Papier­ta­schen­tü­cher sind „Tem­pos“, glut­amat­ver­ranz­te Spei­se­wür­ze heißt „Mag­gi“ und wer wis­sen will, wie sich ein Buch ver­kauft, nutzt den jahr­zehn­te­al­ten Gold­stan­dard für Best­sel­ler­lis­ten: die des Spie­gels. Bis­her zumin­dest war das so. Aber dann klaff­te aktu­ell an Platz 6 der Online-Ver­si­on der Hard­co­ver-Sach­buch-Best­sel­ler plötz­lich eine uner­klär­li­che Lücke, ein White-Out und man über­legt, war­um der Sei­ten­zim­mer­mann hier wohl ein Loch gelas­sen hat. Bis man dahin­ter­kommt, dass es da ja die­ses eine Buch gibt, das nach sei­ner ver­se­hent­li­chen Emp­feh­lung durch einen Spie­gel-Redak­teur, der sich erdreis­te­te, eine eige­ne Mei­nung zu haben, in den Blick der Öffent­lich­keit gelang­te. Ein Buch, so schlimm und unge­zo­gen, dass es in Deutsch­land klu­ge Men­schen gibt, die behaupten,

Spie­gel-Best­sel­ler­lis­te bei Amazon

Mei­nungs­frei­heit sei ja ganz nütz­lich, aber hier wer­de sie „miss­braucht“ – dabei waren nicht mal Zeich­nun­gen von Moham­med drin! Empör­te Leser und Kun­den von Ama­zon beschwer­ten sich über die „Lücke“, in der den Zah­len nach eigent­lich eben die­ses Buch, näm­lich „Finis Ger­ma­nia“ ste­hen müss­te, wor­auf der Sei­ten­zim­mer­mann die Lis­te so zu spach­teln begann, dass es ver­schie­den gro­ße Lücken gab und der aus­ge­fal­le­ne Platz 6 nicht mehr so auf­fal­len muss­te. Na sowas, denkt der Leser. War da nicht was? Fehlt da nicht was? Nun ist es so, dass die Spie­gel-Lis­te an vie­len Orten im Netz rezi­piert wird. Ama­zon wird die Wer­ke selbst­re­dend mit den eige­nen Arti­keln ver­lin­ken, ande­re Online-Händ­ler tun das mit ihren. Und so kam es, dass die Lis­te noch an einem Ort unver­fälscht zu fin­den war, näm­lich bei Tha­lia. Über­all sonst hat man der Wahr­heit ein klein wenig „nach­ge­hol­fen“. Ein Vor­ge­hen, das wir aus der Zeit sta­li­nis­ti­scher Säu­be­run­gen ken­nen, als gewis­sen in Ungna­de gefal­le­ne Genos­sen aus Bil­der und Doku­men­ten getilgt und gelöscht wur­den. Dam­na­tio memoriae!

…und bei SPON direkt

Wir tole­rie­ren in die­sem Land Leu­te, die an Chem­trails glau­ben oder dass Elvis noch lebt oder dass die Lin­ke eine demo­kra­ti­sche Par­tei ist – aber für ein unbe­que­mes Buch aus einem zur Paria erklär­ten Ver­lag müs­sen wir zu Lüge und Fäl­schung grei­fen? Wo sind wir hier noch­mal? In einem Land, in dem Zen­sur nicht statt­fin­det? Bit­te ver­ste­hen Sie mich nicht falsch, das Buch zu bespre­chen, es zu loben oder zu ver­rei­ßen ist Teil des libe­ra­len Betriebs­sys­tems unse­rer Gesell­schaft – oder soll­te es zumin­dest sein. Nie­mand muss es kau­fen und es gibt für die meis­ten Men­schen sicher fast kei­nen Grund, dies zu tun. Aber Zah­len fäl­schen? War­um? Für den guten Zweck, das höhe­re Wohl? Zum Woh­le der All­ge­mein­heit oder die Rein­hal­tung der Lite­ra­tur? Die Spie­gel-Best­sel­ler-Lis­te war eine Insti­tu­ti­on, eine Instanz, die nur auf har­ten Zah­len basier­te. Zuver­läs­sig, weil unbe­stech­lich und unbe­ein­fluss­bar – außer durch Absatz von Büchern oder eben des­sen Aus­blei­ben. Das ist nun vor­bei. Auch die­ses letz­te Fünk­chen von Objek­ti­vi­tät der Pres­se reiht sich ein in die Dok­trin einer selbst­er­nann­ten Mei­nungs­eli­te, wie sie Jean-Clau­de Juncker treff­lich defi­niert hat: „Wenn’s drauf ankommt, muss man lügen.“

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31 Kommentare

  1. Her­vor­ra­gen­der Post, her­vor­ra­gen­de Sei­te, habe ich mei­nen Regel­mäs­sig-Book­marks ange­fügt. Zur Sache: Ich habe einen Screen­shot gemacht von der ama­zon-Lis­te MIT der Lücke (Wenn Sie hier im Blog eine Adres­se zum Hoch­la­den ange­ben, mache ich das gern.); im Ver­gleich mit der eigent­li­chen Spie­gel-Lis­te ist jener Lis­ten-Zustand in mei­nem Emp­fin­den aber noch „harm­los”, denn es waren dort die Plät­ze 1 bis 5 mit Inhalt, dann Platz 6 ohne Inhalt, aber mit der Zahl 6, und dann ab Platz 7 wie­der mit Inhalt, d.h. es fand kein „Nach­rü­cken”, „Auf­rü­cken” oder wie auch immer statt, son­dern Platz 7 blieb auf Platz 7, Platz 6 offen­sicht­lich unbesetzt.

    Gera­de das Nach­rü­cken des „Siebener”-Titels bald drauf und im Spie­gel selbst (und anders­wo) stellt aber einen wei­te­ren, zusätz­li­chen Affront dar, der ggf. auch wett­be­werbs­recht­lich erheb­lich sein könn­te: Spie­gel (Auf­trag­ge­ber und Löscher) ist „mit” Ber­tels­mann, Buch­re­port (als etwai­ger Hand­lan­ger) ist Ber­tels­mann (!), und der Titel Nr. 7, der dann wun­der­sa­mer­wei­se zu Titel Nr. 6 wur­de (eben in allen Lis­ten aus­ser der von mei­nem Screen­shot) stammt von Knaus, wie­der­um Ber­tels­mann, d.h. mit der Falsch­an­ga­be hat Ber­tels­mann einen eige­nen Titel, zulas­ten eines ande­ren aus einem Klein­ver­lag, gepusht.

    Inter­es­sant wäre auch, zu erfah­ren, aus wel­chem Ver­lag der auf Platz 10 nach­rü­cken­de (also eigent­lich auf Platz 11 „rich­ti­ge”) Titel stammt, denn meist sieht man (?) nur die ers­ten 10 Plät­ze der Lis­te (der von ori­gi­nal Platz 11 wäre also nor­ma­li­ter gar nicht sicht­bar gewe­sen); jeden­falls mei­ne ich, mich aus Buch­hand­lun­gen nur an 10 Plät­ze erin­nern zu kön­nen. (Wer Platz 11 war, weiss ich nicht, ich habe zu spät an die­sen Aspekt der Sache gedacht.)

    Da vie­le Leu­te Bücher „nach Lis­te” kau­fen, spielt die­ses „Nach­rü­cken” von 7 auf 6 und ggf. ins­be­son­de­re auch von 11 auf 10 durch­aus eine Rol­le und ist m.E. auch wett­be­werbs­rechts­er­heb­lich, zumal bei begüns­tig­ten Ber­tels­mann-Titeln, also sol­che aus dem eige­nen Haus, Imprints hin oder her.

    Noch zur nach­fol­gen­den Aus­re­de der angeb­li­chen „Qua­li­täts­re­le­vanz” beim Zusam­men­stel­len der Lis­te. Über all die Jah­re fan­den sich auf den Spie­gel-Best­sel­ler­lis­ten zuver­läs­sig jede Men­ge auch kaum qua­li­täts­hal­ti­ger und ins­be­son­de­re auch aus­ge­spro­che­ner Dreck-Titel, so dass ich eine irgend­wie gear­te­te „Qua­li­täts­aus­wahl” sei­tens einer „Redak­ti­on” (gleich ob im Spie­gel oder Buch­re­port) nie­mals auch nur in Erwä­gung gezo­gen habe; wie mir ist es sicher­lich auch zahl­lo­sen ande­ren Beob­ach­tern der Lis­te ergan­gen, so dass von einer „Ver­brau­cher­täu­schung” aus­ge­gan­gen wer­den muss, soll­te die­se tat­säch­lich statt­ge­fun­den haben (sie­he auch den Titel der Lis­te); mehr oder min­der bekannt war ledig­lich die Tat­sa­che, dass sog. Long­sel­ler, also Bibel, Koran, Mund­or­gel, Schul­bü­cher und der­glei­chen nicht auf die Lis­te gelan­gen, die also nur „aktu­el­le Best­sel­ler” umfasste.

    Das war sicher­lich nicht jeder­mann bekannt, mir gleich­wohl, und ist wett­be­werbs­recht­lich nicht zu bean­stan­den, da auch vom Begriff gedeckt: „Best­sel­ler” näm­lich als kor­rek­te Form des Pleo­nas­mus „aktu­el­le Best­sel­ler”, d.h. der Begriff „Best­sel­ler” kann als Long­sel­ler aus­schlies­send ver­stan­den wer­den, denn „Best” impli­ziert „aktu­ell am meis­ten”, wenn dort, offen­sicht­lich für jeder­mann, bes­ser­ver­kau­fen­de Best­sel­ler ande­rer Zei­ten offen­sicht­lich nicht auf­tau­chen: Wenn z.B. sich ein aktu­el­les Buch, mit 2.000 Exem­pla­ren Wochen­ab­ver­kauf und 30.000 Gesamt­ver­kauf, auf Platz 3 befin­det, man aber weiss oder ahnt, dass sich z.B. Sim­mel-Roma­ne der Sieb­zi­ger zu Hun­dert­tau­sen­den ver­kauft haben, dann wird auch für den leicht­fer­ti­gen Beob­ach­ter offen­sicht­lich, dass „Best” nicht „All­time-Best” bedeu­ten kann, son­dern offen­sicht­lich nur den aktu­el­len Ver­kaufs­rang (der von Long­sel­lern ggf. auch mal über‑, meist aber eher unter­schrit­ten wer­den dürf­te, d.h. die­se soll­ten sich eh im direk­ten Ver­gleich jeweils auf den hin­te­ren Plät­zen wie­der­fin­den, wären sie denn mit in die Lis­te aufgenommen).

