Mit Erstaunen nimmt man neuerd­ings zur Ken­nt­nis, dass die Grü­nen in den Umfra­gen aller Mei­n­ungs­forsch­er von einem Umfrage­hoch zum näch­sten schweben und egal mit wem man über dieses Phänomen spricht, nie­mand kann sich das wirk­lich erk­lären. Am wenig­sten die Grü­nen selb­st, auch wenn sie das gern als Erfolg ihrer Poli­tik darstellen. Nun muss man auf Umfra­gen nicht viel geben, wenn sie auf ein paar tausend Befra­gun­gen von Wäh­lern beruhen, die bere­it sind, über ihre poli­tis­chen Präferen­zen Auskun­ft zu geben, oder diese geschickt hin­ter ver­meintlich wohlwol­len­den Antworten ver­ber­gen. Aber man muss sich damit befassen, ger­ade weil es die Poli­tik­er selb­st tun, indem sie aus guten Umfra­gen Ambrosia saugen und aus schlecht­en Hausauf­gaben ableit­en. Nun haben die Grü­nen eine Stammwäh­ler­schaft, die irgend­wo zwis­chen knapp unter fünf und zehn Prozent der Wäh­ler liegt. Betra­cht­en müssen wir also nur den sagen­haften Zuwachs von 5 % und wie er sich zusammensetzt.

1) Die Regierungsprogramm-Partei, die nie regierte

Union und SPD haben sich mit den Koali­tion­s­jahren aneinan­der glatt geschlif­f­en und aufgerieben, während die Grü­nen immer nur die eige­nen Posi­tio­nen abgeräumt, verän­dert oder gle­ich ganz über Bord gewor­fen haben. Man denke nur an die Aufwe­ichung des Umweltschutzes zugun­sten der Energiewende. Das erweckt den Ein­druck von Weit­er­en­twick­lung und Reife, während die Koali­tion nur noch eines ver­mit­telt: Müdigkeit. Und während sich derzeit bei den Koali­tion­sparteien offen­sichtlich eine gewisse Ernüchterung in Sachen Energiewende, Kli­mazie­len und anderen grün gestrich­enen Münch­hau­si­aden ein­stellt und die Begeis­terung spür­bar nachge­lassen hat, sind es die Grü­nen, die laut­stark die Ein­hal­tung der Zielvor­gaben fordern. Man möchte bei CDU, CSU und SPD an so manch­es Ver­sprechen am lieb­sten nicht mehr erin­nert wer­den, hat es aber kom­plett ver­säumt, dem Wäh­ler gegenüber einzugeste­hen, dass die Pro­jek­te krachend scheit­ern mussten. Aus Feigheit oder aus Kalkül? Ein wenig von bei­dem, denke ich. Die Kan­z­lerin ste­ht derzeit mit der Migra­tionskrise der­art im Feuer, da möchte man ungern gle­ich nach­schieben, dass auch die Energiewende ein Flop ist.

Gut erin­nert man sich noch daran, welche Häme über ihr aus­geschüt­tet wurde, als sie ihr erk­lärtes Ziel, bis 2020 eine Mil­lion Elek­troau­tos auf die Straße zu brin­gen, klammheim­lich kassieren musste. Union und SPD treten deshalb heute nur noch halb­herzig gegen Kli­mawan­del und für Energiewende ein und müssen sich dafür von den Grü­nen für gebroch­ene Ver­sprechen schel­ten lassen. Sowas passiert, wenn eine Regierung man­gels eigen­er die Ideen ihrer Oppo­si­tion umzuset­zen ver­sucht, deren utopis­chen Charak­ter zu spät erken­nt und nun durch san­ftes Betäti­gen der Bremse ver­sucht, zu ret­ten, was noch zu ret­ten ist. Die Grü­nen kön­nen in dieser Sache Voll­gas fahren – ihr Fuß drückt ja nur auf ein virtuelles Gaspedal, während die Koali­tion den Wider­stand der Real­ität spürt. Das trifft ins­beson­dere die SPD, die bürg­er­lich­er als die CDU und kli­mafre­undlich­er als die Grü­nen sein wollte, jedoch krachend an bei­den Zie­len scheit­erte. Es ist deshalb nur logisch, dass sie nun aus mehreren Wun­den blutet und Wäh­ler in alle Rich­tun­gen ver­liert, beson­ders in Rich­tung der Grünen.

