In pan­de­mi­schen Zei­ten wir­ken man­che Vor­komm­nis­se, als wären sie aus ver­meint­lich bes­se­ren Zei­ten zu uns her­über­ge­weht. Aus Zei­ten, in denen vor allem Hal­tung gezeigt und bedin­gungs­lo­se Soli­da­ri­tät mit der gan­zen Welt geübt wer­den soll­te. Die glo­ba­li­sier­te Migra­ti­on galt bis vor kur­zem noch als unbe­dingt posi­tiv und unauf­halt­sam und Kri­tik dar­an hat­te etwas anstö­ßi­ges. Die klei­ne Geschich­te, die ich nun erzäh­len möch­te, reicht zurück bis ins Covid-19-freie Jahr 2018 und betrifft einen Arti­kel, den ich damals schrieb und was ohne mein Zutun dar­aus gemacht wur­de. Wer also eine klei­ne Pau­se braucht von den Coro­na-Live-Tickern und kurz auf ande­re Gedan­ken kom­men möch­te, der lese weiter.

Es war ein­mal ein Autor, der sei­ne Frei­zeit damit zubrach­te, sich einer­seits sei­nen Frust über den poli­ti­schen Blind­flug vom Leib zu schrei­ben, in wel­chem sein Hei­mat­land begrif­fen war. Ande­rer­seits lern­te der Autor schnell, dass es kein bes­se­res Mit­tel gibt, sich ein The­ma inhalt­lich zu erschlie­ßen, als dar­über zu recher­chie­ren und zu schrei­ben und weil die Leser die Tex­te, wel­che bei die­ser Gele­gen­heit ent­stan­den, oft sogar unter­halt­sam fan­den, mach­te der Autor wei­ter. Er schrieb über Anti­se­mi­tis­mus, Isra­el, isla­mi­schen Ter­ro­ris­mus, die Euro­kri­se, den Zustand der EU, den Ver­fall der deut­schen Par­tei­en, Ener­gie­wen­de und Kli­ma­fra­gen, kurz: über alles, was einem an „News“ so vor die Blog­ger-Flin­te kommt. Am 4. Okto­ber 2018 schrieb er einen kri­ti­schen Arti­kel über den GCM, den Glo­bal Com­pact for Migra­ti­on. Titel des Arti­kels: „Der „Glo­bal Com­pact for Migra­ti­on“ und die demo­gra­fi­sche Divi­den­de“.

Es war ein­mal eine Par­tei in einer klei­nen Stadt in NRW, der die­ser Arti­kel so gut gefal­len haben muss, dass irgend­je­mand ihn kopier­te und auf der loka­len Web­sei­te der Par­tei ver­öf­fent­li­che. Jedoch ohne den Autor zu fra­gen und um der „bes­se­ren“ Wir­kung wil­len hat­te man noch dazu einen abwei­chen­den Titel dafür erfun­den. Was die­ser Titel, des­sen Wort­laut hier nicht genannt wer­den wird, jedoch behaup­tet, steht so nicht im Text. Da jedoch der Name des ursprüng­li­chen Ver­fas­sers im geraub­ten Text genannt wird, könn­te man auf die Idee kom­men, auch den Titel hät­te sich besag­ter Autor aus­ge­dacht. Die­se Idee ver­flö­ge jedoch schnell, wenn man den Arti­kel auch nur flüch­tig gele­sen hätte.

Es war ein­mal eine ande­re Par­tei in der­sel­ben klei­nen Stadt, die sich die Ver­nich­tung der ers­ten Par­tei auf die Fah­ne geschrie­ben hat­te. Eine Abnei­gung, die auf Gegen­sei­tig­keit beruh­te. Die­ser Par­tei hat­te der Arti­kel nicht gefal­len, wel­cher auf der Web­sei­te der ande­ren Par­tei zu lesen war. Der Titel gefiel einem der Amts­trä­ger der Par­tei sogar so wenig, dass er Anzei­ge erstat­te­te. Wegen Volksverhetzung.

Es war ein­mal eine Staats­an­walt­schaft in einer gro­ßen Stadt in NRW, die hat­te so viel Lan­ge­wei­le, dass sie Ermitt­lun­gen auf­nahm gegen die Par­tei und den ver­meint­li­chen Autoren der Schwei­ne­rei, der sich hin­ter dem Namen „Roger Letsch“ ver­ber­ge. Im Janu­ar 2019 hat den Arti­kel dann wohl doch mal jemand bei der Poli­zei gele­sen und konn­te, wie akten­kun­dig ist, „kei­ne straf­recht­li­chen Inhal­te fest­stel­len“. Bis auf den erfun­de­nen Titel natürlich.

