Was dabei her­auskommt, wenn deutsche Poli­tik­er des aktuell hergestell­ten For­mats nur durch „Nach­denken“ zu Entschei­dun­gen kom­men, hat die Bun­deskan­z­lerin mit dem 2010 verkün­de­ten beschle­u­nigten Atom­ausstieg gezeigt. Nicht dass sie heute noch häu­fig darauf ange­sprochen würde, Vor­würfe ver­hallen ohne­hin unge­hört. Aber die Poli­tik hat aus Rich­tungsentschei­dun­gen dieser Art gel­ernt, dass es sel­ten gut aus­ge­ht, wenn man per­sön­lich für einen möglichen Mis­ser­folg ver­ant­wortlich gemacht wer­den kann. Dieser „Moment der Wahrheit“ ste­ht uns beim Atom­ausstieg noch bevor. Seit Merkels ein­samer Entschei­dung bezüglich der Atom­en­ergie geht die Poli­tik jedoch anders vor – und erzeugt durch ihre wis­senschaftlich begrün­de­ten Entschei­dun­gen nicht weniger frag­würdi­ge Zustände. Die zu Rate gezo­gene und als Stich­wort­ge­ber ver­wen­dete Wis­senschaft ist auswech­sel­bar, die Prinzip­i­en der Zusam­me­nar­beit zwis­chen Wis­senschaft und Poli­tik ste­hen hinge­gen fest.

„Manche Poli­tik­er ster­ben auf Bar­rikaden, auf denen sie gar nicht ges­tanden haben.“ Fran­cois Mit­ter­rand

Der heilige Konsens von Mehrheitshausen

Der Ablauf der Zusam­me­nar­beit gle­icht sich in allen Fällen. Die Poli­tik iden­ti­fiziert ein Prob­lem­feld, das zu beack­ern lohnenswert erscheint. Im Ide­al­fall gibt es sog­ar eine gut aufgestellte Lob­by oder Wis­senschafts­diszi­plin, die bei der Erken­nung des Prob­lems in ihrem Sinn gern behil­flich ist. Durch rasches Zusam­men­zählen der wis­senschaftlichen Schäfchen simuliert die Poli­tik einen demokratis­chen Prozess – denn demokratisch muss es zuge­hen, damit die Poli­tik keine Recht­fer­ti­gung­sprob­leme bekommt. Sollte es keine Störun­gen von außen geben, welche wie in einem Putsch die Aufmerk­samkeit von einem Prob­lem auf ein anderes lenkt (C‑19-Sit­u­a­tion), kann die Poli­tik mit dieser Mehrheit in Sym­biose leben. Zuwen­dun­gen sor­gen dafür, dass die präferierte Mehrheit inner­halb der Wis­senschaft wächst und vor Kri­tik geschützt wird. Diese sorgt im Gegen­zug für die fach­liche Unter­füt­terung der poli­tis­chen Entschei­dun­gen und verteilt die Aufmerk­samkeit der Öffentlichkeit und der Medi­en somit auf Fach­leute, die nicht ver­ant­wortlich sind. Wenns schief geht, kann der eine sagen, er hätte nichts ver­an­lasst und der andere, er wäre einem fach­lichen Rat gefol­gt.

Lei­der fehlt der Anwen­dung ver­meintlich guter demokratis­ch­er Prinzip­i­en auf die Wis­senschaft ein Kor­rek­tiv: Wahlen. Im Gegen­satz zu poli­tis­chen Struk­turen, die in der Demokratie zumin­d­est noch regelmäßig in Frage ste­hen, führt ein immer bre­it­er wer­den­der Kon­sens über die Inter­pre­ta­tion von „richtig“ und „falsch“ zur Dik­tatur der Mehrheit über die Min­der­heit. Im Jahr 1931 ver­sucht­en „100 Autoren gegen Ein­stein“ eine solche „Mehrheitsmei­n­ung“ durchzuset­zen, was Ein­stein sin­ngemäß zu fol­gen­der Aus­sage ver­an­lasst haben soll: „Gle­ich 100? Wenn sie recht hät­ten, würde doch ein­er genü­gen.“ Wie dieser Stre­it aus­ging, ist bekan­nt. Die Zahl der Geg­n­er ist – anders als in der Poli­tik – eben kein Kri­teri­um, das über Sieg oder Nieder­lage entschei­det. Mehrheit­en und Kon­sens sind keine Kat­e­gorien, mit denen man wis­senschaftliche Erken­nt­nis messen oder gar erzwin­gen kann. Der per­ma­nente Ideen­wettstre­it in allen frei aus­geübten Wis­senschaften ist jedoch kein Boden, auf dem Poli­tik gedei­ht. Diese sucht ja Antworten, nicht nach Fra­gen.

