Papier­taschen­tüch­er sind „Tem­pos“, glu­ta­matver­ranzte Speisewürze heißt „Mag­gi“ und wer wis­sen will, wie sich ein Buch verkauft, nutzt den jahrzehn­teal­ten Gold­stan­dard für Best­sellerlis­ten: die des Spiegels. Bish­er zumin­d­est war das so. Aber dann klaffte aktuell an Platz 6 der Online-Ver­sion der Hard­cov­er-Sach­buch-Best­seller plöt­zlich eine unerk­lär­liche Lücke, ein White-Out und man über­legt, warum der Seiten­z­im­mer­mann hier wohl ein Loch gelassen hat. Bis man dahin­terkommt, dass es da ja dieses eine Buch gibt, das nach sein­er verse­hentlichen Empfehlung durch einen Spiegel-Redak­teur, der sich erdreis­tete, eine eigene Mei­n­ung zu haben, in den Blick der Öffentlichkeit gelangte. Ein Buch, so schlimm und unge­zo­gen, dass es in Deutsch­land kluge Men­schen gibt, die behaupten,

Spiegel-Best­sellerliste bei Amazon

Mei­n­ungs­frei­heit sei ja ganz nüt­zlich, aber hier werde sie „miss­braucht“ – dabei waren nicht mal Zeich­nun­gen von Mohammed drin! Empörte Leser und Kun­den von Ama­zon beschw­erten sich über die „Lücke“, in der den Zahlen nach eigentlich eben dieses Buch, näm­lich „Finis Ger­ma­nia“ ste­hen müsste, worauf der Seiten­z­im­mer­mann die Liste so zu spachteln begann, dass es ver­schieden große Lück­en gab und der aus­ge­fal­l­ene Platz 6 nicht mehr so auf­fall­en musste. Na sowas, denkt der Leser. War da nicht was? Fehlt da nicht was? Nun ist es so, dass die Spiegel-Liste an vie­len Orten im Netz rezip­iert wird. Ama­zon wird die Werke selb­stre­dend mit den eige­nen Artikeln ver­linken, andere Online-Händler tun das mit ihren. Und so kam es, dass die Liste noch an einem Ort unver­fälscht zu find­en war, näm­lich bei Thalia. Über­all son­st hat man der Wahrheit ein klein wenig „nachge­holfen“. Ein Vorge­hen, das wir aus der Zeit stal­in­is­tis­ch­er Säu­berun­gen ken­nen, als gewis­sen in Ung­nade gefal­l­ene Genossen aus Bilder und Doku­menten getil­gt und gelöscht wur­den. Damna­tio memoriae!

…und bei SPON direkt

Wir tolerieren in diesem Land Leute, die an Chem­trails glauben oder dass Elvis noch lebt oder dass die Linke eine demokratis­che Partei ist – aber für ein unbe­quemes Buch aus einem zur Paria erk­lärten Ver­lag müssen wir zu Lüge und Fälschung greifen? Wo sind wir hier nochmal? In einem Land, in dem Zen­sur nicht stat­tfind­et? Bitte ver­ste­hen Sie mich nicht falsch, das Buch zu besprechen, es zu loben oder zu ver­reißen ist Teil des lib­eralen Betrieb­ssys­tems unser­er Gesellschaft – oder sollte es zumin­d­est sein. Nie­mand muss es kaufen und es gibt für die meis­ten Men­schen sich­er fast keinen Grund, dies zu tun. Aber Zahlen fälschen? Warum? Für den guten Zweck, das höhere Wohl? Zum Wohle der All­ge­mein­heit oder die Rein­hal­tung der Lit­er­atur? Die Spiegel-Best­seller-Liste war eine Insti­tu­tion, eine Instanz, die nur auf harten Zahlen basierte. Zuver­läs­sig, weil unbestech­lich und unbee­in­fluss­bar – außer durch Absatz von Büch­ern oder eben dessen Aus­bleiben. Das ist nun vor­bei. Auch dieses let­zte Fünkchen von Objek­tiv­ität der Presse rei­ht sich ein in die Dok­trin ein­er selb­ster­nan­nten Mei­n­ungselite, wie sie Jean-Claude Junck­er tre­f­flich definiert hat: „Wenn’s drauf ankommt, muss man lügen.“

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31 Kommentare

  1. Her­vor­ra­gen­der Post, her­vor­ra­gende Seite, habe ich meinen Regelmäs­sig-Book­marks ange­fügt. Zur Sache: Ich habe einen Screen­shot gemacht von der ama­zon-Liste MIT der Lücke (Wenn Sie hier im Blog eine Adresse zum Hochladen angeben, mache ich das gern.); im Ver­gle­ich mit der eigentlichen Spiegel-Liste ist jen­er Lis­ten-Zus­tand in meinem Empfind­en aber noch “harm­los”, denn es waren dort die Plätze 1 bis 5 mit Inhalt, dann Platz 6 ohne Inhalt, aber mit der Zahl 6, und dann ab Platz 7 wieder mit Inhalt, d.h. es fand kein “Nachrück­en”, “Aufrück­en” oder wie auch immer statt, son­dern Platz 7 blieb auf Platz 7, Platz 6 offen­sichtlich unbesetzt.

    Ger­ade das Nachrück­en des “Siebener”-Titels bald drauf und im Spiegel selb­st (und ander­swo) stellt aber einen weit­eren, zusät­zlichen Affront dar, der ggf. auch wet­tbe­werb­srechtlich erhe­blich sein kön­nte: Spiegel (Auf­tragge­ber und Lösch­er) ist “mit” Ber­tels­mann, Buchre­port (als etwaiger Hand­langer) ist Ber­tels­mann (!), und der Titel Nr. 7, der dann wun­der­samer­weise zu Titel Nr. 6 wurde (eben in allen Lis­ten auss­er der von meinem Screen­shot) stammt von Knaus, wiederum Ber­tels­mann, d.h. mit der Falschangabe hat Ber­tels­mann einen eige­nen Titel, zulas­ten eines anderen aus einem Klein­ver­lag, gepusht.

    Inter­es­sant wäre auch, zu erfahren, aus welchem Ver­lag der auf Platz 10 nachrück­ende (also eigentlich auf Platz 11 “richtige”) Titel stammt, denn meist sieht man (?) nur die ersten 10 Plätze der Liste (der von orig­i­nal Platz 11 wäre also nor­maliter gar nicht sicht­bar gewe­sen); jeden­falls meine ich, mich aus Buch­hand­lun­gen nur an 10 Plätze erin­nern zu kön­nen. (Wer Platz 11 war, weiss ich nicht, ich habe zu spät an diesen Aspekt der Sache gedacht.)

    Da viele Leute Büch­er “nach Liste” kaufen, spielt dieses “Nachrück­en” von 7 auf 6 und ggf. ins­beson­dere auch von 11 auf 10 dur­chaus eine Rolle und ist m.E. auch wet­tbe­werb­srecht­ser­he­blich, zumal bei begün­stigten Ber­tels­mann-Titeln, also solche aus dem eige­nen Haus, Imprints hin oder her.

    Noch zur nach­fol­gen­den Ausrede der ange­blichen “Qual­ität­srel­e­vanz” beim Zusam­men­stellen der Liste. Über all die Jahre fan­den sich auf den Spiegel-Best­sellerlis­ten zuver­läs­sig jede Menge auch kaum qual­ität­shaltiger und ins­beson­dere auch aus­ge­sproch­en­er Dreck-Titel, so dass ich eine irgend­wie geart­ete “Qual­ität­sauswahl” seit­ens ein­er “Redak­tion” (gle­ich ob im Spiegel oder Buchre­port) niemals auch nur in Erwä­gung gezo­gen habe; wie mir ist es sicher­lich auch zahllosen anderen Beobachtern der Liste ergan­gen, so dass von ein­er “Ver­brauchertäuschung” aus­ge­gan­gen wer­den muss, sollte diese tat­säch­lich stattge­fun­den haben (siehe auch den Titel der Liste); mehr oder min­der bekan­nt war lediglich die Tat­sache, dass sog. Longseller, also Bibel, Koran, Mundorgel, Schul­büch­er und der­gle­ichen nicht auf die Liste gelan­gen, die also nur “aktuelle Best­seller” umfasste.

    Das war sicher­lich nicht jed­er­mann bekan­nt, mir gle­ich­wohl, und ist wet­tbe­werb­srechtlich nicht zu bean­standen, da auch vom Begriff gedeckt: “Best­seller” näm­lich als kor­rek­te Form des Pleonas­mus “aktuelle Best­seller”, d.h. der Begriff “Best­seller” kann als Longseller auss­chliessend ver­standen wer­den, denn “Best” impliziert “aktuell am meis­ten”, wenn dort, offen­sichtlich für jed­er­mann, besserverkaufende Best­seller ander­er Zeit­en offen­sichtlich nicht auf­tauchen: Wenn z.B. sich ein aktuelles Buch, mit 2.000 Exem­plaren Wochen­ab­verkauf und 30.000 Gesamtverkauf, auf Platz 3 befind­et, man aber weiss oder ahnt, dass sich z.B. Sim­mel-Romane der Siebziger zu Hun­dert­tausenden verkauft haben, dann wird auch für den leicht­fer­ti­gen Beobachter offen­sichtlich, dass “Best” nicht “All­time-Best” bedeuten kann, son­dern offen­sichtlich nur den aktuellen Verkauf­s­rang (der von Longsellern ggf. auch mal über‑, meist aber eher unter­schrit­ten wer­den dürfte, d.h. diese soll­ten sich eh im direk­ten Ver­gle­ich jew­eils auf den hin­teren Plätzen wiederfind­en, wären sie denn mit in die Liste aufgenommen).

