„Klima-Gipfel in Glasgow: Zurück in die Steinzeit?“, so lautete das Thema des Talks im Hangar 7 bei Servus TV. Auch der Journalist und Achgut-Autor Ulli Kulke saß in der illustren Runde. Eine Rezension. 

Von einer Talkshow sollte man nicht erwarten, dass sie richtungsweisend ist und vor laufender Kamera Bekehrungen stattfinden. Schon der Auftritt von in prinzipiellen Fragen uneinigen Gästen hat im deutschsprachigen Raum heute Seltenheitswert und ist außer gelegentlich bei Lanz (erfreulicherweise) nur noch beim österreichischen Servus TV noch als Prinzip zu finden. Bei Michael Fleischhackers „Talk im Hangar 7“ hatte sich denn auch ein recht meinungsbunter Kreis eingefunden, und neben der ehemaligen österreichischen Außenministerin Karin Kneissl, dem Klima-Ökonomen Gernot Wagner und dem Meteorologen Andreas Jäger waren auch der Achgut-Autor Ulli Kulke sowie der Kernphysiker und Unternehmer Dr. Götz Ruprecht vertreten. Letzterer, um dem Publikum die Funktion und das Potenzial des Dual-Fluid-Reaktors zu erklären. Um es gleich vorwegzusagen: Die Titelfrage der Sendung, also die nach der Sinnhaftigkeit von Europas Klimastrategie, wurde nicht beantwortet, ja nicht mal wirklich gestellt. Viel interessanter als das „was“ der Diskussion war phasenweise sowieso das „wie“, weil man es wie eine Schablone über jede andere aktuelle Großdebatte legen könnte, wenn ein bestimmtes Kriterium erfüllt ist: Die Politik muss sich ihrer bemächtigt und sich auf eine Deutungsseite geschlagen haben. Auf der Seite der Macht wird viel gelacht, auch in dieser Sendung.

Ob Impfdebatte, Migration oder Weltklimarettung, es ist dieselbe heitere Herablassung, die jedem begegnet, der in der Sache ein Gegenargument platzieren will. In Deutschland ist man ideologisch natürlich schon längst weiter vorangeschritten, weil man dort „solche“ wie Kulke und Ruprecht gar nicht mehr einlädt. Wenn man sie dann doch mal trifft, drängt sich den „üblichen Verdächtigen“ und Gleichmeinenden leicht der Eindruck auf, ihr Gegenüber sei unter einem Stein hervorgekrochen und spräche in Zungen, denn was da an Argumenten vorgetragen wird, klingt in ihren Ohren so verrückt, als würde man behaupten, die Erde drehe sich um die Sonne. Der Galileo-Vergleich drängt sich geradezu auf, wenn man ins Kalkül zieht, dass sich „die Wissenschaft“ damals auch sehr sicher war. Oder um die Argumente mit den Worten von Herrn Jäger vom Tisch zu wischen: „Das Thema ist durch.“

„Durch“ ist übrigens so ziemlich alles. Die Ursachen der globalen Klimaveränderungen, die Interpretation ihrer Auswirkungen und die Medizin, die wir deshalb alle zu schlucken haben. Hier finden wir übrigens ein wichtiges Merkmal für ideologisierte Diskurse, die schnell ins Religiöse überschnappen: einfache Lösungen für hochkomplexe, oft nur unvollständig verstandene Probleme, das One-Fits-All, zu dem man neigt, wenn man mit der großen staatlichen Schere die Kleider der ganzen Menschheit schneidern will. Mal presst man die widerspenstigen Teilchen und versucht, sie gleichzuschalten, mal dehnt sich die Pelle über den Unterschieden gefährlich aus. Am Ende kommt immer entweder Wurst oder Jogginghose dabei heraus. Beim Klima heißt die „Lösung“: alles abschalten, bei Covid: alle impfen. Für Differenzierungen ist da kein Platz, und wenn die Physik oder der Mensch dem Ziel im Wege steht, Pech für die Physik, Pech für den Menschen.

