In pan­de­mi­schen Zeiten wirken manche Vor­komm­nisse, als wären sie aus ver­meint­lich bes­se­ren Zeiten zu uns her­über­ge­weht. Aus Zeiten, in denen vor allem Haltung gezeigt und bedin­gungs­lose Soli­da­ri­tät mit der ganzen Welt geübt werden sollte. Die glo­ba­li­sierte Migra­tion galt bis vor kurzem noch als unbe­dingt positiv und unauf­halt­sam und Kritik daran hatte etwas anstö­ßi­ges. Die kleine Geschichte, die ich nun erzäh­len möchte, reicht zurück bis ins Covid-19-freie Jahr 2018 und betrifft einen Artikel, den ich damals schrieb und was ohne mein Zutun daraus gemacht wurde. Wer also eine kleine Pause braucht von den Corona-Live-Tickern und kurz auf andere Gedan­ken kommen möchte, der lese weiter.

Es war einmal ein Autor, der seine Frei­zeit damit zubrachte, sich einer­seits seinen Frust über den poli­ti­schen Blind­flug vom Leib zu schrei­ben, in welchem sein Hei­mat­land begrif­fen war. Ande­rer­seits lernte der Autor schnell, dass es kein bes­se­res Mittel gibt, sich ein Thema inhalt­lich zu erschlie­ßen, als darüber zu recher­chie­ren und zu schrei­ben und weil die Leser die Texte, welche bei dieser Gele­gen­heit ent­stan­den, oft sogar unter­halt­sam fanden, machte der Autor weiter. Er schrieb über Anti­se­mi­tis­mus, Israel, isla­mi­schen Ter­ro­ris­mus, die Euro­krise, den Zustand der EU, den Verfall der deut­schen Par­teien, Ener­gie­wende und Kli­ma­fra­gen, kurz: über alles, was einem an „News“ so vor die Blogger-Flinte kommt. Am 4. Oktober 2018 schrieb er einen kri­ti­schen Artikel über den GCM, den Global Compact for Migra­tion. Titel des Arti­kels: „Der „Global Compact for Migra­tion“ und die demo­gra­fi­sche Divi­dende“.

Es war einmal eine Partei in einer kleinen Stadt in NRW, der dieser Artikel so gut gefal­len haben muss, dass irgend­je­mand ihn kopierte und auf der lokalen Web­seite der Partei ver­öf­fent­li­che. Jedoch ohne den Autor zu fragen und um der „bes­se­ren“ Wirkung willen hatte man noch dazu einen abwei­chen­den Titel dafür erfun­den. Was dieser Titel, dessen Wort­laut hier nicht genannt werden wird, jedoch behaup­tet, steht so nicht im Text. Da jedoch der Name des ursprüng­li­chen Ver­fas­sers im geraub­ten Text genannt wird, könnte man auf die Idee kommen, auch den Titel hätte sich besag­ter Autor aus­ge­dacht. Diese Idee ver­flöge jedoch schnell, wenn man den Artikel auch nur flüch­tig gelesen hätte.

Es war einmal eine andere Partei in der­sel­ben kleinen Stadt, die sich die Ver­nich­tung der ersten Partei auf die Fahne geschrie­ben hatte. Eine Abnei­gung, die auf Gegen­sei­tig­keit beruhte. Dieser Partei hatte der Artikel nicht gefal­len, welcher auf der Web­seite der anderen Partei zu lesen war. Der Titel gefiel einem der Amts­trä­ger der Partei sogar so wenig, dass er Anzeige erstat­tete. Wegen Volks­ver­het­zung.

Es war einmal eine Staats­an­walt­schaft in einer großen Stadt in NRW, die hatte so viel Lan­ge­weile, dass sie Ermitt­lun­gen aufnahm gegen die Partei und den ver­meint­li­chen Autoren der Schwei­ne­rei, der sich hinter dem Namen „Roger Letsch“ ver­berge. Im Januar 2019 hat den Artikel dann wohl doch mal jemand bei der Polizei gelesen und konnte, wie akten­kun­dig ist, „keine straf­recht­li­chen Inhalte fest­stel­len“. Bis auf den erfun­de­nen Titel natür­lich.