Weiter im Märchen?

Im Mär­chen wäre jetzt etwa fol­gen­des pas­siert. Der mit der Ermitt­lung beauf­trag­te Kri­mi­nal­haupt­kom­mis­sar besteigt sein Ein­horn und rei­tet in den Goog­le-Wald, wo er durch drei­ma­li­ges Aus­ru­fen des Namens „Roger Letsch“ erfährt, dass besag­ter Dra­che in einem Land namens „unbesorgt.de“ wohnt. In die­sem Land ange­kom­men, fin­det der Poli­zist bin­nen Minu­ten mit Hil­fe der orts­kun­di­gen Such­funk­ti­on das Ori­gi­nal des Arti­kels, der hier, an sei­nem Ursprungs­ort, einen ganz ande­ren Namen hat, an dem es nichts aus­zu­set­zen gibt. Und wenn er nicht gestor­ben ist, dann schreibt der Autor wei­ter sei­ne Tex­te und Poli­zei und Staats­an­walt­schaft kön­nen sich wie­der wich­ti­ge­ren Din­gen zuwenden.

Die Realität

Doch lei­der, lei­der ist die Rea­li­tät eine ganz ande­re. Es wird wei­ter ermit­telt, die Akte wächst auf über sieb­zig Sei­ten an, der Name wird erforscht, Gebur­ten­re­gis­ter und Mel­de­adres­sen durch­stö­bert und die Ermitt­lun­gen gegen den ver­meint­li­chen Titel­schmier­fin­ken von denen gegen die Betrei­ber der Par­tei-Sei­te abge­trennt. Der Staats­schutz ermit­telt und lädt die ganz gro­ßen Kano­nen! Erst im Febru­ar 2020 erfuhr auch ich von den auf Hoch­tou­ren gegen mich lau­fen­den Ermitt­lun­gen. Durch eine Vor­la­dung. Man hat­te mich „aus­fin­dig“ gemacht, dabei hat­te ich mich gar nicht versteckt!

Das Ende

1) Wie die Sache aus­ge­hen wird, ist noch offen, auch wenn ich einen Arm dar­auf wet­ten wür­de, dass ich die Vor­wür­fe mit Hil­fe mei­nes Anwal­tes mühe­los ent­kräf­ten wer­de. Es geht mir auch gar nicht um die Ermitt­lun­gen als sol­che – nach mei­nem Rechts­ver­ständ­nis war der frei erfun­de­ne Titel, den man da unfreund­li­cher­wei­se mei­nem Arti­kel bei­gesellt hat­te, in der Tat eine boden­lo­se Frech­heit und durch­aus straf­wür­dig. Aller­dings ent­hält der Titel For­mu­lie­run­gen, die ich mir nicht ein­mal gedank­lich erlau­be! Nicht mein Wort­schatz, nicht mei­ne Gedan­ken. Selbst die Poli­zei hat ja erklärt, im eigent­li­chen Text nichts Jus­ti­zia­bles zu finden.

Nur fra­ge ich mich, ob es zu viel ver­langt ist, vor einer Anzei­ge wegen Volks­ver­het­zung selbst kurz Goog­le anzu­wer­fen, damit man zumin­dest die Rich­tung bes­ser kon­trol­lie­ren kann, die ein sol­cher abge­schos­se­ner Pfeil ein­schlägt. Und wir sehen ja, wie lan­ge selbst sol­che schwa­chen Pfei­le flie­gen und was für Heer­scha­ren sie bei Poli­zei und Jus­tiz beschäftigen.

2) Jeder weiß, dass Poli­zei und Jus­tiz in unse­rem Land völ­lig über­las­tet und per­so­nell dünn auf­ge­stellt sind. Ich ken­ne zwar die Dienst­an­wei­sun­gen nicht, die hier grei­fen. Aber ich bin sicher, dass die Poli­zei tech­nisch in der Lage sein müss­te, in sol­chen Fäl­len schnel­ler abzu­wä­gen, ob hier nicht viel­mehr Ver­leum­dung oder „Fal­se Flag“ vor­liegt. Wie Tex­te im Inter­net kur­sie­ren, wie sie ver­linkt, kopiert und zitiert wer­den und wie wenig Ein­fluss man als Autor noch hat, wenn man erst mal den Knopf für „Ver­öf­fent­li­chen“ gedrückt hat, ist der Staats­an­walt­schaft und der Kri­po offen­sicht­lich völ­lig unbe­kannt. Das ist erschreckend!