Und noch eine Gemeinsamkeit solcher ideologisierter Welterklärungen ist zu finden. Die Denkverbote, die in der Folge zu blinden Flecken führen, die in jeder Diskussion komplett übergangen, ignoriert oder wegdefiniert werden. Für die Weltklimarettung ist es China, ein sehr großer und sehr CO2-affiner „Fleck“. Der blinde Fleck für Covid ist deutlich kleiner und heißt Schweden.

Panik als Werkzeug

Ein sehr offensichtlicher Streitpunkt bei Energie und Klima liegt darin, dass die einen zur Besonnenheit raten, während die anderen zu jeder Panik entschlossen sind. Das wurde auch in der Sendung sehr schnell deutlich. Dabei gilt den Panikern die unhinterfragbare Grundannahme, dass es eigentlich schon für alles zu spät sei, man alle Bedenken hintanstellen muss, schreiend um den Block rennt und, dem weisen Rat der Politik und den vorpreschenden Aktivisten folgend, alles widerspruchslos erduldet, was diese sich gerade wieder ausgedacht haben. Morgen kann der Tagesbefehl gänzlich anders lauten, das hinterfragt man nicht. Solche Menschen werden gemeinhin als klug bezeichnet und haben keine Rechtfertigungsprobleme. Noch nie musste sich ein Klimaaktivist wortreich dafür erklären, dass er statt 2° ganz klar die 1,5° anstrebe. Und während ein Ulli Kulke noch zu erklären versucht, warum Pazifikstaaten wie Fidschi eben nicht untergehen, hat ihn der Meteorologe Andreas Jäger schon mit dem Scherz „das liegt sicher am fallenden Meeresspiegel“ abgebürstet, und alle wohlmeinenden Wissensvortäuscher verfallen wieder in höhnisches Gelächter.

Das Problem mit dem Wahrheitsanspruch ist, dass er sich berechtigt glaubt, alle Mittel anzuwenden. Panikmache, Übertreibungen, konstruierte Kausalitäten, wo es oft nur Korrelationen gibt, Verdrehungen, kleine Lügen, große Lügen. Dass das Waldsterben nicht etwa „besiegt“ wurde, wie Jäger behauptet, sondern einfach die Prognosen falsch waren, wie Kulke ausführte, quittiert Jäger mit einem kurzen „is ja wurscht“! Nicht das Erreichte zählt, das Erzählte reicht! So kann man nur gewinnen. Politik ist dabei die Kunst, jeden Tag etwas anderes zu behaupten und dennoch immer recht zu haben. Und wenn in 30 Jahren das Klima nicht parisgerettet, sondern bei 2,5° herauskommen sollte, wird man sich dennoch auf die Brust schlagen und behaupten, ohne die Regentänze wären es sicher 3° geworden. Was für ein Triumph des „Ich will aber“! Doch wer es mit den Tatschen nicht so genau nimmt, der sollte sich nicht wundern, dass man ihm nicht vertraut. Die Mittel, nicht die Ziele, machen eine Diktatur.

Ich sehe übrigens die Medien hier in weit geringerer Verantwortung als die Politik. Diese maßlose Jahrmarktschreierei, das „Nur schlechte Nachrichten sind gute Nachrichten“ ist schon immer so gewesen. Auch die durchwachsene Bilanz beim Wahrheitsgehalt. Es gibt Alternativen. Man muss das nicht lesen oder gucken. Das Problem ist die Politik, die sich in ihrer Inkompetenz zu kommunizierenden Röhren der Medien gemacht hat. Ein panischer Aufreißer auf Seite eins macht mir weit weniger Angst als ein Politiker, der sein Handeln mangels eigener Prinzipien nach dieser simulierten Panik ausrichtet.

