Jen­er Anteil der Kri­tik an „Fri­days for Future“, der sich nicht mit den inhaltlichen Fehlleis­tun­gen, son­dern mit dem abge­hobe­nen Per­son­al der Bewe­gung befasst, wusste schon vor dem Insider­bericht von Clemens Traub, aus welchem Juste Milieu sich die Kli­maret­ter in der Regel rekru­tieren. Tausende Memes über Gre­tas Luxus-Segel­reisen oder das Mobil­iar ihrer Eltern, Langstreck­en-Luisas Reiseziele oder Car­o­la „Extinc­tion Rebel­lion“ Rack­ete, der es in Europa, das sie gern füllen möchte, „zu voll“ ist und die es deshalb eher nach Patag­o­nien zieht, bele­gen, dass zumin­d­est das laute Spitzen­per­son­al nicht aus den abge­hängten Kreisen ein­er prekär beschäftigten Arbeit­erk­lasse kommt, deren Wahl darin beste­hen soll, am Kli­mawan­del oder am Job­ver­lust zu lei­den. Man spürt die „sil­ber­nen Löf­fel“ am Klang ihrer Stim­men und hört sie in ihren Aus­sagen, die auf eine verächtliche Art von der kalten Abso­lutheit ihrer Idee bestrichen wur­den. Solche Ideen kann nur hegen, wessen Tage nicht von ungewiss­er Zukun­ft, Geld­man­gel, Hunger oder Durst, son­dern lediglich von der Zeit begren­zt sind.

Der Auszug aus Traubs Buch „Future for Fri­days“ im Cicero bringt mich aber auf die Idee eines auf den ersten Blick absur­den Ver­gle­ich­es, der sich hof­fentlich auf den zweit­en Blick erschließt. Ich muss hier um etwas Geduld bit­ten, aber fan­gen wir doch erst mal mit der These an:

Die Struk­tur von Fri­days for Future zeigt ger­ade wegen der Priv­i­legiertheit ihrer Pro­tag­o­nis­ten den einzi­gen Weg zum Fortschritt der Men­schheit.

Ein­schränk­end füge ich hinzu, dass F4F selb­st sich­er keine Vorstel­lung davon hat, in welch­er Form die Bewe­gung mir als – in Erman­gelung eines besseren Begriffs – Vor­bild zur begrif­flichen Veror­tung eines exis­ten­ziellen Prob­lems der Men­schheit dient. Sich­er ist es nicht ein­mal die Absicht von Luisa Neubauer, Linus Stein­metz, Car­la Reemts­ma und ihren Gesin­nungs­fre­un­den, in dieser Weise tätig zu sein. Bei F4F geht man vielmehr von ein­er eige­nen, inhärent über­lege­nen Moral und der Idee aus, die fehlen­den prak­tis­chen Lösun­gen der pos­tulierten Prob­leme entstän­den let­ztlich wie von selb­st, wenn man nur schnell und blind genug in eine Rich­tung laufe. Also gewis­ser­maßen nach dem Prinzip des Fliegen­ler­nens in „Per Anhal­ter durch die Galax­is“: man wirft sich zu Boden, ver­fehlt diesen absichtlich und fliegt dann ein­fach. Oder hat eben das Kli­ma gerettet und dabei ganz neben­bei eine neue Gesellschafts­form jen­seits des Kap­i­tal­is­mus erfun­den.

„Ohne Kapitalismus können wir den Klimaschutz vergessen“

Diesen Satz von Clemens Fuest, dem Chef des IFO-Insti­tuts, mochte Luisa Neubauer in „Aspek­te“ nicht gel­ten lassen. Doch es geht mir hier ja nicht um eine Wider­legung von Neubauers These, dass wenn man staatliche Reg­ulierung hoch und Mark­tkräfte herunter regele, könne auch etwas völ­lig anderes als Sozial­is­mus entste­hen, wenn man das Exper­i­ment gle­ich auf plan­etarem Maßstab ver­suchen würde. Frei nach dem Mot­to „schau’n mer mal“. Das ist natür­lich Blödsinn und muss uns heute mal nicht küm­mern.

