Während Grüne und Linke einen Rechts­ruck im Land zu erken­nen glauben, die Regie­rung aus Union und SPD in auf­ge­reg­ten Alar­mis­mus ver­fällt und die ver­blie­bene bür­ger­li­che Mitte sich mehr und mehr darüber wundert, wozu man in einer Markt­wirt­schaft eigent­lich so viel Regu­lie­rung braucht und wozu Minis­te­rin Giffey jetzt auch noch ein „Gesetz zur För­de­rung der Demo­kra­tie“ aufs Gleis setzen will – während die deut­sche Politik also mit Selbst­lob, Nabel­schau und Spie­gel­fech­te­reien beschäf­tigt ist, klopfen im sich langsam mit Wasser fül­len­den Maschi­nen­raum der euro­päi­schen Wirt­schaft (genauer: der Finanz­wirt­schaft) die Heizer mit Schür­ha­ken von unten gegen das Ball­saal-Deck der „MS Europa”, wo sich das Publi­kum darum strei­tet, wer beim Unter­gang links und wer rechts sitzen solle und mit wem man auf keinen Fall jemals gemein­sam unter­zu­ge­hen gedenke. Wir haben nämlich in der Tat noch Pro­bleme im Land und der EU, die sich nicht mit einem Hashtag, einem Gra­tis­kon­zert oder einer „breiten gesell­schaft­li­chen Initia­tive“ besei­ti­gen lassen. Ren­ten­lü­cke? Pfle­ge­not­stand? Sicher, das alles drückt. Aber es kommt wohl noch dicker und schnel­ler, als wir denken – und zwar auf einer Bau­stelle, die von der Politik bereits als erle­digt gekenn­zeich­net wurde: unsere Währung und das Euro­sys­tem als Ganzes.

Der Neigung des Men­schen, einen als positiv emp­fun­de­nen oder auch nur ein­ge­bil­de­ten Ist-Zustand gedank­lich in die Ewig­keit zu ver­län­gern, ver­dan­ken wir einige der kurio­ses­ten Aus­sa­gen von Poli­ti­kern und Medi­en­ver­tre­tern. „Deutsch­land ist ein reiches Land“ ist so eine, ebenso „das Klima muss bleiben wie es ist”, „die EU wird immer enger und besser“, „Grie­chen­land ist geret­tet” oder „wir schaf­fen das“. Doch das sind letzt­lich nichts als Glau­bens­sätze – zunächst soll man daran glauben, während am Ende immer jemand dran glauben muss. Wer etwa glaubt, Draghis „Wha­te­ver it takes“ von 2012 sei das finale Macht­wort zur Sta­bi­li­tät des Euro­sys­tems gewesen, der sollte hier auf­hö­ren zu lesen. Denn posi­ti­ver wird es ab jetzt nicht mehr. Und zwar nicht nur im Text, sondern auch in der Rea­li­tät.

Währungskollaps – ein Problem der Anderen?

Wer die Nach­rich­ten der letzten Wochen und Monate bezüg­lich des Wäh­rungs­ver­falls in Vene­zuela oder der Türkei betrach­tet, ganz gleich wie ver­schie­den die Ursa­chen auch sein mögen, dessen Hand legt sich sofort beru­higt auf die eigene Brief­ta­sche und man denkt „wie gut, dass wir den Euro haben”, denn der ist ja stabil und sicher. Vor allem geret­tet, wie es scheint. Immer wieder. Wirt­schafts­krise, Ban­ken­krise, Euro­krise, Staats­schul­den­krise in Grie­chen­land, Irland, Spanien, Italien, wieder Grie­chen­land… aber jetzt sei alles gut, meint das fiskale Spit­zen­per­so­nal, spe­zi­ell unsere beiden schwar­zen Nullen Schäuble und sein Nach­fol­ger Scholz. Doch selbst eine Ming-Vase ist eine solide Sache, sogar dann noch wenn sie fällt. Der Fall ist nicht das Problem, ledig­lich der Auf­prall macht uns Sorgen. Und der steht uns im Euro mit aller­größ­ter Wahr­schein­lich­keit noch bevor.

Mein Wirt­schafts­ver­ständ­nis neigt sich, auch wenn ich kein Ökonom, sondern nur ein Fan der Logik bin, eher den Erkennt­nis­sen von Mises und Hayek zu, die eben gerade nicht dem Turbo- und Staats­ka­pi­ta­lis­mus das Wort redeten, sondern einer Markt­wirt­schaft, die öko­no­mi­schen Geset­zen gehorcht und sich Regeln gibt, deren Ein­hal­tung der Staat über­wa­chen hilft. Hin­ge­gen halte ich den heute all­ge­gen­wär­ti­gen Eta­tis­mus für das Grund­übel unserer Schul­den­wirt­schaft, genau wie den in der Politik vor­herr­schen­den Keyne­sia­nis­mus, der besin­nungs­lose Staats­aus­ga­ben und Staats­ver­schul­dung, auf­ge­blähte staat­li­che Struk­tu­ren, Ver­schwen­dung, Tausend-Töpchen-Günst­lings­wirt­schaft und fehl­ge­lei­tete Spe­ku­la­tio­nen erzeugt. Ich war deshalb sehr erfreut, als ich einen Exper­ten-Vortrag auf YouTube fand, der schlüs­sig all die kleinen Teile, all die Ver­wer­fun­gen, über die Politik und Medien täglich einfach hin­weg­se­hen, weil sie zu den Pro­fi­teu­ren gehören, zu einem ganzen Bild zusam­men­fasst. Die Sym­ptome konnte ich zwar auch sehen, für deren Beschrei­bung und Syn­these verfüge ich aber kaum über das pas­sende Voka­bu­lar. Aber dafür ver­weise ich auf den Vortrag von Dr. Markus Krall weiter unten.

Sie kennen viel­leicht das Gefühl, wenn sich nach inten­si­ver Beschäf­ti­gung mit einem kom­ple­xen Thema auf einen Schlag der Nebel lichtet, alles klar wird und die Murmeln im Kopf, die sonst immer so unwil­lig klap­per­ten, eine nach der anderen ein­ras­ten? Die Erkennt­nisse waren viel­leicht einzeln schon da, nur passten sie nie richtig zusam­men oder man sah die Zusam­men­hänge einfach nicht. So etwa könnte es ihnen gehen, wenn sie zwar prin­zi­pi­ell über Target-Salden, Null­zins, EZB, Ret­tungs­schirme, Kre­dit­mar­gen und all den gähn-lang­wei­li­gen Finanz­kram Bescheid wissen, jedoch noch nie das ganze Bild gesehen haben. Dr. Markus Krall lässt uns in seinem Vortrag einen Schritt zurück­tre­ten und das ganze Bild betrach­ten.

Das Eurosystem und die Einmischung der Politik

Im Video sehen Sie, wie alles enden könnte und wohl auch wird, weil die Politik seit Jahren schein­bar bes­se­res zu tun hat, als sich um eine stabile (und unab­hän­gige) Währung zu kümmern, andere Wäh­run­gen nicht zulässt und den Euro, den sie uns eher unfrei­wil­lig über­ge­stülpt hat, poli­tisch miss­braucht. Krall meint, 2020 könnte es so weit sein mit dem Finanz­crash, der dann in der Gewichts­klasse 1929 kämpft, sobald erst sicht­bar werde, was bereits vor Jahren durch falsche Wei­chen­stel­lung ein­ge­tre­ten ist. Mit Blick auf die Brüs­se­ler Büro­kra­tie und deren aus­ge­prägte Neigung zu Ver­tu­schung und dreis­ten Lügen (Zitat Juncker: „Wenn es ernst wird, muss man lügen“) würde ich zwar noch ein oder zwei Jähr­chen drauf­le­gen und natür­lich genau wie Krall eine Flasche Scham­pus öffnen, wenn alles ganz anders käme – aber prin­zi­pi­ell könnte Markus Krall Recht behal­ten und je länger der Absturz noch auf sich warten lässt, umso größer wird die Fall­höhe sein. Im Moment reden wir von der Grö­ßen­ord­nung etwa der Hälfte des seit 1948 ange­spar­ten Volks­ver­mö­gens, das ver­nich­tet würde. Ich höre sie förm­lich scharf Luft holen, liebe Lese­rin­nen und Leser, mir ging es nicht anders.

Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
Der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.
(Hermann Hesse)

Ein dem Sar­kas­mus zunei­gen­der Mensch erkennt natür­lich einen unge­heue­ren Kol­la­te­ral­nut­zen, der einem Absturz aus den luf­ti­gen Höhen des Euro inne­wohnt. All die Hashtag-Initia­ti­ven, Gender-Bewe­gun­gen, Wohl­fühl­pro­jekte, Will­kom­mens-Stuhl­kreise und ter­tiär­po­li­ti­schen Honig­schle­cke­reien hauch­ten ihr Dasein schlag­ar­tig aus, sobald die Zitzen von Par­teien, Gewerk­schaf­ten, Minis­te­rien und der EU keine Milch mehr geben. Die ver­stum­men­den Laut­spre­cher des ali­men­tier­ten und betreu­ten „Meaning of Life” und ihre Medi­en­ver­stär­ker würden, nachdem sie kurze Zeit laut­stark um ihr Über­le­ben gebet­telt hätten, für den eigent­li­chen Sound der Krise sorgen: Stille! Unnötig zu erwäh­nen, dass auch die Attrak­ti­vi­tät Europas als Ziel und Sied­lungs­raum inter­na­tio­na­ler Migra­ti­ongs­ströme schlag­ar­tig zer­brö­seln würde, weil unter dem Regen­bo­gen kein Topf voll Gold mehr auf die Neu-Euro­päer wartete. So könnte sich para­do­xer­weise und auf sehr lange Sicht ein geflü­gel­tes Kanz­le­rin­nen­wort in leicht ver­än­der­ter Form als wahr­haf­tig und als Rettung Europas erwei­sen, denn nur weil der Euro schei­tern wird, kann das Schei­tern Europas abge­wen­det werden. Ich sage Europas, nicht der EU, weil diese Orga­ni­sa­tion den Crash sicher nicht über­ste­hen wird. Jeden­falls nicht in ihrer heu­ti­gen Form.

Eine Ein­schrän­kung Kralls Sze­na­rios und viel­leicht unsere letzte Hoff­nung um dem kurz­fris­ti­gen Crash zu ent­ge­hen könnte sein, dass die Banken in Wirk­lich­keit seit Jahren penibel darauf achten, wem sie Kredite geben und wo sie Kre­dit­li­nien zurück­fah­ren müssen, weil sie jene „Zombie-Firmen” sicher erken­nen, die sich nur auf­grund der nied­ri­gen Zinsen über­haupt noch halb­wegs über Wasser halten können. Doch dann fällt Ihnen sicher ein, dass es sich immer noch um die­sel­ben Banken handelt, die ihnen noch vor zehn Jahren und vor dem letzten Finanz­crash 2007/2008 Sub-Prime-Darlehn in schi­cken AAA bewer­te­ten Deri­va­ten von Lehman Bro­thers ver­kauft hätten, ohne auch nur mit der Wimper zu zucken. Das die Banken also recht­zei­tig gegen­steu­ern können, darf bezwei­felt werden.

Zwei Bemerkungen noch

Sie kennen das Wort „Banken-Union” sicher aus Nach­rich­ten­sen­dun­gen, spe­zi­ell wenn es um EU-Themen, den vor­pre­schen­den Macron und die zau­dernde Kanz­le­rin geht. Eine Euro­päi­sche Banken-Union wäre in den drei Sze­na­rien, die Markus Krall gleich erwäh­nen wird, der Weg der soge­nannte „Sowje­ti­sie­rung”. Ein Weg, den die EU-Büro­kra­ten offen­sicht­lich bereit sind zu gehen, denn in keine andere Rich­tung gibt es so große Bemü­hun­gen. Als letztes noch eine kleine Eckzahl, die sie ver­ste­hen werden, wenn Sie das Video gesehen haben: Die mächtig unter Spar­zwang und im Feuer ste­hende Deut­sche Bank hat im ver­gan­ge­nen Jahr (2017) eine Kos­ten­ein­spa­rung von 3,5% hin­be­kom­men. Merken Sie sich bitte diese Zahl. Jetzt habe ich aber genug Depri­mie­ren­des geschrie­ben, den Rest gibt Ihnen Markus Krall. Film ab!