    Hin­sichtlich der vom Spiegel nun aber vor­ge­tra­ge­nen “Qual­ität­sauswahl” — die zudem offen­sichtlich erlogen ist, son­st hät­ten zahllose Titel niemals in der Liste auf­scheinen dür­fen, denn zumin­d­est bei Dreck-Titeln ist “Qual­ität” keine Ansichtssache — liegt aber ganz ein­deutig eine, sei’s jahrzehn­te­lange, sei’s “nur” aktuelle, Veräp­pelung des Pub­likums (also der im Buch­han­del grossteils auch zahlen­den Kund­schaft, zahlend auch für Ber­tels­mann-Titel) vor und somit wet­tbe­werb­srechtlich rel­e­vante Täuschung dieser zahlen­den Kund­schaft, die ihre Kaufentschei­dun­gen, so bek­loppt wie’s ist, zu grossen Teilen eben von den Plazierun­gen auf dieser ver­lo­ge­nen Liste abhängig macht: Alle (!) auf­grund von “Qual­ität­ser­wä­gun­gen”, sprich Willkür, jemals aus der Liste gewor­fe­nen Titel wären hier wet­tbe­werb­srechtlich benachteiligt, eben man­gels offen­er Kom­mu­nika­tion dieser (an- oder vorge­blichen “Qual­ität­sauswahl” seit­ens Spiegel, Buchre­port oder wessen auch immer:

    Denn ger­ade das regelmäs­sige Vorhan­den­sein auch von aus­ge­proch­enen Dreck-Titeln auf der Liste musste im Leser und Buchkäufer den Irrtum erweck­en, es fände eben kein­er­lei Qual­ität­sauswahl statt, zumal der Titel “Best­seller” das auch nicht her­gab; dass das Prä­fix “Spiegel” als solche Ein­schränkung (tat­säch­lich wohl: als — zudem ungeeignete — juris­tis­che Absicherung für allfäl­lige Aus­nahme-Zen­sur-Fälle) gedacht war, wird erst jet­zt im nach­hinein deut­lich; all die Jahre habe ich diese als “Ersteller-Wer­bung” ver­standen (d.h. der­jenige, der sich die Mühe der Lis­ten­er­stel­lung macht, lässt sich diese damit hon­ori­eren, indem er dick seinen Namen an allen Anschlage­plätzen der Liste sieht, und nur in dieser Funk­tion war das “Spiegel” ja auch (und hochgr­a­dig) sin­nvoll), also als wer­bende Herkun­fts­beze­ich­nung; jet­zt im nach­hinein ver­sucht der Spiegel aber offen­sichtlich, in das “Spiegel” vor der Liste eine “redak­tionelle Bear­beitung” seit­ens des Spiegel hineinzudichten:

    Ich möchte wirk­lich wis­sen, wieviele der Buch­leser und ‑käufer, die nicht “vom Fach” waren (und also eh alles mit 30% Nach­lass, wenn nicht gar gratis beka­men und bekom­men), hier jemals an eine mögliche “Redak­tion” (also Auswahl) durch den Spiegel gedacht haben mögen, auss­er eben der dem Beobachter mehr oder min­der eingängi­gen und auch nachvol­lziehbaren Abschei­dung von Longsellern.

    Zumin­d­est in Anbe­tra­cht der Tat­sache, dass der Spiegel zu erhe­blichen Teilen Ber­tels­mann gehört (und der Buchre­port m.W. ganz), ist die Beze­ich­nung “Spiegel-Best­seller” für die Liste wet­tbe­werb­srechtlich untrag­bar und auch stets untrag­bar gewe­sen, da der Lis­ten­er­steller, durch die Eigen­tumsver­hält­nisse, zumin­d­est indi­rekt im Wet­tbe­werb zu den ggf. durch seine “Auswahl” / “Redak­tion” Betrof­fe­nen ste­ht — von sog. “Spiegel-Taschen­büch­ern” o.ä. (also Ber­tels­mann-Imprints unter eigen­em Spiegel-Namen mal ganz abge­se­hen), und auch, wenn die Eigen­tumsver­hält­nisse anders bestün­den, hat auch ein Nicht-Wet­tbe­wer­ber nicht das Recht, Ver­lage dadurch zu schädi­gen, indem er Kaufentschei­dun­gen von Drit­ten damit (in der Wirkung; auf die Inten­tion kommt es gar nicht an) durch ange­blich / schein­bar “harte Zahlen” bee­in­flusst, während er tat­säch­lich aber eine Auswahl (eben zulas­ten der dadurch im Einzelfall betrof­fe­nen Ver­lage) getrof­fen hat.

    Da aber “xy-Best­seller” nicht als redak­tionelle Bear­beitung, son­dern als Herkun­fts­beze­ich­nung / Wer­bung ver­standen wer­den — selb­st heute, nach dem Skan­dal, kön­nten die betrof­fe­nen Ver­lage sich­er sein, dass kon­trol­lierte Umfra­gen auf der Strasse kein anderes Bild hierzu ergäben, und sie soll­ten genau eine solche Umfrage vor Klage auch durch­führen -, müsste der Her­aus­ge­ber ein­er solchen Liste, bei jed­er Veröf­fentlichung der Liste (also ins­beson­dere auch auf den Aushän­gen in den Buch­hand­lun­gen) dick und fett klarstellen, dass die Liste der sog. “Best­seller” zudem “nach Qual­itäts- und anderen Gesicht­spunk­ten redak­tionell bear­beit­et” wurde, oder dies mit ähn­lichen, gle­icher­massen ein­deuti­gen For­mulierun­gen bekanntgeben.

    Dann wür­den sich näm­lich nur noch die Käufer bei ihren Einkäufen nach der “Best­seller-” Liste des Her­aus­ge­bers xy richt­en, die ihre Kaufentschei­dun­gen nicht nur von den aktuellen Kaufentschei­dun­gen der anderen “Buch­lieb­haber” (Her­den­trieb, Zuge­hörigkeits­bedürfnisse nach Gemein­schaft usw.) richt­en (genau in diesem Aspekt liegt näm­lich die Täuschung ein­er vorge­blichen “Best­seller-” Liste: die “nack­ten Zahlen sind eben nicht wert­frei, son­dern ste­hen für Kaufentschei­dun­gen von jeden­falls hin­sichtlich Buchkauf als solchem “Gle­ich­gesin­nter”), son­dern die sich zudem von Her­aus­ge­ber xy und dessen “Redak­tion” redak­tionell anleit­en, d.h. in ihren Kaufentschei­dun­gen geschmack­lich leit­en, lassen wollen.

    Ist nun dieser Her­aus­ge­ber / Lis­ten­er­steller der Spiegel, der hin­sichtlich sein­er Sicht (!) der Dinge in den let­zten Jahren stark an Glaub­würdigkeit einge­büsst hat, und weiss der Buchkäufer um diese redak­tionelle Bear­beitung — was aber wie dargestellt kaum je der Fall sein dürfte, vielle­icht bei einem Buchkäufer von 200? -, dann dürften sich die Kaufentschei­dun­gen auf­grund der Lis­ten­plätze im Rah­men hal­ten. Demge­genüber wäh­nt der sich in seinen Kaufentschei­dun­gen (auch, d.h. par­tiell, im Einzelfall, wenn nicht gar regelmäs­sig) nach der Liste rich­t­ende Buchkäufer die Lis­ten­plätze aber derzeit durch harte Fak­ten, näm­lich die aktuellen (zumin­d­est rel­a­tiv­en!) Verkauf­szahlen gesichert, ver­traut dem Spiegel, dessen Mei­n­ung er weit weniger ver­trauen würde, also hin­sichtlich der vorge­blichen / schein­baren / ihm vorge­gaukel­ten “Fak­ten”, eben weil keine Dis­tanzierung von den (rel­a­tiv­en) Verkauf­szahlen seit­ens des Spiegels erfol­gt (auss­er jet­zt in der “Recht­fer­ti­gung” der Finis-Ger­ma­nia-Zen­sur, welche, die Recht­fer­ti­gung, ja kaum wer bewusst wahrn­immt oder gar im Gedächt­nis behält, zumal bei den Leuten, die ihre Kaufentschei­dun­gen nach (vorge­blichen) Best­seller-Lis­ten richten.