Die Frage für mein Beispiel muss laut­en, ab wann eine Gesellschaft über­haupt in der Lage ist, die Ressourcen aufzubrin­gen, um sich mit allen möglichen Din­gen zu beschäfti­gen, die nicht der prekären, täglichen Dasein­ser­hal­tung dienen. Also Fra­gen wie die, ob ein Fahrrad­schnell­weg durch die Stadt gebaut, ein Fahrver­bot für Ver­bren­ner-Autos ver­hängt oder eine CO2-Steuer erhoben wird, stellen sich ja nicht in Soma­lia, Venezuela oder Myan­mar. Dafür braucht es zunächst poli­tis­che Frei­heit (für Kri­tik), Sta­bil­ität (für den lan­gen Atem manch­er Pro­jek­te) und Rechtsstaatlichkeit (Investi­tion­ssicher­heit) und außer­dem eine extrem arbeit­steilige und wohlhabende Gesellschaft, ohne exis­ten­zielle Kämpfe und trib­al­is­tis­che Kon­flik­te. Kurz: dazu braucht es den Humus eines entwick­el­ten Indus­tri­es­taates. Ide­al­er­weise mit funk­tion­ieren­der Mark­twirtschaft, wie wir noch sehen wer­den.

Alle gesellschaftlichen Bewe­gun­gen und Phänomene, die ihre Nasen heute aus der Ack­er­furche täglichen Exis­ten­zkampfes her­ausheben, sind Gewächse des indus­tri­al­isierten „West­ens“. Auch F4F, wie wir wis­sen. Die Ideen stam­men aus Köpfen, die im Ver­gle­ich mit denen, die sich in der Ebene mühen müssen, in den Wolken steck­en.

Es gibt keine Zukun­ft­sangst bei Luisa Neubauer – außer jen­er natür­lich, die sie als Mon­stranz ihrer Idee vor sich herträgt. Auch Frau Reemts­ma und Frau Thun­berg kön­nen auf Ver­bren­ner-Autos verzicht­en, sie haben Alter­na­tiv­en. Oder um plaka­tiv­er zu wer­den: mit ein­er Vil­la auf Sylt kann man wun­der­bar auf Flu­greisen nach Mal­lor­ca verzicht­en und dank eines Twit­ter-Accounts mit ein­er Mil­lion Fol­low­er kann man die Welt an diesem Verzicht teil­haben lassen.

In die Posi­tion, sich mit der­lei Alter­na­tiv­en befassen zu kön­nen und auch dann noch Kuchen zu haben, wenn andere das tägliche Brot kaum auftreiben kön­nen, hat jedem einzel­nen der Aktivis­ten von F4F – ob sie es begreifen oder nicht – die Mark­twirtschaft, vul­go der Kap­i­tal­is­mus gebracht, in dem ihre Fam­i­lien reüssieren kon­nten.

Im Grunde ist es also ganz ein­fach mit der Bewusst­sein­sän­derung der Men­schheit, die Neubauer und ihre Mit­stre­it­er anstreben. Man muss nur so wer­den wie sie, dann käme das Bewusst­sein – oder der Drang, sich statt mit der Ack­er­furche, lieber mit dem Pflü­gen von Wolken zu befassen – von ganz allein. Natür­lich über­spitze ich hier, aber ich habe hier ja auch einen trock­e­nen Beweis zu führen. Da tut Auflockerung not.

Der Schlüssel zu Wohlstand und Umweltschutz ist Energie

Der Kap­i­tal­is­mus habe uns erst in die Lage ver­set­zt, der Natur zu schaden, so das Cre­do von F4F. Er hat uns aber auch erst die Fähigkeit­en und die Ressourcen geschenkt, den Schaden zu erken­nen, zu begren­zen oder umzukehren. Außer­dem ist es ja nicht so, dass andere, vorindus­trielle Gesellschaften es an Ver­suchen haben man­geln lassen, der Natur Schaden zuzufü­gen. Sei es nun vorsät­zlich oder fahrläs­sig.

Oft war dies sog­ar erfol­gre­ich und nur die zeitliche Ent­fer­nung lässt vergessen, was etwa zur Wal­dar­mut ent­lang des Mit­telmeers oder im vorindus­triellen Europa geführt hat. Es war neben dem Schiffs­bau vor allem der Energiehunger der Men­schen, die zur Abholzung und Kahlschlag führten. Erst der Sprung der Indus­triege­sellschaft von Holz zu Kohle, Öl und Gas bis zur Kernkraft ret­tete die Wälder und ermöglichte die weit­ere Entwick­lung. Inklu­sive der Möglichkeit, diese in Frage zu stellen. In diesem gesellschaftlichen und ökonomis­chen Zus­tand ist die Welt als Ganzes aber noch nicht ange­langt, ganz gle­ich, wie „plan­e­tar“ die Visio­nen von F4F auch sein mögen.