Die unge­sunde Sym­biose von Poli­tik und Wis­senschaft hat in der Ver­gan­gen­heit einige zweifel­hafte aber als alter­na­tiv­los gel­tende The­o­rien her­vorge­bracht, die auch gän­zlich anders hät­ten ausse­hen kön­nen, hätte man zuge­lassen, sie weit­er in Frage zu stellen. Doch weil eine poli­tis­che Idee von „Gestal­tung“ und eine wis­senschaftliche The­o­rie gut zueinan­der passten, kam die Sym­biose zus­tande. So passte die Geschlechter­forschung von Judith But­ler bess­er zur aktivis­tis­chen Idee, hin­ter jedem Baum lauere eine unerkan­nte Unter­drück­ung, als etwa die Vorstel­lung von Kath­leen Stock, die Geschlecht­si­den­tität für eine philosophisch leere Idee hält.

Die Beispiele, wie sich poli­tis­che Idee und wis­senschaftliche The­o­rie per­fekt ergänzen, sind zahlre­ich und reichen von der Kli­maforschung bis zur Medi­zin. Nach dem Pots­dam Insti­tut für Kli­mafol­gen­forschung (PIK), das der dankbaren Poli­tik für das kom­plexe Phänomen Kli­mavari­abil­ität einen Schuldigen (CO2) und ein­fache Lösun­gen (sofor­tige Decar­bon­isierung der Wirtschaft) anbot, herrscht nach dem C‑19-Putsch momen­tan das Robert-Koch-Insti­tut über Land und Diskurs. So sin­nvoll diese Exper­tisen natür­lich auch sein kön­nen, die Art und Weise, wie ger­ade Deutsch­land ihnen immer wieder fol­gt, ist so symp­to­ma­tisch für Poli­tikver­sagen wie Hus­ten und Fieber für Covid-19. Abwe­ichende Mei­n­un­gen fan­den und find­en kein Gehör oder wer­den sog­ar aktiv diskred­i­tiert und für schädlich erk­lärt. Auch hier wer­den die Geschütze, welche die Poli­tik abfeuert, bere­itwillig von dem Teil der Wis­senschaft geladen, der im Gle­ich­schritt mit ihr marschiert.

Ausblick in die Post-Corona-Ära

Die Hoff­nung, all die aktivis­tis­chen Schnitzereien an Mei­n­ungs­frei­heit, Fein­staub, Kli­ma, Energiev­er­sorgung und poli­tis­ch­er Gle­ich­schal­tung wür­den bald ein Ende find­en, weil sie ger­ade von der Real­ität über­ran­nt und fal­si­fiziert wer­den oder weil für der­lei Schnickschnack kün­ftig schlicht kein Geld mehr da sei, wird ent­täuscht wer­den. Der eine oder andere Leser mag zur Fort­führung seines Geschäfts auf einen pri­va­trechtlichen Bankkred­it angewiesen sein, den er natür­lich umso schwieriger erhal­ten wird, je schlechter es sein­er Fir­ma auf­grund der wirtschaftlichen Voll­brem­sung geht. Doch wie wir von Hohlköpfen jeglich­er poli­tis­ch­er Fär­bung immer wieder ler­nen, sind die Geset­ze der Wirtschaft ger­ade außer Kraft geset­zt. Ganz so, als wäre die “Wahl” zwis­chen “Wirtschaft und Men­schen­leben” nicht genau­so irre wie die zwis­chen ein- und ausat­men. Für Polit-Schnitzer aller Art gal­ten die Regeln des freien Wirtschaftens jedoch noch nie, wieso soll­ten ihren Ideen also Schaden nehmen, wenn die Wirtschaft am Boden liegt?