    Hin­sicht­lich der vom Spie­gel nun aber vor­ge­tra­ge­nen „Qua­li­täts­aus­wahl” – die zudem offen­sicht­lich erlo­gen ist, sonst hät­ten zahl­lo­se Titel nie­mals in der Lis­te auf­schei­nen dür­fen, denn zumin­dest bei Dreck-Titeln ist „Qua­li­tät” kei­ne Ansichts­sa­che – liegt aber ganz ein­deu­tig eine, sei’s jahr­zehn­te­lan­ge, sei’s „nur” aktu­el­le, Ver­äp­pe­lung des Publi­kums (also der im Buch­han­del gross­teils auch zah­len­den Kund­schaft, zah­lend auch für Ber­tels­mann-Titel) vor und somit wett­be­werbs­recht­lich rele­van­te Täu­schung die­ser zah­len­den Kund­schaft, die ihre Kauf­ent­schei­dun­gen, so bekloppt wie’s ist, zu gros­sen Tei­len eben von den Pla­zie­run­gen auf die­ser ver­lo­ge­nen Lis­te abhän­gig macht: Alle (!) auf­grund von „Qua­li­täts­er­wä­gun­gen”, sprich Will­kür, jemals aus der Lis­te gewor­fe­nen Titel wären hier wett­be­werbs­recht­lich benach­tei­ligt, eben man­gels offe­ner Kom­mu­ni­ka­ti­on die­ser (an- oder vor­geb­li­chen „Qua­li­täts­aus­wahl” sei­tens Spie­gel, Buch­re­port oder wes­sen auch immer:

    Denn gera­de das regel­mäs­si­ge Vor­han­den­sein auch von aus­ge­pro­che­nen Dreck-Titeln auf der Lis­te muss­te im Leser und Buch­käu­fer den Irr­tum erwe­cken, es fän­de eben kei­ner­lei Qua­li­täts­aus­wahl statt, zumal der Titel „Best­sel­ler” das auch nicht her­gab; dass das Prä­fix „Spie­gel” als sol­che Ein­schrän­kung (tat­säch­lich wohl: als – zudem unge­eig­ne­te – juris­ti­sche Absi­che­rung für all­fäl­li­ge Aus­nah­me-Zen­sur-Fäl­le) gedacht war, wird erst jetzt im nach­hin­ein deut­lich; all die Jah­re habe ich die­se als „Erstel­ler-Wer­bung” ver­stan­den (d.h. der­je­ni­ge, der sich die Mühe der Lis­ten­er­stel­lung macht, lässt sich die­se damit hono­rie­ren, indem er dick sei­nen Namen an allen Anschla­ge­plät­zen der Lis­te sieht, und nur in die­ser Funk­ti­on war das „Spie­gel” ja auch (und hoch­gra­dig) sinn­voll), also als wer­ben­de Her­kunfts­be­zeich­nung; jetzt im nach­hin­ein ver­sucht der Spie­gel aber offen­sicht­lich, in das „Spie­gel” vor der Lis­te eine „redak­tio­nel­le Bear­bei­tung” sei­tens des Spie­gel hineinzudichten:

    Ich möch­te wirk­lich wis­sen, wie­vie­le der Buch­le­ser und ‑käu­fer, die nicht „vom Fach” waren (und also eh alles mit 30% Nach­lass, wenn nicht gar gra­tis beka­men und bekom­men), hier jemals an eine mög­li­che „Redak­ti­on” (also Aus­wahl) durch den Spie­gel gedacht haben mögen, aus­ser eben der dem Beob­ach­ter mehr oder min­der ein­gän­gi­gen und auch nach­voll­zieh­ba­ren Abschei­dung von Longsellern.

    Zumin­dest in Anbe­tracht der Tat­sa­che, dass der Spie­gel zu erheb­li­chen Tei­len Ber­tels­mann gehört (und der Buch­re­port m.W. ganz), ist die Bezeich­nung „Spie­gel-Best­sel­ler” für die Lis­te wett­be­werbs­recht­lich untrag­bar und auch stets untrag­bar gewe­sen, da der Lis­ten­er­stel­ler, durch die Eigen­tums­ver­hält­nis­se, zumin­dest indi­rekt im Wett­be­werb zu den ggf. durch sei­ne „Aus­wahl” / „Redak­ti­on” Betrof­fe­nen steht – von sog. „Spie­gel-Taschen­bü­chern” o.ä. (also Ber­tels­mann-Imprints unter eige­nem Spie­gel-Namen mal ganz abge­se­hen), und auch, wenn die Eigen­tums­ver­hält­nis­se anders bestün­den, hat auch ein Nicht-Wett­be­wer­ber nicht das Recht, Ver­la­ge dadurch zu schä­di­gen, indem er Kauf­ent­schei­dun­gen von Drit­ten damit (in der Wir­kung; auf die Inten­ti­on kommt es gar nicht an) durch angeb­lich / schein­bar „har­te Zah­len” beein­flusst, wäh­rend er tat­säch­lich aber eine Aus­wahl (eben zulas­ten der dadurch im Ein­zel­fall betrof­fe­nen Ver­la­ge) getrof­fen hat.

    Da aber „xy-Best­sel­ler” nicht als redak­tio­nel­le Bear­bei­tung, son­dern als Her­kunfts­be­zeich­nung / Wer­bung ver­stan­den wer­den – selbst heu­te, nach dem Skan­dal, könn­ten die betrof­fe­nen Ver­la­ge sicher sein, dass kon­trol­lier­te Umfra­gen auf der Stras­se kein ande­res Bild hier­zu ergä­ben, und sie soll­ten genau eine sol­che Umfra­ge vor Kla­ge auch durch­füh­ren -, müss­te der Her­aus­ge­ber einer sol­chen Lis­te, bei jeder Ver­öf­fent­li­chung der Lis­te (also ins­be­son­de­re auch auf den Aus­hän­gen in den Buch­hand­lun­gen) dick und fett klar­stel­len, dass die Lis­te der sog. „Best­sel­ler” zudem „nach Qua­li­täts- und ande­ren Gesichts­punk­ten redak­tio­nell bear­bei­tet” wur­de, oder dies mit ähn­li­chen, glei­cher­mas­sen ein­deu­ti­gen For­mu­lie­run­gen bekanntgeben.

    Dann wür­den sich näm­lich nur noch die Käu­fer bei ihren Ein­käu­fen nach der „Best­sel­ler-” Lis­te des Her­aus­ge­bers xy rich­ten, die ihre Kauf­ent­schei­dun­gen nicht nur von den aktu­el­len Kauf­ent­schei­dun­gen der ande­ren „Buch­lieb­ha­ber” (Her­den­trieb, Zuge­hö­rig­keits­be­dürf­nis­se nach Gemein­schaft usw.) rich­ten (genau in die­sem Aspekt liegt näm­lich die Täu­schung einer vor­geb­li­chen „Best­sel­ler-” Lis­te: die „nack­ten Zah­len sind eben nicht wert­frei, son­dern ste­hen für Kauf­ent­schei­dun­gen von jeden­falls hin­sicht­lich Buch­kauf als sol­chem „Gleich­ge­sinn­ter”), son­dern die sich zudem von Her­aus­ge­ber xy und des­sen „Redak­ti­on” redak­tio­nell anlei­ten, d.h. in ihren Kauf­ent­schei­dun­gen geschmack­lich lei­ten, las­sen wollen.

    Ist nun die­ser Her­aus­ge­ber / Lis­ten­er­stel­ler der Spie­gel, der hin­sicht­lich sei­ner Sicht (!) der Din­ge in den letz­ten Jah­ren stark an Glaub­wür­dig­keit ein­ge­büsst hat, und weiss der Buch­käu­fer um die­se redak­tio­nel­le Bear­bei­tung – was aber wie dar­ge­stellt kaum je der Fall sein dürf­te, viel­leicht bei einem Buch­käu­fer von 200? -, dann dürf­ten sich die Kauf­ent­schei­dun­gen auf­grund der Lis­ten­plät­ze im Rah­men hal­ten. Dem­ge­gen­über wähnt der sich in sei­nen Kauf­ent­schei­dun­gen (auch, d.h. par­ti­ell, im Ein­zel­fall, wenn nicht gar regel­mäs­sig) nach der Lis­te rich­ten­de Buch­käu­fer die Lis­ten­plät­ze aber der­zeit durch har­te Fak­ten, näm­lich die aktu­el­len (zumin­dest rela­ti­ven!) Ver­kaufs­zah­len gesi­chert, ver­traut dem Spie­gel, des­sen Mei­nung er weit weni­ger ver­trau­en wür­de, also hin­sicht­lich der vor­geb­li­chen / schein­ba­ren / ihm vor­ge­gau­kel­ten „Fak­ten”, eben weil kei­ne Distan­zie­rung von den (rela­ti­ven) Ver­kaufs­zah­len sei­tens des Spie­gels erfolgt (aus­ser jetzt in der „Recht­fer­ti­gung” der Finis-Ger­ma­nia-Zen­sur, wel­che, die Recht­fer­ti­gung, ja kaum wer bewusst wahr­nimmt oder gar im Gedächt­nis behält, zumal bei den Leu­ten, die ihre Kauf­ent­schei­dun­gen nach (vor­geb­li­chen) Best­sel­ler-Lis­ten richten.

