Die ARD und das Erbe Karl-Eduard von Schnitzlers

Es muss in der DDR Men­schen gege­ben haben, die glaub­ten, dass Sen­dun­gen wie „Der schwar­ze Kanal“ tat­säch­lich funk­tio­nie­ren. Sonst hät­te man dem „Sudel-Ede“ nicht gestat­tet, jahr­zehn­te­lang Woche für Woche über die Matt­schei­be zu flim­mern. Aus­ge­stat­tet mit einer Bril­le, die die Pro­ble­me des „Klas­sen­fein­des“ grö­ßer, Edes Augen für den Zuschau­er aber wie die eines Maul­wur­fes erschei­nen ließ, wühl­te er sich wie Gopher durch sei­ne Wort­gir­lan­den, die er an sei­nem über­le­ge­nen mora­li­schen Par­tei-Stand­punkt fest­ge­zurrt hat­te. Hate-Speech war das natür­lich nicht, weil Hass auf den „Klas­sen­feind“ zum antrai­nier­ten Betriebs­sys­tem des „klas­sen­be­wuss­ten DDR-Bür­gers“ gehör­te, oder zumin­dest gehö­ren soll­te. Zweck war es natür­lich, die per­ma­nent West­fern­se­hen schau­en­den Arbei­ter­pa­ra­dies­be­woh­ner nicht mit der Mei­nungs­bil­dung allein zu las­sen, wes­halb Schnitz­ler die Fäden so zog, dass sie auf eine ver­dreh­te und ver­fälsch­te Art Sinn erge­ben konn­ten. Natür­lich nur, wenn man ihm glaub­te, was jedoch nur die wenigs­ten taten. Eine Lüge hier, eine Aus­las­sung dort, noch ein güns­ti­ger Schnitt – schon war die Pro­pa­gan­da gemes­sen an ihren DDR-Mög­lich­kei­ten per­fekt. Das ist vor­bei, dach­te ich. Sol­che offen­sicht­li­che Staats­pro­pa­gan­da könn­te es heu­te nicht mehr geben, dach­te ich. Doch ich lag falsch. Der schwar­ze Kanal fei­ert in der ARD sei­ne Auf­er­ste­hung in berich­ten über Prä­si­dent Trump.

Hass auf Trump ist Meinung und Verachtung ist Programm

Seit fast drei Jah­ren ver­su­chen Poli­tik und Medi­en im Gleich­klang, den reni­ten­ten Bür­gern das Has­sen abzu­ge­wöh­nen. Hass sei kei­ne Mei­nung und füh­re letzt­lich doch nur zu Gewalt – also war­um nicht bes­ser gleich ganz dar­auf ver­zich­ten? Oder noch bes­ser: in die rich­ti­gen Bah­nen len­ken. Denn Hass ist gern gese­hen, wenn er nur „den rich­ti­gen“ trä­fe. Wenn „fort­schritt­li­che Kräf­te“ vor AfD-Par­tei­ta­gen skan­die­ren, was man mit den Abge­ord­ne­ten am bes­ten tun soll­te – die Bäu­me hät­ten nicht umsonst so star­ke Äste – gehe Hass natür­lich völ­lig in Ord­nung. Und die ver­sam­mel­te Jour­nail­le des Lan­des möch­te neben den AfD’ler am liebs­ten gleich noch die Häl­se von Orban, Kurz, May und beson­ders Trump län­ger wer­den sehen. Ich habe neu­lich geschrie­ben, dass ich Trump nicht mag und die­ser Arti­kel hat mich dazu ver­an­lasst, dar­über nach­zu­den­ken, war­um das eigent­lich so ist. Da ich kein Ame­ri­ka­ner bin, weder Immo­bi­li­en in New York besit­ze noch TV-For­ma­te wie jene kon­su­mie­re, mit denen sich Trump einen Namen gemacht hat­te, war er mir bis zum US-Wahl­kampf eigent­lich fast unbe­kannt. Wie­so mag ich ihn dann nicht? Doch dann wur­de mir bewusst, dass seit etwa drei Jah­ren eine schril­le Ober­wel­le der Ver­ach­tung durchs Land wabert, die in hun­der­ten Arti­keln, Son­der­sen­dun­gen, Unter­stel­lun­gen und flap­si­gen Bemer­kun­gen in der Pres­se und genau so im TV das Bild geprägt haben, was sich Deut­sche über Trump machen. Und bis heu­te geben sich die Medi­en alle Mühe, das Zerr­bild auf­recht zu erhalten.

Die tie­fe Spal­tung, die unse­re US-Kor­re­spon­den­ten den USA täg­lich attes­tie­ren, spie­gelt sich vor allem in der media­len Behand­lung auf unse­rer Sei­te des Atlan­tiks wider. Die eine Hälf­te der Staa­ten hält man für fort­schritt­lich, modern und unter­stüt­zens­wert, wäh­rend die ande­re in den dümms­ten Far­ben gemalt und reak­tio­när bis idio­tisch dar­ge­stellt wird. Dazwi­schen gibt es nichts mehr, weil unse­re Medi­en Ame­ri­ka zu einer bipo­la­ren Welt zurecht­ge­schrie­ben haben, in der es nichts als Kon­flik­te gebe. Schwarz gegen weiß, reich gegen arm, #metoo gegen Ver­ge­wal­ti­ger, der Rest der Welt gegen Trump. Wäh­rend ARD und ZDF bei Kurz oder Orban noch ein aktu­el­les Zitat, einen O-Tons oder eine poli­ti­sche Ent­schei­dung benö­ti­gen, um hem­mungs­los Ver­ach­tung zu kübeln, braucht es all das bei Trump längst nicht mehr. Es genügt, dass er unge­ach­tet deut­scher Medi­en­schel­te noch kei­nen Baum ziert, um jeden Kom­men­ta­tor sei­ne Sen­de­mi­nu­ten mit Kes­sel­fli­cker-Touret­te fül­len zu las­sen. Dem Kack­stolz, der die Jour­na­lis­ten­ge­sich­ter nach sol­chen Schimpf­ti­ra­den ent­rückt erschei­nen lässt, möch­te man am liebs­ten ent­ge­gen, man möge doch nach solch erleich­tern­dem Toi­let­ten­gang bit­te das Hän­de­wa­schen nicht ver­ges­sen. In Deutsch­land wett­ei­fern die Jour­na­lis­ten um die zügel­lo­ses­te und ver­let­zends­te Belei­di­gung Trumps. Als Rit­ter­schlag wünscht man sich offen­sicht­lich, in einem Trump-Tweet per­sön­lich ange­spro­chen zu wer­den, was als der ulti­ma­ti­ve Beweis dafür gäl­te, dass man auf der Sei­te des abso­lut Guten ste­he, weil das abso­lut Böse (vul­go Trump) sein „Auge von Barad Dur“ end­lich auf das tap­fe­re Schrei­ber­lein gerich­tet habe. Doch Trump zieht anders als sein sexy Vor­gän­ger beim Anblick deut­scher Hys­te­rie nicht mal sein Jackett aus – wie unaufmerksam!