3) Das poli­ti­sche Kli­ma in die­sem Land befin­det sich längst auf Fege­feu­er-Niveau. Ich gebe dafür aus­drück­lich ALLEN auf Lan­des- und Bun­des­ebe­ne ver­tre­te­nen Par­tei­en Mit­schuld. Ja, ihr alle habt ver­lernt, wie Debat­ten geführt wer­den und was es bedeu­tet, trotz poli­tisch extrem unter­schied­li­cher Ansich­ten fair, zivi­li­siert und arti­ku­liert zu blei­ben! (Aus­nah­men bestä­ti­gen die Regel lei­der nicht.) Jeder ver­schanzt sich hin­ter eilig und nach­läs­sig auf­ge­rich­te­ten Bar­ri­ka­den und bewirft die der Gegen­sei­te mit allem, solan­ge es nur kräf­tig ver­letzt, brennt, ver­ur­teilt oder belei­digt. „Die da drü­ben gehö­ren nicht dazu!“ wird geru­fen und „Ver­nich­tung“ gefor­dert. Was macht es da schon, wenn Drit­te zu Scha­den kom­men, solan­ge die Geschos­se nur ja den „Feind“ treffen.

4) Mei­ne Arti­kel möge man für das neh­men, was sie sind: mei­ne Mei­nung, mei­ne Ana­ly­sen und mei­ne Ver­su­che, für mich etwas Sinn und Sys­te­ma­tik in das selbst­zer­stö­re­ri­sche Cha­os zu brin­gen, das mich umgibt. Man kann mei­ne Tex­te ableh­nen, ihnen zustim­men, sie zitie­ren und absichts­voll miss­ver­ste­hen. Aber ich lege gro­ßen Wert dar­auf, dass man sie nicht ver­fälscht oder mir gar For­mu­lie­run­gen unter­stellt, die ich nie­mals ver­wen­de. Schon gar nicht haf­te ich für die ver­schro­be­ne Gesin­nung ande­rer, zumal ich selbst das, was heu­te dumpf­deutsch als Gesin­nung bezeich­net wird, gar nicht besit­ze. Zumin­dest kei­ne, die man heu­te in die­sem Land noch einer Par­tei zuord­nen könn­te, was vie­len Sim­pels ja sehr wich­tig ist.

Mei­ne poli­ti­sche Hei­mat ist ist der klas­si­sche Libe­ra­lis­mus Webers, von Mises, Hay­eks oder Roland Baa­ders und somit eine geis­ti­ge Umge­bung, die in die­sem Land im Rück­zug begrif­fen ist, sich in Links und Rechts auf­tei­len lässt oder sich mit libe­ra­lem Deck­män­tel­chen und Namens­schild längst der Lächer­lich­keit erge­ben hat. Dort, im tra­di­tio­nel­len Libe­ra­lis­mus ist mei­ne Hei­mat, nicht bei den Volks­ver­het­zern und auch nicht bei den Volksverpetzern.

Ausblick

Es war ein­mal ein Land, das stolz war auf sei­ne Ratio­na­li­tät und sei­ne Demo­kra­tie und vor­gab, aus den Feh­lern der Geschich­te mehr gelernt zu haben als jedes ande­re. Aus­gren­zung, Vor­ur­tei­le, Gesin­nungs­ter­ror und Hal­tungs­zwang habe man über­wun­den und bis auf ein paar Durch­ge­knall­te gäbe es auch kei­ne Extre­mis­ten mehr. Doch das Frie­de­freude­ei­er­ku­chen­land ist abge­brannt, sei­ne über­for­der­ten Poli­ti­ker gehen sich, bewaff­net mit selbst­ge­bas­tel­ten Grund­sät­zen und Prin­zi­pi­en, an die Gur­gel und die Hälf­te des Vol­kes scheint sich auf den Stra­ßen, in den Medi­en, bei Face­book und Twit­ter in einen zu jeder Wut, Empö­rung und Opfer­kult ent­schlos­se­nen Jan­ha­gel ver­wan­delt zu haben. Das wird sich auch nach einer hof­fent­lich bald über­wun­de­nen Pan­de­mie nicht ändern. Schlim­mer noch: ich fürch­te, mei­ne Lands­leu­te wer­den sich an den Kri­sen­mo­dus des „Durch­re­gie­rens” ohne Legi­ti­ma­ti­on und Kon­trol­le gewöh­nen und noch into­le­ran­ter, noch staats­gläu­bi­ger werden.