    Kurz: Wüss­te die­ser „Lis­ten-Buch­käu­fer”, dass die Lis­te nach (gleich wel­chen) Erwä­gun­gen der Spie­gel-Redak­ti­on ver­fälscht ist, die (rela­ti­ven) aktu­el­len Ver­kaufs­zah­len also nur zum Teil wider­spie­gelt, dann mach­te er sei­ne Kauf­ent­schei­dun­gen weit sel­te­ner von die­sen Lis­ten­pla­zie­run­gen abhän­gig, son­dern frag­te sich statt­des­sen, inwie­weit, wie sehr die Spie­gel-Redak­ti­on an der Lis­te wohl her­um­ge­dok­tert haben mag. Das heisst also, bei offe­ner Kom­mu­ni­zie­rung die­ser „Redak­ti­on” durch den Spie­gel wäre die Lis­te als Wer­be­in­stru­ment für die auf ihr auf­schei­nen­den (also nicht aus ihr weg­zen­sier­ten) Titel weit weni­ger wirk­sam, und dass sie hoch­wirk­sam ist, zeigt nicht nur ihre aus­ser­or­dent­li­che Pro­mi­nenz in den Buch­hand­lun­gen (und im Web und in zahl­rei­chen Pres­se­or­ga­nen, jede Woche), son­dern auch die offen­sicht­li­che Tat­sa­che, dass Auf­schei­nen eines Titels in der Lis­te die­sem zu mess­ba­rem wei­te­ren Erfolg ver­hilft – genau wie Bespre­chun­gen in Lite­ra­tur­sen­dun­gen im TV z.B. und ande­res der­glei­chen.. nur: dort weiss der Buch­käu­fer, dass er auf­grund der Mei­nung Drit­ter (die er aber für fol­gens­wert hält, was er beim Spie­gel ggf. ja durch­aus auch tun dürf­te) kauft – der Spie­gel gau­kelt ihm aber (hoch­erfolg­reich für die begüns­tig­ten Ver­la­ge) vor, er kauf­te auf­grund von Schwar­min­tel­li­genz (oder wie man die Kauf­ent­schei­dun­gen inso­weit Gleich­ge­sinn­ter auch immer nen­nen möch­te)… und NUR auf­grund die­ser (aktu­el­le rela­ti­ve Verkaufsergebnisse).

    Letzt­lich muss man sich natür­lich auch fra­gen, ob bei sol­cher „redak­tio­nel­ler Bear­bei­tung auch auf­grund Qua­li­täts­er­wä­gun­gen”, die der Spie­gel zu sei­ner Ver­tei­di­gung jetzt durch­bli­cken lässt, nicht u.U. auch in der Ver­gan­gen­heit jeden­falls im Zwei­fel Titel aus dem Ber­tels­mann-Impe­ri­um „bevor­zugt” wor­den sein mögen – wie es im hier vor­lie­gen­den Fall ja nach­weis­lich gesche­hen ist.

    (Dass die Ber­tels­mann-Erbin eine enge Freun­din der Kanz­le­rin sein soll, wird immer wie­der kol­por­tiert, hat juris­tisch, auch wenn’s denn stim­men soll­te, kei­ner­lei Rele­vanz, aber ist nur ein wei­te­res Detail im Bild, das der Spie­gel heut­zu­ta­ge bei Men­schen, die ihre (Kauf- wie ande­ren) Ent­schei­dun­gen gern noch unbe­treut den­kend tref­fen, abgibt – vor (vie­len) Jah­ren wäre sicher auch eine Spie­gel-Mei­nungs-was-du-kau­fen-sollst-Lis­te durch­aus recht erfolg­reich gewe­sen -, und bit­te erlau­ben Sie mir, auch Arva­to noch kurz zu erwäh­nen, die wei­te­re Toch­ter unter den fast unzäh­li­gen Ber­tels­mann-Töch­tern und ‑Betei­li­gun­gen, die dem Ver­neh­men nach u.a. in Logis­tik macht, dane­ben aber auch Call­cen­ter unter­hal­ten soll und gar, glaubt man denn unbe­stä­tig­ten Gerüch­ten im Web, Zens­ur­ko­lon­nen betrei­ben mag: Wenn das stimmt, das passt wohl der Spruch, es ist nicht alles Sta­si, was zen­siert, und Regie­rungs­nä­he wäre dabei in so man­chem Fal­le gegeben.)

    Sehr geehr­ter Herr Letsch, ich hof­fe, dass Sie mei­nen Post trotz sei­ner (auch ein wenig unge­ord­ne­ten) Län­ge (Brain­stor­ming eben) ver­öf­fent­li­chen, da er ja so eini­ges an „Muni­ti­on” gegen die inak­zep­ta­ble und m.E. auch ille­ga­le Vor­ge­hens­wei­se des Spie­gel beinhal­tet und somit dem einen oder ande­ren vom Spie­gel geschä­dig­ten Klein­ver­lag u.U. Hil­fe­stel­lung bei der eige­nen Argu­men­ta­ti­on, aus­ser­ge­richt­lich oder vor Gericht, bie­ten könnte.

    Die „Spie­gel Bestseller”-Liste jeden­falls darf auf kei­nen Fall ihren der­zei­ti­gen, ver­lo­ge­nen Namen behalten.

    • Herz­li­chen Dank, und noch ein klei­ner Nach­satz. Der Spie­gel behaup­tet sinn­ge­mäss, Ein­grif­fe erfolg­ten nur in abso­lu­ten Aus­nah­me­fäl­len, und das ist u.U auch rich­tig, wäh­rend es aber natür­lich kei­ner­lei Ent­schul­di­gung dar­zu­stel­len ver­mag: Das Buch ist weder ver­bo­ten, noch könn­te es nach der­zei­ti­ger Rechts­la­ge ver­bo­ten wer­den – hin­sicht­lich Ver­mu­tun­gen nähern wir uns immer­hin Reichs­ge­set­zen lang­sam an, sie­he hier­zu nicht nur das Netz-Durch­wir­kungsG (hoch­wirk­sa­me Zen­sur über die Brief­ta­sche der Foren­an­bie­ter: Risi­ko­ma­nage­ment durch Strei­chen allens, was auch nur in die Nähe von Zwei­fels­fäl­len gerät), son­dern ins­be­son­de­re auch die teu­re Ham­bur­ger „Pos­se” „Bana Ala­bed – Der blaue Bote”: ein Irr­witz, aus dem man wohl, ganz unbe­darf­ter Beob­ach­ter, schlies­sen könn­te, Sys­temm­edi­en dürf­ten lügen, was das Zeug hält, wäh­rend Nicht­sys­temm­edi­en nicht mal mehr (durch­aus begrün­de­te) Ver­mu­tun­gen äus­sern dürf­ten – aber das ist sicher ein fal­scher Ein­druck, den ich da gewon­nen habe, denn ich ken­ne die gan­ze Ange­le­gen­heit ja nur durch Lesen frei Ver­füg­ba­rens, tja. (Der Betrei­ber der Sei­te ver­folgt wei­ter den Rechts­weg; Danisch ist der Blog­be­trei­ber, der ihm da wohl kei­ne über­mäs­si­gen Chan­cen hin­sicht­lich BVerfG ein­räum­te, auf­grund sei­ner Erfah­run­gen mit die­sem Gericht – Stich­wort: Baer -, d.h. hof­fen darf der Blog­be­trei­ber nur auf den BGH, und wenn der sich auch gegen ihn stellt, sieh’s düs­ter aus, denn Strass­burg nimmt ja auch nur eine Min­der­zahl von Kla­gen an.)

      Auch mit Jugend­schutz und der­glei­chen ist dem Buch nicht bei­zu­kom­men, somit wäre aller‑, aller‑, aller­höchs­tens ein „redak­tio­nel­ler Kom­men­tar” zu Titel 6 der Lis­te erlaubt gewe­sen, besteht man spie­gel­seits wei­ter auf der (als sol­cher nun­mehr nach­ge­wie­se­nen) impli­zi­ten Lüge, bei den Titeln auf der Lis­te hand­le es sich um die aktu­ell sich am bes­ten ver­kau­fen­den „aktu­el­len” Bücher (also aus­ser Longsellern). 

      Übri­gens habe ich erst durch Ihren Arti­kel hier erfah­ren, dass es sich beim „frei­en”, näm­lich unbe­leg­ten Platz 6 bei ama­zon (zu dem Zeit­punkt mei­nes Screen­shots) auch um einen blos­sen Skript­feh­ler gehal­ten haben könn­te; ich hat­te damals ange­nom­men, die kom­mu­ni­zier­ten die Zen­sur wenigs­tens offen; wie wir jetzt wis­sen, haben sie dem­ge­gen­über tat­säch­lich ver­sucht, den Zen­sur­akt zu ver­tu­schen und zu ver­schwei­gen, dar­um dann auch das promp­te Nach­rü­cken des Platz-7-Titels auf den ihm nicht zukom­men­den Platz, und der auch die wei­te­ren Titel begüns­ti­gen­de Domi­no­ef­fekt, der bei Frei­las­sen so ja (auch für wei­te­re, ggf. Nicht-Ber­tels­mann-) Titel nicht ein­ge­tre­ten wäre.

      Die­se beab­sich­tig­te Heim­lich­keit scheint mir aber höchst wich­tig bei der Bewer­tung zu sein, denn damit zieht das „Argu­ment” des Spie­gel, man wen­de sol­che „Ein­grif­fe” „nur in abso­lu­ten Aus­nah­me­fäl­len” an, m.E. nicht mehr: Wenn sol­che Ein­grif­fe, also (auch wett­be­werbs­wid­ri­ge) Zen­sur­mass­nah­men in aller Stil­le durch­ge­führt wer­den, wer will dann wis­sen, was für den Spie­gel „abso­lu­te Aus­nah­me­fäl­le” sind? Ein auf fri­scher Tat ertapp­ter Ein­bre­cher behaup­tet ja auch, er klaue heu­te zum ers­ten­mal, wäh­rend die Lebens­er­fah­rung eher dafür spricht, dass man ihn viel­leicht bei sei­nem 20., 40. Bruch end­lich erwischt hat.

      Wer­den sol­che „Ein­grif­fe” aber nie­man­dem gegen­über doku­men­tiert, ins­be­son­de­re weder einer (hier­für nicht exis­ten­ten) Auf­sichts­be­hör­de, geschwei­ge denn, gegen­über dem Ver­lag selbst, ist es durch­aus plau­si­bel, dass sie, also die Zen­sur­mass­nah­men, zumin­dest „immer mal wie­der” erfol­gen, wenn’s gera­de genehm ist – was ist z.B. mit den ver­ru­fe­nen (aber lus­ti­gen, wenn man schrä­gen Humor mag) Pirin­çci-Titeln, die sich ja auch recht gut ver­kauft haben sollen?

      Im übri­gen wider­spre­chen sich die bei­den Spie­gel-Behaup­tun­gen (für die ich kei­ne Bele­ge nach­wei­sen kann, die aber bei­de so kol­por­tiert wur­den, und die sich sicher­lich nöti­gen­falls bele­gen las­sen wer­den): Einer­seits (sinn­ge­mäss) „nur in abso­lu­ten Aus­nah­me­fäl­len” und ande­rer­seits vor­geb­lich doch regel­mäs­si­ges „Aus­son­dern” (also Zen­sie­ren) mit (sinn­ge­mäss) „Unse­re Lis­te rich­tet sich nicht nur nach den Ver­kaufs­zah­len, son­dern wir neh­men auch redak­tio­nel­le Ein­grif­fe vor, auf­grund unse­rer Qualitätsstandards”.

