Das ist Lori Lightfoot. Lori Lightfoot gewann vor zwei Jahren eine Stichwahl und ist seit dem die Bürgermeisterin von Chicago, der drittgrößten Stadt der Vereinigten Staaten. In der City von Chicago leben fast drei Millionen Menschen, darunter etwa 42% Weiße und 37% Afroamerikaner. Chicago ist eine Hochburg der Demokraten, die seit 1931 ununterbrochen die Bürgermeister stellen und natürlich ist auch Lori Lightfoot Demokratin! Demokraten kämpfen in den USA gegen den Rassismus, wisst ihr ja. In Chicago eben schon seit 90 Jahren und mit nur mäßigem Erfolg, sagt Lori Lightfoot. Auch Lori Lightfoot kämpft dafür, dass People of Color eines Tages die gleichen Rechte wie Weiße haben und vielleicht eines Tages sogar eine schwarze lesbische Frau Bürgermeisterin werden kann. Nicht aufgeben, Lori! Deshalb hat Lori Lightfoot anlässlich ihres Amtsjubiläums in einer E-Mail an alle wichtigen Medien erklärt, nur „journalists of color“ Interviews geben zu wollen. Das versteht ihr nicht? Macht nichts, erklärt Lori euch kleinen Rassisten gern.

„I have been struck since my first day on the campaign trail back in 2018 by the overwhelming whiteness and maleness of Chicago media outlets, editorial boards, the political press corps, and yes, the City Hall press corps specifically.“

Sie finde es inakzeptabel, dass im Raum der Pressekonferenz keine schwarzen Frauen sitzen und geht davon aus, dass die Pressefritzen das auch so sehen. Unter den Journalisten, die für gewöhnlich den Erläuterungen von Lori Lightfoot zur ausufernden Kriminalität, der demoralisierten Polizei und den Plünderungen am Rande friedlicher BLM-Proteste lauschen, sind zwar auch zwei Frauen mit hispanic und asian „Background“, aber wer als „color“ zählt, bestimmt in Chicago immer die Person mit dem meisten Melanin.

Doch statt sich über die belehrenden Worte von Lori Lightfoot zu freuen, und die Strafe hinzunehmen, dass sie mal ein paar Tage keinen Zugang zum Rathaus haben, heult die rassistische weiße Presse um die „Chicago Tribune“ rum und will nicht akzeptieren, dass sie einfach nicht schwarz genug ist, um so rassistisch sein zu dürfen. Sei nicht wie die weiße amerikanische Presse, sei wie Lori Lightfoot und bekämpfe Rassismus mit Rassismus.

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17 Kommentare

  1. Ich frage mich nur, weshalb die Einwohner Chicagos eine bekennende Rassistin zu ihrer Bürgermeisterin wählen? Können doch nicht alles geistig vernebelte Absolventen von Eliteunis sein.

    • Man kann sich auch fragen, wie gesund es ist, 90 Jahre von einer Partei regiert zu werden. Ist aber an vielen Orten so und dann wird wie man so sagt D oder R „down ticket“ gewählt. Die Leute kümmern sich häufig sehr wenig um die Inhalte, bis sie ihnen eines Tages die Hosenbeine hochkriechen. Ist hier ja auch nicht anders.

  2. Noch eine Überlegung. Was wäre. wenn die weissen Journos von jetzt an überhaupt kein Interview mehr mit Lori Lightfoot machten? Keine Berichte mehr in den Medien. Cancel culture! Was wäre das dann? Rassismus? Es gibt da eine schöne Kurzgeschichte von Guy de Maupassant „ Le Gateaux“. Darin erlaubt eine schöne Gastgeberin nach dem Dinner immer einem Verehrer den Kuchen anzuschneiden.. Kein spoiler, einfach lesen.