Es ist drin­gend nötig, von die­sem Empö­rungs­ka­rus­sell run­ter zu kom­men, denn es dreht sich immer schnel­ler und droht, in Kür­ze das gan­ze Land in eine Umlauf­bahn des Wahn­sinns zu schleu­dern. Zumal die Geset­ze der poli­ti­schen Schwer­kraft, mit wel­chen deut­sche Poli­ti­ker so gern spie­len, dafür sor­gen wür­den, dass es sich dabei im schlech­tes­ten Sin­ne um eine wahr­lich „euro­päi­sche Lösung“ han­deln würde.


27.3.2020, Nachtrag

Heu­te Post von der Staats­an­walt­schaft. Das Ermitt­lungs­ver­fah­ren gegen mich ist gemäß §170 Abs. 2 StPO ein­ge­stellt wor­den. Geht doch!

Ich dan­ke mei­nem Rechts­an­walt, Joa­chim Stein­hö­fel und natür­lich all mei­nen Unterstützern.

Vorheriger ArtikelCovid-19 und das Chaos unter dem Firnis der Zivilisation
Nächster ArtikelWir fahren mit Vollgas gegen die Wand

29 Kommentare

  1. Ich ver­gaß, hal­te die Ohren steif und bleib gesund. Lass dich weder vom Virus noch von der Hys­te­rie anstecken.

  2. Lie­ber Roger, für dich per­sön­lich ist das Gan­ze natür­lich eine sehr nega­ti­ve Erfah­rung. Aber man muss auch das Posi­ti­ve dabei sehen. Heißt, das NWDDG (Netz­werk Durch­su­chungs und Denun­zie­rungs­ge­setz ) funk­tio­niert. Und das ist doch tröstlich.
    Natür­lich behaup­ten eini­ge, da das Netz kein rechts­frei­er Raum ist, sind straf­ba­re Bemer­kun­gen schon ohne­hin strafbewehrt.
    Das ist selbst­ver­ständ­lich rich­tig aber unter den Begrif­fen Hass und Het­ze lässt sich doch alles und jedes subsumieren.
    Wenn dann die Staats­an­walt­schaft mit vol­ler Kapel­le anrückt, gibt viel­leicht der eine oder ande­re miss­lie­bi­ge Blog­ger auf.
    Und für die­ses heh­re Ziel der Ret­tung der Demo­kra­tie müs­sen auch mal per­sön­li­che Opfer gebracht werden.
    Da bist du wahr­schein­lich nicht der Ers­te und wirst nicht der Letz­te sein.

  3. Wie wäre es, wenn sich zukünf­tig alle Leser die­ses Blogs als Co-Autoren (selbst­ver­ständ­lich mit Anga­be per­sön­li­cher Daten und IP-Adres­se) für Rogers Arti­kel zur Ver­fü­gung stell­ten? Das wür­de die Last von sei­nen Schul­tern neh­men, allei­ni­ge Ziel­per­son etwai­ger „Ermitt­lun­gen” zu sein. Mög­li­cher­wei­se könn­te die­se Maß­nah­me den ver­meint­li­chen Ermitt­lungs­be­darf der Behör­den der­art anstei­gen las­sen, dass die­se (auch wegen des laten­ten Per­so­nal­man­gels) von vorn­her­ein wegen Gering­fü­gig­keit ein­ge­stellt wür­den. Nur so ’ne Idee.

    • Das ist nett, aber nicht nötig. Wie wäre es aber mit fol­gen­der Idee für mei­ne Leser: selbst ein Blog auf­ma­chen und mit Name und Anschrift für die eige­ne Mei­nung gera­de ste­hen. Ich hel­fe gern nach Kräf­ten bei Ein­rich­tung und Vernetzung. 😉

      • Dan­ke, auf die­ses Ange­bot kom­me ich ger­ne zurück. Um ehr­lich zu sein, ich hade­re schon län­ger mit der Idee einen eige­nen Blog ein­zu­rich­ten. Ich konn­te mich aber bis jetzt noch nicht dazu auf­raf­fen, da ich kei­ne jour­na­lis­ti­sche „Qua­li­fi­ka­ti­on” habe und mich der ers­te Ver­such, die­sen über Wor­d­Press zu erstel­len, resi­gnie­ren ließ. Es war mir schlicht zu kompliziert.

  4. Dar­um nutz ich Tor. Das spart Stress. Ich wür­de mal ger­ne wis­sen, wie vie­le Anzei­gen wegen Denk- und Rede­ver­bre­chen gegen mich schon ins lee­re gelau­fen sind. Vie­le, hof­fe ich. 