Ökonomie des Weltuntergangs

Für den Klima-Ökonomen Gernot Wagner ist personifizierte Panik namens Greta eine Heldin, die nur „Wissenschaft übersetzt“ (Neuerdings in „Bla bla bla“, das versteht dann jeder), und ein Tweet von Greta sei mehr wert als ein Paper in „Nature“ oder „Science“. Schon seine Berufsbezeichnung legt nahe, dass es sich hier um Heiligenverehrung handelt und er als Priester der Klimakirche das Glöckchen schlägt. Die Wandlung ist hier der Wandel und der Österreich-Amerikaner Wagner gehört exakt zur Zielgruppe, die auch in Deutschland das große Wort führt: die urbane Elite, die im Ökosystem „Klima“ mehr als nur ein gutes Auskommen gefunden hat. Er lebt in New York City, kann 100.000 Dollar für die energetische Sanierung seines Hauses ausgeben, propagiert „Wärmepumpe statt Ölheizung“, und die süffisante Schilderung seiner Gut-und-Veganwerdung legt nahe, dass er schon gern Anerkennung für sein energetisches Opfer und seinen energetisch keuschen Lebenswandel hätte, aber schlau genug ist, schnell noch die Kurve zu kriegen und zu konstatieren, dass das nicht jeder so machen könne „Löst das das Klimaproblem? Natürlich nicht.. .darum geht’s ja auch nicht.“

Aber ja, genau darum geht es. Entweder man überlässt es tatsächlich dem Einzelnen und seinen Möglichkeiten, was zu tun und zu lassen ist – ein Weg, den die Politik wegen des dräuenden Individualismus strikt ablehnt –, oder man präsentiert Skalierbares aus dem One-Fits-All-Regal, tritt zurück ins Glied und lässt passiv das Weltgericht über sich ergehen. Beides zugleich geht nicht. Hier wird das dritte Merkmal des ideologisierten Diskurses sichtbar: der Trend zur Externalisierung von Problemen und deren Lösung. Wagner, der erklärt, keine eigene Waschmaschine zu haben, nimmt fürs Wäschewaschen einen externen Dienst in Anspruch und fühlt sich dadurch so richtig ökologisch! Nur ist das kein Weg, der in die Dekarbonisierung führt, sondern in die Arbeitsteilung. Mir gefällt das Bild, das Manfred Haferburg von unserer Selbsttäuschung mal gezeichnet hat. Wir leben, so Haferburg, auf dem energetischen Niveau der Caesaren. Nur dass uns nicht menschliche Sklaven bedienen, bekochen und unsere Wäsche waschen, sondern elektrische.

Wagner sieht nur nicht, wie seine Wäsche gewaschen wird, und während die philippinische Waschmannschaft seine Socken schrubbt, kann Wagner sich über die Vorstädte, die Suburbs wertend erheben und anprangern, dass von dort die Menschen energetisch verwerflich mit dem Auto in seine Wohnstadt fahren, wo sie sich keine Wohnung mehr leisten können. Mit der Dienstleistung wurde nämlich auch der Dienstleister externalisiert. Doch die Leistung wird ja weiterhin erbracht, der „Sklave“ arbeitet für uns und Herrn Wagner. Wir riechen nur seinen Schweiß nicht mehr.

Wir lassen in China unsere Waren fertigen und kaufen den Kaffee bei Starbucks. Wie schmutzig der Strom erzeugt wird, den wir in unsere E-Autos laden und mit dem wir unsere Wärmepumpen betreiben, interessiert uns höchstens modellhaft, und wenn die Wäsche nicht von uns selbst, sondern von Billiglöhnern gewaschen wird, fühlt man sich wie ein Held. Die unterschiedslose Mandatierung einer Impfung ist auch so eine externalisierende Heldentat: Die sie anordnen, sehen nicht und wollen nicht sehen, wie die Arme und Gesichter aussehen, in die sie gedrückt wird.

Überheblich, fantasievoll, aber faktenschwach

Der Meteorologe Jäger bekommt geradezu leuchtende Augen, wenn er über die heutigen Ängste schwadroniert. Waldbrände, Überschwemmungen… Ruprechts Einwurf, das sei doch Wetter und nicht Klima, wird vom Tisch gewischt, und als Kulke quellenfest hinzufügt, der Deutsche Wetterdienst DWD sehe keine Steigerung von Extremniederschlägen in Deutschland, kontert Jäger mit dem Hinweis, er habe eine Arbeit gelesen, in der das Gegenteil steht.