Die deutsche Umwelthil­fe, das PIK oder die Tromm­ler der Energiewende sitzen jeden­falls viel näher am Honig­topf mit der Auf­schrift „Steuerknete“ und müssen bei Banken keine Klinken putzen. Außer­dem ist die Ver­suchung für Kli­ma- und andere Aktivis­ten, sich an die aktuelle Krise her­anzuwanzen und zu ver­suchen, dem Wahnsinn pos­i­tive Neben­ef­fek­te abzutrotzen, ein­fach zu groß. Beim MDR lern­ten wir, was das böse Virus mit CO2 gemein­sam hat. Die Grü­nen bracht­en in Vorschlag, angesichts des sink­enden Stromver­brauchs die Abschal­tung der restlichen Atom­kraftwerke noch vor das Ende der Coro­na-Krise vorzuziehen und Luisa Langstrecke stellte sol­i­darisches Fieber bei Erde und Men­schheit fest und propagiert Krisen-Koop­er­a­tion. Das alles wird wieder Fahrt aufnehmen, sobald die medi­ale Aufmerk­samkeit vom täglichen Wahnsinn und tat­säch­lichen Prob­le­men weg und wieder in die Zukun­ft gerichtet ist.

Die von den Aktivis­ten benötigten Prozesse sind virtueller Natur und nicht auf Liefer­ket­ten angewiesen. Noch bevor sich das Wirtschaft­sleben nor­mal­isieren kann, wird der Aktivis­mus zurück­kehren, der gegen die Wirtschaft protestiert. Auch die für NGOs nöti­gen För­der­mit­tel fließen ja direkt aus den Haushal­ten von Min­is­te­rien und EU, eine Bank braucht man höch­stens noch, um das aus­geschenk­te Geld ver­füg­bar zu machen. Noch. Denn wozu braucht man über­haupt noch pri­vate Banken und Sparkassen, wenn man sein Girokon­to auch bei der Bun­des­bank oder gle­ich der EZB haben kön­nte?

Was für eine Wirtschaft stabilisiert der Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF)?

Während die Men­schen verängstigt zu Hause sitzen, sich in der Öffentlichkeit mis­strauisch mit ein­er Hus­ten­länge Abstand umschle­ichen und sich statt über Wet­ter und Sport über die Details dessen informieren, was sie mor­gen noch oder schon wieder oder nicht mehr dür­fen, schlägt unser Bun­destag die Gren­zp­fos­ten für ein staatlich kon­trol­liertes Post-Coro­na-Wirtschaftssys­tem ein. Der Wider­stand aller Oppo­si­tion­sparteien gegen das Gesetz war schwach und ging ohne­hin in den Laut­sprecher­durch­sagen der Krisen­stäbe und der Frage unter, ob das RKI nun aktuell Masken emp­fiehlt, oder ger­ade nicht.

Ger­ade mal eine Woche brauchte es, das Gesetz zum WSF in drei Lesun­gen durch den Bun­destag zu peitschen. Seit die Rei­hen dort wegen Coro­na dün­ner beset­zt sind, scheint auch die Durch­läs­sigkeit für Regierungsvorhaben zugenom­men zu haben. Es ist allerd­ings nicht die Auf­gabe des Bun­destages, es der Regierung möglichst leicht zu machen. Und während die Demokrat­en in den USA es nicht schafften, den “Green New Deal” sozusagen als Anhängsel zum Coro­na-Ret­tungspaket gle­ich mit durch Kongress und Sen­at zu drück­en, stellen unsere Bun­destagsab­ge­ord­neten eine weit­ere Weiche auf dem Weg zu Staatswirtschaft und Sozial­is­mus.