2) Lobbyismus ist es nur, wenn es nicht die Grünen machen

Grü­nen Poli­tik­ern lässt der Wäh­ler Ego­is­men durchge­hen, für die ihm bei anderen Parteien jedes Ver­ständ­nis fehlt. Simone Peter etwa, die in der Causa Ronald Pro­fal­la und dessen raschem Wech­sel von der Poli­tik in die Wirtschaft noch empört davon sprach, dass man für Poli­tik­er „Karenzzeit­en von mehreren Jahren“ brauche, wech­selte jedoch selb­st schon einen Monat nach ihrem Weg­gang als Parte­ichefin in den Lob­byver­band „Bun­desver­band Erneuer­bare Energien“ (BEE), ohne dass die Sym­pa­thisan­ten der Grü­nen das irgend­wie beden­klich fan­den. Wir erleben gewis­ser­maßen ein Revival des Märchens vom „guten braunen und dem schlecht­en weißen Zuck­er“, nur dass der gute Zuck­er in unser­er Geschichte der grüne sein soll. Doch auch der BEE ist nichts als eine Lob­byvor­gan­i­sa­tion eines Indus­triezweiges, noch dazu eines, der mit der grü­nen Partei ger­adezu sym­bi­o­tisch ver­bun­den ist. Der Irrglaube, grün­er Lob­by-Zuck­er sei irgend­wie besser­er als ander­er und grüne Lob­b­yarbeit sei immer zum Wohle der All­ge­mein­heit, hat sich bere­its ähn­lich ver­fes­tigt wie die alte Leg­ende, Spinat enthalte beson­ders viel Eisen.

Doch selb­st als fest­stand, dass diese Behaup­tung auf einem Missver­ständ­nis beruhte, wollte uns Frau Göring-Eckard noch mit „ein­mal die Woche Spinat mit Ei“ beglück­en. Zum Glück ist Spinat nicht schädlich für Leben und Umwelt, was man von manchen Ideen der Grü­nen lei­der längst nicht mehr behaupten kann. Im nicht eben win­dre­ichen Hes­sen zum Beispiel ver­wan­delt die schwarz-grüne Lan­desregierung nun den Rein­hardswald – Grimms Märchen­wald – in eine Indus­trieland­schaft. Alles im Namen der Energiewende. Und wem, wenn nicht den Grü­nen, die sich in ihrer Frühzeit an jeden Allee­baum ket­teten, dem die Axt zu nahe kam, wäre es zuzu­trauen, „min­der­w­er­ti­gen Wald“ inner­halb eines Naturschutzge­bi­etes für ein Opfer auf dem Altar der Erneuer­baren Energien auszuwählen? Da die Energiewende poli­tisch immer noch nicht in Frage gestellt wird (und wenn, dann von der falschen Partei), sagt man sich, “lass das die Grü­nen machen, die ken­nen sich mit sowas aus”. Grüne haben in den Augen viel­er Wäh­ler offen­bar eine Art fest einge­bauter ethis­ch­er Gold­waage, der man blind ver­trauen könne. So ist etwa “Kein Men­sch ille­gal” – es sei denn, er ist israelis­ch­er Siedler. Auch ist “Jed­er Baum schützenswert” – außer, er ste­ht der Energiewende und der hochsub­ven­tion­ierten Winden­ergie im Weg, für welche grüne Ex-Poli­tik­er wie Frau Peter ökol­o­gis­che (also gute) Lob­b­yarbeit leisten.