    Mich wür­de mal inter­es­sie­ren, wel­che Ermitt­lungs­werk­zeu­ge zum Ein­satz kamen, um die 70 Sei­ten zu fül­len. Wel­che Dei­ner ver­fas­sungs­mä­ßig garan­tier­ten Grund­rech­te waren denn mal eben weg, weil Du viel­leicht einen Satz geschrie­ben haben könn­test, den jemand nicht gut fand? 

    P.S.

    Noch ein klei­ner Coro­na-Link mit ein Paar neue­ren Zah­len und Pro­gno­sen: https://medium.com/@tomaspueyo/coronavirus-the-hammer-and-the-dance-be9337092b56

    • Tor nützt aber nur etwas, wenn man sei­ne Kom­men­ta­re wie Du anonym irgend­wo dran­hän­gen will. Ich hin­ge­gen habe nicht die Absicht, mich zu ver­ste­cken oder eine anonym gehos­te­te Sei­te ohne Impres­sum im Nir­va­na zu betrei­ben. Ich neh­me hier ledig­lich mein Recht war, mich der Ver­fas­sung gemäß frei auszudrücken.
      Das haupt­säch­li­che „Werk­zeug”, mit dem die 70 Sei­ten gefüllt wur­den, war offen­sicht­lich ein han­dels­üb­li­cher Fotokopierer. 😉

      • Bri­tish Offi­cers don’t duck, was? Das ist so eine lie­bens­wer­te Tra­di­ti­on der bri­ti­schen Armee. Ande­rer­seits ster­ben bei der bri­ti­schen Armee über­durch­schnitt­lich vie­le Offi­zie­re den Heldentod. 

        Ermitt­lungs­werk­zeu­ge sind sowas wie Haus­durch­su­chun­gen, Aus­kunfts­er­su­chen, gespie­gel­te Fest­plat­ten, Ver­hö­re, und so wei­ter. Das, was die auch machen, wenn sie nen Dro­gen-Dea­ler ein­buch­ten wol­len, der übers Inter­net han­delt. Du bist ja sowas wie ein Dro­gen-Dea­ler, wenn Du straf­recht­lich rele­van­te Sät­ze ver­brei­test. Bei­des fällt unter „Straf­recht” und „Kri­mi­na­li­tät”.

          • Meinst Du. Ach, Du hast ein­fach noch zu viel Grund­ver­trau­en in die Welt. 

            Du sag­test, dass die sich nicht die Mühe gemacht haben, ne Über­schrift zu goog­len. Was sagt das über die Sorg­falt aus, mit der die Poli­zei arbei­tet? Oder glaubst Du etwa dar­an, dass die Gerich­te nicht mit denen unter einer Decke ste­cken, und alles unter den Tep­pich keh­ren wür­den, um einem Ver­trau­ens­ver­lust vor­zu­beu­gen? Best-Case wäre, dass die es ewig ver­schlep­pen, um einen klei­nen Feh­ler ein­zu­räu­men, wenns kei­nen mehr inter­es­siert, oder in der Revi­si­on Män­gel fest­ge­stellt wer­den. Vor­aus­ge­setzt, Du kannst Dir das Revi­si­ons­ver­fah­ren über­haupt leisten.

            • Ach­so, das ändert natür­lich alles.

              Ich hat­te schon immer das Bedürft­nis, in einem Darknet-Inter­net-Neo­na­zi-Bewaff­ne­ter­Ji­had-Kin­der­por­no-Geld­wä­sche-Dro­gen­han­del-Waf­fen­han­del-Heil­Hit­ler-Schwarz­fah­ren-Forum im Inter­net Dei­ne her­vor­ra­gend geschrie­be­nen Tex­te mit einer click­bai­ti­ge­ren Über­schrift mit Her­kunfts­an­ga­be zu pos­ten, und habe dies bis­her ledig­lich aus Besorg­nis um Dein Wohl­erge­hen unterlassen. 

              Nun hast Du mich jedoch davon über­zeugt, dass mei­ne Sor­ge unbe­grün­det war. Dan­ke dafür.

            • War­um? Wo ist die Abweichung?

              Der Staats­schutz hat ermit­telt, weil eine Par­tei Dei­nen Text ver­öf­fent­licht hat, was heißt, dass der Staats­schutz bezüg­lich der Par­tei ermit­telt, und Du Bei­fang warst. 