Beim Bun­desmin­is­teri­um für Wirtschaft und Energie heißt es zum neuen Wirtschaft­sörderungs­ge­setz lap­i­dar: Der Wirtschaftssta­bil­isierungs­fonds mit einem Umfang von 600 Mil­liar­den Euro bietet Unternehmen und Start-Ups bei Vor­liegen der all­ge­meinen Antragsvo­raus­set­zun­gen Unter­stützung durch Garantien und Eigenkap­i­tal­hil­fen, um die Krise erfol­gre­ich zu bewälti­gen.“

Liest man jedoch, was Richard Mit­ter­hu­ber und Thomas Mühl für das juris­tis­che Online-Mag­a­zin LTO dazu schreiben oder kon­sul­tiert den Geset­zes­text, kom­men dem aufmerk­samen Leser erhe­bliche Bedenken bezüglich des Zwecks dieses Geset­zes. Ich jeden­falls hätte da ein paar Fra­gen (Zitate aus LTO):

„Im Fokus ste­hen Unternehmen, deren Bestands­ge­fährdung erhe­bliche Auswirkun­gen auf die Wirtschaft, die tech­nol­o­gis­che Sou­veränität, Ver­sorgungssicher­heit, kri­tis­che Infra­struk­turen oder den Arbeits­markt hätte.“

Wer legt fest, was „erhe­bliche“ Auswirkun­gen sind? Wie definiert man “tech­nol­o­gis­che Sou­veränität” und hat nicht jed­er ver­lorene Arbeit­splatz Ein­fluss auf den Arbeits­markt?

„…müssen solche [unter­stützen oder mit staatlich­er Beteili­gung verzierten] Unternehmen in den let­zten bei­den Geschäft­s­jahren vor dem 1. Jan­u­ar 2020 eine Bilanz­summe von mehr als 43 Mil­lio­nen Euro und einen Umsatz von mehr als 50 Mil­lio­nen Euro aus­gewiesen sowie durch­schnit­tlich mehr als 249 Arbeit­nehmer beschäftigt haben.“

Sind diese Zahlen durch Kaf­feesat­zle­sen oder Vogelflug ermit­telt wor­den? Auf welche Zeiträume bezieht sich das „durch­schnit­tlich“?

Garantie, Beteiligung, Gegenleistung

„Die geplanten Sta­bil­isierungs­maß­nah­men sollen zu angemesse­nen Gegen­leis­tun­gen erfol­gen und sind als ulti­ma ratio gedacht.“

Was sind „angemessene Gegen­leis­tun­gen“? Wer definiert, ob und wann eine Gegen­leis­tung angemessen ist? Angemessen für wen?

„Hil­fe soll nur dor­thin fließen, wo sie tat­säch­lich auch Erfolg ver­spricht.“ 

Auch hier nichts als scham­lose Wis­sensan­maßung! „Tat­säch­lich Erfolg“ ist schließlich ein Kri­teri­um, dass sich erst im Nach­hinein erweisen kann. Will der Staat nun per Ver­wal­tungsverord­nung beurteilen, ob ein Unternehmen Erfolg haben kann? Kön­nte sich der „gemessene“ Erfolg vielle­icht durch poli­tis­ches Wohlver­hal­ten, Verpflich­tungserk­lärun­gen, Spenden an die „Richti­gen“, Kündi­gung der “Falschen” oder „Gegen­leis­tun­gen“ ander­er Art vor­ab ein­stellen?

„Zu den Ermessen­skri­te­rien zählen unter anderem die Bedeu­tung des Unternehmens für die Wirtschaft Deutsch­lands, die Dringlichkeit, die Auswirkun­gen auf den Arbeits­markt und den Wet­tbe­werb sowie der Grund­satz des sparsam­sten und wirtschaftlichen Ein­satzes der Fondsmit­tel. Näheres kann in ein­er Rechtsverord­nung geregelt wer­den, zum Beispiel welche Ober­gren­zen, Gegen­leis­tun­gen und son­stige Bedin­gun­gen es für Garantien und Rekap­i­tal­isierun­gen geben soll und zu welchen Bedin­gun­gen die Beteili­gun­gen veräußert wer­den.“