Auch verord­nete Grausamkeit­en, die Poli­tik­ern für gewöhn­lich Wäh­ler­gun­st kosten, erträgt der deutsche Wäh­ler – erzo­gen von grü­nen Lehrern nach grü­nen Lehrplä­nen – viel bess­er, wenn sie von Grü­nen verkün­det wer­den. Denn während Poli­tik und Strom­net­z­be­treiber unter den Bürg­er­protesten stöh­nen, mit denen sie bei der Pla­nung der gigan­tis­chen Nord-Süd-Strom­trassen kon­fron­tiert sind, regt Grü­nenchef Habeck an, diese Pla­nun­gen erhe­blich beschle­u­ni­gen zu wollen, denn „…der Aus­bau sei zwar ein großer Ein­griff in die Natur — aber für ein hochin­dus­trielles Land nötig. Das müsse den Bürg­ern gut kom­mu­niziert wer­den.“ Und wenn Habeck dem Bürg­er dabei „in die Augen schauen“ will, klingt das nach Ein­schüchterung. Ist es aber natür­lich nicht! Bei Grü­nen heißt das „Überzeu­gen“. Und das ist ja was Gutes! Und Annale­na Baer­bock beken­nt im Som­mer­in­ter­view, dass sie nicht die Absicht habe, den Bürg­ern vorzuschreiben, was sie zu essen hät­ten – den Erzeugern der Lebens­mit­tel jedoch, beson­ders den Viehzüchtern, möchte sie durch Reg­ulierun­gen und Ver­bote schon gern Dau­men­schrauben anle­gen. Alles im Sinne von Überzeu­gung und Volk­serziehung, ver­ste­ht sich.

3) Zuckerguss, Prinz Charming und die Rolle der Presse

Wie mit Zuck­er­guss übergießt die Presse den neuen Parte­ichef Rober Habeck mit aller­lei Lob. „Höhen­flug mit Habeck“ oder „Grü­nen-Chef Robert Habeck: Krass, cool, alles supergeil“ wie der Spiegel sich beschei­den aus­drückt. Und wenn Habeck mit Plas­tik­tüte zum Inter­view erscheint, jaz­zt man ihn anderenorts gle­ich zum Rebellen und Nonkon­formis­ten hoch. Ein Biss­chen Eng­holm (ohne Pfeife) und ein Biss­chen “Prinz Charm­ing”, elo­quent, läs­sig, kann lange Sätze und kann sie auch müh­e­los abschließen, kurz: eine Ide­albe­set­zung für die „Sein-oder-nicht-sein“-Hamlet-Monologe, die er im Auf­trag sein­er Partei so gern führt. Habecks Auf­gabe in der Öffentlichkeit ist es, Ratio­nal­ität zu verkör­pern, dabei möglichst unkonkret zu bleiben und wie ein „elder states­man“ zu wirken. Es liegt auch eine gewisse Fasz­i­na­tion darin, zu beobacht­en, wie Habecks Äußerun­gen die leicht irren Aus­sagen sein­er Co-Vor­sitzen­den Baer­bock zudeck­en. Auf die Wäh­ler­gun­st scheint die Kom­bi­na­tion aus „Cool“ und „Wahnsinn“ jeden­falls Ein­druck zu machen.

Wenn Baer­bock im Inter­view etwa behauptet, ein sicheres Herkun­ft­s­land sei nur, wenn es dort „Ver­fol­gungs­frei­heit für alle Men­schen“ gäbe, klingt das zwar nach Pony­hof und Stuh­lkreis – eben­so wie ihr leg­endäres Bon­mot, „das Netz ist der Spe­ich­er“, mit dem sie die Energiewende für durchgerech­net und mach­bar erk­lärte. Doch all diese Phrasen hal­ten kein­er Prü­fung stand, nicht mal der ober­fläch­lich­sten! Krim­inelle genießen üblicher­weise nir­gends Ver­fol­gungs­frei­heit, religiöse Brand­s­tifter soll­ten auch keine genießen und das Netz ist eben doch nicht der Spe­ich­er, egal, was das Ein­horn-Orakel dazu sagt.