              In ein Ermitt­lungs­ver­fah­ren zu gera­ten setzt Grund­rech­te außer Kraft, die höhe­ren Wer­ten geop­fert wer­den. In die­sem Fall wird der höhe­re Wert etwas mit der „frei­heit­li­chen demo­kra­ti­schen Grund­ord­nung” gewe­sen sein, wenns kei­nen bes­se­ren Vor­wand gab. 

              Das von mir erwähn­te Forum wür­de alle mög­li­chen Abtei­lun­gen der Poli­zei auf den Plan rufen, die alle unab­hän­gig von­ein­an­der ein Ermitt­lungs­ver­fah­ren star­ten könn­ten. Alle die­se Ver­fah­ren füh­ren dann mit gewis­ser Wahr­schein­lich­keit zu einer Fickung Dei­nes Lebens, und die­se Wahr­schein­lich­keit erhöht sich natür­lich, wenn die Abtei­lun­gen Dich höher prio­ri­sie­ren, weil auch ande­re Abtei­lun­gen ermitteln.

              „Oh, guck mal, die Kol­le­gen ermit­teln alle gegen den, da muss was dran sein, also bloß nicht zim­per­lich sein”. 

              Was am Ende „jus­tiza­bel” ist, ist egal, weil so ein Ermitt­lungs­ver­fah­ren bereits eine Stra­fe für sich dar­stellt, wobei Fal­se Posi­ti­ves auch vor Gericht nicht aus­ge­schlos­sen sind, beson­ders dann, wenn man sich kei­nen Anwalt leis­ten kann, und/oder die Poli­zei sich schon „sehr sicher” ist, was davon abhängt, wel­ches Nar­ra­tiv sich bei denen durchsetzt. 

              Der Typ in Chem­nitz, der angeb­lich den Kuba­ner abge­sto­chen hat, wur­de prak­tisch ohne Bewei­se wegen Mord oder Tot­schlag ver­ur­teilt, weil man sich halt sehr sicher war, und ein Frei­spruch ein Gesichts­ver­lust gewe­sen wäre. Das sind die Qua­li­täts­stan­dards, die das Rechts­sys­tem bei Tötungs­de­lik­ten hat, und ich bezweif­le, dass Denk- und Rede­ver­bre­chen sorg­fäl­ti­ger bear­bei­tet werden.

              Oder als TLDR:

              „Dar­um nutz ich Tor. Das spart Stress.”

              Kei­ne Abwei­chung. Die Dif­fe­renz scheint zu sein „Ich spreiz nicht mei­ne Arsch­ba­cken für die” vs. „Sowas muss man hinnehmen”.

      • Lei­der ste­hen vie­le Kom­men­ta­to­ren noch in “Lohn und Brot“ und wol­len eigent­lich nur ungern ihren Klar­na­men ver­öf­fent­licht sehen. Eine nicht dem Main­stream gefäl­li­ge Aus­sa­ge hat schon so man­chen viel Ärger, wenn nicht sogar den Ver­lust des Arbeits­plat­zes, ein­ge­bracht. Das soll­ten Sie viel­leicht auch ein­mal bedenken.