Weiter im Märchen?

Im Märchen wäre jetzt etwa fol­gen­des pas­siert. Der mit der Ermitt­lung beauf­tragte Kri­mi­nal­haupt­kom­mis­sar besteigt sein Einhorn und reitet in den Google-Wald, wo er durch drei­ma­li­ges Aus­ru­fen des Namens „Roger Letsch“ erfährt, dass besag­ter Drache in einem Land namens „unbe​sorgt​.de“ wohnt. In diesem Land ange­kom­men, findet der Poli­zist binnen Minuten mit Hilfe der orts­kun­di­gen Such­funk­tion das Ori­gi­nal des Arti­kels, der hier, an seinem Ursprungs­ort, einen ganz anderen Namen hat, an dem es nichts aus­zu­set­zen gibt. Und wenn er nicht gestor­ben ist, dann schreibt der Autor weiter seine Texte und Polizei und Staats­an­walt­schaft können sich wieder wich­ti­ge­ren Dingen zuwen­den.

Die Realität

Doch leider, leider ist die Rea­li­tät eine ganz andere. Es wird weiter ermit­telt, die Akte wächst auf über siebzig Seiten an, der Name wird erforscht, Gebur­ten­re­gis­ter und Mel­de­adres­sen durch­stö­bert und die Ermitt­lun­gen gegen den ver­meint­li­chen Titel­schmier­fin­ken von denen gegen die Betrei­ber der Partei-Seite abge­trennt. Der Staats­schutz ermit­telt und lädt die ganz großen Kanonen! Erst im Februar 2020 erfuhr auch ich von den auf Hoch­tou­ren gegen mich lau­fen­den Ermitt­lun­gen. Durch eine Vor­la­dung. Man hatte mich „aus­fin­dig“ gemacht, dabei hatte ich mich gar nicht ver­steckt!

Das Ende

1) Wie die Sache aus­ge­hen wird, ist noch offen, auch wenn ich einen Arm darauf wetten würde, dass ich die Vor­würfe mit Hilfe meines Anwal­tes mühelos ent­kräf­ten werde. Es geht mir auch gar nicht um die Ermitt­lun­gen als solche – nach meinem Rechts­ver­ständ­nis war der frei erfun­dene Titel, den man da unfreund­li­cher­weise meinem Artikel bei­gesellt hatte, in der Tat eine boden­lose Frech­heit und durch­aus straf­wür­dig. Aller­dings enthält der Titel For­mu­lie­run­gen, die ich mir nicht einmal gedank­lich erlaube! Nicht mein Wort­schatz, nicht meine Gedan­ken. Selbst die Polizei hat ja erklärt, im eigent­li­chen Text nichts Jus­ti­zia­bles zu finden.

Nur frage ich mich, ob es zu viel ver­langt ist, vor einer Anzeige wegen Volks­ver­het­zung selbst kurz Google anzu­wer­fen, damit man zumin­dest die Rich­tung besser kon­trol­lie­ren kann, die ein solcher abge­schos­se­ner Pfeil ein­schlägt. Und wir sehen ja, wie lange selbst solche schwa­chen Pfeile fliegen und was für Heer­scha­ren sie bei Polizei und Justiz beschäf­ti­gen.

2) Jeder weiß, dass Polizei und Justiz in unserem Land völlig über­las­tet und per­so­nell dünn auf­ge­stellt sind. Ich kenne zwar die Dienst­an­wei­sun­gen nicht, die hier greifen. Aber ich bin sicher, dass die Polizei tech­nisch in der Lage sein müsste, in solchen Fällen schnel­ler abzu­wä­gen, ob hier nicht viel­mehr Ver­leum­dung oder „False Flag“ vor­liegt. Wie Texte im Inter­net kur­sie­ren, wie sie ver­linkt, kopiert und zitiert werden und wie wenig Ein­fluss man als Autor noch hat, wenn man erst mal den Knopf für „Ver­öf­fent­li­chen“ gedrückt hat, ist der Staats­an­walt­schaft und der Kripo offen­sicht­lich völlig unbe­kannt. Das ist erschre­ckend!