So gesche­hen im Mit­tags­ma­ga­zin der ARD am 17.1.2018, als Ste­fan Nie­mann, sei­nes Zei­chens aus­ge­rech­net Washing­ton-Kor­re­spon­dent, Trump aber mal so rich­tig die Mei­nung geig­te. „Respekt!“ Mit die­sem Wort beginnt der Film, aber von nichts ist die­ser inhalt­lich und der Form nach wei­ter ent­fernt, als von Respekt. Denn es gibt eine Art Respekt, den die Höf­lich­keit erzwingt. Ver­gisst man die­sen und son­dert nichts als halt­lo­se Beschimp­fun­gen ab, wird es zivi­li­sier­ten Men­schen schnell wider­lich. Die Wür­de des Amtes sei dahin und Trump zer­tram­pe­le „urame­ri­ka­ni­sche Wer­te und Tra­di­tio­nen“ gei­fert Nie­mann und ich fra­ge mich, was Nie­mann wohl damit mei­nen könn­te. Eine urame­ri­ka­ni­sche Tra­di­ti­on ist zum Bei­spiel die Mei­nungs- und Pres­se­frei­heit, wel­che selbst gal­le­spu­cken­de Kor­re­spon­den­ten­dar­stel­ler wie Nie­mann in den Staa­ten genie­ßen, wäh­rend die deut­sche Bun­des­re­gie­rung und deren Jus­tiz­mi­nis­ter Maas die Ein­füh­rung einer pri­va­ti­sier­ten Zen­sur beschlos­sen haben. Eine wei­te­re die­ser Tra­di­tio­nen ist es, dass das ame­ri­ka­ni­sche Volk sei­ner Regie­rung nicht traut, wäh­rend es in Deutsch­land die Regie­rung ist, die ihrem Volk nicht über den Weg traut.

Nun kann man sagen, dass Kri­tik die obers­te Jour­na­lis­ten­pflicht sei, und dass ein Washing­ton-Kor­re­spon­dent zur Trump-Kri­tik gera­de­zu prä­de­sti­niert ist. Aber auch zu Belei­di­gung und Beschimp­fung? Und wenn das so ist, war­um tre­ten die Kor­re­spon­den­ten in Peking, Tehe­ran, Mos­kau oder Anka­ra nicht mit eben­falls wut­ver­zerr­ten Gesich­tern vor die Kame­ras? Ist das unqua­li­fi­zier­te Geze­ter Nie­manns nicht gera­de der Beweis, dass der urame­ri­ka­ni­sche Wert der Mei­nungs­frei­heit sogar der­lei Unver­schämt­hei­ten abdeckt, wäh­rend dies in ande­ren Tei­len der Welt nicht der Fall ist? Wenn man aber wie die ARD das man­geln­de ver­ba­le Zart­ge­fühl von Pegi­da-Demons­tran­ten mit deut­schen Regie­rungs­po­li­ti­kern anpran­gert und sich dann in der­sel­ben Wei­se über den Regie­rungs­chef eines befreun­de­ten Lan­des äußert, nennt man das übli­cher­wei­se Dop­pel­stan­dard. Nicht mal Kim III. von Nord­ko­rea wird in deut­schen Medi­en der­art unzi­vi­li­siert abge­kan­zelt und der hät­te es nun wirk­lich ver­dient! Aber nein, ich muss hier wie­der an mei­ne gute Erzie­hung den­ken und dar­an, was mei­ne Oma stets sag­te: Wer schreit, hat Unrecht. Das gilt aber nicht nur für Kim, son­dern auch für Kri­tik am ame­ri­ka­ni­schen Präsidenten.

Trump habe außer­dem „über Genera­tio­nen gewon­ne­ne Ver­bün­de­te ver­prellt und ver­ra­ten“ und ich wüss­te doch gern, wie Nie­mann auf die­ses schma­le Brett kommt. Wen hat Trump denn ver­ra­ten? Und ist es nicht eher so, dass es die Euro­pä­er und ins­be­son­de­re die deut­schen Poli­ti­ker und Medi­en waren, die nach Hil­la­ry Clin­tons Water­loo klein­laut die Fah­nen ein­roll­ten, sich beschämt vom Schlacht­feld stah­len, Ame­ri­ka zur Paria erklär­ten und Maß­nah­men für ein Post-Atlan­ti­sches Zeit­al­ter tra­fen, noch bevor Trump sei­ne Euro­pa­po­li­tik erklärt hat­te? Ich will hier nicht noch wei­te­ren Phra­sen und Beschimp­fun­gen aus dem Film ein schrift­li­ches Denk­mal set­zen und auch die ver­rä­te­ri­schen Text­bau­stei­ne, die Poli­ti­ker und Jour­na­lis­ten in die­sem Land von­ein­an­der abschrei­ben, nicht zitie­ren. Schau­en Sie sich den Film von Ste­fan Nie­mann an und bil­den sich selbst ein Urteil über des­sen Zurech­nungs­fä­hig­keit. Viel­leicht las­sen Sie sich von einem der Ärz­te dabei hel­fen, die via Fern­dia­gno­se mitt­ler­wei­le von Demenz, Epi­lep­sie und Syphil­lis bis hin zu Fuß­pilz bereits jede Krank­heit bei Trump ent­deckt zu haben glauben.

Die „rotblonde Abrissbirne“ Amerikas?

