehren, oder, wenn sie Poli­tik­er sind, destruk­tiv han­deln.

Die EU-Kom­mis­sion weist hier die Rich­tung, in die sich müh­e­los jede Regierung bewe­gen kann, der die zurück­ge­wonnene Mei­n­ungs­frei­heit auf Twit­ter ein Dorn im Auge ist: Man kann jede Plat­tform mit Hin­weis auf staatlich­es oder mul­ti­lat­erales Recht abschal­ten. Und was der EU eine schwammige Def­i­n­i­tion von „Hate Speech“ und Deutsch­land das Net­zDG ist, ist ein­er anderen staatlichen Autorität eben die Scharia oder ein rev­o­lu­tionäres Bedürf­nis oder ein Gesetz, das ver­bi­etet, bei Mond­schein über Peter­silie zu reden. Der heftige Dämpfer, den die ökonomis­che Glob­al­isierung in ihrer mark­twirtschaftlichen Aus­prä­gung durch den wuch­ern­den Etatismus ger­ade erfährt, kön­nte sich auf die weltweite Kom­mu­nika­tion aus­dehnen.

Die Frei­heit, sich über Lan­des­gren­zen und Sprach­bar­ri­eren hin­weg auszu­tauschen, war vielle­icht nur eine schöne, aber kurze Illu­sion, die auf der einen Seite zu stark kom­merzial­isiert und auf der anderen ideologisch/politisch zu stark eingeschränkt und einge­hegt wurde. Sollte es Twit­ter dann noch geben, wird man vielle­icht nicht nur in Chi­na oder dem Iran eine VPN-Verbindung brauchen, um dort lesen und schreiben zu kön­nen. In Deutsch­land allerd­ings kön­nte es dem­nächst schon am benötigten Strom man­geln, um sich dort umse­hen zu kön­nen. Warten wir mal ab, ob uns Stro­maus­fälle bald als Schutz­maß­nahme vor dem bösen Twit­ter-Raketen­mann verkauft wer­den und denken Sie beim Has­sen und Het­zen auch immer auf ihren CO2-Fußab­druck, liebe Leser!

Übri­gens nimmt die Berichter­stat­tung über die Twit­ter-Files zumin­d­est in den USA etwas Fahrt auf. Nur lei­der in die falsche Rich­tung: die Wash­ing­ton Post ver­sucht, das Fram­ing neu zu justieren und erk­lärt die freien Jour­nal­is­ten Matt Taib­bi (ehe­mals Rolling Stone) und Bari Weiss (ehe­mals NYT) zu Kon­ser­v­a­tiv­en. Wom­it wir wieder beim Ein­gangsz­i­tat von Alexan­der Solsch­enizyn wären.

Vorheriger ArtikelGerüchte über mein Ableben sind stark übertrieben
Nächster Artikel2022 – Jahr des Doppeldenk

7 Kommentare

  1. Peter­silien­wurzel: bringt den Mann aufs Pferd und die Frau unter die Erd. Nicht umson­st hießen die ein­schlägi­gen Strassen im Mit­te­lal­ter “Peter­silien­gasse” (wobei offen blieb, welche Hälfte des Spruchs denn gemeint war).
    … und ein Schelm, wer zu Zeit­en der Dobbs-vs.-Jackson-Entscheidung des amerikanis­chen Bun­des­gerichts denn Bös­es dabei denkt.
    Bös­es indes denkt die amerikanis­che Bun­desregierung — und tut dies auch kräftig, indem sie ein Gesetz, das Schwan­geren­ber­atung in einem bes­timmten Radius rund um Abtrei­gungskliniken ver­bi­etet, nun zu selek­tiv­en Ver­fol­gung der­jeni­gen Amerikan­er aus­nutzt, die ihre poli­tis­che “Pro-Life”-Einstellung (ihre Geg­n­er­schaft zur Abtrei­bung bis zur Geburt) wagen öffentlich kundzu­tun. Aus Rache für die Entschei­dung des ober­sten Gerichts. Also, die Regierung rächt sich am Ver­fas­sungs­gericht, und die Abtrei­bungs­geg­n­er sind das Mit­tel dazu, wohlge­merkt.
    Die Peter­silie allein ist es also nicht — aber ein ähn­lich­es Rede­ver­bot existiert dur­chaus…

  2. Hier wun­dert sich jemand, weil Men­schen sich in Phasen entwick­eln. Nach der Pubertät fol­gt beispiel­sweise die Kon­for­mität. Daher ist das Ver­hal­ten inner­halb von Twit­ter eigentlich nicht über­raschend. Denn jede Sek­te funk­tion­iert nach diesem Prinzip. Da in der Kon­for­mität das Gefühl Zuge­hörigkeit den Selb­st­wert bes­timmt und der Einzelne kon­tinuier­lich dabei die in- und out-group als ‘wir’ und ‘die anderen’ ver­sucht zu definieren, bilden die Mitar­beit­er von Twit­ter mit ihren Mit­teln die in-group.auf.
    Die nach­fol­gende Phase Ratio­nal­ität (Ver­nun­ft) kann erre­icht wer­den, wenn die Kon­for­mität wiederum ver­lassen wird.