All diese Ein­wände erre­ichen die Grü­nen selb­st jedoch nicht, denn die sind schon auf den näch­sten Mark­t­platz gezo­gen und verkaufen ihre Tin­k­turen als Wun­der­medi­zin. Dieser Wun­der­medi­zin ver­trauen momen­tan schein­bar 15 % der Wäh­ler, sie wollen nicht hin­ter die Phrasen sehen, sie ziehen die Ver­heißun­gen ein­er grü­nen Utopie der immer dystopis­ch­er wer­den­den Real­ität vor. Und ist es nicht so, dass die Wäh­ler schon von beina­he allen ver­arscht wur­den, nur von den Grü­nen schein­bar noch nicht? Schein­bar ist hier das Stich­wort, denn dieser schöne Schein zer­schellt an der Realität.

Dass näm­lich beina­he alle poli­tis­chen und wirtschaftlichen Katas­tro­phen der let­zten Jahre aus grü­nen Ideen entstam­men, blendet man ein­fach aus. Eben­so, dass der einzige grüne Regierungschef in einem Bun­des­land, Win­fried Kretschmann, mit den Utopi­en sein­er Partei­the­o­retik­er so gar nichts anz­u­fan­gen weiß, weil er ein in der Wolle gefärbter Kon­ser­v­a­tiv­er ist. Wenn dann noch drei Wochen Som­mer­hitze hinzukom­men, erin­nert sich der Wäh­ler an die Tin­k­tur, die ihm jahre­lang ange­priesen wurde. „Haben die Grü­nen nicht immer von Hitze und Erder­wär­mung gesprochen? Ging die Hitzewelle nicht erst zurück, als die Grü­nen und ihre Lob­by­grup­pen Sofort­maß­nah­men gegen den Kli­mawan­del forderten? Ich übertreibe hier sich­er etwas, aber die Grü­nen sind in der Tat die einzige Partei, die in diesem Jahr aus der Kom­bi­na­tion aus Som­mer­loch und Som­mer­wet­ter poli­tis­ches Kap­i­tal schla­gen kon­nte, während sich die Regierungsparteien vor allem Geld­forderun­gen der Land­wirte gegenüberse­hen, die Linke mit sich selb­st und die FDP mit etwas beson­ders wichtigem beschäftigt ist: Sich möglichst laut­stark von der AfD abzugrenzen.

4) Das Unterbewusstsein, dein Freund und Helfer

Ein weit­er­er ver­stärk­ender Aspekt für das grüne Umfrage­hoch ist, dass die Milieus, aus denen Jour­nal­is­ten und grüne Poli­tik­er stam­men, sich stärk­er über­schnei­den, als dies mit jed­er anderen poli­tis­chen Partei der Fall ist. Es dürfte nicht leicht sein, diese Präferenz bei der Ausübung des Berufes immer im Blick zu behal­ten, obgle­ich man dies tun müsste.

Man schaue sich ver­gle­ichend die „Som­mer­in­ter­views“ des ZDF mit Annale­na Baer­bock von den Grü­nen und Alexan­der Gauland von der AfD an. Nur die Intros, das genügt. Ich zäh­le hier mal ein paar psy­chol­o­gis­che Trig­ger auf, die das Intro zum Inter­view mit Baer­bock visuell würzen: eine bunt bemalte Fas­sade, Son­nen­blume, Annale­na Baer­bock und Robert Habeck über­lebens­groß und lachend Arm in Arm auf eine Hochhaus­fas­sade gespiegelt, die Olsen­bande, Atlas, der die Weltkugel trägt … da wer­den der Bun­theit, Ver­ant­wor­tung, Spaß und Größe bere­its optisch Wege bere­it­et, bevor auch nur das erste Wort gesprochen ist. Zum Ver­gle­ich die Trig­ger im Intro zum Gauland-Ver­hör: Burgzin­nen und Wehrtürme, eine Abriss­woh­nung, „schiefer Turm“, Wet­ter­fahne nach rechts mit der Auf­schrift „1732“, ein mit dem Fin­ger zus­toßen­der Gauland. Ein jed­er verknüpfe die Meta­phern nach Gus­to, pos­i­tiv ist sich­er keine davon. Baer­bock wird mit ein­fühlsamem Geplaud­er begrüßt, bekommt Stich­worte der Art „Ihr Kol­lege Robert Habeck sagt ja, es läuft im Moment richtig Bombe für die Grü­nen“, während Gauland ein Platz angewiesen wird und es gle­ich in medias res geht.