Ein Jahr ist es nun her, dass Trump ver­ei­digt wur­de und das deut­sche Feuil­le­ton Tag für Tag eine Breit­sei­te nach der ande­ren in Rich­tung Ame­ri­ka feu­ert, ohne dass es zu Wir­kungs­tref­fern gekom­men wäre. Von Bericht­erstat­tung kann längst kei­ne Rede mehr sein, weil buch­stäb­lich jeder Kor­re­spon­dent sei­ne Rede so färbt, als wol­le er Cato den Älte­ren („Im Übri­gen bin ich der Mei­nung, dass Kar­tha­go zer­stört wer­den muss“) dar­in über­tref­fen, die Zer­stö­rung Trumps zu for­dern. Was außer den will­kom­me­nen Anti-Trump-Pro­tes­ten noch alles in den USA vor sich geht, muss man sich müh­sam aus klein­tei­li­gen Pres­se­mel­dun­gen zusam­men­klau­ben. Etwa das die Trump’sche Steu­er­re­form die Unter­neh­men so stark ent­las­tet, dass Löh­ne und Gehäl­ter nach vie­len tris­ten Oba­ma-Null­run­den end­lich wie­der stei­gen, Inves­ti­tio­nen in Pro­duk­ti­on und Infra­struk­tur erfol­gen und die Arbeits­lo­sig­keit sinkt. Jeder ein­zel­ne die­ser Erfol­ge, für die ein Mar­tin Schulz oder eine Ange­la Mer­kel sich auf den Stra­ßen Ber­lins und den Talk­run­den von Will, Ill­ner und Maisch­ber­ger fei­ern las­sen wür­den, ver­liert sofort an Glanz, wenn sie von Trump kom­men. Statt­des­sen wird begie­rig jede Mel­dung aus Trumps Umfeld zu einem Sturm auf­ge­bla­sen, ganz gleich, ob es sich dabei um belang­lo­se Din­ge wie Fern­seh­kon­sum, sei­ne Vor­lie­be für Bur­ger oder die Tat­sa­che dreht, dass Trump ein Nas­horn von einem Ele­fan­ten unter­schei­den kann. Das inter­es­siert mich alles nicht die Boh­ne! Noch bil­li­ger sind wohl nur Wit­ze über Trumps Fri­sur und Haar­far­be, die viel­leicht einer Betrach­tung durch Heu­te-Show oder Tita­nic wert wären, in poli­ti­schen Arti­keln jedoch kei­nen Platz haben sollten.

Die prin­zi­pi­el­le „anti-Trump-Hal­tung“ hat sich längst ver­selb­stän­digt und von dem Land abge­kop­pelt, um das es ja eigent­lich gehen soll­te. Man trennt den Men­schen Trump von sei­nem Amt, so als hät­te das eine nichts mit dem ande­ren zu tun und eine Belei­di­gung kön­ne dem Amt, wel­ches die Per­son beklei­det, nicht scha­den. Wie sehr sich die Bericht­erstat­tung dem geschich­te­ver­än­dern­den orwell’schen Neu­sprech ange­nä­hert hat, sieht man im Fall Steh­pen Ban­non sehr deut­lich. War er noch vor weni­gen Mona­ten in den Augen der Pres­se einer der apo­ka­lyp­ti­schen Rei­ter, den Höl­len­fürst Trump auf sei­nem Pferd „Breit­bart“ los­schick­te, die euro­päi­sche Pres­se zu ver­nich­ten, ist er nach sei­nen Aus­sa­gen in einem Buch über Trump zum Kron­zeu­gen der Ankla­ge mutiert – ein­fach so, ohne Umweg, ohne Zwi­schen­tö­ne, ohne Kri­tik oder Miss­trau­en. Schimpft Trump wei­ter auf Ban­non, ist es wohl nur noch eine Fra­ge der Zeit, bis Ban­non uns als Wider­stands­kämp­fer ver­kauft wird, der schon immer gegen Trump war.

Mor­gen also ist das ers­te Jahr Trump geschafft. Die Ver­ei­nig­ten Staa­ten sind im Gegen­satz zu den hys­te­ri­schen Aus­sa­gen von Nie­mann nicht pla­niert wor­den. Und wäh­rend in Deutsch­land die Regie­rung fei­ert, dass der Staat Rekord­ein­nah­men ver­zeich­net, die es nun wohl­tä­tig zu ver­tei­len gäl­te, fei­ern die Ame­ri­ka­ner, dass es mit den Ein­nah­men der Bür­ger end­lich auf­wärts­geht. Und wäh­rend in Deutsch­land eini­ge ideo­lo­gisch ver­blen­de­te Bes­ser­men­schen dar­auf hof­fen, dass pseu­dofe­mi­nis­ti­sche Pus­sy­m­üt­zen und die isla­mis­ti­sche Lin­da Sar­sour das Wei­ße Haus über­ren­nen, könn­te Trump sich lang­sam aber stra­te­gisch auf sei­ne zwei­te Amts­zeit vor­be­rei­ten, indem er sein süf­fi­san­tes­tes Lächeln auf­setzt, sich pro­vo­kant in den Schritt greift und den Wahl­spruch von Bill Clin­ton repe­tiert, der es einst mit „It’s the eco­no­my, stu­pid“ ins Oval Office schaffte.

Und Trump, wer­den sie nun den­ken, mag ich den nun plötz­lich doch? Ich möch­te nicht ver­heh­len, dass mich die unmit­tel­ba­ren Fol­gen sei­ner Steu­er­re­form ziem­lich beein­druckt haben und dass ich sei­ne Ent­schei­dung, Jeru­sa­lem als Haupt­stadt Isra­els anzu­er­ken­nen, als ehr­li­chen, kon­se­quen­ten Schritt emp­fun­den habe, der sich ange­nehm von der prag­ma­ti­schen Feig­heit frü­he­rer Jah­re abhebt. Des­halb habe ich ent­schie­den, mich mit pau­scha­len Urtei­len oder Sym­pa­thie­kund­ge­bun­gen über den ame­ri­ka­ni­schen Prä­si­den­ten künf­tig zurück­zu­hal­ten, und mir nur von Fall zu Fall sei­ne Ent­schei­dun­gen wer­tend anzu­se­hen. Denn zwei Din­ge sind offen­sicht­lich: Deut­sche Jour­na­lis­ten oder Blog­ger wer­den Trump nicht aus dem Amt fegen, egal wie sehr sie sich wie Akti­vis­ten beneh­men. Außer­dem steht das Wort „Bilanz“ für einen Sal­do am Ende einer Wirt­schafts­pe­ri­ode oder Amts­zeit. Zum ein­jäh­ri­gen Jubi­lä­um soll­te man die­ses Wort auch als ARD-Kor­re­spon­dent nicht ohne die Vor­sil­be „Zwi­schen“ ver­wen­den, Herr Niemann.

Zum Schluss möch­te ich Herrn Nie­mann noch ein wenig von dem Gift zu kos­ten geben, dass er so groß­zü­gig über dem ame­ri­ka­ni­schen Prä­si­den­ten aus­schüt­tet: Sie sind nicht nur ein pein­li­cher Kor­re­spon­dent, son­dern, mit Ver­laub, ein gefähr­li­cher Geisterfahrer.

In die­sem Sin­ne: Hap­py anni­ver­s­a­ry, Mis­ter Pre­si­dent und wei­ter­hin viel Spaß mit eurer Mei­nungs­frei­heit und beim wirt­schaft­li­chen Auf­schwung, lie­be Amerikaner.

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38 Kommentare

  1. Was mit den Medi­en in den nächs­ten Wochen und Mona­ten pas­sie­ren könn­te, ist span­nend. Ich ver­such es mal wirk­lich so knapp wie mög­lich zu fas­sen. Und ich wun­de­re mich gleich­zei­tig, war­um die­ses The­ma über­haupt nicht von deut­schen Medi­en auf­ge­grif­fen wird. Zuge­ge­ben, ich muss­te mir auch erst Durch­blick ver­schaf­fen, weil es echt kom­plex ist, wenn man die Zusam­men­hän­ge nicht kennt. Gro­ße Tei­le der Geschich­te wur­den übri­gens über Mona­te als Ver­schwö­rungs­theo­rie gebrand­markt von den lin­ken Demo­kra­ten. Dumm nur, dass es inzwi­schen ers­te bri­san­te Ver­öf­fent­li­chun­gen gibt.