Das am Ende erwähnte Buch (The Rotten Heart of Europe) ist derzeit leider ver­grif­fen. Die Lektüre von Henryk M. Broders „Die letzten Tage Europas – wie wir eine gute Idee ver­sen­ken” ver­mit­telt jedoch einen ebenso guten Ein­druck von dem, was die EU heute ist und was sie Zusam­men­hält: Plan­wirt­schaft!

20 Kommentare

  1. Wenn man Schum­pe­ter und Kont­ra­dieff glauben darf, und mir schei­nen die Theo­rien logisch, dann kommt bald ein wirt­schaft­li­cher Abschwung. Dann wird es richtig span­nend. Ent­we­der die EU drückt dann, wohl­mei­nend selbst­ver­ständ­lich, die sozia­lis­ti­sche Plan­wirt­schaft durch, oder der ganze Laden fliegt uns um die Ohren. Womög­lich eine Kom­bi­na­tion aus beidem.

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    • Ein Wirt­schafts­raum kann sich nur durch real erzeug­ten Mehr­wert über Wasser halten. Bei pro­duk­ti­ven Berei­chen wie Bildung, Infra­struk­tur, Fort­schritt lohnt sich die Inves­ti­tion, weil sie die Pro­duk­ti­vi­tät und Wert­schöp­fung erhöht.

      Weite Teile der EU neigen aber zu kon­sump­ti­ven Aus­ga­ben. Deutsch­land impor­tiert Mil­lio­nen von Men­schen, die Null Mehr­wert schaf­fen, aber mate­ri­elle Pro­dukte kaufen und Dienst­leis­tun­gen in Anspruch nehmen. Von diesem Handel pro­fi­tie­ren viele, ange­fan­gen bei der kirch­li­chen Sozi­al­in­dus­trie über Ver­mie­ter und Rechts­an­wälte bis hin zu Nach­hil­fe­leh­rern, Logo­pä­den, The­ra­peu­ten, Zahn­ärz­ten, Secu­ri­ty­kräf­ten, Rich­tern, Bestat­tern, Gefäng­nis­wär­tern und Bewäh­rungs­hel­fern.

      All diese Dienst­leis­tun­gen bilden zwar ein großes BSP, zumal bei gleic­zei­ti­gem Geld­dru­cken; sie besche­ren aber der Gesamt­ge­sell­schaft keinen nach­hal­ti­gen Mehr­wert. Daher sinkt der Wert unserer Währung zwangs­läu­fig. Die Kauf­kraft sinkt nicht weil die bösen Kapi­ta­lis­ten den armen Arbei­ter um die Früchte seiner Maloche betrü­gen, wie man uns ein­re­den will. Sondern weil den hier Leben­den jeg­li­cher Leis­tungs­wille aberzo­gen wird, auf weniger Wert­schöp­fung eine stei­gende Zahl von Trans­fer­emp­fän­gern kommt.

      Gleich­zei­tig gewin­nen die Wäh­run­gen funk­tio­nie­ren­der Wirt­schafts­räume an Wert; siehe Dollar und bald auch das Pfund.

  2. Das war ein inter­es­san­tes Dooms­day­sze­na­rio. Ich wollte mich sowieso mal mit der deut­schen Geld­blase beschäf­ti­gen, da passte das. Inhalt­lich gibts übri­gens im eng­lisch­spra­chi­gen Raum einiges ähn­li­ches Mate­rial, das einen Sys­tem­zu­sam­men­bruch vor­her­sagt, und das behaup­tet, ent­we­der die „unfun­ded lia­bi­li­ties” oder der Leit­zins wären in der gegen­wär­ti­gen Form weder haltbar, noch könnte man diese Dinge so anpas­sen, dass sie haltbar würden. Unfun­ded Lia­bi­li­ties nicht, weil man es nicht ohne große Kol­la­te­ral­schä­den an Leib und Leben durch­set­zen könnte, Men­schen Ansprü­chen weg­zu­neh­men, auf die diese sich ein­ge­rich­tet haben, und den Leit­zins kann man nicht heben, weil dann eine zu große Plei­te­welle folgen würde, die man nun schon zu lange auf­ge­scho­ben hat. „Kicking the can down the road” ist im eng­lisch­spra­chi­gen Raum eine häufige Beschrei­bung. Was ich jedoch infra­ge­stel­len würde, ist der Zeit­plan, der im Video vor­ge­stellt wird. So lange es möglich ist, anhand staat­li­cher Ein­griffe zu ver­hin­dern, dass es den Crash gibt, wird dies gesche­hen. Der Preis, zu dem dies erfolgt, ist halt, dass man den Markt weiter abschafft. So lange man es aber so aus­se­hen lassen kann, als habe alles seine Ordnung, steht dem Lauf des Sozia­lis­mus nichts im Weg, und dieser ist sogar erwünscht, weil man die Unsi­cher­heit eines großen Crashs gegen eine Art der Sicher­heit ein­tauscht, die zwar jedem im Weg ist und Armut und Inef­fi­zi­enz bewirkt, die jedoch nicht unkon­trol­lier­bar ist. Men­schen haben Angst davor, die Kon­trolle über die Ereig­nisse abzu­ge­ben, und sich dem Chaos aus­zu­lie­fern. Selbst, wenn das Chaos unterm Strich das klei­nere Übel, oder gar positiv wäre. Zudem frage ich mich, ob die Berech­nungs­grund­lage des Zeit­plans, und der ver­wen­dete Daten­satz, öffent­lich ein­seh­bar sind. Falls nicht, mangelt es dem Zeit­plan an Nach­prüf­bar­keit. Ich finde aber gut, dass der Author ein Buch über schwarze Schwäne und deren Kinder geschrie­ben hat. (https://​en​.wiki​pe​dia​.org/​w​i​k​i​/​B​l​a​c​k​_​s​w​a​n​_​t​h​e​ory)

    Abge­se­hen davon hätte ich einige inhalt­li­che Anmer­kun­gen:

    - Im Video wird es so dar­ge­stellt, als wäre die Wirt­schafts­krise, die den Führer an die Macht gebracht hat, eine infla­tio­näre Krise gewesen. Das stimmt aber nicht. Die Wirt­schafts­krise von 1929 nahm in den USA ihren Anfang, und war durch Defla­tion gekenn­zeich­net. Sie fing damit an, dass eine jüdi­sche Bank (Chrrr, de Jodn!) pleite ging, was einen Bankrun aus­löste, weshalb weitere Banken fielen, was eine Defla­tion aus­löste. Die Defla­tion wurde dadurch ver­schärft, dass die US-Regie­rung dies für eine gute Gele­gen­heit hielt, ihre Gold­re­ser­ven aus­zu­wei­ten, indem sie die Geld­menge redu­ziert. Man dachte sich damals, nach Bera­tung mit einigen bekann­ten öste­rei­chi­schen Öko­no­men, dass es doch mal ne gute Ent­wick­lung wäre, wenn die schwächs­ten Unter­neh­men pleite gingen, weil es die Vita­li­tät der Wirt­schaft stärkt, wenn Diese liqui­diert würden. In Schland kam es dann wegen des gestie­ge­nen Dollar- und Gold­prei­ses zu einer Infla­tion, weil die Wei­ma­rer Repu­blik ihre Rech­nun­gen nicht mehr zahlen konnte, und deshalb wie blöd Geld druckte.

    - Am Ende sagt der Typ, die Cui-Bono-Nutz­nie­ßer der Geld­blase seien Hedge-Fonds und Spe­ku­lan­ten. Dem möchte ich ener­gischst wider­spre­chen. Hedge-Fonds und Spe­ku­lan­ten können pleite gehen. Diese Aussage macht unge­fähr so viel Sinn, wie zu behaup­ten, bei der Fußball-WM hätten die­je­ni­gen vom Aus­schei­den Schlands pro­fi­tiert, die im Wett­büro eine Wette auf Frank­reich laufen hatten. Wetten kann man halt gewin­nen und ver­lie­ren, aber sie sind unab­hän­gig vom Ereig­nis, und Schland hat die WM ganz gewiss nicht deshalb ver­lo­ren, damit der fran­ko­phile Murad nen fetten Wett­ge­winn ein­strei­chen kann. Mir ist klar, dass der Typ sagt, dass es nicht um Spe­ku­lan­ten an sich geht, sondern um die­je­ni­gen Spe­ku­lan­ten, die darauf wetten, dass sie, falls sie pleite gehen, mittels Cor­po­rate Welfare geret­tet werden. Aller­dings sind die­je­ni­gen, die damit rechnen können, keine Wild­west-Spe­ku­lan­ten, sondern eher halb­staat­li­che Unter­neh­men, bezie­hungs­weise Unter­neh­men, die hoch­gra­dig regu­liert sind, und eng mit dem Staat zusam­men­ar­bei­ten. Sofern die Leis­tun­gen von Behör­den beson­ders schlecht sind, erhöht man halt deren Budget. Das ist die Logik. Raub­tier­ka­pi­ta­lis­mus ist daran unschul­dig, und ist eher die Lösung als das Problem.

    Wenn jemand an der Geld­blase gewinnt, dann sind es Immo­bi­li­en­be­sit­zer und Bör­sen­un­ter­neh­men. Ganz einfach deshalb, weil über­flüs­si­ges Geld, das nir­gends mit höherem Gewinn direkt inves­tiert werden kann, sich nunmal seinen Weg in Geld­an­la­gen sucht, die ver­gleichs­weise sicher sind, und die Rendite abwer­fen. Und diese Geld­an­la­gen findet man auf dem Aktien- und Immo­bi­li­en­markt. Und natür­lich unpro­duk­tive Arbeit­neh­mer, die trotz ihrer Unpro­duk­ti­vi­tät nicht gefeu­ert werden. Rentner und Sozi­al­hil­fe­emp­fän­ger sind eben­falls Nutz­nie­ßer der nied­ri­gen Zinsen, weil mehr Geld da ist, das man in ihre Rich­tung umver­tei­len kann. Und der größte Gewin­ner ist der­je­nige, der das Geld zuerst ausgibt, weil eine Aus­wei­tung der Geld­menge ja einen Verlust der Kauf­kraft bewirkt, und für ihn das Geld mehr Kauf­kraft hat, als für alle Markt­teil­neh­mer danach. Den erkennt man am Gieß­känn­chen.

    Weshalb Spe­ku­lan­ten, die ledig­lich Wetten abschlie­ßen, die man gewin­nen oder ver­lie­ren kann, als Nutz­nie­ßer genannt wurden, erschließt sich mir nicht. Das ist wohl so ne kogni­tive Dis­so­nanz, bei der von allen Seiten Recht­fer­ti­gun­gen und Sün­den­bö­cke zum Einsatz kommen. Früher warens die Finanz­ju­den, heute sinds die Spe­ku­lan­ten. So ver­mei­det man die Ein­sicht, dass das, was man für gut und richtig hält, falsch und schäd­lich ist.

    - Der Typ zeigt drei grobe Sze­na­rien auf, von denen Eins „Sovie­ti­sie­rung” heißt, während die beiden Anderen zu einem Reset führen. Er wollte wohl sehr gründ­lich sein, und auch mög­li­che Alter­na­ti­ven zur alter­na­tiv­lo­sen Sovie­ti­sie­rung auf­zei­gen. Dies finde ich löblich, auch wenn wir alle wissen, dass es keine dieser zwei Alter­na­ti­ven sein wird.

    - Ich weiß nun, warum sich Papa Staat nicht darum kümmert, dass die Rente in ein Paar Jahren nicht mehr finan­zier­bar sein wird. Er rechnet halt mit Infla­tion. Wenn ein beleg­tes Bröt­chen 50€ kostet, kann man die ent­stan­de­nen Ren­ten­for­de­run­gen aus der Por­to­kasse beglei­chen, und sogar noch groß­zü­gig Ren­ten­stei­ge­run­gen beschlie­ßen. Freut Euch, Ihr werdet alle nominal viel mehr Rente kriegen, als befürch­tet! Herz­li­chen Glück­wunsch!