3) Das poli­ti­sche Klima in diesem Land befin­det sich längst auf Fege­feuer-Niveau. Ich gebe dafür aus­drück­lich ALLEN auf Landes- und Bun­des­ebene ver­tre­te­nen Par­teien Mit­schuld. Ja, ihr alle habt ver­lernt, wie Debat­ten geführt werden und was es bedeu­tet, trotz poli­tisch extrem unter­schied­li­cher Ansich­ten fair, zivi­li­siert und arti­ku­liert zu bleiben! (Aus­nah­men bestä­ti­gen die Regel leider nicht.) Jeder ver­schanzt sich hinter eilig und nach­läs­sig auf­ge­rich­te­ten Bar­ri­ka­den und bewirft die der Gegen­seite mit allem, solange es nur kräftig ver­letzt, brennt, ver­ur­teilt oder belei­digt. „Die da drüben gehören nicht dazu!“ wird gerufen und „Ver­nich­tung“ gefor­dert. Was macht es da schon, wenn Dritte zu Schaden kommen, solange die Geschosse nur ja den „Feind“ treffen.

4) Meine Artikel möge man für das nehmen, was sie sind: meine Meinung, meine Ana­ly­sen und meine Ver­su­che, für mich etwas Sinn und Sys­te­ma­tik in das selbst­zer­stö­re­ri­sche Chaos zu bringen, das mich umgibt. Man kann meine Texte ableh­nen, ihnen zustim­men, sie zitie­ren und absichts­voll miss­ver­ste­hen. Aber ich lege großen Wert darauf, dass man sie nicht ver­fälscht oder mir gar For­mu­lie­run­gen unter­stellt, die ich niemals ver­wende. Schon gar nicht hafte ich für die ver­schro­bene Gesin­nung anderer, zumal ich selbst das, was heute dumpf­deutsch als Gesin­nung bezeich­net wird, gar nicht besitze. Zumin­dest keine, die man heute in diesem Land noch einer Partei zuord­nen könnte, was vielen Simpels ja sehr wichtig ist.

Meine poli­ti­sche Heimat ist ist der klas­si­sche Libe­ra­lis­mus Webers, von Mises, Hayeks oder Roland Baaders und somit eine geis­tige Umge­bung, die in diesem Land im Rückzug begrif­fen ist, sich in Links und Rechts auf­tei­len lässt oder sich mit libe­ra­lem Deck­män­tel­chen und Namens­schild längst der Lächer­lich­keit ergeben hat. Dort, im tra­di­tio­nel­len Libe­ra­lis­mus ist meine Heimat, nicht bei den Volks­ver­het­zern und auch nicht bei den Volks­ver­pet­zern.

Ausblick

Es war einmal ein Land, das stolz war auf seine Ratio­na­li­tät und seine Demo­kra­tie und vorgab, aus den Fehlern der Geschichte mehr gelernt zu haben als jedes andere. Aus­gren­zung, Vor­ur­teile, Gesin­nungs­ter­ror und Hal­tungs­zwang habe man über­wun­den und bis auf ein paar Durch­ge­knallte gäbe es auch keine Extre­mis­ten mehr. Doch das Frie­de­freude­ei­er­ku­chen­land ist abge­brannt, seine über­for­der­ten Poli­ti­ker gehen sich, bewaff­net mit selbst­ge­bas­tel­ten Grund­sät­zen und Prin­zi­pien, an die Gurgel und die Hälfte des Volkes scheint sich auf den Straßen, in den Medien, bei Face­book und Twitter in einen zu jeder Wut, Empö­rung und Opfer­kult ent­schlos­se­nen Jan­ha­gel ver­wan­delt zu haben. Das wird sich auch nach einer hof­fent­lich bald über­wun­de­nen Pan­de­mie nicht ändern. Schlim­mer noch: ich fürchte, meine Lands­leute werden sich an den Kri­sen­mo­dus des „Durch­re­gie­rens” ohne Legi­ti­ma­tion und Kon­trolle gewöh­nen und noch into­le­ran­ter, noch staats­gläu­bi­ger werden.