    Kurz: Wüsste dieser “Lis­ten-Buchkäufer”, dass die Liste nach (gle­ich welchen) Erwä­gun­gen der Spiegel-Redak­tion ver­fälscht ist, die (rel­a­tiv­en) aktuellen Verkauf­szahlen also nur zum Teil wider­spiegelt, dann machte er seine Kaufentschei­dun­gen weit sel­tener von diesen Lis­ten­plazierun­gen abhängig, son­dern fragte sich stattdessen, inwieweit, wie sehr die Spiegel-Redak­tion an der Liste wohl herumge­dok­tert haben mag. Das heisst also, bei offen­er Kom­mu­nizierung dieser “Redak­tion” durch den Spiegel wäre die Liste als Wer­be­in­stru­ment für die auf ihr auf­scheinen­den (also nicht aus ihr wegzen­sierten) Titel weit weniger wirk­sam, und dass sie hochwirk­sam ist, zeigt nicht nur ihre ausseror­dentliche Promi­nenz in den Buch­hand­lun­gen (und im Web und in zahlre­ichen Presse­or­ga­nen, jede Woche), son­dern auch die offen­sichtliche Tat­sache, dass Auf­scheinen eines Titels in der Liste diesem zu mess­barem weit­eren Erfolg ver­hil­ft — genau wie Besprechun­gen in Lit­er­atursendun­gen im TV z.B. und anderes der­gle­ichen.. nur: dort weiss der Buchkäufer, dass er auf­grund der Mei­n­ung Drit­ter (die er aber für fol­genswert hält, was er beim Spiegel ggf. ja dur­chaus auch tun dürfte) kauft — der Spiegel gaukelt ihm aber (hocher­fol­gre­ich für die begün­stigten Ver­lage) vor, er kaufte auf­grund von Schwarmintel­li­genz (oder wie man die Kaufentschei­dun­gen insoweit Gle­ich­gesin­nter auch immer nen­nen möchte)… und NUR auf­grund dieser (aktuelle rel­a­tive Verkaufsergebnisse).

    Let­ztlich muss man sich natür­lich auch fra­gen, ob bei solch­er “redak­tioneller Bear­beitung auch auf­grund Qual­ität­ser­wä­gun­gen”, die der Spiegel zu sein­er Vertei­di­gung jet­zt durch­blick­en lässt, nicht u.U. auch in der Ver­gan­gen­heit jeden­falls im Zweifel Titel aus dem Ber­tels­mann-Imperi­um “bevorzugt” wor­den sein mögen — wie es im hier vor­liegen­den Fall ja nach­weis­lich geschehen ist.

    (Dass die Ber­tels­mann-Erbin eine enge Fre­undin der Kan­z­lerin sein soll, wird immer wieder kol­portiert, hat juris­tisch, auch wen­n’s denn stim­men sollte, kein­er­lei Rel­e­vanz, aber ist nur ein weit­eres Detail im Bild, das der Spiegel heutzu­tage bei Men­schen, die ihre (Kauf- wie anderen) Entschei­dun­gen gern noch unbe­treut denk­end tre­f­fen, abgibt — vor (vie­len) Jahren wäre sich­er auch eine Spiegel-Mei­n­ungs-was-du-kaufen-sollst-Liste dur­chaus recht erfol­gre­ich gewe­sen -, und bitte erlauben Sie mir, auch Arva­to noch kurz zu erwäh­nen, die weit­ere Tochter unter den fast unzäh­li­gen Ber­tels­mann-Töchtern und ‑Beteili­gun­gen, die dem Vernehmen nach u.a. in Logis­tik macht, daneben aber auch Call­cen­ter unter­hal­ten soll und gar, glaubt man denn unbestätigten Gerücht­en im Web, Zen­surkolon­nen betreiben mag: Wenn das stimmt, das passt wohl der Spruch, es ist nicht alles Stasi, was zen­siert, und Regierungsnähe wäre dabei in so manchem Falle gegeben.)

    Sehr geehrter Herr Letsch, ich hoffe, dass Sie meinen Post trotz sein­er (auch ein wenig unge­ord­neten) Länge (Brain­storm­ing eben) veröf­fentlichen, da er ja so einiges an “Muni­tion” gegen die inakzept­able und m.E. auch ille­gale Vorge­hensweise des Spiegel bein­hal­tet und somit dem einen oder anderen vom Spiegel geschädigten Klein­ver­lag u.U. Hil­festel­lung bei der eige­nen Argu­men­ta­tion, ausserg­erichtlich oder vor Gericht, bieten könnte.

    Die “Spiegel Bestseller”-Liste jeden­falls darf auf keinen Fall ihren derzeit­i­gen, ver­lo­ge­nen Namen behalten.

    • Her­zlichen Dank, und noch ein klein­er Nach­satz. Der Spiegel behauptet sin­ngemäss, Ein­griffe erfol­gten nur in absoluten Aus­nah­me­fällen, und das ist u.U auch richtig, während es aber natür­lich kein­er­lei Entschuldigung darzustellen ver­mag: Das Buch ist wed­er ver­boten, noch kön­nte es nach derzeit­iger Recht­slage ver­boten wer­den — hin­sichtlich Ver­mu­tun­gen näh­ern wir uns immer­hin Reichs­ge­set­zen langsam an, siehe hierzu nicht nur das Netz-Durch­wirkungsG (hochwirk­same Zen­sur über die Brief­tasche der Fore­nan­bi­eter: Risiko­man­age­ment durch Stre­ichen allens, was auch nur in die Nähe von Zweifels­fällen gerät), son­dern ins­beson­dere auch die teure Ham­burg­er “Posse” “Bana Alabed — Der blaue Bote”: ein Irrwitz, aus dem man wohl, ganz unbe­darfter Beobachter, schliessen kön­nte, Sys­temme­di­en dürften lügen, was das Zeug hält, während Nicht­sys­temme­di­en nicht mal mehr (dur­chaus begrün­dete) Ver­mu­tun­gen äussern dürften — aber das ist sich­er ein falsch­er Ein­druck, den ich da gewon­nen habe, denn ich kenne die ganze Angele­gen­heit ja nur durch Lesen frei Ver­füg­barens, tja. (Der Betreiber der Seite ver­fol­gt weit­er den Rechtsweg; Danisch ist der Blog­be­treiber, der ihm da wohl keine über­mäs­si­gen Chan­cen hin­sichtlich BVer­fG ein­räumte, auf­grund sein­er Erfahrun­gen mit diesem Gericht — Stich­wort: Baer -, d.h. hof­fen darf der Blog­be­treiber nur auf den BGH, und wenn der sich auch gegen ihn stellt, sieh’s düster aus, denn Strass­burg nimmt ja auch nur eine Min­derzahl von Kla­gen an.)

      Auch mit Jugend­schutz und der­gle­ichen ist dem Buch nicht beizukom­men, somit wäre aller‑, aller‑, aller­höch­stens ein “redak­tioneller Kom­men­tar” zu Titel 6 der Liste erlaubt gewe­sen, beste­ht man spiegel­seits weit­er auf der (als solch­er nun­mehr nachgewiese­nen) impliziten Lüge, bei den Titeln auf der Liste han­dle es sich um die aktuell sich am besten verkaufend­en “aktuellen” Büch­er (also auss­er Longsellern). 

      Übri­gens habe ich erst durch Ihren Artikel hier erfahren, dass es sich beim “freien”, näm­lich unbelegten Platz 6 bei ama­zon (zu dem Zeit­punkt meines Screen­shots) auch um einen blossen Skript­fehler gehal­ten haben kön­nte; ich hat­te damals angenom­men, die kom­mu­nizierten die Zen­sur wenig­stens offen; wie wir jet­zt wis­sen, haben sie demge­genüber tat­säch­lich ver­sucht, den Zen­surakt zu ver­tuschen und zu ver­schweigen, darum dann auch das prompte Nachrück­en des Platz-7-Titels auf den ihm nicht zuk­om­menden Platz, und der auch die weit­eren Titel begün­sti­gende Domi­no­ef­fekt, der bei Freilassen so ja (auch für weit­ere, ggf. Nicht-Ber­tels­mann-) Titel nicht einge­treten wäre.

      Diese beab­sichtigte Heim­lichkeit scheint mir aber höchst wichtig bei der Bew­er­tung zu sein, denn damit zieht das “Argu­ment” des Spiegel, man wende solche “Ein­griffe” “nur in absoluten Aus­nah­me­fällen” an, m.E. nicht mehr: Wenn solche Ein­griffe, also (auch wet­tbe­werb­swidrige) Zen­sur­mass­nah­men in aller Stille durchge­führt wer­den, wer will dann wis­sen, was für den Spiegel “absolute Aus­nah­me­fälle” sind? Ein auf frisch­er Tat ertappter Ein­brech­er behauptet ja auch, er klaue heute zum ersten­mal, während die Lebenser­fahrung eher dafür spricht, dass man ihn vielle­icht bei seinem 20., 40. Bruch endlich erwis­cht hat.

      Wer­den solche “Ein­griffe” aber nie­man­dem gegenüber doku­men­tiert, ins­beson­dere wed­er ein­er (hier­für nicht exis­ten­ten) Auf­sichts­be­hörde, geschweige denn, gegenüber dem Ver­lag selb­st, ist es dur­chaus plau­si­bel, dass sie, also die Zen­sur­mass­nah­men, zumin­d­est “immer mal wieder” erfol­gen, wen­n’s ger­ade genehm ist — was ist z.B. mit den ver­rufe­nen (aber lusti­gen, wenn man schrä­gen Humor mag) Pir­inç­ci-Titeln, die sich ja auch recht gut verkauft haben sollen?

      Im übri­gen wider­sprechen sich die bei­den Spiegel-Behaup­tun­gen (für die ich keine Belege nach­weisen kann, die aber bei­de so kol­portiert wur­den, und die sich sicher­lich nöti­gen­falls bele­gen lassen wer­den): Ein­er­seits (sin­ngemäss) “nur in absoluten Aus­nah­me­fällen” und ander­er­seits vorge­blich doch regelmäs­siges “Aus­son­dern” (also Zen­sieren) mit (sin­ngemäss) “Unsere Liste richtet sich nicht nur nach den Verkauf­szahlen, son­dern wir nehmen auch redak­tionelle Ein­griffe vor, auf­grund unser­er Qualitätsstandards”.