Das sind alles Kleinigkeit­en, die kaum auf­fall­en und das sollen sie wohl auch nicht sofort. Sie wirken unbe­wusst. Ich bin mir nicht ein­mal sich­er, ob sie den Medi­en­mach­ern immer auf­fall­en, wenn sie sie benutzen. Doch zu jedem Zeit­punkt ist vol­lkom­men klar, wem die Sym­pa­thien zufliegen mögen und wem man Ver­ach­tung zeigen soll. Das ist im Pri­vat­en legit­im, im jour­nal­is­tis­chen Umfeld sorgt es für man­gel­nde oder zu große Dis­tanz zur Nachricht und zum The­ma der Berichter­stat­tung. Es war übri­gens aus­gerech­net ein Kol­lege der ARD, „Mr. Tages­the­men“ Hanns Joachim Friedrichs, der sagte: „Dis­tanz hal­ten, sich nicht gemein machen mit ein­er Sache, auch nicht mit ein­er guten, nicht in öffentliche Betrof­fen­heit versinken, im Umgang mit Katas­tro­phen cool bleiben, ohne kalt zu sein. Nur so schaffst du es, daß die Zuschauer dir ver­trauen, dich zu einem Fam­i­lien­mit­glied machen, dich jeden Abend ein­schal­ten und dir zuhören.“

Von dieser pro­fes­sionellen Dis­tanz ist heute jedoch ger­ade im Umgang mit den Grü­nen kaum noch etwas zu spüren. Was ich mir wün­schte, wäre deshalb nicht etwa ein her­zlicher­er Umgang mit AfD-Poli­tik­ern, son­dern eine gle­icher­maßen pro­fes­sionelle Dis­tanz zu allen. Ger­ade zu den Grü­nen, denn hier wer­den die medi­alen Sym­pa­thiekundge­bun­gen und Stich­wort­ge­bereien langsam kle­brig. Man will doch sich­er nicht, dass es nach zukün­fti­gen Wahlergeb­nis­sen ver­gle­ich­bare Ein­seit­igkeits- und Manip­u­la­tionsvor­würfe gibt, wie im Fall der Wahl des US-Präsi­den­ten! Aber Lob­hudelei sollte ja ohne­hin nicht das Haupt­geschäft öffentlich-rechtlich­er Medi­en sein, dafür bezahlen die Bürg­er ja ohne Anse­hen ihrer poli­tis­chen Präferenz die soge­nan­nte “Demokratieab­gabe”. Als Ans­porn für die schreibende und sendende Zun­ft hier gle­ich noch ein Zitat, dies­mal von Dieter Hilde­brand: „Poli­tik­er muss man nicht acht­en, man muss auf sie acht­en.“ Das sollte uneingeschränkt für alle Poli­tik­er gelten.

Fazit

Ich schätze, dass all diese Punk­te zusam­mengenom­men und die Wahrnehmung der Grü­nen in der Öffentlichkeit den Anstieg von 5 % in der Wäh­ler­gun­st gut abbilden. Und den­noch sind Umfra­gen natür­lich zu fein­er Sand, als dass sich darauf ein Kan­zler­amt bauen ließe. Und auch die Antworten auf die Fra­gen der Mei­n­ungs­forsch­er sind vor allem eines: Unverbindlich und möglicher­weise auch unehrlich und auswe­ichend. Denn weil sämtliche Utopi­en der Grü­nen, vom Atom­ausstieg bis zur Wind­kraft, ohne­hin schon offizielles Regierung­spro­gramm sind, fühlt es sich für einige beson­ders leicht­gläu­bige Men­schen wom­öglich so an, als wären die Grü­nen eine Art moralis­ch­er Instanz jen­seits der Regierung. Man könne doch nichts falsch machen, wenn man sich in unsicheren Zeit­en auf jene beruft, deren Ideen als einzige nie ern­sthaft in Frage gestellt wer­den. Wed­er von den Medi­en, noch von den anderen Parteien. Außer der Partei der Schwe­fel­buben, aber das ist eine andere Geschichte.