    - Zum Abschluss noch etwas Abschwei­fung und eine Ver­schwö­rungs­theo­rie: Mal ange­nom­men, das Ban­ken­sys­tem fällt, die Geld­blase platzt, und die Hälfte des gesam­ten seit 1948 ange­häuf­ten Volks­ver­mö­gens ist weg… Naja, das würde doch soziale Über­wer­fun­gen ver­ur­sa­chen. Bei solchen Wäh­rungs­kri­sen sterben Men­schen wie die Fliegen. Und man kann durch­aus behaup­ten, der Staat sei Schuld daran. Wäre es, so rein mac­chia­vel­lis­tisch betrach­tet, aus Legi­ti­mi­täts­grün­den, nicht durch­aus prak­tisch, wenn es dann einen äußeren Feind gibt, zu dessen Bekämp­fung man den Staat braucht? Sowas wie maro­die­rende Flücht­linge, die maro­die­ren, weil ihre zahl­rei­chen Kinder ver­hun­gern, seitdem ihnen die Sozi­al­hilfe gestri­chen wurde? Das wäre doch bil­li­ger als ein rich­ti­ger Krieg, wenn es darum geht, die eigene Macht­ba­sis mittels Not­stands­maß­nah­men zu behal­ten und aus­zu­wei­ten.

    Dies ist jetzt der Punkt, an dem ich fragen muss, ob es eigent­lich illegal wäre, eine Wette darüber abzu­schlie­ßen, ob sich aus einer solchen Situa­tion, die irgend­wann ein­tre­ten muss, ein Genozid ent­wi­ckelt. Falls dies nicht illegal ist, würde ich nämlich drei Hühner und eine Kiste Äpfel darauf setzen, dass es zu einem solchen kommt. Min­des­tens jedoch zu Ver­trei­bun­gen mit Todes­mär­schen, und hohem Body­count im Ziel­ge­biet. Möchte jemand dagegen wetten?

    • Kurze Antwort auf Dein (hier nicht frei­ge­ge­be­nes) Feed­back (weil OT): Das war eher ein Expe­ri­ment. Ich behalte das alte Design vorerst bei. Und Suche… die findet Du ganz oben unter dem Twitter-Link. 😉

    • > Sowas wie maro­die­rende Flücht­linge, die maro­die­ren, weil ihre zahl­rei­chen Kinder ver­hun­gern, seitdem ihnen die Sozi­al­hilfe gestri­chen wurde? Das wäre doch bil­li­ger als ein rich­ti­ger Krieg, wenn es darum geht, die eigene Macht­ba­sis mittels Not­stands­maß­nah­men zu behal­ten und aus­zu­wei­ten.

      M.E. gibt es dazu Ver­schie­de­nes zu sagen.

      > äußeren Feind

      Der waere dann schon rein oert­lich ein Innerer. Die damit allein ver­bun­de­nen Pro­bleme machen diesen Krieg wohl schon in mehr­fa­cher Hin­sicht teurer als Einer weit weg.

      > Sowas wie maro­die­rende Flücht­linge, die maro­die­ren, weil ihre zahl­rei­chen Kinder ver­hun­gern, seitdem ihnen die Sozi­al­hilfe gestri­chen wurde?

      Maro­die­ren werden die jetzt hierher geschick­ten Zweit- Dritt- und wei­te­ren Soehne der gegen­wa­er­ti­gen Genera­tion, gefuehrt von mili­tae­risch oder para­mi­li­tae­risch geschul­tem Per­so­nal, welches sich schon seit Oeff­nung der Grenzen und auch vorher hierher bewegt hat. Gelingt denen noch ein Dach z.b. unter einer geeig­ne­ten Reli­gion wird es weder mit bil­li­ger noch teurer Kriegs­fueh­rung etwas. Sollte das Ganze weiter in der Zukunft pas­sie­ren, kommen die dann hier Neu­ge­bo­re­nen dazu. Die not­wen­dige Aggre­si­vi­taet und Selbst­be­gru­en­dung ist latent und auch mani­fes­tiert jetzt schon pro­blem­los sicht­bar, ganz ohne gestri­chene Sozi­al­hilfe (im Gegen­teil – trotz ueber­pro­por­tio­nal Flies­sen­der). Nur der Orga­ni­sa­ti­ons­grad fehlt noch. M.E. ueb­ri­gens das einzige Pfund – Staat ist tra­di­tio­nell ein schwa­cher Punkt der tribal gepra­eg­ten Kli­en­tel, von der hier gespro­chen wird. Dum­mer­weise schwaecht sich der Staat i.M. auch hier.

      > Ver­trei­bun­gen mit Todes­mär­schen

      Wort­wahl des ersten und die Ver­bin­dung mit dem zweiten Begriff halte ich fuer zumin­dest pole­misch. Denn das RUECKFUEHRUNGEN bei den sich gegen­wa­er­tig ent­wi­ckeln­den Zahlen eine der unmit­tel­ba­ren Fol­ge­kon­se­quen­zen einer erreich­ten Grenz­schlies­sung (not­wen­dig, aber auch erst einmal zu rea­li­sie­ren) sein muessen, erscheint mir zwin­gend. Ver­trei­bun­gen sind das des­we­gen nicht. Wie das inhalt­lich aus­se­hen wird, haengt auch davon ab, wie weit sich die Lage weiter zuspit­zen kann. Und das laesst sich ganz simpel in ver­strei­chen­der Zeit unter Bei­be­hal­tung der gegen­wa­er­ti­gen Rand­be­din­gun­gen messen. Gegen­wa­er­tig greift ja in D nicht einmal die Mini­mal­an­for­de­rung nach einer Ent­fer­nung des Pull­fak­tors.

      • Ich ver­su­che mal zu begrün­den, weshalb ich denke, dass sich die Situa­tion zu einem Genozid ent­wi­ckeln wird. Ich nehme dabei Abstand von allen poli­ti­schen Erklä­run­gen, weil ich diese für unzu­rei­chend und ober­fläch­lich halte. Sollte der Ein­druck ent­ste­hen, als würde ich einen Genozid für eine gute Idee halten, von der ich jeman­den über­zeu­gen möchte, so hängt dies damit zusam­men, dass Dinge, die wie eine gute Idee klingen, mit der man Men­schen über­zeu­gen kann, wahr­schein­lich imple­men­tiert werden. Abge­se­hen davon wären alle anderen Argu­men­ta­ti­ons­stra­te­gien lang­wei­lig, und würden die Länge dieses Texts ins Endlose ziehen.

        > > äußeren Feind
        > Der waere dann schon rein oert­lich ein Innerer. Die damit allein ver­bun­de­nen Pro­bleme machen diesen Krieg wohl schon in mehr­fa­cher Hin­sicht teurer als Einer weit weg.

        Nee, das wäre ein Äußerer. Als die Wehr­macht in Russ­land war, war sie auch rein örtlich in Russ­land, und dennoch kein innerer Feind. Innerer Feind waren Defä­tis­ten und Reak­tio­näre, die man nicht einfach so von den eigenen Leuten unter­schei­den konnte. Wenn man nen Feind anhand von irgend­wel­chen Merk­ma­len – Sprache, Aus­se­hen, etc. – von den eigenen Leuten unter­schei­den kann, und es zu Kampf­hand­lun­gen kommt, orga­ni­siert man sich so um, dass er zu einem äußeren Feind wird. Die Weiße Armee war auch der äußere Feind der Roten Armee, obwohl beide rus­sisch waren, auf rus­si­schem Gebiet ope­rier­ten, und Rück­halt und Familie in der Zivil­be­völ­ke­rung hatten, und deren Fami­lien seit Genera­tio­nen in direk­ter Nach­bar­schaft lebten.

        > Maro­die­ren werden die jetzt hierher geschick­ten Zweit- Dritt- und wei­te­ren Soehne der gegen­wa­er­ti­gen Gene­ra­tion, gefuehrt von mili­tae­risch oder para­mi­li­tae­risch geschul­tem Per­so­nal, welches sich schon seit Oeff­nung der Grenzen und auch vorher hierher bewegt hat.

        Die mögen zwar den Vorteil genie­ßen, dass sie nicht so ver­weich­licht sind, wie im hie­si­gen Sprach­raum auf­ge­wach­sene Men­schen, aber mit Ent­schlos­sen­heit alleine kommt man im großen Maßstab nicht weiter. Es wäre nicht teuer, mit der Bekämp­fung zu begin­nen, sofern man auf solche Höf­lich­kei­ten wie die Beach­tung der Men­schen­rechte ver­zich­tet. Überleg mal: Die sind in aus­hun­ger­ba­ren Bal­lungs­ge­bie­ten kon­zen­triert, sind wei­test­ge­hend unbe­waff­net, sind tech­no­lo­gisch wei­test­ge­hend unfähig, ver­fü­gen über keine eigene leis­tungs­fä­hige Infra­struk­tur, und so weiter. Krieg gewinnt man mittels Infra­struk­tur, Tech­no­lo­gie, und über­le­ge­ner Bewaff­nung. In dieser Rei­hen­folge. Sollten die zum Feind erklärt werden, hätten die ihrer Bekämp­fung nichts ent­ge­gen­zu­set­zen. Und sollten die sich in ihrer Rolle des Unter­wor­fe­nen dann nicht ein­fin­den, oder die Masse als Deckung nutzen, könnte man diese Deckung einfach zusam­men­schie­ßen, genau so, wie mans in Sri Lanka gemacht hat, als man die Tamil Tigers bekämpfte. Was übri­gens eine funk­tio­nie­rende Scha­blone dafür ist, wie man von der Bevöl­ke­rung unter­stütz­ten Ter­ro­ris­mus kos­ten­ef­fek­tiv bekämp­fen kann. Ist grausam, aber es funk­tio­niert.

        Was den Westen bisher an solchen Dingen gehin­dert hat, ist, dass es bei den Nach­barn und den Ver­bün­de­ten keinen guten Ein­druck gemacht hätte. Häss­li­che Bilder, und viel­leicht auch dar­auf­fol­gende Sank­tio­nen. Ange­sichts der Bevöl­ke­rungs­ent­wick­lung im Westen ebenso wie in der dritten Welt, ist die Angst vor den häss­li­chen Bildern aber etwas, das man ablegen wird, weil man sich sonst von dem­je­ni­gen, der es auf häss­li­che Bilder ankom­men lässt, erpress­bar macht. Und Sank­tio­nen sind auch eher zahnlos, wenn der Sank­tio­nie­rende selbst pleite ist, und er sich um eigene Pro­bleme kümmern muss.

        Sobald das weg­fällt, gibts dann nie­man­den mehr, der sich an häss­li­chen Bildern stört, oder der in der Posi­tion wäre, Sank­tio­nen ver­hän­gen zu können. In Sri Lankas Umge­bung störte sich auch niemand daran, dass die alle Tamilen in einer kleinen Green-Zone kon­zen­trier­ten, alles außer­halb zu einer Kill-Zone machten, und die Green-Zone mehr­fach ver­klei­ner­ten, und diese mit Artil­le­rie beschos­sen, sobald darin jemand auf­muckte. Außer­halb der Green Zone lagen, nachdem sich die Lage beru­higt hatte, last­wa­gen­weise nackte, ver­we­sende, weib­li­che Leichen herum. Wenn man die Region heute besucht, findet man an jeder Ecke Frauen, die sagen, sie seien damals ver­ge­wal­tigt worden, und bei einem Groß­teil der Bevöl­ke­rung ist eine post­trau­ma­ti­sche Belas­tungs­stö­rung fest­stell­bar. Aber man findet eben keine Tamil Tigers mehr, die noch vor einigen Jahren eine größere und schlag­kräf­ti­gere Ter­ror­or­ga­ni­sa­tion als Al Qaeda zu deren Hoch­zei­ten im Irak war.

        > Maro­die­ren werden die jetzt hierher geschick­ten Zweit- Dritt- und wei­te­ren Soehne der gegen­wa­er­ti­gen Gene­ra­tion, gefuehrt von mili­tae­risch oder para­mi­li­tae­risch geschul­tem Per­so­nal, welches sich schon seit Oeff­nung der Grenzen und auch vorher hierher bewegt hat. Gelingt denen noch ein Dach z.b. unter einer geeig­ne­ten Reli­gion wird es weder mit bil­li­ger noch teurer Kriegs­fueh­rung etwas. Sollte das Ganze weiter in der Zukunft pas­sie­ren, kommen die dann hier Neu­ge­bo­re­nen dazu.