Der Schreck­en, den Neubauer und Co ver­bre­it­en, speist sich auch aus der Vorstel­lung, dass diese Entwick­lung sich tat­säch­lich vol­lziehen kön­nte, ohne dass dies ver­hin­dert wer­den kann, beispiel­sweise in Afri­ka. An die Begren­zung von CO2-Emis­sio­nen ist in diesem Zusam­men­hang nicht mal zu denken! An die Begren­zung der Entwick­lung der Men­schheit jen­seits wirrer neokolo­nialer Wel­tret­ter-Träume, die Afri­ka gern den „edlen Wilden“ über­lassen und für Postkarten­mo­tive mit Löwe, Ele­fant und Giraffe kon­servieren wollen, aber auch nicht.

Mehr CO2 wagen

Der Schritt über die Schwelle ein­er Indus­triege­sellschaft ist aber nicht vom guten Willen der Men­schen und nur in gerin­gerem Maße von der Bil­dung abhängig, son­dern in hohem Maße von der zur Ver­fü­gung ste­hen­den Energie. Und zwar nicht in Form von güti­gen Spenden entwick­lung­shil­febe­sof­fen­er Europäer, die ein paar Solarzellen in sudane­sis­che Savan­nendör­fer brin­gen und sich dabei für Prometheus hal­ten, der den Men­schen das Feuer brachte, son­dern in Gestalt ein­er selb­st­gemacht­en, selb­st­ständi­gen Weit­er­en­twick­lung, die zwangsläu­fig über die ein­fach zu erschließen­den fos­silen Energi­eträger laufen muss, bevor bessere, leis­tungsstärkere Energi­eträger mit hoher Ver­füg­barkeit in Frage kom­men. Schon auf­grund von Leis­tungs­dichte und Ern­te­fak­tor kom­men Sonne und Wind hier kaum in Frage. Der Weg vom Holz zur Kernkraft mag in Afri­ka schneller gehen kön­nen – warum soll man die gle­ichen Fehler wie die Europäer machen – , aber es gibt wohl keine Abkürzung.

Über die Hys­terie, CO2 zum Sün­den­stoff zu erk­lären, habe ich schon viel geschrieben, doch nehmen wir für einen Moment an, es gebe gute Gründe dafür, es aus der Luft zu ent­fer­nen. Unter dem Aspekt der men­schlichen Entwick­lung ander­er Welt­ge­gen­den muss es, was den Ausstoß von CO2 ange­ht, erst schlechter wer­den müssen, bevor es nach­haltig bess­er wer­den kann. Hier ste­ht die men­schliche Entwick­lung, also let­ztlich der Men­sch selb­st, den Zie­len der Kli­maret­ter im Weg. Ihr Cre­do ist ja ger­ade nicht „suche den effek­tivsten Weg“, son­dern „tue dies, lasse das, ver­bi­ete jenes“.

Die Wahrschein­lichkeit, dass auf diese Weise Fehlentschei­dun­gen zugun­sten tech­nol­o­gis­ch­er Sack­gassen getrof­fen wer­den und es zur Fehlal­loka­tion von Kap­i­tal kommt, ist extrem hoch. Die Mark­twirtschaft irrt ständig, aber im kleinen Maßstab, während jede andere Art der Wirtschaft von einem gigan­tis­chen Fehler zum näch­sten taumelt. Und obwohl die wohlhaben­den Indus­tri­es­taat­en den Weg, den sie genom­men haben, genau ken­nen, erheben sie sich nur zu gern und oft wie Gou­ver­nan­ten über Entwick­lungslän­der. Sie „wis­sen“, wie diese han­deln müssten, welche Indus­trie sie zu entwick­eln haben, welche Autos sie fahren soll­ten und wie sie auf keinen Fall ihre Energie erzeu­gen dür­fen. Sie tun in der Welt also genau das, was F4F zu Hause tut: Besser­wis­sen, Ent­mündi­gen, Fordern, Strafen.

Das Juste Milieu von „Fri­days for Future“ ver­hält sich also zum Rest unser­er Gesellschaft wie der indus­tri­al­isierte „West­en“ zum Rest der Welt. 