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7 Kommentare

  1. Mich erin­nern die Grü­nen an eine Partei in der dunkel­sten Geschichte Deutsch­lands. Die Dif­famierung von Per­so­n­en ander­er Mei­n­ung, der Ver­such demokratis­che Prozesse zu unterbinden (etwa durch kleine Anträge im Bun­destag, die Lis­ten­wahl in Baden-Würt­tem­berg, Änderung des GG für Kli­maschutz etc), die Bevor­mundung, so zu tun, als wären sie unfehlbar, abso­lut per­fekt und erhaben über allem.
    Klar haben die Grü­nen ihre Gesin­nung schön grün ver­packt. Nur ist es für sie ein Prob­lem, dass alles in unser­er Gesellschaft nicht den erwün­scht­en grü­nen Anstrich hat d. h., Trans­for­ma­tion der Gesellschaft d. h., alles Beste­hende muss abgeschafft wer­den und neu grün aufge­baut wer­den. Nicht nur ein neues Energiesys­tem, alles!

  2. da hat die linkische Jour­naille den “Schulz-Zug” ganz ein­fach mal grün umlackiert… 😉

  3. “fühlt es sich für einige beson­ders leicht­gläu­bige Men­schen wom­öglich so an, als wären die Grü­nen eine Art moralis­ch­er Instanz jen­seits der Regierung.”
    .
    Und davon gibt es reich­lich. Auch dank der­sel­ben Presse, beson­ders das Färnseh, der Kirch­en­er­satz von heute.

  4. Die Schule kon­di­tion­iert die Schüler ger­adezu darauf, aus einem Min­i­mum an Infor­ma­tion ein Max­i­mum an Mei­n­ung zu ziehen. Orig­inal­text Geschicht­slehreraus­bil­dung vor zwanzig Jahren: „Wir informieren fünf Minuten über Cae­sar und Bru­tus und dann lassen wir die Schüler über Tyran­nen­mord disku­tieren.“ 7. Klasse!

    Kein Wun­der haben wir heute den Pri­mat der Gesin­nung: „Bitte ver­schon mich mit Tat­sachen, meine Mei­n­ung ste­ht fest.“

    Rousseau nen­nt 1762 als Bedin­gung für einen gülti­gen Gemein­willen, dass ein hin­re­ichend informiertes Volk berät.

    • Sie tre­f­fen den Nagel auf den Kopf. Allein schon das Ver­hält­nis Kunst/Literatur/Religion/Irgendwas zum Inter­pretieren zu wis­senschaftlichen oder inge­nieur­sar­ti­gen Lehrfäch­ern zeigt, worum es bei unser­er Bil­dung v.a. geht: max­i­male Tatsachenbiegsamkeit.

      • Schlim­mer noch: Fak­ten­re­sistenz. Man muss nichts wis­sen, es reicht wenn man fest genug an etwas glaubt.

        Entwick­lungspsy­chol­o­gisch gehört die Magis­che Phase ins dritte und vierte Leben­s­jahr. Aber bekan­ntlich gibt es viele Men­schin­nen und Men­schen, die sich ihr kindlich­es Gemüt bis ins hohe Alter bewahrt haben. Sie alle eint die Farbe Grün.

  5. Alles richtig. Vor allem den let­zten Punkt würde ich unter­stre­ichen: Die grüne Ide­olo­gie selb­st, die hin­ter Merkels Poli­tik ste­ht, wird im Main­stream prak­tisch nie in Frage gestellt und die Grü­nen wer­den in den Medi­en als “hohe Priester” dieser Ide­olo­gie gefeiert.

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