      Und weit­er, das sei auch all­ge­mein bekan­nt, was ich für eine grobe Lüge halte, wenn es denn so gesagt wor­den ist — also, mir war das bis­lang völ­lig unbekan­nt, ähn­lich­es habe ich nicht mal geah­nt, und ich gehöre gemein­hin zu den sehr gut Informierten, zumal im Buch­we­sen; bei mir find­en sich an die 20.000 Büch­er, allerd­ings habe ich nur ein einziges von denen nach der Spiegel-Liste gekauft, das war damals “Bit­tere Pillen” — erwor­ben nicht wegen seines guten Platzes dort, son­dern durch diesen aufmerk­sam gemacht auf den — damals dur­chaus über­aus hil­fre­ichen — Band (es gab ja ins­beson­dere kein Inter­net); andere Buchkäufer funk­tion­ieren i.ü. oft ähn­lich und sys­tem­a­tisch so:

      Sie kaufen nicht “direkt” auf­grund der Liste, nehmen die Büch­er der Liste aber in die Hand, tre­f­fen auf­grund ihrer also die — let­ztlich alles entschei­dende — Vorauswahl, und kaufen dann nach Durch­blät­tern, nach Geschmack: Wäre das Buch aber nicht in der Liste — und damit auch und ins­beson­dere: auf dem “Bestseller”-Tisch der Buch­hand­lung!!! — aufge­taucht, hät­ten sie es nie in die Hand genom­men, sich somit nie für seinen Kauf entsch­ieden — diese Liste “macht” also ein recht gut verkäu­flich­es Buch zum Best­seller, ganz offen auf diesem Tisch, und, genau­so wirk­sam wen­ngle­ich weniger offen­sichtlich, durch die Liste mit den weit­eren Plätzen höher als 20, von dessen hal­böf­fentlich­er Exis­tenz ich erst jet­zt erfahre.

      Der entschei­dende Punkt hier ist offen­bar der, dass sich die Buch­hand­lun­gen bei ihren Bestel­lun­gen auch der noch nicht dem End­kun­den als Best­seller offen­sichtlichen Titel oft genug nach dieser Liste richt­en — sie zahlen sog­ar Geld dafür -, und dann find­en sich diese daher (!) bestell­ten Büch­er notwendi­ger­weise gehäuft (also in Mehrfach‑, nicht Einzelex­em­plaren) in der Buch­hand­lung, wo sie wiederum der Kunde mit höher­er Wahrschein­lichkeit wahr- und somit mit höher­er Wahrschein­lichkeit in die Hand und dann ggf. sog­ar mit­nimmt, also kauft (oder klaut, der Voll­ständigkeit hal­ber; der Umsatz für den Ver­lag ist aber in bei­den Fällen gegeben, warum es unsin­nig wäre, hier eine Unter­schei­dung machen zu wollen) — “inter­es­sant” wären also auch alle Eingriffe/Zensurmassnahmen des Spiegel (nicht unbe­d­ingt nur aus poli­tis­chen, son­dern ggf. auch auch merkan­tilen Grün­den: Pushen von Ber­tels­mann-Gruppe-Titeln oder ander­er “befre­un­de­ter” Ver­lage? Kann man ja nun nicht mehr auss­chliessen!), und zwar solche auf numerisch “höheren” Plätzen der Liste, also auf niederen, dem End­kun­den nicht sicht­baren Rangplätzen:

      Denn wie ger­ade beschrieben, bilden auch jene dem Kun­den auf dem aus­ge­hängten Plakat noch nicht sicht­baren (tat­säch­lich oder vorge­blichen) Verkauf­ser­folge eben nicht nur diese, also die rel­a­tiv­en Zahlen ab, son­dern bee­in­flussen gle­ichzeit­ig die nach­fol­gen­den Zahlen, eben indem sie, durch die durch sie aus­gelösten Bestel­lun­gen der Buch­händler, ver­mehrte Sicht­barkeit dieser Titel und somit deren unmit­tel­baren Verkauf­ser­folg mass­ge­blich und unzweifel­haft beeinflussen:

      Allfäl­lige Manip­u­la­tio­nen der Liste, durch wen auch immer und gle­ich auf welchem Platz — natür­lich mit abnehmen­dem “Impact” “nach hin­ten hin”, schla­gen sich somit im Porte­mon­naie der Ver­lage und der Autoren nieder; Ver­w­er­fun­gen begün­sti­gen den einen (Ber­tels­mann? wie ja nachgewiesen­er­massen in diesem Fall: Nachrück­en von Platz 7 auf Platz 6) und benachteili­gen, also schädi­gen ganz unmit­tel­bar finanziell, den, der für ihn weichen musste, sei’s um ein paar Plätze, sei’s, dass er ganz aus der Liste raus­ge­flo­gen wäre.

      Das durch diesen nachgewiese­nen Fall (ver­sucht heim­lich­er) Manip­u­la­tion der Liste auf einem promi­nen­ten sech­sten Platz wirft also die Frage auf, welche möglichen Manip­u­la­tio­nen, nicht nur auf vorderen, son­dern auch auf weit­er hin­ten liegen­den Plätzen (die ja umso zahlre­ich­er sind und daher dem Entschlosse­nen desto mehr Gele­gen­heit­en bieten) vorgenom­men wor­den sein kön­nten (s.u.), und welchen immensen Schaden diese dann über die Jahre wohl angerichtet haben mögen, sofern meine Speku­la­tion zutr­e­f­fend wäre.

      Und für solche Even­tu­al­ität gibt es ja dur­chaus hand­feste Anhalt­spunk­te, denn obiger Wider­spruch im Vor­trag des Spiegels heisst doch let­ztlich nichts anderes als: Wir nehmen regelmäs­sig Ein­griffe in die Liste vor und begrün­den diese dann jew­eils mit unseren Qual­ität­sansprüchen (ok, Spiegel und Qual­ität­sansprüche, schön wär’s ja, nicht wahr? aber lassen wir das!), kom­mu­nizieren diese Ein­griffe aber nicht (aber die Behaup­tung der Nor­mal­ität von Ein­grif­f­en auf­grund von Qual­ität­sansprüchen impliziert doch let­ztlich auch eine gewisse Regelmäs­sigkeit, also Häu­figkeit) — und jet­zt, wo wir aus­nahm­sweise mal erwis­cht wor­den sind, spie­len wir diese von uns anson­sten doch behauptete Nor­mal­ität radikal herunter und ver­legen uns jet­zt auf “absolute Aus­nahme­si­t­u­a­tion” — ja, wen­n’s denn so wäre, hätte man diese dann ja auch entsprechend kom­mu­nizieren kön­nen, ohne sich vorher bei seinem heim­lichen Tun erwis­chen zu lassen.

      Sehr geehrter Herr Letsch, jet­zt ist es wieder viel zu lang gewor­den und wieder nicht geord­net — ich schreibe seit heute mor­gen 7 Uhr und bin müde zum umfall­en, bitte daher, meine Schlu­drigkeit zu entschuldigen -, aber ich behan­dle hier wichtige Aspek­te im Kampf gegen den Spiegel und seine skan­dalöse Liste. Wäre ich Klein­ver­leger, ich täte mich mit anderen zusam­men und ver­i­fizierte und belegte die sin­ngemässen Behaup­tun­gen des Spiegels (ggf. auch aus der Ver­gan­gen­heit), man behalte sich jed­erzeit Ein­griffe aus Qual­itäts- und/oder anderen Grün­den in die Liste vor und nehme auch solche vor (möglichst spiegel­seits behauptete “Ein­griff­s­nor­mal­ität”, mind. dort­seit­ig behaupteter, ständig über allen Titeln schweben­der Ein­griffsvor­be­halt); dann wiese ich per kon­trol­liert­er, gerichts­fester Befra­gun­gen nach, dass bere­its dieser Ein­griffsvor­be­halt pub­likums­seit­ig qua­si-unbekan­nt (geblieben) ist, geschweige denn, dass eine ggf. beste­hende Ein­griff­s­nor­mal­ität zur Ken­nt­nis gelangt wäre, und dann forderte ich den Spiegel nicht nur zur Änderung für die Zukun­ft auf (Titelän­derung der Liste; Vorschlag: “Die wöchentliche Spiegel-Best­seller-Auswahl und was wir gern zum Best­seller machen möcht­en” — ok, der zweite Teil war ein Scherz; oder aber wirk­lich ins Auge fal­l­ende Erläuterun­gen dieses Sachver­halts, und zwar auf allen Aushän­gen und Veröf­fentlichun­gen der Liste, durch­set­zbar in der Form der Abmah­nung mit hohen Ver­tragsstrafen für jede einzelne Zuwider­hand­lung); und dann ver­suchte ich auch, nicht ver­jährte mögliche Schadenser­satzfälle zu find­en und hier, unter Zuhil­fe­nahme der Bes­tim­mungen bezügl. uner­laubter Hand­lun­gen, eine Beweis­las­tumkehr zu erre­ichen hin­sichtlich des Nach­weis­es weit­er­er heim­lich­er “Aus­son­derun­gen” von der Liste in der Ver­gan­gen­heit; ausser­dem sollte es beim Spiegel für solche Hand­lun­gen dann nicht nur Täter, son­dern auch Mitwiss­er geben; die haben ja let­ztlich, wie man so hört, nur noch 1.000 euro Wei­h­nachts­geld, statt 5stelliger Beträge, bekom­men? Vielle­icht hat der Spiegel nicht nur gefälschte Bestseller‑, son­dern auch den Tat­sachen entsprechende Ein­griff­s­lis­ten vor­rätig, die bei entsprechen­der peku­niär­er Moti­va­tion pri­vat kom­mu­niziert wer­den könnten?