        Denk mal amo­ra­lisch. Tu so, als würdest Du Masters of Orion spielen. Genozid ist ein tech­ni­sches Ver­fah­ren zur Lösung eines Pro­blems. Wie lautet das Problem?

        > Denn das RUECKFUEHRUNGEN bei den sich gegen­wa­er­tig ent­wi­ckeln­den Zahlen eine der unmit­tel­ba­ren Fol­ge­kon­se­quen­zen einer erreich­ten Grenz­schlies­sung (not­wen­dig, aber auch erst einmal zu rea­li­sie­ren) sein muessen, erscheint mir zwin­gend.

        Rück­füh­run­gen wohin? Wohin willst Du jeman­den zurück­füh­ren, dessen Iden­ti­tät unge­klärt und wahr­schein­lich frei erfun­den ist, und dessen vor­geb­li­ches Hei­mat­land ihn aus diesem Grund nicht haben will? Oder, der hie geboren wurde, und deshalb keine „Heimat” hat, in die man ihn abschie­ben kann. Mal ganz abge­se­hen davon, dass die Hei­mat­län­der jetzt schon mit den Folgen der Über­be­völ­ke­rung zu kämpfen haben, und deshalb selbst auch keine unin­te­grier­ba­ren Flücht­linge haben wollen. Klingt das für Dich nach einem unge­lös­ten Problem? Wie meinst Du, wird sich dieses Problem ent­wi­ckeln, wenn man die Hei­mat­län­der nicht mehr mit Ent­wick­lungs­gel­dern bestechen kann, weil man selbst pleite ist?

        Als ich das Wort „Todes­mär­sche” gebrauchte, war das keine pole­mi­sche Anspie­lung auf Abschie­bun­gen. Todes­mär­sche sind lange Märsche ohne Nah­rungs­ver­sor­gung, auf denen die Betei­lig­ten ihre Kalo­ri­en­re­ser­ven so lange ver­bren­nen, bis sie liegen bleiben. In der Ver­gan­gen­heit wurden Todes­mär­sche ein­ge­setzt, wenn man mehr Men­schen los­wer­den wollte, als man Unter­brin­gungs­plätze hatte. Man wählte Todes­mär­sche, weil diese ziem­lich fried­lich und unspek­ta­tu­lär ablau­fen, da die Men­schen zuerst denken, es wäre eine ganz normale Ver­le­gung, und ihnen später die not­wen­di­gen Kalo­rien zur Gegen­wehr fehlen. Abge­se­hen davon hat man, während lang anhal­ten­der kör­per­li­cher Anstren­gung, zwar kein Hun­ger­ge­fühl, die kogni­tive Leis­tung lässt aber nach. Das Gehirn ver­brennt nor­ma­ler­weise aus­schließ­lich Glucose, und funk­tio­niert schlech­ter, wenn der Stoff­wech­sel auf die Ver­bren­nung von Fett oder Protein umge­stellt wird. Man mar­schiert also einfach stumpf so lange weiter, bis man umfällt und im Stra­ßen­gra­ben liegen bleibt, und rea­li­siert gar nicht, dass damit der wahre Bestim­mungs­ort erreicht ist.

        Nochmal: Für welches Problem wäre dieses tech­ni­sche Ver­fah­ren eine Lösung? Denk amo­ra­lisch.

        > Wie das inhalt­lich aus­se­hen wird, haengt auch davon ab, wie weit sich die Lage weiter zuspit­zen kann. Und das laesst sich ganz simpel in ver­strei­chen­der Zeit unter Bei­be­hal­tung der gegen­wa­er­ti­gen Rand­be­din­gun­gen messen. Gegen­wa­er­tig greift ja in D nicht einmal die Mini­mal­an­for­de­rung nach einer Ent­fer­nung des Pull­fak­tors.

        Ich per­sön­lich hab gute Erfah­run­gen damit gemacht, das, was man als „Gesell­schaft” bezeich­net als ein kom­ple­xes System zu betrach­ten. Damit meine ich die Mathematische/Systemtheoretische Defi­ni­tion. Eine Eigen­schaft Kom­ple­xer Systeme ist, dass sie sich nicht linear ent­wi­ckeln, sondern sie plötz­lich auf unvor­her­seh­bare Weise umschla­gen können, und sie sich danach auf einem neuen Gleich­ge­wicht ein­pen­deln. „But­ter­fly Effect” nennt man dies. Oder auch „Black Swans”. Letz­te­res sind Ereig­nisse mit durch­schla­gen­den Folgen, die auf­grund ihrer Unwahr­schein­lich­keit, nicht vor­her­seh­bar sind. Es gibt aber so viele mög­li­che Black Swan Ereig­nisse, dass irgend­eins davon ständig ein­tritt. Wenn man sehr viele kleine Zahlen auf­ad­diert, kommt irgend­wann eine große Zahl heraus. Letz­te­res ist die Wahr­schein­lich­keit, dass eines aus der Unzahl mög­li­cher Ereig­nisse ein­tritt, so hoch, dass eines dieser Ereig­nisse sicher ein­tritt.

        Kom­plexe Systeme sind amo­ra­lisch. Das System „Gesell­schaft” inter­es­siert sich genau so sehr für die Moral­vor­stel­lun­gen ihrer Mit­glie­der, wie sich ein großer Amei­sen­schwarm für die Befind­lich­kei­ten der ihn zusam­men­set­zen­den Ameisen inter­es­siert. Die sollten nicht ver­hun­gern, weil das den Schwarm schwä­chen würde, also hat die Nah­rungs­ver­sor­gung Prio­ri­tät. Wenn überall gefähr­li­che Geschlechts­krank­hei­ten lauern, wie während der Zeit vor der vic­to­ria­ni­schen Sexu­al­mo­ral, bekom­men die Ameisen Keuch­heit als Wert ver­mit­telt, damit sie nicht mas­sen­weise an der Syphil­lis sterben, wie vor der vic­to­ria­ni­schen Sexu­al­mo­ral gesche­hen. Nach der Ent­de­ckung vom Peni­ci­lin fällt der Wert von Keusch­heit wieder weg, und die Ameisen dürfen wieder Spaß bei Orgien haben. Wenn Wirt­schafts­pro­zesse auf­grund der weit­läu­fi­gen Stan­dar­di­sie­rung von Ameisen viel effi­zi­en­ter ablau­fen, sofern die Ameisen beson­ders tole­rant gegen­über fremden Ameisen sind, wird Tole­ranz als Wert ver­mit­telt. Wenn 50% der weib­li­chen Ameisen unpro­duk­tiv sind, man folg­lich die Pro­duk­ti­vi­tät des Haufens stei­gern kann, indem man diese Hälfte auch auf den Arbeits­markt wirft, wird Femi­nis­mus und Frau­en­be­frei­ung als Wert ver­mit­telt. Sofern es viele Ameisen mit unge­nutz­tem Poten­zial gibt, die auf­grund irgend­wel­cher Attri­bute aus­ge­schlos­sen werden, wird Inklu­sion als Wert ver­mit­telt. Gewalt­ver­zicht in indi­vi­du­el­len Ameisen ist prak­tisch, wenn man ein funk­tio­nie­ren­des Gewalt­mo­no­pol haben will, gleich­zei­tig aber auch die Res­sour­cen mini­mie­ren will, die die unpro­duk­ti­ven Krie­ger­droh­nen ver­schlin­gen. Also ver­mit­telt man Gewalt­ver­zicht.

        Welche Werte würden ver­mit­telt werden, wenn der Amei­sen­hau­fen von innen heraus von einem anderen Amei­sen­hau­fen auf­ge­fres­sen wird? Welche Werte würdest Du ver­mit­teln, wenn Du ein amo­ra­li­scher Amei­sen­hau­fen in dieser Situa­tion wärst? Anzu­neh­men, dass diese Werte nicht geno­zi­dal sind, würde meiner Meinung nach behaup­ten, dass dieser Amei­sen­hau­fen seine Fähig­keit ver­lo­ren hat, sich auf eine sich ver­än­dernde Umwelt ein­zu­stel­len. Und dagegen spricht zumin­dest die Tat­sa­che, dass er noch exis­tiert.

        BTW, eine inter­es­sante Betrach­tungs­weise, die jetzt nichts mit dem Thema zu tun hat, ist, dass die von mir genann­ten Amei­sen­hau­fen­werte linke Werte sind. Außer Keusch­heit, aber ich glaube, die­je­ni­gen, die diese früher so extrem gefor­dert haben, wären, von ihrer psy­chi­schen Beschaf­fen­heit her, heute links. Ich hab hier ja schon mal die Linken als die Extre­mis­ten unserer „Gesell­schaft”, und zeit­gleich deren größten Opfer, bezeich­net. Das meinte ich damit. Ich betrachte Linke als Über­so­zia­li­siert, bezie­hungs­weise als Extrem­so­zia­li­siert, und sehe das, was sie haben wollen, als die reine Aus­prä­gung dessen, wor­auf­hin sich unser Amei­sen­hau­fen zube­wegt. Sie sind die Avan­gar­dis­ten, bei denen sich die Sozia­li­sie­rung ihres Amei­sen­hau­fens voll ent­fal­tet. Ebenso wie der isla­mi­sche Staat die reinste Aus­prä­gung dessen ist, wor­auf­hin sich der isla­mi­sche Amei­sen­hau­fen zube­wegt. Beide sind in den Werten ihrer jewei­li­gen Amei­sen­hau­fen Über­so­zia­li­siert, und lassen dadurch sehr deut­lich erken­nen, in welche Rich­tung sozia­li­siert wird.

        Linke Gewalt ist übri­gens kein Gegen­ar­gu­ment, weil das Gebot des Gewalt­ver­zichts unter allen Umstän­den, ebenso wie das Gebot der Keusch­heit unter allen Umstän­den, psy­chi­sche Pro­bleme ver­ur­sacht, die irgend­wie kom­pen­siert werden müssen. Linke Gewalt richtet sich auch nicht gegen den Amei­sen­hau­fen an sich, sondern gegen die, aus linker Sicht, regres­sive Ele­mente des Amei­sen­hau­fens, die den Amei­sen­hau­fen in seinem Fort­schritt behin­dern. Das Gewalt­ver­zicht­s­ar­gu­ment wird auch kom­plett weg­fal­len, sobald der Amei­sen­hau­fen dadurch größere Vor­teile hat, als es Kosten ver­ur­sacht. Siehe zum Bei­spiel die total durch­mi­li­ta­ri­sierte preu­ßi­sche Gesell­schaft, in der die Duell­be­reit­schaft zum guten Ton gehörte, oder die zeit­ge­nös­si­sche isla­mi­sche Gesell­schaft, die Frauen, die Sex außer­halb der Gemein­schaft haben, mit Total­dis­kri­mi­nie­rung bis Tod bedro­hen.

        Falls Du übri­gens denken soll­test, dass Gewalt­ver­zicht in allen Lagen keine psy­chi­schen Pro­bleme bewirkt, dann sieh mal zu, wie jemand aus Deinem Umfeld ver­ge­wal­tigt wird, und unter­drück wäh­rend­des­sen die dann auf­tre­ten­den Impulse. Oder lass Dich selbst ver­ge­wal­ti­gen. Beides wird Dich vom Gegen­teil über­zeu­gen. Du würdest hin­ter­her selbst eine The­ra­pie brau­chen, in der Du weniger bear­bei­ten wirst, was gesche­hen ist, als, dass Du es gesche­hen lassen hast. Der psy­chi­sche Krank­heits­ver­lauf bei Ver­ge­wal­ti­gun­gen ist schwe­rer, wenn gewalt­same Gegen­wehr unter­blie­ben ist. Gegen­wehr unter­bleibt aber häufig, weil Instinkte, die sich gewalt­tä­tig aus­wir­ken, heut­zu­tage weg­so­zia­li­siert werden. Neben­bei bemerkt wirkt sich dies zum Nach­teil ein­zel­ner Ameisen, und zum Vorteil des Haufens, aus. Der Haufen ist also amo­ra­lisch, und inter­es­siert sich nicht für die Befind­lich­kei­ten von Indi­vi­duen.