      Und wei­ter, das sei auch all­ge­mein bekannt, was ich für eine gro­be Lüge hal­te, wenn es denn so gesagt wor­den ist – also, mir war das bis­lang völ­lig unbe­kannt, ähn­li­ches habe ich nicht mal geahnt, und ich gehö­re gemein­hin zu den sehr gut Infor­mier­ten, zumal im Buch­we­sen; bei mir fin­den sich an die 20.000 Bücher, aller­dings habe ich nur ein ein­zi­ges von denen nach der Spie­gel-Lis­te gekauft, das war damals „Bit­te­re Pil­len” – erwor­ben nicht wegen sei­nes guten Plat­zes dort, son­dern durch die­sen auf­merk­sam gemacht auf den – damals durch­aus über­aus hilf­rei­chen – Band (es gab ja ins­be­son­de­re kein Inter­net); ande­re Buch­käu­fer funk­tio­nie­ren i.ü. oft ähn­lich und sys­te­ma­tisch so:

      Sie kau­fen nicht „direkt” auf­grund der Lis­te, neh­men die Bücher der Lis­te aber in die Hand, tref­fen auf­grund ihrer also die – letzt­lich alles ent­schei­den­de – Vor­auswahl, und kau­fen dann nach Durch­blät­tern, nach Geschmack: Wäre das Buch aber nicht in der Lis­te – und damit auch und ins­be­son­de­re: auf dem „Bestseller”-Tisch der Buch­hand­lung!!! – auf­ge­taucht, hät­ten sie es nie in die Hand genom­men, sich somit nie für sei­nen Kauf ent­schie­den – die­se Lis­te „macht” also ein recht gut ver­käuf­li­ches Buch zum Best­sel­ler, ganz offen auf die­sem Tisch, und, genau­so wirk­sam wenn­gleich weni­ger offen­sicht­lich, durch die Lis­te mit den wei­te­ren Plät­zen höher als 20, von des­sen halb­öf­fent­li­cher Exis­tenz ich erst jetzt erfahre.

      Der ent­schei­den­de Punkt hier ist offen­bar der, dass sich die Buch­hand­lun­gen bei ihren Bestel­lun­gen auch der noch nicht dem End­kun­den als Best­sel­ler offen­sicht­li­chen Titel oft genug nach die­ser Lis­te rich­ten – sie zah­len sogar Geld dafür -, und dann fin­den sich die­se daher (!) bestell­ten Bücher not­wen­di­ger­wei­se gehäuft (also in Mehrfach‑, nicht Ein­zel­ex­em­pla­ren) in der Buch­hand­lung, wo sie wie­der­um der Kun­de mit höhe­rer Wahr­schein­lich­keit wahr- und somit mit höhe­rer Wahr­schein­lich­keit in die Hand und dann ggf. sogar mit­nimmt, also kauft (oder klaut, der Voll­stän­dig­keit hal­ber; der Umsatz für den Ver­lag ist aber in bei­den Fäl­len gege­ben, war­um es unsin­nig wäre, hier eine Unter­schei­dung machen zu wol­len) – „inter­es­sant” wären also auch alle Eingriffe/Zensurmassnahmen des Spie­gel (nicht unbe­dingt nur aus poli­ti­schen, son­dern ggf. auch auch mer­kan­ti­len Grün­den: Pushen von Ber­tels­mann-Grup­pe-Titeln oder ande­rer „befreun­de­ter” Ver­la­ge? Kann man ja nun nicht mehr aus­schlies­sen!), und zwar sol­che auf nume­risch „höhe­ren” Plät­zen der Lis­te, also auf nie­de­ren, dem End­kun­den nicht sicht­ba­ren Rangplätzen:

      Denn wie gera­de beschrie­ben, bil­den auch jene dem Kun­den auf dem aus­ge­häng­ten Pla­kat noch nicht sicht­ba­ren (tat­säch­lich oder vor­geb­li­chen) Ver­kaufs­er­fol­ge eben nicht nur die­se, also die rela­ti­ven Zah­len ab, son­dern beein­flus­sen gleich­zei­tig die nach­fol­gen­den Zah­len, eben indem sie, durch die durch sie aus­ge­lös­ten Bestel­lun­gen der Buch­händ­ler, ver­mehr­te Sicht­bar­keit die­ser Titel und somit deren unmit­tel­ba­ren Ver­kaufs­er­folg mass­geb­lich und unzwei­fel­haft beeinflussen:

      All­fäl­li­ge Mani­pu­la­tio­nen der Lis­te, durch wen auch immer und gleich auf wel­chem Platz – natür­lich mit abneh­men­dem „Impact” „nach hin­ten hin”, schla­gen sich somit im Porte­mon­naie der Ver­la­ge und der Autoren nie­der; Ver­wer­fun­gen begüns­ti­gen den einen (Ber­tels­mann? wie ja nach­ge­wie­se­ner­mas­sen in die­sem Fall: Nach­rü­cken von Platz 7 auf Platz 6) und benach­tei­li­gen, also schä­di­gen ganz unmit­tel­bar finan­zi­ell, den, der für ihn wei­chen muss­te, sei’s um ein paar Plät­ze, sei’s, dass er ganz aus der Lis­te raus­ge­flo­gen wäre.

      Das durch die­sen nach­ge­wie­se­nen Fall (ver­sucht heim­li­cher) Mani­pu­la­ti­on der Lis­te auf einem pro­mi­nen­ten sechs­ten Platz wirft also die Fra­ge auf, wel­che mög­li­chen Mani­pu­la­tio­nen, nicht nur auf vor­de­ren, son­dern auch auf wei­ter hin­ten lie­gen­den Plät­zen (die ja umso zahl­rei­cher sind und daher dem Ent­schlos­se­nen des­to mehr Gele­gen­hei­ten bie­ten) vor­ge­nom­men wor­den sein könn­ten (s.u.), und wel­chen immensen Scha­den die­se dann über die Jah­re wohl ange­rich­tet haben mögen, sofern mei­ne Spe­ku­la­ti­on zutref­fend wäre.

      Und für sol­che Even­tua­li­tät gibt es ja durch­aus hand­fes­te Anhalts­punk­te, denn obi­ger Wider­spruch im Vor­trag des Spie­gels heisst doch letzt­lich nichts ande­res als: Wir neh­men regel­mäs­sig Ein­grif­fe in die Lis­te vor und begrün­den die­se dann jeweils mit unse­ren Qua­li­täts­an­sprü­chen (ok, Spie­gel und Qua­li­täts­an­sprü­che, schön wär’s ja, nicht wahr? aber las­sen wir das!), kom­mu­ni­zie­ren die­se Ein­grif­fe aber nicht (aber die Behaup­tung der Nor­ma­li­tät von Ein­grif­fen auf­grund von Qua­li­täts­an­sprü­chen impli­ziert doch letzt­lich auch eine gewis­se Regel­mäs­sig­keit, also Häu­fig­keit) – und jetzt, wo wir aus­nahms­wei­se mal erwischt wor­den sind, spie­len wir die­se von uns ansons­ten doch behaup­te­te Nor­ma­li­tät radi­kal her­un­ter und ver­le­gen uns jetzt auf „abso­lu­te Aus­nah­me­si­tua­ti­on” – ja, wenn’s denn so wäre, hät­te man die­se dann ja auch ent­spre­chend kom­mu­ni­zie­ren kön­nen, ohne sich vor­her bei sei­nem heim­li­chen Tun erwi­schen zu lassen.

      Sehr geehr­ter Herr Letsch, jetzt ist es wie­der viel zu lang gewor­den und wie­der nicht geord­net – ich schrei­be seit heu­te mor­gen 7 Uhr und bin müde zum umfal­len, bit­te daher, mei­ne Schlud­rig­keit zu ent­schul­di­gen -, aber ich behand­le hier wich­ti­ge Aspek­te im Kampf gegen den Spie­gel und sei­ne skan­da­lö­se Lis­te. Wäre ich Klein­ver­le­ger, ich täte mich mit ande­ren zusam­men und veri­fi­zier­te und beleg­te die sinn­ge­mäs­sen Behaup­tun­gen des Spie­gels (ggf. auch aus der Ver­gan­gen­heit), man behal­te sich jeder­zeit Ein­grif­fe aus Qua­li­täts- und/oder ande­ren Grün­den in die Lis­te vor und neh­me auch sol­che vor (mög­lichst spie­gel­seits behaup­te­te „Ein­griffs­nor­ma­li­tät”, mind. dort­sei­tig behaup­te­ter, stän­dig über allen Titeln schwe­ben­der Ein­griffs­vor­be­halt); dann wie­se ich per kon­trol­lier­ter, gerichts­fes­ter Befra­gun­gen nach, dass bereits die­ser Ein­griffs­vor­be­halt publi­kums­sei­tig qua­si-unbe­kannt (geblie­ben) ist, geschwei­ge denn, dass eine ggf. bestehen­de Ein­griffs­nor­ma­li­tät zur Kennt­nis gelangt wäre, und dann for­der­te ich den Spie­gel nicht nur zur Ände­rung für die Zukunft auf (Titelän­de­rung der Lis­te; Vor­schlag: „Die wöchent­li­che Spie­gel-Best­sel­ler-Aus­wahl und was wir gern zum Best­sel­ler machen möch­ten” – ok, der zwei­te Teil war ein Scherz; oder aber wirk­lich ins Auge fal­len­de Erläu­te­run­gen die­ses Sach­ver­halts, und zwar auf allen Aus­hän­gen und Ver­öf­fent­li­chun­gen der Lis­te, durch­setz­bar in der Form der Abmah­nung mit hohen Ver­trags­stra­fen für jede ein­zel­ne Zuwi­der­hand­lung); und dann ver­such­te ich auch, nicht ver­jähr­te mög­li­che Scha­dens­er­satz­fäl­le zu fin­den und hier, unter Zuhil­fe­nah­me der Bestim­mun­gen bezügl. uner­laub­ter Hand­lun­gen, eine Beweis­last­um­kehr zu errei­chen hin­sicht­lich des Nach­wei­ses wei­te­rer heim­li­cher „Aus­son­de­run­gen” von der Lis­te in der Ver­gan­gen­heit; aus­ser­dem soll­te es beim Spie­gel für sol­che Hand­lun­gen dann nicht nur Täter, son­dern auch Mit­wis­ser geben; die haben ja letzt­lich, wie man so hört, nur noch 1.000 euro Weih­nachts­geld, statt 5stelliger Beträ­ge, bekom­men? Viel­leicht hat der Spie­gel nicht nur gefälsch­te Bestseller‑, son­dern auch den Tat­sa­chen ent­spre­chen­de Ein­griffs­lis­ten vor­rä­tig, die bei ent­spre­chen­der peku­niä­rer Moti­va­ti­on pri­vat kom­mu­ni­ziert wer­den könnten?