      Somit: 1. “Spiegel Bestseller”-Listen sind hochwirk­sam im Buchverkauf, Plätze machen Sein oder Nicht­sein eines Buchs (der aktuelle Erfolg trotz Platzver­lust ist ja dem sin­gulären Skan­dal zu ver­danken, eben nicht typ­isch für andere, nicht ver­gle­ich­bare, weil nicht an die Öffentlichkeit gekommene Fälle), somit hohe wet­tbe­werb­srechtliche und ggf. auch schaden­er­satzs­rechtliche Rel­e­vanz von Ein­grif­f­en in diese Liste. 2. Der Name der Liste bes­timmt als einziges Kri­teri­um die (rel­a­tiv­en, näm­lich auf­grund von sig­nifika­tiv­en Erhe­bun­gen gewonnenen) Verkauf­szahlen; aus dem Vor­satz “Spiegel” im Namen ist für die Öffentlichkeit kein Ein­griffsvor­be­halt erkennbar, son­dern sie sieht hierin eine, auf­grund geleis­teter Mühe auch nachvol­lziehbare, Wer­bung und ausser­dem einen Herkun­ftsclaim (“nicht von irgend­woher, sich­er kor­rupt, son­dern vom Spiegel, also ver­lässlich”), der die Valid­ität der Infor­ma­tio­nen, also der in (kor­rekt zugeteilte) Lis­ten­plätze transponierten rel­a­tiv­en Verkauf­szahlen garantiert. 3. Demge­genüber behauptet der Spiegel aber, Ein­griffe in diese (eigentlich und vorge­blich arith­metisch fest­gelegte, nur durch sich ändernde Verkauf­szahlen änder­bare) Rei­hung vorzunehmen, kom­mu­nizierte dies aber niemals gegenüber dem Pub­likum so, dass dieses von diesem aleatorischen Ele­ment (“Qual­ität­sansprüche”, in Wahrheit also geschmack­liche Präferen­zen und/oder Abnei­gun­gen dieser “Redak­tion”) erfuhr (Nach­weis dieses Unwis­sens durch Erhe­bung). 4. Dieser Wider­spruch in der öffentlichen Wahrnehmung der Liste zu ihrem tat­säch­lichen Zus­tandekom­men und damit ihrer tat­säch­lichen, min­deren Qual­ität (Aus­sagekraft hin­sichtlich der vom Buchkäufer gewün­scht­en Schwarzgewis­sheit) war dem Spiegel auch bekan­nt oder musste ihr zumin­d­est bekan­nt sein (Vor­w­erf­barkeit), und statt diesen aufzuheben, hat sie ihn pas­siv hin­genom­men und durch die Namensge­bung noch gefördert, den Irrtum des Pub­likums also min­destens mit­tel­bar aktiv aufrechter­hal­ten. 5. Auf­grund der Erhe­blichkeit der Plazierun­gen (incl. des Aspek­ts, ob über­haupt Vorkom­men auf (dem Pub­likum sicht­baren wie unsicht­baren Teil) der Liste für die Kaufentschei­dun­gen zahllos­er Kun­den (siehe meine Aus­führun­gen oben), in Verbindung mit dem in der Öffentlichkeit (aktiv wie pas­siv) unter­hal­te­nen Irrtum über die reine Zahlen­basiertheit der Liste, musste dem Spiegel eben­falls bewusst sein, dass jed­er Ein­griff in die Liste, gle­ich aus welchem Grund und zumal, wenn dieser der Öffentlichkeit gegenüber nicht kom­mu­niziert (mit­geteilt und ggf. auch kom­men­tiert) wurde, wet­tbe­werb­ser­he­blich war, weil er von solchen Ein­grif­f­en Betrof­fene zugun­sten Nicht­be­trof­fenen­er finanziell schädigte, let­ztere finanziell förderte. 6. Der Spiegel war daher in der Pflicht, die Öffentlichkeit wirk­sam (d.h. so, dass die Botschaft bei den Empfängern, also den die Liste bei Kaufentschei­dun­gen ggf. berück­sichti­gen­den Buchkäufern, auch ankam) davon zu unter­richt­en, dass die Liste eben nicht, wie all­ge­mein angenom­men, die reinen Verkauf­szahlen wider­spiegelte (und immer noch ‑spiegelt); für den Fall, dass solche Ein­griffe tat­säch­lich höchst sel­ten erfol­gten, hätte man ebendies eben­falls kom­mu­nizieren und sich gle­ichzeit­ig verpflicht­en kön­nen, jeden Fall eines Ein­griffs geson­dert und erkennbar (z.B. auf den aus­ge­hängten Plakat­en der Liste) zu kom­mu­nizieren; mit diesen Mass­nah­men hätte man den Ver­trauensver­lust begren­zen kön­nen, der durch die Mit­teilung, dass die Liste eben keine echte, ungewichtete Best­sellerliste war und ist, sicher­lich ent­standen wäre; das ist alles nicht geschehen. 7. Der Spiegel hat also, eben um diesen son­st unauswe­ich­lichen Ver­trauensver­lust in die Liste zu ver­mei­den, den Irrtum über die Natur der Liste, in dem sich die Öffentlichkeit befand, bil­li­gend in Kauf genom­men und sog­ar min­destens gefördert (kein Namenswech­sel, keine wirk­lich erkennbaren Erläuterun­gen zur eigentlichen, wahren Natur der Liste. Damit ist sie für jeden Schaden ver­ant­wortlich, den Ver­lage, Autoren und andere Beteiligte dadurch erlit­ten haben, dass der Spiegel ihnen auf­grund nicht oder nur par­tiell auf den erhobe­nen Verkauf­szahlen beruhen­den Entschei­dun­gen schlechtere (oder gar keine) Lis­ten­plätze, gle­ich ob sicht­bar oder unsicht­bar für die Öffentlichkeit (da let­ztere zumin­d­est mit kaufentschei­dend für den Buch­han­del, somit für die Expo­si­tion gegenüber dem Käufer und damit wiederum mit entschei­dend für dessen Kaufentschei­dung), zugewiesen hat, als ihnen nach den rel­a­tiv­en Verkauf­szahlen allein zugekom­men wäre.

      Damit sollte dem Spiegel insofern doch wohl das Handw­erk zu leg­en sein? (Und was ist mit der beständi­gen Het­ze dort, beson­dern seit­ens der Frau mit dem pol­nis­chen Namen? Aber das ist eine andere Baustelle: Frauen dür­fen in diesem Land gegen Män­ner het­zen; Män­ner, die das gegen Frauen ver­suchen, kom­men in den Knast dafür.)

      Ver­jährungs­frist für Anspruchs­durch­set­zung ist 1 Jahr nach Ken­nt­nis (nicht der Möglichkeit ein­er Hand­lung, son­dern der konkreten Hand­lung in jedem einzel­nen Fall), aber nur 10 Jahre ins­ge­samt nach der Hand­lung (wohl: Ende der Kalen­der­woche der einzel­nen, schädi­gen­den Lügen­liste, mit dem schlechteren/fehlenden Platz). Da kön­nten also, wenn man das geschickt anpackt, ggf. eine ganze Menge Schadenser­satzansprüche, neb­st Zin­sen für bis zu 10 Jahren, dur­chaus noch durch­set­zbar sein. (Ich selb­st bereue jede einzelne Mark, die ich in jün­geren Jahren für den Spiegel aus­gegeben habe; lei­der habe ich noch keinen Dreh gefun­den, wie ich die zurück­ver­lan­gen kön­nte, aber tun tät ich’s schon gern, nach allem, was ich in den let­zten Jahren bei denen online so lesen “musste”, selb­st ohne die Het­ze von jen­er Frau: Ich bin nicht nur pas­siv ent­täuscht, son­dern aktiv wütend, drum mein Engage­ment hier, des Spiegels mögliche Opfer zur Gegen­wehr anzuregen.)

      • Ach, übri­gens: Ich bin durch achgut hier “gelandet”; selb­stver­ständlich ver­traue ich deren Links. “Empfehlun­gen” machen den Erfolg, mehr als jed­er andere Fak­tor, und wenn ich achgut (oder meinetwe­gen auch den Spiegel, solche Leute soll es ja immer noch geben) schätze, dann ver­traue ich also der Mei­n­ung des Empfehlungge­bers; das ist ok. So gibt es auch sicher­lich immer noch viele Men­schen, die ein­er Empfehlungsliste des Spiegel fol­gten; das ist zu akzep­tieren (wen­ngle­ich mir per­sön­lich in der heuti­gen Sit­u­a­tion jeden­falls unverständlich).