So wie die von ihr gehas­ste Mark­twirtschaft Luisa Neubauer ins Stu­dio von „Kon­traste“ brachte, kann auch nur die Mark­twirtschaft die ärmeren Län­der über jene Schwelle heben, hin­ter der wichtige Prozesse erst in Gang kom­men kön­nen: Das Bewusst­sein für Wirtschaftlichkeit und Ressourcenver­brauch steigt, die Lebenser­wartung steigt, Kinder­sterblichkeit und Repro­duk­tion­srat­en gehen zurück, Umwelt­be­wusst­sein und das Ver­ständ­nis für Stof­fkreis­läufe und Effizienz bilden sich aus und der Umweltschutz hat eine gute Zeit.

Auch Men­schen vom Schlag Luisa Neubauers kön­nen sich erst in diesem Habi­tat entwick­eln wie Urzeitkreb­se aus dem Yps-Heft. Anderenorts fehlt dafür ein­fach Zeit, Geld und Muße. In Gesellschaften auf der ener­getis­chen Kippe, im Exis­ten­zkampf gegen die Natur oder inner­halb trib­aler, ide­ol­o­gis­ch­er Kämpfe, gäbe es nicht mal die gold­e­nen Petrischalen, in denen sie sich ungestört, wohltem­periert und gut befeuchtet entwick­eln kön­nten! Es muss also erst „schlechter“ im Sinne von F4F wer­den, bevor es „bess­er“ wer­den kann. Anderen­falls befind­en wir uns am Beginn der Herrschaft ein­er Energie-Aris­tokratie, ein­er kleinen Elite, die die Tür des Elfen­bein­turmes hin­ter sich zuschlägt und in der Welt das Licht aus­ge­hen lässt.

Der Schlüssel zu Wohlstand und Umweltschutz ist Energie

Der ide­ol­o­gisierte Kampf gegen fos­sile Energie hat etwas Selb­st­mörderisches. Dabei ist wohl den meis­ten Men­schen mit­tler­weile klar, dass Wind und Sonne nicht reichen wer­den, in einem Indus­trieland wie Deutsch­land für Puls zu sor­gen. Das son­nen­ver­wöh­nte Kali­fornien musste in diesem Som­mer bere­its erleben, was es heißt, sich zu sehr auf Solaren­ergie und Wind­kraft zu ver­lassen. Die wegen Energie­man­gels notwendi­gen „rolling Black­outs“ dort sind auch ein Vorgeschmack für deutsche Ver­brauch­er, die glauben, man kön­nte prob­lem­los aus Kohle und Kernkraft aussteigen, Gas infrage stellen und gle­ichzeit­ig auch noch den Verkehr auf Strom drehen. Der Energiebe­darf pro Kopf lässt sich in Indus­trielän­dern nicht beliebig drück­en, weshalb die ehrliche Suche nach ver­lässlichen und belast­baren Meth­o­d­en der Energieerzeu­gung über­lebenswichtig ist. In dieser Frage absichtlich hin­ter die beste­hen­den Stan­dards zurück­z­u­fall­en, indem man voll auf volatile Energieerzeu­gun­gen durch Sonne und Wind ver­traut, ist min­destens fahrläs­sig.

Nennt es meinetwegen „Klimaschutz“

Wenn die Energiefrage wirk­lich gek­lärt wäre, wür­den einige der kristal­lenen Träume der Kli­maret­ter sog­ar ihren Schreck­en ver­lieren. Ein belast­bares, von Wet­ter und Tageszeit unab­hängiges Strom­netz käme sog­ar mit ein­er größeren Anzahl Elek­troau­tos zurecht. Tat­säch­lich und kon­tinuier­lich im Über­fluss vorhan­dene Energie kön­nte zur Her­stel­lung syn­thetis­ch­er Kraft­stoffe und Wasser­stoff aus Luft und Wass­er ver­wen­det wer­den. Das wird aber ohne Kernen­ergie nicht möglich sein. Und bevor jet­zt die Tomat­en fliegen möchte ich hinzufü­gen, dass ich nicht von den Kraftwerk­stypen spreche, die in den 60er und 70er Jahren konzip­iert und gebaut wur­den. Sich­er, es wür­den selb­st dann noch Jahrzehnte bis zum Betrieb erster Dual-Flu­id-Reak­toren verge­hen, wenn wir heute beschließen wür­den, den Ausstieg aus der Kernkraft rück­gängig zu machen. Aber man kann der Tech­nolo­gie kaum vor­w­er­fen, dass die Poli­tik seit 30 Jahren eine falsche Entschei­dung nach der anderen getrof­fen hat.