      Somit: 1. „Spie­gel Bestseller”-Listen sind hoch­wirk­sam im Buch­ver­kauf, Plät­ze machen Sein oder Nicht­sein eines Buchs (der aktu­el­le Erfolg trotz Platz­ver­lust ist ja dem sin­gu­lä­ren Skan­dal zu ver­dan­ken, eben nicht typisch für ande­re, nicht ver­gleich­ba­re, weil nicht an die Öffent­lich­keit gekom­me­ne Fäl­le), somit hohe wett­be­werbs­recht­li­che und ggf. auch scha­den­er­satzs­recht­li­che Rele­vanz von Ein­grif­fen in die­se Lis­te. 2. Der Name der Lis­te bestimmt als ein­zi­ges Kri­te­ri­um die (rela­ti­ven, näm­lich auf­grund von signi­fi­ka­ti­ven Erhe­bun­gen gewon­ne­nen) Ver­kaufs­zah­len; aus dem Vor­satz „Spie­gel” im Namen ist für die Öffent­lich­keit kein Ein­griffs­vor­be­halt erkenn­bar, son­dern sie sieht hier­in eine, auf­grund geleis­te­ter Mühe auch nach­voll­zieh­ba­re, Wer­bung und aus­ser­dem einen Her­kunfts­c­laim („nicht von irgend­wo­her, sicher kor­rupt, son­dern vom Spie­gel, also ver­läss­lich”), der die Vali­di­tät der Infor­ma­tio­nen, also der in (kor­rekt zuge­teil­te) Lis­ten­plät­ze trans­po­nier­ten rela­ti­ven Ver­kaufs­zah­len garan­tiert. 3. Dem­ge­gen­über behaup­tet der Spie­gel aber, Ein­grif­fe in die­se (eigent­lich und vor­geb­lich arith­me­tisch fest­ge­leg­te, nur durch sich ändern­de Ver­kaufs­zah­len änder­ba­re) Rei­hung vor­zu­neh­men, kom­mu­ni­zier­te dies aber nie­mals gegen­über dem Publi­kum so, dass die­ses von die­sem aleato­ri­schen Ele­ment („Qua­li­täts­an­sprü­che”, in Wahr­heit also geschmack­li­che Prä­fe­ren­zen und/oder Abnei­gun­gen die­ser „Redak­ti­on”) erfuhr (Nach­weis die­ses Unwis­sens durch Erhe­bung). 4. Die­ser Wider­spruch in der öffent­li­chen Wahr­neh­mung der Lis­te zu ihrem tat­säch­li­chen Zustan­de­kom­men und damit ihrer tat­säch­li­chen, min­de­ren Qua­li­tät (Aus­sa­ge­kraft hin­sicht­lich der vom Buch­käu­fer gewünsch­ten Schwarz­ge­wiss­heit) war dem Spie­gel auch bekannt oder muss­te ihr zumin­dest bekannt sein (Vor­werf­bar­keit), und statt die­sen auf­zu­he­ben, hat sie ihn pas­siv hin­ge­nom­men und durch die Namens­ge­bung noch geför­dert, den Irr­tum des Publi­kums also min­des­tens mit­tel­bar aktiv auf­recht­erhal­ten. 5. Auf­grund der Erheb­lich­keit der Pla­zie­run­gen (incl. des Aspekts, ob über­haupt Vor­kom­men auf (dem Publi­kum sicht­ba­ren wie unsicht­ba­ren Teil) der Lis­te für die Kauf­ent­schei­dun­gen zahl­lo­ser Kun­den (sie­he mei­ne Aus­füh­run­gen oben), in Ver­bin­dung mit dem in der Öffent­lich­keit (aktiv wie pas­siv) unter­hal­te­nen Irr­tum über die rei­ne Zah­len­ba­siert­heit der Lis­te, muss­te dem Spie­gel eben­falls bewusst sein, dass jeder Ein­griff in die Lis­te, gleich aus wel­chem Grund und zumal, wenn die­ser der Öffent­lich­keit gegen­über nicht kom­mu­ni­ziert (mit­ge­teilt und ggf. auch kom­men­tiert) wur­de, wett­be­werbser­heb­lich war, weil er von sol­chen Ein­grif­fen Betrof­fe­ne zuguns­ten Nicht­be­trof­fe­ne­ner finan­zi­ell schä­dig­te, letz­te­re finan­zi­ell för­der­te. 6. Der Spie­gel war daher in der Pflicht, die Öffent­lich­keit wirk­sam (d.h. so, dass die Bot­schaft bei den Emp­fän­gern, also den die Lis­te bei Kauf­ent­schei­dun­gen ggf. berück­sich­ti­gen­den Buch­käu­fern, auch ankam) davon zu unter­rich­ten, dass die Lis­te eben nicht, wie all­ge­mein ange­nom­men, die rei­nen Ver­kaufs­zah­len wider­spie­gel­te (und immer noch ‑spie­gelt); für den Fall, dass sol­che Ein­grif­fe tat­säch­lich höchst sel­ten erfolg­ten, hät­te man eben­dies eben­falls kom­mu­ni­zie­ren und sich gleich­zei­tig ver­pflich­ten kön­nen, jeden Fall eines Ein­griffs geson­dert und erkenn­bar (z.B. auf den aus­ge­häng­ten Pla­ka­ten der Lis­te) zu kom­mu­ni­zie­ren; mit die­sen Mass­nah­men hät­te man den Ver­trau­ens­ver­lust begren­zen kön­nen, der durch die Mit­tei­lung, dass die Lis­te eben kei­ne ech­te, unge­wich­te­te Best­sel­ler­lis­te war und ist, sicher­lich ent­stan­den wäre; das ist alles nicht gesche­hen. 7. Der Spie­gel hat also, eben um die­sen sonst unaus­weich­li­chen Ver­trau­ens­ver­lust in die Lis­te zu ver­mei­den, den Irr­tum über die Natur der Lis­te, in dem sich die Öffent­lich­keit befand, bil­li­gend in Kauf genom­men und sogar min­des­tens geför­dert (kein Namens­wech­sel, kei­ne wirk­lich erkenn­ba­ren Erläu­te­run­gen zur eigent­li­chen, wah­ren Natur der Lis­te. Damit ist sie für jeden Scha­den ver­ant­wort­lich, den Ver­la­ge, Autoren und ande­re Betei­lig­te dadurch erlit­ten haben, dass der Spie­gel ihnen auf­grund nicht oder nur par­ti­ell auf den erho­be­nen Ver­kaufs­zah­len beru­hen­den Ent­schei­dun­gen schlech­te­re (oder gar kei­ne) Lis­ten­plät­ze, gleich ob sicht­bar oder unsicht­bar für die Öffent­lich­keit (da letz­te­re zumin­dest mit kauf­ent­schei­dend für den Buch­han­del, somit für die Expo­si­ti­on gegen­über dem Käu­fer und damit wie­der­um mit ent­schei­dend für des­sen Kauf­ent­schei­dung), zuge­wie­sen hat, als ihnen nach den rela­ti­ven Ver­kaufs­zah­len allein zuge­kom­men wäre.

      Damit soll­te dem Spie­gel inso­fern doch wohl das Hand­werk zu legen sein? (Und was ist mit der bestän­di­gen Het­ze dort, beson­dern sei­tens der Frau mit dem pol­ni­schen Namen? Aber das ist eine ande­re Bau­stel­le: Frau­en dür­fen in die­sem Land gegen Män­ner het­zen; Män­ner, die das gegen Frau­en ver­su­chen, kom­men in den Knast dafür.)

      Ver­jäh­rungs­frist für Anspruchs­durch­set­zung ist 1 Jahr nach Kennt­nis (nicht der Mög­lich­keit einer Hand­lung, son­dern der kon­kre­ten Hand­lung in jedem ein­zel­nen Fall), aber nur 10 Jah­re ins­ge­samt nach der Hand­lung (wohl: Ende der Kalen­der­wo­che der ein­zel­nen, schä­di­gen­den Lügen­lis­te, mit dem schlechteren/fehlenden Platz). Da könn­ten also, wenn man das geschickt anpackt, ggf. eine gan­ze Men­ge Scha­dens­er­satz­an­sprü­che, nebst Zin­sen für bis zu 10 Jah­ren, durch­aus noch durch­setz­bar sein. (Ich selbst bereue jede ein­zel­ne Mark, die ich in jün­ge­ren Jah­ren für den Spie­gel aus­ge­ge­ben habe; lei­der habe ich noch kei­nen Dreh gefun­den, wie ich die zurück­ver­lan­gen könn­te, aber tun tät ich’s schon gern, nach allem, was ich in den letz­ten Jah­ren bei denen online so lesen „muss­te”, selbst ohne die Het­ze von jener Frau: Ich bin nicht nur pas­siv ent­täuscht, son­dern aktiv wütend, drum mein Enga­ge­ment hier, des Spie­gels mög­li­che Opfer zur Gegen­wehr anzuregen.)

      • Ach, übri­gens: Ich bin durch ach­gut hier „gelan­det”; selbst­ver­ständ­lich ver­traue ich deren Links. „Emp­feh­lun­gen” machen den Erfolg, mehr als jeder ande­re Fak­tor, und wenn ich ach­gut (oder mei­net­we­gen auch den Spie­gel, sol­che Leu­te soll es ja immer noch geben) schät­ze, dann ver­traue ich also der Mei­nung des Emp­feh­lung­ge­bers; das ist ok. So gibt es auch sicher­lich immer noch vie­le Men­schen, die einer Emp­feh­lungs­lis­te des Spie­gel folg­ten; das ist zu akzep­tie­ren (wenn­gleich mir per­sön­lich in der heu­ti­gen Situa­ti­on jeden­falls unverständlich).