        Wie gesagt, das ist eine inter­es­sante Betrach­tungs­weise.

        • Die Sys­tem­theo­rie lass ich mal weg, obwohl ich die als Mathe­ma­ti­ker recht gut ver­stehe.

          Ich habe etwas den Ein­druck, dass du dir in den Kon­se­quenz­be­trach­tun­gen selbst noch Mut zuspre­chen musst, ich habe gar nicht so sehr das Problem 🙂

          Damit zum Inhalt: In die Ver­wen­dung von ‚aues­se­rem’ oder ‚innerem’ Feind bitte nicht zu viel inter­pre­tie­ren. Ich habe das eher prag­ma­tisch in Bezug auf das das ‚teuer’ der erfor­der­li­chen Mass­nah­men gewa­ehlt. Und im Land befind­li­che Gegner haben halt ein paar mehr Moeg­lich­kei­ten Schaden anzu­rich­ten als von aus­ser­halb. Damit waeren wir bei deinen Vor­tei­len:
          Ich bin nicht sicher, wer gerade gegen­wa­er­tig eine Bewaff­nung dieser Leute hier wie ver­hin­dern kann, und dass die der bewaff­ne­ten deut­schen Kraefte da irgend­wie ueber­le­gen waeren. Eben­falls sehe ich keine zwin­gend ent­schei­dende Vor­teile an Infra­struk­tur. Teile davon wie z.B. aktu­elle Kom­mu­ni­ka­ti­ons­netze werden virtuos von allen moeg­li­chen Mit­spie­lern genutzt.

          > Rück­füh­run­gen wohin? Wohin willst Du jeman­den zurück­füh­ren, dessen Iden­ti­tät unge­klärt und wahr­schein­lich frei erfun­den ist,

          Passt jetzt nicht ganz zu deinen Amo­ra­li­ta­ets- und Haer­te­for­de­run­gen. Her­kunft kann schon ermit­telt werden, wenn man denn will. Und dazu muss man noch nicht einmal zu sehr in Uner­spriess­li­ches abrut­schen. Etwas Wis­sen­schaft und Technik zum auf den Zahn fuehlen genue­gen oft schon (eine Hand­wur­zel zu roent­gen sollte dann aber wirk­lich keinen Auf­schrei mehr her­vor­ru­fen). Inves­ti­tion in die Requi­rie­rung und Aus­bil­dung von Leuten mit tie­fe­ren Kennt­nis­sen dieser Gesell­schaf­ten und deren sys­te­ma­ti­scher Einsatz in die (Re-)evaluierung erteil­ter Blei­be­be­rech­ti­gun­gen sollten weitere Wunder wirken. Spe­zi­ell wenn ent­spre­chend gesetz­lich flan­kiert.

          > und dessen vor­geb­li­ches Hei­mat­land ihn aus diesem Grund nicht haben will?

          Jetzt kann man langsam mal mit dem Durch­set­zen­mu­es­sen begin­nen. Der Durch­set­zung des Willens dieser Hei­mat­la­en­der speist sich aus der Durch­set­zungs­schwae­che z.B. dieses Landes hier. Eine geschick­tere Kom­bi­na­tion von Kaufen (also nicht das, was Frau Merkel jetzt wohl gerade ver­sucht) und Pistole auf die Brust ist eine Facette. Falls jemand ‚white supre­ma­tists’ nicht von vorn­her­ein suspekt sind sehe er sich deren Kata­loge weicher Mass­nah­men an, die laen­gere Zeitrae­ume umfas­sen. Kern: Auf­ent­halt hier unat­trak­tiv machen.

        • Die Sys­tem­theo­rie lass ich mal weg, obwohl ich die als Mathe­ma­ti­ker recht gut ver­stehe. ”

          Sys­tem­theo­rie, wie man das Wort im Zusam­men­hang mit kom­ple­xen Sys­te­men benutzt, ist nicht unbe­dingt mathe­ma­ti­scher Natur, sondern besteht eher aus einigen uni­ver­sell anwend­ba­ren Denk­an­sät­zen. Aber wenn Du ver­stehst, weshalb ich die Welt lieber als großen Amei­sen­hau­fen oder Agen­ten­sys­tem betrachte, als jede Ange­le­gen­heit zu ver­mensch­li­chen, und in die übli­chen Denk­mus­ter zu pressen, finde ich das gut.

          Ich habe etwas den Ein­druck, dass du dir in den Kon­se­quenz­be­trach­tun­gen selbst noch Mut zuspre­chen musst, ich habe gar nicht so sehr das Problem”

          Ich ver­stehe nicht, was Du damit sagen willst. Steh ich auf dem Schlauch?

          Rest­li­cher Text”

          Mein Punkt war nicht, dass maro­die­rende Banden eine Chance haben, einen gewalt­sa­men Umsturz zu bewir­ken, und deshalb eine pro­por­tio­nale Gegen­re­ak­tion erfolgt. Die haben keine Chance. Maro­die­rende Banden sind ver­ein­zelte Spinner, die gewalt­sam durch­dre­hen, und die sich eher ein Steak aus ihrem Nach­barn schnei­den würden, als den Staat zu stürzen. Die haben weder die Waffen, noch die Infra­struk­tur, um es mit diesem auf­zu­neh­men, ganz gleich, ob mit Dach­or­ga­ni­sa­tion, oder ohne. In jedem Fall sehe ich bei Dir zwei Denk­feh­ler: Erstens scheinst Du nicht zu ver­ste­hen, was die Isla­mis­ten machen, und zwei­tens irrst Du Dich darüber, wie das Kräf­te­ver­lält­nis in einem direk­ten Kon­flikt aussähe. Ich führe mal aus:

          1. Die Stra­te­gie der Isla­mis­ten.

          Der Westen ist für die nur ein Neben­schau­platz. Die haben die Twin Towers ange­grif­fen, weil sie eine Gegen­re­ak­tion pro­vo­zie­ren wollten, die ihre hei­mi­schen Dik­ta­tu­ren desta­bi­li­siert, und deren hei­mi­sche Bevöl­ke­rung ange­pisst unter dem Banner des Pro­phe­ten ver­ei­nigt. Das hat geklappt. Als sie dann ihre Besat­zung hatten, wussten sie, dass die Mili­tär­ein­sätze des Gegners furcht­bar teuer sind, und diesem irgend­wann die Kohle ausgeht, wenn er hun­dert­tau­sende bis Mil­lio­nen Dollars ausgibt, sobald irgendwo mal zwei Jiha­dis­ten am Hori­zont auf­tau­chen, während man aus einem unbe­grenz­ten Pool an Möch­te­gern­ji­ha­dis­ten schöp­fen kann, die man für ein Taschen­geld kaufen kann. Eine Seite hat tolle Waffen, aber auch hohe Kosten, und die andere Seite hat waf­fen­mä­ßi­gen Dreck, aber dafür bil­li­ges Men­schen­ma­te­rial. Naja, und Men­schen kosten dort nichts, und eignen sich zudem noch als Weapon-Deli­very-System mit ner ziem­lich hohen Rechen­ka­pa­zi­tät. Asym­me­tri­sche Kriegs­füh­rung klappt halt. Nachdem die Amis abge­zo­gen sind, hatten die Jiha­dis­ten den Rück­halt in der Bevöl­ke­rung, den so eine Beset­zung mit sich bringt, und sie haben dann ver­sucht, einen kon­ven­tio­nel­len Staat nach dem Vorbild des Pro­phe­ten zu gründen. Dies war der IS. Es bleibt span­nend, abzu­war­ten, wie es nun wei­ter­geht, nachdem der IS angeb­lich besiegt wurde. Es würde mich aber wundern, wenn die Sache schon vorbei wäre. Die restruk­tu­rie­ren sich nur in anderen Milizen.

          Und was den Westen angeht, legen die es darauf an, durch Ein­wan­de­rung und Gebur­ten einen hohen Bevöl­ke­rungs­an­teil zu errei­chen, und ent­we­der den ganzen Staat auf demo­kra­ti­schem Weg zu über­neh­men, oder zu sezes­sie­ren. Ein­wan­de­rung ist ja mit­ler­weile ein sich selbst finan­zie­ren­der Selbst­läu­fer, und Gebur­ten werden sub­ven­tio­niert. Ter­ror­an­schläge im Westen halten die über­haupt nicht für wirksam, sondern sie rechnen eher damit, dass die Regie­run­gen darauf reagie­ren, indem sie Unsum­men zur aus­ge­ben, um einige bil­ligst her­an­ge­züch­tete Jiha­dis­ten zu bekämp­fen, und wäh­rend­des­sen die Lebens­qua­li­tät der eigenen wie der zuge­wan­der­ten Bevöl­ke­rung so weit ersti­cken, dass sie ihre Legi­ti­mi­tät ver­lie­ren, und es am Schluss wie eine Befrei­ung erschei­nen wird, wenn die Demo­kra­tien letzt­lich fallen, und vom Kalifat abge­löst werden. Die Stra­te­gie hier ist also gar nicht so viel anders, als die Stra­te­gie im Irak. Ein ange­neh­mer Neben­ef­fekt von Anschlä­gen ist, dass die Ein­hei­mi­schen dadurch miss­trau­isch gegeb­über den Neu­lin­gen werden, und deshalb die Segre­ga­tion fördern. Für Jiha­dis­ten wäre es schließ­lich ein Problem, sollten sich die Neu­bür­ger inte­grie­ren, und so sehr ver­west­li­chen, dass sie über­haupt nicht mehr nach den Regeln ihrer Reli­gion leben wollen. Such mal nach dem Such­be­griff „Open Source Jihad”, und überleg Dir, mit welchen Mitteln man sowas ver­hin­dern kann, ohne das ganze Land in eine totale Dys­to­pie zu ver­wan­deln. Wobei, lies die spä­te­ren Aus­ga­ben der Dabiq oder die Rumiyah, die sind besser, aus­führ­li­cher, und unzen­sier­ter, als die Pres­se­be­richte über alte Al-Qaeda-Schin­ken. Wie gesagt: Überleg, wie man sowas ver­hin­dern kann, ohne 1984 wie nen libe­ra­len Frei­heits­traum erschei­nen zu lassen. Einen kon­ven­tio­nel­len Krieg oder Staats­streich brau­chen die über­haupt nicht, um zu gewin­nen. Wir, also der Westen, haben uns da in einen Krieg ver­wi­ckeln lassen, dessen Hand­lungs­ab­läufe wir seit 15+ Jahren nicht ver­ste­hen, und den wir ver­lie­ren, weil wir nicht unkon­ven­tio­nell denken wollen, und deshalb genau das tun, was von uns erwar­tet wird. Schein­bar hat Allah uns, neben der Unfrucht­bar­keit, auch mit Dumm­heit geschla­gen.

          Eine kleine Rand­be­mer­kung: Den selben Effekt, den Anschläge haben, hat man aber auch ganz ohne Mär­ty­rer mit den sexu­el­len Beläs­ti­gungs­or­gien und der Gewalt­kri­mi­na­li­tät, weshalb ich, wäre ich der Jihad-King, eher diese Mittel fördern würde, um Furcht in die Herzen der Ungläu­bi­gen zu dingsen. Bin ich aber nicht, deshalb zählt meine Meinung nicht, und ist nur so ein Neben­ge­danke. Dennoch sehe ich gewisse Anzei­chen dafür, dass auch diese Stra­te­gie ver­folgt wird, sei es jetzt expli­zit im Sinne der Jiha­dis­ten, oder einfach nur aus der in der dritten Welt weit ver­brei­te­ten aso­zia­len Men­ta­li­tät heraus.