        Die Spiegel­liste kommt aber als rein fak­ten­basiert daher, tut also so, als bildete sie die kon­so­li­dierten Empfehlun­gen der Menge aller anderen Buchkäufer ab, mit denen der Buchkäufer sich mehr oder min­der zwar ver­bun­den fühlt — Buch­lieb­haberei wird ja auch immer mehr zu einem Min­der­heit­en­vergnü­gen, da fällt’s leicht, Zusam­menge­hörigkeit zu empfind­en, aber zu Zeit­en des Geschenk­ten Gauls war’s let­ztlich auch nicht anders; was auf die Mei­n­ung ander­er Buchkäufer zu geben, ist also wohlfeil, kein Anze­ichen fortschre­i­t­en­der Versektisierung.

        Indem der Spiegel aber vorgibt, eine Gemein­schaftsmei­n­ung, nicht etwa die sein­er “Redak­teure” (selb­st ein “Her­aus­ge­ber: Spiegel-Redak­tion” heisst für mich nur, die organ­isieren das, benutzen ihren Appa­rat, die “Redak­tion” für die rein tech­nis­che Umset­zung der Roh­dat­en — nie im Leben hätte ich angenom­men, dass die es sich erlauben, in der Liste herumzup­fuschen, diese zu “redigieren”) abzu­bilden, “erre­icht” er die min­destens zehn­fache Menge an “Fol­low­ern” sein­er Empfehlun­gen, somit haben die also auch ein erhe­blich­es Eigen­in­ter­esse (Geld, Ein­fluss) an der Aufrechter­hal­tung des Irrtums der Öffentlichkeit; diesen Aspekt hat­te ich oben noch nicht herausgearbeitet.

        Wie sehr die sich allerd­ings tat­säch­lich (und ins­beson­dere auch im nur dem Buch­han­del und der Presse zugänglichen Teil der Liste, der sog­ar ganz erhe­blichen Ein­fluss auf die Sicht­barkeit (oder eben auch Unsicht­barkeit) der verze­ich­neten oder eben auch nicht oder nur ungün­stig verze­ich­neten Buchti­tel und somit auf den Verkauf­ser­folg dieser hat) über all die Jahrzehnte an der Liste zu schaf­fen gemacht haben, wer­den wir (und die betrof­fe­nen Ver­lage und Autoren) wohl nie erfahren, wenn nicht ein­er “aus­packt”.

        Und jet­zt mal ganz unab­hängig vom Spiegel, der hier mal ganz aussen vor bleibt: Wenn man bedenkt, welche Umsatzvervielfachung Büch­er ger­ade un- oder wenig bekan­nter Autoren durch Besprechung in Fernsehsendun­gen erfahren, kann man sich dann des Gedankens erwehren, hier lohnte es sich ggf. dur­chaus für den Ver­leger, mit Bakschisch nachzuhelfen? Ich will damit nie­man­den Schlecht­es nach­sagen, ich sin­niere lediglich über die Sit­u­a­tion, in der ich als Ver­leger wäre, nähme ich etwaige “Aufgeschlossen­heit” seit­ens eines Entschei­ders wahr.

        Es gibt einen alten Spruch, der sich auf allen Feldern bewahrheit­et: Was gemacht wer­den kann, das wird auch gemacht.

        Was ich damit sagen will, ist dies: Ich gehöre selb­st vielle­icht sog­ar zu den Empörtesten über diesen “unglaublichen” Vor­gang, jeden­falls unter den Nicht­be­trof­fe­nen. Aber let­ztlich muss ich mich doch fra­gen, wieso wun­dert mich das eigentlich alles so, ist es nicht vielmehr aller Wahrschein­lichkeit “nur” die Spitze des Eis­bergs, gebildet aus all dem, was sich son­st noch so alles tut, gle­ich wo, in der Branche und über­all son­st auch?

        Ich ver­mute, ich kenne viel zu wenig von Ähn­lichem, kriege zu wenig mit, sehe, was ich dergestalt mit­bekomme, daher als sin­gulär, exzep­tionell an, während z.B. jemand, der im Man­age­ment im Gross­be­trieb (Auto­branche? ha, ha!) arbeit­et, Kor­rup­tion und anderes entwed­er häu­figer sieht, oder diese sog­ar selb­st (mit-) organ­isiert, z.B. nicht aus Nei­gung, son­dern, weil er Fam­i­lie hat und seinen Arbeit­splatz zu erhal­ten gedenkt: kann man’s verü­beln? Jeden­falls, wenn wir, bei unser­er Empörung, seit­ens der Umge­bung oft nur Achselzuck­en wahrnehmen, dann vielle­icht nicht daher, weil viele Men­schen gemüt­sarm von Natur aus wären, son­dern weil ihnen ihre indi­vidu­ellen oder regelmäs­sig beobachteten Umstände längst beige­bracht haben, das Skan­dalöse als Nor­mal­ität zu betra­cht­en und schle­u­nigst ad acta zu leg­en, statt sich noch per­sön­lich tort damit anzu­tun: Rück­zug, auch von Mei­n­ung­fassen, als Selbstschutz.

        Nur so ein Gedanke; genug der Küchen­philoso­phie; gute Nacht! 😉 Und: Sie schreiben klasse; Freigeis­ter, die sich so gut aus­drück­en kön­nen, braucht das Land. Doch, doch, ganz ernsthaft. 😉

  2. Sehr geehrter Herr Letsch, 

    ger­ade schaute ich, ob und was die Medi­en weit­er über den Fall berichteten.
    Buchre­port „erk­lärte heute auf Anfrage von Über­me­di­en: Finis Ger­ma­nia war eine Woche auf der SPIEGEL-Best­sellerliste platziert. Die Chefredak­tion des SPIEGEL hat daraufhin beschlossen, das Buch beim näch­sten Mal von der Liste zu nehmen.“ Sie stell­ten das richtig fest. 

    Der SPIEGEL zen­sierte und bere­inigte seine Best­sellerliste. Dies hielt ich für unmöglich und die vorgelegten Nach­weise für nicht aus­re­ichend stich­haltig. Für meine über­spitzte Wort­wahl möchte ich mich entschuldigen. 

    Die Chefredak­tion SPIEGEL ging skan­dalös und arm­selig vor. Jed­er kann sich die Mühe machen, die Aus­sagen aus den Tex­ten und Werken des flo­ri­eren­den Unter­gangs­gen­res zu unter­mauern oder zu zerpflück­en. Jour­nal­is­ten wer­den sog­ar dafür bezahlt. Sobald sie das Bericht­en, Disku­tieren und Argu­men­tieren unter­lassen, haben sie ihren Beruf verfehlt.

    • Und sich dann noch so blöd anstellen bei der dig­i­tal­en Bücherverbrennung. 

      Die haben doch vorher schon gese­hen, dass das Buch in der Liste auf­steigt. Platz 21–50 sind nur Abon­nen­ten zugänglich. Da hätte man ja das Buch vorher schon ohne viel Auf­se­hen von der Liste ver­schwinden lassen können.
      Der Geist weht schon lange nicht mehr links, falls er es je tat. 

      Bin ges­pan­nt, ob Götz Kubitschek jet­zt klagt. Immer­hin zahlt er ja als Ver­leger für Dat­en von buchreport.de

      @Frick
      Respekt für Ihre Entschuldigung. Das nenne ich Diskussionskultur.

  3. Bolschewis­ten klassisch.
    Und nichts wirk­lich Neues unter der Sonne: Lass Bolschewis­ten an die Schal­ter & Hebel und bekomme total­itäre Gesinnungsdiktatur.

    Nun kön­nen sich die West­deutschen noch zeitverzögert einen Live-Ein­druck von den DDR-Ver­hält­nis­sen verschaffen.

    Und der alte dama­lige Spruch “Geh doch nach drüben!” an west­deutsche ’68er-Linke sich nun auch noch posthum bestätigt und als vol­lkom­men richtig im Kern erwiesen hat, so wie die ’68er in den Regierungspo­si­tio­nen jet­zt ein­fach “die DDR nach West­en geholt haben” und aus der deutschen Wiedervere­ini­gung nun einen Anschluß der ex-BRD an die DDR gemacht haben.

  4. @roger
    Ganz so ein­fach kommt buchreport.de nicht aus der Num­mer raus. Spiegel ver­weist auf buchre­port als Daten­quelle und buchre­port präsen­tiert die Spiegel-Liste auf sein­er Seite.
    Let­ztlich hängt der Ruf und damit das Geschäft­mod­ell von buchre­port an der Glaub­würdigkeit der geliefer­ten Daten.
    Höfliche Nach­frage an
    https://www.buchreport.de/kontakt/
    tra­gen vielle­icht zur Aufk­läung bei.
    Die Manip­u­la­tion, wenn es denn eine gab, ist wohl nicht bei buchre­port gelaufen.

    Tech­nisch läuft das wohl so ab:
    buchre­port bietet lesenden Zugriff auf eine Daten­bank mit den Verkauf­szahlen. Bei den Beziehern (Spiegel, ama­zon, thalia) laufen ser­ver­seit­ig php-Pro­gramme, die dann den von Ihnen erwäh­n­ten html/Css Code erzeu­gen, der den End­be­nutzern (über einen proxy) angezeigt wird.
    Ein­griffe direkt in die Daten­bank, hät­ten bei allen Lis­ten zu gle­ichen Ergeb­nis­sen geführt, was nicht der Fall war. Ein­griffe direkt in den php-Code wären zu kom­plex und zu fehlerträchtig. Das kann man nicht auf die Schnelle machen. Also wurde von den Daten­beziehern ver­mut­lich der gener­ierte Code manuell geän­dert, wie von Ihnen vermutet. 