Es ist drin­gend nötig, von diesem Empö­rungs­ka­rus­sell runter zu kommen, denn es dreht sich immer schnel­ler und droht, in Kürze das ganze Land in eine Umlauf­bahn des Wahn­sinns zu schleu­dern. Zumal die Gesetze der poli­ti­schen Schwer­kraft, mit welchen deut­sche Poli­ti­ker so gern spielen, dafür sorgen würden, dass es sich dabei im schlech­tes­ten Sinne um eine wahr­lich „euro­päi­sche Lösung“ handeln würde.


27.3.2020, Nachtrag

Heute Post von der Staats­an­walt­schaft. Das Ermitt­lungs­ver­fah­ren gegen mich ist gemäß §170 Abs. 2 StPO ein­ge­stellt worden. Geht doch!

Ich danke meinem Rechts­an­walt, Joachim Stein­hö­fel und natür­lich all meinen Unter­stüt­zern.

29 Kommentare

  1. Ich vergaß, halte die Ohren steif und bleib gesund. Lass dich weder vom Virus noch von der Hys­te­rie anste­cken.

  2. Lieber Roger, für dich per­sön­lich ist das Ganze natür­lich eine sehr nega­tive Erfah­rung. Aber man muss auch das Posi­tive dabei sehen. Heißt, das NWDDG (Netz­werk Durch­su­chungs und Denun­zie­rungs­ge­setz ) funk­tio­niert. Und das ist doch tröst­lich.
    Natür­lich behaup­ten einige, da das Netz kein rechts­freier Raum ist, sind straf­bare Bemer­kun­gen schon ohnehin straf­be­wehrt.
    Das ist selbst­ver­ständ­lich richtig aber unter den Begrif­fen Hass und Hetze lässt sich doch alles und jedes sub­su­mie­ren.
    Wenn dann die Staats­an­walt­schaft mit voller Kapelle anrückt, gibt viel­leicht der eine oder andere miss­lie­bige Blogger auf.
    Und für dieses hehre Ziel der Rettung der Demo­kra­tie müssen auch mal per­sön­li­che Opfer gebracht werden.
    Da bist du wahr­schein­lich nicht der Erste und wirst nicht der Letzte sein.

  3. Wie wäre es, wenn sich zukünf­tig alle Leser dieses Blogs als Co-Autoren (selbst­ver­ständ­lich mit Angabe per­sön­li­cher Daten und IP-Adresse) für Rogers Artikel zur Ver­fü­gung stell­ten? Das würde die Last von seinen Schul­tern nehmen, allei­nige Ziel­per­son etwai­ger „Ermitt­lun­gen” zu sein. Mög­li­cher­weise könnte diese Maß­nahme den ver­meint­li­chen Ermitt­lungs­be­darf der Behör­den derart anstei­gen lassen, dass diese (auch wegen des laten­ten Per­so­nal­man­gels) von vorn­her­ein wegen Gering­fü­gig­keit ein­ge­stellt würden. Nur so ’ne Idee.

    • Das ist nett, aber nicht nötig. Wie wäre es aber mit fol­gen­der Idee für meine Leser: selbst ein Blog auf­ma­chen und mit Name und Anschrift für die eigene Meinung gerade stehen. Ich helfe gern nach Kräften bei Ein­rich­tung und Ver­net­zung. 😉

      • Danke, auf dieses Angebot komme ich gerne zurück. Um ehrlich zu sein, ich hadere schon länger mit der Idee einen eigenen Blog ein­zu­rich­ten. Ich konnte mich aber bis jetzt noch nicht dazu auf­raf­fen, da ich keine jour­na­lis­ti­sche „Qua­li­fi­ka­tion” habe und mich der erste Versuch, diesen über Wor­d­Press zu erstel­len, resi­gnie­ren ließ. Es war mir schlicht zu kom­pli­ziert.

  4. Darum nutz ich Tor. Das spart Stress. Ich würde mal gerne wissen, wie viele Anzei­gen wegen Denk- und Rede­ver­bre­chen gegen mich schon ins leere gelau­fen sind. Viele, hoffe ich.

    Mich würde mal inter­es­sie­ren, welche Ermitt­lungs­werk­zeuge zum Einsatz kamen, um die 70 Seiten zu füllen. Welche Deiner ver­fas­sungs­mä­ßig garan­tier­ten Grund­rechte waren denn mal eben weg, weil Du viel­leicht einen Satz geschrie­ben haben könn­test, den jemand nicht gut fand?