Bei der Fes­tle­gung der „Ermessen­skri­te­rien“ kom­men unsere ungeduldig mit den Füßen schar­ren­den Aktivis­ten von weit­er oben sich­er gern wieder ins Spiel. Denn schließlich waren sie es ja auch schon vor der Krise, die festzule­gen sich erdreis­teten, was in und für Deutsch­land drin­gend, richtig, CO2-arm, gren­zw­ertüber­schre­i­t­end und generell oppor­tun ist. Es liegt kün­ftig wohl im Ermessen des Staates und der von ihm Beauf­tra­gen “Experten” zu entschei­den, was Unternehmen wie wann und wo tun oder lassen, sobald sie sich in ihrer Not unter den Ret­tungss­chirm namens WSF begeben haben.*

Unternehmen, die dies nicht tun, ger­at­en auch unter Druck, denn während die „geretteten“ zunächst mit voller Hose stinken kön­nen, müssen sie sich selb­st wieder auf die Beine helfen, was zu weit­eren Verz­er­run­gen der Märk­te führen muss. Staatliche Stellen wer­den darüber bes­tim­men, was benötigt wird und nach­dem die Exper­tise des Robert-Koch-Insti­tuts abgek­lun­gen ist, wer­den andere Wis­senschaftler entschei­den, was das “Richtige” sein wird. Win­dräder vielle­icht oder Bio-Kartof­feln oder Elek­tro-Autos mit Kartof­fe­lantrieb. Gewinne machen ist dann vielle­icht nicht mehr wichtig, solange man nur das Richtige tun. Die staatliche Pla­nungskom­mis­sion wird schon wis­sen, was uns frommt und wer hätte nach der über­stande­nen Coro­na-Krise denn noch etwas gegen den Sozial­is­mus einzuwen­den! Sask­ia Esken ver­wen­det den Begriff schließlich schon länger pos­i­tiv und ihre SPD (Regierungspartei) ist neuerd­ings wieder im Aufwind – was soll da schon schief gehen!

Die span­nende Frage, welch­er Wis­senschaft wir nach der Krise wohl dies­mal alle fol­gen müssen, ist mein­er Mei­n­ung nach beant­wortet. Nach­dem wir schon den Gen­der­forsch­ern, Migra­tion­sex­perten, Win­dan­betern, CO2-Sehern und zulet­zt den Virolo­gen hin­ter­herge­laufen sind, wer­den es dies­mal die Wirtschaftswis­senschaftler sein. Doch ich fürchte, es wer­den schon wieder die sein, die durch Kon­sens die größte Gruppe bilden.

Das Fazit, nur im Konjunktiv zu ertragen

Es kön­nte sein, dass die meis­ten Banken in Bedeu­tungslosigkeit ver­schwinden oder in der EZB aufge­hen, schließlich sind Finanzin­sti­tute vom WSF-Ret­tungss­chirm ausgenom­men. Möglicher­weise erleben wir nicht nur staatliche Beteili­gun­gen an Fir­men und in der Folge poli­tis­che Ein­flussnahme auf die Wirtschaft in nie da gewe­sen­er Dimen­sion, son­dern durch den Weg­fall viel­er Banken auch direk­te Kred­itver­gaben durch Staat und EZB, die eben­falls an „Gegen­leis­tun­gen“ gebun­den wer­den kön­nen. Ein täglich zu erneuern­der Treueschwur auf EU-Kom­mis­sion und EZB wäre sich­er nicht zu viel ver­langt.

Die EZB kön­nte ver­suchen, sich als „die bessere Bank“ darzustellen und die Geld­schleusen noch weit­er öff­nen. Wie wäre es gle­ich mit einem BGE, wie die Grüne Jugend es fordert? Eine Flut von Geld würde sich über eine unter staatlichem Kom­man­do ste­hende Wirtschaft ergießen, welche wegen ihrer mit­tler­weile behör­den­gle­ichen Starre und man­gels Wis­sens gar nicht schnell genug reagieren kön­nte, um dem Geld ein Ange­bot aus Waren und Dien­stleis­tun­gen gegenüber zu stellen. Es flösse dann ab ins Aus­land, zumin­d­est so lange wie man dort glaubt, es sei noch etwas wert.