„Nein, das was er [Kulke] sagt, ist nicht Wissenschaft. Glauben sie mir, die Wissenschaft ist sich da sehr einig!“

Thema erledigt. Schon wieder. Hier finden wir nun das vierte Merkmal des ideologisierten Diskurses: die Anmaßung zu entscheiden, was Wissenschaft ist und was nicht. Die ausgegrenzten und abgelehnten Ideen können schon froh sein, dass man sie statt mit Feuer in der Sendung nur mit herablassendem Gekicher behandelt. Positive Aspekte des verteufelten CO2? Etwa die Ergrünung der Sahelzone, bessere Ernten denn je? Nichtig und unwissenschaftlich, ja, gefährlich, genau wie den natürlichen Weg zur Immunisierung gegen Covid zu gehen.

Kommen Diskursverengung und „blinder Fleck“ zusammen, darf man erheiternde Aussagen wie die Gernot Wagners genießen, die Solarenergie sei die billigste von allen. Er macht hier den Fehler aller Energiewender und Dekarbonisierer, installierte Leistung für bare Münze zu nehmen. Solarenergie ist „bei Lichte betrachtet“ vor allem eines: extrem zuverlässig. Sie erzeugt nämlich nachts sehr zuverlässig keinen Strom, darauf ist Verlass! Doch zumindest sind wir in der Diskussion nun endlich beim Kernproblem angekommen, der Energieversorgung.

Hier hat die ehemalige Außenministerin Kneissl den Punkt des Abends. Das Problem sei, dass die Energiepolitik ein Anhängsel der Klimapolitik ist und nicht umgekehrt. Im Klimaaktivismus und dessen Anhängsel, der aktiven Politik, ist leider selten so viel Pragmatismus zu finden.

Ein Omelett aus ungelegten Eiern

Wenn es nämlich darum geht, wie und woher Industriegesellschaften wie Österreich oder Deutschland die benötigte Energie bekommen können, wandelt sich die eingeübte Zahlenschieberei mit halben Erdwärmegraden und ppm CO2 in infantile Auge-Daumen-Fensterkreuz-Abschätzungen. Hier externalisiert man gewissermaßen gleich das Problem selbst und „rechnet“ mit ungelegten Eiern. Ruprechts Warnung, die Richtung, in die sich die Energieversorgung bewege, sei falsch, wischt Jäger weg.

„Nein, nein, die Richtung stimmt, die Rechnung stimmt auch! Es gibt Rechnungen, die kennen Sie nicht, weil Sie in ihren Atomen hängen, kennen Sie das nicht.“

Da lacht der Netzspeicher und der Taschenrechner wundert sich! Denn das erwähnte Pumpspeicherkraftwerk Vorarlberg, laut Jäger „ein Rieeeesending von europäischer Dimension“, soll zwar 1.000 Megawatt Leistung haben, Baubeginn ist aber erst 2030, in Betrieb gehen soll es gar erst 2037 und aus Erfahrung können wir da nochmal ein oder zwei Jährchen drauflegen. Klar könnte – und sollte – man den überschüssigen Strom aus Sonne und Wind in solche Pumpspeicher drücken, für wie lange das „Rieeeesending“ jedoch die 1.000 Megawatt abgeben kann, ist unbekannt. Diese zukünftigen 1.000 Megawatt sind ein schöner Puffer, aber kein Energieerzeuger in dem Sinne. Nur zum Vergleich: Deutschland schaltet noch in diesem Jahr drei wirkliche „Rieeeesendinger“ mit vergleichbarer, aber konstant abrufbarer Leistung ab. Drei weitere, die letzten Kernkraftwerke, folgen im nächsten Jahr. Das Rieeeesending „Lünerseewerk II“ in Vorarlberg müsste sich schon verhundertfachen, um tatsächlich europäische Dimension zu erlangen. Leider haben wir in der ganzen EU nicht mal annähernd genug Platz, Berge, Zeit, Geld, Windräder und duldsame Europäer für sowas.