    Das Russ­land-Bashing (es spielt kei­ne Rol­le, wie man zu Russ­land steht) hat ja For­men ange­nom­men in den USA, die ihres­glei­chen suchen. Jeder Sack Reis, der irgend­wo umfällt, wur­de dem­nach von den Rus­sen absicht­lich umge­kippt. Es sind im Prin­zip meh­re­re Geschichten.

    Ein­mal die Clin­ton Foun­da­ti­on, die Mil­lio­nen oder gar Mil­li­ar­den ein­sack­te und in Hai­ti hel­fen woll­te. 0,6 Pro­zent (!) sind bei den Hilfs­be­dürf­ti­gen ange­kom­men. Rund 10 Pro­zent bei den Kor­rup­ten des Lan­des und der Rest wur­de größ­ten­teils inner­halb der Foun­da­ti­on „umge­lei­tet“. Das woll­te der ver­ant­wort­li­che Ver­tei­ler in einer Zeu­gen­aus­sa­ge im Detail aus­sa­gen. Nach Men­schen aus sei­nem Umfeld war er rich­tig begie­rig dar­auf, end­lich aus­zu­sa­gen. Eine Woche vor dem Ter­min hat er sich dann wun­der­sa­mer Wei­se in Miami umge­bracht (Kopf­schuss).

    Ähn­lich lief es wohl mit Zeu­gen bei einem Uran­deal mit Russ­land. Aus dem Umfeld der (staat­lich) rus­si­schen Käufer­fir­ma wur­de ein Rie­sen­be­trag an die Clin­ton Foun­da­ti­on über­wie­sen. Danach fädel­ten die Clin­tons den Atom­deal ein. Ein klei­ner Teil des Urans lan­de­te irgend­wo in Asi­en. Hier wie­der­um gab es Mil­lio­nen­spen­den für den Wahl­kampf, die über einen bud­dh. Tem­pel in den USA getarnt wur­den (Wahl­kampf­spen­den aus dem Aus­land sind ver­bo­ten). So weit ich infor­miert bin, kamen auch hier Men­schen ums Leben.

    Das die Vor­ge­schich­te. Wie Ber­nie San­ders aus­ge­bo­tet wur­de, wis­sen wir ja. Über­haupt wäre eine Schluss­fol­ge­rung aus all den Vor­gän­gen für mich, die Clin­ton muss unbe­dingt Prä­si­den­tin wer­den, um da über­all den Deckel drauf zu hal­ten. So erklä­re ich mir die nun fol­gen­den Vor­gän­ge. In den USA gibt es ein Anti-Ter­ror-Gesetz, das erlaubt, US-Bür­ger im Aus­land abzu­hö­ren (FISA Act). Mit invol­viert sind dabei das Jus­tiz­mi­nis­te­ri­um (DOJ) und FBI.

    Es sieht danach aus, dass Clin­ton die­ses Gesetz miss­braucht hat. Dar­über soll­te Trump dis­kre­di­tiert wer­den wäh­rend des Wahl­kampfs. Das FBI misch­te unter die­se Ergeb­nis­se auch die angeb­li­chen Erkennt­nis­se (die frei erfun­den waren/sind) die­ses UK-Geheim­dienst­lers Stee­le und hat auch die Com­pu­ter Date der Clin­ton gelöscht. Comey (FBI) stach Infor­ma­tio­nen zu lin­ken Medi­en durch. Und immer die bösen Rus­sen und Trump.

    Nach­dem Trump die Wahl gewann, wur­de es anschei­nend noch enger. Also hat­te man die Idee mit dem Impeach­ment Ver­fah­ren (Amts­ent­he­bung). Dazu soll­te FISA wei­ter genutzt wer­den. Nun bei einem Trump, der bereits den Sta­tus „Pre­si­dent elec­ted“ hat­te. Schon einen Tag vor dem Antrag zum Impeach­ment presch­ten zahl­rei­che demo­kra­ti­sche Sena­to­ren vor und for­der­ten das. Obwohl die angeb­li­chen „Ergeb­nis­se“ erst tags dar­auf prä­sen­tiert wurden.

    Comey schrieb in die­ser Zeit etwas vom „ers­ten Tref­fen der Secret Socie­ty“; auf die Fra­ge von Sena­to­ren, was er damit mei­ne, bleibt er bis heu­te eine Erklä­rung schul­dig. Das wur­de alles bekannt. Auch Schrift­wech­sel, in dem FBI Agen­ten mit­ein­an­der dar­über reden, wei­ter vor­zu­ge­hen (obwohl ille­gal) weil ja die Clin­ton das schafft. Es ging also auch dar­um, dass sich hoch­ran­gi­ge FBI und DOJ Beam­te pro Clin­ton posi­tio­nier­ten. Übri­gens auch Ermitt­ler aus dem Umfeld von Muel­ler, der aktu­ell gegen Trump ermittelt.

    Das alles wur­de recher­chiert von Sena­to­ren. Einer (Nunes) hat das alles zusam­men­ge­fasst in einem vier­sei­ti­gen Memo, wel­ches inzwi­schen als FISA Memo im FISA Miss­brauch bekannt ist. Die­ses Doku­ment konn­te vom Senat ein­ge­se­hen wer­den. Kein Demo­krat woll­te das. Laut repu­bli­ka­ni­schen Sena­to­ren ist der Inhalt so scho­ckie­rend, dass Water­ga­te nichts sei dage­gen. Aus­sa­gen wie „dass dies in einem Land wie dem unse­ren mit Frei­heit und Demo­kra­tie mög­lich sei, hät­te ich nie gelaubt“ wur­den von Sena­to­ren öffent­lich geäu­ßert, außer­dem Aus­sa­gen wie schockierend.

    Die­ses Memo, das laut Demo­kra­ten über Mona­te eine angeb­li­che Ver­schwö­rungs­theo­rie war, soll nun ver­öf­fent­licht wer­den. Dazu haben die Sena­to­ren abge­stimmt: alle demo­kra­ti­schen Sena­to­ren waren dage­gen. Die Demo­kra­ten kämp­fen der­zeit dar­um, dass das nicht ver­öf­fent­licht wird. Es wür­de ein fal­sches Nar­ra­tiv ent­ste­hen bzw. die Men­schen wür­den das völ­lig falsch ein­ord­nen, wenn es ver­öf­fent­licht wer­den wür­de - sie wür­den es nicht verstehen.