          2. Das Kräf­te­ver­hält­nis im Fall eines offenen Krieges oder Staats­streichs:

          Wenn Du denkst, die hätten eine Chance, sich die not­wen­di­gen Waffen auf dem Schwarz­markt zu besor­gen, dann versuch doch mal, Dir im Darknet oder der­glei­chen eine AK-47 zu besor­gen, ohne, dass Dir ein SEK am nächs­ten Tag die Bude ein­rennt. Das selbe Problem haben die auch. Es könnte zwar sein, dass die über Kon­takte in die Heimat ver­fü­gen, aber da sind sie so vielen Geheim­dienst­ope­ra­tio­nen aus­ge­setzt, dass die sich, ohne koope­ra­ti­ven Staat, nicht lange halten könnten. Mit koope­ra­ti­vem Staat würde man diesen einfach zum Feind­staat erklä­ren, weil die Koope­ra­tion auf­flie­gen würde, was Schmug­gel auch eher schwer machen würde. Es geht ja nicht nur um einige Kilo hoch­rei­nes Heroin pro Stadt und Tag, sondern um min­des­tens zehn­tau­sende Klein­waf­fen und Kilo­ton­nen Muni­tion. Oder man fängt klein an, und ver­sucht Waf­fen­trans­porte zu erbeu­ten, um die Grund­aus­stat­tung zu kriegen, aber… Naja, irgend­wie ist das zu wenig, für einen rich­ti­gen Auf­stand, und man hat, als kleine Gruppe, das Problem, dass man in der Unter­zahl ist, sollte der Staat her­aus­be­kom­men, wo man sich aufhält. Im Kon­flikt­fall Fall zählt ja nur, wer eine Waffe trägt, und logis­ti­sche Unter­stüt­zung alleine bewirkt nichts.

          Sofern sie aber Waffen HÄTTEN, würde ihnen der Zugriff auf die Infra­struk­tur fehlen, um diese auch halb­wegs effek­tiv ein­zu­set­zen. Wenn man Deutsch­land nimmt, wäre es für den Staat kein Problem, mal eben alle ver­füg­ba­ren Kräfte des gesam­ten Landes inner­halb eines halben Tages nach Berlin oder nach Köln zu ver­le­gen. Rapid Deploy­ment. Du weißt ja sicher, was pas­siert, wenn man 100 Panzer gegen 50 Panzer antre­ten lässt, die pro Schuss eine zehn­pro­zen­tige Tref­fer­wahr­schein­lich­keit haben. Im vor­lie­gen­den Bei­spiel hätte die erste Gruppe noch 85 Panzer, sobald die Zweite ver­nich­tet wurde. Rapid Deploy­ment ermög­licht sowas selbst mit ins­ge­samt unter­le­ge­nen Kräften. Eine Jiha­dis­ten­ar­mee hätte diese Mög­lich­keit nicht, ohne, dass es auf­fällt, und würde, wenn sie es ver­sucht, bereits auf dem Trans­port­weg aus­ge­schal­tet werden.

          Ganz abge­se­hen davon, frisst so ein kon­ven­tio­nel­ler Krieg ziem­lich viele Res­sour­cen. In Vietnam hat die US-Infan­trie unge­fähr eine Tonne Gewehr­pa­tro­nen pro getö­te­tem Gegner ver­schos­sen. So ner ein­ge­kes­sel­ten Stadt würde schnell die Muni aus­ge­hen. Ganz abge­se­hen von der Nahrung, die nach spä­tes­tens einer Woche auf­ge­braucht wäre. Wasser, Strom und Gas kann man auch kappen. Stell Dir vor, während der Hit­ze­welle wäre Deine Trink­was­ser­ver­sor­gung gekappt worden, oder im ver­gan­ge­nen Winter Dein Strom und Gas. Wie lange hättest Du über­lebt? Diese Infra­struk­tur kon­trol­liert unser Staat. Die Kom­mu­ni­ka­ti­ons­in­fra­struk­tur übri­gens auch.

          Gehen wir also mal davon aus, dass es hier­zu­lande weder einen Staats­streich, noch einen kon­ven­tio­nel­len Krieg geben wird, den Isla­mis­ten anzet­teln werden, sondern alles bei nie­der­schwel­li­gen Anschlä­gen und den übli­chen Beläs­ti­gun­gen bleiben wird.

          Ich ver­zichte mal darauf, jetzt noch im Detail darauf ein­zu­ge­hen, weshalb in denke, dass die von Dir vor­ge­schla­ge­nen Maß­nah­men, um unsere Neu­bür­ger in ihre Heimat zu ver­schif­fen, alle mög­li­chen Pro­bleme bekämen, wenn man ver­su­chen würde, sie in die Praxis umzu­set­zen. Ich denke, Du ver­gisst, dass kein Schlacht­plan den ersten Feind­kon­takt über­lebt, und hast unrea­lis­ti­sche Vor­stel­lun­gen bezüg­lich der Mach­bar­keit. Oben­drein denke ich, dass Du auch eine falsche Vor­stel­lung vom Ist-Zustand hast, wie ich in meinen zwei Punkten zu erläu­tern ver­suchte.

          Damit will ich jetzt nicht sagen, dass Du prin­zi­pi­el­len Mist redest, oder Deine ange­strebte Rich­tung keinen Sinn ergibt, jedoch befürchte ich Über­a­schun­gen, und sehe eine ganze Reihe uner­war­te­ter Aus­gänge und Schwie­rig­kei­ten bei der Rea­li­sie­rung. Her­kunfts­be­stim­mung ist zum Bei­spiel nicht ver­trau­ens­wür­dig machbar, weil man dazu selbst „Flücht­linge” nimmt, die einem sagen sollen, wo andere „Flücht­linge” her­kom­men. Schau mal, wer heut­zu­tage die Dol­met­scher­dienste in den Ämtern über­nom­men hat. Das Röntgen von Hand­kno­chen zur Alters­be­stim­mung mag zwar eine inter­es­sante Technik sein, jedoch sehe ich nicht, weshalb Alters­be­stim­mung eine Rolle spielen sollte, wenn man darauf abzielt, die Größe der hier ansäs­sige Popu­la­tion zu redu­zie­ren. Dafür ist deren Alter egal. Die Abschie­be­mög­lich­kei­ten sind auch nicht belie­big, seitdem Mada­gas­kar voll ist.

          Ich habe den Ein­druck, dass Du zu sehr in Schei­nen und Bewil­li­gun­gen denkst, und darüber hinaus ver­gisst, dass es um Ereig­nisse in der realen Welt geht, und nicht um die Akten­lage. Die Akten- und Rechts­lage ist für die reale Welt unwich­tig. Diese ganzen Rituale, die man gebraucht, um dieses oder jenes zu begrün­den, sind außer­halb unserer Köpfe unwich­tig.

          • Das ist mir jetzt etwas zu laeng­lich, aber wenigs­tens abschlies­send zu ein paar Punkten:

            » Kon­se­quenz­be­trach­tun­gen
            > Ich ver­stehe nicht, was Du damit sagen willst. Steh ich auf dem Schlauch?

            Ich gewinne auch nach diesem posting irgend­wie den Ein­druck, dass hier jemand schreibt, der ohne Kennt­nis­nahme der Aus­sa­gen seines Gege­nu­e­ber diesem anlass­los sta­en­dig einen omi­no­esen Begriff seiner vor­geb­lich scho­nungs­lo­sen Betrach­tungs­weise („denk doch mal amo­ra­lisch” etc. ) ueber­hel­fen will. In solchen Faellen liegt der Gedanke an Pro­jek­tio­nen relativ nah, denn zum Grad meiner eigenen ‚Amo­ra­li­taet’ hatte ich nichts geaeus­sert.
            Die ent­ha­elt aller­dings auch das Cha­rak­te­ris­ti­kum, sich ungern auf die Zustim­mung zum Drehen immer groes­se­rer Raeder zur Selbst­ver­si­che­rung wie dem Fabu­lie­ren ueber zwin­gen­den Genozid beschra­en­ken zu lassen. Des­we­gen ist es ihr moeg­lich, ein ganzes Spek­trum und nicht nur immer weiter in irra­tio­nale Extrem­punkte hin­aus­ge­scho­be­nes Handeln ueber­haupt ins Auge zu fassen. Dem­zu­folge geht es auch nicht um ‚Scheine’ und ‚Akten­lage’. Natu­er­lich ist eine For­de­rung nach einer unmit­tel­bar ange­schlos­se­nen hand­lungs­fa­e­hi­gen Exe­ku­tive impli­zit ent­hal­ten. Des­we­gen auch das Roent­gen­bei­spiel zum Gegen­teil (hint: es ging nicht um seine kon­krete Anwen­dung auf Alters­be­stim­mun­gen, sondern um ein Bei­spiel fuer die gegen­wa­er­tige Situa­tion des geziel­ten Unwil­lens, auch harm­lo­seste Mittel zu nutzen).

            Zur mili­tae­ri­schen Situa­tion will und kann ich mich nicht qua­li­fi­ziert aeus­sern – aller­dings schei­nen mir Pan­zer­bei­spiele beim aktu­el­len Zustand von Infra­struk­tur und Bewaff­nung der Armee dieses Landes doch depla­ziert zu sein.

          • Abschlie­ßend auch von mir:

            Ich gewinne auch nach diesem posting irgend­wie den Ein­druck, dass hier jemand schreibt, der ohne Kennt­nis­nahme der Aus­sa­gen seines Gege­nu­e­ber diesem anlass­los sta­en­dig einen omi­no­esen Begriff seiner vor­geb­lich scho­nungs­lo­sen Betrach­tungs­weise („denk doch mal amo­ra­lisch” etc. ) ueber­hel­fen will. In solchen Faellen liegt der Gedanke an Pro­jek­tio­nen relativ nah, denn zum Grad meiner eigenen ‚Amo­ra­li­taet’ hatte ich nichts geaeus­sert.”

            Ich betrachte Dis­kus­sio­nen wie Diese nicht als 1:1 Unter­re­dun­gen, sondern gehe davon aus, dass sie von vielen Men­schen mit einem unter­schied­li­chen Hin­ter­grund gelesen werden. Auch kenne ich meinen aktu­el­len Kon­ver­sa­ti­ons­part­ner, also Dich, nicht näher. Ich muss also anneh­men, dass ebenso Du selbst, wie die meisten anderen Leser, einige Eigen­schaf­ten haben, die sta­tis­tisch gehäuft vor­kom­men. Darum halte ich es für ange­bracht, hin und wieder auch mal eine Denk­rich­tung nahe­zu­le­gen, die ich als hilf­reich für das weitere Ver­ständ­nis erachte.

            Im Fall des Amo­ra­li­schen ging es darum, eine Situa­tion mal mit ganz viel Abstand, und ohne Denk­hem­mun­gen, zu betrach­ten. „Welche Pro­bleme gibts, welche Lösungs­op­tio­nen mit welcher Erfolgs­aus­sicht stehen im Raum, und welche Kri­te­rien spielen bei der Ent­schei­dungs­fin­dung eine Rolle?” Diese Fragen ohne Wunsch­den­ken und Kin­der­gar­ten­mo­ral zu betrach­ten, halte ich für sinn­voll. Mit „Kin­der­gar­ten­mo­ral” meine ich das, worauf man kleine Kinder kon­di­tio­niert, wodurch man sie, ein großen Gruppen, ein­fa­cher steu­er­bar macht, indem man ihnen gezielt Hem­mun­gen aner­zieht, und dadurch lebens­lang ihre Hand­lungs­op­tio­nen ein­schränkt. Sofern Du meiner Argu­men­ta­tion mit den Lefties als Avan­gar­dis­ten des Amei­sen­hau­fens zumin­dest eini­ger­ma­ßen folgen kannst, sollte Dir in den Sinn gekom­men sein, dass diese Kin­der­gar­ten­mo­ral, wenn man sie ernst nimmt, zu solchen Mani­fes­ta­tio­nen kol­lek­ti­ven Wahns führt, wie man sie heute bei den Lefties beob­ach­ten kann, und man Deshalb zwei Dinge tun sollte: Erstens sollte man darüber nach­den­ken, wie man die Welt unter voll­stän­di­ger Aus­klam­me­rung der ganzen Kin­der­gar­ten­mo­ral sinn­voll inter­pre­tie­ren kann, und zwei­tens, welche Anpas­sun­gen an die Kin­der­gar­ten­mo­ral auf abseh­bare Zeit aus funk­tio­na­len Gründen not­wen­dig werden könnten, und wie die Welt dann aussähe. Dir sollte klar sein, dass das auf Sozia­li­sie­rung basierte Moral­ver­ständ­nis von heute ein rein funk­tio­na­les Ding ist, das, für sich genom­men, nicht mehr Vali­di­tät genießt, als die Spin­ne­reien aus dem Mit­tel­al­ter, die damals als Grund­lage der Sozia­li­sie­rung dienten. Da Men­schen eher selten außer­halb des Overton Windows denken, halte ich die expli­zite Auf­for­de­rung, eben dies zu tun, für in der Regel ange­mes­sen, beson­ders dann, wenn sich ein Text auch an eine Öffent­lich­keit richtet, die, per Defi­ni­tion, nur in sel­te­nen Fällen außer­halb des Overton Window denkt.