Erste Risse in der ideologischen Mauer

Die Energiepreise gehen überall durch die Decke, die Instabilität unserer Stromnetze lässt sich nicht mehr verleugnen und der Streit, ob Erdgas nun eine Brückentechnologie, CO2-Schleuder oder Putins Daumenschraube sei, ist noch nicht entschieden. Es wird also eng für die Energiewende, und plötzlich erinnern sich die Jägers und Wagners an diese verachtete Art der Energieerzeugung, die sie lieber gestern als morgen in Sonne und Wind geschossen hätten: die Kernenergie. Die Ideen, die der Kernphysiker Götz Ruprecht mitgebracht hat, liegen jedoch schon seit vielen Jahren auf dem Tisch, wo man sie nicht haben oder auch nur zur Kenntnis nehmen wollte, weshalb die Entwicklung des neuen Dual-Fluid-Reaktors nicht in Deutschland, sondern in Kanada stattfinden wird.

Der rettet uns leider ohnehin nicht die Energiewende, denn die Verzögerung der Entwicklung durch Desinteresse und ideologische Betriebsblindheit hat dafür gesorgt, dass wir wohl noch gut zehn Jahre auf die technische Umsetzung warten müssen. Einfach die alten Reaktoren länger laufen lassen? Nun also doch? Man reibt sich die Augen, wenn man solche Andeutungen aus grünen Mündern hört, denn die Argumente der Befürworter haben sich seit zehn Jahren nicht geändert. Aber hier kommt die Einsicht wohl zu spät, zumindest für die drei deutschen Kraftwerke, die noch 2021 abgeschaltet werden. Wir sind mit dem panischen Atomausstieg energetisch vom Dach gesprungen und haben darauf gehofft, dass uns Sonne und Wind zum Fliegen bringen. Wir werden also „leichter“ werden müssen für den Aufprall, was zwangsläufig Deindustrialisierung und schmerzhafte Wohlstandsvernichtung bedeutet. Auch die Wagners und Jägers dieser Welt werden also „Energiesklaven“ entlassen müssen, wenn die Versorgung mit Strom und Wasser unsicher wird. Wäschewaschen geht dann weder zuhause noch in der externalisierten Wäscherei. Da heißt es dann trinken oder stinken. Energiearmut ist ein sehr zuverlässiger Gleichmacher. Und wollten sie da nicht alle hin, die Gleichmacher und Gleichschalter? Das überhebliche Lachen, das sich wie ein roter Faden durch die Sendung zog, lässt vermuten, dass man sich selbst stattdessen einiger Privilegien zu erfreuen gedenkt.

Die Nonchalance, mit der die Dekarbonisierer und Energiewender plötzlich die Pferde wechseln und die Nützlichkeit der Kernenergie erkennen, als sei sie ihnen gerade eben erst vom Himmel gefallen und nicht jahrelang von ihnen bekämpft worden, macht mich sprachlos. Die Frage ist doch: Was an ihren ideologischen Gedankengebäuden beruht noch auf falschen Annahmen und Träumereien? Nicht zu vergessen die wichtigste Frage von allen: Warum sollte man auf sie hören?

Zuerst erschienen auf achgut.com

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8 Kommentare

  1. Ich weiß woher die Knappheiten in Schland kommen! 

    Die Chinks haben sich vorgenommen, bei dem Klima-Spiel mitzumachen, und ihre CO2 Emissionen zu reduzieren. Und da die Chinks es auch ernst meinen, wenn sie sich etwas vornehmen, nicht so larifari wie hier, sind sie nun im Brownout-Mode, und fahren ihre Energieintensive Industrie herunter. 

    Dazu gehört auch die Magnesiumproduktion. Magnesium ist für viele Legierungen notwendig, insbesondere für feste Aluminiumlegierungen, wie sie in Dosen und als der Industrie zum Einsatz kommen. Europa bezieht 95% seines Magnesiums aus China. Hinzu kommt ein Chip-Mangel - Man schaue mal, was mitlerweile ein RasPi3, der nach Erscheinen des RasPi4, gebraucht noch rund 20€ kostete, nun bei ebay kostet, um eine Vorstellung zu kriegen, wie sich die Preise von Computerchips entwickeln. 