Fri­days for Future und Luisa Neubauer täten also gut daran, nicht aus­gerech­net ihre wichtig­sten Ver­bün­de­ten, die Mark­twirtschaft und die Kernen­ergie, abschaf­fen zu wollen und sich lieber für ein echt­es ener­getis­ches Lev­el-Up der Men­schheit einzuset­zen, damit ihre Vorstel­lun­gen, so irrwitzig sie auch sein mögen, es tech­nol­o­gisch zumin­d­est in den Bere­ich des Möglichen schaf­fen kön­nten. Darauf zu ver­trauen, dass es jen­seits der Mark­twirtschaft irgend­wo ein unent­deck­tes Land geben könne, das nicht Sozial­is­mus heißt und dass unbekan­nte Tech­nolo­gien sich schon irgend­wie zeigen wür­den, wenn wir nur ganz fest daran glauben, ist keine gute Idee. Statt fliegen zu ler­nen, indem man den Boden ver­fehlt, sollte man vielle­icht lieber Physik oder Chemie studieren.

Was ist also der “Weg”, den “Fri­days for Future” der Men­schheit wirk­lich zeigt? Es ist das notwendi­ge Ende der anmaßende Bevor­mundung seit­ens ein­er Elite, die es über die Wolken geschafft hat, gegenüber den­jeni­gen, die noch nicht bis dor­thin vorge­drun­gen sind. Die Auf­gabe des Juste Milieu von F4F muss es sein, sie nicht daran zu hin­dern, über die Wolken zu kom­men. Alles ist eben eine Energiefrage. Wer sie sich leis­ten kann, ist im Vorteil.

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11 Kommentare

  1. Hier han­delt es sich um nichts anderes als White Suprema­cy. Weiße Prinzess­chen, die sich nie die Fin­ger schmutzig gemacht haben, wollen aus ihrem geisti­gen Gefäng­nis her­aus der ganzen Welt vorschreiben, wie sie zu leben haben. – Ein­er­seits predi­gen diese Wohl­standsweibchen Small Is Beau­ti­ful, gle­ichzeit­ig huldigen sie aber jedem daherge­laufe­nen BBC-Aktivis­ten. Oder wie lautet die kor­rek­te Abkürzung für Burn/Loot/Murder?

  2. Herr Letsch, der Spazier­gang ist die bürg­er­liche Form der Erhol­ung. Gle­ichzeit­ig wer­den manche danach süchtig und spazieren sog­ar schon zwis­chen Woh­nung und Arbeit­splatz, ste­hen dazu sog­ar früher auf, weil die bedächtig fließende Bewe­gung des Kör­pers einen analo­gen Mech­a­nis­mus vom ungezwun­genen Fließen der Gedanken im Kopf aus­löst — you poor home offi­cers, I pity you. Wir sehen, dass man den stum­men Zwang zur materiellen Sicherung der Exis­tenz mit­tels Lohnar­beit dur­chaus mor­gens und abends noch mit ein wenig Wolkenkuck­uck­sheim verbinden kann.

    Bei den gehobe­nen Dingern der Kli­ma- und Seeretter-Szener­ie spielt natür­lich noch eine ganz andere “materielle Basis” mit: Das im gesel­li­gen Rah­men bei ihren 3F-Gela­gen wie auch in ein­er Schlep­per-Kom­büse kaschiert ausge­to­bte sex­uelle Schmoren des (immer noch) jungfräulich-knospenden Kör­pers find­et über Zeo­Du wie ZehNot zu sein­er äußerst blasiert-genüsslichen Insze­nierung! Hät­ten sich die einzel­nen Dämelchen an Stelle klophaler Glim­mer­gardrobe der­weil inten­si­er mit der sinnlosen Wok­erei befasst, ob sie nicht vielle­icht in den “falschen” Kör­perchen steck­en tüten, wäre aus dem Hüpfen die Puste vol­lkom­men raus, assured!

  3. Irgend­wie habe ich mich an den alten Her­rn B. erin­nert gefühlt.
    ” Erst kommt das Fressen und dann die Moral” .
    Oder wenn man es umkehren möchte, nur wer genug zu Fressen hat kann sich Moral leis­ten.