Und am Ende würde man die Fehlentschei­dun­gen, die Reg­ulierun­gen, das Gegen­s­teuern und die ganze per­ma­nente Ret­terei wieder mal dem Kap­i­tal­is­mus in die Schuhe schieben, selb­st wenn der sich längst zwis­chen eine Hand voll Buchdeck­el zurück­ge­zo­gen hat, die kaum noch jemand auf­schlägt, weil die meis­ten den sim­plen sozial­is­tis­chen Losun­gen auf Spruch­bän­dern hin­ter­her­laufen.

Doch dann wird der Kon­sens längst weit­erge­zo­gen sein und die Poli­tik wird wieder anderen Experten fol­gen. Vielle­icht wer­den es dann Zauber­er, Astrolo­gen und Wun­der­heil­er sein.

* Nur zur Erin­nerung: an der Com­merzbank ist der Bund seit 2009 zu 25% beteiligt, was zwar das Über­leben des Haus­es sich­er­stellte, jedoch nicht seinen Erfolg. Auch hier ste­ht die große Abschrei­bung wohl noch aus.

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8 Kommentare

  1. Was ich bish­er nur in aus­ländis­chen oder fremd­sprachi­gen Medi­en gele­sen habe, ist die Idee für einen immu­ni­ty pass. Passender­weise aus Deutsch­land kom­mend, wo man früher den Ari­er­nach­weis wie ein „Tre­f­fer“ Los aus der Gen­lot­terie stolz vorzeigen kon­nte.

    „“Those with immu­ni­ty could be issued with a type of immune-cer­tifi­cate that could, for exam­ple, allow them to be exempt from the restric­tions on their activ­i­ties,” said Krause.“
    https://www.dw.com/en/germany-mulls-mass-testing-for-coronavirus-immunity-report/a‑52940096

    Auch im Guardian und der US Presse find­et die Idee Erwäh­nung, und sorgt für Empörung.

  2. “Die Wis­senschaft” repräsen­tiert den neuen Klerus und die Regieren­den holen sich jet­zt ihre Abso­lu­tion nicht mehr vom Papst, son­dern von Wis­senschaftlern, die von ver­schiede­nen Inter­es­sen­grup­pen finanziert wer­den, die mit der großen Presse ver­woben sind.
    Wir dacht­en, wir hät­ten uns vom Klerus befre­it, franzö­sis­che Rev­o­lu­tion, Voltaire etc und erhoben den men­schlichen Ver­stand zum Maß aller Dinge. Das geht in ein­er kom­plex­er wer­den­den Welt “zunehmend” in die Hose. Der men­schliche Ver­stand ist nicht in der Lage hochkom­plexe Sys­teme mit Logik zu steuern, weil er ihr Wesen nicht ver­ste­ht. Die Fol­gen sehen wir jet­zt: welchen Wis­senschaftlern sollen wir glauben? Sehr wahrschein­lich hat kein­er von ihnen Recht, selb­st die nicht, die jet­zt noch “die Kirche im Dorf lassen”. Aber gib’ Ihnen Macht und auch sie wer­den das Chaos her­beiführen.

    Die Bibel, und speziell das Neue Tes­ta­ment und darin v.a. die Berg­predigt — das schreibe ich nicht, weil heute Kar­fre­itag ist — ist eine Anweisung, in welche Rich­tung wir uns entwick­eln müssen, um im Ein­klang mit den Prinzip­i­en des Uni­ver­sums leben zu kön­nen. Wir alle sehnen uns danach und suchen den Weg. Viele überse­hen jedoch die wichtig­ste und am leicht­esten ver­ständliche Quelle.