    Nichts davon wird in nächster Zeit gelöst sein, weil alleine der Transport per Schiff zwei Monate dauert, und die Chinks ihre Produktion zumindest dieses Jahr nicht wieder hochfahren wollen. 

    Das war auch die Grundlage, weshalb die Citigroup kürzlich sagte, die Inflation und Knappheit werde erst ab Februar zurückgehen. Und das ist die optimistischste aller veröffentlichten Prognosen.

    Muahahaha.

    Ich würde wetten, dass europäische Regierungen die Chinks bereits pressuren, doch bitte auf die vereinbarten Emissionsziele zu pfeifen, man habe diese Sache doch nicht ernst gemeint, es ging doch nur darum, sich mehr Macht zuzuspielen und Steuern abzugreifen.

    • Nein, wir Europäer sind zu fanatisch, um die zur Aufgabe der Klimaziele zu erbitten. Das Klima wird gerettet bis zur letzten Patronen. 

      Du weißt ja um unsere Lern-aus-Schmerz-Kompetenz. Frage: Was macht ein Europäer nach einem Weltkrieg? Antwort: Noch einer! 

      Ich wette, die Unruhen an den italienischen Häfen wegen des Covid-Impfwahnsinns werden auch ihre Rolle spielen. Biden würgt derweil die amerikanische Wirtschaft ab, was hier auch wiederum alles erschweren dürfte.

  2. Was ich gern einmal in einer Talkshow sehen würde:
    *„Klimaskeptiker“ geht zu Klimaforscher*
    *legt einen Graph der Temperaturentwicklung im Holozän und einen Graph des Methangehalts der Atmosphäre über dieselbe Zeit (Eisbohrkerne, Sedimente…) auf den Tisch*
    *zeigt auf den Anstieg in der Temperatur an dem man die Entdeckung des Reisanbaus ablesen kann (Reis wächst in einem Sumpf, Methan heißt nicht umsonst Sumpfgas)*
    „Hier ist Ihr zweiter Datensatz, jetzt modellieren Sie mal! Hic Rhodos, hic salta: no deduction without reproduction, no adoration without verification. Methan ist ein sehr viel stärkeres Treibhausgas als Kohendioxid, was ausgleicht dass es viel weniger Steinzeitbauern als Modernefahrer gab. Hier können Sie sogar intrapolieren statt extrapolieren: wenn Ihr Klimamodell etwas taugt, müsste es mit den Daten von vor achttausend Jahhren vorhersagen, was dann später in der Geschichte auch passiert ist - aufgehört Reis zu essen haben die Leute jedenfalls nicht, die konnten von ihrem Klimawandelglück ja gar nichts wissen. Zeigen Sie den Zuschauern was Ihr Modell kann, hier live in der Sendung.“

    Die Einschaltquoten zumindest könnten sich bestimmt sehen lassen.

    Prä-emptive Anmerkung zu „anderen Datensätzen“ und „anderen Treibhausgasen“, die der Klimaskeptiker in meinem Beispiel bestimmt braucht: die Venus hat irgendwann mal ganz fürchterlich einen Kollisionspartner aufs Dach bekommen, seit wann sie sich in ihrer Umdrehungsgeschwindigkeit fast völlig synchronisiert hat - sie bewegt sich (noch), braucht für eine Umdrehung aber länger als ein ganzes Venus-Jahr. Beziehungsweise hat ihr diese kosmische Billiardstoß gleich soviel Impuls mitgegeben, dass sie sich relativ zur Rotation der restlichen Planeten sogar in die „andere“ Richtung dreht; aber eben nur sehr langsam - für alle praktischen Belange wendet sie der Sonne sehr, sehr lange dieselbe Seite zu. Einer dieser Belange ist natürlich dass die Venus sich deswegen auf dieser Seite „recht gut“ aufheizt (näher an der Sonne ist sie zudem auch noch) - schon bevor die dichte Venusatmosphäre die ganze Hitze festhält. Als Modell für „eine Erde mit dichterer Atmosphäre“, deren siderale Rotationsperiode doch erheblich kürzer ist, auf der es Jahreszeiten gibt, und die zum Großteil mit Ozeanen bedeckt ist die nicht gerade Pfützen sind (hallo, Chaostheorie!), taugt die Venusatmosphäre daher „nur bedingt“.
    Aus der Rechennummer mit dem Reismethan kommt der Klimaforscher durch Verweis auf die Venus also auch nicht raus - da heißt es Klimamodell auf den Tisch.