  3. Es gibt doch gar keine Rassen! Das sollte doch jemand der armen Bürgermeisterin sagen. Dann wird sie ihren Fehler einsehen, wie Frau Baerbock , die es so schön sagte, als sie auf die vergessene Meldung des Weihnachtsgeldes an die BT-Verwaltung angesprochen wurde: „ Ich ärgere mich selbst darüber am meisten.“

  4. Doppel moral
    „cultural appropriation“ ist die Aneignung von Kultur einer anderen ethnischen Gruppe. Wenn also eine afrikanische Frau sich mit einem europäisch kulturellem Begriff sich als „Bürgermeister*in“ bezeichnet, ist sie genau so zu verurteilen wie eine europäische Frau die „Indianerhäupling„werden wollte.
    „Häupling*in“ vom Chicago Kral wäre demnach korrekt. Ein Häuptling kann natürlich alle nicht stammeszugehörigen ausschließen, auch Journalisten „of white colour“!
    Nix Rassismus, nur kosequente Anwendung von dem idiotischem Thema der kultureller Aneignung und dem Verständniss der US Demokraten von der Demokratie.

  5. Am Ende werden wieder Alle schön brav zusammen im Bus sitzen, die Hellgrünen vorne, die Dunkelgrünen hinten.…wie gehabt, Wetten ??i

  6. Ein Fanal. Es ist die Sprache derer, die den Diskurs aushebeln und einfach siegen wollen. Wer (so rassistisch ist und) so etwas durchgehen lässt, darf sich hinterher nicht beklagen. Die menschliche Natur wird leider nicht an Hochschulen gelehrt. Letzteres hieße in einen Abgrund zu blicken und so die Versäumnisse eigener Verantwortlichkeiten fürchten zu lernen.

  7. Hatte vor einiger Zeit mal geschaut. Die 10 Städte über 100000 mit den.höchsten Mordraten 2019 in den USA werden von Democrats regiert. Die kürzeste Zeit, die kontinuierlich Democrats den Bürgermeister gestellr hatten, waren 16 Jahre..Davor 4 Republicans und davor knapp 100 Jahre Dems. Nächstkürzere Zeit waren 36 Jahre. Democrats sind DAS Problem der USA, weil sie aus Eigeninteresse alle Probleme perpetuieren, die sie vorgeben lösen zu wollen.

  8. Just another shithole city.

    Eigentlich erstaunlich, dass seit mehr als 90 Jahren dort die Demokratische Partei regiert und die Klagen über Rassismus und andere Ungerechtigkeiten immer schriller werden. Man könnte fast den Eindruck haben, dass diese „democrats“ keine besonders gute Politik machen.

    Es könnte natürlich auch der gleiche Effekt wie beim Thema „Frauen - Gleichberechtigung“ eine Rolle spielt: Je weiter diese Gleichberechtigung verwirklicht wurde, desto lauer wird geklagt. Oder der Nazi-Effekt: je weniger Nazis es gibt, desto aufgeregter wird nach Nazis gesucht. Oder die Rechte von Schwulen, sonstiger Minderheiten etc.

    Die traurige Statistik ist nun, dass in den demokratisch regierten Großstädten die Kriminalität am stärksten zu genommen hat. Schlagzeilen wie „Homicides Up by 50 Percent or More in 12 U.S. Cities in 2020“ findet man massenweise in den US-Nachrichten.

    Merkwürdig ist dabei auch, dass Städte wie Chicago ganz oben sind - und dass es die Städte sind, welche nach US-Maßstäben die striktesten Waffengesetze haben.

  9. Frage an die Maus: Handelt es sich hier um eine Außerirdische? Nein, nicht wegen des verunglückten Fotos, sondern wegen der Aktion, die nun wirklich nicht ganz von dieser Welt sein kann. Oder doch??

  10. Man stelle sich vor, Mickey Mouse würde sich als Bürgermeister von Entenhausen darüber echauffieren, dass nur weiße Enten und Gänse das Gros der Reporter stellen, ein paar Hunde vielleicht noch. Irgendwie komisch.

    • Die als Hunde Gezeichneten in Entenhausen sind immer die Bürgermeister, Politiker, Polizisten, u.ä.

  11. Der Artikel hört ja mittendrin auf! 😉

    Liebe Maus, berichte doch, dass ein Latino-Reporter seinen Termin abgesagt hat, weil er den Reverse Racism nicht mitmacht.

    Oder wie viele Menschen jedes Jahr in Chicago an- und totgeschossen werden, und von wem. Und warum BLM nichts dazu sagt.

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