        Die Spie­gel­lis­te kommt aber als rein fak­ten­ba­siert daher, tut also so, als bil­de­te sie die kon­so­li­dier­ten Emp­feh­lun­gen der Men­ge aller ande­ren Buch­käu­fer ab, mit denen der Buch­käu­fer sich mehr oder min­der zwar ver­bun­den fühlt – Buch­lieb­ha­be­rei wird ja auch immer mehr zu einem Min­der­hei­ten­ver­gnü­gen, da fällt’s leicht, Zusam­men­ge­hö­rig­keit zu emp­fin­den, aber zu Zei­ten des Geschenk­ten Gauls war’s letzt­lich auch nicht anders; was auf die Mei­nung ande­rer Buch­käu­fer zu geben, ist also wohl­feil, kein Anzei­chen fort­schrei­ten­der Versektisierung.

        Indem der Spie­gel aber vor­gibt, eine Gemein­schafts­mei­nung, nicht etwa die sei­ner „Redak­teu­re” (selbst ein „Her­aus­ge­ber: Spie­gel-Redak­ti­on” heisst für mich nur, die orga­ni­sie­ren das, benut­zen ihren Appa­rat, die „Redak­ti­on” für die rein tech­ni­sche Umset­zung der Roh­da­ten – nie im Leben hät­te ich ange­nom­men, dass die es sich erlau­ben, in der Lis­te her­um­zu­pfu­schen, die­se zu „redi­gie­ren”) abzu­bil­den, „erreicht” er die min­des­tens zehn­fa­che Men­ge an „Fol­lo­wern” sei­ner Emp­feh­lun­gen, somit haben die also auch ein erheb­li­ches Eigen­in­ter­es­se (Geld, Ein­fluss) an der Auf­recht­erhal­tung des Irr­tums der Öffent­lich­keit; die­sen Aspekt hat­te ich oben noch nicht herausgearbeitet.

        Wie sehr die sich aller­dings tat­säch­lich (und ins­be­son­de­re auch im nur dem Buch­han­del und der Pres­se zugäng­li­chen Teil der Lis­te, der sogar ganz erheb­li­chen Ein­fluss auf die Sicht­bar­keit (oder eben auch Unsicht­bar­keit) der ver­zeich­ne­ten oder eben auch nicht oder nur ungüns­tig ver­zeich­ne­ten Buch­ti­tel und somit auf den Ver­kaufs­er­folg die­ser hat) über all die Jahr­zehn­te an der Lis­te zu schaf­fen gemacht haben, wer­den wir (und die betrof­fe­nen Ver­la­ge und Autoren) wohl nie erfah­ren, wenn nicht einer „aus­packt”.

        Und jetzt mal ganz unab­hän­gig vom Spie­gel, der hier mal ganz aus­sen vor bleibt: Wenn man bedenkt, wel­che Umsatz­ver­viel­fa­chung Bücher gera­de un- oder wenig bekann­ter Autoren durch Bespre­chung in Fern­seh­sen­dun­gen erfah­ren, kann man sich dann des Gedan­kens erweh­ren, hier lohn­te es sich ggf. durch­aus für den Ver­le­ger, mit Bak­schisch nach­zu­hel­fen? Ich will damit nie­man­den Schlech­tes nach­sa­gen, ich sin­nie­re ledig­lich über die Situa­ti­on, in der ich als Ver­le­ger wäre, näh­me ich etwai­ge „Auf­ge­schlos­sen­heit” sei­tens eines Ent­schei­ders wahr.

        Es gibt einen alten Spruch, der sich auf allen Fel­dern bewahr­hei­tet: Was gemacht wer­den kann, das wird auch gemacht.

        Was ich damit sagen will, ist dies: Ich gehö­re selbst viel­leicht sogar zu den Empör­tes­ten über die­sen „unglaub­li­chen” Vor­gang, jeden­falls unter den Nicht­be­trof­fe­nen. Aber letzt­lich muss ich mich doch fra­gen, wie­so wun­dert mich das eigent­lich alles so, ist es nicht viel­mehr aller Wahr­schein­lich­keit „nur” die Spit­ze des Eis­bergs, gebil­det aus all dem, was sich sonst noch so alles tut, gleich wo, in der Bran­che und über­all sonst auch?

        Ich ver­mu­te, ich ken­ne viel zu wenig von Ähn­li­chem, krie­ge zu wenig mit, sehe, was ich der­ge­stalt mit­be­kom­me, daher als sin­gu­lär, exzep­tio­nell an, wäh­rend z.B. jemand, der im Manage­ment im Gross­be­trieb (Auto­bran­che? ha, ha!) arbei­tet, Kor­rup­ti­on und ande­res ent­we­der häu­fi­ger sieht, oder die­se sogar selbst (mit-) orga­ni­siert, z.B. nicht aus Nei­gung, son­dern, weil er Fami­lie hat und sei­nen Arbeits­platz zu erhal­ten gedenkt: kann man’s ver­übeln? Jeden­falls, wenn wir, bei unse­rer Empö­rung, sei­tens der Umge­bung oft nur Ach­sel­zu­cken wahr­neh­men, dann viel­leicht nicht daher, weil vie­le Men­schen gemüts­arm von Natur aus wären, son­dern weil ihnen ihre indi­vi­du­el­len oder regel­mäs­sig beob­ach­te­ten Umstän­de längst bei­gebracht haben, das Skan­da­lö­se als Nor­ma­li­tät zu betrach­ten und schleu­nigst ad acta zu legen, statt sich noch per­sön­lich tort damit anzu­tun: Rück­zug, auch von Mei­nungfas­sen, als Selbstschutz.

        Nur so ein Gedan­ke; genug der Küchen­phi­lo­so­phie; gute Nacht! 😉 Und: Sie schrei­ben klas­se; Frei­geis­ter, die sich so gut aus­drü­cken kön­nen, braucht das Land. Doch, doch, ganz ernsthaft. 😉

  2. Sehr geehr­ter Herr Letsch, 

    gera­de schau­te ich, ob und was die Medi­en wei­ter über den Fall berichteten.
    Buch­re­port „erklär­te heu­te auf Anfra­ge von Über­me­di­en: Finis Ger­ma­nia war eine Woche auf der SPIE­GEL-Best­sel­ler­lis­te plat­ziert. Die Chef­re­dak­ti­on des SPIEGEL hat dar­auf­hin beschlos­sen, das Buch beim nächs­ten Mal von der Lis­te zu neh­men.“ Sie stell­ten das rich­tig fest. 

    Der SPIEGEL zen­sier­te und berei­nig­te sei­ne Best­sel­ler­lis­te. Dies hielt ich für unmög­lich und die vor­ge­leg­ten Nach­wei­se für nicht aus­rei­chend stich­hal­tig. Für mei­ne über­spitz­te Wort­wahl möch­te ich mich entschuldigen. 

    Die Chef­re­dak­ti­on SPIEGEL ging skan­da­lös und arm­se­lig vor. Jeder kann sich die Mühe machen, die Aus­sa­gen aus den Tex­ten und Wer­ken des flo­rie­ren­den Unter­gangs­gen­res zu unter­mau­ern oder zu zer­pflü­cken. Jour­na­lis­ten wer­den sogar dafür bezahlt. Sobald sie das Berich­ten, Dis­ku­tie­ren und Argu­men­tie­ren unter­las­sen, haben sie ihren Beruf verfehlt.

    • Und sich dann noch so blöd anstel­len bei der digi­ta­len Bücherverbrennung. 

      Die haben doch vor­her schon gese­hen, dass das Buch in der Lis­te auf­steigt. Platz 21–50 sind nur Abon­nen­ten zugäng­lich. Da hät­te man ja das Buch vor­her schon ohne viel Auf­se­hen von der Lis­te ver­schwin­den las­sen können.
      Der Geist weht schon lan­ge nicht mehr links, falls er es je tat. 

      Bin gespannt, ob Götz Kubit­schek jetzt klagt. Immer­hin zahlt er ja als Ver­le­ger für Daten von buchreport.de

      @Frick
      Respekt für Ihre Ent­schul­di­gung. Das nen­ne ich Diskussionskultur.

  3. Bol­sche­wis­ten klassisch.
    Und nichts wirk­lich Neu­es unter der Son­ne: Lass Bol­sche­wis­ten an die Schal­ter & Hebel und bekom­me tota­li­tä­re Gesinnungsdiktatur.

    Nun kön­nen sich die West­deut­schen noch zeit­ver­zö­gert einen Live-Ein­druck von den DDR-Ver­hält­nis­sen verschaffen.

    Und der alte dama­li­ge Spruch „Geh doch nach drü­ben!” an west­deut­sche ’68er-Lin­ke sich nun auch noch post­hum bestä­tigt und als voll­kom­men rich­tig im Kern erwie­sen hat, so wie die ’68er in den Regie­rungs­po­si­tio­nen jetzt ein­fach „die DDR nach Wes­ten geholt haben” und aus der deut­schen Wie­der­ver­ei­ni­gung nun einen Anschluß der ex-BRD an die DDR gemacht haben.

  4. @roger
    Ganz so ein­fach kommt buchreport.de nicht aus der Num­mer raus. Spie­gel ver­weist auf buch­re­port als Daten­quel­le und buch­re­port prä­sen­tiert die Spie­gel-Lis­te auf sei­ner Seite.
    Letzt­lich hängt der Ruf und damit das Geschäft­mo­dell von buch­re­port an der Glaub­wür­dig­keit der gelie­fer­ten Daten.
    Höf­li­che Nach­fra­ge an
    https://www.buchreport.de/kontakt/
    tra­gen viel­leicht zur Auf­kläung bei.
    Die Mani­pu­la­ti­on, wenn es denn eine gab, ist wohl nicht bei buch­re­port gelaufen.

    Tech­nisch läuft das wohl so ab:
    buch­re­port bie­tet lesen­den Zugriff auf eine Daten­bank mit den Ver­kaufs­zah­len. Bei den Bezie­hern (Spie­gel, ama­zon, tha­lia) lau­fen ser­ver­sei­tig php-Pro­gram­me, die dann den von Ihnen erwähn­ten html/Css Code erzeu­gen, der den End­be­nut­zern (über einen pro­xy) ange­zeigt wird.
    Ein­grif­fe direkt in die Daten­bank, hät­ten bei allen Lis­ten zu glei­chen Ergeb­nis­sen geführt, was nicht der Fall war. Ein­grif­fe direkt in den php-Code wären zu kom­plex und zu feh­lerträch­tig. Das kann man nicht auf die Schnel­le machen. Also wur­de von den Daten­be­zie­hern ver­mut­lich der gene­rier­te Code manu­ell geän­dert, wie von Ihnen vermutet. 