    P.S.

    Noch ein kleiner Corona-Link mit ein Paar neueren Zahlen und Pro­gno­sen: https://​medium​.com/​@​t​o​m​a​s​p​u​e​y​o​/​c​o​r​o​n​a​v​i​r​u​s​-​t​h​e​-​h​a​m​m​e​r​-​a​n​d​-​t​h​e​-​d​a​n​c​e​-​b​e​9​3​3​7​0​9​2​b56

    • Tor nützt aber nur etwas, wenn man seine Kom­men­tare wie Du anonym irgendwo dran­hän­gen will. Ich hin­ge­gen habe nicht die Absicht, mich zu ver­ste­cken oder eine anonym gehos­tete Seite ohne Impres­sum im Nirvana zu betrei­ben. Ich nehme hier ledig­lich mein Recht war, mich der Ver­fas­sung gemäß frei aus­zu­drü­cken.
      Das haupt­säch­li­che „Werk­zeug”, mit dem die 70 Seiten gefüllt wurden, war offen­sicht­lich ein han­dels­üb­li­cher Foto­ko­pie­rer. 😉

      • British Offi­cers don’t duck, was? Das ist so eine lie­bens­werte Tra­di­tion der bri­ti­schen Armee. Ande­rer­seits sterben bei der bri­ti­schen Armee über­durch­schnitt­lich viele Offi­ziere den Hel­den­tod.

        Ermitt­lungs­werk­zeuge sind sowas wie Haus­durch­su­chun­gen, Aus­kunfts­er­su­chen, gespie­gelte Fest­plat­ten, Verhöre, und so weiter. Das, was die auch machen, wenn sie nen Drogen-Dealer ein­buch­ten wollen, der übers Inter­net handelt. Du bist ja sowas wie ein Drogen-Dealer, wenn Du straf­recht­lich rele­vante Sätze ver­brei­test. Beides fällt unter „Straf­recht” und „Kri­mi­na­li­tät”.

          • Meinst Du. Ach, Du hast einfach noch zu viel Grund­ver­trauen in die Welt.

            Du sagtest, dass die sich nicht die Mühe gemacht haben, ne Über­schrift zu googlen. Was sagt das über die Sorg­falt aus, mit der die Polizei arbei­tet? Oder glaubst Du etwa daran, dass die Gerichte nicht mit denen unter einer Decke stecken, und alles unter den Teppich kehren würden, um einem Ver­trau­ens­ver­lust vor­zu­beu­gen? Best-Case wäre, dass die es ewig ver­schlep­pen, um einen kleinen Fehler ein­zu­räu­men, wenns keinen mehr inter­es­siert, oder in der Revi­sion Mängel fest­ge­stellt werden. Vor­aus­ge­setzt, Du kannst Dir das Revi­si­ons­ver­fah­ren über­haupt leisten.

            • Achso, das ändert natür­lich alles.

              Ich hatte schon immer das Bedürft­nis, in einem Darknet-Inter­net-Neonazi-Bewaff­ne­ter­Ji­had-Kin­der­porno-Geld­wä­sche-Dro­gen­han­del-Waf­fen­han­del-Heil­Hit­ler-Schwarz­fah­ren-Forum im Inter­net Deine her­vor­ra­gend geschrie­be­nen Texte mit einer click­bai­ti­ge­ren Über­schrift mit Her­kunfts­an­gabe zu posten, und habe dies bisher ledig­lich aus Besorg­nis um Dein Wohl­erge­hen unter­las­sen.

              Nun hast Du mich jedoch davon über­zeugt, dass meine Sorge unbe­grün­det war. Danke dafür.

            • Warum? Wo ist die Abwei­chung?

              Der Staats­schutz hat ermit­telt, weil eine Partei Deinen Text ver­öf­fent­licht hat, was heißt, dass der Staats­schutz bezüg­lich der Partei ermit­telt, und Du Beifang warst.

              In ein Ermitt­lungs­ver­fah­ren zu geraten setzt Grund­rechte außer Kraft, die höheren Werten geop­fert werden. In diesem Fall wird der höhere Wert etwas mit der „frei­heit­li­chen demo­kra­ti­schen Grund­ord­nung” gewesen sein, wenns keinen bes­se­ren Vorwand gab.