    Die Bericht­erstat­tung dazu kommt nicht mehr von einer Sei­te wie Breit­bart, die man ein­fach als Nazi­sei­te ver­un­glimp­fen kann. Es ist­der Sen­der Fox News, der das The­ma die letz­ten Tage so groß auf­ge­tan hat. Zwar kon­ser­va­tiv, aber seri­ös. Und Sen­der und Medi­en wie Washing­ton Post, NYT, CNN usw. müs­sen sich von Fox inzwi­schen sagen las­sen, dass sie kei­ne jour­na­lis­ti­schen Stan­dards mehr haben, son­dern den Clin­tons treu erge­ben sind.

    Übri­gens nimmt das alles immer grö­ße­re Dimen­sio­nen an. Inzwi­schen ist die Fra­ge laut gewor­den, was mit Oba­ma ist: wann und was er wuss­te. Denn alles geschah unter der Oba­ma Admi­nis­tra­ti­on. Und es sei prak­tisch unmög­lich, dass die­ser über so enor­me Vor­gän­ge nichts gewusst haben kann. Vor zwei oder drei Tagen wur­de bekannt in die­sem Zusam­men­hang, dass Oba­ma wohl eine Rechts­be­ra­tung kon­so­li­diert hat.

    Die Ver­öf­fent­li­chung der FISA Memos soll die­se Woche kom­men. Inzwi­schen soll auch die ers­te Stel­le im Wei­ßen Haus dar­auf drän­gen. CNN und ihres­glei­chen ver­such­ten wie­der mit Fake News abzu­len­ken, indem sie Trump unter­stell­ten er habe den gegen ihn ermit­teln­den Muel­ler gefeu­ert. Das wur­de aber trotz Demen­ti ver­sucht, groß zu verkaufen.

    Wenn da nun wirk­lich eine so gro­ße Bom­be platzt die­se Woche, wie es zahl­rei­che Sena­to­ren ver­lau­ten lie­ßen, dann dürf­ten auch die euro­päi­schen und deut­schen Medi­en blöd da ste­hen. Als völ­lig kor­rum­piert von einem pseu­do-lin­ken Main­stream (pseu­do links, weil neo­li­be­ral und nur sehr gut getarnt). Die Glaub­wür­dig­keit dürf­te dann völ­lig im Kel­ler sein. Immer­hin sind es Schlag­wor­te, die eine enor­me Dimen­si­on ver­mit­teln; Kor­rup­ti­on, Amts­miss­brauch, Geset­zes­miss­brauch, per­sön­li­che Vor­teil­nah­me finan­zi­ell und von staat­li­chen Ein­rich­tun­gen, Geld­wä­sche, Mord. Und das alles von der sich selbst als höchs­te mora­lisch Instanz auf­ge­spiel­ten pseu­do­lin­ken Ideologie.

    Das könn­te das Aus für lin­ke Medi­en und eine völ­li­ge Erneue­rung der Demo­kra­ten mit sich brin­gen. Und alles, was in den USA pas­siert, schwappt hier rüber. Und es ist ja offen­sicht­lich, dass der Staat auch hier­zu­lan­de ein Selbst­be­die­nungs­la­den gewor­den ist und die Bür­ger völ­lig aus­ge­beu­tet wer­den. Die­se FISA Memos könn­ten die­ser Ideo­lo­gie auch hier­zu­lan­de das Genick bre­chen. Daher: es ist wirk­lich span­nend, wie deut­sche Medi­en reagie­ren wer­den. Man muss sich das auf der Zun­ge zer­ge­hen las­sen: mit­hil­fe des Deep Sta­tes (wird bei Fox News auch so benannt) soll­te ein Prä­si­dent der USA, der nicht den Ideo­lo­gien ent­spricht, demon­tiert werden.

  2. Erwäh­nens­wert wäre die beleh­rern­de Art unse­rer Poli­ti­ker und Journalisten.
    Wir beleh­ren Trump/USA, England/Brexit, Chi­na, Russland/Putin, Ungarn/Orban, die Tür­kei mit Erdo­gan, Frank­reich, Ita­li­en, Grie­chen­land und vie­le mhr.
    Beh­leh­run­gen wur­den schon immer geschätzt, sie för­den Freund­schaf­ten und Gemeinsamkeiten.
    Ein Lecker­bis­sen war der letz­te Besuch vom Bun­des­kanz­ler Sebas­ti­an Kurz, er durf­te einen gut gefüll­ten Sack von Beleh­run­gen mitnehmen.
    Iro­nie Aus.

    • Defi­nie­ren Sie Fair­ness. Ist es zum Bei­spiel fair, mit einem Brand­stif­ter dar­über zu dis­ku­tie­ren, ob er ein Haus in Brand ste­cken darf, wenn man es im Gegen­zug in Ruhe löschen darf?

      • Fair­ness ist für mich das Bemü­hen um Anstand und Auf­rich­tig­keit. Kön­nen Sie da bei Trump und Ihren Mit­strei­tern Defi­zi­te erkennen?

        • „Er hat sich bemüht…“ ist eine For­mu­lie­rung, die für eine Absicht steht, nicht für ein Ergeb­nis. Über Trumps Absich­ten wird mehr spe­ku­liert, als über die Ergeb­nis­se sei­nes Han­delns. Da lie­gen für den deut­schen Beob­ach­ter mitt­ler­wei­le so vie­le Foli­en und Ste­reo­ty­pen drü­ber, dass sein Bemü­hen kaum noch zu erken­nen ist. Was mei­ne Mit­strei­ter angeht, wen auch immer Sie damit mei­nen, unter­stel­le ich natür­lich nur das Bes­te. Da Ihr Nick­na­me pro­facts lau­tet, möch­ten Sie dazu doch sicher gern selbst Pro­fun­des bei­tra­gen, anstatt sich mit mir über mora­li­sche Met­a­be­grif­fe aus­zu­tau­schen, oder?

          • „[…] Da Ihr Nick­na­me pro­facts lautet, …“

            Ach du mei­ne Güte, da habe ich doch glatt ‚pro­fi acts‘ gele­sen und mich gefragt ob er/sie/es damit auf Exper­ti­se oder auf Gewerbs­mä­ßig­keit hin­wei­sen woll­te (wobei ers­te­res ja zumin­dest inhalt­lich nicht erkenn­bar war).

            Tztz, ich muss sorg­fäl­ti­ger lesen.

    • Troll.

      In aller Fair­ness gesagt.