    Aber trotz­dem bleibt in der öffent­li­chen Wahr­neh­men etwas an buchreport.de hän­gen. Des­halb ja, nachfragen.

  5. Ich habe mal nach der Quel­le der Spie­gel-Lis­te geforscht.
    Es ist http://www.buchreport.de

    „Seit 1971 ermit­telt buch­re­port im Auf­trag des Nach­rich­ten-Maga­zins DER SPIEGEL die aktu­el­len Hardcover-Rankings.”

    Die Sei­te buchreport.de bie­tet für 199€ im Jahr einen kos­ten­pflich­ti­gen Ser­vice an, unter ande­rem kann man dann die Plät­ze 20 – 50 ein­se­hen. Das ist für Buch­hand­lun­gen wohl wich­tig, damit sie auf­stei­gen­de Bücher recht­zei­tig bestel­len kön­nen, um sie vor­rä­tig zu haben.
    Des­halb kön­nen auf buchreport.de durch­aus zivil­rech­li­che Scha­dens­er­satz­for­de­run­gen zukom­men, wenn der Sei­ten­be­trei­ber die Ergeb­nis­se manipuliert. 

    Via Kom­men­tar habe ich dort nach­ge­fragt, was es mit dem Ver­schwin­den von Finis Ger­ma­nia aus der Lis­te auf sich hat. Die Spie­gel-Lis­te ist dort eben­falls zu sehen, ohne Finis Germania.

    Falls jemand bei buchreport.de einen kos­ten­pflich­ti­gen Account hat, kann er ja mal nach­ha­ken und mit Nicht­be­zah­lung der nächs­ten Gebühr und/oder Kün­di­gung drohen.

  6. Sehr geehr­ter Herr Letsch, sehr geehr­te Kommentaristen,

    dem Spie­gel und im Ver­bund dem Buch­han­del – „einer selbst­er­nann­ten Mei­nungs­eli­te“ – die Berei­ni­gung und Zen­sur der Best­sel­ler­lis­te vor­zu­wer­fen ist so wie die Ver­gif­tung des Him­mels mit Chem­trails anzuprangern. 

    @Herr Hans­wer­ner XYZ: ich emp­feh­le Leh­manns zu kon­tak­tie­ren und nach dem Grund der Lücke zu fragen

    Ihre Ent­täu­schung dar­über, dass sich Finis Ger­ma­nia nicht bereits längst auf Platz 1 der Best­sel­ler­lis­te befin­det, kann ich gut nach­voll­zie­hen. Nur wen­den Sie sich bit­te an den Ver­lag, der das Buch nicht recht­zei­tig und in aus­rei­chen­dem Maße nach­druck­te und auslieferte.
    „Die Spie­gel-Best­sel­ler-Lis­te [ist] eine Insti­tu­ti­on, eine Instanz, die nur auf har­ten Zah­len basiert[…]“ – und nicht auf Ihren Wunschträumen.
    Es ist kei­ne Sel­ten­heit, dass sich ein Buch eine Woche in einer Best­sel­ler­lis­te befin­det und dann in der dar­auf­fol­gen­den Kalen­der­wo­che man­gels vor­han­de­ner Ver­kauf­s­ex­em­pla­re nicht mehr gerankt ist. 

    Götz Kubit­schek wird sich über Bro­ders, Klo­n­ovs­kys und Letschs PR und das aggres­si­ve und trot­zi­ge Opfer­ge­heul ihrer Leser­schaf­ten freu­en und sich ein paar wei­te­re Zie­gen kau­fen können.

    • Da sehen wir des Pudels Kern, Herr Frick: Es geht nicht um das Buch, es geht nicht um das, was dar­in steht, es geht nicht mal um den Ver­fas­ser. Es geht um den Ver­lag und wem er gehört. Das heißt, wir sank­tio­nie­ren nicht mehr straf­ba­re HANDLUNG, son­dern defi­nie­ren straf­ba­re HALTUNG. Man mag von Kubit­schek hal­ten was man will – mich ein­ge­schlos­sen. Aber dass er das Recht hat, einen Ver­lag zu betrei­ben und sich aus dem Pro­fit der ver­kauf­ten Bücher Zie­gen zu kau­fen, soll­te man bes­ser nicht in Fra­ge stel­len. Ich habe in letz­ter Zeit manch­mal den Ein­druck, der Geist von Maxi­mi­li­en de Robes­pierre sei aus sei­nem Grab in Paris gestie­gen und mache gera­de Urlaub in Deutschland.

      Was Sie als „Opfer­ge­heul” bezeich­nen, sehe ich als Reak­ti­on auf den non­cha­lan­ten Angriff auf die Mei­nungs­frei­heit, den man damit begrün­det, dass es schon die Rich­ti­gen trä­fe. Das ist wider­lich! Eben­so wie Ihr gene­rö­ses „Ver­ständ­nis” für mei­ne „Moti­ve”. Übri­gens: Das Buch BEFINDET sich auf Ver­kaufs­rang 1, OBWOHL es nach­ge­druckt wird!

      • Herr Letsch, selbst­ver­ständ­lich hat jeder das Recht, zu äußern und zu ver­kau­fen, was er möch­te – so wie es mein gutes Recht ist, zu äußern, dass sich der Ver­lag und sein Besit­zer über die absatz­stei­gern­de PR freu­en kön­nen. Zei­gen Sie mir bit­te auf, wo und wie ich die­ses Recht in Fra­ge stellte.
        Ich kri­ti­sie­re ledig­lich das vor­schnel­le Anpran­gern der Zen­sur und der Berei­ni­gung einer Best­sel­ler­lis­te, ohne dies rich­tig über­prüft zu haben. Fakt ist: Finis Ger­ma­nia befand sich in KW 29 auf Platz 6 im Ran­king und ist in der KW 30 nicht mehr auf der Lis­te. Das ist kein Angriff auf die Mei­nungs­frei­heit, son­dern gesun­ke­nen Ver­kaufs­zah­len geschuldet.
        War­um wen­den Sie sich nicht an den buchreport/ media con­trol und an den Ver­lag, um Ihre The­se zu verifizieren? 

        Tat­säch­lich: Das Buch BEFINDET sich JETZT nach Ihrer, Bro­ders und Klo­n­ovs­kys PR auf Ver­kaufs­rang 1 bei ama­zon, ges­tern war es noch wesent­lich schlech­ter gelis­tet (wenn ich mich rich­tig erin­ne­re, nicht in den Top 100).

        • Es war auf Platz 68. Weit bes­ser plat­ziert übri­gens, als die Nach­barn in der Sachbuchliste.
          Und Sie wider­spre­chen sich selbst, denn Sie behaup­te­ten ja, das Buch sei ver­grif­fen und des­halb aus der Lis­te gefal­len. Es IST ver­grif­fen, wird nach­ge­druckt und offen­bar auch verkauft.

        • Noch­mal zum Mit­schrei­ben: Für KW29 exis­tie­ren zwei Ver­sio­nen der Lis­te. Eine in der Print­aus­ga­be und eine online. Die­se unter­schei­den sich an einer Stel­le ganz erheb­lich. Es geht also im Grund gar nicht dar­um, was in der Fol­ge­zeit pas­siert, ob ein Buch fällt oder steigt, ob es ver­grif­fen ist oder nicht. es geht um die­se Dif­fe­renz, um nichts weiter.

          • Bei SPON sind nur die Lis­ten für die aktu­el­le KW zu fin­den ( http://www.spiegel.de/kultur/bestseller-buecher-belletristik-sachbuch-auf-spiegel-liste-a-458623.html ). Natür­lich bestehen Dif­fe­ren­zen zwi­schen der KW 29 und der KW 30.
            Es gibt kei­nen Nach­weis, dass Spiegel/ SPON und buch­re­port ( https://www.buchreport.de/bestseller/buch/isbn/9783944422503.htm/ ) die betref­fen­de Best­sel­ler­lis­te berei­nig­ten und zensierten. 

            Noch­mals: War­um wen­den Sie sich nicht u.a. an den buchreport/ media con­trol und an den Ver­lag, um Ihre The­se zu verifizieren?

            • Bei SPON ist IMMER nur die aktu­el­le Lis­te zu fin­den. Ande­re Rezi­pi­en­ten hand­ha­ben das anders und par­sen die Lis­te an Stich­ta­gen neu, wes­halb man dort auch nach­se­hen kann, wie ver­gan­ge­ne Wochen gelau­fen sind. Eine Anfra­ge bei buch­re­port wür­de nichts brin­gen, weil die Mani­pu­la­ti­on nicht vor dort aus­ge­gan­gen ist. Ich fin­de, die Indi­zi­en sind hier sehr klar. Außer­dem soll­ten Sie sich fra­gen ob es eine sinn­vol­le Idee sein kann, aus­ge­rech­net die Auf­lis­tung als Unschulds­be­weis zu prä­sen­tie­ren, deren Macher man der Mani­pu­la­ti­on ver­däch­tigt hat. Es ist fast so, als wol­le man einem Gericht die Blü­te eines 50ers zei­gen und zur Ent­las­tung anfüh­ren „Der sieht aber echt aus”. 😉

  7. Ich weiß, es ist schwer zu glau­ben und ver­wir­rend und ich selbst wür­de es vor­zie­hen, sol­che Mani­pu­la­tio­nen wären aus­ge­schlos­sen und unmög­lich. Aber ich ver­su­che noch­mal zu erklä­ren, was mei­ner Mei­nung nach pas­siert ist – ein wenig Kennt­nis­se in CSS und Web­de­sign set­ze ich mal voraus:

    In Print­aus­ga­be 29 des Spie­gel stand an Platz 6 der Lis­te das Buch, des­sen Name nicht genannt wer­den darf. In der ursprüng­li­chen online-Aus­ga­be wohl eben­falls, wie ich annehme. 