  5. Es war ein­mal… ein Bär. Der Bär war auf der Suche nach Honig. Er fand dabei ein Buch, das von einem bösen Zau­be­rer ver­flucht war. Das Buch ver­lieh ihm die Macht, zu spre­chen, und die Über­zeu­gung, dass er ein Kom­mu­nist sein woll­te. Und so wur­de der Bär ein über­zeug­ter Kommunist.
    Und wie der spre­chen­de Bär nun unter Men­schen kam, war er ein gro­ßes Kurio­sum. Und wie er so sei­ne Reden schwang, nah­men die Men­schen ihn zum König. Denn der letz­te König war tot und die Men­schen konn­ten sich nicht auf einen König eini­gen. Da kam ihnen der Bär gera­de recht.
    Und so wur­de der Bär ein König.
    Der Bären­kö­nig war ver­rückt, aber dies war nicht wei­ter unge­wöhn­lich. Bei­spiels­wei­se woll­te der König ger­ne Kom­mu­nist genannt wer­den. Nie­mand woll­te aber den König belei­di­gen und ihn einen Kom­mu­nis­ten nen­nen. Denn jeder wuss­te, dass Kom­mu­nis­ten stets nur bös­ar­tig waren, wäh­rend Köni­ge bis­wei­len auch gut zu sein vermochten.
    Und weil der Bären­kö­nig sein Volk eben­so­we­nig ver­stand wie das Volk sei­nen Bären­kö­nig, wur­de der Bär mit der Zeit sehr ärger­lich. Manch­mal – ganz sel­ten – war er sanft und flau­schig und kusche­lig. Meis­tens war brum­me­lig und grum­me­lig. Manch­mal war er auch jäh­zor­nig. Und dann töte­te er Men­schen in sei­ner Raserei.
    Das Volk lern­te bald den Win­ter zu schät­zen, denn der Bär hielt einen lan­gen Win­ter­schlaf. Denn wenn­gleich der Bär in die­ser Zeit kei­ne Arbeit zu ver­rich­ten ver­moch­te, so konn­te er auch kein Unheil anrich­ten. Und so emp­fand das Volk das bedroh­li­che Schnar­chen, das vom Schloss her­un­ter­schall­te, bald als beruhigend.
    Doch wenn im Früh­jahr der Bär erwach­te, so begab er sich auf den Markt. Und weil der Bär sich für einen Kom­mu­nis­ten hielt, tat er was ihm belieb­te und nahm sich was er woll­te. Und weil er ein König war, stand ihm das auch zu. Und so wur­de der Markt zum Bären­markt. Und die Men­schen lern­ten, den Bären­markt zu meiden.
    Und weil der Bär ein Kom­mu­nist war, erteil­te er auch vie­le Befeh­le. Bei­spiels­wei­se befahl er, dass Honig durch die Was­ser­lei­tun­gen des Vol­kes flie­ßen solle.
    Also wur­den die Leu­te im gan­zen Land zu Imkern und die flei­ßi­gen Bien­chen hat­ten ihre lie­be Not, genü­gend Honig zu sammeln.
    Weil Honig aber sehr zäh­flüs­sig war, ver­moch­te er nicht durch die Was­ser­lei­tun­gen zu flie­ßen. Als der Bären­kö­nig dies ver­nahm, befahl er, den Honig mit Was­ser zu ver­dün­nen. Auch dann ver­moch­te der Honig nicht rich­tig zu flie­ßen. Aus den tie­fer gele­ge­nen Was­ser­häh­nen tröp­fel­te lang­sam etwas, was kein Honig mehr war. Aus den höher gele­ge­nen Was­ser­häh­nen kam gar nichts. Zudem kamen als­bald die Rat­ten und Mäu­se und nag­ten an den Was­ser­lei­tun­gen, um sich an dem dün­nen Honig zu laben. Man­ches Unge­zie­fer drang auch in die Lei­tun­gen ein, wo es sich ein­nis­te­te, sei­nen Urin und sei­nen Kot hin­ter­ließ und schließ­lich ver­wen­de­te und verweste.
    Und so ver­darb der dün­ne Honig in den Was­ser­lei­tun­gen. Die Men­schen waren es leid und ver­lie­ßen in Scha­ren das Land. Bald war der Bären­kö­nig allein. Bis­wei­len zer­stör­te er die Was­ser­lei­tun­gen aus alten Zei­ten, um an gam­me­li­gem Honig zu nuckeln. Und wenn er nicht gestor­ben ist, so nuckelt er noch heute.

  6. Aus dem Empö­ri­um von Dart Wäh­ler kom­men die Krie­ger in ihren bla­sa­len Par­tei­shut­tles und Räder­tio­nen ange­rauscht und lie­fern sich das letz­te Gefecht. Köni­gin Mer­kill bäumt sich schwer ange­schla­gen gegen den Fürst der Fins­ter­nis Erdo­kan, des­sen Mus­lorks aus dem Schlacht­feld Muss­öl sich anschi­cken das Reich der Euro­hen zu flu­ten und in ihre Gewalt zu brin­gen. Über das Meer schwär­men die Afro­nen eng gedrängt in klei­nen Traum­schif­fen her­an, um ihrer­seits das Reich der Euro­hen zu errei­chen und das Kern­land zu erobern, wo sie das ver­hei­ße­ne Para­dies erwar­ten und doch nur den Gries­gram Nasi antreffen.
    Wird sie bestehen, die Köni­gin des Gries­grams? Wird das Empö­ri­um dem Fürst der Fins­ter­nis und dem Schwarm der Afro­nen wider­ste­hen? Nein, es heißt, dass der Gries­gram Nasi der eigent­li­che Feind des Empö­ri­ums sei, der sich das Empö­ri­um zurück zu erobern gedenkt und nur die Afro­nen sei­en die Erlö­sung von ihm. Ein Pakt, ein Deal wird aus­ge­macht. Bei­des teu­er bezahlt mit Schweiß und Trä­nen des Unter­vol­kes. Das Boll­werk scheint zu bre­chen. Übles droht sich zu ergie­ßen. Nur das Koh­len­stoff­freie Kli­ma ver­mag das Unter­volk noch zu ret­ten. Aber zu spät. Der Geist von Coron hat sie alle in Fes­seln gelegt.
    Die Schlacht ist noch nicht been­det. Was, wenn Coron an Macht ver­liert? Was, wenn Schweiß und Trä­nen nicht mehr rei­chen? Wird Blut das neue Zah­lungs­mit­tel? Wer obsiegt? Der Fürst der Fins­ter­nis Erdo­kan oder Köni­gin Mer­kill? Oder wird die Schlacht ent­schie­den, weil die Satra­pen des Kai­sers von Ame­ri­ken Trumpel oder die Kosi­ken des hohen Pries­ters Puton zahl­reich die Orks und Afro­nen zurück­drän­gen und an die Stel­le von Köni­gin Mer­kill der Prinz Marz tritt? Wer­den die Unter­fürs­ten des Empö­ri­ums sich auf­leh­nen oder wer­den sie sich der Macht fügen?
    Möge der Geist Coron sie noch eine Wei­le in Fes­seln hal­ten. Auf das alle bei­zei­ten geis­tig gesun­dend erwachen.