              Das von mir erwähnte Forum würde alle mög­li­chen Abtei­lun­gen der Polizei auf den Plan rufen, die alle unab­hän­gig von­ein­an­der ein Ermitt­lungs­ver­fah­ren starten könnten. Alle diese Ver­fah­ren führen dann mit gewis­ser Wahr­schein­lich­keit zu einer Fickung Deines Lebens, und diese Wahr­schein­lich­keit erhöht sich natür­lich, wenn die Abtei­lun­gen Dich höher prio­ri­sie­ren, weil auch andere Abtei­lun­gen ermit­teln.

              Oh, guck mal, die Kol­le­gen ermit­teln alle gegen den, da muss was dran sein, also bloß nicht zim­per­lich sein”.

              Was am Ende „jus­tiza­bel” ist, ist egal, weil so ein Ermitt­lungs­ver­fah­ren bereits eine Strafe für sich dar­stellt, wobei False Posi­ti­ves auch vor Gericht nicht aus­ge­schlos­sen sind, beson­ders dann, wenn man sich keinen Anwalt leisten kann, und/oder die Polizei sich schon „sehr sicher” ist, was davon abhängt, welches Nar­ra­tiv sich bei denen durch­setzt.

              Der Typ in Chem­nitz, der angeb­lich den Kubaner abge­sto­chen hat, wurde prak­tisch ohne Beweise wegen Mord oder Tot­schlag ver­ur­teilt, weil man sich halt sehr sicher war, und ein Frei­spruch ein Gesichts­ver­lust gewesen wäre. Das sind die Qua­li­täts­stan­dards, die das Rechts­sys­tem bei Tötungs­de­lik­ten hat, und ich bezweifle, dass Denk- und Rede­ver­bre­chen sorg­fäl­ti­ger bear­bei­tet werden.

              Oder als TLDR:

              Darum nutz ich Tor. Das spart Stress.”

              Keine Abwei­chung. Die Dif­fe­renz scheint zu sein „Ich spreiz nicht meine Arsch­ba­cken für die” vs. „Sowas muss man hin­neh­men”.

      • Leider stehen viele Kom­men­ta­to­ren noch in “Lohn und Brot“ und wollen eigent­lich nur ungern ihren Klar­na­men ver­öf­fent­licht sehen. Eine nicht dem Main­stream gefäl­lige Aussage hat schon so manchen viel Ärger, wenn nicht sogar den Verlust des Arbeits­plat­zes, ein­ge­bracht. Das sollten Sie viel­leicht auch einmal beden­ken.