  3. Ausgezeichnet. Und das schlimme : Schon der Titel sagt alles, haargenau. Leider. Fakten zählen nicht mehr, es geht um Haltung.
    Aber immerhin - es wurden sogar Widerborstige eingeladen. Das geht in D so gar nicht mehr, höchstens in Unterstzahl. Servus-TV finde ich daher gut. „Alle wohlmeinenden Wissensvortäuscher verfallen wieder in höhnisches Gelächter“. Exzellente Beobachtung. Gläubige der Klimakirche halt. Die Wissenden unter sich.

  4. > alles abschalten, alle impfen

    Das hat einen einfachen Grund: „Vor dem Gesetz sind alle gleich“. Gegen diesen Grundsatz zu verstoßen, ist Willkür. Darum versucht man, diesen Grundsatz zu beachten. Nun würdest Du sicherlich Gründe dafür finden, wieso es keine Willkür ist, Ausnahmeregelungen zu erfinden, um auf diesem Umweg Manchen eine Sonderbehandlung zukommen zu lassen, ohne gegen das Gleichheitsprinzip zu verstoßen, und wirst Dich wenig später darüber klagen, die überbordernde Bürokratie wäre viel zu kompliziert, wasserkopfartig, und ein Hemmschuh, und außerdem fehle Transparenz.

    Das, worüber Du klagst, ist systemimmanent. Du schiebst es auf das Personal, aber dieses könnte innerhalb dieses Systems gar nicht „richtig“ handeln, und angesichts dessen ists auch eher nicht zu erwarten, dass man unter denen, die sich hochgearbeitet haben, um zu Einfluss zu kommen, etwas anderes findet, als Kanallien und Verblendete. Die charakterlichen Eigenschaften, die Du beklagst, sind, etwas, ohne das man nicht in die entsprechenden Positionen gelangt.

    • Gleiches behandelt man gleich. Ungleiches nicht. Das, was keiner Behandlung bedarf, aus Gründen der „Gleichbehandlung“ über den selben Leisten zu ziehen, IST Willkür und technokratischer Mechanismus.Es mag systemimanent sein, dass Staaten sich zu solchen mechanischen Gebilden entwickeln, es ist aber keine Gesetzmäßigkeit, dass man sie gewähren lässt.

    • Wenn man gleiches gleich, und ungleiches ungleich behandelt, dann kommen die Auswirkungen der Komplexität ins Spiel. Die Lösung wird selbst wieder zu einem Problem werden.

      Ein Regelwerk, das feingliedrige Unterscheidungen trifft, muss ungleich komplexer sein. Und dann sind wir beim Wasserkopf, der seine eigenen Probleme verursacht. Zum Beispiel kann er nur auf Fälle reagieren, die ihm bekannt werden, wodurch man im besten Fall eine Situation schafft, in der die Kinder, die am lautesten schreien, zu Lasten der Nicht-Schrei-Babies die ganze Milch aus der Zitze saugen.

      Das ist auch Willkür, nur halt eine Willkür, die neu geschaffen wurde, weil man versuchte, eine andere Willkür abzuschaffen. Dadurch hat die neue Willkür gleich noch den Anstrich der Rechtmäßigkeit.

  5. Toller Artikel…! Fragt sich, wer stellt sich den hohnlachenden Besserwissern entgegen? Wo und wann?
    Oder ist es schon zu spät? Beklemmende Fragen.…

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