      PS: Roger, das Mathe-Cap­t­cha ist nach wie vor viel zu einfach! 😉

  3. Als Trump im Novem­ber 2016 gewählt wur­de, war ich zufäl­lig gera­de in Dal­las, Texas. Ich hielt ihn eher für einen Clown, einen Sil­ber­löf­fel-Bub, dem man zuviel hat durch­ge­hen las­sen im Lau­fe sei­nes Lebens. Clin­ton aller­dings ist eine Pes­tus Cor­rup­tus, und des­halb wur­de Trump wohl auch gewählt - vie­le Ame­ri­ka­ner has­sen Clin­ton aus gan­zer See­le (und dies zu recht), und erach­te­ten Trump als das klei­ne­re von zwei Übeln. Durch­aus nach­voll­zieh­bar. Alle „nor­ma­len“ Ame­ri­ka­ner - also alle, die nicht „Irgend­was-mit-Medi­en“ machen - die ich per­sön­lich ken­nen- und schät­zen­ge­lernt habe zu die­ser Zeit, haben für Trump gestimmt. Aus­nahms­los alle. Und die waren alles ande­re, als die ver­blö­de­ten „Deplor­ables“, als die sie von der kri­mi­nel­len Schreck­schrau­be der Dems hin­ge­stellt wor­den waren.

    Anfangs hielt ich Trump daher für einen „Trotz-Prä­si­den­ten“, anstatt eines „Lie­bes-Prä­si­den­ten“. Aller­dings hat er mich seit­her posi­tiv über­rascht. Er ver­sucht doch tat­säch­lich und hart­nä­ckig, sei­ne Wahl­ver­spre­chen umzu­set­zen! Man stel­le sich das nur ein­mal vor. 😉

    Was aller­dings vie­le Nicht-Ame­ri­ka­ner nicht ver­ste­hen, das ist, dass für die Ame­ri­ka­ner - Dank der mehr­jäh­ri­gen Dau­er-TV-Prä­senz Trumps - ein Donald Trump ein Haus­halts­na­me und eine Mar­ke ist. Jeder kennt ihn und sei­ne Sprü­che. Er kann sagen, was er will, man kennt sei­ne Art und erwar­tet auch nichts ande­res von ihm. Sei­ner Sprü­che wegen ren­nen die Leu­te daher auch nicht scho­ckiert über die Ber­ge. Er ist ein­fach nur ein „schrul­li­ger Onkel Bob“, wie ihn vie­le ame­ri­ka­ni­sche Fami­li­en ken­nen. Die Leu­te mes­sen ihn daher nicht an sei­nen Sprü­chen, son­dern an sei­nen Taten - und die gehen in die rich­ti­ge Richtung.

    Die Lin­ke in den USA ist dem­zu­fol­ge auch völ­lig am Durch­dre­hen. Trumps Cha­rak­ter­ei­gen­schaf­ten und sein Mega-Ego kön­nen sie ein­fach nicht in Ableh­nung im Volk ver­wan­deln, und da der Mann völ­lig schmerz­be­freit ist, glei­tet auch all der Dreck, mit dem ihn die Lin­ken stän­dig bewer­fen, wir­kungs­los ab. Das ist schon bewun­de­rungs­wür­dig. Immhin sind 91% aller Nach­rich­ten über Trump in der ame­ri­ka­ni­schen Pres­se stark nega­tiv gefärbt. Oba­ma hät­te das kei­ne drei Mona­te aus­ge­hal­ten. Trumps Poli­tik kön­nen die Lin­ken eben­falls nicht effek­tiv gegen ihn in Stel­lung brin­gen, da Trumps Poli­tik gros­sen Wider­hall in der Bevöl­ke­rung findet.

    Fazit, solan­ge Trump kei­ne gra­vie­ren­den Feh­ler macht, und sei­ne gegen­wär­ti­ge Rich­tung bei­be­hält, sehe ich bes­te Chan­cen für eine zwei­te „Spiel­zeit“.

  4. Da ich vor hat­te, auch mal was schlau­es zu schrei­ben, habe ich mit vor­be­rei­ten wol­len und ver­sucht, eini­ge tat­säch­li­che Grün­de zu fin­den, Trump nicht zu mögen. Der ers­te Tref­fer bei Goog­le ver­spricht die schlimms­ten sei­ner Sprü­che. Die Quel­le schien auch akzep­ta­bel, das Ham­bur­ger Abend­blatt. Aber von den 15 gesam­mel­ten sei­ner Aus­sa­gen dort fin­de ich jetzt kei­ne beson­ders erwähnenswert.

    Den­noch geht es anders und zudem viel bes­ser. Abso­lu­tes High­light war in die­ser Bezie­hung in letz­ter Zeit für mich im ÖR das Inter­view mit dem neu­en Kanz­ler unse­rer klei­nen Nach­bar­re­pu­blik bei Maisch­ber­ger. Dan­ke Herr Kurz, so geht das! Und des­we­gen mag ich auch Trump nicht, da man bei Kurz sehen konn­te, wie viel bes­ser man den Umgang mit­ein­an­der - auch mit einem wenig wohl­wol­len­den Men­schen - gestal­ten kann. Aber ich respek­tie­re Trump, für sei­ne Leis­tung für die USA und im Kampf gegen den isla­mi­schen Staat. Mögen tue ich ich nicht, aber letzt­lich ist das total schnup­pe, (Anti-)Sympathie hier völ­lig fehl am Platz. Der Man macht sei­nen Job. Punkt.

  5. Unver­gess­lich ist mir die Front­sei­te der DIE ZEIT vom 6. Novem­ber 2016 als die US-Wahl von Donald Trump gewon­nen wor­den war. In den bei­den Arti­keln hat es eine sol­che Dich­te der Ansamm­lung von Beschimp­fun­gen und Ver­un­glimp­fun­gen der Ame­ri­ka­ner und des gewähl­ten Prä­si­den­ten bis­her noch nie gege­ben. Seit­dem muss jeder ZEIT-Arti­kel min­des­tens eine Invek­ti­ve gegen Trump ent­hal­ten um das Wohl­wol­len des Muti­mil­lio­närs und Her­aus­ge­ber Jof­fe zu erhal­ten, der selbst mit offe­nem Hemd sich als Pro­le­ta­ri­er geriert und es nicht ver­win­den kann, dass die­se dum­men Ame­ri­ka­ner anders gewählt haben als der Herr über die Zeit es vor­her­ge­sagt hat.

  6. Ich wün­sche mir eine zwei­te Amts­zeit für Trump, damit all die­se Nie­manns bzw. die­se zahl­lo­sen deut­schen Nie­man­de sich in ihren ver­zwei­fel­ten und gleich­zei­tig selbst ent­lar­ven­den Kampf, gegen was auch immer, wei­te­re 4 Jah­re quä­len müssen.