  5. Es war einmal… ein Bär. Der Bär war auf der Suche nach Honig. Er fand dabei ein Buch, das von einem bösen Zau­be­rer ver­flucht war. Das Buch verlieh ihm die Macht, zu spre­chen, und die Über­zeu­gung, dass er ein Kom­mu­nist sein wollte. Und so wurde der Bär ein über­zeug­ter Kom­mu­nist.
    Und wie der spre­chende Bär nun unter Men­schen kam, war er ein großes Kurio­sum. Und wie er so seine Reden schwang, nahmen die Men­schen ihn zum König. Denn der letzte König war tot und die Men­schen konnten sich nicht auf einen König einigen. Da kam ihnen der Bär gerade recht.
    Und so wurde der Bär ein König.
    Der Bären­kö­nig war ver­rückt, aber dies war nicht weiter unge­wöhn­lich. Bei­spiels­weise wollte der König gerne Kom­mu­nist genannt werden. Niemand wollte aber den König belei­di­gen und ihn einen Kom­mu­nis­ten nennen. Denn jeder wusste, dass Kom­mu­nis­ten stets nur bös­ar­tig waren, während Könige bis­wei­len auch gut zu sein ver­moch­ten.
    Und weil der Bären­kö­nig sein Volk eben­so­we­nig ver­stand wie das Volk seinen Bären­kö­nig, wurde der Bär mit der Zeit sehr ärger­lich. Manch­mal – ganz selten – war er sanft und flau­schig und kusche­lig. Meis­tens war brum­me­lig und grum­me­lig. Manch­mal war er auch jäh­zor­nig. Und dann tötete er Men­schen in seiner Raserei.
    Das Volk lernte bald den Winter zu schät­zen, denn der Bär hielt einen langen Win­ter­schlaf. Denn wenn­gleich der Bär in dieser Zeit keine Arbeit zu ver­rich­ten ver­mochte, so konnte er auch kein Unheil anrich­ten. Und so empfand das Volk das bedroh­li­che Schnar­chen, das vom Schloss her­un­ter­schallte, bald als beru­hi­gend.
    Doch wenn im Früh­jahr der Bär erwachte, so begab er sich auf den Markt. Und weil der Bär sich für einen Kom­mu­nis­ten hielt, tat er was ihm beliebte und nahm sich was er wollte. Und weil er ein König war, stand ihm das auch zu. Und so wurde der Markt zum Bären­markt. Und die Men­schen lernten, den Bären­markt zu meiden.
    Und weil der Bär ein Kom­mu­nist war, erteilte er auch viele Befehle. Bei­spiels­weise befahl er, dass Honig durch die Was­ser­lei­tun­gen des Volkes fließen solle.
    Also wurden die Leute im ganzen Land zu Imkern und die flei­ßi­gen Bien­chen hatten ihre liebe Not, genü­gend Honig zu sammeln.
    Weil Honig aber sehr zäh­flüs­sig war, ver­mochte er nicht durch die Was­ser­lei­tun­gen zu fließen. Als der Bären­kö­nig dies vernahm, befahl er, den Honig mit Wasser zu ver­dün­nen. Auch dann ver­mochte der Honig nicht richtig zu fließen. Aus den tiefer gele­ge­nen Was­ser­häh­nen tröp­felte langsam etwas, was kein Honig mehr war. Aus den höher gele­ge­nen Was­ser­häh­nen kam gar nichts. Zudem kamen alsbald die Ratten und Mäuse und nagten an den Was­ser­lei­tun­gen, um sich an dem dünnen Honig zu laben. Manches Unge­zie­fer drang auch in die Lei­tun­gen ein, wo es sich ein­nis­tete, seinen Urin und seinen Kot hin­ter­ließ und schließ­lich ver­wen­dete und ver­weste.
    Und so verdarb der dünne Honig in den Was­ser­lei­tun­gen. Die Men­schen waren es leid und ver­lie­ßen in Scharen das Land. Bald war der Bären­kö­nig allein. Bis­wei­len zer­störte er die Was­ser­lei­tun­gen aus alten Zeiten, um an gam­me­li­gem Honig zu nuckeln. Und wenn er nicht gestor­ben ist, so nuckelt er noch heute.

  6. Aus dem Empö­rium von Dart Wähler kommen die Krieger in ihren bla­sa­len Par­tei­shut­tles und Räder­tio­nen ange­rauscht und liefern sich das letzte Gefecht. Königin Merkill bäumt sich schwer ange­schla­gen gegen den Fürst der Fins­ter­nis Erdokan, dessen Mus­lorks aus dem Schlacht­feld Mussöl sich anschi­cken das Reich der Eurohen zu fluten und in ihre Gewalt zu bringen. Über das Meer schwär­men die Afronen eng gedrängt in kleinen Traum­schif­fen heran, um ihrer­seits das Reich der Eurohen zu errei­chen und das Kern­land zu erobern, wo sie das ver­hei­ßene Para­dies erwar­ten und doch nur den Gries­gram Nasi antref­fen.
    Wird sie bestehen, die Königin des Gries­grams? Wird das Empö­rium dem Fürst der Fins­ter­nis und dem Schwarm der Afronen wider­ste­hen? Nein, es heißt, dass der Gries­gram Nasi der eigent­li­che Feind des Empö­ri­ums sei, der sich das Empö­rium zurück zu erobern gedenkt und nur die Afronen seien die Erlö­sung von ihm. Ein Pakt, ein Deal wird aus­ge­macht. Beides teuer bezahlt mit Schweiß und Tränen des Unter­vol­kes. Das Boll­werk scheint zu brechen. Übles droht sich zu ergie­ßen. Nur das Koh­len­stoff­freie Klima vermag das Unter­volk noch zu retten. Aber zu spät. Der Geist von Coron hat sie alle in Fesseln gelegt.
    Die Schlacht ist noch nicht beendet. Was, wenn Coron an Macht ver­liert? Was, wenn Schweiß und Tränen nicht mehr reichen? Wird Blut das neue Zah­lungs­mit­tel? Wer obsiegt? Der Fürst der Fins­ter­nis Erdokan oder Königin Merkill? Oder wird die Schlacht ent­schie­den, weil die Satra­pen des Kaisers von Ame­ri­ken Trumpel oder die Kosiken des hohen Pries­ters Puton zahl­reich die Orks und Afronen zurück­drän­gen und an die Stelle von Königin Merkill der Prinz Marz tritt? Werden die Unter­fürs­ten des Empö­ri­ums sich auf­leh­nen oder werden sie sich der Macht fügen?
    Möge der Geist Coron sie noch eine Weile in Fesseln halten. Auf das alle bei­zei­ten geistig gesun­dend erwa­chen.