    Aber trotz­dem bleibt in der öffentlichen Wahrnehmen etwas an buchreport.de hän­gen. Deshalb ja, nachfragen.

  5. Ich habe mal nach der Quelle der Spiegel-Liste geforscht.
    Es ist http://www.buchreport.de

    “Seit 1971 ermit­telt buchre­port im Auf­trag des Nachricht­en-Mag­a­zins DER SPIEGEL die aktuellen Hardcover-Rankings.”

    Die Seite buchreport.de bietet für 199€ im Jahr einen kostenpflichti­gen Ser­vice an, unter anderem kann man dann die Plätze 20 — 50 ein­se­hen. Das ist für Buch­hand­lun­gen wohl wichtig, damit sie auf­steigende Büch­er rechtzeit­ig bestellen kön­nen, um sie vor­rätig zu haben.
    Deshalb kön­nen auf buchreport.de dur­chaus zivil­rech­liche Schadenser­satz­forderun­gen zukom­men, wenn der Seit­en­be­treiber die Ergeb­nisse manipuliert. 

    Via Kom­men­tar habe ich dort nachge­fragt, was es mit dem Ver­schwinden von Finis Ger­ma­nia aus der Liste auf sich hat. Die Spiegel-Liste ist dort eben­falls zu sehen, ohne Finis Germania.

    Falls jemand bei buchreport.de einen kostenpflichti­gen Account hat, kann er ja mal nach­hak­en und mit Nicht­bezahlung der näch­sten Gebühr und/oder Kündi­gung drohen.

  6. Sehr geehrter Herr Letsch, sehr geehrte Kommentaristen,

    dem Spiegel und im Ver­bund dem Buch­han­del — „ein­er selb­ster­nan­nten Mei­n­ungselite“ — die Bere­ini­gung und Zen­sur der Best­sellerliste vorzuw­er­fen ist so wie die Vergif­tung des Him­mels mit Chem­trails anzuprangern. 

    @Herr Han­swern­er XYZ: ich empfehle Lehmanns zu kon­tak­tieren und nach dem Grund der Lücke zu fragen

    Ihre Ent­täuschung darüber, dass sich Finis Ger­ma­nia nicht bere­its längst auf Platz 1 der Best­sellerliste befind­et, kann ich gut nachvol­lziehen. Nur wen­den Sie sich bitte an den Ver­lag, der das Buch nicht rechtzeit­ig und in aus­re­ichen­dem Maße nach­druck­te und auslieferte.
    „Die Spiegel-Best­seller-Liste [ist] eine Insti­tu­tion, eine Instanz, die nur auf harten Zahlen basiert[…]“ — und nicht auf Ihren Wunschträumen.
    Es ist keine Sel­tenheit, dass sich ein Buch eine Woche in ein­er Best­sellerliste befind­et und dann in der darauf­fol­gen­den Kalen­der­woche man­gels vorhan­den­er Verkauf­sex­em­plare nicht mehr ger­ankt ist. 

    Götz Kubitschek wird sich über Broders, Klonovskys und Letschs PR und das aggres­sive und trotzige Opfer­ge­heul ihrer Leser­schaften freuen und sich ein paar weit­ere Ziegen kaufen können.

    • Da sehen wir des Pudels Kern, Herr Frick: Es geht nicht um das Buch, es geht nicht um das, was darin ste­ht, es geht nicht mal um den Ver­fass­er. Es geht um den Ver­lag und wem er gehört. Das heißt, wir sank­tion­ieren nicht mehr straf­bare HANDLUNG, son­dern definieren straf­bare HALTUNG. Man mag von Kubitschek hal­ten was man will — mich eingeschlossen. Aber dass er das Recht hat, einen Ver­lag zu betreiben und sich aus dem Prof­it der verkauften Büch­er Ziegen zu kaufen, sollte man bess­er nicht in Frage stellen. Ich habe in let­zter Zeit manch­mal den Ein­druck, der Geist von Max­im­i­lien de Robe­spierre sei aus seinem Grab in Paris gestiegen und mache ger­ade Urlaub in Deutschland.

      Was Sie als “Opfer­ge­heul” beze­ich­nen, sehe ich als Reak­tion auf den non­cha­lanten Angriff auf die Mei­n­ungs­frei­heit, den man damit begrün­det, dass es schon die Richti­gen träfe. Das ist wider­lich! Eben­so wie Ihr gen­erös­es “Ver­ständ­nis” für meine “Motive”. Übri­gens: Das Buch BEFINDET sich auf Verkauf­s­rang 1, OBWOHL es nachge­druckt wird!

      • Herr Letsch, selb­stver­ständlich hat jed­er das Recht, zu äußern und zu verkaufen, was er möchte — so wie es mein gutes Recht ist, zu äußern, dass sich der Ver­lag und sein Besitzer über die absatzsteigernde PR freuen kön­nen. Zeigen Sie mir bitte auf, wo und wie ich dieses Recht in Frage stellte.
        Ich kri­tisiere lediglich das vorschnelle Anprangern der Zen­sur und der Bere­ini­gung ein­er Best­sellerliste, ohne dies richtig über­prüft zu haben. Fakt ist: Finis Ger­ma­nia befand sich in KW 29 auf Platz 6 im Rank­ing und ist in der KW 30 nicht mehr auf der Liste. Das ist kein Angriff auf die Mei­n­ungs­frei­heit, son­dern gesunke­nen Verkauf­szahlen geschuldet.
        Warum wen­den Sie sich nicht an den buchreport/ media con­trol und an den Ver­lag, um Ihre These zu verifizieren? 

        Tat­säch­lich: Das Buch BEFINDET sich JETZT nach Ihrer, Broders und Klonovskys PR auf Verkauf­s­rang 1 bei ama­zon, gestern war es noch wesentlich schlechter gelis­tet (wenn ich mich richtig erin­nere, nicht in den Top 100).

        • Es war auf Platz 68. Weit bess­er platziert übri­gens, als die Nach­barn in der Sachbuchliste.
          Und Sie wider­sprechen sich selb­st, denn Sie behaupteten ja, das Buch sei ver­grif­f­en und deshalb aus der Liste gefall­en. Es IST ver­grif­f­en, wird nachge­druckt und offen­bar auch verkauft.

        • Nochmal zum Mitschreiben: Für KW29 existieren zwei Ver­sio­nen der Liste. Eine in der Print­aus­gabe und eine online. Diese unter­schei­den sich an ein­er Stelle ganz erhe­blich. Es geht also im Grund gar nicht darum, was in der Fol­gezeit passiert, ob ein Buch fällt oder steigt, ob es ver­grif­f­en ist oder nicht. es geht um diese Dif­ferenz, um nichts weiter.

        • Bei SPON sind nur die Lis­ten für die aktuelle KW zu find­en ( http://www.spiegel.de/kultur/bestseller-buecher-belletristik-sachbuch-auf-spiegel-liste-a-458623.html ). Natür­lich beste­hen Dif­feren­zen zwis­chen der KW 29 und der KW 30.
          Es gibt keinen Nach­weis, dass Spiegel/ SPON und buchre­port ( https://www.buchreport.de/bestseller/buch/isbn/9783944422503.htm/ ) die betr­e­f­fende Best­sellerliste bere­inigten und zensierten. 

          Nochmals: Warum wen­den Sie sich nicht u.a. an den buchreport/ media con­trol und an den Ver­lag, um Ihre These zu verifizieren?

        • Bei SPON ist IMMER nur die aktuelle Liste zu find­en. Andere Rezip­i­en­ten hand­haben das anders und parsen die Liste an Stich­ta­gen neu, weshalb man dort auch nach­se­hen kann, wie ver­gan­gene Wochen gelaufen sind. Eine Anfrage bei buchre­port würde nichts brin­gen, weil die Manip­u­la­tion nicht vor dort aus­ge­gan­gen ist. Ich finde, die Indizien sind hier sehr klar. Außer­dem soll­ten Sie sich fra­gen ob es eine sin­nvolle Idee sein kann, aus­gerech­net die Auflis­tung als Unschulds­be­weis zu präsen­tieren, deren Mach­er man der Manip­u­la­tion verdächtigt hat. Es ist fast so, als wolle man einem Gericht die Blüte eines 50ers zeigen und zur Ent­las­tung anführen “Der sieht aber echt aus”. 😉

  7. Ich weiß, es ist schw­er zu glauben und ver­wirrend und ich selb­st würde es vorziehen, solche Manip­u­la­tio­nen wären aus­geschlossen und unmöglich. Aber ich ver­suche nochmal zu erk­lären, was mein­er Mei­n­ung nach passiert ist — ein wenig Ken­nt­nisse in CSS und Web­de­sign set­ze ich mal voraus:

    In Print­aus­gabe 29 des Spiegel stand an Platz 6 der Liste das Buch, dessen Name nicht genan­nt wer­den darf. In der ursprünglichen online-Aus­gabe wohl eben­falls, wie ich annehme. 