  3. Also zuerst: die Coro­na-Soforthil­fe ist hin­ter­her zu ver­s­teuern, indem der Betrag auf das Steuer­brut­to draufgerech­net wird. Zumin­d­est ist das bei Einzelun­ternehmern so. Und die Fan­tastil­liar­den wer­den ohne­hin wieder zurück­bezahlt, ähn­lich wie des Kaisers Sek­t­s­teuer bis in alle Ewigkeit. Und wer zahlt das? Natür­lich die Leute, die jet­zt die kleine Hil­fe bekom­men. Und so geht es am Ende doch nur darum, möglichst alle “gesellschaftlichen Grup­pen” an Staatsknete zu gewöh­nen und damit zu braven, wider­stand­slosen Applaudier­ern zu machen, Chi­na in San­ft sozusagen.

    Mit­tler­weile zeigt sich, dass die Krise doch keine so drama­tis­che ist. Kam heute im WDR, dass die Uniklinik Bonn in Heins­berg fest­gestellt hat, dass es viel mehr Infizierte ohne Symp­tome gibt als angenom­men. Sterblichkeit somit unter 0,4 Prozent. Und am Ende erwis­cht es doch die alten Kranken, wie man an dem Seuchen­zug in den Altenheimen erken­nt, der jet­zt erst Fahrt aufn­immt. Man braucht näm­lich gar keinen Besuch im Altenheim; der stan­dard­mäßige Überträger ist der Pfleger oder Arzt. Weiß man seit 150 Jahren. Nur nicht im Kan­zler­amt.….

  4. Wie benei­de ich die Höh­len­men­schen von Anno Dazu­mal. Die hat­ten echte Prob­leme, die auch reell gelöst wur­den. Anson­sten hat­ten sie mit Sozial­is­mus nichts am Hut, keine Ret­tungss­chirme und Almosen für Nach­bar­sip­pen, die am lautesten rufen kön­nen, keine Kollek­tivbeglück­ung son­dern ein­fach ein Leben des Aufeinan­der-angewiesen-seins. Jed­er wusste, was zu tun war. Alles war klar geregelt. Wer gegen die Regeln ekla­tant ver­stieß, wurde im Moor versenkt o.ä.

    Sie wussten nicht viel außer das, was notwendig ist für das tägliche Leben. Außer­dem glaubten sie viel.
    Ich stelle ger­ade fest, der Kreis schließt sich hier. An der Stelle sind wir heute. Nur ein wenig irrer.

    • Du soll­test etwas vom Unabomber lesen. Das ist ein ehe­ma­liger Mathe-Pro­fes­sor, der die Sache mit dem Prim­i­tivis­mus wirk­lich ernst meint. Ziem­lich lesenswert.

      Ich empfehle “Tech­no­log­i­cal Slav­ery”. Gibts gratis als PDF.

      Abge­se­hen davon:

      “Sie wussten nicht viel außer das, was notwendig ist für das tägliche Leben. Außer­dem glaubten sie viel.
      Ich stelle ger­ade fest, der Kreis schließt sich hier. An der Stelle sind wir heute.”

      Wir sind heute an der Stelle, dass wir wis­sen, was für das tägliche Leben notwendig ist? Da ist doch ein Denk­fehler.

      • Natür­lich: Klopa­pi­er und Nudeln.
        Außer­dem wird GEGLAUBT, was das Zeug hält. Nach­denken ist eher was für Tiere mit großen Köpfen.

        • Klopa­pi­er und Nudeln sind indus­triell hergestellte Güter. Ich würde “In den Super­markt gehen” jet­zt nicht unbe­d­ingt den Leben­snotwendigkeit­en, son­dern eher dem dekaden­ten Luxus zurech­nen. Die meis­ten Men­schen kön­nen kein Kar­nick­el schlacht­en, wis­sen nicht, wie man sich gegen einen Angreifer vertei­digt, und so weit­er.

          Naja, ich ziehe meinen Ein­wand zurück, da ich ein­se­he, dass “Wis­sen” nicht unbe­d­ingt mit tat­säch­lichen Fähigkeit­en ein­herge­hen muss, zu denen ich “Einkaufen” und “110 wählen” eher nicht zäh­le. Meine Empfehlung den Unabomber zu lesen bleibt aber beste­hen. Der Typ hat den Durch­blick.

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