            Mit Pro­jek­tion hat dies wenig zu tun. Ich mache mir nur nicht die Arbeit, einen Text nie­der­zu­schrei­ben, ohne diesen für Andere mög­lichst leicht ver­ständ­lich zu machen. Ich mache mir die Arbeit, damit Andere die darin aus­ge­drück­ten Gedan­ken­gänge nach­voll­zie­hen können. Aus dem selben Grund halte ich mich auch eini­ger­ma­ßen an die Recht­schrei­bung, und mache meine langen Schach­tel­sätze mit Kommas und Bin­de­stri­chen leich­ter lesbar.

            Gegen den Vorwurf, dass ich die Aus­sa­gen meines Gegen­übers nicht zur Kennt­nis nehme, wehre ich mich. Ich gebe zu, dass ich nicht jeden Satz­fet­zen bear­beite, aber nor­ma­ler­weise habe ich gründ­lich gelesen, was jemand sagt, bevor ich eine Antwort ver­fasse, und gehe dann auch auf die Punkte ein, die ich für rele­vant halte, oder die ich angrei­fen möchte. Du musst beden­ken, dass man eine Aussage auch damit angrei­fen kann, dass man die Prä­mis­sen, auf denen sie aufbaut, angreift. Da es hier meis­tens um „Gesell­schaft und Politik” geht, sind viele Prä­mis­sen angreif­bar. Tat­säch­lich habe ich den Ein­druck, dass Dis­kus­sio­nen, die sich um diese Themen drehen, nor­ma­ler­weise ent­we­der auf den Befind­lich­kei­ten den Amei­sen­hau­fens, oder auf irgend­wel­chen Glau­bens­sät­zen auf­bauen, wie sie in Geset­zes­tex­ten for­mu­liert werden, denen man dann den Status einer hei­li­gen Schrift ver­leiht. Aber 100% der Men­schen können sich ebenso irren, wie heilige Schrif­ten unwahr sein können, wie die Imple­men­tie­rung hei­li­ger Schrif­ten auch an realen Gege­ben­hei­ten schei­tern kann. Bei genaue­rer Betrach­tung, gibt es nur sehr wenige Fälle, in denen dies in der Ver­gan­gen­heit nicht der Fall war, sofern es um eine eini­ger­ma­ßen kom­plexe The­ma­tik ging, weshalb ich tat­säch­lich darüber nach­den­ken würde, dies als den Nor­mal­fall anzu­neh­men.

            Und, um den Vorwurf mal zurück­zu­ge­ben: Ich habe in meinen vor­he­ri­gen Texten einige Gedan­ken relativ aus­führ­lich nie­der­ge­schrie­ben, und einige Theo­rien for­mu­liert. Dabei habe ich sogar darauf geach­tet, sie fal­si­fi­zier­bar zu machen. Moral als Sozia­li­sie­rungs­funk­tion eines amo­ra­li­schen Amei­sen­hau­fens, Lefties und Isla­mis­ten als beson­ders stark sozia­li­sierte Ameisen, die Not­wen­dig­keit einer Anpas­sung der Sozia­li­sie­rungs­prio­ri­tä­ten, da unser Amei­sen­hau­fen gerade von einem Anderen auf­ge­fres­sen wird, ohne sich zu wehren, sowie eine Erklä­rung der Stra­te­gie, die die eher radi­ka­len Isla­mis­ten ver­fol­gen. Ich würde behaup­ten, dass ich damit einer ganzen Reihe Deiner Aus­sa­gen den Boden unter den Füßen weg­ge­kickt habe. Du hast diese Inhalte – die rele­vant für die von Dir getä­tig­ten Aus­sa­gen sind – kom­plett igno­riert. Zugleich hast Du mir vor­ge­wor­fen, ich würde mich der Kennt­nis­nahme Deiner Aus­sa­gen ent­zie­hen, während Du Dich selbst der Kennt­nis­nahme meiner Aus­sa­gen ent­zogst. Sofern die Qua­li­tät meiner Aus­sa­gen nicht so niedrig ist, dass sie kei­ner­lei Beach­tung ver­dient haben, muss ich Dir also auch irgend­eine Form von Unred­lich­keit vor­wer­fen. Heu­che­lei oder kogni­tive Dis­so­nanz wären meine wahr­schein­lichs­ten Kan­di­da­ten. Natür­lich unter der Vor­aus­set­zung, dass ich Dein Schwei­gen nicht als Zustim­mung inter­pre­tie­ren soll. In diesem Fall fehlt Deinem Vorwurf aber jedes Gewicht, und er wäre ein bloßes sti­lis­ti­sches Mittel, um gut aus­zu­se­hen. Kor­ri­gier mich, sofern ich da etwas falsch sehe.

            zur Selbst­ver­si­che­rung wie dem Fabu­lie­ren ueber zwin­gen­den Genozid”

            Ich sagte nicht, dass ich Genozid für zwin­gend halte, sondern, dass ich denke, dass sich die Welt in eine Rich­tung ent­wi­ckelt, in der es ein immer größer wer­den­des Problem gibt, das sich mit den derzeit in Betracht gezo­ge­nen Mitteln nicht lösen lässt. Sofern man den Raum mög­li­cher Lösun­gen aus­wei­tet, erscheint mir so ein Genozid als eine der nahe­lie­gends­ten Lösun­gen. Natür­lich ist diese Lösung selbst pro­blem­be­haf­tet, aber sofern man annimmt, dass man damit ein Problem löst, das selbst immer größer wird, wird es einen Zeit­punkt geben, ab dem „ein Genozid” weniger pro­ble­ma­tisch als „kein Genozid” ist. Darüber hinaus muss man beden­ken, dass der ent­schei­dende Amei­sen­hau­fen nicht ratio­nal abwägt, sondern irra­tio­nal bis wahn­haft agieren kann, wie man bei­spiels­weise an den heu­ti­gen Lefties erken­nen kann, und er wahr­schein­lich nicht warten würde, bis „ein Genozid” bei objek­ti­ver Betrach­tung das klei­nere Übel ist, sondern er sich schon vorher dazu trig­gern ließe.

            Ich rede also nur über eine mög­li­che Zukunft in einer chao­ti­schen Welt. Ursprüng­lich ging es darum, dass ich drei Hühner und eine Kiste Äpfel wetten wollte, dass die Rea­li­tät einen Weg aus­wählt, an dessen Ende Lei­chen­berge stehen. Ich habe anschlie­ßend erklärt, weshalb ich diesen Weg für wahr­schein­lich halte, und weshalb ich es folg­lich für eine gute Idee halte, die drei Hühner und die Kiste Äpfel als Wett­ein­satz zu ris­kie­ren. Nachdem Du meiner Ein­schät­zung wider­sprachst, habe ich etwas aus­führ­li­cher dar­ge­legt, wie ich zu dieser Ansicht komme. Sofern Du denkst, dass ich damit falsch liege, sollte Deine Her­an­ge­hens­weise doch eigent­lich sein, mir zu erklä­ren, aus welchen Gründen meine Ein­schät­zung falsch ist. Du soll­test mir also ent­we­der klar auf­zei­gen, wo meine Prä­mis­sen feh­ler­haft sind, weil meine Schlüsse dadurch feh­ler­haft wären, oder, dass ich irgendwo einen Fehl­schluss gemacht habe. Dies sollte machbar sein, weil ich schon ziem­lich detail­liert und spe­zi­fisch argu­men­tiere, und nicht her­um­schwur­bele, oder viele unbe­wie­se­nen Gege­ben­hei­ten annehme. Statt­des­sen hast Du mir einfach nur Deine Meinung dar­ge­legt, und erwar­test nun, dass ich Deine Meinung wider­lege, ohne, dass Du meinen Argu­men­ten den Boden unter den Füßen weg­ge­zo­gen hättest. Findest Du nicht, dass Dis­kus­sio­nen so ver­lau­fen sollten, dass man dem Anderen zuerst die Argu­mente kaputt schießt, bevor man ihm die eigenen Argu­mente zum Ersatz anbie­tet? Ohne diese Vor­ge­hens­weise dreht sich ein Gespräch doch nur um unfun­dierte Glau­bens­sätze.

            aller­dings schei­nen mir Pan­zer­bei­spiele beim aktu­el­len Zustand von Infra­struk­tur und Bewaff­nung der Armee dieses Landes doch depla­ziert zu sein.”

            Das Bei­spiel mit den Panzern ist eine in Drei­satz­form gebrachte Grund­lage gewalt­tä­ti­ger Stra­te­gie, die seit der Stein­zeit gültig ist. Siehe hier: https://en.wikipedia.org/wiki/Lanchester%27s_laws

            Du scheinst mir, gerade für einen Mathe­ma­ti­ker, nicht sehr mathe­ma­tisch zu denken. Ich hätte ange­nom­men, dass Du erkennst, dass ich Dir in leicht ver­ständ­li­cher Form die wich­tigste Grund­lage der Manö­ver­kriegs­füh­rung erklärt habe, und Du den Schluss ziehst, dass man Pro­bleme, die man nicht lösen kann, so umformt, dass man sie lösen kann.

            Dein ein­zi­ger Punkt scheint zu sein, dass wir noch nicht so weit sind, wie in meinem hypo­the­ti­schen Sze­na­rio beschrie­ben. Stimmt. Was ich mache, ist eine Zukunfts­pro­gnose. Und? Warum ist das irrele­vant? Und warum die Fest­stel­lung, dass man sich in der Gegen­wart auf eine nicht zukunfts­taug­li­che Weise ziert, rele­vant? Wir wären längst aus­ge­stor­ben, wenn wir nicht dazu in der Lage wären, uns auf eine sich ver­än­dernde Situa­tion ein­zu­stel­len. Ver­än­de­run­gen sind wahr­schein­li­cher, als ein gleich­blei­ben­der Zustand.

        • War es ein tech­ni­scher Fehler, dass meine Antwort nicht ver­öf­fent­licht wurde, ist mein Thema zu kon­tro­vers, oder ist der Grund ein Anderer?

          Unsere Gesell­schaft wird immer aut­ho­ri­tä­ter, bewegt sich auf einen Punkt zu, ab dem sie kippen könnte, und die Dinge spre­chen eher dafür als dagegen, dass sie anschlie­ßend damit beginnt, mas­sen­haft Men­schen umzu­brin­gen”

          Das ist zwar außer­halb des Overton Windows, aber doch nicht falsch. Ich halte das zudem für einen guten Grund, um mal darüber nach­zu­den­ken, was gerade pas­siert. Demo­kra­tien neigen durch­aus dazu, den Karren mit Sozi­al­pro­gram­men an die Wand zu fahren, und hin­ter­her einen starken Führer an die Macht zu bringen, der den Karren mit aller­lei Bevoll­mäch­ti­gun­gen aus dem Dreck ziehen soll. Bei­spiele dafür sind welt­weit zahl­reich vor­han­den. Aus meiner Sicht ist das ein bes­se­res Argu­ment, als irgend­wel­che Politik-Ham­pel­män­ner aus­ein­an­der zu nehmen, von denen eh jeder weiß, dass es ihnen um ihre Pöst­chen geht, und deren Ideo­lo­gie halt das ist, womit man ein nicht sehr helles Wahl­volk dazu bewegen kann, das Kreuz­chen in dem Käst­chen zu machen, das vor dem gewünsch­ten Par­tei­na­men steht.