  7. Guten Mor­gen,
    ich schaue mir ja nun die öffent­lich-recht­li­chen Kom­men­ta­to­ren kaum mehr an. Auf n-tv gibt’s da aber den Herrn Peter Kleim, der min­des­tens gera­de so viel Gei­fer pro­du­ziert, wenn ihm „eine Schup­pe auf Herrn Trumps Jacket“ auf­fällt. Das schö­ne beim Pri­vat-TV ist dann aber, wenn wäh­rend der Anti-Trump-Tira­de im Lauf­band der neue, wie­der gestie­ge­ne Dow-Jones ein­ge­blen­det wird.
    Mit freund­li­chen Grüßen

  8. Guter Bei­trag! Dan­ke! Eine dif­fe­ren­zier­te Bericht­erstat­tung wie die­se bleibt jedoch der Mehr­heit unse­rer Bevöl­ke­rung vor­ent­hal­ten. Das Flä­chen­bom­darde­ment der Main­stream-Medi­en zeigt nach­hal­ti­ge Wir­kung! Sei es „Flücht­lings­kri­se“, „mensch­ge­mach­ter“ Kli­ma­wan­del, Kern­kraft, Trump und vie­les Ande­re mehr. Gibt es eigent­lich kei­ne kon­ser­va­ti­ven Jour­na­lis­ten mehr? Ich habe den Ein­druck, das mehr oder weni­ger aus­schließ­lich links­las­ti­ge Schrei­ber­lin­ge die 4. Staats­ge­walt beherr­schen! Das Schlimms­te jedoch: frech, selbst­be­wusst und teil­wei­se kalt­schnäu­zig wird mit ober­leh­rer­haf­ter Atti­tü­de (sehr häu­fig) nicht mehr zwi­schen Kom­men­tar und Nach­richt unter­schie­den. Das alles mit Deckung der Inten­dan­ten, der Fern­seh­ra­te und der Chef­re­da­tio­nen. Der Recht­fer­ti­gung der eige­nen Pola­ri­tät wer­den dann auch noch eige­ne Sen­de­for­ma­te gege­ben. Wo ist die (jour­na­lis­ti­sche Neu­tra­li­tät) Berufs­eh­re die­ser Men­schen geblie­ben? Dies gilt im Beson­de­ren den Prot­ago­nis­ten des ÖRR. Ich bin in gro­ßer Sor­ge über die Entwicklung!

  9. Das Bes­te, was ich über die deut­schen ÖR Medi­en gele­sen habe bis­her. Trifft auch auf SZ und die meis­ten Sudl-Blät­ter zu. Man soll­te den Begriff „Schnitz­ler-Jour­na­lis­mus“ zu einem Fach­be­griff und einem geflü­gel­ten Wort machen und in den Duden aufnehmen.
    Noch­mal: Die­ser Arti­kel ist bes­ter, kri­ti­scher, inves­ti­ga­ti­ver Journalismus.

    • Ehe ihr - sehr guter - Vor­schlag es in den Duden schafft, wird er sicher drei­mal in Fol­ge zum „Unwort des Jah­res“ gewählt 😉

  10. Das Video erin­nert mich wie­der dar­an, war­um ich mich mehr für Deutsch­land lei­der schä­me als stolz sein zu können.

    Also zum Trump ist mir Fol­gen­des aufgefallen:
    - Trump ist kul­tu­rell Arbei­ter­klas­se, das was man Neu­reich nennt. Sein Vater wuchs in Armut auf. Er spricht Unterschichtenenglisch.
    - Trump wirkt „jüdisch“

    Ich schwan­ke, was die Lin­ken mehr stört. Wenn man sich die Beschrei­bung sei­ner Anhän­ger ansieht, dann ist es v.a. alles, was an Armut erinnert.

    Und dann ist da noch, dass spe­ku­liert wird, Trump hät­te schon öfter über­legt, zum Juden­tum über­zu­tre­ten. Ob es stimmt oder nicht ist irrele­vant. Auf­fal­lend ist aber, dass er, sag ich mal, „typisch“ jüdi­sche Eigen­schaf­ten hat. Das „Tache­les“ treibt unse­re Jour­na­lis­ten in den Wahn­sinn. Der geschäf­ti­ge Prag­ma­tis­mus ist doch pöh kapi­ta­lis­tisch. Humor - unprä­si­den­ti­ell. Und ist sei­ne Sexu­al­mo­ral auf vik­to­ria­nisch-christ­li­chem Niveau? Zu allem Über­fluss sind zwei sei­ner Kin­der mit Juden ver­hei­ra­tet. Isra­el mag er auch noch. Schlimm. Ist so ein „Jude“ über­haupt loy­al oder soll­te man vor­sichts­hal­ber lie­ber mona­te­lang Russ­land­ver­schwö­rungs­theo­rien spinnen?

  11. 1) Fak­tum: Die Arbeits­lo­sig­keit der Schwar­zen in den USA ist erst­ma­lig unter sie­ben Pro­zent gefal­len. Seit 45 Jah­ren gibt es Sta­tis­ti­ken über die immer viel zu hohe Arbeits­lo­sig­keit der Schwar­zen, und jetzt, 2018, liegt sie erst­ma­lig so nied­rig wie noch nie.
    Wor­an liegt’s: „The government step­ped out of the way“ (Ayn Rand). Prä­si­dent Trump hat zig ein­schnü­ren­de Bestim­mun­gen gestri­chen, die die Wirt­schaft acht Jah­re lang abge­würgt hat­ten, er hat die Höhe der Gewer­be­steu­ern dras­tisch beschnit­ten, und er hat jene, die zu gro­ßen Tei­len von der Wohl­fahrt leben (die Schwar­zen), dazu ange­hal­ten, es anders zu tun. Das Resul­tat liegt auf der Hand 🙂 , und es ist sehr posi­tiv. Man muss blind oder bescheu­ert oder gar bei­des sein, um das nicht zu sehen.

    2) Fak­tum: In Umfra­gen liegt die Zustim­mung just der Schwar­zen zu Trump jetzt dop­pelt so hoch wie 2016 wäh­rend des ver­gif­te­ten Wahl­kampfs: Mehr als drei­ßig Pro­zent der Schwar­zen unter­stüt­zen jetzt expli­zit Trump. War­um: Weil es ihnen real viel bes­ser geht als unter allen irrea­len demo­crat-Prä­si­den­ten, wäh­ren Leu­te wie Kil­la­ry Clin­ton, die irre Maxi­ne Waters, die irre Nan­cy Pelo­si und der irre Pseu­do­jour­na­list Don Lemon (CNN) bestän­dig schrei­en, dass Trump ein white supre­macist, Ras­sist, Sexist und was sonst noch sei.