    Das muss jeman­dem bei SPON miss­fal­len haben und der Ein­trag wur­de gelöscht. Alle Sei­ten, die den Inhalt der Lis­te direkt bei SPON aus­le­sen, pass­ten sich auto­ma­tisch an (so wie Leh­manns unten, rich­ti­ge Woche, 29!), nur Ama­zon for­ma­tiert die Bücher­dar­stel­lung anders, in Blö­cken statt in Sta­peln. Das ist im CSS ein Unter­schied, weil die Blö­cke sich immer „Platz schaf­fen“, egal, womit sie gefüllt werden.

    https://www.lehmanns.de/listing/5408-spiegel-bestseller-sachbuch-hardcover-nr-29–2017

    Durch die abwei­chen­de For­ma­tie­rung bei Ama­zon und den nun feh­len­den Inhalt blieb offen­bar ein lee­rer DIV-Con­tai­ner im Code ste­hen, was die „wei­ße Lücke“ erzeugte. 

    https://unbesorgt.de/wp-content/uploads/2017/07/luecke.png

    Die Ver­su­che von Ama­zon, die­se Lücke nach­träg­lich durch manu­el­le Ein­grif­fe zum Ver­schwin­den zu brin­gen, erzeug­te optisch ein klei­nes Cha­os, das bemerkt wur­de. In Aus­ga­be 30 des Spie­gel ist das Buch nun gar nicht mehr zu fin­den, weder in Print, noch im Web.
    Übri­gens: man kann das Buch bestel­len, aus­ver­kauft und Nach­druck hin oder her. Veri­fi­zier­te Ver­käu­fe lan­den in den Media­zah­len, weil bereits Umsatz gene­riert wur­de. Es ver­zö­gert sich ja nur die Lie­fe­rung. Es befin­det sich bei Ama­zon der­zeit sogar auf Ver­kaufs­rang 1. Die Erklä­rung, das Buch sei aus der Lis­te ver­schwun­den, weil es ver­grif­fen sei, ist also – sor­ry – Blödsinn. 

    Der Spie­gel schweigt, Ama­zon schweigt. Was ande­res soll­ten bei­de auch tun. Ich hof­fe aber, dass man sich in Zukunft zwei­mal über­le­gen wird, ob man so schnell wie­der zur DELE­TE-Tas­te grei­fen wird.

  8. @Anjuscha, @Frick
    Das Argu­ment, dass der Ver­lag mit dem Aus­lie­fern der Bestel­lun­gen nicht nach­kommt und des­halb es vom Platz 6 ver­schwun­den ist, zieht aus zwei Grün­den nicht.
    Ers­tens, kön­nen für sol­che Aus­wer­tun­gen nur die Ein­gän­ge von Bestel­lun­gen betrach­tet wer­den. Wer soll denn erhe­ben, wann das Buch beim Kun­den ankommt?
    Zwei­tens, wes­sen mathe­ma­ti­sche Bil­dung auch nur das Ver­ständ­nis des Drei­sat­zes ermög­licht, wird nicht glau­ben, das ein Buch von Platz 6 auf unter 50 ver­schwin­det (laut dem Ver­le­ger https://sezession.de/57334/lueckenpresse—vom-umgang-mit-einem-bestseller). Man sehe sich nur mal an, wie lang­sam ande­re Bücher abstei­gen (ca. 4–5 Plät­ze in der Woche).
    Da wur­de wohl mas­siv an der Lis­te mani­pu­liert, was ja grund­sätz­lich zuläs­sig ist. Es gibt kei­ne recht­li­che Ver­pflich­tung zur exak­ten Füh­rung irgend­wel­cher pri­va­ter Best­sel­ler-Lis­ten. Nur machen sich damit die Autoren die­ser Lis­ten unglu­ab­wür­dig und stei­gern damit eher noch den Absatz des Buches.

  9. @ hans­wer­ner
    Stimmt lei­der nicht, Sozia­lis­ten kom­men immer von der­sel­ben Sei­te des poli­ti­schen Spek­trums. Es war eine genia­le der Nach­kriegs­lin­ken, die Natio­nal­SO­ZIA­LIS­TEN zu „Rech­ten” zu machen, obwohl die Far­be (Grund­far­be der Fah­ne ist rot, die Arm­bin­den leuch­ten rich­tig), die Spra­che (Volks­GE­NOS­SEN) und die Eigen­re­fe­ren­zen („der Geg­ner ist der rech­te Block der Besitz­bür­ger”) das Gegen­teil beweisen.
    Abge­se­hen davon ist die plau­si­bles­te Unter­schei­dung von links und rechts die zwi­schen Kol­lek­ti­vis­mus und Indi­vi­dua­lis­mus, und bei die­sem Kri­te­ri­um paßt kein Blatt Papier zwi­schen Nazis, SED, Kom­mu­nis­ten, B90/Die Grü­nen, Links­par­tei, gro­ßen Tei­len der SPD und dem Islam. Alles die­sel­be rot­brau­ne Soße…

  10. Bevor sie bei Ama­zon die ein­zel­nen Titel­plat­zie­run­gen in den neben­ein­an­der­ste­hen­den (Kategorien-)Spalten durch unter­schied­li­che Grö­ßen ver­zerrt haben, hat in der Hard­co­ver-Sach­buch-Spal­te auf Platz 6 eine rich­ti­ge Lücke geklafft. Habe lei­der kei­nen Screen­shot davon gemacht. Viel­leicht, Herr Letsch, hat das sonst jemand gemacht oder viel­leicht kann jemand die­se Ver­si­on wie­der herholen.

  11. Sehr geehr­ter Herr Frick, 

    bevor Sie andern vor­wer­fen, „im Unter­gangs­rausch (zu) deli­rie­ren” soll­ten viel­leicht auch Sie
    Ihre „Erleuch­tun­gen … verifizieren”:
    Goo­geln Sie ein­fach „spie­gel best­sel­ler 29/2017”. Dann fin­den Sie hier
    https://www.lehmanns.de/listing/5408-spiegel-bestseller-sachbuch-hardcover-nr-29–2017
    eine Lis­te wo Platz 6 ein­fach fehlt: und das nent man Zen­sur. Ich hät­te so etwas nicht für mög­lich gehalten.
    Und hier http://www.buchaktuell.de/angebot/bestsellerlisten/hardcover.htm?no_cache=1 die Lis­te unzen­siert – mit Sieferle.
    @Roger Letsch: Dan­ke fürs Publik­ma­chen. Im Noch-Rechts­staat BRD bewe­gen wir uns auf einen neu­en Nazi-Staat zu – der Unter­schied ist nur, dass die­se „Neu­zis” dies­mal von der ande­ren Sei­te des poli­ti­schen Spek­trums kommen.

    • Dann sind es wohl Bol­sche­wis­ten? Aber ich ver­ste­he schon, Nazis hört sich ein­fach bes­ser an, klingt ganz anders. Auch wenn Bol­sche­wis­ten eigent­lich kor­rek­ter wäre ( und mehr Tote haben sie auch auf dem Konto)
      Mar­ke­ting ist eben alles.

  12. Nun hat die New York Times auch einen Arti­kel über Sie­fer­les Finis Ger­ma­nia geschrieben! 

    Einen sehr sach­li­chen, guten und sehr posi­ti­ven Arti­kel, nicht wie die sich links-dre­hen­den Medi­en in Deutschland! 

    Weil die Pres­se in Deutsch­land nichts mehr leis­ten will, muss jetzt wohl die Times im fer­nen New York tun! 

    http://www.nytimes.com/2017/07/08/opinion/sunday/germanys-newest-intellectual-antihero.html

    Link für Smartphones: 

    http://mobile.nytimes.com/2017/07/08/opinion/sunday/germanys-newest-intellectual-antihero.html

    Der Arti­kel zu Finis Ger­ma­nia in der New York Times zeigt, das man die Pres­se in Deutsch­land und vor allem den Spie­gel nicht mehr ernst neh­men kann. 

    Bereits die Rezen­si­on zu Finis Ger­ma­nia in die­sem Blog ist um das Hun­dert­fa­che bes­ser und informativer. 

    Der Spie­gel betreibt ein­fach nur noch unse­riö­se und unter­ir­disch schlech­te, Lin­ke Hetze!

  13. Sehr geehr­ter Herr Letsch, 

    im Unter­gangs­rausch deli­rie­ren Sie die Best­sel­ler­lis­ten­zen­sur einer der hei­li­gen Schriften. 

    „Finis Ger­ma­nia“ stand in der Kalen­der­wo­che 29 auf der durch den buch­re­port ermit­tel­ten Spie­gel-Best­sel­ler­lis­te. In der KW 30 befin­det sich das Werk nicht mehr auf der Lis­te. Grund: Der Ver­lag rech­ne­te wohl nicht mit dem Ver­kaufs­er­folg. Das Buch befin­det sich im Nach­druck. Eine wei­te­re Auf­la­ge wur­de noch nicht ausgeliefert. 

    Wie wäre es damit, sei­ne Erleuch­tun­gen zu veri­fi­zie­ren? Oder gehört Recher­che zur „Dok­trin einer selbst­er­nann­ten Meinungselite”? 

    „eni­v­rez-vous,”

  14. Die Spie­gel Best­sel­ler ‑Rei­ni­ger haben echt der­ma­ßen die Hosen voll,

    dass sie den Platz 6 der KW 29 mit Finis Ger­ma­nia sogar aus den Archi­ven im web.archive.org kom­plett löschen haben lassen! 

    Das bedeu­tet mind. email-Ver­kehr und Anru­fe nach San Francisco! 

    Hier gabs die 2 Tage alte web Archi­ve Sicherung: 

    http://web.archive.org/web/20170719121015/https://www.buchreport.de/spiegel-bestseller/hardcover/

    Man könn­te jetzt erneut sichern, aber natür­lich wird jetzt nur die gerei­nig­te Ver­si­on gespeichert…

  15. Viel­leicht ist das ein ande­rer Effekt? Tha­lia scheint mir aktu­ell die Spie­gel-Lis­te der Vor­wo­che zu zei­gen. Die Posi­tio­nen an Platz eins bis drei sind ja auch unter­schied­lich und die Anga­ben auf der Spie­gel-Lis­te über die Bewe­gung im Ver­gleich zur Vor­wo­che schei­nen das zu bestä­ti­gen. U.U. ist es also mög­lich, dass „Finis Ger­ma­nia” aus der Top20 des Spie­gel raus­ge­fal­len ist in die­ser Woche. Ver­kaufs­zah­len ein­ge­bro­chen weil vergriffen?

  16. Post­fak­tisch was der Spie­gel da betreibt.
    Was nicht sein darf, darf nicht sein.

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