  7. Dan­ke. Ein Text zum Kopf­ni­cken und Kopfschütteln.

    Fra­ge: War­um kann ich kein „like” geben, ohne mich vor­her anzu­mel­den, aber die­sen Kom­men­tar schreiben?

    • Ein Face­book-Like? Das geht nur, wenn man dort auch ange­mel­det ist. Die Like-Funk­ti­on für Kom­men­ta­re hier im Blog muss­te ich vor eini­ger Zeit deak­ti­vie­ren, weil es da eine erheb­lich Sicher­heits­lü­cke gab, über die ein mas­si­ver Bot­net-Angriff auf die­se Sei­te lief.

  8. Ich kann nur hof­fen, dass all die an der Het­ze Betei­lig­ten, sich ent­schul­di­gen. Ich ahne jedoch, dass es nicht gesche­hen wird.
    Es ist ein her­vor­ra­gen­der Bei­trag und soll­te gera­de in die­ser Kri­sen­zeit, die ja auch poli­tisch vor einem Kol­laps steht, min­des­tens den einen oder ande­ren Gegner/Feind zum Nach­den­ken zwingen.
    Mei­ne Soli­da­ri­tät hast Du/ haben Sie auf jeden Fall.
    Ger­hard Kern

  9. Da Sie, sehr geehr­ter Herr Letsch, ja nun ohne­hin einen Anwalt brau­chen, könn­te der doch zum Anfang der miss­li­chen Ket­ten­re­ak­ti­on zurück­keh­ren und auch gegen die mög­li­che Urhe­ber­rechts­ver­let­zung und alle ande­ren denk­ba­ren Straf­tats­be­stän­de im Zusam­men­hang mit einem mut­maß­li­chen Miss­brauch Ihres Arti­kels vor­ge­hen. Denn auch klei­ne Par­tei­en dür­fen nicht alles…

  10. Lie­ber Roger, Du sagst es. Die Auf­zäh­lung von Mises,Hayek und Baa­der genügt als unwi­der­leg­ba­rer Beweis. Die­se Namen ste­hen wie in Stein gemei­ßelt für Frei­heit. Sowohl in wirt­schaft­li­cher als auch in poli­ti­scher Hin­sicht. All die geis­tig Tie­fer­ge­leg­ten, die Dir jetzt an die Wäsche wol­len, ken­nen wahr­schein­lich nicht ein­mal die Namen die­ser gro­ßen Den­ker und Öko­no­men. Eine Treib­jagt auf alle Kri­ti­ker, die berech­tig­te Zwei­fel als Hass und Het­ze umde­fi­nie­ren. Weh­ren wir uns. Mit unse­rer IP-Adres­se, unse­rer Stim­me und ggf. unse­rem Anwalt. Bleib tap­fer und gesund. Alles Gute.

  11. Bra­vo, Herr Letsch!
    Sie haben – mal wie­der – den Nagel auf den Kopf getroffen!
    Was ist aus unse­rer Gesell­schaft für ein jäm­mer­li­cher Hau­fen geworden?

  12. Sehr gutes State­ment und man möch­te das der gesam­ten Gesell­schaft um die Ohren hauen.
    Doch ich befürch­te, man begreift noch gar nichts.
    Lie­be Grü­ße und ein bleib gesund
    Mari­on Köhler

Comments are closed.