  7. Danke. Ein Text zum Kopf­ni­cken und Kopf­schüt­teln.

    Frage: Warum kann ich kein „like” geben, ohne mich vorher anzu­mel­den, aber diesen Kom­men­tar schrei­ben?

    • Ein Face­book-Like? Das geht nur, wenn man dort auch ange­mel­det ist. Die Like-Funk­tion für Kom­men­tare hier im Blog musste ich vor einiger Zeit deak­ti­vie­ren, weil es da eine erheb­lich Sicher­heits­lü­cke gab, über die ein mas­si­ver Botnet-Angriff auf diese Seite lief.

  8. Ich kann nur hoffen, dass all die an der Hetze Betei­lig­ten, sich ent­schul­di­gen. Ich ahne jedoch, dass es nicht gesche­hen wird.
    Es ist ein her­vor­ra­gen­der Beitrag und sollte gerade in dieser Kri­sen­zeit, die ja auch poli­tisch vor einem Kollaps steht, min­des­tens den einen oder anderen Gegner/Feind zum Nach­den­ken zwingen.
    Meine Soli­da­ri­tät hast Du/ haben Sie auf jeden Fall.
    Gerhard Kern

  9. Da Sie, sehr geehr­ter Herr Letsch, ja nun ohnehin einen Anwalt brau­chen, könnte der doch zum Anfang der miss­li­chen Ket­ten­re­ak­tion zurück­keh­ren und auch gegen die mög­li­che Urhe­ber­rechts­ver­let­zung und alle anderen denk­ba­ren Straf­tats­be­stände im Zusam­men­hang mit einem mut­maß­li­chen Miss­brauch Ihres Arti­kels vor­ge­hen. Denn auch kleine Par­teien dürfen nicht alles…

  10. Lieber Roger, Du sagst es. Die Auf­zäh­lung von Mises,Hayek und Baader genügt als unwi­der­leg­ba­rer Beweis. Diese Namen stehen wie in Stein gemei­ßelt für Frei­heit. Sowohl in wirt­schaft­li­cher als auch in poli­ti­scher Hin­sicht. All die geistig Tie­fer­ge­leg­ten, die Dir jetzt an die Wäsche wollen, kennen wahr­schein­lich nicht einmal die Namen dieser großen Denker und Öko­no­men. Eine Treib­jagt auf alle Kri­ti­ker, die berech­tigte Zweifel als Hass und Hetze umde­fi­nie­ren. Wehren wir uns. Mit unserer IP-Adresse, unserer Stimme und ggf. unserem Anwalt. Bleib tapfer und gesund. Alles Gute.

  11. Bravo, Herr Letsch!
    Sie haben – mal wieder – den Nagel auf den Kopf getrof­fen!
    Was ist aus unserer Gesell­schaft für ein jäm­mer­li­cher Haufen gewor­den?

  12. Sehr gutes State­ment und man möchte das der gesam­ten Gesell­schaft um die Ohren hauen.
    Doch ich befürchte, man begreift noch gar nichts.
    Liebe Grüße und ein bleib gesund
    Marion Köhler

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