  3. Eine schönes Stück Nach­den­ken haben Sie mir hier vor­ge­setzt, roger.

    Nor­ma­ler­weise halte ich wenig von solchen Alar­mis­mus­vor­trä­gen. Nor­ma­ler­weise sind diese auch mit ein biss­chen gesun­den Men­schen­ver­stand recht einfach aus­ein­an­der­zu­neh­men. Ich selbst bin zudem BWLer und war während meines Stu­di­ums der VWL sehr zugetan. Bei diesem Vortrag jedoch muss ich zuge­ge­ben, dass Herr Krall im Gegen­satz zu anderen Refe­ren­ten dieser Art sehr sach­kun­dig, kom­pe­tent und glaub­haft wirkt. Auch die Ant­wor­ten auf spon­tane Fragen schüt­telt er punkt­ge­nau aus dem Ärmel. Tat­säch­lich bin ich während und nach dem Anschauen in Panik ver­fal­len (unsere Eigen­heim­fi­nan­zie­rung muss 2020 neu abge­schlos­sen werden), habe mir sogleich sein Buch bestellt und meine Frau von der anste­hen­den Kata­stro­phe unter­rich­tet. Eine Stunde und drei Ziga­ret­ten später habe ich jedoch die Buch­be­stel­lung stor­niert. Auch die Nacht drüber zu schla­fen, hat gehol­fen, hier ein paar Schwach­punkte in Kralls Vortrag zu iden­ti­fi­zie­ren. Dies jedoch frei­lich nicht so wesent­lich, dass ich behaup­ten kann, der Mann hat defi­ni­tiv Unrecht. Daher ist es mir ein nach­drück­li­ches Anlie­gen, mich hier mit wei­te­ren Lesern aus­zu­tau­schen und mög­li­cher­weise fach­kun­dige Meinung zu diesem Vortrag zu bekom­men.

    Dies sind meine Ein­wände:

    1. Die Banken: Das Dilemma der Banken, mit dem nied­ri­gen Zins nicht dau­er­haft wirt­schaf­ten zu können, wird plau­si­bel dar­ge­stellt, eine Erhö­hung der Zinsen bzw. der Margen der Banken scheint mit­tel­fris­tig unaus­weich­lich. Hier kann ich, auch aus Unkennt­nis, wenig gegen sagen, jedoch aber den Hinweis geben, das Japan schon deut­lich länger als wir eine extreme Nied­rig­zins­phase durch­macht, dort der Laden immer noch läuft und die Banken nicht rei­hen­weise umkip­pen.

    2. Die Zombies: Hier schätzt Krall die Anzahl der Zom­bie­un­ter­neh­men aus rein sta­tis­ti­schen Erfah­run­gen. Er sagt, in einer nor­ma­len Zins­phase gingen 2 % der Unter­neh­men jähr­lich in den Konkurs. Wegen des nied­ri­gen Zins über­leb­ten diese aber und kumu­lier­ten sich inzwi­schen so zu einem 12%igen Anteil aller Unter­neh­men, denen dann ganz fix die Puste ausgehe, wenn der Zins steigt. Ich zweifle aber sehr, dass diese Berech­nung der Anzahl der Zom­bie­un­ter­neh­men so zuläs­sig ist. Das ist in etwa damit ver­gleich­bar, wenn Karin Göring-Eckardt diesen Sommer als Argu­ment anführt, um den radi­ka­len Kli­ma­wan­del zu belegen. Daten bzw. der Trend der Ver­gan­gen­heit taugen per se nicht dazu, die Zukunft zu pro­gnos­ti­zie­ren.
    Ein wei­te­rer Einwand hier ist, dass in der akuten Nied­rig­zins­phase viele Zom­bie­un­ter­neh­men die Mög­lich­keit haben Eigen­ka­pi­tal auf­zu­bauen und sich somit zu gesun­den. Im Gegen­satz zum Zombie als Mensch ist das Zom­bie­dar­sein eines Unter­neh­mens kein zwangs­läu­fig end­gül­ti­ger Zustand und kann durch eine umsich­tige Unter­neh­mens­po­li­tik und im Beson­de­ren unter den aktuell guten Rah­men­be­din­gun­gen beendet werden.

    3. Die exklu­sive Erkennt­nis: Einer der Zuhörer fragte, warum dieses Sze­na­rio kein bekann­tes Thema in der Wis­sen­schaft sei. Krall ant­wor­tet hier damit, dass die Uni­ver­si­tä­ten Staats abhän­gig seien und ent­spre­chend an diesen wie vom Staat gewünscht die Lehre bzw. Schule des Keyne­sia­nis­mus (John Maynard Keynes) domi­niere. Teil der Lehre des K. ist u.a., dass die Wirt­schaft im wesent­li­chen von der Nach­frage gesteu­ert wird und dass massive staat­li­che Ein­griffe in die Kon­junk­tur hilf­reich sein können. Exem­pla­risch wird hier das DIW erwähnt. Was das DIW angeht, hat Krall wohl recht, die Jungs vom DIW ver­kau­fen sich regel­mä­ßig als ziem­li­che Knall­tü­ten, die zudem noch abhän­gig am Tropf der Sozi­al­de­mo­kra­tie (oder viel­leicht noch an Schlim­me­ren) hängen. Diese Schule ermög­li­che es dem Staat, die aktu­elle Fis­kal­po­li­tik wis­sen­schaft­lich legi­ti­miert durch­zu­set­zen.
    Die zweite weit ver­breite Lehre in der VWL ist die öster­rei­chi­sche Schule (u.a. Fried­rich August von Hayek, auch „Neo­li­be­ra­lis­mus“ wobei dieser Begriff irre­füh­rend sein kann, da dieser mitt­ler­weile zum Teil öffent­lich umge­deu­tet wurde, und als Ergeb­nis der Umdeu­tung den völlig unge­zü­gel­ten Kapi­ta­lis­mus meint, was dann eher das Gegen­teil der ursprüng­li­chen Idee ist. Im übrigen ist Hayek mein per­sön­li­cher Favorit). Diese Schule prä­fe­riere auch Krall. Er refe­riert, dass die Modelle der öster­rei­chi­sche Schule seine Crash­pro­gno­sen stütz­ten. Diese Schule spiele auf­grund der der feh­len­den staat­li­chen Zunei­gung aber keine Rolle mehr.

    Hier ist mein Kri­tik­punkt, dass ich an der voll­stän­di­gen Eli­mi­nie­rung der öster­rei­chi­sche Schule an den Uni­ver­si­tä­ten recht stark zweifle, ohne jedoch kon­krete Anhalts­punkte zu haben. Hier würden mich sehr andere Mei­nun­gen inter­es­sie­ren, beson­ders von Per­so­nen, die dort dichter dran sind.

    Letz­lich sind die Zusam­men­hänge, die Krall auf­zeigt, recht einfach. Man muss kein Genie sein, dass zu ver­ste­hen und auch keins um selber auf diese Idee zu kommen. Warum außer Krall kaum jemand anderes dieses Sze­na­rio pro­pa­giert, bleibt für mich der wesent­li­che Klump­fuß bei dieser Sache. Ich bin auf weitere Kom­men­tare bzw. Ein­wände hier sehr gespannt.

    Ihre Dia­gnose aller­dings, roger, die auch Krall bestä­tigt, dass wir immer weiter in die Plan­wirt­schaft rein­rut­schen, teile ich unein­ge­schränkt.

    • Die japa­ni­sche Noten­bank ver­schul­det sich bei ihren Bürgern, während in der Euro­zone die meisten Schul­den Aus­lands­schul­den sind. Dazu kommt, dass die japa­ni­sche Wirt­schaft im Unter­schied zu Deutsch­land immer noch ein Pro­duk­ti­vi­täts­wachs­tum auf­weist. Gesund ist das was Japan da treibt, gleich­wohl auch nicht.

      Im Gegen­satz zu den Behaup­tun­gen KGE’e lassen sich die Wirt­schafts­kenn­zah­len gut messen. Die Anzahl der Unter­neh­men, die in Konkurs gehen sinkt von Jahr zu Jahr und liegt aktuell bei 0,5%, obwohl auch Jahr für Jahr fast 700.000 gegrün­det werden. Inter­es­san­ter­weise SINKT die Zahl der größere neuen Unter­neh­men! Die werden wohl eher außer­halb des Euro­rau­mes gegrün­det.
      https://​www​.desta​tis​.de/​D​E​/​Z​a​h​l​e​n​F​a​k​t​e​n​/​G​e​s​a​m​t​w​i​r​t​s​c​h​a​f​t​U​m​w​e​l​t​/​U​n​t​e​r​n​e​h​m​e​n​H​a​n​d​w​e​r​k​/​G​e​w​e​r​b​e​m​e​l​d​u​n​g​e​n​/​G​e​w​e​r​b​e​m​e​l​d​u​n​g​e​n​.​h​tml
      Was Krall in seiner Rech­nung dabei noch gar nicht berück­sich­tigt hat, weil es dazu imho keine Sta­tis­ti­ken gibt, ist die Frage, wie­viele dieser Grün­dun­gen nur deshalb zustande kommen, weil die Gieß­kan­nen­po­li­tik durch För­der­mit­tel, Grün­dungs­hil­fen und sub­ven­tio­nierte Arbeits­plätze kräftig nach­hilft, um die Sta­tis­tik zu ver­bes­sern. Es gilt schließ­lich zu bewei­sen, dass die Migra­ti­ons­po­li­tik der letzten Jahre ein voller Erfolg ist!

      Das Unter­neh­men, die die Defi­ni­tion von Zombi-Unter­neh­men erfül­len, jetzt Eigen­ka­pi­tal bilden, halte ich für sehr frag­lich. Das schaf­fen viel­leicht die, die gerade so unter­halb der Defi­ni­tion liegen. Und end­gül­tig Pleite gehen ja selbst zu Null­zins­zei­ten auch welche, wie wir sehen. Was aller­dings stimmt, ist, dass die großen, sol­ven­ten Unter­neh­men dies tun. Dass sie das Geld in Deutsch­land lieber halten als zu inves­tie­ren deutet eher auf Dys­funk­tio­na­li­tät des Kre­dit­we­sens und man­geln­des Ver­trauen in das Inves­ti­ti­ons­klima hin, sowie auf Maß­neh­men, die man trifft, wenn Banken aus­fal­len. Bayer zieht sich langsam aus Europa zurück, Siemens auch, die Auto­bauer werden gerade mora­lisch zer­schla­gen, das Know How von Anlagen- und Maschi­nen­bau fließt nach China ab, die Ener­gie­wirt­schaft ist prak­tisch erledigt…es leistet also auch kaum noch jemand Wider­stand. Wer auf­muckt, bekommt die Nadel in den Arm und wird mit Sub­ven­tio­nen ruhig gestellt, Geld ist ja genug da. Noch.

      Ich breche hier ab.

  4. Das weitere nicht ange­spro­chene Problem bei einem Zusam­men­bruch der Währung, und wenn die ganzen Schich­ten, die auf die Finan­zie­rung ange­wie­sen sind, kein Geld mehr bekom­men, wird sein: Bür­ger­krieg, Über­fälle der Ein­wan­de­rer auf die Bevöl­ke­rung, die leider unbe­waff­net ist. Die zünden dann die Häuser an und mas­sa­krie­ren die ansäs­sige Bevöl­ke­rung. Es ist unfass­bar.

    • Das ist der Moment in dem alle nach den „Neo­na­zis” rufen werden. Das werden dann die ein­zi­gen sein, die noch den Mumm und die kör­per­li­chen Mög­lich­kei­ten haben, Wider­stand zu leisten.
      Das hatten wir ja alles schon­mal, irgend­wie. Aber aus der Geschichte lernen, heisst ja in Deutsch­land nur, „Asche aufs Haupt” und Kon­zen­tra­ti­ons­la­ger besu­chen.…

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  5. Als neulich die Meldung kam, dass die Finanz­krise in Grie­chen­land beendet sei, habe ich auch gedacht: Ach so, haben die jetzt plötz­lich 100.000 Wert schöp­fende Arbeits­plätze in der Indus­trie geschaf­fen? Wohl eher nicht, also kann das doch gar nicht sein. Da wird ein totes Pferd gerit­ten – und der Michel soll’s nicht merken, sondern wei­ter­hin mit seiner Alters­vor­sorge bezah­len.

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