  3. Das Aller­rel­e­van­teste in dieser Angele­gen­heit ist die Frage: Auf welche Weise ist die U.S.-Regierung in die Unter­drück­ung der Nachricht­en über Hunter Bidens Lap­top involviert? Wer in der U.S.-Regierung hat das ver­an­lasst?, welche Stellen der U.S.-Regierung waren beteiligt?, und wie laut­en die Namen?

    • Find­en Sie? Ich finde, dass ist für die Amerikan­er rel­e­vant und die soll­ten auch möglichst dage­gen weit­er protestieren. Der Geheim­di­en­stap­pa­rat dort ist auch stark mit hochin­tel­li­gen­ten Fachid­ioten beset­zt, denen die eigene Indok­tri­na­tion nicht klar ist. Ein FBI-Mann, Jeff Carl­ton, ist bere­its aufge­flo­gen.
      https://thefederalist.com/2022/12/09/head-of-twitters-censorship-operation-was-a-former-fbi-cia-operative/

      Für uns ist wohl rel­e­van­ter, wie die Zen­surkrake wieder ihre Arme um die sozialen Medi­en legt. Das Landgericht Frank­furt hat z.B. kür­zlich geurteilt, dass Twit­ter harsche Strafen zahlen müsse, wenn Tweets, die zu ver­bote­nen Tweets inhalts­gle­ich seien, nicht rasch gelöscht wür­den.
      https://www.zeit.de/digital/internet/2022–12/twitter-illegale-inhalte-urteil-gericht

      In einem zweit­en Ver­fahren ver­sucht man Face­book zu beschuldigen, am äthiopis­chen Bürg­erkrieg schuld zu sein.
      https://www.zeit.de/digital/internet/2022–12/facebook-meta-hetze-buergerkrieg-aethiopien
      Also ohne das Inter­net kämen die dort gar nicht auf die Idee, sich wech­sel­seit­ig abzu­murk­sen. Rede und Aussprache führen zu Gewalt, während Leuten das Maul zu stopfen natür­lich zu Frieden führt. Ich kön­nte wahnsin­nig wer­den.

      Im konkreten Fall ist ange­blich die Wut über die mut­maßliche Kor­rup­tion eines Pro­fes­sors und deren Äußerung im Inter­net der Grund für seinen Mord. Um Morde zu ver­hin­dern, sollte man sich in Afri­ka also nicht mehr wütend über Kor­rup­tion äußern. Aber, na ja, wie wir wis­sen, gibt es das bei denen ja eh nicht.

      Es klagt natür­lich eine europäis­che Gruppe, “Fox­glove”. Deren Direk­torin sagt laut ZEIT, “Face­book darf den Prof­it nicht länger über das Wohl der Men­schen zu stellen”. Und auf der Web­seite (https://www.foxglove.org.uk/act-now/) ste­ht unter einem Sym­bol, das halb Cloud und halb einen Totenkopf darstellen soll, “Face­book: Stop boost­ing hate for prof­it”. Also vielle­icht find­en die den Mord schlecht, aber wirk­lich schlecht ist ja immer Prof­it, also dass Leute es wagen mit Arbeit Geld zu ver­di­enen. Darf man das denn? Wo sind wir denn hier? Unver­schämt! Gratis Ein­horn­ritte durchs Paradies statt Prof­it und Gier!

      Und so wie das läuft, haben die auch gute Karten, diese Unternehmen für die meis­ten Mitar­beit­er zu ein­er Ambi­tion­s­grube zu machen. Leis­tung darf nicht lohnen.

  4. Eine Klitzek­leinigkeit­en. Das Zitat ist ver­mut­lich nicht von Solsch­enizyn. Jeden­falls hab ich noch nie eine konkrete Textstelle oder Ref­erenz auf einen Rede­mo­ment gese­hen. Es ist eher eine rus­sis­che Weise ohne gek­lärten Urhe­ber. Die im Inter­net zu find­ende Zuschrei­bung zu Ele­na Gorokho­va ist auch falsch. Ihr Buch erschien zu spät.

    • Also Herr Gold­stein, der Solsch­enizyn kann das sehr wohl gesagt haben, auch wenn die Textstelle nicht bekan­nt ist. Und das Buch von der Gorokho­va ist von 2010, also gegebe­nen­falls auch älter als das Inter­net­phänomen. Außer­dem meinen Sie wohl eher so etwas wie “Volk­sweisheit” oder so. Eine Weise ist ein Lied. EIN LIIIIII-IIIIEEED!!! Man merkt, dass Sie von Kun­st abso­lut nicht den ger­ing­sten Schim­mer haben!

Kommentarfunktion ist geschlossen.