    3) Fak­tum: Die Ame­ri­ka­ner (ja, die Ame­ri­ka­ner, die gro­ße Mehr­heit jeden­falls) sehen die Din­ge erstaun­lich rea­lis­tisch. Sie las­sen sich wenig von Trumps viel zu vie­len Twit­te­rei­en blen­den, und sie ach­ten nicht auf die jüngs­te ‚Ent­hül­lung‘ vom Wochen­en­de (Trump hat­te eine Affä­re vor zehn Jah­ren mit einer Por­no­dar­stel­le­rin, wäh­rend er mit Mela­nia ver­hei­ra­tet war). Obwohl die­se ‚Ent­hül­lung‘ groß durch alle lin­ken Medi­en ging, inter­es­siert sie das Publi­kum kaum. War­um: Weil Trump nicht gewählt wor­den ist, weil er ein Tugend­bold wie Pence wäre, son­dern weil man die Nase voll von z.B. der Nie­mann­schen Unfak­ti­zi­tät, Maß- und Zügel­lo­sig­keit usf. hat.
    Trump ist Unter­neh­mer, dar­um wur­de er gewählt. Weil er Trotz viel zuvie­len Twit­ter­ge­schwät­zes ein tüch­ti­ger Unter­neh­mer ist, manö­vriert er die USA aus der wirt­schaft­li­chen Sta­gna­ti­on her­aus, und außen­po­li­tisch bügelt er der­zeit Oba­mas und Kil­la­ry Clin­tons furcht­ba­re Feh­ler völ­lig aus.

    • Auch wenn Trump haupt­säch­lich gewählt wur­de, weil er wenigs­tens nicht Hil­la­ry Clin­ton ist: was am Ende dabei her­aus­kam, wenn die Regie­rung Trump denn etwas umsetz­te (sehr lan­ge hat sie nicht sehr viel gemacht - was der ame­ri­ka­ni­schen Wirt­schaft übri­gens auch nicht schlecht­tat, die sich somit dar­auf ver­las­sen konn­te was die Regie­rung tat, näm­lich nichts), war in vie­len Fäl­len gar­nicht schlecht und im Fall der Steu­er­re­form her­vor­ra­gend. Der Dow Jones ist auf Rekord­hoch; vie­le gro­ße Unter­neh­men haben die Steu­er­ent­las­tun­gen in Form von Boni, Gehalts­er­hö­hun­gen und Neu­ein­stel­lun­gen gleich an ihre Mit­ar­bei­ter wei­ter­ge­ge­ben; auch wenn die Unter­neh­men den größ­ten Teil der Steu­ern zah­len und somit in abso­lu­ten Zah­len auch die größ­te Steu­er­sen­kung bekom­men haben, haben sich durch­schnitt­li­che Mit­tel­stand­s­ame­ri­ka­ner doch über die größ­te rela­ti­ve Sen­kung ihrer Steu­ern freu­en kön­nen; Apple möch­te sich gleich eine zwei­te Fir­men­zen­tra­le nach Austin/Texas hin­stel­len; die Wirt­schaft brummt, die Steu­er­re­form ist längst gegen­fi­nan­ziert, und alle haben mehr Geld.
      Jetzt müß­te sich Trump nur noch beim twit­tern vor­her bes­ser über­le­gen was er schreibt, und dabei nicht dau­ernd ver­ges­sen was er selbst poli­tisch eigent­lich woll­te und das im fast nächs­ten Tweet mit einer erneu­ten 180°-Wende wie­der rich­tig­stel­len - dann wür­de jeder ande­re wahr­schein­lich von den Medi­en als zwei­ter Rea­gan gefei­ert, nur Trump nicht.

      Was das per­sön­li­che angeht, ver­glei­chen die Leu­te wohl eher die­se bei­den Bil­der ihrer letz­ten Prä­si­den­ten und ent­schei­den aus dem Bauch heraus:

      https://www.youtube.com/watch?v=UtePtc_l84g

      https://www.youtube.com/watch?v=waDiZR9gZ-8

      Ob man sich über­haupt auf die „Nach­rich­ten“ über die Affai­re ver­las­sen kann, haben vie­le bei der Men­ge an Trump-Bashing selbst in den ame­ri­ka­ni­schen Medi­en wohl noch gar­nicht ent­schie­den: wer sei­ne Frau betrügt, ist eine Dreck­sau; aber wie­viel war noch mal an der Geschich­te über die angeb­li­che Ver­stri­ckung mit Russ­land dran? Des­we­gen wer­den auch vie­le in die­ser Geschich­te zunächst ein­fach abwar­ten, bevor sie sie bewer­ten, den­ke ich.

  12. Es ist bezeich­nend für die deut­schen ÖR-Medi­en, wenn sie sich Typen wie den Nie­mann hal­ten. Das ist Augstein(jr.) und Prantl, nur eben nicht gedruckt. Sehen wir zu Maisch­ber­ger, Will und ande­ren Gestal­ten, die sind echt eine Schan­de. Die darf man nicht auf die Öffent­lich­keit los­las­sen, schon gar nicht international.
    Was soll bloß das Aus­land über uns den­ken? Da haben wir Mer­kel, Schulz und ande­re Grün­ro­te, die sind schon schlimm genug. Wenn wir lan­ge genug und ent­schlos­sen Wider­stand leis­ten, wer­den die sich alle einen neu­en Job suchen kön­nen. Nur , wer will die schon?

    Dan­ke für Ihren tol­len Beitrag.

  13. Den deut­schen Auto­bau­ern ist einer von der Grö­ße der Nia­ga­ra­fäl­le abge­gan­gen ob der Steu­er­re­form Trumps.
    Dazu kön­nen aller­dings kei­ne Scheiß­ber­ger- oder
    Brei-mit-ill­ner- Talk­run­den abge­hal­ten wer­den. Für ein The­ma die­ser Grö­ße ist der Ver­stand zu klein.

    • Yepp.
      Noch was in die­ser Hin­sicht: Apple inves­tiert der­zeit Mil­li­ar­den in den USA. Vie­le Mil­li­ar­den. Also wird die Arbeits­lo­sig­keit dras­tisch sin­ken und die Pro­duk­ti­vi­tät wird dras­tisch steigen.
      Was hat das mit Prä­si­dent Trump zu tun: Die Regie­rung behin­dert nicht mehr die Wirt­schaft, wes­we­gen die Wirt­schaft plötz­lich wie­der im Land selbst inves­tiert!, so ein­fach ist das.

      • Ich ver­mu­te eher, dass die USA-Admins rea­li­sie­ren, dass sie gegen Chi­na lang­fris­tig wirt­schaft­lich den kür­ze­ren zie­hen werden.

        App­les „Heim ins Reich“ Strea­tegie ist wohl die Kon­se­quenz hieraus.

        Kei­ne schlech­te Idee, neben­bei angemerkt…

      • Tref­fend, hier bei uns hat die Gän­ge­lei der Unter­neh­men Sys­tem - weiß ich aus EIGENER leid­vol­ler Erfah­rung. Ich bin kein Groß­un­ter­neh­mer, habe nur einen klei­nen Betrieb mit einer Hand­voll lang­jäh­ri­ger dank­ba­rer Mitarbeiter.

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