    Das muss jeman­dem bei SPON miss­fall­en haben und der Ein­trag wurde gelöscht. Alle Seit­en, die den Inhalt der Liste direkt bei SPON ausle­sen, passten sich automa­tisch an (so wie Lehmanns unten, richtige Woche, 29!), nur Ama­zon for­matiert die Bücher­darstel­lung anders, in Blöck­en statt in Stapeln. Das ist im CSS ein Unter­schied, weil die Blöcke sich immer „Platz schaf­fen“, egal, wom­it sie gefüllt werden.

    https://www.lehmanns.de/listing/5408-spiegel-bestseller-sachbuch-hardcover-nr-29–2017

    Durch die abwe­ichende For­matierung bei Ama­zon und den nun fehlen­den Inhalt blieb offen­bar ein leer­er DIV-Con­tain­er im Code ste­hen, was die „weiße Lücke“ erzeugte. 

    https://unbesorgt.de/wp-content/uploads/2017/07/luecke.png

    Die Ver­suche von Ama­zon, diese Lücke nachträglich durch manuelle Ein­griffe zum Ver­schwinden zu brin­gen, erzeugte optisch ein kleines Chaos, das bemerkt wurde. In Aus­gabe 30 des Spiegel ist das Buch nun gar nicht mehr zu find­en, wed­er in Print, noch im Web.
    Übri­gens: man kann das Buch bestellen, ausverkauft und Nach­druck hin oder her. Ver­i­fizierte Verkäufe lan­den in den Medi­azahlen, weil bere­its Umsatz gener­iert wurde. Es verzögert sich ja nur die Liefer­ung. Es befind­et sich bei Ama­zon derzeit sog­ar auf Verkauf­s­rang 1. Die Erk­lärung, das Buch sei aus der Liste ver­schwun­den, weil es ver­grif­f­en sei, ist also – sor­ry – Blödsinn. 

    Der Spiegel schweigt, Ama­zon schweigt. Was anderes soll­ten bei­de auch tun. Ich hoffe aber, dass man sich in Zukun­ft zweimal über­legen wird, ob man so schnell wieder zur DELETE-Taste greifen wird.

  8. @Anjuscha, @Frick
    Das Argu­ment, dass der Ver­lag mit dem Aus­liefern der Bestel­lun­gen nicht nachkommt und deshalb es vom Platz 6 ver­schwun­den ist, zieht aus zwei Grün­den nicht.
    Erstens, kön­nen für solche Auswer­tun­gen nur die Eingänge von Bestel­lun­gen betra­chtet wer­den. Wer soll denn erheben, wann das Buch beim Kun­den ankommt?
    Zweit­ens, wessen math­e­ma­tis­che Bil­dung auch nur das Ver­ständ­nis des Dreisatzes ermöglicht, wird nicht glauben, das ein Buch von Platz 6 auf unter 50 ver­schwindet (laut dem Ver­leger https://sezession.de/57334/lueckenpresse—vom-umgang-mit-einem-bestseller). Man sehe sich nur mal an, wie langsam andere Büch­er absteigen (ca. 4–5 Plätze in der Woche).
    Da wurde wohl mas­siv an der Liste manip­uliert, was ja grund­sät­zlich zuläs­sig ist. Es gibt keine rechtliche Verpflich­tung zur exak­ten Führung irgendwelch­er pri­vater Best­seller-Lis­ten. Nur machen sich damit die Autoren dieser Lis­ten unglu­ab­würdig und steigern damit eher noch den Absatz des Buches.

  9. @ han­swern­er
    Stimmt lei­der nicht, Sozial­is­ten kom­men immer von der­sel­ben Seite des poli­tis­chen Spek­trums. Es war eine geniale der Nachkriegslinken, die Nation­al­SOZIAL­IS­TEN zu “Recht­en” zu machen, obwohl die Farbe (Grund­farbe der Fahne ist rot, die Arm­binden leucht­en richtig), die Sprache (VolksGENOSSEN) und die Eigen­ref­eren­zen (“der Geg­n­er ist der rechte Block der Besitzbürg­er”) das Gegen­teil beweisen.
    Abge­se­hen davon ist die plau­si­bleste Unter­schei­dung von links und rechts die zwis­chen Kollek­tivis­mus und Indi­vid­u­al­is­mus, und bei diesem Kri­teri­um paßt kein Blatt Papi­er zwis­chen Nazis, SED, Kom­mu­nis­ten, B90/Die Grü­nen, Linkspartei, großen Teilen der SPD und dem Islam. Alles dieselbe rot­braune Soße…

  10. Bevor sie bei Ama­zon die einzel­nen Titelplatzierun­gen in den nebeneinan­der­ste­hen­den (Kategorien-)Spalten durch unter­schiedliche Größen verz­er­rt haben, hat in der Hard­cov­er-Sach­buch-Spalte auf Platz 6 eine richtige Lücke geklafft. Habe lei­der keinen Screen­shot davon gemacht. Vielle­icht, Herr Letsch, hat das son­st jemand gemacht oder vielle­icht kann jemand diese Ver­sion wieder herholen.

  11. Sehr geehrter Herr Frick, 

    bevor Sie andern vor­w­er­fen, “im Unter­gangsrausch (zu) deliri­eren” soll­ten vielle­icht auch Sie
    Ihre “Erleuch­tun­gen … verifizieren”:
    Googeln Sie ein­fach “spiegel best­seller 29/2017”. Dann find­en Sie hier
    https://www.lehmanns.de/listing/5408-spiegel-bestseller-sachbuch-hardcover-nr-29–2017
    eine Liste wo Platz 6 ein­fach fehlt: und das nent man Zen­sur. Ich hätte so etwas nicht für möglich gehalten.
    Und hier http://www.buchaktuell.de/angebot/bestsellerlisten/hardcover.htm?no_cache=1 die Liste unzen­siert — mit Sieferle.
    @Roger Letsch: Danke fürs Pub­lik­machen. Im Noch-Rechtsstaat BRD bewe­gen wir uns auf einen neuen Nazi-Staat zu — der Unter­schied ist nur, dass diese “Neuzis” dies­mal von der anderen Seite des poli­tis­chen Spek­trums kommen.

    • Dann sind es wohl Bolschewis­ten? Aber ich ver­ste­he schon, Nazis hört sich ein­fach bess­er an, klingt ganz anders. Auch wenn Bolschewis­ten eigentlich kor­rek­ter wäre ( und mehr Tote haben sie auch auf dem Konto)
      Mar­ket­ing ist eben alles.

  12. Nun hat die New York Times auch einen Artikel über Siefer­les Finis Ger­ma­nia geschrieben! 

    Einen sehr sach­lichen, guten und sehr pos­i­tiv­en Artikel, nicht wie die sich links-drehen­den Medi­en in Deutschland! 

    Weil die Presse in Deutsch­land nichts mehr leis­ten will, muss jet­zt wohl die Times im fer­nen New York tun! 

    http://www.nytimes.com/2017/07/08/opinion/sunday/germanys-newest-intellectual-antihero.html

    Link für Smartphones: 

    http://mobile.nytimes.com/2017/07/08/opinion/sunday/germanys-newest-intellectual-antihero.html

    Der Artikel zu Finis Ger­ma­nia in der New York Times zeigt, das man die Presse in Deutsch­land und vor allem den Spiegel nicht mehr ernst nehmen kann. 

    Bere­its die Rezen­sion zu Finis Ger­ma­nia in diesem Blog ist um das Hun­dert­fache bess­er und informativer. 

    Der Spiegel betreibt ein­fach nur noch unser­iöse und unterirdisch schlechte, Linke Hetze!

  13. Sehr geehrter Herr Letsch, 

    im Unter­gangsrausch deliri­eren Sie die Best­sellerlis­ten­zen­sur ein­er der heili­gen Schriften. 

    „Finis Ger­ma­nia“ stand in der Kalen­der­woche 29 auf der durch den buchre­port ermit­tel­ten Spiegel-Best­sellerliste. In der KW 30 befind­et sich das Werk nicht mehr auf der Liste. Grund: Der Ver­lag rech­nete wohl nicht mit dem Verkauf­ser­folg. Das Buch befind­et sich im Nach­druck. Eine weit­ere Auflage wurde noch nicht ausgeliefert. 

    Wie wäre es damit, seine Erleuch­tun­gen zu ver­i­fizieren? Oder gehört Recherche zur “Dok­trin ein­er selb­ster­nan­nten Meinungselite”? 

    “enivrez-vous,”

  14. Die Spiegel Best­seller ‑Reiniger haben echt der­maßen die Hosen voll,

    dass sie den Platz 6 der KW 29 mit Finis Ger­ma­nia sog­ar aus den Archiv­en im web.archive.org kom­plett löschen haben lassen! 

    Das bedeutet mind. email-Verkehr und Anrufe nach San Francisco! 

    Hier gabs die 2 Tage alte web Archive Sicherung: 

    http://web.archive.org/web/20170719121015/https://www.buchreport.de/spiegel-bestseller/hardcover/

    Man kön­nte jet­zt erneut sich­ern, aber natür­lich wird jet­zt nur die gere­inigte Ver­sion gespeichert…

  15. Vielle­icht ist das ein ander­er Effekt? Thalia scheint mir aktuell die Spiegel-Liste der Vor­woche zu zeigen. Die Posi­tio­nen an Platz eins bis drei sind ja auch unter­schiedlich und die Angaben auf der Spiegel-Liste über die Bewe­gung im Ver­gle­ich zur Vor­woche scheinen das zu bestäti­gen. U.U. ist es also möglich, dass “Finis Ger­ma­nia” aus der Top20 des Spiegel raus­ge­fall­en ist in dieser Woche. Verkauf­szahlen einge­brochen weil vergriffen?

  16. Post­fak­tisch was der Spiegel da betreibt.
    Was nicht sein darf, darf nicht sein.

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