  4. Ein ins­ge­samt her­vor­ra­gen­der Artikel, den ich mit Genuss gele­sen habe! Vie­len Dank Herr Letsch.
    An ein­er Stelle bin ich allerd­ings nicht ganz sich­er, ob die von Ihnen dargelegten Entwick­lungss­chritte in den “Entwick­lungslän­dern” sich in der Real­ität erfüllen wer­den kön­nen: Sie schreiben (Zitat):“Der Schritt über die Schwelle ein­er Indus­triege­sellschaft ist aber nicht vom guten Willen der Men­schen und nur in gerin­gerem Maße von der Bil­dung abhängig, son­dern in hohem Maße von der zur Ver­fü­gung ste­hen­den Energie.” (Zitat Ende).

    Dem stimme ich so zu. Allerd­ings fehlt eine Ergänzung: Der Schritt ist m.E. in extrem hohem Maße neben der Ver­füg­barkeit von Energie von der gle­ichzeit­i­gen Ver­füg­barkeit von einem gewis­sen, dur­chaus als (im kern­physikalis­chen Sinne ein­er Ket­ten­reak­tion) “kri­tis­chen” Prozentsatz an Per­so­n­en mit der Möglichkeit zu kog­ni­tiv­er Spitzen­leis­tung in den jew­eili­gen Gesellschaften abhängig.

    Und ob dieser in einem Großteil der heuti­gen Entwick­lungslän­der (zumin­d­est kurz — und mit­tel­fristig) erre­icht wer­den kann…da habe ich meine Zweifel. Die Unter­suchun­gen von Prof. Hein­sohn sowie zahlre­iche Beiträge aus der Intel­li­gen­z­forschung lassen mich zu diesem Schluss kom­men. Dabei möchte ich hier gar nichts über die Ursachen dieser Mis­ere aus­sagen (Stich­worte Umwelt/Anlage). Ich stelle lediglich das Prob­lem fest! Was also, wenn dieser einzige noch quan­ti­ta­tiv wach­sende Teil der Men­schheit (Stich­wort Bevölkerungs­dy­namik in den Entwick­lungslän­dern) nicht in der Lage ist, sich zu Indus­trien­atio­nen mit einem hohen Bewusst­sein für Umweltschutz zu entwick­eln…?

    Ich will nicht falsch ver­standen wer­den: Ich halte sowohl die The­sen als aus die “Lösungsvorschläge” (absichtlich in Anführungsze­ichen) von F4F und dem Dun­stkreis um sie herum für hanebüch­enen Unsinn und zwar sowohl in tech­nol­o­gis­ch­er als auch in gesellschaftlich — poli­tis­ch­er Hin­sicht. Nichts desto trotz müssen wir uns über­legen, wie die Zukun­ft aussieht, wenn eben die Prob­leme eines großen Teils der Men­schheits­bevölkerung sich nicht durch den Weg, den Europa, Nor­dameri­ka, Australien/Neuseeland und Teile Ostasiens gegan­gen sind, lösen lassen.

  5. Ich stimme mit Ihnen in fast allem übere­in. Glänzend geschrieben!
    Ich finde es aber inter­es­sant, dass Sie über ein “Ver­ständ­nis für Stof­fkreis­läufe” schreiben, was man so inter­pretieren kön­nte, dass Kun­st­stoff-Recy­cling eine gute Sache ist. Ich halte mich in der Frage für fach­män­nisch (ist ja ein Teil meines Jobs) und denke, dass Kun­st­stoff-Recy­cling der absolute Schwachsinn ist. Ich denke nicht, dass Kun­st­stoff in der Müllde­ponie lan­den darf, aber dass es ver­bran­nt wer­den muss, wobei man dabei Strom oder Heizwärme erzeu­gen kann. Trotz­dem wird es seit Jahrzehn­ten der­art und ohne konkreten Fak­ten und Zahlen der­art propagiert, dass fast alle — auch meine Kol­le­gen — denken, es sei eine gute Sache.

    Das eigentliche Prob­lem ist nicht der CO2-Ausstoß, son­dern dass wir ein­fach zuviele Men­schen auf der Welt sind. Ten­denz steigend.

    • Es gibt sich­er Unter­schiede in der Effizienz, mit der solche Stof­fkreis­läufe betrieben wer­den kön­nen. Bei Met­allen gelingt uns das schon ganz gut. Die Stof­fkreis­läufe sind schon sehr geschlossen, ein­mal konzen­tri­ertes Met­all wird wiederver­wen­det und nicht wegge­wor­fen und dadurch wieder ver­streut. Der Energieein­satz ist entschei­dend. Braucht man mehr Energie, um den Stof­fkreis­lauf in Gang zu hal­ten, als die ver­braucht­en Stoffe aus ihren Senken zurück zu holen, lohnt sich ein kün­stlich­er Kreis­lauf natür­lich nicht.

  6. Der Artikel geht ein wenig an der Prob­lematik vorbei,denn den “nor­malen” Men­schen hängt diese “Bewe­gung” inzwis­chen zum Hals raus und bei einem Anteil Europas von ca. 2% der weltweit­en Emis­sio­nen wäre das The­ma inzwis­chen auch schon keins mehr,würde es eben von der cho­lerisch-hys­ter­ischen Polit-Pro­pa­gan­da nicht immer wieder aufgewärmt.
    Da von irgendwelchen Parteikadern zwang­haft “rot-schwarz-grün” oder jegliche andere “grün” enthal­tene Kom­bi­na­tion favorisiert wer­den soll,erhalten “Elite-Kids” immer wieder mas­sive medi­ale Beachtung.Es gibt auch Mei­n­un­gen wie die eines Erich Wolff o. Prof. Kreiß,die ger­ade im Kon­text der “Pan­demie” eine mas­sive Influenz macht­gieriger Grosskap­i­tal­is­ten siehe entspr. Artikel,sehen!

    • … eine mas­sive Influen­za der großkap­i­tal­is­tis­chen Art?, und was bitte soll das sein? Sind Sie dafür oder dage­gen, und wenn, in welchem Sinne?

      • Das kommt dabei raus,wenn man grosse Zusam­men­hänge mit weni­gen Worten kom­men­tieren will;sorry für das Missverständnis!Ich machs den­noch kurz:Ich bin gegen die oben beschriebene “FFF”-Bewegung,habe dafür aber meine eigene “erweit­erte” Sicht.Sehen Sie mir bitte nach,wenn ich das nicht im Detail beschreibe,ich glaube,die Kom­men­tar­funk­tion ist für den Platz der dafür gebraucht wird,nicht aus­gelegt!

  7. Felix Krull hun­dert Jahre später, es passt für F4F auf so vie­len Ebe­nen. Man kann ide­ol­o­gis­che Kon­struk­te oft “aufs Men­schliche” herun­ter­brechen, dann erken­nt man bei den Pro­tag­o­nis­ten unter ihren stets neuen Klei­dern doch immer wieder das­selbe Elend: gäh­nende Langeweile, Gefall­sucht und die ver­führerische Kraft des eige­nen Sendungs­be­wusst­seins. Für alle anderen, für die Gefol­gschaft, gilt der Her­den­trieb (ich weiß nicht, wie man das fach­sprach­lich, psy­chol­o­gisch oder so, aus­drückt). Jeden­falls haben Sie in Ihrem Essay sog­ar mit (schein­bar) ehrlichen Schrit­ten auf die F4F-Bewe­gung zuge­hend, deren Wahn pri­ma bloßgelegt. Dabei denke ich so gerne in Analo­gien und son­sti­gen Bildern und sehe Sie lock­er neben das schnaubende Leit­ti­er tra­bend und aus dem Mund­winkel leicht süff­isant kom­men­tierend: “Na, Chefin, du weißt aber um die Schlucht, deren Abgrund uns uns noch vor Erre­ichen der Wasser­stelle den Weg versper­rt, oder?”

  8. Diejeni­gen, die diese klu­gen Erken­nt­nisse ange­hen, wer­den sie nicht zu lesen bekom­men, und wenn doch, wer­den sie sie hochnäsig bei­seite schieben. Deut­lich­er kann man die Prob­lematik nicht aus­drück­en, wie in diesem Essay.

    Mir bleibt angesichts der aktuellen Entwick­lun­gen nur der Sarkas­mus, der sich an die Sach­lichkeit von oben unsach­lich aber logisch anfügt:

    F4F heißt statt “Fri­days for Future” bess­er “Fuck for Fun”. Denn mehr steckt nicht hin­ter dieser Ide­olo­gie.

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